Archiv für die Kategorie ‘Schlaglicht’

Wie der Vater, so der Sohn

Fabian Kern am Donnerstag den 3. Mai 2012

The Cold Light of Day

«The Cold Light of Day» läuft ab 3. Mai im Pathé Küchlin in Basel.

Ein Entführungsthriller mit Bruce Willis in einer der Hauptrollen – da jubelt das Actionherz. Lange hat uns «Mr. Die Hard» nicht mehr mit einer grossen Rolle im rustikalen Genre beglückt. Doch wer den Glatzkopf mit den coolen Sprüchen auf der Leinwand bewundern will, der sollte bei «The Cold Light of Day» nicht zu spät in in den Kinosaal kommen. Nach einer guten Viertelstunde ist sein Auftritt als Martin Shaw nämlich bereits beendet. Immerhin opfert er sein Leben für seinen Sohn. Zurück bleibt also Will, gespielt von Henry Cavill, der die Welt nicht mehr versteht. Denn anstatt zusammen mit Bruder und Eltern auf der Yacht vor der spanischen Mittelmeerküste auszuspannen, muss der attraktive Jüngling, der gerade erst vom Konkurs seiner Firma erfahren hat, durch die Strassen von Madrid hetzen, um seine Familie aus den Fängen israelischer Entführer zu befreien. Objekt der Begierde ist ein Aktenkoffer mit mysteriösem Inhalt, den Wills Vater, ein verdeckter CIA-Agent, entwendet hat. Diesen Beitrag weiterlesen »

Der rücksichtslose Teenieschwarm

Fabian Kern am Mittwoch den 2. Mai 2012
Bel Ami

«Bel Ami» läuft ab 3. Mai im Pathé Eldorado in Basel.

Robert Pattinson ist wieder einmal schwer beschäftigt. Nachdem er sich in der Twilight-Serie mit Werwölfen und verräterischen Vampiren herumschlagen und dabei noch um das Herz seiner angebeteten Bella kämpfen musste, gibt der Teeniestar im späten 19. Jahrhundert vollen Körpereinsatz für seinen Aufstieg in der Pariser Gesellschaft. Fünf Jahre nach der Rückkehr aus dem Krieg in Algerien nagt der Bauernsohn Georges Duroy in der französischen Metropole im Jahr 1890 am Hungertuch und trifft durch Zufall auf seinen früheren Kriegskameraden Charles Forestier. Dieser führt ihn umgehend in die besten sozialen Kreise ein, was Duroy als die Chance seines Lebens erkennt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Marilyn lebt

Fabian Kern am Mittwoch den 25. April 2012

My Week with Marilyn

«My Week with Marilyn» läuft ab 26. April im kult.kino atelier in Basel.

Wer ist heute die berühmteste Frau der Welt? Angelina Jolie vielleicht? Michelle Obama? Madonna? Angela Merkel? Oder gar Lady Gaga? Schwierig zu sagen. In den 1950er-Jahren war die Antwort einfach: Marilyn Monroe. Allein schon der Name ist Showbusiness in Reinkultur und lässt die Scheinwerfer erstrahlen.

In diesem Glanz möchte sich im Film «My Week with Marilyn» auch Sir Laurence Olivier (Kenneth Branagh) sonnen. Der alternde britische Schauspieler engagiert die amerikanische Ikone für sein Projekt «The Prince and the Showgirl», um seine ins Stocken geratene Leinwandkarriere noch einmal anzuschieben. Der lächerliche Streifen mit dem deutschen Titel «Der Prinz und die Tänzerin» war kein Meilenstein in Marilyn Monroes Karriere. Erst zwei Jahre später realisierte sie mit «Manche mögens heiss» den erfolgreichsten Film ihrer kurzen, aber intensiven Karriere. Um die Crew in den legendären Pinewood Studios in London und die britische Bevölkerung in Aufregung zu versetzen, reichte aber auch dieses läppische Projekt, denn es ist Marilyns erster Auftritt in Europa. Diesen Beitrag weiterlesen »

Zeit heilt nicht alle Wunden

Fabian Kern am Montag den 23. April 2012
Schattenfrauen

Die in Basel lebende Autorin Reinhild Solf präsentiert ihren zweiten Roman.

Liese Spahn glaubt, ihre einjährige Stasi-Haft in einem Frauengefängnis mit allen Erniedrigungen und Misshandlungen überwunden zu haben. Als sie aber als 67-Jährige im Jahr 2009 nach Jahrzehnten sechs Jugendfreundinnen auf der Insel Rügen wieder trifft, wo sie vor 45 Jahren ein Ferienlager der Freien Deutschen Jugend verbrachten, kommen die schlimmen Erinnerungen ans Gefängnis wieder hoch. Und auch innerhalb der Gruppe gibt es offene Rechnungen.

Anfangs besteht ein Graben zwischen den drei in der DDR gebliebenen und den vier in den Westen geflüchteten Frauen. Nach und nach wird dieser aber verwischt und abgelöst von versteckter und offener Feindschaft aufgrund von vor langer Zeit begangenen aber nie vergessenen persönlichen Gemeinheiten. Es wird gelogen und geschwiegen, bis die Verräterin isoliert ist. Bis zur Eskalation.

Die in Basel wohnhafte Schauspielerin und Schriftstellerin Reinhild Solf weckt mit ihrem zweiten Roman Betroffenheit. Mit einer klaren, direkten, schnörkellosen Sprache packt sie den Leser und führt ihn auf das unvermeidliche fatale Ende zu. Ein Stück deutsch-deutscher Geschichte mit spannendem Plot und emotionaler Dichte.

Reinhild Solf: «Schattenfrauen». LangenMüller Verlag, München 2012. 187 S., Fr. 23.50.

Im Tal der Rache

Fabian Kern am Dienstag den 10. April 2012

Frische Bergluft tut gut. Sie kann einem vom Alltag ermüdeten Gehirn helfen, die Prioritäten neu zu ordnen. Und beispielsweise zu befinden, dass man ohne den untreuen Ehepartner besser dran ist. Oder dass der Busfahrer genug lange genervt und einen ausgedehnten Mittagsschlaf verdient hat, aus dem er nicht mehr erwacht. Vielleicht löst aber die Reise in eine der beliebtesten Feriendestinationen Österreichs auch ganz speziell Rachegefühle aus. Denn eines lernen wir über das «Mords-Zillertal»: Keine Tat bleibt ungesühnt. Da kann es schon mal passieren, dass sich ein verliebter Hüttenwart sich mit dem Küchenmesser von seiner herrischen Mama emanzipiert oder ein Schweizer Auftragskiller einen singenden Fernsehkoch aus Frankfurt beim Bergsteigen in den Dolomiten für seine Seitensprünge bestraft. Die Zillertaler selbst sind aber auch ein besonderer Menschenschlag. «In Tirol, da geht die Frau nicht nach dem Mann nach Hause», belehrt ein selbstgerechter Macho seine tote Gattin. Aber Vorsicht: Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. Sonst blüht einem vielleicht das frühzeitige Ableben vor der wunderschönen Kulisse des Zillertals.

Freunde des gepflegten Alpenkrimis lernen in 14 Kurzgeschichten vielleicht den einen oder anderen neuen Autoren kennen.

Jeff Maxian/Erich Weidinger (Hrsg.): «Mords-Zillertal». Gmeiner-Verlag, Messkirch 2012, 270 S., zirka Fr. 15.-.

Acht Basler unter Weltstars

Joel Gernet am Mittwoch den 4. April 2012

Seit 2005 jagen Fotograf Matthias Willi und Musikjournalist Olivier Joliat Rockstars, um sie unmittelbar nach ihrem Konzert abzulichten. An die hundert Künstler haben die Basler seither für das Projekt «The Moment After The Show» vor die Linse bekommen – unter anderem so klingende Namen wie James Trujillo (Metallica), Juliette Lewis und Iggy Pop (siehe unten).

Die Bilder der beiden letztgenannten Musiker gingen, das kann man wohl sagen, bereits um die Welt. Andere – zum Beispiel die der Basler Beteiligten (siehe oben) – hat man kaum zu Gesicht bekommen – bis jetzt. Nun gibt es die Fotos, vereint in einem grosszügig gestalteten Bildband. 144 Seiten mit 96 ganzseitigen Fotos, Making-of-Reportagen und Zitaten der abgebildeten Künstler. Am Mittwochabend ist Buchvernissage in der Kaserne Basel (Doors: 20.30 Uhr), anschliessend spielen Karma To Burn (Stoner Rock, USA) und Blackmail (Independent, D) auf.

Über die Entstehung dieses umfassenden Werks und die Räubergeschichten der Beteiligten Künstler haben wir übrigens bereits hier und hier geschrieben.

Auf Foto-Streifzug an der Blickfang

schlaglicht am Montag den 26. März 2012

Schön war sie, die dritte Basler-Ausgabe der internationalen Designmesse Blickfang. Und überaus gut besucht. Am Sonntag jedenfalls standen sich die Besucher in der E-Halle – trotz Traumwetter draussen – gegenseitig auf den Füssen herum. Fotograf Dirk Wetzel ist mit seiner Kamera eingetaucht in die Welt der schönen Möbel, Kleider, Velos und Accessoires. Hier das Resultat dieses Foto-Streifzuges…



Diesen Beitrag weiterlesen »

Vernissage Ausstellung Humanoid Mechanik by bluminatrice

chris faber am Freitag den 2. März 2012

Eine neue Künstlerin zeigt ab Morgen Abend den ganzen März Ihre ersten Werke in der Carambolage Bar. Humanoid Mechanik beschreibt Ihr Thema, die Verbindung von Puppenteilen, mechanischen und losen Teilen.

Zuerst werden Dinge von Ihr mit der Präzision einer Chirurgin zersetzt, um sie danach wie eine Züchtung wieder neu zusammenzusetzen. Augen spielen eine grosse Rolle, sie blicken uns an, werden zum Spiegel. Jedes Kunstwerk wird zum kleinen Rummelplatz, wo alles neu entdeckt werden kann und Stofftiere vom Ruhm träumen.

Mehr Infos: Carambolage, Erlenstr. 34, 4058 Basel. Vernissage Samstag, 03.03.2012 Ab: 20.03 h


Dr. Laurie und Mister House

Fabian Kern am Donnerstag den 1. März 2012
Titelbild von «Hugh Laurie – Die inoffizielle Biografie des Dr. House»

Anthony Bunkos Buch ist ab sofort erhältlich. (Bilder: Schwarzkopf & Schwarzkopf)

Wann kommt Dr. House? Gut die Hälfte des Buchs «Hugh Laurie – Die inoffizielle Biografie des ‹Dr. House›» habe ich durch und immer noch hält mich das Vorwort bei der Stange. Die Beschreibung, wie Hugh Laurie in schmutzigen Kleidern mit Dreitagebart in Afrika ein Castingvideo von sich aufzeichnet, das ihm die Rolle seines Lebens verschaffen sollte, ist stark. So stark, dass ich mich durch die bewegte Laufbahn des britischen Schauspielers vor seiner Amerika-Karriere kämpfe. Doch die Ausdauer lohnt sich, denn in den ersten zwei Dritteln erfahre ich sehr viel über die englische TV-Geschichte der Neuzeit, insbesondere auf dem Comedy-Sektor. Als Erklärung für jene, die Lauries Mitwirken in der englischen Kultserie «Blackadder» mit Rowan Atkinson nicht kennen: Er ist eigentlich ein Komiker.

Hugh Laurie ist Dr. House

Weltweite Popularität: Hugh Laurie alias Dr. House.

Macht Sinn, denn ohne Humor wäre die Figur des Dr. Gregory House wohl auch nicht zu ertragen. Sein Zynismus würde zu Bösartigkeit und das eigensinnige medizinische Genie seine letzten Sympathien verspielen. Das Faszinierende an diesem TV-Arzt, das wohl auch für die überwältigenden Einschaltquoten in den USA verantwortlich ist, ist schliesslich die Ambivalenz seines Charakters. Normalerweise liebt oder hasst man eine Figur. Dr. House schafft es, beide Extreme der Gefühlsskala gleichzeitig zu bedienen. «Hughs komisches Timing gibt der Serie die nötige Kraft», sagt Produzent David Shore über seinen wichtigsten Angestellten. Und auch Laurie selbst liebt die Mischung «von Hell und Dunkel» an seiner Rolle. Und stellt Gemeinsamkeiten zwischen sich und Dr. House fest: «Wir betrachten beide die Welt kritisch.»

Dr. House bei der Arbeit

Als Dr. House ist Hugh Laurie ein Segen für seine Patienten und eine Pein für seine Untergebenen.

So ist Hugh Laurie auch im gereiften Alter von 53 Jahren und trotz herausragender Kritiken über sein Schauspiel in britischen Comedies wie «Blackadder» oder «A bit of Fry and Laurie» an der Seite seines besten Freunds Stephen Fry, in Kinofilmen wie «Peter’s Friends» (1992), «Sense and Sensibility» (1995) «101 Dalmatiner (1996) oder «Stuart Little» (1999) oder in mittlerweile 150 Folgen als Dr. House immer noch überrascht über seinen Erfolg. «Habe ich das verdient?», fragt sich Laurie immer wieder und weigert sich, die Beliebtheit der Serie auf sein Mitwirken zu reduzieren. «House, M.D.», wie der Originaltitel lautet, war 2008 immerhin die meistgesehene TV-Serie der Welt.

Auftritt mit Gitarre in einer TV-Show

Hugh Laurie ist nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Musiker talentiert.

Er habe zu keiner Zeit seines Lebens einen Plan gehabt, meint Laurie bescheiden. Vielleicht ist der schlaksige Brite mit den markanten blauen Augen auch einfach mit zu vielen Talenten gesegnet. Vor seiner Karriere war Laurie wie sein Vater erfolgreicher Ruderer, neben der Schauspielerei spielt der dreifache Familienvater als Musiker – er spielt Gitarre und Klavier – in einer Band.
Autor Anthony Bunko stellt mit Hugh Laurie einen vielschichtigen Menschen vor, der sich vor allem durch eines auszeichnet: Bescheidenheit. Ganz anders also als Dr. House – oder doch nicht? Denn auch Gregory House spielt eigentlich nur eine Rolle, um die eigene Verletzlichkeit zu überspielen. Das Verhältnis zwischen Laurie und House ist fast ein wenig wie jenes von Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Nur, dass in diesem Fall der Doktor der «Böse» ist.

Anthony Bunko: «Hugh Laurie – Die inoffizielle Biografie des ‹Dr. House›». Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2012. 264 Seiten, ca. Fr. 28.90. Ab 1. März in den Schweizer Buchhandlungen erhältlich.

«Ferni – der Reisende»

chris faber am Donnerstag den 23. Februar 2012

Und was das für eine Idee war, die Bruno Banani und Kung Fu Panda da hatten!!! Unfassbar, bereits am nächsten Tag wurde die Idee im engsten Kreis der Spaß-Community platziert und diskutiert…Ja, aber verflixt fernisch hoch drei, werdet ihr euch jetzt bestimmt fragen! Von welcher Idee spreche ich denn hier die ganze Zeit? Okay, ist ja jut! Inspiriert durch den Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“, der unter anderem von einem gestohlenen Gartenzwerg erzählt, der auf Reisen geht und von dem aus allen Teilen der Welt Fotos gemacht werden, wurde ich dann auf Reisen geschickt! Koffer packen und ab geht die Post hieß es!

Und die erste Destination, die ich antreten durfte, war das Land aus Tausendundeine Nacht, mit anderen Worten – DUBAI! Was für ein Aufenthalt kann ich nur sagen! Im Gegensatz zu meiner Reisebegleitung kann ich ganz klar von mir behaupten, dass ich mich stets bemüht habe mich zu integrieren! Na ja, halt eben, wie es sich für eine Fernbedienung gehört! Gut, auch hier muss man ganz klar zwischen Marken differenzieren. Meine Wenigkeit ist ja stolzer Träger der Marke Somfy – und die…, ach Ferngott, wen interessiert das schon! So, bevor ich total abschweife, ah ja, hier war ich noch gleich stehen geblieben…Also, ich hatte es vom Integrieren gehabt und genau das tat ich, wie man unschwer auf dem einen Foto erkennen kann…

Ferni - der Reisende
Anstatt FERLAH, verwendete ich sogar das „ALLAH“, legte mir auch das entsprechende Outfit zu und erhielt zudem noch von einem Beduiner den Namen Mr. Sahid! Ein Musterbeispiel der Integration! Kaum befand ich mich wieder auf heimischen Boden, stand auch schon die nächste Reise auf dem Plan. Quasi von einem Extrem ins andere, wenn man so will! Es ging ab in den kaaalten Norden – brrrrrr! Und zwar nach Kopenhagen! Zum Glück hatte ich meinen von Fernando Lagerfeldo designten Mantel dabei! Anschließend durfte ich Grüße aus Vienna schicken. Vielleicht wundern sich jetzt einige darüber, wieso ich in einem Kleid leichtfüßig vor dem Schloss Schönbrunn am Tänzeln war? Nun hierzu sei folgendes gesagt. In dieser Spaß-Community tummeln sich ja wirklich sehr lustige Vögel herum, darunter auch jene eine Reisebegleitung, die von allen anderen Mitgliedern immer wieder eine Affinität verspürt aus Ferni ne Frau zu machen…Ihr glaubt mir nicht? Dann wird euch das eine Bild, das auf Mallorca aufgenommen wurde, eines Besseren belehren. Ja ja, es lebe die Transsexualität! Wie bereits erwähnt wurde, bin ich nicht schlecht, was das Adaptieren betrifft…Und so wundert es wahrscheinlich auch niemanden, dass der Sangria-Eimer neben mir auf dem Bild zu sehen ist und dass, wie man ebenfalls unschwer erkennen kann, meine Wampe deutlich zugenommen hat während meiner Zeit auf Malle…

Wie lief es weiter für Ferni? Folgten noch mehr Reisen? Benützt, wie immer Fernis E-Mail-Adresse, clickferni@gmail.com um eure Antwort zu schicken! Auch diesmal warten für die ersten Zwei Einsendungen wieder zwei Kinogutscheine von Pathé Basel auf euch.

Text & Bild von Vero Kovacs, Die Spaß-Community