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Nachtrag: Schweizer Geschichte für Dummies

chris faber am Dienstag den 2. August 2011

Text von Reda El Arbi aus seinem Blog Redders Welt vom 01.08.2008

Heute ist der richtige Tag, um einmal zu erklären, wieso wir Schweizer so sind, wie wir sind: höflich, zurückhaltend und stur bis zur Aufsässigkeit.

Zu Beginn, also bis vor cirka 800 Jahren, waren wir nicht anderes als drei Bauern, die friedlich ihren Weizen anbauten (Kartoffeln kamen erst mit der Entdeckung Amerikas). Aber bereits die Römer, die Germanen (später die Armeen des Kaiserreichs) und die Gallier, einfach alle stampften über unsere Felder und trampelten unsere Ernte nieder. Also, wer schon mal einem Schweizer Bauern ins Feld gestapft ist, weiss, dass wir das nicht so mögen (huere siech, du pfiifechopf, verreiss us mim chlee!!!).

Die drei Bauern ertrugen das einigermassen gelassen. Bis die Habsburger kamen. Die verlangten auch noch Steuern dafür, dass sie unsere Felder niedertrampelten. Das war dann aber genug. Erstens mögen wirs nicht, wenn uns irgendwer Vorschriften macht (schon gar keine Österreicher, tz) und zweitens verstehen wir üüüberhaupt keinen Spass, wenns ums Geld geht.

Also trafen sich die drei Bauern auf dem Rütli, schlürften Mehlsuppe und überlegten sich, was da zu machen sei. Der eine wollte gleich alle Brunnen der Österreicher vergiften. Der andere dachte, man könne den Franzosen sagen, dass die Habsburger behaupten, alle Franzmänner seien schwul.

Der Dritte (ein Zürcher) hatte aber die Vorstellung von einem chirurgischen Schlag. Er meinte man müsse den Vogt der Habsburger in einem gezielten Anschlag aus dem Weg räumen.

Die erste terroristische Zelle war geboren. Man heuerte einen arbeitslosen, desillusionierten und verzweifelten jungen mann aus der Innerschweiz an: Willhelm Tell, und versprach ihm das Paradies, wenn er den Vogt umbringe. Tell, unser erster Selbstmordattentäter, brachte das nach einiger Provokation dann auch fertig. Da unser Selbstmordattentäter beim Anschlag blöderweise nicht ums leben kam, mussten wir die Geschichte so drehen, dass aus unserem Terroristen ein Freiheitskämpfer wurde.

Das funktionierte so gut, dass sich gleich der Vatikan meldete und eine Einheit dieser arbeitslosen Innerschweizer für seine eigenen Attentate und Morde anheuern wollte. Die Schweizer Garde war geboren.

In den folgenden Kriegen hielten sich die Schweizer Truppen so gut wie an keinen Ehrenkodex, gerade gegen die Habsburger metzelten wir gekonnt drauf los. Nichts von Mann gegen Mann oder Ritter gegen Ritter. Wir stellten Fallen, kämpften unfair und rissen an den Haaren. aber der Erfolg gab uns recht.

Unser Ruf wurde mit der Zeit so übel, dass in den umliegenden Ländern die Mütter ihre Kinder ängstigten, in dem sie Ihnen mit „dem Schweizer“ drohten. (geh sooofort ins bett, oder ich sags „DEM SCHWEIZER“)

An einigen Schlachten mussten wir gar nicht mehr erscheinen. Wir sandten nur einen Schweizer mit einer Sense hin, der rauchte dann seine Zigaretten, einen Arm locker auf seine Sense gestützt, die Ärmel seines weissen Hemdes kuul hochgerollt. Er bliess den Rauch verächtlich in die Richtung der feindlichen 100 000 Mann. Nur schon diese Geste brachte die Feinde zum Aufgeben. Ja, so war das damals.

So, Ihr habt jetzt eine Vorstellung von den Wurzeln der Eidgenossenschaft. Nächstes Mal sehen wir die Religionskriege an, gegen die Auseinandersetzungen der Iren wie Pipifax aussehen.

Schwach bewaffnet, aber im Guerrillakampf erfahren: Mitglied der Terrorzelle „Rütli II“


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