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Verbindliche Konzertempfehlung: Cut Copy

Luca Bruno am Montag den 27. Juni 2011

Der Schlaglicht-Crew ist eine lebendige Konzert- und Ausgangskultur in unserer Stadt ein grosses Anliegen. Nicht umsonst machen wir euch Woche für Woche auf Ausstellungen, Konzerte und Kleidertauschbörsen aufmerksam und tragen so hoffentlich erfolgreich zu eurem kulturellen Kalender bei. Für diese Woche ändern wir jedoch die Regeln.

Wenn die australische Band Cut Copy nämlich diesen Mittwoch, am 29. Juni 2011, den Hinterhof beehrt, ist Hingehen nicht etwa optional, sondern eine Pflicht. Noch nicht überzeugt (oder genügend eingeschüchtert)? Dann bieten wir nach dem Klick nun fünf Gründe, warum ein Fehlen an diesem Konzert unverzeihlich ist:

1. Mit «In Ghost Colours» haben Cut Copy eines der besten Popalben der letzten Dekade veröffentlicht.

Einverstanden, Superlative kommen heutzutage viel zu oft zum Einsatz. Doch auch wenn es das 2008 erschienene zweite Album von Cut Copy schlussendlich nicht in jede persönliche Bestenliste geschafft hat, muss man dennoch objektiv anerkennen, dass es kaum eine andere Band in den letzten 10 Jahren geschafft hat, Popmusik so hervorragend umzusetzen wie Cut Copy.

Das Cover spricht Bände.

Schon ihr Debütalbum «Bright Like Neon Love» (2004) war eine äusserst gelungene Hommage an die goldene Pop-Ära der 80er-Jahre, der Weg zum Popolymp wurde der Band jedoch erst durch ihre Zusammenarbeit mit Produzent Tim Goldsworthy geebnet. Goldsworthy, eine Hälfte des legendären Produzentenduos DFA, gelang es 2007 bei den Aufnahmen zu «In Ghost Colours» nicht nur, das Klangspektrum der Band optimal auszubalancieren, auch konnte er den Songs von Cut Copy einen farbenfrohen und kosmopolitischen Schliff verleihen. Mit Hits wie «Hearts on Fire», «Out There On The Ice» oder dem grossartigen Opener «Feel The Love» klangen Cut Copy auf einen Schlag nach viel mehr als nur einem guten New Order-Tributact und eroberten so in Windeseile sowohl Festivalbühnen, als auch Clubs.

2. Mit «Zonoscope» hat die Band ein äusserst gelungenes neues Album im Gepäck.

Mit ihrem aktuellen Album «Zonoscope» ist der Band ein weiterer grosser Wurf gelungen – und das obwohl die Messlatte dank «In Ghost Colours» ziemlich hoch lag.

Zum ersten Mal ohne zusätzliche Hilfe eines externen Produzenten, scheint die mittlerweile zu einem Quartett angewachsene Band ihre neu gewonnenen Freiheiten bei den Aufnahmen ausdrücklich genossen zu haben. So ist das Album zwar ein weiteres Hitfeuerwerk, gleichzeitig aber auch vielseitiger und experimenteller. Klassischen Cut Copy-Tracks wie dem Opener «Need You Now» steht nun zum Beispiel auch das 15-minütige Epos «Sun God» gegenüber.

3. Cut Copy sind eine gute Liveband. Wirklich!

Mittlerweile wird das Label «hervorragende Liveband» von Konzertveranstaltern so inflationär verwendet, dass es praktisch wertlos geworden ist. Ihren Ruf, eine ebensolche «hervorragende Liveband» zu sein, geniessen Cut Copy allerdings nicht nur aus werbetechnischen Gründen. So verfügt die Band nicht nur über massenhaft Hits, sondern hat über ihre letzten drei Alben auch beiläufig die Art der «100% effektiven Bridge» perfektioniert.

Selbstverständlich sind bereits die Strophen und Refrains von Cut Copy-Songs tanzbar, aber nach ca. drei Minuten kommt dann diese eine kurze Passage, in welcher die Bässe für kurze Zeit zurückgefahren werden und dem Publikum eine kurze Verschnaufpause gegönnt wird. Genau in diesem Moment aber, in welchem andere Bands ihre Songs nun beenden würden, hebt Sänger Dan Whitford seinen linken Arm und gibt dem Publikum auf möglichst elegante Weise das Zeichen, dass nun die Zeit gekommen ist, seinen Emotionen endgültig freien Lauf zu lassen. Und wenn Sekunden später dann die Bässe wieder einsetzen, wird es kein Halten mehr geben – eine Situation, welche diesen Mittwoch garantiert öfters eintreten wird.

4. Eine Band wie Cut Copy in einer solch kleinen Location? DIE grosse Ausnahme.

Dass Cut Copy, eine Band, die auf der ganzen Welt grosse Festivalzelte füllt, diesen Mittwoch in Basel spielen, ist ein Glücksgriff für den Hinterhof und war wohl nur mit viel Verhandlungsgeschick und Goodwill seitens Band möglich. Sollte die Band auf ihrer nächsten Europatour erneut in der Schweiz vorbeischauen (blickt man auf ihrer vergangenen Touren, dann ist die Chance dafür allerdings eher klein), dann sicherlich in einer grösseren Halle.

5. Zum Cut Copy-Konzert im Hinterhof geht man nicht nur wegen Cut Copy, sondern auch für den Hinterhof.

Kaum ein anderer Club hat in den letzten zwölf Monaten das Basler Nachtleben so fest belebt wie der Hinterhof. Die Entscheidung des Clubs, auch vermehrt auf Livekonzerte zu setzen, ist für jeden Musikfan der Stadt also ein Segen. Im letzten halben Jahr haben zwar einige interessante Künstler die Bühne des Clubs bespielt, einen so grossen Fisch wie Cut Copy hatte die Location bislang jedoch noch nie an der Angel. Das Booking eines so grossen Acts ist für den Hinterhof sicherlich auch mit einem grossen finanziellen Risiko verbunden (und trotzdem ist das Konzert übrigens 15.- günstiger als das Cut Copy-Konzert in Zürich).

Was aus der Location im nächsten Jahr werden wird, steht momentan noch in den Sternen. Für das Clubprogramm des zweiten Halbjahres 2011 spielt das allerdings keine grosse Rolle. Ohne positive Resonanz des Basler Konzertpublikums besteht für den Club keinen Grund, auch weiterhin auf die Karte Livemusik zu setzen. Im Klartext heisst das: Wer auch im Herbst grössere Konzerte im Hinterhof will, sollte diesen Mittwoch ein Zeichen setzen.

Cut Copy: Diesen Mittwochabend (29. Juni) Live im Hinterhof. Bar: 20:00, Beginn: 21:00.

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