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«Regionale» Räume #1: Ausstellungsraum Klingental

karen gerig am Montag den 29. November 2010

Kunst aus Basel und der Region zu zeigen – dieser Grundgedanke der «Regionale» wird im Ausstellungsraum Klingental, kurz ARK genannt, im Jahr 2011 durchbrochen. Die Basler Kuratorengruppe The Forever Ending Story, bestehend aus Pedro Wirz, Claudio Vogt, Raphael Linsi und Tilman Schlevogt, zog den Blick von aussen der reinen Nabelschau vor. In einer Art Labor kommen deshalb auswärtige Positionen zum Zug, in denen die Region Basel eine Rolle spielt. Bei allen Werken handelt es sich um Auftragsarbeiten. Das gelang «mal besser, mal weniger gut», wie Raphael Linsi gesteht. «Wieviel Basel in der Ausstellung steckt, überlassen wir dem Betrachter.»

Der Berner San Keller, bekanntester Künstler vor Ort, hat eine Gewichthebebank in den Raum gestellt. Statt Gewichten hängen daran Kunstkataloge. «Die Kataloge mussten wir aussuchen», so Linsi. Damit hat es sich dann aber auch schon mit dem Bezug zu Basel. Rainer Ganahl hingegen hat sich unters Basler Volk gewagt: Mit der Videokamera bewaffnet befragte der in New York lebende Österreicher Leute auf den Strassen zur Stadt. Auf einer Wandtafel daneben dürfen die Ausstellungsbesucher die wichtigsten Baseldeutschen Wörter verewigen, «Bebbisagg» steht da schon am ersten Tag, oder «Gugge». Der Stock von Nora Rekade, der lässig an der Wand lehnt, wurde immerhin in Basel hergestellt.

Rebecca Stephany wohnt in Amsterdam, stellt dort gerade aus, und hat via Internet Basler dazu aufgefordert, ihre Kunst zu interpretieren. So bastelten Familien Kunstwerke nach, und andere Künstler schufen aus alten neue Werke. Ein Raumteil wird von Aaron Ritschards «Salon» eingenommen – eine Ansammlung von Möbelstücken, die der Hamburger Kunststudent sich von Baslern ausgeliehen hat. Pedro Wirz hat dazu ein Readymade aus Topfpflanzen gesellt: Sie gehören unter anderem dem Künstler Tobias Madison oder Kunsthallendirektor Adam Szymczyk.

Die Kuratoren seien zufrieden mit der Ausstellung, sagt Linsi. Was ich denn davon denke? Sie dürfen zufrieden sein, finde ich. Der Ausbruch aus dem «Regionale»-Konzept tut gut. Für einmal hört man nicht die altbekannten Namen, sondern kann Neues entdecken. Gut so. Oder etwa nicht?

In ein paar Tagen wird die Serie zu den einzelnen Räumen der «Regionale» mit einem Blick ins Kunsthaus Baselland weitergeführt.

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