Was uns Sloterdijks Flutmetaphern lehren können

Peter Sloterdijk vergisst 3000 Jahre Geistesgeschichte im Gepäck. Übrig bleibt ein alter Mann mit Angst. Foto: Xoan Rey (Keystone, EPA)

Peter Sloterdijk schliesst die Tür zu 3000 Jahren Geistesgeschichte. Übrig bleibt die Angst. Foto: Xoan Rey (Keystone, EPA)

Demnächst werde es geschehen, dass «die Welle der schwarzafrikanischen Überpopulation an die Tore Europas brandet». Schon letztes Jahr habe es an Europas Grenzen «nur noch Löcher» gegeben, «durch die sich Menschenströme ergossen». Und Angela Merkels Deutschland habe sich übernommen, «indem es sich überrollen liess».

Gesagt hat diese Sätze der Philosoph Peter Sloterdijk vor einigen Tagen im Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Es sind schändliche Sätze. Und sie sind kein Ausrutscher. Sloterdijk, einer der wortgewaltigsten Intellektuellen Europas, stand zuletzt mehrere Wochen im Mittelpunkt einer Feuilleton-Kontroverse. Ausgelöst hat er sie mit Äusserungen zur Flüchtlingskrise in verschiedenen Publikationen – Äusserungen, deren Effekt sich in erster Linie durch ihre redundante Bildhaftigkeit erklärt. Was ist es denn, das da «an die Tore brandet», «sich ergiesst», «überrollt»? Eine Schlammlawine, kochende Lava, ein berstendes Klärbecken? Wie Sloterdijk hier mit seinen Triggern das innere Gruselkino stimuliert, wo er doch über Menschen auf der Flucht vor Krieg und Armut spricht – es ist definitiv nicht mehr harmlos. Wie die Menschen, über die er spricht, hat er buchstäblich eine Grenze überschritten.

Zur nationalkonservativen Alternative für Deutschland (AfD) geht Sloterdijk zwar betupft auf Distanz. Doch nicht nur Sloterdijks Flutmetaphern sind AfD-Sprech, sondern auch seine Schlussfolgerungen. Diese lassen sich zu zwei simplen Worten verdichten: Grenzen zu! «Wie ahnungslos kluge Leute doch sein können» – unter diesem Titel legte der Politologe Herfried Münkler, Sloterdijks wichtigster Widerpart, in der «Zeit» die strategische Unbedarftheit der Forderung dar: ihre Unmöglichkeit in der spezifischen Konstellation, in der sich Deutschland und Europa befinden. Womit ihre moralische Fragwürdigkeit freilich erst in Ansätzen umrissen ist.

Zu fragen ist nach der grundsätzlichen Lehre, die wir aus der Sloterdijk-Debatte ziehen können. Gewinnbringend ist hier wohl Ursachenforschung. Wenn Sloterdijk zur Flüchtlingskrise spricht, dann hört man nicht den Gelehrten mit 3000 Jahren abendländischer Geistesgeschichte im Gepäck. Sondern einen alten Mann, der Angst hat: Angst vor Fremden, Angst vor Veränderung. Wenn aber die Angst einen Geistesriesen auf das Format eines ganz normalen Rechtspolitikers schrumpfen lassen kann – was vermag sie dann mit uns übrigen 99 Prozent anzustellen? Lässt sie uns Durchsetzungsinitiativen lancieren? Asylzentren anzünden?

Die Schweiz und einige weitere Länder haben vorerst zum Glück einen anderen Weg eingeschlagen. Die Kantone erarbeiteten ein Unterbringungskonzept für den Fall, dass die Asylgesuche stark zunehmen. Auf Bundesebene stimmen wir demnächst über ein Asylgesetz ab, das die Verfahren effizienter gestalten will. Es sind Vorlagen, die einer nüchternen, pragmatischen Denke entspringen – Vorlagen aus dem vernünftigen Geist der Vorsicht. Angst und Vorsicht jedoch sind nicht dasselbe. Wenn wir unseren Blick für diese Differenz schärfen können, hatte die Sloterdijk-Debatte ihr Gutes.

86 Kommentare zu «Was uns Sloterdijks Flutmetaphern lehren können»

  • Roland K. Moser sagt:

    Schändlich ist, den Tatsachen aus ideologischen Gründen nicht ins Gesicht zu sehen.

    • Michael Fischer sagt:

      Diese Flut-Rhetorik hat nicht das Geringste mit Tatsachen zu tun. Tatsache ist, da kommen Menschen und nicht „eine Schlammlawine, kochende Lava, ein berstendes Klärbecken“.

  • Ralf Schrader sagt:

    Wie kann es sein, das TA- Schreiber derart Probleme mit der deutschen Sprache haben? ‚AfD- Sprech‘ oder ‚Denke‘, das ist grässliche Vulgärrhetorik.

    Es vergeht inzwischen kein Tag ohne künstliche Aufregung über irgendwelche Sätze aus bekannter Feder. Meist völlig substanzlos. Denn es gibt keine ’schändliche Sätze‘, aber es gibt die Freiheit der Kunst, der Wissenschaft, die Freiheit des Wortes. Damit sind selbst Nazi- Vergleiche abgedeckt. Sagen darf man (fast) alles.

    Wir stehen nun mal an der Schwelle zur grössten Völkerwanderung aller Zeiten. Die 1.5 Mill. aus 2015 waren nur die Vorhut und die Millionen, welche folgen, halten keine Zäune oder Waffen auf.

    Wenn Politiker das verdrängen, braucht man P.S., dem dieser Blog nicht gerecht wird.

    • R. Raschle sagt:

      Da ärgert sich Herr Schrader über zwei alltagssprachliche Ausdrücke in einem sachlichen Text und plädiert ein paar Zeilen weiter für jede unkontrollierte, hemmungslose Behauptung. Wen wundert’s, wenn er dabei gleich auch mächtig danebenhaut: In der Wissenschaft gilt zwar die Freiheit des Gedankens, aber nicht die des Wortes. Von diesen wird verlangt, dass sie definiert sind und faktischen Bezug haben und nach Möglichkeit k e i n e Metaphern sind. Aber eben, wenn man einmal so weit ist, Nazi-Vergleiche für alles und jedes zuzulassen, kommts auf gröbstes Unwahrheiten auch nicht mehr an.

    • Werlen sagt:

      Nein, Ralf Schrader, sagen dürfen wir auch (fast) alles nicht, zumindest in der Öffentlichkeit nicht. Denn die Rede kann nicht nur Anstiftung zur Tag sein, sondern sie ist schon Teil der Tat; Hetze beipielsweise, die Hassgefühle, feindselige Gefühle weckt und den anderen „Mut“ macht Asylzentren aunzuzünden oder Gräber zu schänden u.a.
      Und ein Philosoph wie Sloterdijk darf das (fast alles sagen) erst recht nicht.
      Und Sie persönlich sollten sich auch schämen, von Völkerwanderung zu sprechen; vielleicht wissen Sie aber nicht wovon Sie sprechen.

      • Linus Huber sagt:

        Sprachverbot führt zu Denkverbot!

        Es ist nicht nur wünschenswert, frei seinen Gedanken äußern zu dürfen, sondern geradezu notwenig, dass Probleme, wenn auch manchmal überspitzt, angesprochen werden, ansonsten keine wirkliche Diskussion stattfinden kann. Und wenn Sie sich an der Meinung anderer stören, ist dies nicht weiter von Bedeutung, sondern beruht auf dem selben Recht, welches Sie beanspruchen, wenn Sie Ihre Meinung äußern.

      • Wildberger sagt:

        Nein Werlen, sie begründen mir ihrem Beitrag die Zensur, die in den letzten Jahrhunderten in Europa zurückgedrängt worden ist. Wünschen sie sich undemokratische geistig Zwangsjacken wie vor der Aufklärung oder in Islamischen Länden, wo das Bose (Schwule, Ehbrecher, vom Glauben abgefallene) mit dem Schwert des Scharfrichtes bekämpft wird?
        Zensur und die damit einhergehende Einstellung fängt mit Wortzensur (Völkerwanderung) der politisch korrekten an. Die Tatsachen nicht beschönigen und mit Euphemismen verschleiern, sondern verbessern. Dazu muss man sie aber zuerst benennen.

  • Doron Shmerling sagt:

    Danke. Menschen zu Gegenständen zu degradieren ist unanständig, sie zu einer Masse zu machen, unverzeihlich. Ich gebe Ihnen recht, Sloterdijk sollte es besser wissen, gerade er; egal, welche Meinung man zu politischen Realitäten hat. – Dann könnte man noch über die Urteilsfähigkeit zu diesen politischen Realitäten reden, aber es ist einerlei: Wassertopoi sind in der Asyldebatte nicht nur ungeeignet, sondern degoutant.

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Vielleicht kann man aus den Äusserungen dieses Mannes auch schlussfolgern, dass Europa komplett überfordert sein würde, wenn es in naiver Weise einfach allen gewillten Menschen aus Afrika, Afghanistan und dem Nahen Osten die Einreise nach Europa ermöglichen würde. Umso mehr, als jedem einigermassen aufmerksamen Menschen auffällt, dass ein besorgniserregend grosser Teil vor allem junger Männer aus vornehmlich muslimischen Ländern eine eher geringe Bereitschaft und/oder Fähigkeit zeigt, sich hier nach den Regeln der europäischen Kultur zu integrieren. Dass ein grosser Teil von ihnen nicht die nötige Bildung mitbringt, um hier wirtschaftlich selbständig zu leben, ist nicht unbedingt dazu angetan, die Lage zu beruhigen.

    • TDK sagt:

      Sie treffen es auf den Punkt. Aber solche logisches Schlussfolgerungen werden unter dem Deckmantel der Humanität u.ä. weggewischt. Am Ende sollen wir den ganzen menschlichen Überhang dieser riesiger Länder wie Afrika aufnehmen und dann sinnvoll „verwerten“. Das hat bis jetzt nur im kleinsten Rahmen geklappt und wieso sollte der Case sich irgendwie ändern. Die Zeiten der Tagelöhnerjobs und einfachen Industriearbeitsplätze sind vorbei. Nur qualifizierte Zuwanderung nach Arbeitsmarktlage braucht es. Asyl braucht es auch – aber das ist temporär. Mit allem anderen wie Analphabeten noch mit Mitte 20 irgendwie integrieren zu wollen – abgesehen von den massiven kulturellen Problemen – da lügen wir uns selber in den Frack.

      • Hofstetter Christian sagt:

        Denken sie mal darüber nach, ob es ein Wunschkonzert ist, wer wir in unser gelobtes Land oder das übrige Europa hereinlassen und wer nicht? Wollen Sie Menschen, die keine Ausbildung haben und die wir wirtschaftlich nicht „verwerten“ können draussen vor der Tür verhungern lassen? Asylrecht können auch Menschen mit keiner Ausbildung bekommen. Und das ist auch gut so.

    • Anna Hirsch sagt:

      Herr Niederer, wie viele Flüchtlinge in der Schweiz kennen Sie? Mit wie vielen von Ihnen sind Sie im Kontakt? Wie viele von diesen äusserten sich Ihnen gegenüber ablehnend gegenüber einer Integration in der Schweiz? Ist es vielleicht so wie bei Ueli Maurer, der in der Schweizer Illustrierten in einem Interview unheimlichen Stuss betr. Flüchtlingen preis gab und es ganz deutlich wurde, dass er keine Ahnung von der Wirklichkeit hat?

  • Daniel Nussberger sagt:

    Es sind keine schändlichen Sätze, es ist die bittere Wahrheit. Sie werden zu Millionen ihre korrupten Länder in Afrika verlassen, und in Europa auf ein besseres Leben hoffen. Und wir in einem Rechtsstaat, werden nicht in der Lage sein, darauf zu reagieren. Möglichweise wird es in blutigen Unruhen oder Krieg enden. Leider. Aber dannzumal sind die heute Verantwortlichen nicht mehr im Amt.

    • Robert Walpole sagt:

      Ich kann nicht umhin, Ihnen recht zu geben. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass diese Menschen versuchen, in das gelobte Land Europa zu gelangen. Eine Perspektive in ihrem eigenen Land haben sie nicht. Also ist ihr Bestreben legitim. Aber: Auch wir haben legitime Interessen, die geschützt werden müssen und dürfen. Es ist auch nicht im jener, die es bis zu uns schaffen, dass Europa zerbricht. Alle können nicht zu uns kommen. Wenn man diese schlichte Erkenntnis negiert, ist man weltfremd. Man muss sich auch die Entwicklung der Bevölkerung in Afrika seit dem Ende der Kolonialzeit vor Augen halten: 1955: ca. 280 Millionen,
      2015: ca. 1,1 Milliarden. Diese Zahlen allein erklären vieles. Sloterdijk jetzt zu verunglimpfen, wenn er bittere Wahrheiten verkündet, ist inakzeptabel.

    • Christoph Bögli sagt:

      Tja, und trotzdem sind gerade die Rechtspolitiker hier die ersten, die korrupte Diktatoren in diesem Ländern hofieren (zwecks Rüstungsexporte, Geldwäsche, etc.), selbst sinnvolle Entwicklungshilfe am liebsten ganz streichen würden und diese perfide Mischung aus Protektionismus und Exportsubventionen plus Rohstoffausbeutung fördern, die schon diverse lokale Wirtschaftszweige in Afrika nachhaltig ruiniert haben. Im Prinzip fördert man den Kriechgang solcher Staaten, wo es nur geht, aber gerät dann in Panik, wenn die Leute von dort auf einmal genug haben und den Geldströmen zu uns folgen..

      • elisabeth meier sagt:

        @Ch. Bögli: Die korrupten afrikanischen Regime überleben nicht wegen der bösen rechten Politiker Europas, sondern vor allem wegen der von den Linken geforderten Entwicklungshilfe. Ohne diese Milliarden hätte sich die afrikanische Bevölkerung in den letzten Jahren nicht so vergrössern können, und vor allem wären die Leute nicht durch westliche Ueberlebenshilfe ruhig gestellt worden. Sie hätten schon lange gegen die Diktatoren rebelliert. Unsere wohl gutgemeinte Entwicklungshilfe ist nutzlos und kontraproduktiv.

        • Christoph Bögli sagt:

          Ziemlich einfach gestrickte Weltsicht. Natürlich sind Offshore-Geldströme, Ressourcenhandel, etc. wesentlich bedeutender sowohl für Herrscher wie Rebellengruppen und sämtliche korrupten Netzwerke. Unkontrollierte Entwicklungsgelder sind zwar natürlich auch netter Batzen, aber letztlich nichts im Vergleich zu den Profiten, die bei grossen Handelsgeschäften und Investitionen durch westliche oder chinesische Firmen eingestrichen werden können. Paradebeispiel ist da etwa der Ausverkauf von öffentlichen Ressourcen wie Fischbeständen, Wäldern oder Ackerland in den eigenen Geldbeutel. Entwicklungshilfe ist dagegen nichts und heute meist auch sinnvoller organisiert. Die fragwürdigen Profiteure vom Entwicklungs-Business sind wenn schon eher westliche NGOs, Firmen und Beamte..

          • Tom sagt:

            Schockolade, Kaffee, Nüsse, Edelmetalle, Diamanten, Öl…
            Wenn ein Volk bzw. ein Kontinent diese Ressourcen so im Überfluss hat, warum ist es/er so arm. Ganz banale und nicht geistesgewaltige Frage. Und die ehrliche Antwort darauf weiss jeder. Eine Art Wirtschaftskolonialismus verhindert unter geschickter Nutzung statischer Clanstrukturen eine breite dynamische Prosperität schon im Ansatz. Ich war vor kurzem in einem der stabileren Länder Westafrikas das viel exportieren kann. Aber auch dort kann sich die Familie eines Lehrers mit 200 Euro Gehalt höchstens zwei-, dreimal pro Monat (!) Gemüse leisten, kein richtiges WC und Altersvorsorge schon gar nicht.
            Wieso sonst überall auf der Welt nur in Afrika nicht? Nur die Lösung dieses Problems wird helfen. Mauern und Waffen ganz sicher nicht.

  • Robert Walpole sagt:

    Die Frage drängt sich auf: muss Angesichts der Wahlerfolge von Parteien, die im rechten Spektrum angesiedelt sind, die Demokratie abgeschafft werden?
    Oder: kann von der Bevölkerung Europas verlangt werden, dass sie sich bedingungslos und freudig einem übergeordneten moralisch/ethisch unangreifbaren Ziel unterordnet? Nämlich jenem der bedingungslos praktizierten Menschlichkeit und des ebenfalls bedingungslosen Teilens mit Menschen, die ihr Heil in einem materiell/sozial besseren Leben bei uns suchen?
    Die Umsetzung höchster menschlicher Ideale und Utopien ist m i t demokratischen Prozessen nicht möglich.

    • Christian sagt:

      Herr Walpole, ich teile Ihre Analyse zu 100%. Sie benennen auch exakt den Grund warum die Rechtsparteien überall zulegen. Nicht weil deren Wähler alles teilt, was ihre Exponenten äussern, sondern weil er wieder Politiker sehen möchte, die nicht im Namen irgendwelcher Ideen und Ideale, sondern im Interesse des Wählers handeln.

      Die (böswilligen, nicht zulässigen) Umkehrschlüsse Ihres letzten Satzes könnten sein, dass entweder die Rechtsparteien eine Diktatur anstreben, um höchste menschliche Ideale umzusetzen oder durch das Ausleben niederer Instinkte die Demokratie schützen 😉

      • R. Raschle sagt:

        Und die Wähler haben keine Ideen und Ideale und ihre „Interessen“ sind nicht Ausdruck von diesen?
        Nein, die Rechtspolitiker werden so geschätzt, weil sie darauf verzichten, ihre Behauptungen und Forderungen zu Ende zu denken. Die aufgeputschte Emotion ist es, worauf sie es anlegen und sie leben, wie alle Aufputschet vor ihnen, von der Illusion, dass mit einem rasenden Peps (Pardon, Volk) und einer autokratischen Regierung dann schon alles gut komme.

        • Christian sagt:

          Selbstverständlich haben auch die Wähler Ideale. Die Zunahme der Wähleranteile von Rechtsbürgerlichen Parteien zeigt aber, dass konkrete Interessen zunehmend höher gewichtet werden als abstrakte.
          Verkürzt: zuerst kommt das Fressen und dann die Ideale.

          Dem politischen Gegner schlechte Motive, Dummheit, Unehrlichkeit etc. zu unterstellen ist ein altes Rezept die Auseinandersetzung zu verweigern. Heute macht man das vorwiegend mit Rechtskonservativen. Es ist gar noch
          nicht so lange her, da waren die Linken die Opfer. Vielleicht ist das der Grund, warum sie heute diesen Sport besonders ausgiebig betreiben.

          • Robert Walpole sagt:

            @Christian
            Sie haben meiner Meinung nach objektiv analysiert. Natürlich werden nicht wenige gegenteiliger Meinung sein. Sei’s drum. Ideale führen immer dann zu guten Gefühlen, wenn man deren Umsetzbarkeit in die gelebte Praxis nicht beweisen muss. Sie sind aber nicht zuletzt deshalb nicht ungefährlich, weil sie von Ideologen manipuliert und instrumentalisiert werden können. Sie haben übrigens richtig erkannt, dass die Zielscheiben für die Beschiessung mit unterschiedlicher Munition problemlos ausgewechselt werden können. In früheren Jahren waren diese mit den Initialen SP, POCH UND PdA beschriftet. Heute vorzugsweise mit den Buchstaben SVP.

    • Linus Huber sagt:

      @ Robert

      „Die Umsetzung höchster menschlicher Ideale und Utopien ist m i t demokratischen Prozessen nicht möglich.“

      Es ist nicht nur unmöglich, sondern zerstört aufgrund des Zwanges menschlichem Idealismus. Eine Regierung ist in erster Linie gegenüber der eigenen Bevölkerung verantwortlich und nicht irgendwelchen Vorstellungen einer idealen Welt. Nächstenliebe und Idealismus müssen auf der persönlichen Ebene angesiedelt sein, ansonsten wir in diktatorische Verhältnisse absacken. Glauben Sie ernsthaft, dass Bürokraten in Regierungen und Internationalen Organisationen über eine höhere Qualität an Ethik und Moral verfügen als der Durchschnittsmensch. Das genaue Gegenteil sollte zutreffen, denn es sind die machthungrigen Psychopathen, welche sich um diese Positionen bemühen.

  • Andi sagt:

    Die Flutmetaphern der brechenden Dämme und solches mehr, verursacht durch Menschen, sind fehl am Platze. Aus nüchterner Sicht der unterschiedlichen demografischen Entwicklung der Kontinente, gibt es von Seiten der WHO wissenschaftlich gut abgestützte Modelle. Afrika noch mehr als Asien steht in den kommenden Jahrzenten eine Vermehrfachung der Bevölkerung bevor, die schon jetzt zwingend zur Migration führt. Die Vergreisung der nordamerikanischen und europäischen Bevölkerung ist ein weiterer, wenig diskutierter Aspekt. Migration, Asyldebatte und Überalterung der Bevölkerung gehören zusammen und müssen zu einem europäisches Modell führen, dass unsere Kultur stärkt. Das überlaute, rechtsnationale Geschrei wird dabei nicht zielführend sein.

  • zweistein sagt:

    Sloterdijk ist leider nie ganz im 21. Jahrhundert angekommen. Sonst wüsste er: die riesigen Migrationsströme aus NATO-Kriegsgebieten sind von den Soros-Stiftungen seit Jahren minutiös geplant, beworben und letztendlich über ihre ausführenden Organe wie die EU, die UNO und etwa die Merkel-Regierung ausgeführt worden. Win-win für die Faschisten. Nur der Philosoph sieht alt aus.

    • Markus Steinegger sagt:

      Ja, ja, und 9/11/ war wohl auch eine Verschwörung. Alles geplant von dunklen Mächten…

    • Christoph Bögli sagt:

      Aber klar, und natürlich kontrolliert diese allmächtige Soros-Stiftung auch Putin, wieso sonst hätte der ganz gemäss dem grossen Masterplan die zweite grosse Flüchtlingswelle aus Syrien losbomben sollen..

  • Markus Steinegger sagt:

    Herr Renz, wenn sich die verschiedensten Gruppen der Gesellschaft, vom einfachen Arbeiter bis zum – anerkannt brillanten – Intellektuellen, anfangen Sorgen über die Migrationsströme zu machen, dann müssten Sie und die meisten Journalisten sich einmal fragen, ob tatsächlich die anderen alles Geisterfahrer sind.

  • Hofstetter Christian sagt:

    Es erstaunt nicht, dass Intellektuelle und Wortgewaltige wie Sloterdijk in ihrer Betrachtungsweise oder Analyse erodieren, wenn sie Angst haben, in ihrem Kokon gestört zu werden. Einfach Zäune zu errichten und Grenzen dicht zu machen, als Lösung für das Flüchtlingsproblem, ist derart eindimensional, dass man sich verwundert die Augen reibt. Sloterdijk sollte doch noch in der Lage sein, eine Analyse zu machen, die der Frage nachgeht, weshalb Millionen von Menschen weltweit auf der Flucht sind. Kein Wort von den Kriegen, die Menschen vertreiben und durch die der reiche Westen mit seinen Lieferungen von Kriegsmaterial an Krieg führende Staaten noch reicher wird. Kein Wort darüber, dass der reiche Westen wie auch die Chinesen die Ressourcen von armen Staaten ausbeuten und gut davon leben.

    • Luzia Keller sagt:

      Herr Hofstetter, ich bin ganz Ihrer Meinung und reibe mir die Augen vor so viel Verneinung von Tatsachen eines Schwergewichts aus der philosophischen Zunft. Wie kann man nur die Augen davor verschliessen, dass wir ihre Bodenschätze ausgeraubt haben und uns damit Reichtum ermöglichten? Wem alles genommen wird von Fremden und von der eigenen korrupten Regierung, dem bleibt nur noch eines: die Flucht!

  • Rico Suter sagt:

    Sloterdijk nur Angst zu unterstellen ist eine Blindheit, die nur in Unkenntnis von „Weapons of Mass Migration“ (Greenhill) geschrieben werden kann. Da stehen ca 60 Beispiele, wie Wanderungsbewegungen als Waffen missbraucht wurden. Auch die UNO hat sich in „Replacement Migration“ mit dem Faktum auseinandergesetzt, wie eine älter werdende Population durch Neuzuwanderung dynamisiert werden soll. Darum sollte man nicht Migrationskritikern nicht vorschnell Angstgefühle unterstellen, sondern sich überlegen, warum diese ausgerechnet jetzt stattfindet. Denn freiwillig würden die eigentlich nicht kommen wollen. Denn in den Herkunftsländern der Migranten glänzen die westlichen Staaten nicht mit einem liberalen Demokratieverständnis, und das sollte einem auch zu denken geben.

  • H.Lips sagt:

    Diese Stellungnahme wurde eindeutig von der linken Wortpolizei à la 1984 diktiert.Ein weiterer Kommentar erübrigt sich.

  • Hans sagt:

    ja ja. Metapher „Flut“ etc. ist schlecht, Metapher „alter, weisser Mann“, der ausstirbt gut… Diese Sorte Artikel ist so leicht zu durchschauen in ihrer Ideologiehaftigkeit, dass es schon wieder lustig ist – und v.a. kontraproduktiv für die Sache, für die der Journalist eigentlich kämpfen will. Jeder dieser Artikel öffnet den Leuten ein bisschen mehr die Augen (ist diese Metapher noch erlaubt?). Darum: bitte mehr solcher Artikel!

  • H.Trickler sagt:

    Autor Fabian Renz befürwortet die zukünftige Aufnahme aller Flüchtlinge auch aus Afrika. Damit wäre er eigentlich ein Gutmensch.

    Allerdings verhält er sich äusserst unfair, wie er dann über Sloterdijk herfällt, welcher nur die Tatsache beschrieben hat, was Europa bevorsteht.

  • Hitz sagt:

    Faszinierend sind weniger Sloterdijiks Sätze, sondern vielmehr die Fähigkeit des Artikelautoren und vieler Anderen jeden Einwand gegen die aktuelle Politik, un komme er aus noch so berufenem Munde, mit Totschlagfloskeln zu negieren.
    In der Gedankenwelt der open-border-Befürworter gibt es die Realität nicht und es ist immer Sommer. Wenn nun sogar ein Meteorologe sagt, dass es draussen offensichtlich schneit, sagen sie, dass er irrationale Winterängste habe und der Schnee auf der Landschaft offensichtlich eine Illusion sei. Wer ihn sieht und friert, ist ein frustrierter und verängstigter alter Mann, der eine Glaziophobie pflegt.

  • Valerie sagt:

    Ist es nicht etwas einfach, alles was sloterdijks gesagt hat unter „Angst“ und „Rechts“ abzutun und damit die Diskussion zu schliessen?

  • Franz Welt sagt:

    Der Schlotterteich als Geistesriese — vielen Dank, da fängt der Tag gleich lustig an. Habe Tränen gelacht.

  • Werner sagt:

    Herr Renz,

    haben sie einen Haustürschlüssel?

    Wenn ja (was ich schwer annehme), warum?

    Man lässt aus gutem Grunde nicht jeden in sein Haus. Ganz einfach, weil es die eigene Überlebensfähigkeit in Frage stellen würde. Ohne Schutz ist alles was Sie besitzen, wofür sie stehen in Gefahr sich in Luft aufzulösen.
    Offensichtlich ist so manchen (Pseudo)Intelektuellen inzwischen der gesunde Menschenverstand abhanden gekommen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Mag sein, allerdings zeigt die Geschichte auch hinreichend, dass es nicht ewig gut geht, wenn man sich in seinem Haus einschliesst und meint, damit den Rest der Welt komplett ausschliessen zu können. Wenn der Druck gross genug wird, dann fallen irgendwann auch Haustüren und Palastmauern – und für jene drinnen wirds dann erst recht ungemütlich.

      Oder anders gesagt: Diese Vogelstrauss-Politik all der Grenzen-dicht-Befürworter ist mindestens so unrealistisch und naiv wie die Humanismusromantik jener, die meinen, man könnte problemlos die halbe Welt willkommen heissen..

  • Elias Staub sagt:

    Herr Renz, Sie skandalisieren einen Intellektuellen ersten Rangs, weil er seine Sorge über eine Entwicklung äussert, die besorgniserregend ist. Sloterdijks Worte sind in dieser Situation nicht schändlich. Sondern heilend. Helfen Sie nicht mit, ein geistiges Klima zu schaffen, in welchem Denker und Dichter denunziert werden. Deren Mehrheit äussert sich über Migrationgsströme besorgt, weil jene soziale Fragen, die mit ihnen einhergehen, nicht beantwortet sind. Sie aber rufen auf, diese Fragen zu dethematisieren. Ihr Verweis auf die biologische Unzulänglichkeit (Alter) dessen, der sie stellt, ist wiederum in meinen Augen tatsächlich schändlich.

  • Igor Marincek sagt:

    Wenn Sie die Worte von Sloterdijik und anderen so schändlich finden, warum gehen Sie dann nicht mit guten Taten statt Worten voran? Teilen Sie doch ihren Wohnungsschlüssel mit 10 Migranten und ebenfalls den Autoschlüssel oder meinetwegen das Velo und die Krankenversicherung. Oder verzichten Sie doch auf den Kindergartenplatz für Ihr Kind zugunsten eines Migrantenkindes! Nur wenn man Besitz und Vorsorge für sich und seine Angehörigen grundsätzlich und konsequent ablehnt, kann man so grosse Sprüche klopfen! Heisst das, dass man Flüchtlingen jegliche Hilfe abschlagen soll? Keineswegs, aber die Hilfe vor Ort (Nachbarland in Herkunftsregion) ist deutlich günstiger, so kann einer viel grösseren Zahl geholfen werden (statt vor allem den Schleppern).

    • Luzia Keller sagt:

      Was machen wir mit unserer bürgerlichen Regierung, welche Waffenlieferungen u.a. nach Saudi-Arabien bewilligte gerade wieder letzte Woche? Wieso lassen wir es zu als stramme Eidgenossen – ja, das Wort existiert immer noch, – dass vor unseren Augen Gelder für Entwicklungshilfe als Prävention und Hilfe vor Ort gestrichen werden von eben diesem bürgerlichen Parlament?! Das sind unglaubliche Schandtaten, die nicht diese Aufschreie auszulösen vermögen wie die Folgen davon: Flüchtlingsströme.

      • Igor Marincek sagt:

        Bezüglich Waffenlieferungen haben Sie ganz recht! Entwicklungshilfe ist leider so eine Sache: eigentlich sollte sie ja dazu beitragen dass die Probleme an der Wurzel gepackt werden. Aber wenn man bedenkt wieviele Milliarden an „Hilfe“ seit bald 60 Jahren in Afrika verteilt wurden: wenn das gut funktioniert hätte, würden die Afrikaner ihren Kontinent doch nicht in Scharen verlassen! Ich war selber in der EZ tätig und es hat mir die Schamröte ins Gesicht getrieben was ich alles an Verschwendung und falschem Mitteleinsatz sehen und letztlich mitverantworten musste. Solange in der EZ bestraft wird wer auf die Ausgabenbremse tritt wenn verschwenderischer Unsinn getrieben wird (ich will keineswegs unterstellen dass dies die Regel ist), nützt die Hilfe in erster Linie den Helfern.

    • Linus Huber sagt:

      @ Igor

      Glauben Sie wirklich, dass Gutmenschen sich in ihrem Wohlbefinden stören lassen wollen? Weit gefehlt, es geht auch gar nicht darum, sondern dass ihre Vorstellungen durch Zwangsmassnahmen und zulasten der Allgemeinheit (am meisten zulasten derjenigen am unteren Ende der Gesellschaft) durchgesetzt werden.

  • Clino Vallone sagt:

    Offensichtlich entgeht Herrn Renz die ganze Vorgeschichte zur Intervention von Sloterdijks in der Sache, welche auf ein Verbalangriff auf sein Freund Safranski zurückgeht, der ebenfalls sich eindeutig über das Thema geäussert hat (und da wäre es schon zwei intellektuelle Grössen, welche eine „kritische“ Meinung vertreten). Der Artikel dazu ist in „die Zeit“ zu finden. Angst? Nein. Hier geht es um die Verteidigung des kulturellen Erbe der Aufklärung. Und es sind wieder die „Gutmenschen“ wie Herr Renz, die durch eine völlig naive Haltung, uns dahin führen. Er sollte das Interview mit Prof. Heinsohn durch Kurt Aeschbacher auf youtube anschauen. Die Fakten sagen es: Wenn es heute nur etwas mehr Wasser ist, morgen wird es eine Flut sein!

  • Stefan W. sagt:

    Vielleicht greift es auch einfach zu kurz, jeden, der die moralische überhöhte Position nicht teilt, in die Nazi-Ecke zu stellen. Vielleicht führt es auch zu einer Verhärtung der Fronten, wenn Gegenpositionen schlicht als „radikal“ oder „unmenschlich“ bezeichnet werden, um sich keiner Diskussion stellen zu müssen.

    Man kann es menschlich völlig verstehen und billigen, dass Menschen aus armen Ländern ihr Heil in der Migration suchen. Aber das heisst ja nicht zwingend, dass man als Zielland unbedingt völlig darauf verzichten muss, die Einwanderung zu regulieren. Diese Position als rechtsextrem zu verteufeln ist ebenso schwachsinnig wie aggressiv.

  • Thomas Allmendinger sagt:

    Sloterdijk ein Geistesriese? Na ja. Wortgewaltig ist er jedenfalls. Sein Renommee verdankt er in erster Linie seinem Buch „Die Kritik der zynischen Vernunft“ – freilich ohne sich selber von der zynischen Sichtweise emanzipiert zu haben. Wie auch immer: Die Welt ist ohne Zweifel nicht ganz so in Ordnung, wie es sich die westliche Fortschritts- und Wohlstandsgesellschaft vorspiegelt. Doch die ganze Problematik auf eine physikalische „Welle der afrikanischen Überpopulation“ zurückführen zu wollen, zeugt nicht gerade von Geistesgrösse, sondern eher von Geistesenge.

  • Luzia Keller sagt:

    Die Flüchtlingsströme hören erst wieder auf, wenn wir ihre Bodenschätze in Ruhe lassen. Dazu gehört u.a. auch Erdöl und Bestandteile für unser Smartphone, PC, Flachbildschirm, Auto….ich weiss, das ist eine harte Wahrheit. Auch ich habe Mühe damit, aber es lässt sich nicht negieren. Nicht vor meinem Augen. Wo fange ich an in meinem Alltag mich einzuschränken?

  • ADS sagt:

    Wenn man zugunsten von Konsum auf Kinder verzichtet muss man sich nicht wundern, dass sich neue, noch hungrige Bevölkerungsgruppen in die Lücken drängen. Europa ist fett und bequem geworden, durch Abschottung und Konservierung hat sich aber wohl noch kaum eine Kultur längerfristig gerettet.

    Rom machte einst Millionen Menschen zu Römern, die USA in ihrer Blüte war der Schmelztiegel der Welt. Aber Europa ist lieber Athen im Niedergang, arrogant und ängstlich verschanzt hinter hohen Mauern und sich der zunehmenden eigenen Bedeutungslosigkeit mal nicht mal bewusst…

    • Christoph Bögli sagt:

      Fehlende Kinder sind angesichts der gesamten demographischen und wirtschaftlichen Entwicklung keineswegs ein Problem, sondern eher was, wo Europa ausnahmsweise vorbildlich ist. Wie eine forcierte noch grössere Bevölkerungsdichte in Europa zur Lösung der globalen Probleme beitragen würde, ist jedenfalls nicht ersichtlich.

      Richtig ist hingegen, dass es Europa versäumt hat, früh genug eine konstruktive Einwanderungspolitik zu entwickeln, die das Potential der Einwanderung in sinnvolle Bahnen lenkt, zum Nutzen aller. Stattdessen wurde und wird immer nur widerwillig das genommen, was sich nicht abwehren lässt, und es dabei allen Beteiligten so schwierig gemacht, wie möglich..

  • Ali Kazemi sagt:

    Ich bin immer wieder erstaunt, dass Mehrheit der Menschen hier im Westen nicht in der Lage ist die einfachste Prinzipien wie „Ursache & Wirkung“ zu analysieren. Flüchtlingsströme & Erstarkung von Extremismus usw. sind direkte Folgen der westliche Politik der letzten 150 Jahren! zuerst Kolonialismus & Danach Imperialismus und massive Ausbeutung der armen Länder. wenn Firmen wie Glencore jährlich dreistellige Milliardengewinne mit Rohstoffen erzielen, ohne dass diese Rohstoffe jemals Schweiz passieren oder wenn Banken und Börsen in New York, London, Zürich etc. voll von Rohstoff-Milliarden sind, dann fehlen diese Summen anderswo. Man kann im Westen immer höhere Mauern errichten, aber solange wir keine echte globale Umverteilung und Fair Trade haben, gibt es weiterhin Völkerwanderungen

    • Hannes Müller sagt:

      Ich plädiere für Fairtrade beim Erdöl.

      • Ali Kazemi sagt:

        bereits heute fliessen ca. 80-90% der Erdölgewinne in Form von Rohstoff-Verträgen, Vermögen von korrupten Diktatoren auf Westlichen Banken, Börsengeschäften oder Rüstungsgeschäften sowieso nach Westen, statt in Ursprungsländern für Bildung, Sozialausgaben oder nützliche Einrichtungen eingesetzt zu werden. Wenn irgendwo jemand dieses Spiel enden will, dann marschiert entweder NATO direkt ein oder kommen Söldner die NATO mit saudischen u. katarischen Petrodollars finanziert! Ist Ihnen aufgefallen, dass Gruppen wie ISIS, Boko Haram etc immer dort auftauchen, wo eher als Einflussgebiet von Russen & Chinesen usw. gilt. Diese Steinzeit-Fanatiker wie ISIS tauchen ausgerechnet gegen Assad & Gaddafi auf aber kaum bei Busenfreunden und Marionetten des Westens wie z.B. in Saudi Arabien oder Katar

    • Reto Stadelman sagt:

      Einerseits haben sie Recht. Das grundsäztliche Problem wurde durch westliche Staaten verursacht.
      Heute besteht das Problem mehrheitlich daraus, dass die armen afrikansichen und arabischen Staaten nicht auf Augenhöhe mit anderen Akteuren an der Weltwirtschaft teilnehmen können.
      Es gibt aber immer zwei Seiten einer Medaille. Viele dieser Staaten scheinen unfähig zu sein, funktionierende Institutionen aufzubauen. Gelder die zu ihnen fliesen, verschwinden einfach. Und längst ist der böse Westen nicht mehr alleiniger Schuldtragende daran.
      Fair Trade oder globale Umverteilung bringen da eher wenig. Diese Mittel müssen auch nachhaltig eingesetzt werden und genau das geschieht nicht. Und die Flucht aus der Heimat ist eine Kapitulation und keine Lösung.

      • Reto Stadelman sagt:

        Der Empfänger fairer Preise oder Hilfsleistungen muss diese richtig einsetzen. Und dazu sind viele Länder nicht fähig oder brauchen viel mehr Zeit.
        Man muss nicht einmal von Ländern reden. Sehen sie sich die indigene Bevölkerung der USA an. Trotz der Kasino Millionen und auch sonstiger Unterstützung, leiden viele indigene US Bewohner. Sie haben sich noch nicht an das moderne Leben gewöhnt.
        Gleich geht es armen Staaten Arabiens oder Afrikas. Diesen Menschen die Migration in ein reiches Land zu ermöglichen, macht ihr Leben nicht einfacher. Und darum setze ich mich für Entwicklungshilfe ein. Entwicklungshilfe mit Zielkontrolle. Und ich setze mich dafür ein, das Wirtschaftsmigranten wieder nachhause müssen. Das ist die einzige nachhaltige Lösung.

      • Ali Kazemi sagt:

        Herr Stadelman@ sehr oft gab es Reformbewegungen und gar Demokratisierungsversuche, aber da schreitet oft dann Westen direkt und indirekt ein um eine volle Unabhängigkeit dieser Staaten zu verhindern(1953 CIA & MI5 Operation Ajax im Iran, Ermordung v. Lumumba in Kongo bei pro belgischen Kräften, 1973 CIA-Putsch gegen Allende, etc) die Liste ist sehr lang! Heutzutage greift NATO oft direkt für Schlürf -und Bohrrechte und verkauft solche Kriege als Präventivschlag gegen Terror oder Demokratisierung! Es ging um grosse Beträge, darum haben westliche Multis überhaupt keine Interesse dran, dass Völker dieser Länder demokratisch über Rohstoffgewinne entscheiden! Bsp: Glencore macht dreistellige Milliardengewinne mit Rohstoffen, die nie Schweizerboden erreichen(dito für Multis aus USA, GB, F,etc

  • Markus Schneider sagt:

    Vermutlich müssen die Rechten erst wieder lernen, dass die linksnationalen „Diskussionen“ gar nicht einen Kompromiss oder ein Ergebnis zum Ziel haben, sondern bloss darauf abzielen, die Entscheidung zu verzögern. Es wird auch zumeist gar nicht über die Sache, sondern über Stil, Rhetorik und die Wortwahl „diskutiert“ – gemeint ist damit aber fast ausnahmslos eine Verächtlichmachung des Gegners. Punkto Einwanderung, Unabhängigkeit und Verhältnis zu EU erachte ich sämtliche linksnationalen Positionen als grundfalsch, staatsfeindlich und gar nicht weiter diskussionswürdig.

    • Hans Hegetschweiler sagt:

      Na ja, punkto Verächtlichmachung der Gegner stehen die Rechten den Linken nichts nach. Wie oft wird das Wort „Landesverräter“ gebraucht

  • Nicole Zehnder sagt:

    Die Bevölkerung Afrikas wächst weltweit am stärksten, und zwar explosionsartig. Von 1 Mrd. heute auf 2 Mrd. im Jahr 2050. Daran ist auch die Schweiz mitschuldig, die Ecopop inkl. Zugang zur Geburtenkontrolle in Entwicklungsländern leider abgelehnt hat (Gegenargument von Mitte-Links: Rassismus). Man darf gespannt sein, wie die junge CH-Generation diese Massenimmigration bewältigen wird. Viel Erfolg mit Vogel Strauss!

    • Ali Kazemi sagt:

      Frau Zehnder: Bevölkerung-Wachstum ist Folge von Armut und Elend nicht umgekehrt. Das ist wissenschaftlich erwiesen(auch Europa hatte in ärmeren Zeiten Bevölkerungswachstum).Wenn Sie also Bevölkerungswachstum bekämpfen wollen, müssen Sie die Ursachen der Armut bekämpfen. Nur zur Erinnerung: Glencore macht dreistellige Milliardengewinne mit Rohstoffe aus dritter Welt, Nestle kauft diverse wasserquellen in Afrika, etc. solange 10% der Weltbevölkerung auf Kosten der restlichen 90% lebt, wird es mit Bevölkerungswachstum, Flüchtlinge usw. weiter gehen. Je mehr es Superreiche, Luxusautos, Manager-Boni, Luxusvillen in Städten wie London, Zürich, Zug, Monaco, New York usw. gibt, wird es auch anderswo mehr Armut und Elend geben = Bevölkerungsexplosion + Flüchtlinge

      • Nicole Zehnder sagt:

        Nein, Bevölkerungsexplosion ist Folge archaischer Strukturen und Bildungsferne. Stämme und Religion zählen, nicht der Staat. Es gibt fast keine funktionierenden Staaten, dafür viel Korruption und Gewalt. Schauen Sie mal nach Asien oder Südamerika. Dort überlegt sich jede Familie, ob sie sich weitere Kinder überhaupt leisten kann. Auch in Afrika gibts Internet, Facebook etc. Man könnte, wenn man nur wollte. – Ohne Gewinn investiert kein Unternehmen in Afrika, das Risiko ist sehr hoch (Enteignungen etc.). Glauben Sie, dass Glencore keine Konzessionsgelder bezahlt für die Gewinnung der Rohstoffe? Glauben Sie, dass ein afrikanischer Staat das Know-how und die Mittel für Förderung, Verarbeitung und weltweiten Vertrieb der Rohstoffe hat? Man braucht bloss nach Venezuela zu schauen, arm trotz Öl.

        • Ali Kazemi sagt:

          Sehr geehrte Frau Zehnder: Sie verwechseln wieder Ursache u. Wirkung. die Strukturen, die Sie nennen sind direkte Folge von mangelnder Bildung u. Armut. Ich muss schmunzeln, wenn Sie v. Facebook u. Internet reden. Sie erinnern mich an Marie Antoinette, die gesagt hat:“wenn die Armen kein Brot haben, dann sollen sie eben Kuchen essen“. Zu Ihrer Erinnerung, in diversen armen Ländern ohne Altersvorsorge sind Kinder einzige Alterssicherung. Menschen haben andere Sorgen als Facebook in diesen Ländern. Milliarden Menschen haben kein Zugang zum sauberen Wasser usw… Bitte befassen sich mit Themen statt mit billigen Stammtischsprüchen zu antworten! Ohne faire Umverteilung und Chancengleichheit, wird es global mehr Flüchtlinge, mehr Menschen und mehr Krisen geben!

          • Paul Gonseth sagt:

            Ihr Mantra “ alles eine Folge westlicher Politik und Ausbeutung“ ist nicht weniger Stammtisch-Gerede, einfach linker Stammtisch. Sie leugnen hier konsequent jegliche Eigenverantwortung der afrikanischen und muslimisch-arabischen Welt. Der Westen ist aber nicht für jegliches Unvermögen dieser Länder verantwortlich, schon gar nicht für die Bevölkerungsexplosion in Afrika, da können Sie noch so sehr anderes behaupten.

  • Hannes Müller sagt:

    Der Artikel wertet statt zu argumentieren.

  • Raffael Keller sagt:

    Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr publizierte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz eine Liste der zehn grössten Gefahren in der Schweiz: An dritter Stelle drohte dort eine „Hitzewelle“ und (immerhin erst) an achter Stelle eine „Flüchtlingswelle“. Offenbar scheint es sich im einen wie im anderen Fall um eine Art Naturkatastrophe zu handeln. Da kann man doch nur sagen: Willkommen im Club, Herr Prof. Sloterdijk!

  • will williamson sagt:

    Hoch lebe die politische Korrektheit! Auch wenn sie uns gelegentlich umbringen wird!

  • Martin Schwizer sagt:

    Das Notfallkonzept ist keines. Es verhindert weder Chaos, noch ein Zuviel des Zustroms. Wer sagt: ALLE werden untergebracht (Sommaruga), wiederholt nur „Wir schaffen das!“ Unsere Kapazitäten sollen sogar noch erhöht werden, während Europa die Grenzen schliesst, weil Pragmatismus einkehr, in einem Gebiet, wo es kaum Platz hat dafür, aber keine andere Option besser ist. Herr Renz verdrängt immer noch beinahe alle Problemstellung hinter der Zuwanderung. Bevor er also andere wegen des Stils angeht, sollte er versuchen, einen pragmatischeren Blick auf die Problematik zu werfen. Seine Fingerzeig auf Wortklaubereispiele sind nichts anderes als Realitätsverweigerung.

  • Nicole Zehnder sagt:

    Können mir Verfechter der Ausbeutungstheorie (Armut wegen Europa) erklären, weshalb die Migranten beim Asylgesuch in Europa ausnahmslos politische Verfolgung geltend machen? Z.B. Eritreer.

    • Alfred sagt:

      Frau Zehnder;
      ist Ausbeutung in Ihren Augen Theorie? Schauen Sie doch mal nach Zug (zum Beispiel, aber nicht nur)
      Na dann prost, brauchen wir nicht mehr weiter zu diskutieren ….

  • max bernard sagt:

    Ist doch geradezu amüsant zu sehen wie ein einst von den Linken gefeierter Philosoph von diesen zum Rechtspopulisten abqualifiziert wird, nur weil er bezüglich der Flüchtlingspolitik eine andere Auffassung als diese vertritt.
    Wie gewohnt findet eine inhaltliche Auseinandersetzung von deren Seite nicht statt – das Verdikt „Rechtspopulist“ ist alles, was sie zustande bringen. Einmal mehr fragt man sich da, wie die Linken dazu kommen, sich zur bildungsnahen Schicht zu zählen.

    • Henri Brunner sagt:

      Jaja, die bildungsnahen Linken und die anderen, die Bildungsfernen.
      Irgendwann wird sich das kleine übrigbleigende Dutzend von Bildungsnahen wohl angewidert aus der restlichen Welt der Bildungsfernen ausschliessen – und wehmütig der Tage gedenken, als sie noch nicht soooo allein waren – und sinnieren, wie und warum wohl das alles so alternativlos gekommen sei

  • Hans Hegetschweiler sagt:

    Sloterdijk benutzt sehr problematische Metaphern, seine Haltung ist aber um einiges differenzierter, als sie Renz darstellt. Er wird in eine rechts-links-pro-/antiFlüchtlingsdiskussion gedrängt, weil diese für die Journalisten leichter zu vermitteln ist. Ich bin kein Sloterdijk-Fan, aber auch kein Fan von solch simplifizierenden Artikeln. Geradezu unsinnig ist nun das Framing der Asygesetzabstimmung als Kampf zwischen den guten Pragmatikern und den bösen Ideologen. Warum kann man nicht objektiv klarmachen, dass das neue Verfahren für diejenigen Asylbewerber, die man nicht heimschicken kann, keine Veränderungen bewirkt und deshalb für die zur Zeit aktuellen Probleme (Zuwanderung von Kriegsopfern) von geringer Bedeutung ist?

  • Martin Holzherr sagt:

    Als Reaktion auf die Flüchtlingskrise sind Sloterdijks Äusserungen verwerflich. Als Warnung vor einer die Aufnahmefähigkeit überschreitenden Zuwanderung muss man sie aber Ernst nehmen. Und die Politiker in den Exekutiven der meisten Länder (auch in Deutschland) nehmen dieses Problem ja auch ernst, selbst wenn sie Flutmetaphern ablehnen.

  • Höllriegel sagt:

    Warum dieser Text, der nicht eine neue bedenkenswerte Nuance in die Debatte bringt ? Alles schon bis zum Überdruß gehört und gelesen und daher Nullinfotainment. Sehr schade.

  • Henri Brunner sagt:

    Ich bin derselben Meinung wie Herr Renz: was nicht sein darf, kann nicht sein.
    Sollte jemand dann aber etwas darüber sagen, wie es ist, kann das ja nur schändliche Demagogie sein.

  • Michael sagt:

    Herr Renz, Sloterdijks zitate darf man nicht nach Belieben kürzen und zerschneiden. Sie machen es sich sehr leicht und erzeugen Halbwahrheiten, mit denen Sie Menschen, die den Originaltext nicht kennen, hinter sich bringen wollen. Sehr schwach.
    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/merkel-ging-einen-teufelspakt-ein/story/16212849

  • Paul Gonseth sagt:

    Slotherdijks Worte als Ausdruck der „Angst eines alten Mannes“ abzutun, scheint mir sehr arrogant und ignorant zu sein. Und ein Vorwand, sich nicht mit dem Inhalt der Worte des Philiosophen auseinandersetzen zu müssen. Ganz schwach! Und auch Herr Renz denkt und schreibt in die Richtung, dass Europa in der Migrationsfrage versagt. Denkfehler: Afrika und die muslimisch-arabischen Länder sind es, die auf der ganzen Linie Versagen. Korruption, Clanwirtschaft, die Unfähigkeit, rechtsstatliche Strukturen aufzubauen und friedlich zusammenzuleben etc. treibt die Menschen zu Millionen zu uns. Und da darf man nicht sagen dürfen, dass uns das wohl überfordern wird? Aber, wie Herr Kazemi hier ja schreibt, ist der Westen an fast allem schuld. Gäbig so, nicht wahr, Herr Kazami.

    • Ali Kazemi sagt:

      Herr Gonseth..lassen wir Fakten sprechen..unzählige westliche Militärinvasionen, Regierungstürze unter Einwirkung westlicher Geheimdienste(Paar Beispiele: Operation Ajax im Iran, Ermordung v. Lumumba in Kongo, Allende in Chile etc.). Ausserdem wurden praktisch sämtliche Killertruppen wie Contras in Mittelamerika o. Taliban u. ISIS unter Regie v. CIA aufgebaut. Wenn Sie auch an gigantische Rohstoffgewinnne denken die in unterschiedlichen Formen nach Westen fliessen (wie Gewinne der Multis ,Vermögen von Supperreichen auf Bankkonten,Rohstoffspekulation an westlichen Börsen), dann ist logisch,dass anderswo Armut u. Elend entstehen. Kolonialismus existiert in neue Formen. Reichtum einer minderheit u. Armut einer grossrn Mehrheit gehören zu der selben Gleichung(rechnen Sie nach)

  • Louis Odermatt sagt:

    Gut, dass sich die Medienschaffenden auf diese Art selbst disqualifizieren. Professor Sloterdijk spricht nur das aus, was viele von uns genau so fühlen – aber vielleicht nicht so treffend ausdrücken können wie er – viele, die auch etliches jünger sind als er. Die Logik ist sowie so nicht die Stärke dieses Artikels. Leute im Alter von Sloterdijk trifft diese Flüchtlingswelle ja effektiv nicht mehr wirklich – wovor sollte er Angst haben? Dieser Mann sagt das, was Sache ist. Die Meinung allerdings, dieses jungen, links-grünen Medienschaffenden, ist völlig irrelevant. Wir wissen was wir stimmen werden in der Zukunft. Und auch ausserhalb der Schweiz wissen auch immer mehr Menschen was sie nicht wollen – und wie sie stimmen werden. Liebe Medien macht nur so weiter …

  • Stephan Henkel sagt:

    Sorry Fabi, du liegst falsch. Zu 100%. Ok, … 99,9%.

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