Protektionismus ist keine Lösung

Am vergangenen Mittwoch hat der Bundesrat einen Bericht veröffentlicht, welcher die gegenseitige Marktöffnung für sämtliche Milchprodukte mit der EU prüft. Der Bericht zeigt auf der einen Seite die Herausforderungen, mit welchen dieser Sektor in den nächsten Jahren konfrontiert ist. Auf der anderen Seite illustriert er die Vorteile, welche dieser daraus ziehen kann.

Einerseits würde eine Marktöffnung den Zugang zur EU, unserem wichtigsten Exportmarkt, erleichtern. Das Handelsvolumen mit dem wichtigsten Handelspartner der Schweiz beläuft sich auf 1 Milliarde Schweizerfranken! Andererseits würde durch eine Marktöffnung die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wertschöpfungskette in diesem Sektor gestärkt.

Der Landwirtschaftssektor muss mit dem internationalen Fortschritt mithalten.

Neue Herausforderungen für die Schweizer Landwirtschaft: Älpler auf dem Mont Percé. (Keystone/Andree-Noelle Pot)

Der Protektionismus ist in keinem Sektor eine nachhaltige Lösung. Stattdessen bedarf es eine langfristige Vision zur Sicherung der Schweizer Landwirtschaft. Die Öffnung des Michmarkts ist notwendig, sowohl im Hinblick auf den Abschluss eines Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den USA, als auch im Falle von Änderungen bei bereits existierenden Freihandelsabkommen mit verschiedenen Ländern.

Der Landwirtschaftssektor muss mit der Marktentwicklung und dem internationalen Fortschritt mithalten. Es kann nicht sein, dass Futtermittel zollfrei importiert wird, um dann in einem abgeschotteten Markt teure Lebensmittel für Schweizer Konsumenten zu produzieren.

Ohne langfristige Vision kann die Exportwirtschaft bald nicht mehr unterstützend für unsere Landwirtschaft wirken. Deshalb braucht es eine schrittweise Liberalisierung des Milchmarkts mit der nötigen Unterstützung für unsere Landwirte.