Wandertipps für die ganze Familie

Rodeletappen und Märchenpfade: Bei diesen Touren müssen Sie Ihre Kinder nicht motivieren.

Imposante Bergkulisse und spannende Sagen: der Lötschenthaler Höhenweg im Wallis. Foto: SBB

Das Schönste beim Wandern ist die Aussicht. Und die wird meist umso beeindruckender, je höher man steigt. Wenn der Blick frei ist auf die umliegenden Berggipfel, die Luft klar ist, Lärm und Trubel im Tal unten bleiben. Aber wie motivieren Eltern ihre Kinder, um «nur» für die Aussicht nochmals ein paar Extra-Höhenmeter zurückzulegen? Kein einfaches Unterfangen. Also doch die Seilbahn nehmen!

Die höchsten Gipfel und die spannendsten Rund- oder Höhenwege erreicht man so problemlos. Und davon gibt es in der Schweiz zum Glück so einige. Moderate Steigungen, Abwechslung durch Spiele oder Lehrstationen am Streckenrand, ein dichtes Netz an Verpflegungsmöglichkeiten und eine gute Erreichbarkeit – diese Faktoren machen einen Wanderausflug familientauglich.

Murmeltiere und Mythen

Von Graubünden über das Tessin und das Wallis, von der Ost- bis in die Zentralschweiz – in der ganzen Schweiz findet man eine Vielzahl an Wanderoptionen, die auch für ganz junge Bergsteiger geeignet sind – zum Beispiel eine Tour zur Mettmenalp am Stausee Garichti. Mit dem ÖV gehts via Schwanden nach Kies im Niederental, von wo aus man mit der Luftseilbahn schnell an Höhe gewinnen kann und das Herzstück des Freiberg Kärpf erreicht: die Mettmenalp. Sie ist der Ausgangspunkt vieler Rundwege, auf denen man die unverwechselbare Natur des Gebiets entdecken kann. Und noch mehr: Auf der Mettmenalp ist das älteste Wildtierschutzgebiet Europas. Von der Bergstation lassen sich zwei Wildbeobachtungsposten innerhalb von 40 Minuten zu Fuss erreichen. Und mit etwas Glück kann man Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere und Adler in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Gleichzeitig sorgt die Waldperlen-App für ein interaktives Lernerlebnis. Sie informiert über das Waldreservat Garichti und bietet Kindern Spiel und Spass.

Ähnlich abenteuerlich ist der Lötschentaler Höhenweg. Ihn erreicht man mit der Gondel von Wiler im Wallis. Oben angekommen, wandert man zwischen 1800 und 2200 Metern über dem Meer, mit Blick auf das Bietschhorn und das Unesco-Weltnaturerbe der Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch, der imposanten Bergkulisse zwischen den Walliser und den Berner Alpen. Dank der angenehmen Steigungen unterwegs lässt sich die Strecke gut bewältigen. Hier ist man fernab der grossen Tourismuszentren, kann die Ruhe geniessen und sich auf die Spuren alter Mythen begeben. Auf dem Höhenweg werden an zehn Stationen spannende Sagen über das Lötschental erzählt. Die Hütten entlang der Route sind gleichzeitig ideale Raststationen.

Vom Gipfel in die Schlucht

Wer die Unabhängigkeit sucht, also ohne die Hilfestellung einer Seilbahn unterwegs sein möchte, der kann auch im Tal bleiben. Genauer: in der Rheinschlucht. Hier fehlt zwar das alpine Erlebnis, stattdessen findet man aber eine abwechslungsreiche Landschaft, die viele Überraschungen bereithält – den teilweise reissenden Rhein, steile weisse Felswände oder weite Wälder. Die Rheinschlucht bietet vielfältige und wilde Naturromantik. Natürlich lässt sich die Strecke nicht nur bewandern, sondern auch befahren, etwa mit dem Kanu oder dem Rafting-Schlauchboot, und dürfte damit nicht nur für Kinder zum Ausflugs-Highlight werden. Spannende Wanderungen kann man also auf dem Berg und im Tal erleben. Umso schwieriger ist die Wahl, für was man sich entscheiden soll. Aber nur auf den ersten Blick. Es lässt sich nämlich auch beides kombinieren.

Etwa am Dreibündenstein. Hier hat man die Möglichkeit, mit der Brambrüeschbahn direkt aus der Alpenstadt Chur zu wunderschönen Bergsommerwiesen aufzusteigen, das Hochplateau zu erkunden und im Anschluss mit der Rodelbahn ins Tal zurückzukehren. Ein Wechselspiel aus Rundum-Panorama auf dem Berg und Stadt-Idylle in Chur. Ganz gleich, wo man als Familie den Wanderausflug oder Kurzurlaub verbringt, ob auf dem Berg oder im Tal: Die Rückkehr in den Alltag dürfte schwerfallen.

Tourentipps kompakt:

Welches ist Ihre persönliche Lieblingswanderung mit Kindern? Welches sind Ihre Tourentipps für
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3 Kommentare zu «Wandertipps für die ganze Familie»

  • Ursula Brem sagt:

    Unsere 4 und 5-jährigen Grosskinder waren begeistert vom Chäferliweg zuhinterst im Muotathal. Von der Busstation „Seilbahn Illgau“ fährt man mit zwei abenteuerlichen Seilbahnen zur Bergstation St.Karl.
    Gleich zu Beginn ist ein längerer Halt nicht zu umgehen, zu attraktiv sind die Spielmöglichkeiten (Tannzapfenrutschbahn mit kleiner Seilbahn, Hexenhaus, Klettergerüste. Auch Picknick-Tische und eine Feuerstelle mit Holz fehlen nicht.
    Der 1-stündige Abstieg den Chäferli-Markierungen entlang wird immer wieder von Spiel-Posten unterbrochen. Alles sehr liebevoll und kindgerecht.
    http://www.seilbahn.illgau.ch/chaeferliweg.html

  • Hans Peter sagt:

    Sehr guter Beitrag! Die Schweiz bietet wunderschöne Wanderwege.
    Dazu verwende ich gerne der Portal wandern.ch
    Ich würde gerne noch mehr solche Artikel in Zukunft lesen. Haben Sie vielen dank.

    Freundliche Grüsse
    Hans Peter
    Wanderwege

  • Maria Cappuccino sagt:

    Da unsere Kinder wirklich klein sind, können wir eine Wanderung in Braunwald empfehlen. Der Zwerg Bartli animiert Kinder zum Wandern und die Feuerstelle beim Spielplatz ist wirklich sehr schön.
    https://www.braunwald.ch/Touren/Zwerg-Bartli-Erlebnisweg

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