Achtung, fertig, Bike-Marathon!

Strapazen und Glücksgefühle am grossen Schweizer Nationalpark Bike-Marathon. Foto: Flickr/Dominik Täuber

Bei einem Bike-Marathon kommt irgendwann jeder an den Punkt, an dem er sich die Frage stellt: Warum mache ich das eigentlich? Wenn die Muskeln schmerzen, die Lungen brennen, leichter Blutgeschmack im Mund aufkommt. Langstreckenrennen verlangen einem alles ab, bringen die Teilnehmer an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit – und trotzdem üben sie eine grosse Faszination auf Mountainbiker aus.

Amnesie

«Das mache ich nie wieder!» Diesen Satz hört man nicht selten im Ziel eines Bike-Marathons. Mit etwas Abstand vom Rennen schaut die Welt dann aber oft wieder ganz anders aus. Die Schmerzen, die körperlichen Strapazen sind dann schnell wieder vergessen – als ob man unter einer Amnesie leiden würde. Es überwiegen die positiven Erinnerungen und die Euphorie darüber, es geschafft zu haben. Das macht süchtig. Sprich: Das Ganze muss wiederholt werden. Da überrascht es wenig, dass Bike-Marathons seit Jahrzehnten grossen Zulauf haben. Der Grand Raid – die Mutter aller Langstreckenrennen – feiert in diesem Jahr zum Beispiel sein 30-Jahr-Jubiläum. Und hat während all der Zeit nichts an Beliebtheit eingebüsst. Im Gegenteil. Bei grossen Rennen bekommt man etwas, das die eigene Hausrunde normalerweise nicht bieten kann.

Beim Nationalpark Bike-Marathon – einer der grössten MTB-Veranstaltungen in der Schweiz – ist man beispielsweise in wunderschöner Natur unterwegs. Flowige Trails wechseln sich mit technisch anspruchsvollen Passagen ab. Verblocktes Gelände im Wald folgt auf freie Streckenabschnitte mit Ausblicken auf Bergpanoramen. Und die ganze Zeit wird man von Zuschauern am Streckenrand angefeuert, steile Rampen hinaufgepusht. Man wächst über sich hinaus, Adrenalin und Glücksgefühle rauschen gleichzeitig durch die Adern. So fühlt sich die Marathonsucht an. Und wie jede Sucht will auch sie befriedigt werden. Immer und immer wieder – egal, wie weh es zwischendurch tut.

Mit Köpfchen

Die gute Nachricht ist, es gibt auch einen Weg, wie man bei einem Bike-Marathon weniger leiden muss. Und zwar, indem man davor richtig trainiert. Richtig heisst in diesem Fall: mit Köpfchen. Viele orientieren sich an dem Motto «viel hilft viel» und überfordern sich und ihren Körper damit in kurzer Zeit masslos. Viel entscheidender als die Quantität ist die Qualität der Vorbereitung. Mit Intervallen und Hochintensitäts-Training kann man seine Leistung in kurzer Zeit gewaltig steigern.

Im Idealfall startet man sein Vorbereitungsprogramm aber frühzeitig. Je früher, desto besser, da man so seinen Körper langsamer und damit schonender an die Belastung gewöhnen kann. Um eine Überforderung zu vermeiden, sind regelmässige Ruhetage Pflicht. Im Normalfall folgt nach drei Tagen Belastungssteigerung ein Tag Entlastung. Nur so kann der Körper regenerieren und seine Leistungsfähigkeit steigern. Geht man fit auf die Strecke, leidet man weniger und hat weniger Schmerzen. Nur eines wird trotzdem bleiben: die Sucht nach dem nächsten Bike-Marathon. Noch bleibt ein Monat Zeit, sich auf einen der zwei grossen Schweizer Marathons vorzubereiten. Also – auf die Plätze, fertig, los!

Haben Sie schon mal einen Mountainbike-Marathon bestritten, oder können Sie sich vorstellen, sich einmal anzumelden? Was sind Ihre Erfahrungen?

Veranstaltungstipps:

18. Nationalpark Bike-Marathon
Termin: 31. August 2019
Anmeldung: online bis 28. August 2019
Streckenoptionen: 137 km / 103 km / 66 km / 47 km
Startgeld: 120 CHF / 120 CHF / 100 CHF / 100 CHF

Grand Raid
Termin: 23. und 24. August 2019
Anmeldung: online bis 16. August
Streckenoptionen: 125 km / 93 km / 68 km / 37 km
Startgeld: 180 CHF / 160 CHF / 150 CHF / 100 CHF

1 Kommentar zu «Achtung, fertig, Bike-Marathon!»

  • Napfgeist sagt:

    Ja, der National Park Marathon ist mein Favorit. Was früher das Swiss Bike Masters in Küblis war, ist für mich heute der NPM. Die Gegend ist einzigartig, die Trails führen durch Gegenden in denen man hinter jedem Stein einen Bären oder Wolf vermutet. Meist ist es dann doch nur ein professioneller Ranger, der gerade die Gämsen beobachtet. Die Abfahrt nach Livigno ist mein Highlight, bevor es dann zum Chaschauna Pass kommt. Zu diesem Anstieg fallen mir keine adäquate, nicht jugendfreie Worte ein. Erstlingen kann ich einfach nur empfehlen nicht hoch und runter, sondern einfach nur auf den Lenker zu schauen. Aber auch dieser etwas fiese Gegenanstieg hat mal ein Ende. Danach geht es durch hübsche Heidi-Dörfli zurück nach Scuol. NPM 2019 ich werde wieder da sein!

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