Braucht es Gipfelkreuze?

Ein Beitrag von Emil Zopfi*

Ein Gespenst geht um in den Alpen: der Kreuzhacker. Ende August hat er zugeschlagen, mit Axt und Säge, und zwar auf dem Schafreuter, einem Zweitausender an der Grenze zwischen Bayern und Tirol. Allerdings hielt die Eichenkonstruktion dem Hackangriff stand – im Gegensatz zu zwei anderen Gipfelzeichen der Gegend. Die Behörden sind ratlos, man bittet um Sachdienliches. Ein Beamter vermutet laut «Spiegel online» einen religiösen Hintergrund der Tat. Zudem gebe es in der Schweiz eine Bewegung, die Kreuze auf den Gipfeln ablehne. «Vielleicht liess sich der Täter ja inspirieren?»

Vielleicht, ja, wir erinnern uns. Im Frühling 2010 machte der Greyerzer Bergführer Patrick Bussard Schlagzeilen, als er die Kreuze auf dem Vanil Noir und auf zwei weiteren Bergen in den Freiburger Voralpen absägte und sich deshalb wegen «Störung der Glaubens- und der Kultusfreiheit sowie Sachbeschädigung» vor Gericht verantworten musste. «Diese religiösen Zeichen, diese Symbole der Folter in der freien Natur stören mich», sagte der Katholik. In einer Kirche oder in einem Dorf habe er nichts gegen ein Kreuz einzuwenden. «Doch die Berge gehören allen, dort haben solche Symbole nichts zu suchen.»

Gipfelkreuze boomen

Mag sein, dass der Kreuzhacker vom Schafreuter ein Nachahmungstäter ist – Tatsache ist, dass in den vergangenen Jahren ein Boom von neu errichteten Gipfelkreuzen eingesetzt hat – sowie vom Ersatz alter, einfacher Gipfelzeichen durch monströse Konstruktionen aus festem Gebälk oder Stahlträgern mit Drahtseilverankerung und Blitzableiter. Auf dem Kletterberg Brüggler im Glarnerland stand bis in die Siebzigerjahre kein Gipfelzeichen – jetzt trägt ein vier Meter hohes Kreuz die Inschrift «Gotts Namä lobä». Ein weithin sichtbares Gipfelkreuz auf dem Bristen lehnte die Urner Regierung aus Gründen des Landschaftsschutzes ab. Als Gipfel des Kitschs krönt neuerdings ein massives Kreuz, geschmückt mit Kochkessel, Glöcklein und Gipfelbüchse, das Vrenelisgärtli. Daneben steht eine Steinbank mit Blitzableiter, gesponsert von der Grossbank UBS.

«Fakt ist, dass wir heute, nach 60 Jahren Gipfelkreuzbaukonjunktur, den Eindruck gewinnen, jeder zweite Hügel und Hubel im Lande gleiche Golgatha», schreibt der Walliser Kulturwissenschaftler Werner Bellwald in einer Publikation des Alpinen Museums Bern. «Ist es nicht erstaunlich, dass die Gotteshäuser im Tal unten immer leerer werden, doch die Gipfelkreuze wie die Krokusse spriessen?»

«Kreuz bleibt»

Es ist sicher kein falscher Eindruck, dass der Gipfelkreuzboom durch gesellschaftliche Kräfte befeuert wird, die sich gegen die Verbreitung anderer Religionen im Land stemmen, etwa gegen die sogenannte Islamisierung des Abendlandes. «Kreuz bleibt» heisst eine Petition des vom Luzerner SVP-Politiker Pirmin Müller präsidierten Neuen Rütlibundes, die auch Gipfelkreuze schützen will. «Der öffentliche Raum darf und soll ein Spiegelbild unserer christlich geprägten Geschichte, Identität, Kultur, Tradition und Werte sein und bleiben.» «Kreuz bleibt», sagten sich wohl auch die Rechtsextremen, die nach der Attacke des Kreuzhackers ein Ersatzkreuz auf den Schafreuter buckelten.

Nicht Gipfelkreuze zerstören, sondern ein Zeichen der Toleranz setzen wollten italienische Kletterer und befestigten 2005 auf dem Piz Badile im Bergell eine Buddhafigur. Im Sturm der Entrüstung religiöser Kreise liessen sich sogar Bischöfe vernehmen, und selbst Reinhold Messner, sonst kein Freund von Gipfelkreuzen, fands nicht lustig. Ein Sturm der Entrüstung fegte auch Anfang September durchs Appenzellerland, als der einheimische Künstler Christian Meier einen drei Meter hohen Halbmond auf die «Freiheit» fliegen liess, einen schönen Kletterberg im Alpstein. Als Atheist seien ihm auf einer Wanderung die vielen Gipfelkreuze aufgefallen, sagte er zu «Blick». «Da kam mir die Idee, einen ebenso absurden Kontrast zu setzen.»

Gipfelkreuze, Gipfelhalbmonde und Gipfelbuddhas polarisieren mindestens ebenso wie Burkas, Kopftücher und Minarette – selbst Leute, die nie auf Gipfel kommen, es sei denn mit der Seilbahn. Zum Beispiel auf den Säntis. Da erhebt sich eine mehrere Meter hohe buddhistische Stupa mit Gebetsfahnen. Bisher hat dieses religiöse Gipfelzeichen zum Gedenken an die Tibetflüchtlinge niemanden gestört.

53 Kommentare zu «Braucht es Gipfelkreuze?»

  • Raphael Raphael Wellig sagt:

    hallo miteinander

    das ist gar keine frage. gipfelkreuze haben auf den gipfeln nichts verloren. der schöpfer dieser wunderschönen natur, hat die berge ohne kreuze entstehen lassen. der berg ist ein freier raum, und dieser sollte nicht verändert werden. ein steinmann auf einem gipfel, oder auch nichts, das genügt.

    gruesse von
    raphael wellig

  • Anh Toàn sagt:

    Das Gipfelkreuz markiere den höchsten Punkt des berges lese ich hier wiederholt. Also ohne Kreuz würden wir nicht merken, dass wir zuoberst sind und einfach weiter klettern?

    • Jean-Nicolas sagt:

      Steinmann im Grossformat würde auch reichen. Wie mit allem, das Mass machts. Gipfelkreuze XXL sind wohl des Guten zuviel! Buddhas und Halbmonde gerne im demjenigen Land wo sie auch tief verwurzelt sind.

  • T.Müller sagt:

    Hier noch ein Link, der das Ausmass des Phänomens verdeutlicht.

  • Roland K. Moser sagt:

    Wenn man die Religion als psychische Krankheit betrachtet, wird einem auch klar, wieso sich diese menschen- und lebensfeindlichen Gewalt-Ideologien nur mit Gewalt ausbreiten konnten. Freiwillig hat das Christentum niemand angenommen, deshalb auch die religiöse Gehirnwäsche bereits im Kindesalter. Was dann auch zur Folge hat, dass man sich kaum mehr davon lösen kann.
    Das Sendungsbewusstsein und der Missionierszwang, in diesem Fall der Christen, ist mühsam. Die Gipfelkreuze entspringen genau dem Sendungsbewusstsein und dem Missionierunszwang.
    Weder ein Jude, noch ein Christ, noch ein Muslim kann rational begründen, wieso gerade seine Religion die richtige sein soll. Kommt noch dazu, dass 1 Gott 3 sich nicht vertragende Religionen auf die Menschen loslässt.
    Das Zeug gehört verboten.

  • T.Müller sagt:

    Diese Diskussion enthält bemerkenswert viel Unsinn, etwa dass das Gipfelkreuz kein religiöses Symbol sei, sondern den höchsten Punkt markiere. – Selbstverständlich ist es ein religiöses Symbol, und genau in dieser Funktion steht es dort oben: seht her, das alles hier ist Christenland. Aus diesem Grunde sind viele Kreuze auch überraschend gross, so dass sie möglichst von sehr weit her gesehen werden können, in Österreich und Südtirol in einigen Fällen sogar mehr als 10m hoch. Viele Kreuze enthalten zudem einen klar religiösen Sinnspruch. Einige Kreuze stehen zudem gar nicht auf dem höchsten Punkt, sondern auf Vorgipfeln, damit man sie von unten besser sehen kann. – Das Gipfelkreuz und das Kreuz im Schulzimmer sind Machtdemonstrationen, genau wie das unvermeidliche Glockenläuten.

  • Josef Simon sagt:

    Steinmännchen sind das sympathischere Gipfelzeichen, überall auf der Welt
    haben wir kleine Steinmännchen gebaut, in der Südsee, im Himalaya, in den Alpen. Sie bieten sich an und kostet nicht viel, nur ein wenig offene Augen beim sammeln :-)

  • A. Z'Graggen-Akaoui sagt:

    Das Kreuz enstand bereits unter den Babyloniern (Chaldäa), breitete sich bei den Phöniziern, den Aegyptern, sogar bei den Indianern Mexikos und Perus aus und stand für Beschützung (z.B. auf Grabstätten), lange bevor das Christentum entstand. Im Christentum verstehe ich es als Symbol des Leidens.
    Weshalb sollte es nicht auf Berggipfeln stehen ? Das Leben bedeutet doch auch Leiden – ist es so unangenehm, daran erinnert zu werden ?

  • Staub Werner sagt:

    Sind wir schon so weit, dass wir über alles und jedes debattieren müssen. Wenn es mir noch möglich wäre, auf einen Gipfel zu steigen, würde ich mich freuen, oben ein Kreuz stehen zu sehen. Nur schon, damit ich mich daran stützen und ausruhen könnte. Aus der Rekrutenschule habe ich noch ein Bild, auf dem ich an einem Steinmandli sitze und meinen Enkel zeigen kann, dass ich auch mal auf Berge hochgekommen bin und vor allem noch schlanker war. . Nicht immer gleich an Gott gedacht, sondern die Symbole geschätzt und die Natur bewundert.

  • Lucas Cannolari sagt:

    Unglaublich diese vielen Fehlinterpretationen. Ich bin sehr oft in den Bergen unterwegs und mich stören schon lange bestehende, schlichte Gipfelkreuze nicht im geringsten. Ich betrachte diese auch weniger als religiöses Symbol, sondern viel mehr als „Markierung“ des höchsten Punktes. Auf den allermeisten Alpengipfeln allerdings gibt es kein Kreuz und gab es auch nie eines. Mir ist ebenfalls aufgefallen, dass in letzter Zeit und grosse, neue Kreuze installiert werden und bestehende auch durch grössere ersetzt. Das finde ich unnötig und auch falsch. „Der Schöpfer“ hat die Berge ohne Kreuze erschaffen, so sollen sie auch bleiben. Die Berge sind für alle da und dürfen nicht durch religiöse Machtsymbole markiert werden. Überall braucht man eine Baubewilligung, ausser auf Berggipfeln…

  • Alberto La Rocca sagt:

    Wenn das Material schon mal auf dem Gipfel ist, kann man daraus auch ein bequemes Bänkchen basteln…

  • U. und B. Attinger sagt:

    Die Kreuze stehen für das Christentum, die Freiheit, die Liebe Gottes und sind Teil unserer Schweizer Kultur. Diese Werte wollen wir bewahren!

    • Paul sagt:

      Christentum und Freiheit im gleichen Satz; das sich da die Tastatur nicht verbiegt gleicht einem Wunder. Wie die meisten Religionen basiert auch das Christentum in der heutigen Ausprägung auf Unterdrückung und hat mit Freiheit aber gar nichts zu tun – man denke nur an all die Sprüche von wegen in der Hölle schmoren wenn das gemacht oder dies nicht gemacht wir.

  • Hans Weiser sagt:

    Soll man in Zukunft bei Umfragen, der Steuererklärung etc. auch nichts mehr „ankreuzen“ sondern „halbmonden“ oder „buddhaen“ … ?

    Das Gipfelkreuz markiert den höchsten Punkt, fertig.

  • Urs Kym sagt:

    An alle Traditionalisten hier: Ich war zwar nie Bergsteiger oder Kletterer, meine mich aber zu erinnern, dass das nicht-religiöse „Steinmannli“ eine grössere Tradition hatte als das Gipfelkreuz – von wegen Markenzeichen. Schon deshalb, weil die dazu nötigen Materialien in der unmittelbaren Umgebung herumlagen und nicht erst heraufgetragen oder -geflogen werden mussten. Was ist eigentlich aus dieser Tradition geworden ? Zudem sehe ich nicht ein, wieso Gipfel, die vorher ohne Kreuz auskamen, neuerdings eines haben müssen. Müssen auch die letzten Flecken von „unberührter Natur“ ohne Not oder Zweck unbedingt auch noch ein „zivilsatorisches Zeichen“ verpasst bekommen ? Wenn man traditionalistisch im tatsächlichen Sinn sein will, soll man wieder Wegkreuze und nicht Gipfelkreuze montieren.

  • Andrè Leutenegger sagt:

    Diese Gipfelkreuze stehen nun mal schon seit zum Teil 200 Jahren dort. Die meisten Menschen werden sowieso nie ein Gipfelkreuz zu sehen bekommen.

    Wenn ich auf Wanderung bin, sehe ich dort nur ein Kreuz am Gipfel welches mir besagt, dass ich oben bin. Ab und zu benutze ich es noch als Kleiderständer, ist ja ganz praktisch. An Religion habe ich dabei noch nie gedacht, aber das ist eben Ansichtssache.

    Sollte entschieden werden, diese zu entfernen, dann bitte aus privaten Spenden. Für so einen Schwachsinn, sollte nicht der Steuerzahler aufkommen müssen.

  • Emil Eugster sagt:

    Würden diese Religiösen doch Windräder statt Folterinstrumente anbeten, dann könnte man wenigstens damit Strom generieren.

  • Tom sagt:

    Regt euch nicht auf, ‚zefix!!!

  • Martin Thalmann sagt:

    Ich finde ein Gipfelkreuz persönlich schön. Es gehört zu unserer Kultur einen Dank Richtung Himmel zu schicken, wenn man heil auf dem Gipfel angekommen ist. Und wie oft schleicht sich bei mir ein Gedanken von „Demut gegenüber der Schöpfung“ ein, wenn ich die herrliche Bergsicht betrachte.

  • Alexandra Weber sagt:

    Das Gipfelkreuz gehört zur Schweiz – ist unser Markenzeichen.
    Ausländer denen das nicht passt müssen nicht auf unsere Berge gehen.
    Schweizer denen das nicht passt sollen es auch bleiben lassen.
    Verhunzung dieser Gipfelsymbole müssen hoch gebüsst werden.
    Es gibt an unseren Schweizer-Bergen absolut NICHTS auszusetzen. Hört endlich mit dem Suchen der Nadel im Heuhaufen auf – unsere Berge sind
    die Stabilität und die Festigkeit unseres Landes – sie prägen uns. Das Kreuz
    ist unsere Eigenheit – es gibt nichts zu ändern und nichts zu meckern. Pfoten weg!

    • joe Meistre sagt:

      Gemäss ihren Ausführungen sind die Berge und das Kreuz/Christentum die einzigen Grundfeste der Schweiz. Zum Glück leben wir ja dann doch im Zeitalter der Trennung von Kirche und Staat. Und zum Glück hat die Schweiz ja noch so viel mehr zu bieten als Berge und Kreuze…

    • Thomas Weilenmann sagt:

      Guter Beitrag, danke!

    • Flori Antha sagt:

      @Weber: das ist schlicht und einfach falsch. Gipfelkreuze sind nichts spezifisch Schweizerisches, im Gegenteil sie wurden eher in den Ostalpen erfunden. Natürlich können Sie sich mit Bezug auf Gipfelkreuze als Alpenländerin fühlen, aber nicht als Schweizerin.

    • Alberto La Rocca sagt:

      Informieren Sie sich bitte, wie ein Schweizerkreuz aussieht – da haben die Ausländer meistens eine grössere Ahnung davon als Sie, Alexa Weber! :-D

  • Hans sagt:

    Der Halbmond auf der Freiheit ist abmontiert. In wenigen Metern Luftdistanz steht der ‚Fähnligipfel‘ an den Widderalpstöcken. Bis vor wenigen Jahren nur mit einem kleinen Blechfähnlein geschmückt. Weder Kreuz noch Halbmond, die Lösung? Nein, nun wurde das Fähnlein durch ein überdimensioniertes, mit Heli transportiertes Gipfelkreuz ergänzt. Unnötig, da ist mir der Steinmann auf dem Bristen lieber. Den Wildwuchs von Kreuzen würde ich beenden, jeder Gläubige kann auch so auf einem Gipfel still beten. Es käme mir aber nie in den Sinn, ein Kreuz zu zerstören.

  • Hassan Lahned El Latif sagt:

    Versucht mal ein Kreuz auf dem Berg Sinai oder anderem islamischen Gebiet aufzustellen. Damit erübrigt sich wohl solche unnötige Aktionen wie Kreuz abhacken. Tibetische Gebetsfahnen hingegen finde ich sehr schön und bereichern die Gipfel ebenso, das ist schliesslich Tratition im Himalaya.

  • C. Lanz sagt:

    lieber Herr Zopfi, Sie werfen im Titel eine Frage auf, und beantworten Sie nicht. Mich würde Ihre Meinung interessieren. Liebe Grüsse

    • Emil Zopfi sagt:

      Die Alpenpioniere errichteten Steinmänner, keine Gipfelkreuze. Das finde ich am schönsten und passendsten als Gipfelsignal. Traditionell standen Alpkreuze auf Alpen für Andachten, Alpsegen. Auch gegen ein schlichtes Kreuz, das Material im Rucksack heraufgetragen, habe ich nichts einzuwenden. Wobei ja nicht auf jedem Hoger ein stehen muss. Die Monsterkreuze, die in jüngster Zeit per Heli auf Gipfel geflogen werden, einzementiert, mit Drahtseilen verankert, mit Blitzableiter versehen haben nichts mit Tradition, mit Liebe zu den Bergen oder zur Heimat zu tun. Es sind reine Machtdemonstrationen.

  • Karl Stadler sagt:

    „Panta rhei“! Von diesem Axiom liess sich bereits Heraklit leiten. Und das dürfte auch für zeitgenösssische kulturelle Befindlichkeiten gelten. Heute, im Zeitalter der Globalisierung und der digitalen Kommunikation mehr denn je. In den hintersten Tälern gilt es mittlerweile als evident, dass unsere kulturelle Identität, sofern es denn eine solche wirklich geben sollte, durch öffentliche Zeichen und Symbole wie Gipfelkreuze weder gestärkt noch gesichert wird. Der Geist, welcher vielleicht Hilfestellung bieten kann, unsere Kontingenz zu bewältigen und unseren menschlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, nährt sich gerade aus einem Fundus, welcher teilweise kulturübergreifend anzutreffen ist und die vielfältige kulturelle Ausformung von Grundbedürfnissen birgt.

  • Thomas sagt:

    Ich bin Agnostiker und freue mich trotzdem über schöne Gipfelkreuze. Mit diesem „anti-religiösen Fanatismus“ kann ich nichts anfangen. Das ist für mich (typisch schweizerisch) gesuchte Empörung und in einem ähnlichen Bereich anzusiedeln wie die Feministinnen, welche sich über Ampelmännchen aufregen. Gewisse Herleitungen und Fantasien sind schlicht lächerlich. Kaum ein normaler Bürger denkt beim Anblick des Kreuzes über christlichen Machtanspruch oder einen gequälten Menschen am Kreuze nach.
    Schon eher kommen mir bei den Ansprüchen gewisser Kreise nach Verbot sämtlicher religiöser/kultureller Symbole vergangene ethnische Säuberungen in den Sinn. Gewisse Parallelen sind klar erkennbar. Seht das Gipfelkreuz doch einfach als etablierte Zielmarkierung an und entspannt Euch.

    • Flori Antha sagt:

      @Thomas: ich stimme Ihnen zu. Allerdings muss man auch nicht partout auf jeden Gipfel ein Kreuz tragen. Das finde ich auch Zwängerei.

  • Vinzenz Bieri sagt:

    Das Volk duldet einzig und allein Symbole auf unseren Berggipfeln, welche durch unsere demokratisch gewählten Kantonsregierungen bewilligt worden sind. Weil wir uns auf den Bergeshöhen bereits in einem chaotischen Streit kultureller und kommerzieller Interessen befinden, brauchen wir in erster Dringlichkeit den Dialog im Tal, damit wir Mehrheiten dafür finden, was wir dort oben in Zukunft brauchen, wo wir uns offensichtlich dem Allmächtigen näher fühlen. Bei der Anzahl und Ausstattung mit Gipfelkreuzen fehlt es mir an weniger.

  • H. Huguenin sagt:

    JA, es braucht ein Kreuz auf jeden Gipfel und in jede Schulklasse, wir sind ein CHRISTLICHES Land und wollen dazu stehen!
    Weil wir christliche Leute sind, haben wir viele Flüchtlinge aufgenommen, sehr viele davon sind nicht christlich aufgezogen worden, die sollten sich aber an uns anpassen, nicht das Gegenteil! Sonst sollen sie wieder gehen.

    • Emil Eugster sagt:

      Ich bin nicht christlich! Ich denke für mich selbst. Was fällt ihnen ein mich zu beleidigen?

    • christoph steiger sagt:

      Wir sind kein CHRISTLICHES Land. Was denken Sie, H. Huguenin, woher kommen unsere Menschenrechte, die Gleichstellung, unsere Freiheitsrechte und die demokratischen Rechte? Bestimmt nicht aus der Bibel! Wir stehe in der Tradition einer abendländischen Philosophie, die ihren Anfang in der Antike nahm. Alle Errungenschaften die heute unsere westliche Kultur auszeichnen haben wir nicht wegen, sondern trotz der Religion. Und es war ein blutiger Weg dorthin. Es ist eine Zumutung, dass wir uns im 21.Jh. noch mit so irrationalen Phantasiegebilden wie Religionen herumschlagen müssen. Hört endlich auf Religionen zu verbreiten, es würde Millionen von Menschenleben retten!

  • Roland K. Moser sagt:

    Nein, es braucht keine Gipfelkreuze.
    Gipfelkreuze sind ein Machtanspruch der Christen über die Menschen. Und wenn man weiss, dass diese Ideologie sich auf dem ganzen Planeten nur mit Gewalt ausbreiten konnte, analog dem Islam, wird keinen Schwachsinn mehr erzählen „vom christlich geprägten Abendland“.
    Desweiteren ist die Trennung von Religion und Staat in der Bundesverfassung zu verankern und auch konsequent durchzuziehen.

  • Fuchs Werner sagt:

    Ein Kreuz aufeinem Bergipfel gehört zur Schweiz. Wer eine Berwanderung macht und das Kreuz beobachtet, weiss, dass er als Christ durch dieses Kreuz wieder heil nach unten kommen kann. Ich bin aber gleicher Meinung, es dürfen keine Monster von Kreuzen aufgestllt werden.

    • Emil Eugster sagt:

      Der Besitzanspruch wird auf jedem Berg mit einem Kreuz manifestiert – aber nicht mit einem Monsterkreuz, unsere Religion leert uns schliesslich Bescheidenheit.
      Wenn sie denken würden, hätten sie den Widerspruch selbst erkannt.

    • joe Meistre sagt:

      Also kommen nur Christen heil wieder runter? Mich würde eine Untersuchung zur Korrelation zwischen Glauben und Bergunfällen interessieren. Aber wahrscheinlich kommt nichts dabei raus. Warum auch. Glauben ist ja schliesslich nicht gleich Wissen.

      • Emil Eugster sagt:

        Die meisten Toten in den Schweizer Alpen werden wohl „römisch-katholisch “ oder „reformiert“ in ihren Ausweisen stehen haben.
        Es gibt wohl eine Korrelation zwischen Gipfelkreuzen und Bergtoten aber die ist gerade umgekehrt Herr Werner das glaubt.

    • Roland K. Moser sagt:

      Und wieso muss das Kreuz der Christen auf dem Berg stehen und nicht Helvetia?
      Das Christentum gehört in den Nahen Osten, hier und im Rest der Welt hat es nur Blut, Tränen und Elend verbreitet.

  • Martin Spaelty sagt:

    Ich respektiere die Pflege identitätsstiftender Sitten und Gebräuche, auch wenn diese meiner persönlichen Werthaltung nicht entsprechen sollten. Ich kann es auch nachvollziehen, dass gottesfürchtige Pioniere Ihrem Glauben mit einem friedlichen Zeichen Dank zollten. Frevel an solchen Zeitzeugen sind Ausdruck von Schwäche, Respektlosigkeit und Intoleranz. Heute jedoch, sollten wir Berge Berge, Meerestiefen Meerestiefen, Eis- und Sandwüsten Eis- und Sandwüsten sein lassen. Stiller Stolz etwas geleistet, sich womöglich selbst übertroffen zu haben, soll man durchaus geniessen, jedoch ohne Messingplakette, Gipfelkreuz oder sonstigen, marketinggeilem Firlefanz. Einfach nur still geniessen und etwas Stolz hegen, dazu braucht es nicht einmal ein Gipfelbuch oder eine Flagge auf dem Mond.

    • Elisabeth sagt:

      Früher zumindest waren Gipfelkreuze nicht Ausdruck einer vollbrachten alpinen Leistung sondern oft Symbol für geleistete Busse – nämlich das Herauftragen des Kreuzes. Per Heli transportierte Kreuze haben diesen Anspruch natürlich nicht. Mich stören Klettersteige und vor allem die grausamen Plattformen, Hängebrücken etc., die nun auf jedem touristisch erschlossenen Gipfel montiert werden, erheblich mehr.

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