Die fetten Tage sind vorbei

FAHRRAD, VELO, UEBERGEWICHT, BAUCH, RENNVELO

Mmmh, gut waren sie, die diversen Festessen der letzten Tage. Aber sie haben ihre Spuren hinterlassen. Dagegen hilft nur eins: Ab aufs Velo! Foto: Walter Bieri (Keystone)

Das Käsefondue an Heiligabend, der fette Braten an Weihnachten, der Mehrgänger an Neujahr, der Dreikönigskuchen am 6. Januar und dazwischen jede Menge Weihnachtsguetsli und kaum Sport – am Klischee der Neujahrsbauchringe ist mehr Wahres dran, als den meisten lieb ist. Zum Glück ist der Zeitpunkt für gute Vorsätze nie besser als zum Jahresbeginn. Wie wird man also die überflüssigen Pfunde am effektivsten wieder los? Die guten Nachrichten vorweg:

  1. Mountainbiken ist eine der besten Möglichkeiten, um Fett zu verbrennen.
  2. Die Aussage, dass stupides «Kilometerfressen» besonders erfolgversprechend sei, ist mittlerweile wissenschaftlich widerlegt.

Bei tiefer Intensität wächst zwar der verbrauchte Fettanteil, allerdings ist der gesamte Energieverbrauch dann auch geringer. Effektiver ist es also, die Belastung zu erhöhen. Dadurch werden absolut gesehen mehr Kalorien aus den Fettreserven verbrannt. Wer also die Hausrunde in Rekordzeit rockt, verbrennt nicht nur das «Hüftgold», sondern hat damit auch noch seinen Spass.

Basta mit Pasta!

Natürlich spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle, wenn wir das Körpergewicht ins Lot bringen wollen. Pastaorgien vor der Biketour liegen da nicht drin. Im Gegenteil – vor und während moderaten Trainingseinheiten sollte die Einnahme von Kohlenhydraten deutlich reduziert werden. Sagen die Profis. Zum Beispiel der deutsche Biologe und Sportwissenschaftler Dr. Wolfgang Feil: «Dies ist ein entscheidender Trainingsreiz dafür, dass der Körper mehr Fett verbrennen kann. Und wenn ein Sportler lernt, mehr Fett zu verbrennen, wird er automatisch schneller und leistungsfähiger.» Konkret heisst das: Bei Trainingseinheiten bis zu einer Länge von 60 bis 90 Minuten sollte auf die gezielte Zufuhr von Kohlenhydraten verzichtet werden. Ein Glas Wasser direkt vor dem Training kann helfen, das Hungergefühl zu unterdrücken. Der Körper gewöhnt sich erstaunlich schnell an den vermeintlichen Energiemangel. Erst bei intensivem und langem Training werden Kohlenhydrate benötigt, um die hohen Belastungen durchzustehen.

Doch auch dann sollte man nicht blindlings zur grossen Pastapackung greifen, denn nicht alle Kohlenhydrate sind gleichwertig. Die Aufnahme von sogenannten leeren Kohlenhydraten sollte gemäss Ernährungsexperten reduziert werden. Weissmehl, Zucker und helle Weizenprodukte lassen den Blutzuckerspiegel sehr schnell ansteigen und kurz darauf ebenso schnell wieder abfallen. Dadurch entsteht ein gesteigerter Appetit. Besser sind da schon komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Pseudogetreiden, Gemüse oder Nüssen, weil mit ihnen der Blutzuckerspiegel länger konstant bleibt. Ein weiterer Pluspunkt der komplexen Kohlenhydrate ist, dass sie Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe enthalten. Letztere sind unverdauliche Kohlenhydrate, die zwar keine Energie liefern, aber die Funktion des Magen-Darm-Traktes sichern und die Verdauungsorgane aktivieren. Ganz nebenbei senken sie die Gefahr, dass der Körper übermässig Fett ansetzt, denn Ballaststoffe binden Fett, das in dieser Kombination ausgeschieden wird.

Das Immunsystem gut würzen

Als einen entscheidenden Bestandteil der Ernährung nennt Dr. Feil auch Kräuter und Gewürze: «Das sind richtige Immunpusher. Im Winter ist es besonders wichtig, sich viel mit Gewürzen wie z.B. mit Ingwer und Chili zu versorgen», sagt der Ernährungsexperte. Mit Salz sollte man hingegen sparsam umgehen, denn übermässiger Genuss führt zur Ausschwemmung von Kalzium und hemmt so den Stoffwechsel. Die gesunde Ernährung wird also in der kalten Jahreszeit umso wichtiger. Denn wer krank ist, sitzt nicht im Mountainbikesattel und verbrennt so auch keine Kalorien.

Trainingseifer oder Genuss ohne Grenzen: Wie sehr achten Sie auf Ihre Ernährung? Wie halten Sie es nach den Festtagen mit der Ernährung? Purer Spassbringer oder Gesundheitsmotor – welche Rolle spielt das Mountainbike für Sie?

 

 

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