Fünf Kilo in vier Tagen!

Outdoor

Eine ziemlich sichere Methode, um lästige Kilos zu verlieren: Wandern. Foto: iStock

Wie kann man möglichst gezielt Körperfett abnehmen, ohne gleichzeitig Muskelmasse abzubauen? Mit proteinreicher Nahrung? Eine neue Studie hat Verblüffendes zutage gebracht – gerade für Sportler. Publiziert wurde sie in «The Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports» und danach von der «New York Times» ausführlich besprochen.

Im Zentrum des Experiments stand die Frage: Wie viel Körperfett kann ein Mensch bei minimaler Kalorienzufuhr und maximaler Bewegung innert vier Tagen verlieren? Teilgenommen haben 15 gesunde, aber übergewichtige Männer aus Schweden. Pro Tag durfte jeder nur 360 Kalorien in flüssiger Form konsumieren, 1800 weniger als empfohlen. Eine Gruppe erhielt gezuckerte Sportgetränke, die andere Proteindrinks. Gleichzeitig haben sie sich bewegt – wie wild: Nach dem Aufstehen 45 Minuten Oberkörpertraining im Fitnessstudio, danach mussten sie acht Stunden lang in der freien Natur wandern, wobei sie pro Stunde zehn Minuten pausieren durften. Wasser und kalorienreduzierte Sportgetränke waren erlaubt, so viel sie wollten.

Das Resultat:

– Den meisten Probanden fiel der Test leichter, als sie sich vorgestellt hatten. Sie klagten nicht über Hunger, sondern höchstens über Blasen an den Füssen oder Schmerzen in den Gelenken.

– Jeder hatte in vier Tagen rund fünf Kilo abgenommen – davon gleich viel Körperfett wie Muskelmasse. Das hat die Forscher überrascht. Sie hatten erwartet, dass die Proteindrink-Gruppe weniger Muskelmasse verlieren würde. Aber das Verhältnis blieb bei beiden Gruppen dasselbe.

– Noch überraschter waren die Forscher aber, dass sich bei den Testpersonen danach kein Jo-Jo-Effekt zeigte, dass sie die verlorenen Kilos also nicht sogleich wieder angesetzt hatten. Die meisten brachten einen Monat später bei der Nachuntersuchung sogar noch ein zusätzliches Kilo Körperfett weniger auf die Waage – und hielten das Gewicht noch ein Jahr später.

Wie lässt sich das erklären? Die Forscher können noch keine eindeutige Antwort liefern. Für sie ist es «unerklärlich». Im Moment gehen sie davon aus, dass die Männer ein neues Körpergefühl entwickelten und dank des Erfolgs motiviert waren, ihre Lebensgewohnheiten zu verändern. Sie bewegen sich seither öfter und essen weniger als vorher.

Bevor nun aber jemand dieses brachiale Diät nachmacht: Es war ein wissenschaftliches, von Ärzten überwachtes 4-Tage-Projekt. Frauen wurden noch nicht getestet, und in Hollywood ist die Methode noch nicht angekommen.

Vier Tage hintereinander je acht Stunden Wandern feuert die Fettverbrennung doch auch ganz gut an, wenn man normal isst. Oder?

9 Kommentare zu «Fünf Kilo in vier Tagen!»

  • Ashiro sagt:

    Ein Freund war für 10 Tage in Nepal über 4000müM wandern, jeweils 8h pro Tag. dabei ass er so viel er,konnte. Trotzdem hat er 10kg an Gewicht verloren. Über die nächsten zwei Jahre hat er sie kaum zugenommen.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Die Atkins-Diät funktioniert exakt auf diese Weise. Denn unser Körper will gar nicht so viele Proteine (Eiweisse) aufnehmen, weil zuviele für ihn ungesund sind (zu viel Fleisch kann z.B. Gicht auslösen). Durch den Sport spürten die Teilnehmer keine Mangelerscheinungen, denn die ausgeschütteten Endorphine dämpften andere „Gelüste“ des Körpers. Doch alle Atkins-Jünger fangen irgendwann an, Psycho-Pharmaka zu schlucken (Aufheller), weil ihnen der Zucker (Kohlenhydrate) und das Fett (Tryptophan) fehlt. Der Zucker sorgt über die Bauchspeicheldrüse und damit über Insulin dafür, dass die Proteine den Körperzellen zugeführt werden. Tryptophan wird jedoch nur vom Gehirn aufgenommen und in Serotonin umgewandelt. Dieses Serotoin ist lebenswichtig für unseren Tag/Nacht-Rhythmus (Serotonin verwandelt sich bei weniger als 1500 Lux Licht in Melatonin um). Durch das Tageslicht beim Wandern verzögerte sich bei den Teilnehmern aber der Serotonin-Abbau, weshalb ihr kleinerer Vorrat länger anhielt. Und vier Tage kann man eh jede Diät, inklusvie 0-Diät, aushalten. Unser Körper ist dafür von der Natur gebaut.

    • Ramon Paxus sagt:

      @Rothacher: Offensichtlich haben Sie keine Ahnung von der Ernährung nach Atkins. Bei Atkins, und auch bei ähnlichen kohlenhydratarmen Ernährungsformen, wird die Energie hauptsächlich über Fett aufgenommen. Eiweisse sind zwar nicht so stark limitiert wie Kohlenhydrate, aber auch davon soll massvoll gegessen werden.

  • Roland K. Moser sagt:

    „…Vier Tage hintereinander je acht Stunden Wandern feuert die Fettverbrennung doch auch ganz gut an, wenn man normal isst. Oder?…“ Natürlich. Und das können nur trainierte.

    Wie man 8 Stunden ohne Energiezufuhr wandern kann, ist mir ein Rätsel, weil es einen Hungerast geben muss.

    • Luise sagt:

      Man kann einen Hungerast für eine gewisse Zeit ausblenden. Aber ich hätte ein Problem, würde frieren und zittern…

    • Hotel Papa sagt:

      Auf dem Energiebedarfsniveau „Wandern“ können wohl die meisten mit reiner Fettverbrennung funktionieren. Das ist schliesslich kein Hochintensitäts-Sport.

    • Läufer sagt:

      Wandern ist nicht ganz dasselbe wie Rennen oder eine Tour de France Etappe zu fahren. Da überlebt man einen Hungerast problemlos…glauben Sie mir. as schafft jeder, besonders, wenn`s nur vier Tage sind.

  • Luise sagt:

    Interessantes Experiment! Interessant auch, dass kein Jojo-Effekt erschien. Aber ich denke, dass wahrscheinlich 4 Stunden Bewegung dasselbe Resultat erbracht hätte. Es stellt sich auch die Frage, ob eine Studie mit 15 Personen Resultate bringt, die für alle Menschen gelten. Nun, obschon ich gern definitiv 2, 3 Kilo definitiv los werden würde denke ich, dass eine Wanderwoche mit normalem Essen auch schon hilft, ein bisschen abzunehmen.

  • Markus sagt:

    Ich bin überrascht, dass kein Jo-Jo Effekt beobachtet wurde. Gerade weil gleich viel Muskel- wie Fettmasse abgebaut wurde. Dies führt ja dazu, dass der Grundumsatz sinkt. Also müssen die Probanden ihre Lebensgewohnheiten auch nach dem Projekt deutlich angepasst haben. Und Frau knecht: Es gibt Quellen die sagen das der Körper ab 4000 M.ü.M direkt Fettreserven anzapft zur Energie Gewinnung, selbst wenn die Glykogenspeicher noch gefüllt sind – also wenn das „kein Grund“ ist :-)

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