Wann enden Pechsträhnen?


Ehrlich? Ich hatte mir die Vorbereitungen auf das einwöchige Gigathlon-Abenteuer anders vorgestellt. Denn in in den vergangenen Monaten hatte ich eine Pechsträhne gebucht: Von Eisen- und Vitamin-B12-Mangel, über einen hartnäckigen Husten, einer ausserordentlich intensiven Zeit in der Redaktion und einer Trennung, die nicht nur mir zusetzte, sondern auch unserer Gigathlon-Mannschaft. Dem Team Go West fehlte damit wenige Wochen vor dem sechstägigen Sportanlass einer von zwei Supportern, ohne welche das Abenteuer nicht zu stemmen ist. Kaum hatte ich eine Hürde geschafft, tauchte bereits die nächste auf – so zumindest fühlte es sich an. Ständig veränderten sich die Voraussetzungen. Eine Mentaltrainingseinheit folgte so ungewollt der nächsten.

Auf der Suche nach einem neuen Betreuer zerrann mir und meinem Teamkollegen Roland Rietiker die Zeit regelrecht zwischen den Fingern. Lediglich fünf Tage vor dem Gigathlonstart war unser Team endlich wieder komplett. Statt zwei Supportern, die uns eine Woche lang betreuen, steht uns nun Jenny Steiner wie geplant die gesamte Woche bei. Den zweiten Betreuerjob teilen sich im Zweitagestakt Nadja Ehrbar, Werner Leuenberger und Simone Zuber.

Und als ob all das nicht gereicht hätte, hielt mich die letzten drei Tage vor dem Start Durchfall in Schach. Es verwunderte mich deshalb nicht mehr, dass auch unsere Fahrt von Winterthur ins erste Gigathlon-Camp nach Chur nicht reibungslos verlief: Der Tankdeckel des ausgeliehenen Minibusses wollte sich partout nicht öffnen lassen. Es verlangte uns mechanisches Geschick ab, vom Innern des Wagens aus die Klappen mit einem Hebel zwangzuöffnen. Mit zwei Stunden Verspätung machten wir uns schliesslich auf den Weg. Der weitere Tagesverlauf ist auf dieser Pechliste glücklicherweise nicht erwähnenswert.

Heute Montag ist es nun soweit: Um 5.30 Uhr fiel der Startschuss für unser grosses Abenteuer. Sechs Tage, 30 Etappen durch 12 Kantone, 515 Kilometer im Velosattel, 258 Kilometer auf dem Bike, 158 Kilometer auf den Inlineskates, 102 Kilometer in den Laufschuhen und 24 Kilometer Schwimmen warten auf uns. Ich will nun dem geflügelten Wort Glauben schenken, das auf gescheiterte Hauptproben eine gelungene Aufführung folgt. Und weil diese Pechsträhne nicht enden will, kann ich es kaum erwarten ihr endlich davon zu laufen …

Wie mir das gelingt und ob Murphy noch immer mein treuer Begleiter ist, erfahren Sie täglich hier im Outdoorblog.

Mit am Start ist Roger Fischlin, Single-Sieger der Gigathlons 2006, 2007 und 2009. Er tritt 2013 abermals alleine an und will ganz vorne mitmischen. Ebenfalls Kurs aufs Podest genommen haben Yvonne und Simon Zahnd – sie bestreiten die sechs Tage wie wir als Zweierteam. Sie siegte im vergangenen Jahr in dieser Kategorie – wenn auch mit einem andern Partner. Die Podestanwärter Roger Fischlin sowie Simon und Yvonne Zahnd werden Sie, liebe Leser, während des Gigathlons täglich mit einer SMS und Bildern im Outdoorblog (siehe Bildstrecke oben) wissen lassen, welche Überraschungen das Abenteuer Gigathlon für sie bereithält.

3 Kommentare zu «Wann enden Pechsträhnen?»

  • Edi Berner sagt:

    Der Weg ist das Ziel… Und Ehrgeiz kann auch ins Auge gehen. Normal ist ein solide trainierter Sportler (in meiner Definition) fit, dass er so einen Gigathlon jederzeit absolvieren kann. Diese Jahr. Nächstes Jahr oder auch mal in den Ferien zum fun allein (unvergessen unser letzter Ausflug vom letzten Samstag: Solothurn-Greyezer-See mit dem Militärvelo: dann den ganzen See der Länge nach. Und zurück. Und am Abend Läufertreff und 15 km heiteres Joggen. Dazu braucht es weder events noch Trarirtrara. Darum: Aufgeben ist nur eine Aufgabe, wenn es etwas Besonderes wäre. Das ist es aber nicht. Und mit Magen-Darm deshydriert so ein Murgs… ach: wo bleibt da das Selbstbewusstsein? Nichts muss, alles kann. Pfeiff doch auf den Kommerz und mach mal Across Bergen (NO) und retour. Ein Tag Velo, ein Tag joggen. 60 Tage sollten reichen. Aber nicht darüber schreiben, nur machen und geniessen.

  • Luise sagt:

    Prüfung um Prüfung. Das kommt bei uns allen einmal vor. Was bleibt ist: Demut, das heisst, die Realität akzeptieren. Eine Häufung von Schicksalsschlägen ermahnt uns auch, Sorge zu unseren Kräften zu tragen. Dir Vorfreude auf den Gigathlon und die intensiven Gefühle während des Wettkampfs helfen beim Sich-Durchbeissen. Einfach sich selber nicht aus dem Auge verlieren und notfalls die Grösse haben, aufzugeben. Alles Gute Pia!

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    na, ich hoffe mal, dass ihr geschwächter körper das mitmacht – good luck, frau wertheimer!

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