Die kuriosesten Rekorde aller Zeiten

Japanese mountaineer Takako Arayama, 70, poses at the top of the Mount Everest May 17, 2006. Arayama is the oldest person to scale the world's highest peak from the Tibetan side. Picture taken May 17, 2006. REUTERS/Stringer - RTR1DNNZ

Der 70-jährige Japaner Takako Arayama war mal der älteste Mensch auf dem Everest. Inwischen wurde er von seinem 80-jährigen Landsmann Yuichiro Miura übertrumpft. Im Bild: Arayama auf dem Everest-Gipfel. (Foto: Reuters)

Kürzlich fragte mich ein ehemaliger Arbeitskollege via Facebook, wann ich den Everest plane. Ich antwortete: Everest – never ever(est). Lieber turne ich an einsamen Bergen in den Alpen herum. Ein anderer Freund schrieb darauf: Der Everest ist so passé.

Der grosse Mount Everest hängt allen zum Hals raus. Ausser jenen, die dort auf Biegen und Brechen hoch wollen. Über sie wird abgelästert. Gewisse Alpinisten tun das heftig, sie attestieren diesen Leuten den Status von Aussätzigen, vom Miststock angezogenen Fliegen. Bergunfähige, die schon an ihre Maximal-Grenze geraten, wenn sie über eine lächerliche Metalleiter auf- und absteigen müssen, oder zum 12 Meter hohen Hillary Step kommen. Die Besteigung eines Achttausenders mit Zunahme von Sauerstoff sei höchstens vergleichbar mit einem Sechstausender.

Das Gute im Schlechten

Ist es wirklich gerechtfertigt, derart über die Masse am Everest herzuziehen? Alpinistisch betrachtet, würde ich sagen: Es gibt in der Tat technisch Anspruchsvolleres, als an Fixseilen und in Obhut von Sherpas über eine Piste zu stapfen. Ob man diesen Stil überhaupt noch Bergsteigen nennen kann, darf sicher auch diskutiert werden. Dass der Berg durch die Überkommerzialisierung zu einem Freizeitpark degradiert wird, finde ich traurig. Aber will man diesen Wahnsinn stoppen, muss man in erster Linie die Anbieter zur Vernunft bringen.

Man kann diesen «Touristen» immerhin zugutehalten: Sie haben einen Traum, den sie nicht nur träumen, sondern tatsächlich verwirklichen wollen. Viele von ihnen sind in ihrem normalen Berufsalltag wahrscheinlich recht erfolgreich, oder sie leben sehr sparsam. Wie sonst könnten sie es sich leisten, die Reise auf den höchsten Erdengipfel zu bezahlen, die Expedition und das Visum, mindestens zwei Monate Urlaub zu beziehen, die laufenden Rechnungen daheim weiter zu berappen, die nötige Ausrüstung zu kaufen, etc. Ein Versuch am Everest läppert sich insgesamt auf schätzungsweise 100’000 Franken zusammen, der Erfolg ist nicht garantiert. Dieses Wagnis braucht auch Mut. Gewiss haben nicht alle einen reichen Onkel, oder grosszügige Sponsoren. Zudem: Eine Höhe von 8848 Meter zu erreichen – wie auch immer das geschieht – und einigermassen gesund ins Basislager zurückzukehren, erachte ich nicht einfach als nichts. Ob ich das könnte? Trotz aller Umsicht der Expeditionsanbieter kann man am Everest immer noch sterben.

Kommerz im Vordergrund

Völlig albern finde ich hingegen diese kuriose Rekordjägerei. In diesem Frühling war sie genau so lächerlich wie in den Vorjahren. Zum Beispiel:

  • Ein 80- und ein 81-Jähriger kämpften um den Altersrekord. Gewonnen hat der Jüngere.
  • Ein Amerikaner stand zum 15. Mal auf dem Everest-Gipfel und ist nun der erfolgreichste Nicht-Sherpa.
  • Eine 26-Jährige Inderin ist die erste beinamputierte Frau auf dem Everest.
  • Ein 32-Jähriger erreichte den Gipfel als erster ohne Arme. Bei seinem Abstieg gabs gleich noch einen zweiten Rekord. Er musste gerettet werden – von einem Helikpter aus 7800 Meter. Die höchste Helikopterrettung aller Zeiten.
  • Zum ersten Mal standen Zwillingsschwestern gemeinsam oben. Sie stammen aus Indien.
  • Qatar hat jetzt den ersten Everest-Besteiger, ebenso Andorra. Und auch ein erster Palästinenser war erfolgreich.
  • Ein Südkoreaner erreichte jetzt mit dem Everest alle 14 Achttausender ohne Sauerstoffflasche und ist nun der erste aus seinem Land, der das schaffte. Damit verzeichnet er gleich noch einen Weltrekord, weil ihm das in nur sieben Jahren, zehn Monaten und sechs Tagen gelang.
  • Eine 25-Jährige aus Saudiarabien ist die erste Frau aus dem arabischen Raum auf dem Everest.
  • Ein 22-Jähriger aus Pakistan war als jüngster Mensch aus der islamischen Welt oben.
  • Etc.

Bekanntlich kann auch Unsinn Sinn machen. Im Fall Everest nicht mal einen unsinnigen. Die Rekorde spülen Geld in die Kasse. Wer weiss, vielleicht haben wir gewöhnlichen Alpen-Bergsteiger auch schon einen Rekord erzielt, ohne es zu merken. Möglicherweise war ich schon …,

  • … die erste mit eingerissenem Fingernagel auf dem Uetliberg.
  • … die erste mit einer pinkfarbenen Jacke auf der Dufourspitze.
  • … die erste mit stumpfen Steigeisen auf dem Schreckhorn.
  • … die erste von meinen Kameraden aus dem Kindergarten auf dem Täschhorn.
  • … die erste aus meiner Strasse auf dem Dom.
  • … die erste aus meinem Einzelbüro auf dem Finsteraarhorn.

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41 Kommentare zu «Die kuriosesten Rekorde aller Zeiten»

  • hallo mitenand

    was heisst schon rekord ?
    das wie ist entscheidend am berg. glanztaten am mount everest sind:

    – erste sauerstofflose besteigung (kein flaschen sauerstoll) durch reinhold messner und peter habeler.
    – erste sollbesteigung durch reinhold messner.
    – erste winterbegehung
    – erhard loretan und jean troillet blitzbesteigung
    – erste ueberschreitung

    besteigungen wo mit möglichst wenig material der everest bestiegen wurde. also mit fairen mitteln.
    mit ausschliesslich menschlicher kraft.

    ich wünsche allen gute touren.

    gruss von
    raphael wellig http://www.raphaelwellig.ch

  • Rolf Hässig sagt:

    Seid 23 Jahren gehe ich regelmäßig auf die Simmenfluh (Sunnighorn ) ,bis vor 5 Jahren war es noch eine Insider Begehung (Bericht von Daniel Anker im „Alpen“. ) ca. 3 Monate nach diesem Bericht habe ich an einem Sonntag morgen 94 Personen gezählt
    Da habe ich mich auch gefragt was soll das ! Heute hat es sich wieder normalisiert. Noch heute nach knapp 700 Besteigungen in jeder Jahreszeit gibt immer wieder neues zu sehen.Es freut mich jedesmal wenn ich jemandem behilflich sein kann.
    Denn auch für mich gab es ein erstes mal!!

  • Tom sagt:

    Mögliche Gründe: das eigene, selbstüberschätzte Ego befriedigen bzw. einem Trend nachjagen, den man irgendwo aufschnappt oder von Marketing-Geschichten aufgeschwatzt bekommt (wo bleibt da die Vernunft?)

  • Joachim Adamek sagt:

    Der Everest dürfte sich über das Treiben der Menschen in den letzten Wochen tatsächlich sehr gewundert haben: Was war das für eine bunte Horde, die mit Pickel und Steigeisen angerückt kam, um im nächsten Augenblick wieder zu verschwinden? — Egal, er dürfte jetzt wieder zufrieden seinen Blick über alle anderen Berge in die Ferne schweifen lassen. Und vielleicht wird er dabei noch einmal an den 48-Jährigen denken, der vom höchsten Punkt der Nordwand in die Tiefe gesprungen ist, um nach einer Minute auf dem Rongbuk-Gletscher zu landen. Immerhin von 7.220 Meter runter auf 5.950! Und obwohl Mensch, wie ein Vogel geflogen! Ja, nächstes Jahr, er weiss es schon, werden diese sonderlichen Zweibeiner zurückkehren. Geheimnisvoll, und unbegreiflich.

  • Beni sagt:

    Ich muss nur noch ein wenig ausharren, dann hab ich auch meinen Everest Rekord. Dann bin ich nämlich der einzige der noch nciht oben war!

  • Raylan Givens sagt:

    Ich warte auf der ersten Nackten auf dem Everest…..

  • Hans Müller sagt:

    Versteh ich echt nicht. Wenn es auf den Everest ein Zahnradbähnli und ein „Top of Asia“-Bahnhöfli geben würde, dann würde sehr wahrscheinlich keiner meckern. Soll doch da hoch kraxeln wer will! George Mallorys berühmt gewordene Antwort auf die Frage, war um er den Everest besteigen wolle, gilt doch auch für alle anderen: „Because it’s there“.

  • Luise sagt:

    Grundsätzlich scheue ich Orte, die überrannt werden. Aber da gehen die Meinungen auseinander. Zum Glück:-)

  • Steff Furrer sagt:

    Ist doch schön, dass die sich alle auf den Everest beschränken. Daneben gibts noch -zig Achttausender, die aufgrund ihrer Unbekanntheit in Ruhe gelassen werden.

    • René sagt:

      zig-Achttausender vielleicht nicht, glaubs es gibt genau noch 13 andere.
      aber sie haben recht. sowohl im himalaya, wie auch in den alpen gibt es viele tolle unbekannte berge.
      selbst um unsere touristen-hotspots herum hat es viele einsame gipfel, wo sie den ganzen tag keiner menschenseele begegnen.

  • Urban Zuercher sagt:

    Jesses ie, wie verlogen ist denn das? Am 15. April lobhudelt die Autorin auf unseren „Spitzenalpinisten“ Steck. Auf dass er mit einem „Reputations- und Kommunikationsberater“ endlich die aus ihrer Sicht wohlverdiente Wertschätzung für seine Leistung erhält, irgendwelche Berge rauf- und runter zu sprinten. Die selbe Autorin wirft gute 2 Wochen später in diesem Blog gewissen Leuten vor, dass sie den Mount Everest besteigen. Das darf der Ueli natürlich, er ist auch auch die „Swiss Machine“. Andere hingegen nicht, und wieso nicht? Weil sie aus Andorra oder, Gott bewahre, aus der islamischen Welt stammen! Oder noch unglaublicher, eine Frau aus dem arabischen Raum. Könnte ja sein, dass die dort das höchstgelegene Minarett bauen wollen. Und weil das Königreich Nepal so rückständig ist, gibts da auch keine gesetzliche Grundlage, gewissen Nationen den Zugang zum Gipfel zu verwehren (im Gegensatz zum Herkunftsland der „Swiss Machine“, dem ich das durchaus zutrauen würde). Kein Wort über den 13-jährigen Ami-Bub, kein Wort darüber, dass eben unser aller Nationalheld auch den Mount Everest hinaufsprintet, nur damit er wieder mal in den Medien kommt.

    • lieber herr züricher

      kann es sein, dass Sie meinen ansatz nicht mal im ansatz verstanden haben? regen Sie sich doch bitte nicht so auf, das ist ungesund!

      lieber gruss
      natascha knecht

    • Philipp Rittermann sagt:

      da muss ich jetzt aber die frau knecht in schutz nehmen. die steck-artikel waren sehr objektiv formuliert. obwohl ich mit dem burschen ein problem habe, ist zu konstatieren, dass es sich hier um einen professionellen bergsteiger handelt. bezüglich heutigem artikel hält frau knecht ganz klar den unterschied in der legitimation zwischen profis/ambitionierten – sprich könnern und möchtegerns fest. ich finde, sie hat damit recht.

      • Hans Gabathuler sagt:

        Aha, Profis dürfen rekordgeil sein, Invalide nicht.

        • Philipp Rittermann sagt:

          die herausforderung richtet sich nach der schwierigkeit und der schwierigkeitsgrad sollte den spreu vom weizen trennen. sollte. es ist in keiner art und weise meine aussage, invalide zu diskriminieren. oder anders gesagt – ich denke nicht, dass rollstuhlgänger sich an der schwierigkeit everest messen sollten, oder nicht?

    • Oskar Hauser sagt:

      Da hat’s doch der Urban Zuercher tatsächlich geschafft in einem unverfänglichen Blog
      über Bergsteigen, Moslems, Minarette und den arabischen Raum im selben Atemzug in’s Spiel zu
      bringen :-))
      Gratuliere, aber tragisch wenn einen die Entzugserscheinungen derart quälen, weil blöder Weise gerade mal kein Asylthema im Tagi diskutiert wird!

  • Jan sagt:

    Ich verstehe schon, dass es der eingeschworenen Bergsteigergemeinde mit ihren Regeln und ungeschriebenen Gesetzen, die am libesten unter sich bleiben möchte, nicht passt, wenn es gewisse Leute halt anderst machen und – das Schlimmste – damit auch noch erfolgreich sind.

  • Roger Gabathuler sagt:

    Hm. Ich gehe mit Ihnen einig: Der Everst ist ziemlich von vorgestern. Trotzdem wollen immer wieder Leute dort hoch. Analogien gibt es überall. Das Opa-Portal „Facebook“ ist auch von vorgestern und wird heute vor allem von alten Leuten benutzt. Trotzdem sind Sie dort zu finden.
    Sie dürfen also ruhig den Everest hochkraxeln, nachdem Sie sich hier drin als von vorgestern geoutet haben.

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Von mir aus kann jeder auf den Everest, der will und sich das leisten kann. Ist mir sowas von egal und für die Einheimischen eine Verdienstquelle. Was mir aber auf die Nerven geht ist dieses „schaut her, ich bin sooooo speziell“. Der erste roothaarige Linkshänder mit blauen Augen auf dem Everest, Gott wie auuuuufregend. Der erste Marathonläufer in New York mit braunen Haaren und zwei verschiedenen Augenfarben, wow. Nur noch Früchte essen, die sich freiwillig ergeben (man muss sie also nicht erschiessen), die Steigerungsform des Vegetariers, ach wie politisch korrekt und umweltneutral. Ich für mich habe auch noch was, was ich mal machen möchte. Nein, nichts rekordverdächtiges, sondern einfach etwas für micht. Ein Berg im Tessin auf den keine Bahn führt (wir hatten da mal ein Ferienhaus), den ich als Kind immer angeschaut habe, auf den möchte ich mal rauf, einfach so für mich. Andere könnten doch einfach so für sich auf den Everest.

  • Chäppi sagt:

    Unterhaltsam und korrekt, die Kritik. Aber auch zu Selbstkritik fähig, wenn’s ums eigene, verbissene Tun geht?

  • Daniel sagt:

    Ich frage mich einfach im allgemeinen, was gewisse da Beweisen müssen?

    • Marcel Claudio sagt:

      Das sind halt die Auswüchse der Leistungsgesellschaft…die wollen beweisen, dass sie da voll dabei sind – nach ein paar verdienten Millionen muss halt der gute alte Everest dran glauben. (Dass sie von den Sherpas dabei fast raufbugsiert wurden, verschweigen sie natürlich geflissentlich)

  • Beni sagt:

    Der Everest wird nie aus der Mode kommen, da es immer Komplexhaufen geben wird, die sich was beweisen müssen. Und mittlerweile kann man sich ja sogar rauftragen lassen, aber das muss man ja zuhause niemandem sagen…

  • Philipp Rittermann sagt:

    schöner, ironischer artikel über die zweifelhaftigkeit gewisser rekorde. man muss davon ausgehen, dass der everest demnächst rollstuhlgängig gemacht wird, damit die über 100jährigen „kunden“ auf dem gipfel ihr bier intravenös geniessen können. hurra.

    • Ray Kröbl sagt:

      Soweit sind wir in der Schweiz praktisch bereits. Typische Beispiele der Piz Languard (GR) und der Grosse Mythen (SZ). Beide sind dermassen entschärft und vertouristisiert, dass es mir mein alpinistischer Stolz nicht zulässt, sie jemals wieder zu besteigen. Gut, habe ich das vor vielen Jahren schon gemacht.

      Der Blog-Artikel hier ist aber nett geschrieben und hat mich schon zum schmunzeln gebracht.

      • Otto Liebschitz sagt:

        Aber Herr Kröbl: Auf dem Grossn Mythen hat’s ein sympathischer Beizer und auch sonst nette Leute für ein Schwätzchen. Seien Sie doch etwas sozialer.

        • René Edward Knupfer sagt:

          … bin völlig deiner Meinung, Otto, nehmen wir die Sache doch etwas lockerer; … und was den Piz Languard betrifft: eine Engadinerwurst, begossen mit einem Glas Veltliner, in der Chamanna Georgy droben am Gipfel ist auch nicht zu verachten; … es lebe das Lustprinzip !

      • Hugo Horber sagt:

        Hehe Ray. Wir waren damals mit unseren amerikanische Freunden auch schon auf dem Säntis. Ich gehe immer wieder gerne zum Beispiel in den Alpstein, auf den Mythen, Kesch oder den Languard etc. Diese Berge sind Ausflugsziele, das weisst Du auch. :) Den Blog mag ich, soweit die ‚Rekorde‘ am Everest gelistet werden. Sollen wir das ändern und besser wissen? Dieser Berg ist nun mal einmalig wie NPol SPol Challengertief. Den Rest der aufgezählten, sogenannten Rekorde hat von der Amöbe bis zum Universum jeder schon auf seine Art aufgestellt.

        • Ray Kröbl sagt:

          Na, lieber Hugo, den Piz Kesch als „Ausflugsziel“ zu bezeichnen ist aber sehr sportlich.

          Ich bleibe bei meiner Aussage: Der Grosse Mythen und der Piz Languard sind gute Beispiele für auf ihren Normalrouten vollkommen zum Zweck des Massentourismus verschandelte Höger, die dem diesbezüglichen Vergleich zum Everest in nichts nachstehen – und darum ging es mir ja. Das ich eine Wahl habe, weiss ich natürlich – und das geniesse ich ausgiebig. Auch im Alpstein, selbstverständlich. Oder – man glaube es kaum – auf alpinistisch durchaus anspruchsvollen Routen am Üetliberg.

          Ich hoffe bloss, niemand hier fragt mich nach meiner Meinung zum Heli-Skiing. :-)

      • Rita Komlosi sagt:

        Auf dem grossen Mythen gibt es mehrere Routen ausser dem „Grüeziweg°, welcher wirklich ein sehr überlaufener Spazierpfad ist. Auf dem Schafweg z. B., welcher wesentlich anspruchsvoller ist, würden Sie keine Menschenmassen mehr treffen.

        • Ray Kröbl sagt:

          Auf dem Weg nicht. Aber am Gipfel.

          Die Wegvarianten sind mir bekannt, klar.Darum: Grosser Mythen: Nein, danke. :-)

      • Ray Kröbl sagt:

        Na ja, anderes Verständnis von Natur und Geografie, lieber Otto, lieber René Edward. Wir werden uns in Euren Beizen nicht treffen. Die Georgy-Hütte ist übrigens nicht am Gipfel des Piz Languard zu finden, sie ist lediglich die letzte Beiz vor dem Gipfel. Womit zum Lustprinzip aus meiner Sicht alles gesagt wäre.

  • Mättu sagt:

    Exgüsee, aber noch langweiliger als der Everest ist die negative Berichterstattung darüber.

    Der Traum, einmal auf dem höchsten Punkt der Erde zu stehen, ist einer, den ich absolut nachvollziehen kann. Ebeso wie den Traum mal auf einem achtausender zu stehen. Wenn es eine Möglichkeit gibt, das zu tun, dann soll mann es doch tun!

    Die Attitüde ist etwa dieselbe wie die der SACler, welche spötteln, dass sie nie aufs Matterhorn wollen, diesem Ghüderbärg. (Kenne ein paar mit der Meinung). Nur weil er technisch machbar ist und die Bergführer einen guten Job machen und halt fast jeden der wirklich will, hoch bringen. Warum will ein schweizer Alpinist nicht dort hoch? Weil es nix spezielles ist? Weil es Stau in der Hörnlihütte gibt? Es steht jedem frei auch einen anderen Grat zu besteigen. Andere Routen gibts auch am Everest.

    Es steht jedem Menschen frei, einen Traum zu leben. Kritisieren ist einfach. Respekt vor jedem Everest Bezwinger.

    • Philipp Rittermann sagt:

      mit „bezwingen…“ hat das, was frau knecht treffend beschreibt, schon lange nichts mehr zu tun.

      • Mättu sagt:

        Das schönste an diesem Blog sind die kontroversen Meinungen, einmal mehr :-)

        Ich denke, man kann tausend Sherpas und Bergführer haben: So lange man selber läuft und die Leitern über den Khumbu Eisfall bewältigt und diese etlichen Höhenmeter absolviert, hat man seine persönliche Grenze gesucht und falls man wieder runterkommt auch gefunden.

        Wenn das ein blinder, 100jähriger Taubstummer macht und darüber noch berichtet wird, dann kann man sich vielleicht fragen, ob das jemanden interessiert. Aber seien wir ehrlich: Gibt es in den Medien nicht viele Artikel, wo man sich hinterfragt ob diese Meldung jetzt wirklich lesenswert war?

        Die Leistung eines Messmer, Sir Hillary oder die Geschichte von Mallory steht natürlich in keinem Verhältnis zur Besteigung des ersten Armlosen, aber trotzdem: Mich würde es interessieren wie jemand ohne Arme da rauf jumärtet. Sichern da ausschliesslich die Sherpas? Gabs am Hillarystep einen Flaschenzug? Egal.

        Danke auch an Frau Meier weiter oben zum Hinweis auf das National Geographic. Offenbar gibts in der aktuellsten Ausgabe ein Interview mit Simone Moro wegen der Schlägerei mit den Sherpas. Interessiert mich sehr was er sagt.

        Übrigens, kurze Randnotiz: Hat sich schon mal jemand gefragt, weshalb beim deutschsprachigen Wikipedia Artikel über Simone Moro bis heute kein Wort über diese Schlägerei steht? Dabei ist er doch mit seinem Gefluche nicht ganz unschuldig gewesen?

        Bei Ueli Steck gabs schon drei Tage nach dem Vorfall eine Erwähnung über die Schlägerei. Warum bei Moro nicht?
        (Im Englischen ist es eingetragen).

    • Olivier Schmid sagt:

      Korrekt, bin der gleichen Meinung.

      Auch mit Sherpa, auch mit bester Ausrüstung, auch mit Sauerstoff. Spätestens ab dem North Col ist es auch am Everst fertig mit einfacher Gehfläche. Die Ausgesetztheit kann mit keinem Hilfsmittel wegradiert werden. Auch wenn es am Hilary Step eine Leiter hat, auch dort muss man hoch…Nur soviel dazu, Respekt vor denen die es in Angriff nehmen, egal mit wieviel Geld.

      Kritisieren ist soooo einfach. Die Schweizer/innen neigen zu einer Neidgesellschaft. Lasst dem Nachbarn doch diesen Traum oder Wunsch. Soll der Ueli Steck dies machen, Respekt auch vor seiner Leistung.

      Und Frau Knecht, diese lächerlich Vergleiche macht nur einer der noch nie auf dem Mount Everest war. Ach dieser Modeberg….

    • Roger sagt:

      Mit dem Matterhorn treffen sie den Nagel genau auf den Kopf. Ich habe vor 10 Jahren mit dem Bergsteigen begonnen, nachdem ich in Zermatt beim Bier auf der Sonnenterasse das Matterhorn angesehen und mich gefragt habe, ob ich wohl irgendwann dort hinaufkommen würde. Seitdem bin ich etlichen Bergsteigern begegnet, die einem diesen Gipfel ums Verrecken madig machen wollen (zu viele (unfähige) Leute, Modeberg etc.) In der Regel aus dem Grund, sich selber als irgendwie alpinistisch überlegen darstellen zu können (ich könnte, wenn ich wollte, ich will aber nicht).
      Nun, bisher hat man es nicht geschafft, mir das madig zu machen, es ist immer noch ein Traum von mir dort oben zu stehen und diesen werde ich mir nach Möglichkeit in diesem Jahr erfüllen. Ich bin überzeugt, wenn ich dann mal oben stehe, werde ich ergriffen um Fassung ringen, weil ich das für mich selbst mache und nicht weil ich damit irgend jemanden beeindrucken will. Ich denke, das geht manchem am Everest genau so, obwohl man nichts unversucht lässt, ihn als Bodensatz des ambitionierten Alpnismus darzustellen.

    • Jutta Maier sagt:

      Respekt vor jedem Everest Bezwinger. Ja, da stimme ich Ihnen zu. Ich könnte es nicht.
      Hingegen habe ich kein Verständnis für Leute, die sich quasi von ihren Sherpas bis zur Spitze hochziehen lassen, so geschehen mit einer New Yorker Journalistin, die für ihre Zeitung bloggte (nachzulesen in Jon Krakauers Tatsachenbericht „Into thin air“) , und vermutlich seither tausendfach wiederholt wurde (etwa auch von dem Einarmigen?).
      Der Weg zum Everestgipfel ist gepflastert mit tiefgefrorenen Leichen und leeren Sauerstoffflaschen. Zollt man so einem für die Lokalbevölkerung heiligen Berg Respekt? Oder sind das doch eher die Zeichen einer zunehmend egomanischen Welt, auf die man tatsächlich mit Unverständnis und Kopfschütteln reagieren sollte?

    • Thomas Müller sagt:

      Am langweiligsten aber sind Leserkommentare, bei denen man schon im ersten Satz merkt, dass der Verfasser den Beitrag gar nicht gelesen hat.

  • h.w. ryser sagt:

    Bravo! Der beste Blog, den ich je heute morgen um 7:01 Uhr gelesen habe.

  • Christa Meier sagt:

    Im neuen National Geographic (jedenfalls in dem auf Englisch) hat es einen langen und sehr kritischen Artikel zum Thema Everest. Lesenswert!

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