17 Gründe, warum Schweizer keinen Sport treiben

Fast die Hälfte aller befragten Schweizer hat keine Zeit für Sport: Drei Frauen beim Nordic Walking (Bild: Keystone).

Falls Sie vom Institut LINK noch keinen Telefonanruf erhalten haben, kommt er vielleicht noch. Im Auftrag des Bundesamt für Sport führt es zwischen 20. Februar und 31. August 2013 eine Befragung über das Sportverhalten in der Schweizer Wohnbevölkerung durch.

Die Auswertungen der Antworten, das steht schon jetzt fest, werden wieder hochinteressant sein. Letztmals gabs eine solche Umfrage vor fünf Jahren – und die war insgesamt und nüchtern betrachtet sehr aufschlussreich (die Brochure mit allen Daten finden Sie hier).

Die Frage «Betreiben Sie Gymnastik, Fitness oder Sport?» beantworteten im Jahr 2008 27 Prozent mit einem klaren «nein». Uns überraschte das positiv. Wir hätten geschätzt, der Anteil Sportmuffel sei höher. Unterhaltsam fanden wir die Gründe, welche die 2431 befragten Nichtsportler nannten,

«weshalb man keinen Sport treibt»:

41.8 % sagten: Habe zu wenig Zeit

→ Wir sagen: Dieser Vorwand gefällt uns schon mal gut. Aber es kommen noch bessere Ausreden (nur weiterlesen).

17.3 %: Habe keine Lust, Sport macht mir keinen Spass

→ Okay, fast jeder Fünfte ist ehrlich.

14.6 %: Gesundheitliche Gründe

→ Fortgeschrittene, unheilbare Krankheiten sind furchtbar und unbestritten ein Grund, weshalb Sport nicht möglich ist. Aber falls Sie an heilbaren Beschwerden wie Raucherhusten, Fettleber oder Burnout leiden, denken Sie daran: Sport wirkt gesundheitsfördernd. Es gibt Leute, die bewegen sich mit künstlichen Hüftgelenken regelmässig.

9.9 %: Habe genug Bewegung, bin genug fit

→ Das lassen wir gelten, wenn Sie als Bergführer, Forstwart oder auf dem Bau arbeiten.

8.2 %: Fühle mich zu müde für sportliche Betätigungen

→ Für Nicht-Sportler ist es unvorstellbar, dass Sport enorm viel Energie zurückgibt, besonders nach einem strengen Arbeitstag. Zudem ist der Schlaf danach tief und erholsam.

7.9 %: Habe andere Interessen

→ Das akzeptieren wir, jedem das Seine. Aber selbst beim interessierten Kunstmalen, Stricken, Musikhören, Kaffeedeckelisammeln kann etwas frische Luft zwischendurch inspirieren.

7.7 %: Ungünstige, lange Arbeitszeiten

→ Klar, das kennen wir auch! Und tun es darum vorher, zwischendurch, an den freien Tagen.

4.1 %: Die Zeit geht der Familie verloren

→ Ansichtssache. Warum nicht mit dem Kinderwagen joggen? Oder mit der ganzen Familie wandern, schwimmen, biken? Eltern sind daheim relaxter, wenn sie sich regelmässig eine sportliche Auszeit nehmen. Es muss ja nicht gleich eine ganztägige Mehrpässe-Fahrt mit dem Rennvelo sein. Ein Stündchen Yoga reicht. Das kommt allen zugute und beflügelt sogar das Sexleben.

3.6 %: Sport liegt mir nicht, Sport tut mir nicht gut

→ Okay, wenn Sie Schlangenakrobatik meinen, pflichten wir bei.

3.5 %: Bin zu alt für Sport

→ Sicher. Bei Fauja Singh hatten wir auch vollstes Verständnis. Der britisch-indische Langstreckenläufer beendete vergangenen Februar im Alter von 102,5 Jahren seine Marathon-Karriere.

2.2 %: Verletzung beim Sporttreiben war Grund für Ausstieg

→ Sportverletzungen kennen wir, sie nerven, sind überflüssig und bremsen vorübergehend aus. Aber gleich ein Grund für den totalen Ausstieg auf immer und ewig?

2.0 %: Finanzielle Gründe, Sport ist mir zu teuer

→ Genau! Ein zügiger Spaziergang schlägt enorm aufs Portemonnaie. Zum Glück ist der TV gratis.

1.4 %: Finde kein passendes Angebot

→ Absolut nachvollziehbar. Zwischen Aerobic und Zumba gibt es leider null Alternativen.

0.6 %: Schlechte Erinnerungen, schlechte Erfahrungen

→ Ja, dieser böse Turnlehrer in Primarschule. Und die gemeinen Klassenkameraden haben uns beim Völkerball immer als Letzte in ein Team gewählt. Ein Trauma, das nachhaltig gepflegt werden muss.

0.6 %: Langer Arbeitsweg

→ Sie arbeiten 8 Tage pro Woche und haben nie frei, oder? Zur Erinnerung: Ferdy Kübler legte als Teenager den Arbeitsweg von seinem Wohnort Marthalen im Zürcher Weinland zur Bijouterie Barth an der Zürcher Bahnhofstrasse mit dem Rad zurück. 2 x 45 Kilometer pro Tag. Für Kübler war das der Startschuss für den Tour-de-France-Triumph und den WM-Titel. Mit anderen Worten: Arbeitswege können grosse Karrieren starten.

0.4 %: Unpassende Öffnungszeiten, schlechte Erreichbarkeit der Sportanlagen

→ Exakt. Der Wald hat oft geschlossen. Und ohne Sportanlage geht gar nichts.

10.2 %: Andere Gründe

→ 10,2 % haben andere Gründe? Himmel, was gibts denn sonst noch?

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