Messner: «Schaeli, Gietl und Kopp waren nach dem Prinzip Abgrund unterwegs. Das gefällt mir»

Was sagen Reinhold Messner und Hans Kammerlander zur Erstbegehung von Roger Schaeli, Simon Gietl und Daniel Kopp durch die 1325-Meter-Bigwall in Grönland?

Reinhold Messner

«Ich freue mich immer, wenn junge Kletterer neue Spielfelder finden und dort ihre Talente ausschöpfen. Schaeli, Gietl und Kopp waren nach dem ‚Prinzip Abgrund‘ unterwegs und das gefällt mir. Ihre gekletterte Linie, die Schwierigkeiten und Länge der Tour in Ostgrönland – weit weg von der Zivilisation – sind eindrucksvoll.» Reinhold Messner

Geboren 1944 in Südtirol, gilt Reinhold Messner als der berühmteste Bergsteiger und Abenteurer unserer Zeit. Er hat hundert Erstbegehungen durchgeführt, alle vierzehn Achttausender bestiegen und zu Fuss die Antarktis und Grönland, Tibet und die Wüsten Gobi und Takla Makan durchquert. «Westwand: Prinzip Abgrund» ist sein neustes Buch.


Hans Kammerlander

Hans Kammerlander

«Roger Schaeli hat bereits einige grosse Erstbegehungen gemacht. Diese jetzt in Ostgrönland ist eine weitere beachtliche Tour, besonders weil die Durchsteigung im Big-Wall- und Alpinstil gelungen ist. Simon Gietl und Daniel Kopp sind noch ganz junge Bergsteiger, für sie ist es eine hervorragende Leistung.

Ich halte viel von Alpinisten, die sich trauen, in solcher Abgeschiedenheit auf eine unbegangene Steilwand zuzugehen. Das erfordert nebst Können auch Mut. Die 1325-Meter-Wand ist sehr speziell, solche gibt es nur selten auf der Welt. Grönland gehört zu den wenigen Gegenden, die bergsteigerisch noch weitgehend unberührt sind. Da gibt es noch viel zu tun für die junge Generation mit hohem Niveau.» Hans Kammerlander

1956 in den Dolomiten geboren, zählt Hans Kammerlander zu den herausragendsten Alpinisten der Gegenwart. Ihm glückten 50 Erstbegehungen und 60 Solobegehungen bis zum VI. Schwierigkeitsgrad. Er bestieg zwölf Achttausender, davon sieben mit Reinhold Messner. Als erstem Menschen gelang ihm 1990 die Skiabfahrt vom Gipfel des Nanga Parbat (8125 m), 1996 folgte die vom Gipfel des Mount Everest (8848 m). Zehn Jahre lang hielt er den Rekord für die schnellste Besteigung des Everests (in 17 Stunden ohne Sauerstoff).

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