Langsamfahren als Spassbremse?

Ein Blog von Siri Schubert*

Un rider en action sur son wakeboard, lors du "Come & Ride Tour 2011" ce samedi 28 mai 2011 au large d'Ouchy a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Manchmal wird es auf dem Wasser eng: Wakeboarder und Pedalo auf dem Genfersee. (Foto: Keystone)

Interessant, wozu Pulsuhren manchmal gut sind. Als ich das Trainingsprofil eines sonnigen Sonntagsnachmittags-Paddeln auf meinen Computer lud, sah ich immer wieder kurze Höhenflüge in der Herzfrequenz, die bis zu 98 Prozent der maximalen Pulsrate erreichten. Hartes Training im Sprintkajak, dachte ich zuerst zufrieden – bis ich die dazu gehörige Geschwindigkeitskurve anschaute. Was? Da stand ich ja fast. Von wegen hartes Training!

Und dann erinnerte ich mich. Das war der Tag, an dem zwei Motorboote, die sich vermutlich ein Wettrennen lieferten, schnurgerade auf mich zuhielten. Ich war in meinem nur 7 Kilo leichten und sehr wackligen Sprintkajak unterwegs und selbst als die Motorboote kurz bevor sie in meine unmittelbare Nähe kamen, die Geschwindigkeit drosselten und auswichen, war mein Training gelaufen. Ich paddelte mit dem Schreck noch in den Gliedern in Ufernähe zurück, navigierte zwischen weiteren Motorbootwellen, Schwimmern, Ruderern und Kindern auf Bodyboards vorsichtig hin und her. Die nächste Trainingseinheit verschob ich sofort auf 7 Uhr morgens, um dem Trubel auf dem Wasser zu entkommen.

Eigentlich denke ich, Wassersport ist klasse und je mehr Leute auf und im Wasser sind, desto besser. Schliesslich ist Wassersport einer der Gründe, warum mir Basel auf Anhieb gefiel: die vielen Rheinschwimmer, Ruderer, Wasserfahrer, Stand-up-Paddler, Drachenbootfahrer, Wakeboarder und Wasserskifahrer, die auf dem Rhein Sport machen oder auch nur die schnelle Abkühlung suchen. Auch auf den Schweizer Seen, die ich im Sommer zum Training oder wegen Wettkämpfen besuchte, fand ich es schön, so viele andere Wassersportler zu sehen. Und da ich einige der Wassersportarten zumindest schon einmal ausprobiert habe und andere sogar aktiv betreibe, ist es klar, dass es mich freut, andere Menschen auf dem Wasser zu sehen.

Und doch: Vor allem an den heissen Sommertagen war ich zunehmend genervt vom Gedränge auf dem Wasser und als an einem anderen Tag noch zwei junge Männer im Motorboot dicht an mich heranfuhren, um mir «Wir sind schneller!» zuzurufen, bevor sie wieder Gas gaben und mit einer heftigen Welle verschwanden, verlor ich wirklich die Geduld und rief ihnen nicht unbedingt zitierfähige Ausdrücke hinterher, von denen ich noch nicht einmal wusste, dass ich sie kannte. Zum Glück war der Motor ziemlich laut. Ich hoffe, die beiden haben nichts gehört.

Tatsächlich ist aber der Streit um den Platz auf dem Wasser nichts Neues: Immer wieder gibt es Konflikte, bei denen meist die Rücksichtslosigkeit der anderen angeprangert wird. Natürlich ist jeder für seine eigene Sicherheit verantwortlich und ich weiche allem aus, wenn ich kann, weil ich ja sonst ohnehin den Kürzeren ziehen würde. Allerdings würde ich mir wünschen, dass auch die Motorboote das Tempo drosseln, wenn Schwimmer, Ruderer und Paddler auf dem Wasser sind. Natürlich weiss ich auch, dass das Langsamfahren im Motorboot die Spassbremse schlechthin ist und dass man gerade für das Wakeboarden Boote braucht, die schöne, steile Wellen verursachen.

Ich bin fast jeden Tag im Jahr auf dem Wasser, auch bei Regen, Wind und wenn das Thermometer nicht zu extreme Minusgrade anzeigt – meist im Kajak oder auf dem Stand-up-Paddelboard, manchmal beim Schwimmen und ganz vereinzelt auch beim Wakeboarding, auch wenn meine Versuche auf dem Wakeboard bisher eher noch der Kategorie «Schwimmen» zuzuordnen sind. Wenn es allerdings im Sommer so voll wird, und sich gerade die, die man nur ein- bis zweimal im Jahr auf dem Wasser sieht, so aufführen, als würde das Wasser ihnen allein gehören, nervt das schon. Beim Gedanken an den Herbst bin ich deshalb etwas hin- und hergerissen. Es ist zwar schade, dass die langen, warmen Abende im und auf dem Wasser vorbei sind, dafür ist zum Glück auch der Trubel langsam zu Ende.

Was meinen Sie, ist Rücksichtnahme immer höchste Priorität? Oder darf man ruhig etwas Spass haben und einen drauf machen, solange die Sicherheit nicht gefährdet wird?

*Siri Schubert ist Journalistin, Medienberaterin und begeisterte Wassersportlerin. Nach mehr als 10 Jahren in den USA, die meiste Zeit davon in Kalifornien, lebt sie jetzt in Basel.

42 Kommentare zu «Langsamfahren als Spassbremse?»

  • Reto sagt:

    Ich verstehe zwar nichts von Wakesurf oder Wakeboard, aber ich weiss wie sich Wellen bilden und wie das Eintauchverhalten von Booten aussieht. Das Pedalo auf dem Bild und das Wellenbild passen m.E. nicht zusammen.

  • Peter Dvoracek sagt:

    Seriöse Wakeboardschulen vermitteln ihren Fahrern, wie man Rücksicht auf andere Wassersportler nimmt und wie man Wellenarm fährt, soweit nicht nötig zur Ausübung des Sports an sich, zB. wenn jemand umfällt und man ihn holt. rücksichtslose Sonntagskapitäne nerven DEFINITIV!

  • Marcel Widmer sagt:

    Ich habe grösste Zweifel, dass das Foto wirklich echt ist. Fahre auch leidenschaftlich gerne Wasserski, Wakeboard und Wakesurfen. Beim Wakesurfen ist die Welle zwar sehr hoch schäumt aber nach meiner Erfahrung nicht so weit nach hinten zurück wie auf diesem Foto. Auch die Personen auf demTretboot scheinen angesichts der auf sie zukommenden Welle sehr entspannt zu sein. Dürfte sich einmal mehr um eine Fotomontage handeln um eine Thema optisch noch etwas zuzuspitzen … auf Kosten derjenigen die sich bei diesem Sport korrekt verhalten.

    • Ivo sagt:

      Den Eindruck habe ich auch. Sieht nach Fotomontage aus.
      Zudem ist es kein Wakeboard, sondern ein Wakesurf (Wakeboard: mit Bindung, analog zu Snowboard, Wakesurf: ohne Bindung, analog zu Surfbrett)

  • Reto sagt:

    Heinz Meier; Sie meinen wohl „Wasserratten“ ?

  • Heinz Meier sagt:

    Könnte es nicht einfach sein, dass langsam genug Menschen den Raum Schweiz bevölkern. (Rattenkäfigeffekt)?

  • EricRalph sagt:

    Hatte einige Sportboote mit Standort Kilchberg, Stanstaad und Zug. Das letzte Boot war ein sog. Daycruiser auf dem man auch mal ein paar Tage übernachten konnte. Dieses Boot befand sich auf einem Trailer. Bei allen Freizeitaktivitäten wie z.B. Wasserski, Gummireif schleppen oder Ausflüge auch durch Kanäle, gefiel mir die Region um Estavayer le Lac am Neuenburger See mit Abstand am besten. Der Zürichsee weist in der Hochsaison teilweise unangenehmen Wellengang auf. Unvergessen sind aber die Nachtfahrten bei spiegelglatter Wasseroberfläche, was der Walensee allerdings bei ziemlich tiefen Wassertemperaturen auch untertags bietet. Der Zugersee ist meist angenehm warm (im August eher Badewanne), jedoch auch mitten in der Hochsaison `tot`, d.h. da ist nahezu nichts los (möglicherweise ein Paradies für Kajakfahrer?). Völlig chaotisch boten sich mir Zustände auf dem schweizer Teil des Lago Maggiore,, wo man Wasserskifahrer unmittelbar entlang dem Schilfufer sah (kostete angeblich rund 1000.- Fr Busse!), wo einem der Anker von Lenkern herrlicher Yachten mehrfach aus dem Grund gezogen wurde, weil deren Besitzer mit ihrem Gefährt völlig überfordert waren, wo nachts im Rahmen eines Seenachstfestes mit viel Verkehr auf dem See, schon mal relativ grosse, völlig unbeleuchtete Yachten vor einem in voller Fahrt wie aus dem Nichts in in die Quere kamen und eine Kollision nur mit Mühe verhindert werden konnte. Wer auf dem Vierwaldstättersee in einem Restaurant einkehren will, findet ein interessantes Angebot vor. Manchmal wird man aber mit penetranten Kontrollen in Luzerner Bucht konfrontiert. Dafür schaut z.B.
    in der Küssnachter Bucht keiner genauer hin. Störend fand ich die Vignettenpflicht insbesondere für schweizer Wanderboote auf manchen deutschschweizer Seen. Letztlich gab ich den Sport aufgrund zu vieler Restriktionen (z.B. beim Ein- und Auswassern) und dem ständigen Clinch mit meiner Meinung nach völlig übersetzten Rechnungen von Bootswerften auf. Dort herrschte nicht selten folgende Mentalität vor – stell Dein Boot hin und frag nicht viel, auch wenn du am Saisonende g r u n d s ä t z l i c h eine gesalzene Rechnung von uns erhältst. Nicht wenige Sportboote tauchen beim Übergang in die Gleitphase mit dem Heck t i e f ein (z.B. Boesch), was eine erhöhte Aufmerksamkeit nach vorne voraussetzt, auch wenn hinten gerade einer mit den Skiern aus dem Wasser kommt.

  • Fischbacher, Chrigel sagt:

    Ich habe seit meiner geburt viel zeit auf dem zürisee verbracht. mit 25zgi habe habe ich das boot meines vaters übernommen und mit kind und kegel immer noch viel zeit auf dem see verbracht.
    unser boot war aus holz mit zwei 8-zyl. motoren und wir hätten vermutlich noch manches plastikräbeli versenken können.
    aber entweder hat man eben anstand oder man hat keinen.
    dem wave boarder im bild würde ich paar zünftige hinter die ohren knallen.
    der capitano sollte sich ev. wanderschuhe kaufen und vom see verschwinden.

    • Reto (alt Segler) sagt:

      „Chrigel“; Mit dem ein „paar zünftige hinter die ohren knallen“ würde ich noch etwas zuwarten. Könnte ja sein, dass Sie einer reisserischen Fotomontage auf den Leim gekrochen sind . . . .

    • Reto (alt Segler) sagt:

      „Chrigel“; Vielleicht müsste man sich auch überlegen, ob es heutzutage noch Sinn macht, mit einem MoBo mit 2 x 8 Zylindern (= 16 Zylinder, vom Hubraum und Benzinverbrauch reden wir schon gar nicht mehr) auf dem See herum zu fahren.
      Aber ich würde jetzt mal aus Anstand davon absehen solchen Leuten ein „paar zünftige hinter die ohren zu knallen“.
      Nur, Wanderschuhe würde ich ihnen aber schon gerne schenken !

  • Bernd Bunt sagt:

    Ich meine, die Geschwindigkeit von Motorbooten gehört beschränkt. Und zwar so, dass sie nur als Verdränger fahren, also proportional der Quadratwurzel der Wasserlinienlänge. Das reicht, um Spaß auf dem Wasser zu haben, reduziert aber gleichzeitig Lärm und Gefährdung von anderen See- und Flussbenützern.

    • Reto sagt:

      Wenn sie schon die Formel Geschwindigkeitsgrad 4.5 (od. 2.43 für kn) kennen, müsste Ihnen eigentlich auch bekannt sein, dass ein Motorschiff in der Phase der Verdrängungsfahrt den grössten Wellenschlag erzeugt und somit andere Wassersportler am meisten stören !

    • Reto sagt:

      Bernd Bunt; Wenn Sie die Formel Geschwindigkeitsgrad 4.5 (od. 2.43 für kn) kennen, müsste Ihnen auch bekannt sein, dass ein Motorschiff (Gleiter) in der Phase der Verdrängungsfahrt den grössten Wellenschlag erzeugt und somit andere Wassersportler am meisten stört !

  • Roger Liechti sagt:

    Ich lebe am Vierwaldstättersee und nerve mich jeden Sommer über das was da abgeht auf dem See. Ausser im unmittelbaren Seebecken gibt es keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Da fahren schon mal Boote mit 2 x tausend PS in höllischer Gedchwindigkeit und verursachen einen Mordslärm. Das Wasser lässt den Schall ungefoltert bis ans Land. Solche Boote brauchen um die 300 Liter Benzin in der Stunden, man stelle sich das mal vor.
    Für mich gehören auf schweizer Seen nur Elektrobetriebene Boote mit Gechwindigkeitsbeschränkung, der See gehört Allen.

    • Reto sagt:

      Ja, ja, Roger Liechti, auf dem Vierwaldstättersee (mit seinen vielen Multimilionären am Ufer) hat ja jeder eine Motorjacht mit 2’000 PS . . . . .

  • Wasser-Carver sagt:

    Wie mein Vorredner bin ich ebenfalls seit mehr als 20 Jahre auf dem Zürichsee als begeisterter Wasserskifahrer (nicht Wakeboarder!) unterwegs.
    Ich gehe mit den meisten Aussagen einig, dass nur ein rücksichstvoller Umgang mit allen Wassersportlern ein sinnvoller und richtiger Weg ist. Mir ist es egal ob mir ein Schwimmer, Ruderer oder Fischer innerhalb oder ausserhalb der Uferzone begegnet. Ich versuche meinen Sport so verträglich wie möglich auszuüben.
    Das Problem beim Wasserskifahren ist dieses, dass wir – wie die Ruderer – unseren Sport am optimalsten frühmorgens ausüben möchten, weil dann der See noch flach und ruhig ist. Dabei stelle ich einfach immer mehr fest, dass wir trotz Rücksichtnahme immer wieder von Fischern und Ruderern ‚den Vogel‘ gezeigt bekommen, obschon wir uns korrekt und in gebührendem Abstand bewegen. Ich habe einfach das Gefühl, dass hier die Abneigung zum vornherein ‚programmiert‘ ist, ganz egal wie wir uns verhalten.
    Ich muss auch erwähnen, dass ein Wasserskiboot mit relativ hoher Geschwindigkeit (ca. 55 km/h) kaum zusätzliche Wellen verursacht. Das ist ein ganz grundlegender Unterschied zum Wakeoarden. Beim Wakeboarden (oder Wake-Surfen) wird langsamer gefahren. Dadurch gibt es eine viel höhere Welle (auch wegen der Gewicht-bringenden Flutungs-Systemen im Heck dieser Boote), welches eben genau der Reiz für schöne ‚Jumps‘ ist – aber eben sehr unangenehm für andere Wassersportler sein kann.
    Was ich sagen will ist, dass es bei Wasserskifahrern, wie bei den Wakeboardern, aber auch bei den Schwimmern, Ruderern und Fischern schwarze Schafe und ewige Nörgler und Provokateure gibt. Wenn sich diese Exponenten normal benehmen könnten, dann wäre den vielen anderen ‚normalen‘ See-Benutzern sehr geholfen !

    • Reto sagt:

      Kann Ihnen beipflichten (obschon ich alles andere als Wasserskifahrer bin). Die Wasserskifahrer haben i.d.R. spezielle Boote mit Kiel & Finn & starre Welle etc., die so gut wie kein Wellenschlag verursachen (z.B. Mastercraft).
      Und das mit dem Lärm trifft (mit ganz wenigen Ausnahmen bei Uralt-Booten) schlicht nicht zu. Leider wird aber diese alte Mähr immer wieder von grünen Fundis aufgetischt.

  • Reto O. Christoffel sagt:

    Frau Schubert; In der Schweiz dürfen auf rund dreiviertel aller Seen keine Motorboote verkehren.
    Frage: Warum gehen Sie nicht auf einen dieser Seen ?

    Ist nicht böse gemeint. Ich gebe Ihnen sogar Recht. Leider sind viele „Sportboot“-Typen nicht eben die besten Nautiker, sie fahren vielmer eigentlich Auto auf dem Wasser !

    Mann sollte (ein bisschen analog wie beim Motorradfahren) „klein“ anfangen müssen. Oder noch besser mal zuerst mit einigen Jahren Segeln zu einem erfahrenen Nautiker werden.

  • Fidel Stöhlker sagt:

    Ich fahre jetzt seit 22 Jahren Wakeboard auf dem Zürichsee und bin somit einer der allerersten gewesen. Ich hatte noch gar nie Probleme mit irgend jemandem auf dem See. Man geht respektvoll miteinander um. Ausnahmen bestätigen die Regel. Frau Schubert will nur etwas gegen die Motorboote unternehmen, damit sie im schmalen Renn-Kajak nicht so gefährlich wakelt. Wäre sie so eine tolle Kanutin, würde sie intelligenterweise früh morgens trainieren, wie die schlauen Ruderer es in Zürich tun. Ich glaube ehrlich nicht, dass diese Dame so eine tolle Sportlerin ist. Und wenn sie so grosse Angst vor Motorbooten hat, dann soll sie sich einen anderen Sport suchen oder einfach nur etwas liberaler werden.

  • Reto O. Christoffel sagt:

    Ich SEGLE seit 35 Jahren auf dem Thunersee. Mein Segelschiff benötigt aufgrund der Grösse und des Gewichts einen kleinen 2-takt Innenbord-HILFSMOTOR, den ich durchschnittlich ca. 10 Stunden im Jahr benötigte, um nach hause zu fahren, wenn der „Wind abstellt“. Wegen der ewigen ZWÄNGEREIEN der selbsternannten „UMWELTSCHÜTZER“ muss ich nun den Hilfsmotor ausbauen. Der Um- und Einbau eines neuen Motors würde über Fr. 20’000.– kosten. Nun segle ich nicht mehr ! !
    Ich habe mir für die Fr. 20’000.– ein MOTORBOOT gekauft und düse nun mit diesem auf dem Thunersee herum. Umweltfreundlich eben . . . . .

  • Peter Uhl sagt:

    Rücksichtlosigkeit ist nicht nur auf dem Wasser ein Problem. Aber es ist ein Grosses.
    Als Ruderer fühle ich mich stark gestört von den Motorbootfahrern, welche sich rücksichtslos verhalten, was leider nicht selten ist. Ein möglicher Ansatz wäre, die volle Geschwindigkeit nur an beschränkten Zeiten und/oder in beschränkten Zonen zu erlauben. Ansonsten ist eine reduzierte Geschwindigkeit (wie sie eigentlich in der Uferzone vorgesehen ist, jedoch seltzen eingehalten wird) vorzusehen. Dies würde sowohl den Gewässern las auch den Benutzern der gewässer gut tun.

  • Kurt Mock sagt:

    Guten Tag – hierzu kann eigentlich nur folgendes bemerkt werden:

    a) Wenn Sie auf dem Rhein paddeln wollen, müssen Sie eben nicht genau dort paddeln, wo das Wasserskifahren erlaubt ist. Mehrheitlich ist das Wasserskifahren auf dem Rhein nämlich nicht erlaubt.

    b) Wenn Sie auf einem See paddeln, dürfen Sie mit dem Board die 150m Uferzone sowieso nicht verlassen. Damit ein Boot schnell genug für Wasserski fahren kann, muss es sich nämlich ausserhalb der 300m Uferzone befinden.

    Ergo: selbst schuld resp. bleiben Sie mit diesem Board in Ufernähe, wo es auch hingehört.

    Gruss und einen schönen Tag!

    • Tinu sagt:

      Herr Mock, Punkt b) stimmt so nicht mehr. Aus BSV Art. 42 wurden die „Paddelboote“ 2006 gestrichen. Das heisst im Klartext, dass nur noch „Schiffe, die kürzer sind als 2,50 m Strandboote und dergleichen“ die innere Uferzone nicht verlassen dürfen. Kajaks dürfen sehr wohl ausserhalb der inneren Uferzone benutzt werden, und gehören zu den Rudebooten, welche gemäss Art. 44 vor Motorbooten Vortritt haben.

      Schauen Sie sich doch mal wieder die aktuellen Verkehrsregeln an!
      http://www.admin.ch/ch/d/sr/747_201_1/index.html

      • Kurt Mock sagt:

        Tinu, was Sie schreiben ist nur teilweise korrekt. Wenn das Paddelboot, Kajak oder was auch immer nicht Immatrikuliert und mit einer entsprechenden Nummer versehen ist, gilt es als Strandboot und darf die Uferzone nicht verlassen.

  • Tinu sagt:

    Ich paddle meist auf dem Greifensee, hier haben wir das Privileg, von Motorböötlern – und somit von dummen Leuten, Lärm und Wellen – verschont zu bleiben. Bei genug Wind segle ich auf dem Zürichsee, und da in der Schweiz guter Wind eher selten mit schönem Wetter einhergeht herrscht dann auch einigermassen Ruhe auf dem Wasser. Grundsätzlich finde ich Freizeit-Motorboote in einer Zeit wo Rohstoffe und ruhige Orte auszugehen drohen etwas völlig Absurdes.

    • Armin Stud sagt:

      Hart für die Yachtbesitzer, aber mit Blick auf die Zukunft wahrscheinlich die einzige Alternative.

      • Reto O. Christoffel sagt:

        Neidgesellschaft halt, gället sie. Es soll auch „Motorböötler“ geben die beides machen; Segeln UND Motorbootfahren. Ich bin so einer. Frage: Zähle ich nun zu den „dummen Leuten“ oder zu den gescheiten ? ?

        • Tinu sagt:

          Herr Christoffel, gället Sie, die Logik: Ich habe nicht gesagt, alle Motorböötler sind dumm, sondern alle Dummen sind Motorböötler ;-) Das ist bitteschön ein Unterschied!

          Trotzdem finde ich Hobbies, bei denen zwei, drei ihren Spass haben und einigen Hundert den Lärm abbekommen irgendwie eigenartig. Mit Neid hat das nichts zu tun, glauben Sie mir. Ich könnte mir ja anstelle meines Segelboots genau so gut ein Motorboot kaufen.

          • Reto sagt:

            Tinu (Du kanst mir auch Reto sagen):

            . . . . „von Motorböötlern – und somit von dummen Leuten“ . . . .

            Bitte nochmals nachdenken !

          • Reto sagt:

            . . . . .“sondern alle Dummen sind Motorböötler“ . . . . . Zum Glück nicht, sonst könnte man auf Booten über den See laufen.

        • Reto sagt:

          Tinu (Du kannst ruhig Reto zu mir sagen). Also nochmals . . . .“alle Dummen sind Motorböötler“. . . . aha . . jetzt hab‘ ich’s kapiert.
          Hmm . . . . kenne zwar ein paar Dumme, aber die fahren nicht Motorboot (vielleicht sind sie ja zu dumm dazu).

          Übrigens; Ich habe da schon eine „bessere“ Definition gehört (habe das von Segelkollegen, aber bitte nicht zu ernst nehmen):
          Wer Motorboot fährt ist entweder zu dumm zu segeln, oder zu faul um zum rudern.
          (Ich mache übrigens alle drei „Sportarten“).

    • el Tangeo sagt:

      Ich freue mich auf den Tag, an dem auf unseren Seen endlich ein allgemeines Motorboot-Verbot eigenführt wird. Denn solche sind ebenso blödsinnig wie zum Besipiel Motocross-Töffs auf Wanderwegen: Ausser Lärm und Gefahr für alle anderen bringen sie gar nichts!

      Leider ist es aber wohl tasächlich so, dass erst dann Vernunft einkehren wird, wenn noch mehr besoffene Morobroot-Idioten Schwimmer zu Tode fahren.

      Glücklich also immerhin diejenigen, die auf den wenigen befreiten Seen in Ruhe dem Schwimmen, Surfen und Segeln frönen können – und hoffentlich macht das auch dort bald Schule, wo heute noch zum Spass von wenigen gedröhnt wird.

      • Reto sagt:

        el Tangeo; Ich fürchte, dass Sie diesen Tag nie erleben werden. Also freuen Sie sich nicht zu früh !

        Übrigens kann ich Sie bezüglich der „wenigen befreiten Seen“ beruhigen: In der Schweiz dürfen auf rund dreiviertel aller Seen keine Motorboote verkehren.
        Frage: Warum gehen Sie nicht einfach auf einen dieser Seen ?

  • Michu sagt:

    Auf dem Bild ist ein Wakesurfer zu sehen, kein Wakeboarder.

    Bin vor Jahren vom Wakeboard aufs Wakesurfen umgestiegen. Die Verletzungsgefahr ist um einiges geringer und der
    Spassfaktor trotzdem hoch.

  • jojo sagt:

    …ja, auf dem Zürichsee ist es dieses Jahr eindeutig enger, welliger und rücksichtsloser geworden. Zonen für Wasserski, WakeBoarder und grosse Töpfe wären sehr wünschenswert. Tempolimits auch.

  • Capitano sagt:

    Liebe Pedalobenutzer, Hobby-Schlaubootfahrer, Kajak- und Surfbrett sowie Gummi-Entenruderer
    Es gibt klare Regeln zur Seenbenutzung. Zum Beispiel gibt es eine innere und äussere Uferschutzzone mit entsprechenden Geschwindigkeitsbegrenzungen. Dort ist jeder Schwimmer, sofern er gut sichtbar ist, und nicht unmittelbar VOR einer Anlegestelle schwimmt eigentlich sicher. Ausserhalb dieser Uferschutzzonen ist der See nun mal eher schnelleren Benutzern zugedacht, dafür bezahlt man auch pro PS eine ordentliche Steuer. Eine Regelung irgendeiner Art funktioniert ja nur, wenn a.) diese allen Beteiligten bekannt ist und b.) sich alle daran halten. Bevor ich als verantwortungsvolle Journalistin meine Letztsonntagserlebnisse einseitig in aller Oeffentlichkeit breit schildere, recherchiere ich erst einmal ordentlich die Ausgangslage, dann halte ich fest, ob ich selbst mich an alle Regeln gehalten habe bzw. der Sachverhalt in Relation zur gesetzlichen Regelung konform geht und ERST dann bringe ich meinen Frust zum Ausdruck. Soweit Ahoi und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel! (gilt auch für Kajakfahrer – glaub ich jedenfalls)

    • Sailmaster sagt:

      Lieber Capitano. Schön, kennst wenigsten Du als bekennender Motorbootfahrer die Regeln. Als langjähriger Segler und Segellehrer kann ich aber die Erfahrungen im Artikel nur bestätigen. Viele Wochenendkapitäne ohne Liegeplatz werfen ihren Kahn 4-5 mal die Saison in den See und haben längst vergessen, wie man mit anderen Schiffen kreuzt, wer wann Vorfahrt hat und welche Abstände beim Kreuzen vorgeschrieben sind. Das führt dazu, dass ich dann als (in der Regel) vortrittsberechtigter Segler ausweichen muss, damit die Spassgesellschaft auf dem Rennboot ja den Kurs halten kann. Und ich … darf mich definitiv auch ausserhalb der Uferzohne bewegen. Auch ich zahle Steuern und viel Geld für meinen Trockenplatz. Wenn ich beobachte, wie am Bodensee die Wochenendkapitäne manchmal 45 Minuten brauchen, bis sie nur den 20 Meter langen Schlipf retour runter gefahren sind, kann ich mir ein Grinsen jeweils nicht verkneifen. Als Segellehrer kenne ich die Regeln ziemlich genau ;-) und kann nur sagen, dass ich diesen Eindruck bei vielen Motorböötlern nicht habe.

    • Reto O. Christoffel sagt:

      Sie haben vergessen, dass Sie und ich mit eingelöstem Freizeitboot nicht nur Steuern zahlen (egal ob mit oder ohne Motor !).
      Nein, viel besser (ist kein Witz . . . . oder aber eigentlich doch), Sie und ich und alle anderen Freizeitkapitäne mit einem Schiffchen über 2,5 m Länge zahlen eine SONDERNUTZUNGSGEBÜHR, dass sie aufs Wasser dürfen. Ich in meinem Falle Fr. 300.– pro Saison (= 6 – 7 Monate), plus 8 % Mehrwert-STEUER auf der GEBÜHR(!) für ein fünfeinhalb Meter langes Schiffchen !
      (o.k., wer eine „Yacht“ hat ist sowieso ein Millionär und soll „blechen“ ).
      Nein, ich beklage mich nicht, ich leiste es mir einfach, auch wenn ich kein Millionär bin.

  • Ott sagt:

    Ist doch ewig die gleiche Diskussion, egal ob Motorboot / Schwimmer, Biker / Wanderer, Jogger / Hündeler. Wenn wir es schaffen würden, dass die anständige, rücksichtsvolle Mehrheit die schwarzen Schafe der eigenen Gruppe diszipliniert, ginge alles gut. Wenn nicht, brauchts einen gewissen Leidensdruck (Unfälle oder eine sich beklagende, einflussreiche Gruppe) und dann muss der Gesetzgeber die Sache wieder regeln. Mit Wasserzonen für Segelboote, Kajaks, für Kiteboarder, Motorboote, Schwimmer. Schränkt dann halt die Freiheit ein gehörig ein, dafür gibt es etwas Sicherheit.
    Beim Rheinschwimmen in Basel ist das jetzt schon der Fall, da Frachtschiff vs Schwimmer ziemlich gefährlich ist. Aus meiner Sicht schränkt das den Spass in diesem Fall wenig ein.

  • Philipp Rittermann sagt:

    auch auf dem wasser gilt -> spass haben ja, aber mit bedacht und rücksichtnahme. der „schnellere“ sollte immer den überblick haben. gerade die schwimmer, sofern sie sich weiter raus wagen, haben beim see-tourismus kein einfaches leben. daneben, und das sage ich aus eigener erfahrung, hat’s viele angesäuselste hobby-böötler unterwegs; hier ist die see-polizei gefordert.

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