Bernanke-Schelte in Jackson Hole

Martin Woodford und Fed-Chef Ben Bernanke. (Fotos: Columbia und Reuters)

Makroökonom Michael Woodford (links) kritisiert die Politik von Fed-Chef Ben Bernanke. (Foto links: Columbia University, Foto rechts: Reuters)

In Jackson Hole war Ben Bernanke nicht der einzige, der sich über die Politik der US-Notenbank (Fed) ausliess. Ein anderer Ökonom tat dasselbe und stellte dem Fed-Chef kein gutes Zeugnis aus.

In der breiten Öffentlichkeit mag Michael Woodford nicht besonders bekannt sein. Unter Makroökonomen allerdings zählt er zu den ganz Grossen. Sein Werk «Interest and Prices» zählt zu den wichtigsten modernen Werken zur Geldpolitik überhaupt – doch nicht nur weil es mit Formeln vollgespickt ist, eignet es sich schlecht als Nachttischlektüre. Mit Ben Bernanke war er einst auch gleichzeitig Professor an der US-Elite-Universität Princeton und hat mit ihm zusammen sogar ein Buch über die Geldpolitik verfasst. Doch was er in Jackson Hole erklärt hat, lässt die US-Notenbank nicht in gutem Licht erscheinen.

Woodford erklärt in seinem fast 100-Seiten umfassenden Papier warum die aktuelle Politik des Fed (Leitzinsen nahe von null bis 2014) und selbst die weiteren Massnahmen, die viele sich vom Fed erhoffen – vor allem ein drittes Quantitative Easing Programm (QE3) mit weiteren Käufen von Staatsanleihen – ihre Wirkung verfehlen, der US-Wirtschaft wieder auf die Sprünge zu helfen. Woodford macht auch klar, was helfen würde.

Zuerst die Wirkungslosigkeit der US-Geldpolitik in zwei Grafiken (Quelle ist die Fred-Datenbank des Federal Reserve of St. Louis). Die erste zeigt die  Zunahme der Notenbankgeldmenge (Base Money), die zweite zeigt, wie das Notenbankgeld das im Wirtschaftskreislauf vorhandene Geld zu beeinflussen vermag (anders gesagt den Geldschöpfungsmultiplikator bezogen auf die Geldmenge M2). Quintessenz: Obwohl das Fed die eigene Geldmenge (vor allem Reserven der Banken bei der Notenbank sowie Noten) massiv ausgeweitet hat, kann sie die relevante umlaufende Geldmenge in der Wirtschaft nur noch zu einem sehr viel geringeren Mass als gewöhnlich beeinflussen.

Hier die wichtigsten Punkte aus dem Papier von Woodford. Der grösste Teil seiner Studie befasst sich mit aktuellen Forschungsergebnissen. Die folgenden Aussagen finden sich im abschliessenden Kapitel («Concluding Reflections») wieder. Hier meine Zusammenfassung und Interpretation:

  • Das Grundproblem der US-Geldpolitik besteht darin, dass die Leitzinsen praktisch bei null liegen und nicht negativ werden können. Da selbst bei Zinsen von nahe null die Leute mehr sparen wollen als Unternehmen zu investieren bereit sind, befindet sich die Wirtschaft in einer Liquiditätsfalle. Aussergewöhnliche Massnahmen sind daher tatsächlich nötig, wenn die Notenbank überhaupt etwas bewirken will.
  • In der Verfolgung der aussergewöhnlichen Massnahmen – vor allem dem Kauf von Staatsanleihen – macht die Notenbank laut Michael Woodford einen entscheidenden Fehler: Sie will sich mit ihrer Geldpolitik auf keinen Fall für die Zeit festlegen, wenn es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht. Im Gegenteil: Sie verspricht, die lockere Geldpolitik dann rasch wieder unter Kontrolle zu bringen und die Zinsen anzuheben. Dass dies funktionieren kann, ist für Woodford «reines Wunschdenken». Laut Woodford fehlen sowohl gute theoretische Argumente, wie auch entsprechende Erfahrungen, die zeigen, dass Käufe von Staatsanleihen (Quantitative Easing) der Wirtschaft auf die Sprünge helfen können, ohne dass die Erwartungen über die Zukunft verändert wird – dazu gleich mehr.
  • Wenn eine Notenbank (wie aktuell das Fed bis 2014) sich darauf festlegt, die Zinsen nur für den Fall einer gedrückt bleibenden Wirtschaftslage bis zu einem bestimmten Datum so tief wie jetzt zu behalten, liefert das für Niemanden einen Grund, das Verhalten zu ändern, das heisst mehr zu investieren oder zu konsumieren.
  • Der Grund: Die Botschaft der Notenbank, dass die Zinsen tief bleiben, so lange die Wirtschaft geschwächt bleibt, erscheint dann als reine Prognose einer anhaltend gedrückten Wirtschaftsentwicklung. Die tiefen Zinsen für sich genommen ändern dann am Ausgabeverhalten der Individuen so wenig wie ohne eine solche Botschaft – zur Erinnerung: In einer Liquiditätsfalle sind Zinsen von null Prozent noch immer zu hoch. Die implizite negative Botschaft über den anhaltend schlechten Wirtschaftsverlauf hat aber zur Folge, dass Investitionen und Käufe noch weniger getätigt werden. Der Gesamteffekt der Botschaft ist also negativ für den Wirtschaftsverlauf.
  • Laut Woodford (und anderer) hat die Geldpolitik in einer Liquiditätsfalle nur dann eine Chance auf Erfolg, wenn sie die Erwartungen über die Zukunft beeinflussen kann: Mit einem Quantitative Easing-Programm (Anleihenkäufen) kann das nur dann gelingen, wenn die Leute diese Käufe als ein Signal auffassen, dass die Zinsen noch über einen unbeschränkten Zeitraum tief bleiben (unabhängig von einem eintretenden Aufschwung) bzw. wenn die erwartete Inflation steigt. Eine höhere erwartete Inflation senkt die Realzinsen (das heisst die um die Inflation bereinigten Zinsen). Höhere Inflationserwartungen bieten angesichts der nominalen Leitzinsen von nahe null sogar die einzige Möglichkeit, um die (angesichts hoher Ersparnisse und dennoch geringer Investitionen) zu hohen Realzinsen zu senken.
  • Die erklärte Absicht, die Zinsen sofort wieder zu erhöhen und die Geldmenge zu verringern, wenn die Wirtschaft wieder besser läuft (und die Inflation steigt), verhindert aber eine solche Erwartungsbildung. So verfehlen auch Anleihenkäufe ihre Wirkung.
  • Nötig ist laut Woodford daher ein anderes Kriterium für ein notwendiges Anheben des Leitzinses als (wie jetzt) der Zeitpunkt, ab dem es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht. Wenn ein solches Kriterium sicherstellt, dass das Fed bei einer besseren Lage nicht sofort die Zinsen erhöht, würden die Marktteilnehmer mit tieferen realen Sätzen auch in Zukunft rechnen und einen Anreiz zu höheren Ausgaben haben.
  • Das  von Woodford bevorzugte Kriterium, das heisst die bessere alternative Zielgrösse ist das nominelle Bruttoinlandprodukt (BIP). Dessen Wachstum setzt sich aus dem in Gütern und Diensten gemessenen (realen) BIP plus der Inflation zusammen und erfasst damit gleichzeitig die Lage der Wirtschaft, wie auch der Teuerung. Der Vorteil einer Ausrichtung am nominellen BIP war schon einmal Thema bei uns. Als Zielgrösse für das Fed schlägt Woodford vor, vom Wachstumspfad des nominellen BIP im Herbst 2008 – vor der Lehman-Pleite – auszugehen. Die Leute müssen dann nicht befürchten, dass die Zentralbank eine (im Vergleich zum Realwachstum) höhere Inflation akzeptiert, als sie es vor der Krise getan hätte.
  • Wenn die Zentralbank ein entsprechendes nominelles BIP-Ziel-Level festlegt, riskiert sie ihre Glaubwürdigkeit auch dann nicht, wenn sie dieses nicht rasch erreicht. Sie legt sich schliesslich für eine mögliche Änderung der Leitzinsen nicht wie jetzt auf ein Datum in Zukunft fest (2014). Sie macht überhaupt keine Zeitvorgabe, sondern legt sich darauf fest, ihre Politik erst zu ändern, wenn das nominelle Ziel-BIP erreicht ist. Das heisst, die Zentralbank wird ihre lockere Geldpolitik, bzw. die tiefen Zinsen so lange beibehalten, bis dieses Level wieder erreicht ist.
  • Während Woodford Käufe von Staatsanleihen im bisherigen Sinn (QE-Programme) für wirkungslos hält, hält er solche als Ergänzung zu einem nominellen BIP-Ziel für sinnvoll. Denn dann erfüllen sie ihren Zweck, weil sie dazu beitragen, die Erwartungen zu verändern: Sie dienen dann dem Zweck, das nominelle BIP-Ziel schneller zu erreichen und erhöhen die Glaubwürdigkeit der Notenbank, dass sie alles tut, um dieses Ziel zu erreichen und es nicht nur verkündet. Im Unterschied zu jetzt macht die Zentralbank dann aber ihr Ziel explizit und überlässt es nicht den Marktteilnehmern zu werweissen, was sie wohl mit ihrer Politik bezwecken will. Das erhöht laut Woodford die Effektivität ihrer Politik.
  • Am meisten Erfolg bringt schliesslich das Zusammenspiel zwischen Fiskalpolitik und Geldpolitik – und das funktioniert weit besser, wenn sich die Zentralbank auf das Ziel eines nominellen BIP festlegt. Warum? Auf die Erwartungsbildung der Zentralbanken alleine zu setzen, hat weniger Wirkung auf die Realwirtschaft als fiskalpolitische Anschubmassnahmen (Staatsausgaben oder Steueranreize). Wenn aber als Folge von staatlichen Ausgabenprogrammen oder Steuersenkungen die Wirtschaft anzieht und die Zentralbank in Reaktion darauf die Zinsen erhöht, verpufft ein Teil des Stimulierungseffekts, weil private Investitionen verdrängt werden (der bekannte «Crowding Out-Effekt»). Legt sich die Notenbank aber auf ein nominelles BIP-Ziel fest, dann wird sie die Zinsen länger tief belassen, wodurch die Wirkung fiskalpolitischen Massnahmen grösser ist.
  • Das Festlegen auf ein nominelles BIP sorgt aber auch dafür, dass die Zentralbank auf die Bremse treten wird, wenn die Fiskalpolitik zu spät, das heisst erst im Aufschwung wirkt und zu expansiv wäre. Denn sobald die Zielgrösse erreicht ist, müsste sie die Leitzinsen erhöhen.

43 Kommentare zu «Bernanke-Schelte in Jackson Hole»

  • enver sagt:

    Schlussendlich hat Herr Woodford wohl einfach die bessere Kommunikationsschule besucht, denn die Taten von Beni – zu Beginn hiess es 0% bis 2011 dann 12 und jetzt schon 14 – heissen in die Realwirtschaft umgemünzt nichts anderes….(meine Meinung)

  • Linus Huber sagt:

    Off topic aber das Thema streifend.

    „Draghi’s bond-buying proposal involves unlimited purchases of government debt that will be sterilized“

    Erkenne nur ich einen Widerspruch in dieser Aussage?

    Wie auch immer, die Sterilisation wird nicht lange Bestand haben.

  • Laurence Sunita sagt:

    Herr Meier, Sie waren es doch, der vor ein paar Monaten noch die Inflationsängste als beinahe schon verrückt bezeichnet und die Deflation als grösste Gefahr bezeichnet haben! Also schreiben Sie jetzt nicht, dass die Kritik korrekt ist! Sie mag es zwar sein, aber Sie haben sicher nicht den moralischen Anspruch, das zu werten. Sie wechseln ja die Meinung im Wochentakt. Alles andere als professionell

  • Linus Huber sagt:

    Ich habe von dieser Theorie der bewusst „unverantwortungslos erscheinenden Geldpolitik“ als mögliche Lösung für die gegenwärtige Krise schon früher gelesen. Allerdings erscheint mir die damit an Bernanke ausgestellte Schelte eher eine verdeckte Unterstützung für seine initiierte unkonventionelle Geldpolitik, indem eine noch extremere Form proklamiert wird (dies wäre auch nicht weiter verwunderlich in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um Studienkollegen handelt).

    Es stellt sich langsam die Frage nach der Funktion des Geldes, wenn man solche Thesen liest. Soll eine Währung (resp. Geld) einzig als Instrument willkürlicher Manipulationen durch eine kleine Gruppe von Individuen dienen, oder hat Geld noch andere wichtige Funktionen zu erfüllen? Wie in früheren Ausführungen erwähnt, sollte die Aufgabe einer Zentralbank hauptsächlich in der Sicherheit und Nachhaltigkeit des Finanzsystems bestehen. Dies wird in meinen Augen am besten durch die Überwachung des Kreditvolumenwachstums (M3/M4) bewerkstelligt und den damit verbundenen notwendigen Massnahmen der Zentralbanken, dieses Wachstum des Kreditvolumens möglichst dem Wirtschaftswachstum entsprechen zu lassen. Der heutigen Krise liegt die hohe Abweichung des Wachstums des Kreditvolumens gegenüber dem verhaeltnismaessig bedeutend schwächeren Wirtschaftswachstums zugrunde.

    Woodfords sowie Bernankes Idee verfolgt die Folgen der vergangenen ankerlosen Geldpolitik durch eine noch extremere Version zu ersetzen. Während Bernanke die politischen Reaktionen seiner Handlungen zu ertragen hat, kritisiert Woodford ohne den politischen Druck zu spüren, welcher aufgrund der sich langsam meldenden Nebenwirkungen dieser nicht nachhaltigen Geldpolitik sich etabliert (z.B. zunehmende Systeminstabilitaet, Umverteilung von den 99% an die 1%, Promotion von Spekulation und weiteren Blasenbildungen mit entsprechenden Folgen bei deren Platzen, Anreiz für Verhaltensweisen, welche der Gesellschaft schaden).

    • Linus Huber sagt:

      Eine nachhaltige Lösung bleibt nicht möglich, so lange die Fehler der Vergangenheit nicht anerkannt werden und durch noch stärkere Medizin der gleichen Sorte verabreicht wird. Es ist ähnlich, nein, es ist genau so, wie wenn man einen Alkoholiker mit einer Flasche Jack Daniels zu heilen versucht.

      Eine wirkliche Lösung muss die Reduktion des nicht nachhaltigen Kreditvolumens beinhalten. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten, wobei mir vorschwebt, dass erst ein Maximum des Kreditvolumens (privat und public) festgelegt werden sollte (z.B. 50% public und 100% public des BIPs). Die sich zum gegenwärtige Kreditvolumen ergebende Differenz ist in 2 etwa gleiche Groessen zu unterteilen, wobei für einen Teil das effektive ersetzen des Kreditvolumens durch Basisgeld vorgenommen wird und für den 2. Teil die Liquidation durch entsprechende Insolvenzverfahren. Das neu ausgestellte Basisgeld muss zwingend zur Tilgung von bestehenden Schulden verwendet werden (sofern vorhanden) und sollte als Bail-out für die Bevölkerung politische Akzeptanz finden. Der 2. Teil muss die entsprechende Disziplin wieder herstellen, indem jegliche Art von Bail-outs fur Banken etc. kategorisch verboten werden.

      Durch diesen Vorgang wird die Macht der Banken gebrochen, welche einzig aufgrund der massiven Kreditvolumina basiert.

      Ansonsten werden wir wohl einer planlosen und a la Wild West Manier ablaufenden Destruktion des Kreditvolumens ausgesetzt sein.

      Es ist verwunderlich, wie sehr die gegenwärtigen Entscheidungsträger diese auf reiner Vernunft basierten Aspekte nicht sehen können resp. wollen.

      • thomas ernst sagt:

        @ Linus

        Ich bewundere Ihren Elan nach intelligenten Lösungen zu suchen.

        Sie schreiben: „Es ist verwunderlich, wie sehr die gegenwärtigen Entscheidungsträger diese auf reiner Vernunft basierten Aspekte nicht sehen können resp. wollen.“

        Leider deuten alle sichtbaren Zeichen darauf hin, dass die Machtelite keineswegs einen vernünftigen Weg aus dem Schlamassel sucht, der die Schäden für alle minimiert und rasch zu neuem Aufschwung führt. Machteliten kümmern sich nur soweit um die breite Bevölkerung, als diese zum Machterhalt und Machtausbau benötigt wird.

        Gerade in Europa wird nun aber mit dem Vehikel der Schuldenkrise im grossen Stil Macht von der breiten Bevölkerung (Demokratische Grundrechte und Einflussnahme) auf klandestine Machtzirkel in speziellen Institutionen verschoben.

        Glauben Sie wirklich, das sei unbeabsichtigt? Schon Churchill bemerkte: „Wenn in der Politik etwas passiert, kann man sicher sein, dass es genau so geplant war.“

        • Linus Huber sagt:

          @ thomas ernst

          Ein, Deine VT unterstützender Bericht:
          on the power elite, how they developed and how they rule.

          http://nplusonemag.com/the-foundation-statesmen

          • Thomas ernst sagt:

            Danke für den Link. Ebenso entlarvend wie bedrückend. US-Demokratie ist nur noch eine Hollywood-Fassade für blanke Diktatur.

          • George Aengenheister sagt:

            @ Linus Huber. Ich mag ihre Inputs, weil sie stets in die gleiche Richtung zielen und sich durch fundiertes Wissen auszeichnen. Ein anderer Vorschlag, einfach zum Nachdenken: Wenn nun einer eine neue Bank gründen sollte, die in keiner Art in Krediten verstrickt wäre, einfach bloss positiv-saldo Kundengelder annimmt und keine weiteren Angebote bietet als EC-kartenbezüge und die monatlichen Rechnungen der Kunden überweist, negativsalden sind nicht gestattet, Internet-basiert ohne Bankfilialen gegen eine minimale Gebühr, also ich würde dieser Bank glatt mein Geld überweisen, momentan selbst für null Zins. Um den kriminellen Banken das Wasser abzugraben… Es ist doch zum Heulen, die Notenbanken machen ein ernstes Gesicht, künden weise eine Viertelprozent-Senkung der Zinssätze an und die Anleger reagieren sofort. Wären die Notenbanken mal ehrlich und verkündeten wahrheitsgetreu, dass sie die Kontrolle verloren hätten und nun sicherheitshalber Schluss sei mit der Geldausweitung, dann wäre wohl schnell sehr viel Spielgeld evaporiert. Da kann doch niemand von Stabilität reden. Wahren Reichtum kann man sicher nicht mit Worten zerstören. Dazu braucht es Bagger und dergleichen.

  • Michael Schwarz sagt:

    Wie ich vor drei Jahren bereits befürchtet habe, dass die expansive Geldpolitik das Ungleichgewicht nicht nur im Kapitalmarkt, vor allem auch bei der Einkommenverteilung fördert, wird zur Realität. In den letzten 2 – 3 Jahren spitzt sich das Problem des Ungleichgewichts der Einkommenverteilung und Verschuldung zu. Die neoliberalen Ökonomen propagieren weiterhin mit Ihren monetarischen Theorien, verkannen sie die grundlegende Ursache dieses Problems. Eine Krise kann durch mangelnde Liquidität auslösen, muss aber nicht. Wir haben hier mit einem Strukturproblem zu tun, welches nicht durch expansive Geldpolitik gelöst wird. Die Lösung liegt in sruktuellen Reformen, nicht in der Geldpolitik, wie die Monetaristen es glaubten, die Daten spricht für sich.

  • Hans Müller sagt:

    Ich bin echt überrascht über die Kommentare hier im positiven Sinne versteht sich – langsam sickert die Wahrheit durch. Ich wündschte Joe Sixpack auf dem anderen Seite des Teiches wäre genau so gut informiert. Mal schauen wie das ganze endet, Hyperinflation hatten wir ja schon verteilt auf 100 Jahre.. Der Bogen ist übergespannt und irgendwie muss man doch langsam auch bei uns in der Schwiez die Frage stellen warum wir unter dem Strich schlechter dran sind als die Menscheit vor 100 Jahren – trotz dem riesen Fortschritt den wir punkto Produktivität und Technologie gemacht haben. Man muss zudem beachten was wir seither alles aufgegeben, das nun nichtmal mehr eine doppelverdienerfamilie eine Familie souverän überwasserhalten kann. Wenn man das ganze aus der Ferne anschaut dann kanns eigentlich gar nichtmehr viel schlechter werden.

    • Thomas sagt:

      @ Hans:
      „Wenn man das ganze aus der Ferne anschaut dann kanns eigentlich gar nichtmehr viel schlechter werden.“ Das halte ich für einen gefährlichen Trugschluss.

      Ich stimme Ihnen zwar völlig zu, dass in den letzten 30 Jahren in der Schweiz ein erheblicher Teil des Rechtsstaates den Bach runter ging, und die heutige Bundesregierung alles tut, um weitere Teile der Interessen der Schweizer Bürger den Deutschen, den US-Amerikanern und der EU zu verscherbeln, was mich kolossal stört.

      ABER: Verglichen mit den allermeisten Ländern geht des den Schweizern hervorragend. Sie können hier am Samstagabend ein Quartierfest feiern, ohne mit marodierenden Milizen rechnen müssen. Sie werden auch an Polizeikontrollen bestenfalls unflätig behandelt und ruppig angefasst, aber nicht gleich über den Haufen geschossen. Viele Geschäfte liefern Waren nach wie vor auf Rechnung, und diese werden in aller Regel auch bezahlt.

      Strom, Wasser, Post, Telefon, Müllabfuhr und Abwasserreinigung funktionieren. Die Mitarbeiter/innen auf der Gemeinde sind in aller Regel freundlich und hilfsbereit. Das Steueramt zockt Sie zwar ab wo es geht, aber es gibt doch gewissen Schranken, und auch Bestechungen sind im Alltag weder üblich noch nötig.

      Sicher müssen wir der grassierenden pseudowissenschaftlichen Materialismus überwinden, Gemeinschaft neu lernen und die ganze Wirtschaft von Mangel auf Überfluss umbauen. Herkulische Aufgabe. Aber wir können das in geheizten Arbeitszimmern mit wohlgenährten Kollegen tun, und müssen uns nicht in Zelten konspirativ zusammenrotten oder auf grossen Plätzen zu 10’000 unter dem Gewehrfeuer der Nationalgarde demonstrieren.

      DAS ist eine erhebliche Flughöhe, und es könnte tatsächlich viel schlechter werden. Wir haben das nur noch nie erlebt.

      • Chris sagt:

        „…weitere Teile der Interessen der Schweizer Bürger den Deutschen…“
        _den_ Deutschen? Ich habe noch keine „Teile der Interessen der Schweizer Bürger“ gesehen…

  • Thomas ernst sagt:

    Ich bin immer wieder verblüfft, wie viel sich bereits aus einer gewöhnlichen Fotografie ablesen lässt.

    Man muss nur mal die beiden Portraitfotos oben vergleichen: Rechts, der geschniegelte FED-Chef Bernanke, der mit der ganzen Überheblichkeit eines gewählten Funktionärs von oben herab auf den Pöbel blickt, der ihm noch nicht mal die Füsse lecken, geschweige denn das Wasser reichen kann. Wer sich fragt, wie ein hohes Amt die Psyche eines Menschen zum Schlechten und Eingebildeten verändert, findet hier ein gut dokumentiertes Beispiel.

    Links, auf der anderen Seite die zweifelnd-kritisch-bedrückte Miene des Wissenschafters, der vergeblich mit all seinem Intellekt gegen “ The Powers That Be“ an-argumentiert, im sicheren Wissen, dass all seine rhetorische Brillanz und intellektuelle Stringenz am Ende nichts bewirken werden. Dass der machtgeile Politico Bernanke auch seine Zukunft, seine Ersparnisse und seine Hoffnungen am Ende auf dem Altar der Unfehlbarkeit Opfern wird, genauso wie Stasi-Merkel die Zukunft Deutschands auf dem Altar ihrer EURO-Unfehlbarkeit Opfern wird.

    Die Opferlämmer wurden noch nie gefragt, ob sie das sinnlose Ritual gut finden.

    • H.Trickler sagt:

      Man darf nicht vergessen, dass solche Fotos von den Redaktionen immer sehr bewusst ausgewählt werden!
      Man stelle sich vor, es wäre ein Bild mit einem zerknirschten Bernanke und einem frohlockenden Woodford ausgewählt worden, was die Fotoagenturen bestimmt auch bereithalten 😉

  • H.Trickler sagt:

    QE würde nur dann nützen, wenn es (industrielle) Projekte gäbe welche in den Hochlohnländern genügend hohe Renditen erwirtschaften können. Auch die Vorschläge von Woodford ändern daran nichts.

    Die fehlenden Arbeitsplätze im Westen können nur geschaffen werden, wenn man einen Weg findet, wie die Tieflohnländer (z.B. durch verpönte protektionistische Massnahmen) weniger attraktiv werden.

  • lucius mayer sagt:

    Bisher haben die klugen, mit großen Aufwand entwickelten Modelle der akademischen Volkswirte Trefferquoten erreicht, die kaum besser als Zufälle sind, nicht wesentlich besser als z. B. die der Mundanastrologie. Zufallsportefeuilles gehören zu den am besten rentierenden. Nettoteuerung (Zinssatz ./. Teuerung = -) ist immer ein Raubzug auf die Ersparnisse der Fleißigen, Ernsthaften. Nun wollen weltweit die Geldaligen, die Bankster und ihre Handlanger wie Michael Woodford den Babyboomer-Mittelstand enteignen.

    • Anh Toan sagt:

      Es sind immer die Fleissigen, Ernsthaften die zahlen müssen, die Faulen, Spassorientierten können genauso wenig bezahlen wie die Dummen und die Schwachen. Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen.

      • Burni Giordano sagt:

        Toan: Dieser Kommentar ist kolossal, gefällt mir. Könnte schon in der griechischen Mythologie beschrieben sein.

  • Richard Oaten sagt:

    1. Die FED ist eine PRIVATE Institution, welche sich zu 100% im Besitz der mächtigsten Familien Englands, Deutschlands und der USA befindet. 2.Die FED hat desshalb zuallererst die Interessen dieser Clans zu bedienen. 3. Alles Andere ist nicht so wichtig !!
    Zudem könnte das Problem auf einfachste Art gelöst werden: NEGATIVE Overnight loan rate ! Dies würde ebendiese Banken dieserClans dazu zwingen, Geld auszuleihen (an Firmen und Private) und so den Reibach zu machen. Da dies im Moment jedoch zu riskant erscheint, erwirtschaftet man sich den Profit eben garantiert durch die FED. (zahlen tut dies der „kleine Mann“ der westlichen Industriestaaten) Somit ist dieser „Angriff“ in Jackson Hole nichts anderes als Schattenboxen zweier Kamolegen….

    • Frei Kurt sagt:

      Ich habe Unmengen gelesen (auch als Proof Reader einer Finanzzeitschriften) und nie von Besitzverhältnissen des Fed derartiges gehört. Endlich weiss ich es. Eine private Institution hat also das Monopol, Geld nach Belieben zu drucken. Falschmünzerei bleibt aber verboten. Wenigstens gibts nun für mich einen Erklärungsansatz für die mafiösen Strukturen, die sich überall ausgebreitet haben. Die Parlamente können wir ja schon einmal abschaffen unter den Umständen….

    • Anh Toan sagt:

      Ich kenne US Recht zu wenig, um die Rechtsgrundlagen des FED zu würdigen. Auch von der SNB wird behauptet, es sei eine private Aktiengesellschaft. Die SNB ist aber eine Aktiengesellschaft des öffentlichen Rechtes und nicht eine private Aktiengesellschaft gemäss Obligationenrecht.

      Der Fedvorsitzende muss zumindest vom US Präsidenten bestätigt werden, das müssen die Vorsitzenden in privaten US Gesellschaften nicht. Daraus schliesse ich, dass das Fed keine Institution des Privatrechtes, sondern wie die SNB eine Spezialgesellschaftsform des öffentlichen Rechtes ist.

      Bevor sowas behauptet wird, sollten zumindest mal die Statuten des FED studiert werden, vorher weiss man nicht, wer wem verpflichtet ist.

      @Frei Kurt: Sie haben Unmengen gelesen und nie derartiges gehört, und dann kommt Richard Oaten und jetzt wissen Sie.
      Nein, Sie glauben, nur jetzt einem Anderen.

      • Thomas sagt:

        Ich stimme im Tenor Anh Toan zu:

        Die darunterliegende Rechtsform ist nicht wirklich zentral. In der Schweiz ist die Nationalbank seit Jahrzehnten eine Spezialgesetzliche Aktiengestellschaft. Die Aktien werden gehandelt. Der Kurs heute ist 1007.00 CHF (1’028 höchst, 994 tiefst intraday). Sie sind nur zu 50% liberiert, was der SNB eine gewisse Kontrolle über das Aktionariat erlaubt. (Den Privatbesitz hatte man am Anfang des 2.Weltkrieges eingeführt, damit die SNB im Falle einer Deutschen Besetzung nicht als eroberte staatliche Institution, sondern – weil nominell im Privatbesitz – als private Institution gegolten hätte, welche von den Besetzern nicht ohne Enteignung hätte konfisziert werden können. Ziemlich abstrus – aber so sind Politiker und Juristen nun mal.)

        Da Bankrat und Management aber nicht von den Aktionären, sondern von der Politik ernannt werden, ist das eher ein Hobby, als eine Geldanlage. Auf die Währungspolitik hat ohnehin keiner der sichtbaren Beteiligten einen nennenswerten Einfluss.

        Faktisch spielt nicht die grundlegende Rechtsform, sondern die praktischen Einflüsse eine Rolle. Und hier ist die FED genauso vom Politisch/Finanz/Militär-Konglomerat der USA gesteuert, wie der ganze Rest der Regierung und der Institutionen (CIA, FBI, NSA; Homeland Security und wie diese kriminellen Organisationen alle heissen).

        • Johannes Krall sagt:

          Die Eigentümerschaft der diversen Zentralbanken ist in der Tat recht unterschiedlich: z.B. „gehört“ die EZB den Zentralbanken der einzelnen Eurozonen-Mitgliedern. Und bei diesen gibt es wieder ganz unterschiedliche Besitzverhältnisse: die Italienische Zentralbank z.B. gehört ca. 100 Italienischen privaten Banken. Die französische Zentralbank gehört seit dem 2. Weltkrieg dem Staat.

          Die Federal Reserve „gehört“ den 12 verschiedenen regionalen Federal-Reserve-Banken. Diese wiederum sind in der Tat privatrechtlich und gehören – als private Corporations – den diversen grossen amerikanischen Banken. Die Behauptung, dass die Federal Reserve privat ist, stimmt. Dies wurde auch in einem jüngsten öffentlichen Gerichtsverfahren durch die Fed selbst bestätigt – man wollte sich der Disclosure der Bailout-Beträge an andere Banken mit der Begründung entziehen, man sei ja eine private Firma und unterstehe somit nicht der Disclosure einer Regierungsorganisation.

          Da die grossen amerikanischen Banken ja alle publicly traded und gelistet sind, stimmt aber die Behauptung, dass die Fed „einigen Familien gehöre“, nicht. Sie gehört dem Bankensystem und nimmt daher auch immer dessen Interessen wahr.

  • slowy sagt:

    Die Gründerväter haben viel dazu, also zu „privaten Banken“, „Staatsschuld“, etc. gesagt. Thomas Jefferson sagte dazu, frei übersetzt:
    „Wenn das amerikanische Volk einer privaten Bank die Kontrolle über das monetäre System überlässt, indem sie den Wert über Inflation und Deflation steuert, dann werden weitere Banken und Unternehmen um diese private Bank entstehen. Diese werden all den Besitz des Volkes rauben, bis ihre Kinder obdachlos auf einem Kontinent aufwachen, welche ihre Vorväter erobert haben.“

    Desweiteren sagte er:
    „Ich glaube, Banken sind für unsere Freiheit gefährlicher, als stehende Armeen“.

    Die FED ist eine private Institution, gehört private „Investoren“. In den USA arbeitet man ungefähr ein halbes Jahr, nur um die Zinsen für die Staatsschuld zu zahlen… so funktioniert das monetäre System… und nicht nur dort… true story

  • Cornelis Bockemühl sagt:

    „Zins von 0% ist noch immer zu hoch“ heisst doch im Klartext: Es ist einfach viel zu viel Geld vorhanden das „angelegt“ werden soll. D.h.: Es soll sich durch Zinsen „vermehren“ – d.h. durch anderer Leute Arbeitsleistung.

    Und das ist doch die andere Seite der „Schuldenkrise“: Es ist nicht zu wenig Geld da, sondern im Gegenteil viel zu viel, sodass selbst mit undendlich viel Arbeit der „Sog“ dieses Kapitals nicht befriedigt werden kann. Beispiel: Gelder, die man für die „Rettung Griechenlands“ aufwirft kommen diesem Land ja überhaupt nicht zugute, sondern fliessen einzig und allein in den „Schuldendienst“, dh. an die Gläubigerbanken – ohne dass die Schuld damit überhaupt verringert würde!

    Drum sagen die Formeln, die einen negativen Zins fordern würden, doch genau das richtige: Die riesigen Kapitalmengen dürfen nicht mehr „bedient“ werden, sondern sollten nach und nach zerfallen. Dann würden sie mit der Zeit auch die Realwirtschaft nicht mehr belasten und „aussaugen“.

    Alternativen wären: Grosse Summen in gemeinnützige Stiftungen schenken. Oder mehr katastrophal: ein paar grosse Pleiten (Firmen, Staaten…). Und wenn das alles nicht passiert muss man wohl das Schlimmste befürchten: grosse Kriege, die natürlich auch Kapital in grossem Stil vernichten, wenn auch mit ziemlichen „Kollateralschäden“!

    • Martin Holzherr sagt:

      @Cornelis Bockemühl: Die Investitionszurückhaltung in Europa oder den USA geht zum grossen Teil auf die Unsicherheit was die Zukunft betrifft, zurück. Wer will in Griechenland investieren, wenn dort schon bald die Drachme wieder eingeführt wird und er dann seine Investition viel billiger tätigen könnte. Generell sind die Zukunftsaussichten ungewiss und das Kapital zerfällt ja schon teilweise, wie von ihnen gefordert: “ Die riesigen Kapitalmengen dürfen nicht mehr “bedient” werden, sondern sollten nach und nach zerfallen.“
      Sobald sich eine Lösung für die Euro-Krise abzeichnet ändert sich das Bild in Europa und es werden auch wieder Investitionen getätigt. Die Untätigkeit der Politiker und das Aussitzen der Krise wirkt sich für Europa fatal aus und hat auch Einfluss auf die Zukunft der Eurozone. Deutsche Industriefirmen zum Beispiel verstärken ihr Engangement inzwischen bewusst im asiatischen Raum, weil der jetzt sicherer ist als der europäische.Deutschland könnte schon bald engere Beziehungen zu den Schwellenländern haben als zu den PIIGS-Staaten.

      • Cornelis Bockemühl sagt:

        Sobald sich eine Lösung für die Euro-Krise abzeichnet ändert sich das Bild in Europa und es werden auch wieder Investitionen getätigt. – Hoffen wir’s beste!

        Ob allerdings reine Reanimierungs-Massnahmen den Patienten „Weltwirtschaft“ wirklich nachhaltig wieder auf die Beine bringen werden!?? Immerhin sind die Schuldenberge ja nicht erst in der „Krise“ entstanden, sondern genau in den Zeiten wo es scheinbar alles besonders gut ging. Und wo jemand sich übermässig verschuldet gibt es logischerweise immer einen, der zu viel Geld hat das er „irgendwie“ ausleihen will – notfalls auch an schlechte Schuldner! Was wiederum heisst: Es gab auch damals schon viel mehr Kapital als wirklich solide Investitionsmöglichkeiten.

        Und manchem „risikofreudigen“ Anleger war das wohl sogar recht, denn die schlechteren Schuldner hatten ja auch damals schon höhere Zinsen zu zahlen – aus Sicht der Anleger: höhere „Renditen“! Die man zunächst ja auch freudig einkassiert hat – solange diese Schuldner zahlen konnten. Und jetzt, wo sie es nicht mehr können, wird einfach nur der Druck erhöht – die Zinsen/“Renditen“ werden sogar noch höher geschraubt! Wie soll das ausgehen ohne entweder expliziten Schuldenerlass oder eine Pleite? Beides sorgt für die notwendige Kapitalvernichtung!

        Und wenn man jetzt denkt dass das alles nur bösartige Spekulanten sind: Unser ganzes Pensionskassensystem basiert auf diesem Irrsinn, dass angehäuftes Geld noch mehr Geld „erzeugen“ soll! Was eben nur so lange gut geht als man diese „Erzeugung“ noch aus irgendwem herauspressen kann.

        • Markus Mühlemann sagt:

          Genau, Cornelis. Darum ist auch absehbar, dass:
          – wir dank „unseren“ Pensionskassen den Druck auf die Firmen verstärken -> Shareholder-Value
          – diese Firmen in der Folge logischerweise Arbeitsplätze in Billiglohnländer verlagern
          – wir weniger Arbeit haben und so weniger verdienen
          – die Firmen weniger an uns verkaufen, weil wir weniger kaufen und somit konkurs gehen oder ausziehen
          – das inverstierte PK-Geld nicht zurückbezahlt werden kann

      • Peter Burkhard sagt:

        Es gibt keine Lösung für die Euro-Schuldenkrise.

        • Thomas sagt:

          @ Peter

          Das ist so nicht richtig. Es gibt mehrere Lösungen.
          – Schulden abschreiben / Staatsbankrott
          – Auflösung des Euro
          – Enteignung allen Privateigentums zur Begleichung der Schulden
          – Verstaatlichung aller Banken, Eliminierung der Investment Banks
          – Alle am Euro beteiligten Politiker vor Gericht stellen und aburteilen. Neuanfang.
          – …

          Was es NICHT gibt, ist eine Lösung für die Schuldenkrise, die schmerzlos, folgenlos und harmlos ist, oder welche die fundamentale Gerechtigkeit, welche durch das Euro-Desaster verletzt wurde, wiederherstellt.

          Wenn Sie sagen, „es gibt keine Lösung“ müssen Sie schon spezifizieren, welchen Kriterien/Anforderungen denn eine Lösung genügen müsste, damit Sie diese als echte Lösung akzeptieren.

          • Chris sagt:

            @ Thomas 5. September 2012 um 19:11
            Ganz richtig, allerdings wirkt keine dieser Massnahmen allein. Nach der Auflösung des Euro z.B. müsste es einen Währungsschnitt geben, d.h. alle (inländischen) Schulden bleiben bestehen, alle Geldvermögen werden abgewertet (z.B. könnten 10’000 € pro Person 1:1 in die neue Währung getauscht werden, alles weitere nur noch 1:2).

            Aufgrund der internationalen Verflechtung wäre früher oder später auch die Schweiz betroffen. Die Vermögenssituation vieler Schweizer (eine Hypothek über 500’000 CHF und ein ähnlich hohes Geldvermögen) könnte da sehr beeinträchtigt werden.

        • Linus Huber sagt:

          Gibt es doch, nur keine schmerzlose.

          • ast sagt:

            Nach dem Untergang der Römer folgte in Europa das Mittelalter, 1000 Jahre praktisch ohne technologische Fortschritte. Die gegenwärtige politische Entwicklung könnte zum Zusammenbruch des politischen Ökosystems führen (diesmal auf globaler Ebene). Es gibt bereits sichtbare Anzeichen die mich zur Annahme führen, es könnte alsbald eine globale Eiszeit dieser Art entstehen, so dass die Welt in einen Zustand eintritt der dem des Mittelalters in Europa ähnlich ist. Ein solcher Zustand könnte kommen weil in Europa und USA versucht wird die Demokratie zu „kapitalisieren“. Dadurch könnte es zur Zersplitterung des Westens in kleine nationale Entitäten kommen die totalitär regiert werden, ähnlich wie die Stadtstaaten des Mittelalters. An Stelle der Demokratie könnte wie im Mittelalter ein lokaler religiöser Glaube treten, im Bereich des Islam ist der bereits absehbar.

  • Michael Schwarz sagt:

    Die Festsetzung des nominalen Ziel der Zentralbank ist eine Einladung zur Förderung der Inflation. Das Problem liegt in der vergangenen geldpolitischen Entscheidung, die übermässig expansitiv war. Dies hat zur Vorverlagerung des Wachstums in der Vergangenheit geführt, deshalb haben wir heute Probleme mit dem Wachstum und Konsumausgaben.

    Die Zentralbank haben keine Vorstellung von wirtschaftlicher Planung bzw. Wachstumsplanung. Sie nehmen was kommt, versuchen nur die akutellen Problem zu lösen, die vor einem offenbart. Man ist unfähig weiter zu denken, dies führt zur Kurzsichtigkeit.

    • Manuel Wymann sagt:

      Inflation(-erwartung) zu generieren ist ja genau die Idee von QE, deshalb auch die Diskussion um höhere Inflationsziele insbesondere in Japan. Wenn man wie Bernanke davon ausgeht, dass Deflation viel schlimmer ist als Inflation, dann ist diese Handlungsweise nachvollziehbar. Bernanke ist sich allerdings genauso wie Woodford bewusst, dass Geldpolitik allein nichts nutzt, wenn die Fiskalpolitik nicht mitzieht. Japan ist hier ein gutes Beipiel, trotz hoher Geldmenge sitzt das ganze Geld tatenlos herum, weil die Kreditnachfrage nie kam. Dasselbe droht jetzt auch in Europe und teilweise den USA zu passieren. Wenn die Fiskalpolitik bei sinkenden Steuereinnahmen auch noch den Hahn zumacht, dann ist eine Rezession programmiert. Japan muss man immerhin zugutehalten, dass sie das GDP Niveau halten konnten, primär dank hoher Staatsverschuldung. Der europäische Weg sucht läuterung und endet vermutlich in einer Krise wie in den 30er Jahren…Exporte nach Asien sind dann die letzte Hoffnung.

      • Thomas sagt:

        Wie bereits früher in NMM aufgezeigt, liegt eines der Hauptprobleme heute darin, dass die Firmen gar nicht wissen, in was sie das so leicht verfügbare Geld denn investieren sollten. Da wir am Ende eines Schumpeter-Zyklus sind, wo die laufende Produktivitätssteigerung (heute primär durch Informatik & Roboter) immer mehr Firmen und Mitarbeiter obsolet macht, müssten die Firmen eine neue Geschäftsidee entwickeln: Womit könnte man morgen viel Geld verdienen?

        Antwort: Es weiss es keiner! Alle unsere materiellen Bedürfnisse in den Industriestaaten sind gestillt. Der Nutzen des 4. Autos ist marginal, und mehr als 3 Steaks kann man einfach nicht essen. Die immateriellen Bedürfnisse (Ruhe, Schönheit, Liebe, Zuwendung) sind weitgehend unverkäuflich, d.h. nicht wirtschaftlich ausbeutbar.

        Also: Wo investieren, wenn wir nicht mehr (wie seit 10’000 Jahren) primär im Mangel leben, sondern im Überfluss?

        Die Schwellenländer hätten zwar Nachholbedarf, haben aber ausser Rohstoffen kaum etwas als Gegenleistung anzubieten, sind daher für die Märkte uninteressant.

        Ein probates Mittel ist ein grosser, flächendeckender Krieg (die US-Kiregsindustrie tut grad alles, um diesen auszulösen). Die dadurch erreichten Zerstörungen erlauben grosse Investitionen und Gewinne im Wiederaufbau. Allerdings ist die betroffene Bevölkerung in der Regeln nicht bereit, sich zugunsten von US-Gewinnen niedermetzeln zu lassen, was ein gewisses Hindernis darstellt. Als öffentlich verkündetes Wundermittel taugt ein Krieg also nicht, darum kommt er im US Wahlkampf auch nicht vor.

        Die Frage bleibt: Womit zum Geier könnte man denn in Zukunft gross Geld verdienen??
        Wer diese Antwort kennt, kann gezielt investieren und zukunftstauglich profitiern. Die übrigen halten sich an ihren Ersparnissen fest und strangulieren die Wirtschaft.

  • Burni Giordano sagt:

    Die Theorie von Michael Woodford ist verblüffend einleuchtend. Theorien, auch die kommunistische Theorie, haben den grossen Nachteil, dass bei der Umsetzung in der Praxis nicht kalkulierbare Schwierigkeiten auftreten, wodurch die ganze Theorie in Frage gestellt wird.MaW,. auf die heutige wirtschaftl. Situation übertragen muss man sich fragen, wie lange das Volk bei einer Rosskur mitmacht, ober ob nicht einfach mal der Zapfen abgeht, und eine lokale, bzw. weltweite Revolution(Dominoeffekt) stattfindet, wobei dann derSchreibtischdogmatismus auf schnelle Art weggefegt wird(Bsp.franz.Revolution) und die „Herrschaften“ sollten sich des Mottos erinnern: leben u. leben lassen, sonst regiert schlimmstenfalls der Urinstikt und der irreale Intellektualismus wird wiedereinmal begraben. Intellektuelle sollten eigentlich mit dem Denken keine Schwierigkeiten haben, oder beschränkt sich deren Intellekt nur auf ein limitiertes Fachgebiet, ohne Weitsicht und Sinn für das Ganze. Die Harmonie der Ganzheit ist immer noch eine erstrebenswerte Sache (Renaissance in Florenz, ja die waren weiter, auch wirtschaftlich damals)

  • ast sagt:

    Die Bernanke -Schelte sollte jene Leute treffen welche Bernankes Politik bestimmen, das sind die Eliten und Superrich Peoples. Für Sie wird der Banken-Zitronensozialismus mit Helikoptergeld für die oberste Liga durchgezogen von der FED.

    Es gibt eine eindrückliche Grafik die für mich diese Finankrise sehr erklärbar macht:
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2012/09/SLE_A12_Top-01-1-10-Percent-Income-Share-1920-2010_USA_125mk.png

    Seit ca. 1979 betreibt (nicht nur die USA) eine Politik die sich vermehrt nur noch an den Interessen reicher Investoren ausrichtet.

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