Die Schweiz und die EU: Ein schiefer Vergleich


Seit die Risikoprämien der italienischen Staatsanleihen gesunken sind, haben die Optimisten in Europa wieder Oberwasser. Die EU werde die Euro-Krise erfolgreich bewältigen, wird argumentiert. Am Ende des Prozesses werde es nicht weniger, sondern mehr Europa geben. Der Rettungsfonds, der Fiskalpakt und die regelmässigen EU-Gipfel seien der Anfang einer umfassenden Union.

In diesem Zusammenhang wird die EU oft mit der Schweiz vor der Bundesstaatsgründung von 1848 verglichen. Damals habe auch niemand vorausgesehen, dass die Kantone sich dereinst dazu aufraffen könnten, wichtige Funktionen an eine übergeordnete Instanz abzugeben. Der französische Philosoph Alexis de Tocqueville schrieb bekanntlich in den 1830er Jahren, es gebe nur Kantone, keine Schweiz: «Il y a des cantons, il n’y a pas de Suisse.» Etwas mehr als zehn Jahre später gab es die Schweiz dann doch.

Was ist vom Vergleich Schweiz/EU zu halten? Mir kommen nur fundamentale Unterschiede in den Sinn:

1. Es gab bereits vor 1848 so etwas wie ein Nationalgefühl in der Eidgenossenschaft. Bereits im 15./16. Jahrhundert sprach man den Schweizern einen eigenständigen politischen Raum im Gegensatz zu Frankreich, Norditalien und Süddeutschland zu. Die Abgrenzung zu Süddeutschland hat zum Beispiel der amerikanische Historiker Thomas Brady mustergültig herausgearbeitet («Turning Swiss»).

In der EU fehlt dieses gemeinsame Bewusstsein.

2. Die moderne Schweiz ist nicht das Resultat einer freiwilligen Vereinigung der Deutschschweiz mit der französischen und italienischen Schweiz. Im Gegenteil: Die Deutschschweizer Gebiete beherrschten bis ins späte 18. Jahrhundert weite Teile der heutigen West- und Südschweiz. Das Waadtland war von Bern besetzt, der französische Teil des Wallis war vom deutschsprachigen Oberwallis regiert, das Tessin war Untertanenland des Kantons Uri und der gesamten Eidgenossenschaft, Neuenburg gehörte Preussen, der Jura war Teil des Fürstbistum Basels. Ausserdem sind die Bewohner der Deuschschweizer Kantone in einer klaren Mehrheit. Das dürfte den Zusammenhalt erleichtern. In Ländern, die keine klare Mehrheiten haben, ist die Spaltung fast nicht zu verhindern. Das Paradebeispiel ist Belgien.

Bei der EU müssen sich völlig unterschiedliche Kulturen freiwillig zusammenschliessen. Es sind keine klaren Mehrheiten sichtbar, die stabilisierend wirken könnten.

3. Die Bundesstaatsgründung gelang nur dank eines Bürgerkriegs. Es brauchte also eine militärische Entscheidung, um die Opposition der katholischen Kantone gegen einen Bundesstaat zu überwinden.

Die EU setzt auf eine kontinuierliche Stärkung des EU-Rechts und der EU-Institutionen. Der Bundesstaat soll schleichend entstehen, damit er gerade nicht Gegenstand einer grösseren Auseinandersetzung werden kann.

Bestimmt gibt es auch Parallelen zwischen der Schweiz vor 1848 und der EU. Aber diese drei fundamentalen Unterschiede zeigen ganz klar, dass sich die Schweizer Geschichte nicht als Folie für die Zukunft der EU eignet. Die EU ist ein historisches Experiment, dessen Ausgang völlig offen ist.

132 Kommentare zu «Die Schweiz und die EU: Ein schiefer Vergleich»

  • Der Aufhänger im Seitenfeld des Blogs zeigt die ideologische Denkweise der Tagi-Redaktion. Wir lesen da tatsächlich:

    „Die EU ist nicht wie die Schweiz vor 1848: Damals prägten Bürgerkriege und Unterdrückung die Eidgenossenschaft.“

    Eine solche Behauptung macht Tobias Straumann nicht. Weder ist „Herrschaft“ das gleiche wie „Unterdrückung“ noch ist der Sonderbundskrieg eine Periode fortwährender „Bürgerkriege“.

    Der Aufhänger verrät das Niveau heutigen Journalismus‘ man macht reisserische Texte ohne sich um die Realitäten zu bemühen.

  • Bruno Bänninger sagt:

    Bei aller verständlichen Freude an der Diskussion und allen Dafür’s, Dagegen’s und Warum’s und Wieso und überhaupt, Fakt ist, bei der kleinen demokratischen Schweiz funktioniert’s, bei der Monsterkonstruktion EU funktionierts nicht. Nicht die Bürger von Nord bis Süd, von West bis Ost entscheiden, sondern selbsernannte Elite-Beamte mit ihren 40’000 anonymen Funktionären die ein Vermögen verschlingen und alles diktieren können, von der Gurkenkrümmung über Verschuldungsgrenzen zu laufend neuen Gesetzen bis zur Verfassung. Demokratie heisst Entscheid durch die Betroffenen. Basta.

  • tststs sagt:

    Ich denke, mein ehemaliger Geschichtslehrer würde den Hauptunterschied wie folgt formulieren:
    „De EU fehlt halt de Näppi…“
    🙂

  • Gautier Irgendwo sagt:

    Was soll mit diesen heutigen Vergleich denn eigentlich bezweckt werden. Eine EU
    noch nicht einmal fertig geboren verglichen mit der Vergangenheit unseres Landes?

  • Linus Huber sagt:

    Ich denke, dass man die Angelegenheit auf der socio-ecnomischen Ebene betrachten sollte. Die Stimmungslage weltweit war verhältnismäßig positiv während der Ausweitung der Kreditblase, welche sich über die letzten 30 Jahre entwickelte. Diese Situation erlaubte die oben angesprochene Individualisierung des Menschen, da der Staat in seiner ebenfalls positiven Stimmung seine Unterstützungsnetzwerke zugunsten des Individuums ausbauen konnte. Ebenfalls werde Projekte wie eben die EU in solchen Phasen der Geschichte aufgegleist, ebenfalls aufgrund der positiven Einstellung auf Machbarkeit. Wenn die Lehre von socio-Economics Wert sein soll, was sie verspricht, dürfte in den nächsten Jahren (sofern wir einen Kondatievschen Winter durchleben sollten) die Konfliktbereitschaft sich erhöhen und das EU Projekt in grosse Probleme führen.

    Anzeichen in diese Richtung kann man schon heute erkennen, wie z.B. das Verbrennen einer Deutschen Fahne in Griechenland oder Haftbefehle gegen die sogenannte EU Abgesandten ausgestellt bei der griechischen Polizei und bedeutend mehr Demonstrationen in vielen Staaten. Die Einigkeit während den guten Jahren dürfte ersetzt werden durch Zerstrittenheit. Es ist jedoch möglich, dass während der kommenden Zeit, eine echte EU geschaffen werden könnte, wobei zuerst viel Leid einherzugehen hat in meinen Augen.

    • Martin Holzherr sagt:

      Viele die hier schreiben habe keine Ahnung von der Dramatik, der Zuspitzung der Lage in Ländern wie Griechenland, Portugal, Spanien oder Irland. Für viele dort hat sich die Lage innerhalb der sehr kurzen Zeit von 3 Jahren dramatisch verschlechtert und es gibt Jugendarbeitslosigkeit bis zu 40% während Deutschland und die Schweiz zur gleichen Zeit einen Boom erleben. Das ist keine Basis für ein demokratisches Europa. Entweder fliegt das Gänze auseinander oder wir erleben die Geburt eines zweigeteilten Europas, wo die Nordländer den Südländern hin und wieder ein paar Brosamen zugestehen oder sie aushalten wie der Reiche seine verarmte Verwandtschaft.

  • Fred David sagt:

    @) Michael Schwarz, ich glaube, Sie sehen zu schwarz, aber der Gedanke überzeugt mich, dass es gravierende mentale Unterschiede zwischen Nord und Süd gibt und dass man diese unterschätzt. Man kann Europa nicht allein aus der Perspektive der Oekonomen betrachten, das ist nicht genug. Aber inzwischen gibt es durchaus ein europäisches Bewusstsein bis tief hinein in die Bevölkerung sowohl in Nord wie in Süd, dass man allein in der globalen Herausforderung nicht bestehen kann. Diese Illusion wird nur noch in der Schweiz mit grossem Eifer befeuert – und man ist hierzulande dann immer ganz froh, wenn die EU wichtige Dinge für einen regelt. Eine insgesamt etwas schäbige Haltung, aber wenn’s dem eigenen Ego dient, seis drum. Die Karawane zieht weiter.

  • Seraphim Weibel sagt:

    Der Artikel Ist etwas zu kurz gegriffen. Die Schweiz wurde um 1800 unter druck von aussen zu einer Einheit geschweisst. So tut es auch die EU, unter dem Druck gegen andere potente Weltregionen bestehen zu müssen.

    Das die EU nicht zu militärischen Mitteln greift macht sie sympatisch, es gibt andere Möglichkeiten -> Einsicht, dauert halt etwas länger.

    Und : Bürgerkriege, bzw Brüderkriege unter Europäern hatten wir weis Gott genug !

  • Christoph Schnyder sagt:

    Es wäre noch interessant, vom Autor Quellenangaben für die Prämisse dieses Artikels zu bekommen („… die EU [wird] oft mit der Schweiz vor der Bundesstaatsgründung von 1848 verglichen.“) Vielleicht bin ich ja einfach zu jung, habe 1992 noch nicht wirklich den Abstimmungskampf verfolgt, aber ich höre das zum ersten mal. Ich als Befürworter von guten Beziehungen zur EU sehe überhaupt keine Zusammenhänge zur Schweiz vor 1848, ausser dass beides Staatenbunde sind/waren. Und das ist auch gut so: die Bürgerkriege, Unterjochung von Untertanengebieten und Zwangsbeitritte zur Föderation, die wir damals hatten, gibt es in der EU glücklicherweise noch nicht. Die Situation ist eine gänzlich andere und überdies schon über 160, da braucht man nicht noch lang nach Unterschieden zu suchen. Insofern kann ich nicht ganz nachvollziehen, wie der Autor zu seinen offenbar EU-kritisch gemeinten Schlüssen am Ende kommt.

  • Michael Schwarz sagt:

    Der Vergleich zwischen EU und Schweiz ist nicht haltbar, weil die Ausgangsbedingung eine andere ist. Ob die kulturelle Vernetzung innerhalb der EU zustanden kommt, ist völlig offen. Der kulturelle Hintergrund der Griechen ein anderer ist als ein Deutscher oder Schweizer. Allein schon zwischen Deutscher und Schweizer bestellt grössere Unterschiede, obwohl wir gemeinsame Sprache haben. Man unterschätzt die kulturellen Unterschiede innerhalb der EU-Ländern, was zu Problemen geführt hat. Die EU-Schuldkrise ist auch eine Krise der Kultur und Vorstellung, man versucht das Problem nur auf finanzielle Ebene zu lösen, das ist einfach nicht genug. Das Zusammenwachsen Europas kann nur funktionieren, wenn die Europäer als Europäer verstanden wird, und ein gemeinsames Bewusstsein entwickelt wird, aber von diesem Ziel sind wir weiter entfernt.

    Deshalb können wir in Zukunft weitere schwere Krise in EU nicht vermeiden. Die Schweiz wird langsam, aber sicher untergehen.

    • ritva laaksonen sagt:

      Ein gemeinsames bewusstseins der europäer, wird es nie geben, nationales bewusstsein aber schon.Deshalb wird eu immer ein problem sein, schon wegen der währunsunion. Die wird niemals funktionieren, weil sie allen staaten keine vorteile bringt, sondern nur wenigen staaten.Die krise ist immer noch akut,auf messerschneide, momentan hat man die märkte beruhigt, aber die krise ist weit stärker, als man in der öffentlichkeit sagt.
      Es ist schon möglich, dass die schweiz langsam untergeht, das ist besser so, denn als eu-mitglied wäre der untergang gar rassant.

  • Andreas Dombek sagt:

    Es ist wirklich schade, dass dem Herrn Straumann nur fundamentale Unterschiede zu diesem spannenden Thema in den Sinn kommen. So sehr man vom ihm und seinen Koautoren oft gute Artikel lesen kann, muss gesagt werden, dass bei ihm wieder offensichtlich die stark juckende Krätze des Typs Anti-EU-Europa deutlich auf seiner verbalen Oberfläche einwirkt.

    Objektiv gibt es sicherlich keinen rechten Vergleich der damals kleinen und unbedeuteten Eidgenossenschaft und der heurig riesengroßen EU.

    Es scheint doch sehr vermessen, anderen Europäern kein Nationalgefühl zusprechen zu wollen. Da sei nur ein klizekleiner Hinweis auf die napolionischen Befreiungskriege in ganz Europa gestattet. Eine Suche nach besonderen eidgenössischen Leistungen wird in diesem historischen Terrain weitestgehend ergebnislos bleiben.

    Der Vergleich mit z. B. Belgien kann man m. E. so nicht stehen lassen, da ein „Vergleich“ mit der damaligen Eidgenossenschaft wirklich nicht angebracht ist. Denn nach dem Austritt der „belgischen“ Gebiete aus dem Heilige Römischen Reich war es immerzu ein Streitfall zwischen den ebenfalls ausgetretenen Niederlanden und Frankreich bei gelegentlicher Einmischung von England. Solche Ereignisse mit klaren Eroberungsabsichten sind der oberalemannischen Eidgenossenschaft ziemlich erspart geblieben, da sie selber zu einem Eroberer und Ausbeuter wurde. Nicht einmal das Heilige Römische Reich hat die Eidgenossenschaft wirklich bedrängt. Nix mit Heim ins Reich. Also ist dieser Vergleich wirklich bei den Haaren herbeigezogen.

    Auch die Aussage, der Bundesstaat CH habe einen Bürgerkrieg als Geburtshelfer benötigt schein auch wieder mit den Haaren herbei gezogen zu sein. Dieser „Bürgerkrieg“ ist im europäisch-militärischen Sinne real als ein kleines Scharmützel anzusehen. Auch hier wieder eine mögliche schweiztypische (?) Selbstüberhöhung. Die Schweizwerdung erfolgte m. E. trotz dieser Militäroperette und sicherlich nicht deswegen.

    Fazit: Bestimmt gibt es einige Parallelen zwischen der Schweiz vor 1848 und der heutigen EU. Aber die oben aufgeführten drei fundamentalen Gegenmeinungen zeigen, dass sich die Schweizer Geschichte nicht als Vorlage für die Zukunft der EU eignet. Die Schweiz ist immer noch ein historisches Experiment, dessen Ausgang derzeitig etwas ungewiss bleiben wird.

  • Dass die romanischen Kantone Untertanengebiete der Deutschschweiz waren und ein Bürgerkrieg ausbrach, soll die Bundesstaatsgründung begünstigt haben? Wie bitte kommt man auf so eine abstruse Theorie?

    Davon einmal abgesehen hinkt der Vergleich zwischen der Schweiz und der EU grundsätzlich: Die Ziele waren bzw. sind doch ganz veschiedene. Niemand fordert heute ernsthaft einen europäischen Nationalstaat. Entsprechend lässt sich von den Erfahrungen der Schweiz nicht auf die Zukunft der EU schliessen.

  • Kunz sagt:

    Ein Vergleich Schweiz 1848 und EU heute hat mehr Ähnlichkeiten als man denkt. Die Gründung des Bundesstaates war eine Gründung von oben. Das Volk konnte über die Bundesverfassung nicht einmal in allen Kantonen selber abstimmen, in einigen Kantonen machte das der Grosse Rat, weil man dem Volke nicht traute! Alle Bundesräte kamen bis 1891 nur aus einer einzigen Partei, den Liberalen! Bis 1850er Jahre gab es zwischen Genfer- und Bodensee noch 5 Zeitzonen. Die Schweiz war seit der Reformation von 1525 politisch konfessionell gespalten und beim 2. Villmergerkrieg 1712 wäre sie beinahe ganz zerbrochen.
    Was übrigens Europa verbindet ist mehr als nur Geld und Politik. Nimmt man die grossen Kulturepochen wie Gotik, Barock, Klassik oder die Moderne, so findet man diese von Spanien bis Polen oder von England bis nach Italien. Europa ist kulturell vielfältig, so wie die Schweiz es zwischen dem Wallis und Basel etwa auch ist. Die Schweiz brauchte vom Untergang der Alten Eidgenossenschaft 1798 bis zur modernen Schweiz 1848 ein halbes Jahrhundert! Wir haben also noch etwas Zeit…, wenn wir bei der ersten ernsthaften Frage des Verhältnisses Schweiz-EU, nämlich die EWR-Abstimmung von 1992 als Ausgangspunkt nehmen.

  • Jörg Kühni sagt:

    Herr Straubhaar schafft es tatsächlich, die Rolle der Aussenmächte sowohl bei der Entstehung der Schweiz wie auch beim europäischen Zusammenschluss seit dem 2. Weltkrieg komplett auszublenden, weshalb dieser Artikel zu einer Mischung aus selektiver Erbsenzählerei und Nabelschau gerät.

    Für die Existenz einer EU gibt es eben seit 1945 handfeste und offensichtlich nachhaltigere *externe* Gründe, als dies von Skeptikern (und auch von schwärmerischen Befürwortern) je zugegeben würde: Selbst für Churchill stand unmittelbar nach dem Krieg die Selbstbehauptung Europas gegen die neu entstandenen Supermächte als wichtigste Motivation für eine Union im Vordergrund. In der Schweiz, die so gerne auf ihre uneingeschränkte Souveränität pocht, erhalten wir gegenwärtig gerade wieder einmal eine Lektion darüber, was es heisst als isolierter Kleinstaat mit einer *befreundeten* Supermacht zu verhandeln, wenn diese ihre Interessen uneingeschränkt durchsetzten will.

    Trotz Eurokrise, ewigem Gipfelgewurstel und all dem immergleichen Geschrei bezüglich „Souveränitätsverlust“, „Demokratiedefizit“, „Bürokratiemonster“ etc. erweist sich der Zusammenhalt der EU als zählebiger als man gedacht hätte. Vielleicht einfach deshalb, weil die Alternative als „Client-State“ der USA, China oder Russland für die meisten europäischen Staaten noch viel weniger verlockend ist? Selbst das wiedererstarkte Deutschland bleibt im internationalen Umfeld bestenfalls eine Mittelmacht, Tendenz absteigend. In all dem sind die Parallelen zur Entwicklung des CH-Bundesstaates aus einem lockeren Bündnis von wirtschaftlich und kulturell *sehr* unterschiedlichen Kantonen und Untertanengebieten eben doch ziemlich augenfällig.

    Das Abseitsstehen der Schweiz bei der europäischen Einigung hingegen haben wir wohl weniger dem famosen Dr. Blocher zu verdanken, als vielmehr der Grosszügigkeit der EU und ihrer Vorgänger-Organisationen, die uns auch ohne „formale“ Mitgliedschaft am Binnenmarkt und den europäischen Institutionen teilhaben lässt. Sollte sich dies jemals ändern, wird man sich wundern, mit welcher unglaublichen Geschwindigkeit auch die Schweiz der EU beizutreten gewillt sein wird… 😉

  • Holger sagt:

    Über diesen Beitrag eines Historikers kann ich mich nur wundern.

    1. Natürlich gibt es ein Zusammengehörigkeitsgefühl in der EU; je jünger die Leute sind, desto klarer. Mag sein, es franzt aus und die Zusammengehörigkeit der 6 ersten EU/EWG-Staaten ist größer als die mit Griechenland oder Bulgarien, mag sein es schließt auch die Schweiz und Norwegen mit ein, aber ein west-/mitteleuropäisches Identitätsgefühl (im Gegensatrz zu den USA oder Rußland oder China …) ist nicht zu leugnen.

    2. Auch im Detail wundere ich mich über die Argumente: eine starke Mehrheit hält den Staat zusammen? Wie war das mit der Sowjet-Union?? Mit der Tschechoslowakei (zwei Drittel/ein Drittel) oder gar mit schwelenden Konflikten von Quebec über Nordirland bis zum Baskenland? Relevant scheint mir eher der Wandel von der beherrschenden Deutschschweiz zu einer Demokratie der Gleichberechtigten.
    Im selben Punkt: „Bei der EU müssen sich völlig unterschiedliche Kulturen freiwillig zusammenschliessen“. Da bleibt mir die Spucke weg, denn allzu weit über den Tellerrand scheint der Historiker nicht zu schauen. Im Vergleich zu
    Indien, Lateinamerika oder den USA gibt es hier in (West-)Europa wohl nicht so große Unterschiede. Und wenn man im Teller bleibt, dann sind auch Romands und Deutschschweizer „völlig“ unterschiedlich!

    3. Bei der Methode gebe ich dem Autor Recht: Die EU (nicht die EWG nach dem 2.Weltkrieg) entstand ohne Krieg. Ein historischer Fortschritt allerdings!

  • Ich finde die drei hier vorgebrachten Argumente nicht besonders schlagkräftig:
    1. Es gibt und gab auch einen Raum Europa in Abgrenzung zu Asien, Afrika, Amerika.
    2. Auch Europa ist eigentlich nicht eine freiwillige Vereinigung, sondern geboren zunächst aus Furcht vor
    der Sowjetunion und dann als Zweckbündnis, um im internationalen Wettbewerb gegen Amerika, Japan, China, Asien zu bestehen.
    3. Auch Europa ist aus einem Bürgerkrieg entstanden, genannt 1. und 2. Weltkrieg.
    Da wären doch noch tiefer gehende Analysen notwendig, die vielleicht zu besseren Resultaten führen.

    • Fred David sagt:

      @) Ja, finde ich gut. Nüchtern analysieren. Nicht von einem diffusen Phantasialand schwärmen, aber auch die EU kritisch beobachten. Die Schweiz sucht ja von sich aus auf sämtlichen Ebenen Annäherung an die EU, ganz einfach, weil es ihrer Interessenlage entspricht, tut es aber immer in der bübischen Phantasialand-Attitüde: Gell, gsiesch mi nöd! Die Schweiz ist in Wahrheit schon viel stärker integriert als mancher EU-Mitgliedstaat. Aber das darf man natürlich nicht laut sagen. Es ist wie mit der Uno: Jahrzehntelang ein Gezeter gegen den Betritt, obwohl die Schweiz seit Jahrzehnten auf fast allen Uno-Ebenen mit am Tisch sass und , nebenbei, auch Gastland der Uno von Anfang an war. Heute ist das alles völlig normal, und die Schweiz ist dabei nicht zusammengebrochen. Die alten Griechen haben für dieses Persönlichkeitsbild eine Wortkombination erfunden: s’chizein (abspalten) und phrèn (Seele): gespaltene Seele.

  • klaus mair sagt:

    google eingeben : euro plündert deutschland eu macht riesenschulden und massenweise neues geld, am ende kommt dann eine währungsreform auch wenn erst in 20 ? bis 30 ? jahren. je später um so größer der „knall“ . deutsche wollten keinen euro. mit DM neu drucken hatte bundesbank jährlich 4 milliarden DM gewinn, bei euro müßen sie mit den anderen teilen. google:giralgeldschöpfung ist legaler betrug google:asset blasen durch giralgeldschöpfung google:giralgeldschöpfung fördert inflation http://www.das-kapital.eu/nationalstaat.html

  • Ich denke aber was auf die Schweiz in den letzten 150 Jahren stabierend gewirkt hat ist das leicht überproporzionale Gewicht der Minderheiten. Das zb. oft dem französischen Wort oder Titel der Vorzug gegeben wird, In Belgien gibts da jedesmal ein Aufschrei. Ich mache mir hier längerfristig sorgen, wenn zb. das Tessin im Bundesrat nicht berücksichtigt wird! Ich denke aber das dies in der EU auch nicht viel anders als bei uns ist, haben doch die Franzosen gegenüber den Deutschen zm. politisch proportional Vorteile. zudem sollten Innerhalb der EU kleinere Nationen etwas grösser representiert werden, sonst funktioniert das kaum. Weiss jetzt zwar nicht ob dies auch so ist, müsste mal nachschauen. Ich finds aber wichtig das die Schweizer wissen das auch in der Schweiz nicht immer Frieden, Freude und Eierkuchen geherrscht hatte…

  • Roger sagt:

    An alle Nörgeler, die diesen Artikel wieder mal nutzen, um unsere Schweiz und deren Eigenständigkeit wertlos, sinnlos und negativ darzustellen:

    Unsere Gemeinschaft wurde über Generationen zu dem gemacht, was sie heute ist. Wir haben ein beispiellos gut funktionierendes Politsystem mit wertvollen Ansichten von links bis rechts, ein dicht geflochtenes Sozialnetz, ein modernes Gesundheitswesen, welches lückenlos alle mit einbezieht, im Vergleich mit anderen geringste Arbeitslosenraten, einen sehr hohen Bildungsstand mit besten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, insgesamt eine sehr erfolgreiche Wirtschaft, eine stabile Währung, so gut wie keine ernsthaften Konflikte, eine relativ harmlose Kriminalität, einen extrem hohen Lebensstandard, eine gepflegte, nachhaltig gewartete Infrastruktur, und nicht zuletzt dürfen wir in einem äusserst fruchtbaren und wunderschönen Land leben.

    Wir sind in der Lage, uns weltweit für Benachteiligte und Hilferufende einzusetzen und sie teilweise sogar bei uns aufzunehmen. Wir beteiligen uns an Kosten, wie wohl kein anderes Land in unserer Grösse imstande ist. Und wir leisten unseren Beitrag für weltweiten Frieden und Wohlstand.

    Dieses Niveau so zu halten und sogar weiterzuentwickeln ist unwahrscheinlich anspruchsvoll. Es läuft nicht immer perfekt, wir machen Fehler und manchmal lernen wir auch daraus. Aber wir haben es bisher immer geschafft, das Niveau zu halten. Dank der Verbundenheit unserer Gemeinschaft, dank unserer Kultur und unserer insgesamt nicht zu unterschätzenden Intelligenz.

    Ausserhalb der Schweiz gibt es einige Neider, Gegner, Benachteiligte, Profiteure. Es gibt viel Konkurrenz in jeglicher Hinsicht. Es gibt aber auch Verehrer, Partner, solche die uns lieben und schätzen, die mit uns gemeinsam handeln. Das ist zwischen Nationen nicht viel anders als im zwischenmenschlichen Bereich.

    Mein Beitrag mag bei vielen ein Schmunzeln auslösen. Er ist nicht besonders kritisch und wirkt vielleicht sogar etwas naiv. Aber er zeigt auf, wie gut es uns eigentlich geht, wenn wir uns nicht selber im Weg stehen. Es ist unangebracht, unser Land immer und ewig als schlecht, weltweit verachtet und nicht erhaltenswert darzustellen. So ist es nicht, das weiss im Grunde genommen jeder, der hier leben darf. Deshalb sollten wir uns nicht selber zerfleischen, sondern weiter für unsere Gemeinschaft einstehen und wie bisher konstruktiv an unserer Zukunft arbeiten!

  • Andi Meier sagt:

    Ich kann hierzu nur einses sagen:

    Halbdirekte Demokratie.
    Das lohnt es sich zu bewaren und in der EU hätten wir das nicht.
    Ach ja und die Geschichte zeigt auch das groose Konstrukte immer wider auseinanderfallen.

    Alle Macht dem Volke

  • christoph steiger sagt:

    Es gibt sie schon, die Parallelen zwischen der Bundesstaatsbildung 1848 und der EU. Eine Frage ist dieselbe geblieben: Wieviel Souveränität verliere ich auf regionaler Ebene und was gewinne ich an Souveränität auf bundesstaatlicher Ebene. Es gibt aber auch Unterschiede. So tut sich die EU schwer eine „Bundesregierung“ zu bilden, hat aber gleichzeitig im Vergleich zur Schweiz einen nur schwach ausgeprägten Föderalismus, von politischen Mitbestimmungsrechten wie wir sie haben, ganz zu schweigen. Ohne überheblich zu sein: Das Subsidiaritätsprinzip und der Föderalismus haben in der Schweiz viel gutes bewirkt, Europa könnte davon lernen. Beides fürchten aber die Staatschefs der EU-Nationalstaaten wie der Teufel das Weihwasser. Die Umwälzung in Europa muss vom europäischen Volk ausgehen. Ob die das wollen und können, wird sich zeigen, irgendwann…

  • Vidal sagt:

    EU und die Schweiz sind nicht vergleichbar. Schon deshalb, weil die Entstehung der EU nicht aus politischen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen entstanden ist. Von der Verwirklichung eines europäischen Bundesstaates war nie die rede.

  • Martin Holzherr sagt:

    Die EU ist erst teilweise Realität. Zum anderen Teil ist sie einProjekt. Ein Projekt, das dann Erfolg verspricht, wenn die Zukunft der Mitglieder in der Gemeinschaft besser aussieht als im Alleingang. Doch das heisst nicht, dass die Mitglieder die Vorteile des Zusammenschlusses erhalten ohne dass sie Konzessionen machen und sich anpassen müssten.

    Der Satz von Tobias Straumann

    Bei der EU müssen sich völlig unterschiedliche Kulturen freiwillig zusammenschliessen. Es sind keine klaren Mehrheiten sichtbar, die stabilisierend wirken könnten.

    trifft nur in der Gegenwart zu, nicht aber unbedingt in der erwünschten Zukunft. Man erkennt in der EU eine Leitkultur – diejenige der Nordländer – und diejenigen, die weit weg sind von dieser Kutlur – die Südländer – müssen sich entscheiden: Mehr Nordländerkultur und dafür auch mehr Wohlstand und Reichtum oder Beibehalt der eigenen Kultur mit bescheidenen Wachstumsaussichten. Das wussten die Südländer von Beginn weg. Und sie haben sich für den Wohlstand entschieden ohne bis jetzt jedoch ihre eigene Kultur dementsprechend anzupassen.
    Wie „teuer“ und verlustreich eine solche Anpassung wird wissen die meisten wohl selber nicht.

    Die nächste wichtige Aussage von Tobias Straumann
    Die EU setzt auf eine kontinuierliche Stärkung des EU-Rechts und der EU-Institutionen. Der Bundesstaat soll schleichend entstehen, damit er gerade nicht Gegenstand einer grösseren Auseinandersetzung werden kann.
    trifft ebenfalls zu. Aber die Mitglieder wissen sehr wohl, dass dem so ist. Die EU ist eben ein Projekt und alle Teilnehmer müssen sich laufend anpassen und Schritt für Schritt etwas von ihrer eigenene Souveränität abtreten. Die jetztige Euro-Krise verstösst allerdings gegen die Strategie über einen schleichenden Anpassungsprozess Widerstände zu vermeiden. Plötzlich sind auch sehr negative Zukunftsoptionen für die unter der Euro-Krise leidenden Länder im Raum: nämlich, dass diese Länder auf Dauer deklassiert werden könnten und ähnlich wie Ostdeutschland für längere Zeit Räume ohne echte Zukunft bleiben, wo die beste Option für die Jugend das Verlassen des Landes ist. Ein Vorteil bleibt dann allerdings: Die in die bessren Länder der EU auswandernden Jungen aus den Krisenländern sind immer noch EU-Bürger und nicht einfach Bürger eines Drittstaates, ähnlich wie die Ostdeutschen nach der Vereinigung immerhin Deutsche waren und nicht einfach Leute aus dem Osten.

  • Olivier sagt:

    Die Schweizer haben sich nie über das Blut definiert. Jeder sieht sich als Schweizer, obwohl wir von unterschiedlichen Ehtnien abstammen, sehen wir uns als Schweizer. Der überwiegende Teil der Europäer definiert sich aber über das Blut (Abstammung). Deshalb entsteht auch keine neue Identität. Der Balkan ist ein gutes Beispiel. Ein Kroate in Bosnien fühlt sich nie als Bosnier. Ein Serbe im Kosovo wird sich immer als Serbe fühlen und ein Albaner in Mazedonien ist loyal zu anderen Albaner und nicht zu Mazedonien, weil sich des Blutes verpflichtet fühlt, nicht der Nation.

    • Vidal sagt:

      Ein Schweizer sieht sich als Schweizer. Ein Franzose sieht sich als Franzose, ein Italiener als Italiener, ein Spanier als Spanier und so weiter. KEIN „EU-BÜRGER“ sieht die EU als Staat! Die EU ist eine Organisation, wie die Mercosur, die OECD oder die ECOWAS, die eine agressive Wirtschaftspolitik betreibt. Die EU als Staat ist eine Erfindung der CH-Medien.

    • Simon Haas sagt:

      Das tolle an einem föderalen Staat ist doch gerade, dass man sich sowohl als Franzose als auch Europäer bzw. sowohl als Walliser als auch Schweizer definieren kann. Ich sehe hier also keinen Widerspruch, es sei denn jemand ist ein engstirniger Nationalist.

      • Yves Namel sagt:

        @Simon Haas: Olivier denkt da leider viel weiter. Erst wenn die Menschen in einem bestimmten Gebiet die gemeinsamen übergeordneten Interessen trotz ihrer verschiedensten Herkünften erkennen, sind sie bereit für ein föderales Gebilde. Da lässt sich nichts erzwingen oder herbeireden. Zuerst sind die gemeinsamen Interessen (ob intrinsisch erkannt oder aufgrund externen Drucks oktroyiert), dann erst kommt eine föderale Struktur, sonst gehts schief.

  • Yves Namel sagt:

    Sorry, aber diese Vergleiche sind doch einfach kaum haltbar, ausser man zeige wirklich Interesse an den Unterschieden, und die sind: Es dauerte Jahrhunderte, bis sich die Schweizer zu dem entwickelt haben, was sie heute sind – externe und interne Gründe zum Zusammenschnluss dahingestellt. Sodann: Diese Entwicklung verdeutlicht den bottom-up-Ansatz, der noch heute massgeblich durch die direkte Demokratie auf allen Staatsebenen in der Schweiz sichergestellt wird. Demgegenüber die EU: erst 60 Jährchen alt, ärgster top-down-Ansatz. All dies zeigt, dass den Menschen in der EU (auf diese Menschen alleine sollte es eigentlich ankommen!) überhaupt keine Zeit und kein Mitspracherecht gelassen wird, gemeinsame Interessen für die übergeordnete Sache, die EU, zu entwickeln. Kein Wunder funktioniert das Ding nicht. Und solange die EU es nicht versteht, den Menschen die Entwicklung der gemeinsamen Interessen zu überlassen, statt sie zu angeblichen Gemeinschaftsinteressen zu zwingen, wird das Ding auch nie funktionieren. Das ist nicht Überheblichkeit oder Negativismus, das scheint mir die wichtige Realität zu sein, der sich die EU-Oberen mal stellen sollten. Und auch alle Journis und Wissenschafter.

    • Simon Haas sagt:

      Herr Namel, sie sollten sich bewusst sein, dass an der Schweizer Geschichte im Nachhinein auch viel idealisiert wurde. Die Untertanengebiete haben sich nun ursprünglich sicher nicht freiwillig der Schweiz angeschlossen, sondern wurden erobert und zur Bundesstaatsgründung bedurfte es eines Bürgerkriegs. Im Vergleich dazu ist die EU-Historie doch hochgradig friedlich und demokratisch!

      • Yves Namel sagt:

        @Simon Haas: Meines Wissens habe ich nichts idealisiert. Das ist auch überhaupt nicht nötig: Die Entwicklung ist, was sie ist. Dass die EU als Friedensprojekt in den ersten paar Jahrzehnten ihrer Existenz sehr gut funktioniert hat, zeigt, dass das damalige Interesse einer grossen Mehrheit der Menschen in Europa der Friedenssicherung galt. Welches gemeinsame Interesse steht denn heute im Vordergrund? Die Friedenssicherung kann es kaum mehr sein, sonst stünde es schlecht um Europa. Ist der EUR ein gemeinsames Interesse? Weshalb konstruiert man es dann nicht derart robust, dass es dem angeblichen gemeinsamen Interesse zu nachhaltigem Erfolg verhilft? Ich bin überzeugt, dass der Kern des Problems darin liegt. Und wenn man die Geschichte der EU in einen grösseren Kontext stellen will (nämlich z.B. als Resultat jahrhundertealter Fehden zwischen Nationen), müsste man ehrlicherweise zugeben, dass Europa wohl noch Jahrhunderte braucht, bis die Menschen ihre national wahrgenommenen Identitäten zugunsten einer gemeinsamen europäischen Identität aufgegeben haben werden. Das Tempo, mit dem von oben herab gemeinsame Interessen erzwungen werden, wo die Menschen diese noch nicht einmal erkennen, ist leider viel zu hoch, gerade wenn man die Sache mit historischen Kategorien und in historischen Zeiträumen betrachtet.

    • Helmut Melzer sagt:

      Herr Namel, in einem Punkt haben sie vollkommen Recht: Vergleiche mit der Schweiz oder anderen Staaten sind immer nur bedingt möglich und auch kaum aussagekräftig. Die EU selber ist gar keine 60 Jahre alt, sondern es ist die Geschichte aus der die EU letztendlich mit all ihren Vorgängerorganisationen entstanden ist, die einen Zeitraum von gut 60 Jahren umfasst. Ob die EU in 60 weiteren Jahren noch EU heißen wird, oder daraus wieder etwas neues entstehen wird ist ungewiss. Einst dürfte aber fast Gewiss sein: Ein zurück für jeden einzelnen Staat wird es wohl nicht mehr geben. Die EU verändert immer wieder ihr Gesicht, letztmalig durch die Lissabon Verträge, wo auch u.a. den Bürgern Mittel der Direkten Demokratie gegeben wurden. Ebenso wird die jetzige Schuldenkrise die Politischen Strukturen der EU verändern.

    • Fred David sagt:

      @) Yves Namel: Die EU funktioniere nicht? Die Solidarität hat trotz der extremen Belastungen der letzten drei Jahre erstaunlich gut funktioniert. Und wie Sie sich erinnern, liegt der Zusammenbruch der kommunistischen Staaten Osteuropas gerade einmal 23 Jahre zurück. Ohne die EU hätte diese Integration – die Umpolung völllig gegensätzlicher politischer und wirtschaftlicher Systeme! – niemals so gut funktioniert und bis auf Jugoslawien und Rumänien ohne Blutvergiessen. Das sind Vorgäng von historischer Dimension, an die die Schweiz kaum einen Beitrag geleistet hat. Sie hat, wie schon aus den beiden Weltkriegen, nur profitiert u.a.. von einem durchaus sehr gut funktionierenden Binnenmarkt mit 500 Mio. Einwohnern – nach China der grösste Wirtschaftsraum der Welt. Glauben Sie, die Europäer gäben das alles einfach auf?

  • Helmut Melzer sagt:

    Jede neue Staatsgründung oder Zusammenschluss verschiedener Staaten (Länder / Kantone) ist immer etwas neues und zugleich ein Experiment dessen Ausgang immer ungewiss ist. So war es seiner Zeit auch mit der Schweiz, so war es mit den USA, so war es mit anderen Beispielen und so ist es auch mit der EU. Und jede dieser Staatsgründungen folgte seinen eigenen Regeln, die von den Äußeren Bedingungen abhängig waren. So ist dies auch bei der EU. Auch die EU ist ein einzigartiges Experiment, was es vorher in der Geschichte so noch nicht gegeben hatte. 500 Millionen Menschen aus 27 Staaten bilden die EU suchen einen demokratischen Weg zu einem Staatenbund. Das ist eine enorme Herausforderung die es so noch nie gab. Und die EU wird ihr Gesicht bis zur Vollendung noch sehr oft verändern. Am Ziel ist sie noch nicht, sie ist vielleicht gerade erst in der Pubertät.

    • H. Schaffner sagt:

      RICHTIG ! Und es ist schön daran mitzuarbeiten und vorwärts zu blicken, statt abseitsstehen und nur motzen, selber aber nichts auf die Reihe bringen in der ewiggestrigen Scheindemokratie Schweiz!

    • Elmar Hutter sagt:

      Störend an der europäischen Entwicklung ist der hohe Grad an Zentralismus. Dieser beginnt bereits mit der Bezeichnung
      Europäische UNION. Weshalb nicht einfach „Europa“? Die Entwicklung eines demokratischen, föderalistischen Europas, das auch unterschiedliche Krümmungen von Bananen zuliesse, würde zwar die Interessen der Grosskonzerne tangieren, aber mehr Bürgernähe vermitteln. Der Reichtum unseres Kontinentes ist doch die Vielgestaltigkeit der einzelnen Länder. Soll Gesichts- und Geschichtslosigkeit die bunte kulturelle Landschaft Europas verdrängen?

  • Stefan Bisig sagt:

    Der Autor vergisst, dass die Schweiz zwischen 1815 und 1848 und die Schweiz vor 1798 nicht zu vergleichen sind: Zum einen gab es nach der „Restauration“ diese Untertanengebiete in der Romandie nicht mehr, zum anderen sahen sich die Städte wie Zürich einer weitgehenden Emanzipationsbewegung der Landbevölkerungen gegenüber. Kantone teilten sich (Basel und Schwyz, das aber nachher zwangsweise wiedervereinigt wurde). In Teilen kam es zu liberalen Umstürzen der aristokratisch-autoritären Regimes.

  • Martin Aeschlimann sagt:

    Ich widerspreche Punkt 1. und 2.
    Es gibt eine europäische Identität. Gehen sie einmal mit ein paar Europäern nach Asien…
    Zu dem ist die Identität auf Kantonsebene immer noch sehr stark. In Zürich fühle ich mich als Berner, in Paris als Schweizer.

    Und es gibt in der EU eine klare christliche Mehrheit, ob dies nun gut oder schlecht ist sei mal dahin gestellt, aber sicher eine Tatsache und begründet die Vorbehalte gegenüber der Türkei…

    • Alois Krieger sagt:

      Ich bezweifle, ob die Unterschiede zwischen einem Nordländer und einem Griechen kleiner sind als z.B. zwischen Schweizer und Japanern.

      • Fred David sagt:

        @) Alois Krieger, ich bitte Sie: Die Unterschiede zwischen einem Innerrhödler und einem Genfer waren zur Zeit der Staatengründung grösser als zwischen einem Eskimo und einem Bantu. Und bis heute sind das im Grund zwei Welten, die zwar Rücken an Rücken zusammenleben, sich aber nichts zu sagen haben – schon deswegen, weil sie sich sprachlich gar nicht verstehen und auch nicht wirklich verstehen wollen. Ein Innerrhödler fühlt sich bis heute in Genf im Ausland und ein Genfer umgekehrt ebenso. Und trotzdem funktioniert es. So funktioniert auch Europa. Die gemeinsame Identität ist gar nicht so wichtig. Die gemeinsamen Interessen sind wichtig. Das ist der Zement, der solche Gebilde wie die Schweiz oder die EU zusammenhalten. Drum wird die EU ausch nicht auseinanderbrechen, weil schlicht niemand die Frage beantorten kann: was ist denn die realistische Alternative. Zurück zur Kleinstaaterei? Dafür gibt es in keinem einzigen EU-Land eine Mehrheit.

        • will williamson sagt:

          Herr David, die Appenzell-Innerrhödler die können zumindest rudimentär französisch. Die haben in ihrem Dialekt eine Reihe von Ausdrücken, die von den zu Napoleons Zeiten für Kriegsdienste Verpflichteten nach Hause gebracht wurden (z.B. „sällewie“ (c‘ est la vie). Dass hingegen die Genfer nicht „appenzellisch“ können, ist anzunehmen.

  • Lexi Pimenidis sagt:

    Der Artikel enthält zahlreiche Fehler:
    1. In der EU existiert dieses gemeinsame Bewusstsein. In der Schweiz dagegen nicht.
    2. Bei der EU müssen sich völlig unterschiedliche Kulturen freiwillig zusammenschließen. Es sind keine klaren Mehrheiten sichtbar, die genau DESHALB stabilisierend wirken. Das Paradebeispiel ist Belgien.
    3. Die Bundesstaatsgründung in CH gelang nur dank eines Bürgerkriegs. Genau der ist auch in der EU in Arbeit. Jedoch nicht mit Waffen, sondern mit demokratischen Mitteln. Occupy gegen Banken, GB gegen Euroland, City gegen Frankfurt/Paris, Konzerndiktatur gegen freie Märkte der KMU, etc.

    Der EU-Bürokratie-Wahnsinn wird aufhören, weil ihn niemand mehr bezahlen kann. Es wird zu einer demokratischen Legitimation der Institutionen kommen und das recht schnell. Wenn kein Krieg von Außen kommt, wird das jedoch auf friedlichem Wege geschehen. Insofern hat der Artikel Recht: Die EU ist geistig deutlich weiter als es die Schweiz damals war und heute ist. Wenn die Schweizer nicht so selbstgefällige, aufgeblasene, arrogante, gierige Besserwisser und Schmarotzer wären, würden sie den Prozess mit gestalten. Aber als Parasiten stehen sie halt mal wieder nur daneben und versuchen, das größte Stück für sich heraus zu holen, ohne Verantwortung zu übernehmen, so wie es schon immer der CH-Kultur entspricht. Genau das wird in Zukunft aber nicht mehr laufen und auch nicht mehr geduldet werden. Die eingebildeten Parasiten in CH haben das leider immer noch nicht gemerkt. Und genau dafür wird in ein paar Jahren die Quittung präsentiert. Ich freue mich bereits auf den Zaun um dieses elende Drecksland CH. Die Zeiten, in denen tausende Schweizer in die EU auswandern wollen, sind nicht mehr fern. Das werden die heutigen Schüler definitiv noch erleben. Auch wenn es der senile Opa im Gemeinde-/Kantons-/Nationalrat nicht wahr haben will. Gute Nacht Schweiz!

    • Tanja Meier sagt:

      LoL wieder so einer der in einer Traumwelt von friedliebenden sozialen ringel-reihe tanzenden Menschen lebt.
      Komm zurück in die Realität.
      Die EU ist keine soziale Gemeinschaft die da ist, um allen EU Bürgern zu helfen oder dessen Leben zu verbessern.

      Die EU ist eine Gemeinschaft von Wirtschaftsbetrieben und Banken, die ihren Gewinn innerhalb von Europa maximieren wollen,
      in dem sie Eigenheiten einzelner Länder abschaffen damit sie machen können was sie wollen.
      z.B. Produktionsstätten kurzfristig in EU-Länder mit Niedriglöhne zu verlagern ohne rechtliche Papierkriege durchführen zu müssen oder keine Zollgebühren zahlen zu müssen. Gleichzeitig können die gut Ausgebildeten aus diesen armen Ländern super einfach zu den Forschungsbetrieben in den reichen Ländern ziehen und so weiter.

      Das dabei ganze Regionen zerstört werden und sich zu Getthos wandeln, interessiert den EU Politiker anscheinend überhaupt nicht. Das in einigen Ländern die Armut immer grösser wird, weil alle Preise sich den reichen Nationen anpassen ist auch nicht besonders sozial.
      Die wirklichen arroganten, gierigen Schmarozer sind die Grossaktionäre Europäischer Betriebe.

      Leider lässt du dich mit blöder Ideologie verblenden. CH Kultur, lol? Die gibts gar nicht, genausowenig wie es eine EU-Kultur gibt.

    • Mark Mathis sagt:

      Ich hoffe, sie fühlen sich nach ihren Ausführungen erleichtert. Mir kommt das vor wie Realsatire.

      1. In der EU gibt es ein verbindendes Nationalgefühl, in der Schweiz nicht? Auf welchem Planet leben sie und gibt es dort Luft?

      2. Wenn sich völlig verschiedene Kulturen zusammenschliessen müssen, wirkt das stabilisierend, siehe Belgien? Belgien ist im Gegenteil Beleg dafür, dass ein freiwilliger Zusammenschluss nur funktioniert, wenn ein Willen dazu vorhanden ist, sonst nicht. Mit Müssen gehts nicht.

      3. Die Schweiz ist seit 1291 oder 1315 langsam entstanden. Ein gemeinsamer Staatenbund bestand während Jahrhunderten sogar unter katholischer Dominanz. Der Sonderbundskrieg hat die spezifische Organsationsform als liberalen Bundesstaat unter anfänglicher protestantischer Führung ermöglicht, das ist richtig, aber ein gemeinsamer Staat, sei es Staatenbund, Bundesstat oder Republik bestand schon vor 1848.

      Punkt 3 zeigt, dass ein Vergleich EU und Schweiz 1848 unzulässig ist.

    • Joe Müller sagt:

      „Parasiten“, „Schmarotzer“, „Drecksland“. Hoppla, fängt das 4. Reich an oder was? War nicht einer der Gründungsgedanken der EU eben die Folgen des Faschismus und Gedankengut wie das ihrige zu überwinden? In Ihrem Fall scheint der Zug irgendwo entgleist zu sein… Gute Besserung.

    • Thomas ernst sagt:

      @Laschi Pimmelidis

      Was treiben Sie sich denn ueberhaupt noch in diesem Schmarotzerblog der Drecksschweizer herum? Gehen Sie doch einfach zum EU-Teufel. Dann ist allen geholfen…

    • will williamson sagt:

      Lieber Herr Pipimenidis, mit diesem Kommentar disqualifizieren Sie sich aber ganz arg! Es ist nicht ersichtlich, ob Sie in der Schweiz wohnen. Wenn ja, ist es besser, Sie wandern jetzt zurück, damit wir Sie nicht ausweisen müssen, bevor hier das Licht gelöscht wird. Vorläufig muss der Eintritt Ihrer Weissagung allerdings noch etwas warten, da sich momentan immer noch zehntausende EU-ler darum reissen, in die Schweiz zu kommen.

  • Nike Wagner-Breitsch sagt:

    Was für ein dummer Artikel. Natürlich ist EU # CH. EU ist vielfältig und ein paar Quadratkilometer grösser. Es hat keine schweizerdeutsche Leitkultur komplettregulierter Vorgartenfriseure und Zebrastreifenraser, und viel mehr Junge erhalten durch gute Schulen eine Hochschulzugangsberechtigung, die in allen Ländern gültig ist, während CHler in DE zuerst mal das Studienkolleg des DAAD besuchen müssen. Alles kostet, wie CHer Grenzgänger wissen, nur 1/3 bzw. das Geld ist in EU doppelt soviel wert wie in CH, wo man schon fürs Pinkeln bezahlen muss. Mit EU-Regeln bekommen unsere Kinder in jedem Land der EU gleichwertiges, gutes Essen, standardisierte und überwachte Medikamente, sauberes und kontrolliertes Wasser und andere gleichwertige Waren. Klar, unsere Strassen sind in manchen Ländern miserabel, und was man als Rente kriegt, reicht eben nur für EU, nicht für ein Alter in CH. Aber dafür schagen DE und FR sich nicht mehr die Köpfe ein, sondern begrüssen sich gegenseitig im jeweils anderen Land und kaufen einander die Autos ab. Ein gemeinsames EU-Bewusstsein: das hat die WG-Mitbewohnerin aus GR, der ich als Deutscher mit Euro den Kaffee spendiere (und umgekehrt). Wie gut, dass die Romands die Schweizerdeutschen nicht verstehen, weil sie keinen Dialekt sprechen – wobei Alemannisch zu 61% in DE und FR gesprochen wird. Es gäbe vielleicht schon längst eine Abspaltung. Mediale Realitätsferne, allenthalben: das geistig-intellektuelle Reduit, mangelnde Aufklärung, verwechselt mit geistiger Landesverteidigung.

    • Hermann Schallert sagt:

      DANKE u. Kompliment @Nike Wagner-Breitsch ! Das sind klare, bzw. kompetente Worte. Besser kann man^s fast nicht formulieren. Das sollten auch die einfachen CH reduit-Gemüter u. Tagträumer endlich mal verstehen !

    • Peter Schmid sagt:

      Was für ein dummer Kommetar Herr Wagner-Breitsch. Es ist ja alles soooo schrecklich in der Schweiz. Weil bei uns die gottgegebenen EU-Regeln fehlen trinken wir unser Wasser aus der Toilette, essen verschimmelte Nahrung und unsere Medikamente sind nur Placebo. Zudem führen wir seit Menschengedenken Krieg und würden uns nie und nimmer gegenseitig einen Kaffee spendieren.

      Zu unserem Leidwesen kommen aber trotzdem alle (inkl. Ihnen?) hierher. Ob das wohl an den Europaweit führenden Unis, dem höheren Wohlstand, der stabilen Wirtschaftslage, und der Tatsache das eine CH-Matura in der Regel ohne Zusatzprüfung an Deutschen Universitäten akzeptiert wird liegt?

      • will williamson sagt:

        Herr Schmid, diese Nike ist kein Mann, sondern eine Frau mit europäischem Pass. Deshalb ist sie natürlich legitimiert, sich für die EU einzusetzen. Aber mit dem zweiten Absatz treffen Sie voll ins Schwarze. Ich frag mich auch schon lange, wieso die alle sich darum reissen, in die Schweiz zu kommen, wo doch alles so unheimlich schlecht ist. Auf der Strasse habe ich angesichts der vielen deutschen Autoschilder manchmal tatsächlich das Gefühl, ich habe mich nach Deutschland verirrt.

    • sepp moser sagt:

      wie gut, dass sie es mittlerweile schaffen, GEMEINSAM anderen Leuten die Köpfe einzuschlagen, oder blenden Sie Afghanistan einfach aus?

  • Patrick London sagt:

    Angesichts der Tatsache, dass der Autor nur gerade drei Aspekte im Vergleich zwischen der Schweiz und der EU herauspickt, scheinen die „fundamentalen Unterschiede“ sehr gesucht. Sogar in diesen Aspekten ist die EU der Schweiz aber ähnlicher als präsentiert.
    Zu 1. „In der EU fehlt dieses gemeinsame Bewusstsein.“ Meiner Ansicht nach ist das gemeinsame Bewusstsein „Europäer“ zu sein bereits grösser als dasjenige des „Schweizers“ Mitte des 19. Jahrhunderts (Man erinnere sich an die internen Spannungen zwischen Deutsch- und Westschweiz im 1. Weltkrieg). Der Vergleich wird ohne Belege geführt, dabei sprechen Untersuchungen wie das Eurobarometer eher dafür, dass Europa eine gewisse Identität durch gemeinsame Werte besitzt.
    Zu 2. Man nehme das Beispiel Kanada: klare Mehrheiten und trotzdem starke sezessionistische Strömungen. Führt man das Argument weiter, sodass klare Mehrheiten „den Zusammenhalt erleichtern“ und damit zu guter Integration der Minderheiten führen soll, wird es richtig lächerlich. Wieso gibt es dann Spannungen in Nordirland, Baskenland, Katalonien, Südtirol etc. etc. Alles in allem eine sehr gewagte Hypothese.
    Zu 3. Die EU soll nicht aus einem Krieg entstanden sein?? Da hat wohl jemand die zwei Weltkriege vergessen (kann passieren…). Die Integration nach dem 2. Weltkrieg ist ein Paradebeispiel wie die Politik aus vergangen Fehlern (siehe Zwischenkriegszeit) gelernt hat und eine Kooperation und Integration als Weg zu einem friedlichen Europa sah. Es ist ja kein Zufall, dass die vom Krieg verschonte Schweiz in der EU abseits steht. Bitte jetzt keine Neutralitäts-Argumente: die Niederlande und Belgien war auch neutral, nur sahen diese Länder aus Erfahrung ein, dass Neutralität nicht vor Krieg schützt.

    Damit will ich nicht behaupten, dass der zukünftige Pfad der EU vorherbestimmt ist. Ich stimme zu: „Die EU ist ein historisches Experiment, dessen Ausgang völlig offen ist“. Genauso wie die Schweiz 1848!

  • Andres Müller sagt:

    Zusammenschlüsse sind erfolgreich wenn diese zu wirtschaftlichen Vorteilen führen. Das war bei der Eidgenossenschaft so und das müsste auch für die EU gelten. Die Frage ist also, wie kann die EU so strukturiert werden dass jede ihrer nationalen Entitäten mehr Vorteile als Nachteile hat. Ein kleiner Hinweis -man betrachte die EU Target-2 Ungleichgewichte, hier kann wie bei einem Erbebenmessgerät strukturelles Hadelsungleichgewicht frühzeitig erkannt werden. Das würde bedeuten, um überhaupt etwas mit diesen Daten anfangen zu können, dass die EU zum Beipiel Mindestlöhne in den einzelnen Nationen (branchenspezifisch) festlegen darf, Einfluss auf Hypothekarzinssätze und dergleichen haben müsste. Grundsätzlich müsste der Europarat immer darauf achten dass jeder Staat mehr Vorteile als Nachteile davon hat -sonst wird das nicht langfristig funktionieren.

  • Fred David sagt:

    Was der Artikel völlig ausblendet: Die Schweiz hat nach dem Bürgerkrieg von 1847 vor allem aus zwei Gründen schnell zusammengefunden: 1. durch den Druck von aussen, der durch sich neu formierende und rivalisierende Grossmächte mit imperialem Anspruch entstand. 2. durch die nach der Staatsgründung rasch greifende Industrialisierung; diese war wohl das stärkste Bindemittel der neuen Schweiz. Und die krause Vorstellung, Europa habe keine gemeinsame Geschichte, blendet die ganze mittelalterliche Geschichte aus. Richtig hingegen ist: Europa und die EU sind kein pfannnenfertiger Zustand, sondern ein sich dauernd und durchaus erfolgreich (z.B. Ostintegration) entwickelnder Prozess. Dadurch hat sich die EU eine sehr viel grössere Anpassungsfähigkeit an neue Entwicklungen angeeignet, als dies einem Bundes- oder Zentralstaat möglich ist. Die Zukunft der Schweiz liegt in Europa.

    • Daniel Fausch sagt:

      Ich stimme Fred David in seinen ersten zwei Punkten absolut zu. Wie im Artikel beschrieben ging die Schweiz aus einem Bürgerkrieg hervor, wobei sich die Minderheiten der mächtigen Deutsch-Schweiz beugen und gewisse Entscheidungsfreiheiten dem Bundesstaat abtreten mussten.
      Das Interessante nun ist doch, wieso sich die Minderheiten später nicht subversiv gewehrt haben. Es gibt viele andere Beispiele. Man denke an die Kurden, die Iren, die Basken usw. In all diesen Konflikten behielten die Minderheiten eine eigenständige Identität. Sie grenzten sich vom Usurpator bewusst ab und wollen bis heute ihre Interessen mit allen Mitteln durchsetzen.
      Da aber die Schweiz einen stabilen! Wirtschaftsraum darstellte, überwogen die Vorteile der daraus folgenden wirtschaftlichen Prosperität den Nachteilen. Sedrun und Genf haben bis heute nicht viel, dass sie verbindet. Trotzdem leben beide gut und gerne von den Folgen eines stabilen Wirtschaftsstandorts Schweiz und einer mehr oder weniger vernünftigen demokratischen Gesetzgebung. So sind Sedrun und Genf beide Stolz darauf zur Schweiz zu gehören und haben eine gemeinsame Identität.

      Zu Europa:
      Es ist einfach: Wenn es gelingt für alle Mitglieder die Vorteile eines Bundesstaates Europa den Nachteilen überwiegen zu lassen, dann werden die Staaten gerne ihre Unabhängigkeit aufgeben.

      Tatsache ist heute jedoch: Die Schweiz hat sich deutlich besser von der Wirtschaftskriese erholt als der Rest Europas. Es scheint, als würden wir alleine besser fahren… Auch England scheint mit dem Pfund besser bedient zu sein als mit dem Euro. Deutschland profitiert von der EU am meisten. (Schuld daran ist der für die deutsche Wirtschaftskraft zu tiefe Euro, der den Export begünstigt)
      Dänemark, Finnland und Schweden sind wirtschaftlich deutlich besser gestellt als der Rest Europas. Sie haben keine Vorteile davon sich noch mehr unter die Kontrolle Europas zu stellen, sondern wären alleine wahrscheinlich besser dran.
      In allen anderen Ländern fühlt sich ein nicht zu unterschätzender Anteil der Bevölkerung von der Eu bevormundet, was drauf schliessen lässt, dass sie wenig bis nichts von Europa profitieren.

      Ich sehe zwei Chancen für ein Bundesstaat-Europa:
      1. Druck von aussen; Falls neue Grossmächte mit imperialem Anspruch Europa von aussen bedrohten, könnten sich die Länder Europas freiwillig zusammenschliessen.
      2. Wirtschaftswachstum: Falls es gelänge einen stabilen attraktiven Wirtschaftsstandort zu bilden, würden alle Mitgliedsstaaten gerne dazugehören.

      Die Crux am zweiten Punkt ist die: So lange die Staaten der Eu nicht grosse Teile ihrer Finanzpolitischen Unabhängigkeit aufgeben (Budgetbevormundungen und Ausgleichszahlungen), so lange wird sich die Finanzlage nicht stabilisieren und die Wirtschaft prosperieren. Jedoch wird so schnell niemand freiwillig seine finanzpolitische Unabhängigkeit aufgeben ohne davon direkt profitieren zu können.

      Über den dritten Punkt, dem unfreiwilligen Abtreten der Unabhängigkeit der einzelnen Mitglieder, möchte ich besser nicht schreiben, da ich hoffe, dass Europa etwas aus seiner Geschichte gelernt hat.

      • Alois Krieger sagt:

        Die Schweiz ist sehr föderalistisch aufgebaut, die wirtschaftlichen Vorteile kamen ohne einen grossen Verlust der Souveränität der Kantone. Der Bundesstaat hatte lange wenige Kompetenzen.

        Die EU ist ein Projekt ehrgeiziger Politiker, die wirtschaftlichen Vorteile gibt es nur gegen Aufgabe der Souveränität in anderen Bereichen.

        • Daniel Fausch sagt:

          Die Aussage von Alois Krieger ist falsch.

          Der Sonderbundkrieg von 1847 kam deshalb zustande, da sich die konservativen Kantone wehrten, ihre Souveränität zu Gunsten des Bundesstaates einzuschränken. Nachdem sich die liberalen Kräfte schliesslich durchgesetzt hatten, war dem Schweizer Bundesstaat nichts mehr im Weg. Als Folge davon wurden z.B. die Binnenzölle abgeschafft ( Einschränkung der faskalpolitischen Freiheit der Kantone), was die Schweiz zu einer grösseren Freihandelszone machte und zum Aufschwung der schweizer Wirtschaft beitrug.

    • Hermann Schallert sagt:

      „Dadurch hat sich die EU eine sehr viel grössere Anpassungsfähigkeit an neue Entwicklungen angeeignet,….“, etc… Sehr treffend beschrieben von @Fred David, BRAVO ! Auf den einfachen Nenner gebracht (für die „Einfachen hier): Die EU Staaten kämpfen sich langsam aber sicher voran – trotz alllen Problemen (die auch nichts mit der Idee EU zu tun haben) und die CH schleicht oder hechelt wie immer im „Windschatten“ hinterher.

      • Daniel Fausch sagt:

        Die Probleme, die Sie hier ansprechen sind wohl die griechischen Staatsschulden, oder?

        Tatsächlich sind diese Probleme grundlegend. Nach dem WK II sollte eine wirtschaftliche Verflechtung zwischen den einzelnen Ländern weitere militärische Konflikte verhindern und den Wiederaufschwung durch einen grösseren zusammenhängenden Markt beschleunigen. Das sind die Grundfesten der Europäischen Union. Nach vielen anderen Schritten in diese Richtung entstand 1999 schliesslich der Euro.
        Der griechische Schuldenberg ist zum grossen Teil eine Folge der Zugehörigkeit zum Euroraum. Erstens wurden die Kosten für Staatsschulden durch den Beitritt niedriger, was die Griechen in der Vergangenheit schamlos ausnutzten und heute die Quittung dafür bekommen. Zweitens wird der Euro für die griechische Wirtschaftsleistung eigentlich viel zu hoch gehandelt. Daher ist die griechische Exportindustrie oder der Tourismus nicht mehr konkurrenzfähig.

        Dies hätte vielleicht verhindert werden können, wenn die Mitgliedsstaaten sich bereit erklärt hätten, sich an gewisse Haushalts-Budge-Vorgaben zu halten und Ausgleichszahlungen schon früher eingeführt worden wären.

        Auf alle Fälle sind die heutigen Probleme der EU nicht einfach etwas, das man ausklammern kann, sondern grundlegend und strukturell. Entweder wird die EU dran zerbrechen oder sie wird sich neu erfinden müssen. Persönlich ist mir beides recht…

      • will williamson sagt:

        Herr Schallert, wenn die Schweiz, wie Sie meinen, wie immer hinterher hechelt, dann ist es doch erstaunlich, dass über eine Million EU-ler in die Schweiz gehechelt sind und weitere immer noch hecheln, um hier zu arbeiten. Das passt doch irgendwie nicht zu Ihrer Hypothese.

  • Marco Vonthal sagt:

    Ich frage mich immer wieder, warum selbst Intellektuelle sich zu solch fadenscheinigen Argumenten hinreissen lassen. Ich vermisse immer wieder, nüchterne (nicht wertende) Beschreibungen von Fakten, so dass sich jeder selbst eine Meinung bilden könnte. Hier lese ich – wieder einmal – eine konstruierte Polemik mit konstruierten Ausschnitten von Fakten. Und was soll mir das alles jetzt sagen? Ich weiss es nicht. Ich finde nach wie vor, dass es auf der Hand liegt, die EU mit der Willensnation Schweiz zu vergleichen: so unterschiedlich und doch eine Nation und so friedlich mit so viel Demokratie… darum werden wir ja sehr beneidet und sind – im Moment – Vorbild. Und klar, versuchen Visionäre vergleiche mit der Schweiz anstellen und eher Parallelen auszuloten als Unterschiede. Ist ja ein Kompliment an die Schweiz und ich finde es ziemlich logisch. Was uns sehr schlecht ansteht, ist dieses lehrerhafte Getue – wie dieser Blog – als wüssten wir alles besser als andere.

  • mark wolff sagt:

    Vielleicht hilft ein kleiner Franzose, damals wie heute……

  • H. Trickler sagt:

    Die im Blog gestellte Frage nach Parallelen scheint mir wenig relevant, weil die heutzutage ein Grossteil der Bevölkerung am Entscheidungsprozess teilnimmt und dank Massenkommunikation und Reisemöglichkeiten ganz anderes informiert ist. Ausserdem ist dadurch Europa viel stärker durchmischt als je zuvor.

    Bei aller Skepsis zur EU sehe ich gute Chancen dass es gelingt!!

    • Hugo Reichmuth sagt:

      Können Sie mir erklären, inwiefern die Bevölkerung am Entscheidungsprozess teilnimmt? Abgesehen von einer Wahl in ein Parlament, dass wenig Entscheidungsbefugnisse hat, ist mir keine Mitsprache in der EU bekannt.
      Und die lustige „Bürger-Initiative“, die als Fortschritt verkauft wird, ist de facto eine Petition, die vollkommen wirkungslos ist – wenn sie den EU-Granden nicht passt. Da ist selbst „Kony 2012“ wirkmächtiger.
      Dass die gravierenden Sparbeschlüsse – auch wenn ich deren Sinn überhaupt nicht anzweifle – keinerlei demokratischem Prozess unterworfen sind, zeigt, wie es mit der Demokratie in EUropa steht.
      Ich lasse mich gerne über das Demokratiepotenzial der EU aufklären…

      • Nike Wagner-Breitsch sagt:

        Na, dann kläre ich Sie mal auf: als EU-Bürgerin (eigener europäischer Pass, ausgestellt von einer deutschen Behörde) wähle ich nicht nur kommunal, regional und national, sondern auch EU-weit. Ich kenne zwei meiner Europaabgeordneten persönlich. Für einen von ihnen würde ich sogar meine Hand ins Feuer legen. Mindestens fünf weitere Abgeordnete sind mir aus der Presse bekannt. Mit wenig Aufwand könnte ich sogar ihre Mail heraussuchen und mich an sie wenden, sei es als normale Korrespondenz, sei es mit einer Petition. Man muss es nur wollen, wie die geringe Wahlbeteiligung in CH bei Volksabstimmungen ja auch zeigt. Ich sehe nicht, wo Ihr Problem genau liegt, vielleicht imn Unwissenheit? Ich nehme mit Hilfe meiner Wahl jedenfalls ausserordentlich am Entscheidungsprozess teil. Darüber hinaus arbeitete ich lange Zeit im Bereich Erwachsenenbildung, in dem sehr viel Geld aus denm Europäischen Sozialfonds floss. Wir entwickelten Bildungsprojekte, die dann EU-weit skaliert wurden. Auch hier habe ich als einfacher, aber engagierter Mensch Einfluss genommen. Man sollte eine Gemeinschaft nicht an dem bemessen, was phantasielosen Leuten entgeht, sondern an dem, was engagierte Menschen mit ihr umzusetzen vermögen. – Was die Sparprozesse angeht: hier spielen ja auch die in CH so gehätschelten BAnken eine Rolle. Wenn die pleite gehen, weil sie sich verspekulieren, dann fliesst insgesamt kein Geld mehr, und dann ist überhaupt tote Hose. Auch für CH. Also ein Systemfehler, kein EU-Fehler, es sei denn, man wünschte sich eine nichtkapitalistische Union. Dabei hält sich die EU im Ganzen ziemlich aus der Finanzpolitik raus, indem sie merkwürdigerweise auf die konsequente Besteuerung des leistungslosen Einkommens und der Spekulationsgewinne verzichtet.

        • Alois Krieger sagt:

          Nur dumm, dass das Europaparlament nicht viel Macht hat in Europa. Da können sich noch lange Mails schreiben. Die Macht liegt bei der Europakommission, die können sie nicht wählen!

        • Hermann Schallert sagt:

          @Nike Wagner-Breitsch; Absolut richtig erkannt ! Die paranoide, dümmlich-verkrampfte Suche der allermeisten CH Blogschreiber ist einfach nur krankhafter EU Hass von grösstenteils ungebildeten Ewiggestrigen.

          • Hugo Reichmuth sagt:

            Herr Schallert,
            Danke, dass Sie mich so gut charakterisieren. Sagt aber mehr über Ihre Argumentationstechnik als über mich aus…

            Frau Wagner-Breitsch,
            Danke für die Aufklärung und Ihr Engagement, mir den Sachverhalt zu erklären! Die Infos von Herrn Riederer und Herrn Krieger waren es, die mich zu meinem Einwand gegenüber Herrn Trickler veranlassten. Was die Bankenrettung betrifft, sind Sie aber auf meiner Linie (oder ich auf Ihrer…). Das ist einer der grössten Verbrechen, die sowohl in der Schweiz wie auch weltweit geschehen ist.
            Wenn schon Bankenrettung, dann auch die Zerschlagung von Banken in kleinere Einheiten, die man problemlos durch den Markt abstrafen lassen darf. Nach 2007/8 dürfte es keine Banken mehr geben, die „too big to fail“ sind. Das wird sich demokratiepolitisch rächen.

          • Julian Riederer sagt:

            Herr Schallert, mit solchen Voten qualifizieren Sie sich selbst.
            Die EU ist eine supranationale Gemeinschaft, welche ganz und gar nicht demokratisch aufgebaut ist. Dies ist bewusst so, die Mitgliedstaaten wissen um diesen Umstand (sind ja allesamt Demokratien). Aus der wirtschaftlichen Freihandelszone mit zentraler Administration soll nun eine politische Union werden, vielleicht einmal auch demokratischer organisiert. Der Weg dorthin ist es jedenfalls nicht – man will das Projekt nicht gefährden – das wird ja nicht einmal verschwiegen. Hierin sehe ich aber das Problem. Ich beweifle es, ob Staaten (bzw. ihre Bürger) mit funktionierenden Demokratien immer mehr Souveränität an eine an sich undemokratische Administration abgeben wollen. In guten Zeiten oder mit wirtschaftlich vergleichbar starken Mitgliedern funktioniert dies wohl, aber in der heutigen Konstellation bin ich sehr pessimistisch.

        • Julian Riederer sagt:

          Als EU-Bürgerin sollten sie aber besser aufgeklärt sein! Das EU-Parlament nimmt seit Lissabon zwar am ordentlichen Gesetzgebungsverfahren teil – und kann mit (und nur mit) Einverständnis der Kommission Änderungen anbringen. Das Parlament ist aber keine echte Legislative, es hat kein unmittelbares Gesetzes-Initiativrecht. Es handelt sich also eigentlich um ein Parlament, das gar keine Gesetze machen kann. Zudem gibt es sehr wichtige Bereiche, wie z.B. Wettbewerbs-, Aussen-, Sicherheits- und gemeinsame Handelspolitik, wo das Parlament praktisch nur angehört werden muss. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass es sich bei den EU-Parlamentariern vielfach um die 2. Garnitur oder um altgediente bzw. ausrangierte Politiker handelt – der Reiz/Andrang eines Jobs mit so wenig Kompetenzen ist verständlicherweise beschränkt. Die Kommission ist die „Hüterin der Verträge“, Regierung und gleichzeitig Legislative im Rahmen der EU-Veträge, ihr kommen praktisch alle wesentlichen Kompetenzen zu. Trotz hoher Hürden (1 Mio EU Bürger) ist die Bürgerintiative eigentlich gar keine Initiative, es ist lediglich eine nicht bindende Empfehlung an die Kommission für einen Gesetzesentwurf. Von der Petition spreche ich mal gar nicht…

        • Thomas ernst sagt:

          @Nike
          Nachdem Sie sich ja als Profiteurin der zentralen EU-Verschwendungsbuerokratie geoutet haben, ist auch klar, dass Sie eine Hymne auf die faktisch inexistente EU-Demokratie singen. Wes Brot ich fress, des Lied ich sing….

  • Gerhard Beck sagt:

    Und jeden Tag irgend ein neuer Artikel, der wieder belegen soll, dass die Schweiz doch gut daran tue, nicht in der EU zu sein.
    Ich bin davon überzeugt, dass das immer lächerlicher wird, was sich in den schweizer Medien abspielt.
    Braucht ihr Selbstbestätigung? Müsst ihr euch jeden Tag aufs neue einreden, „ja wir sind gut, wir sind nicht in der EU“?
    Unglaublich, hier in der BAZ wird mehr über EU-Krise etc geschrieben, als in allen EU-Ländern zusammen.

    • Müller Peter sagt:

      Guter Beitrag, danke, da stehe ich auch dahinter.
      Dem medialen Aufbauschen von Problemen und Krisen in anderen Ländern steht ein Verniedlichern solcher Sachverhalte hierzulande gegenüber

  • Martin Cesna sagt:

    Vor der Entstehung der EU gab es auch Kriege: Mehrere zwischen Frankreich und Deutschland und dann noch die zwei grossen Weltkriege. Auf Solches hat niemand mehr Lust, sodass nach anderen Verständigungsmöglichkeiten gesucht werden musste. Auch der Kalte Krieg führte dazu, dass sich ganz Westeuropa unter dem Schild der USA zusammensetzen musste. Das Dritte ist der Handel, der in letzter Zeit zunehmend dazu führt, dass der Blick in die Welt schweift und der eigene Vorgarten als Teil dieser ganzen Welt angesehen wird.
    Auch in den Vorgarten der Schweiz bricht die Welt ein: Die ausbleibenden Touristen haben mittlerweile innepolitische Konsequenzen (Ferienwohnungsbeschränkungen) und die teuren Preise machen den hiesigen Bürgern auch zunehmend Bauchweh. In den Touristenorten begreift man langsam, dass man von nur von Chinesen, Japanern und ein paar Russen wohl nicht leben kann. Aktuell wird noch patriotisch gekämpft, aber es dürften Rückzugsgefechte sein auf lange Sicht. Am Ende könnte der einfache praktische Sinn des (ehemaligen) Schweizer Bauern die Richtung weisen, wie zum Beispiel schon die Gemeindezusammenlegung im Kanton Glarus gezeigt hat.

    • Alois Krieger sagt:

      Der starke Franken ist aber nicht auf Probleme in der Schweiz zurückzuführen sondern auf Misswirtschaft im Euroraum. Und er starke Franken hat nicht nur Nachteile. Ersparnisse behalten in der Schweiz ihren Wert. In der EU werden sie vom Staat weginflationiert, wie in Entwicklungsstaaten. Deshalb flüchten alle aus dem Euro und der Franken wird stark.

  • Julian sagt:

    NICHT VERGLEICHBAR: Ich sehe aber andere Argumente

    1. Helvetische Republik 1798-1803: Napoleon marschiert in die Schweiz ein!

    2. Wiener Kongress 1815: Die „alten Kantone“ (wie Bern und Zürich) wollen vordergründig die alte Ordnung herstellen und keine gemeinsame Schweiz aufbauen.

  • Alain de la France sagt:

    Ich stimme mit dem Artikel ueberein.
    Sogar in franz. Geschichtsbuechern spricht man deshalb von der „Nation de volonté“.
    Der gemeinsame Wille, auch von unten nach oben …

  • Stadelman Reto sagt:

    Habe den Artikel jetzt gelesen und sehe mich bestätigt. Die aufgezählten Punkte sind gesucht und historisch nur ungenügend belegt… Zum Beispiel der eigene politische Raum unter Punkt 1. Was bitteschön soll das schon aussagen? Nehmen wir nur den Punkt 2 der eigentlich sogar GEGEN die These spricht das die EU schlecht ist weil manchmal zu „diktatorischen“ Massnahmen greift… Etwas paranoid der Punkt oder? Dieser Artikel ist ein schlechter Versuch die Schweiz von der EU abzusondern. Aber wenigstens ist er wirklich schlecht und leicht durchschaubar…

    • lukas sagt:

      stadelman: ich sehe in obigen artikel kein EU-bashing und finde daher deine eifrige reaktion deplaziert

      • hans sagt:

        Karl zu Schwarzenberg, der bohemischen Ausserminister von Tschechien hat es für mich am besten formuliert. Europa (und nicht der EU) hat unterschiedliche Entwicklungsstadien (vom Krieg und Konflikte geprägt) und ist deshalb dran, sich zu finden. In die heutige, ökonomische Situation wird dies aber erschwert. Lese mal dieses Buch, Lukas, wenn Du kannst. ich finde Deine Reaktion auf Reto unglaublich bünzli und kleinkarriert..und deshalb bist Du derjenige, die hier deplaziert ist. Leider..

      • Fritz sagt:

        Der Artikel ist tatsächlich kein EU-Bashing, aber der verzweifelte Versuch die augenfälligen Parallelen bei der Entwicklung der beiden föderalistischen Systeme durch einzelne gesuchte Unterschiede auszublenden. Schon alleine das Argument des Sonderbundskrieges ist in seiner Verwendung tendenziös und wäre das Equivalent des zweiten Weltkrieges für die Gründung der EU. Beide Kriege resultieren in der Gründung der Gemeinschaften, hatten aber nicht darin ihren Ursprung und waren auch nicht das zwingende Element. Letztlich ignoriert der Artikel einen wichtigen Faktor der die Eidgenossenschaft zusammenschweisst: den gemeinsamen Feind von aussen (Habsburg, Burgund, Frankreich etc.). Es wird evtl. der Tag kommen wo auch Europa einen gemeinsamen starken äusseren Feind hat – dann geht dann sehr schnell mit der Einheit und statt die kulturellen Differenzen zwischen England und Griechenland kommen die gemeinsamkeiten (Aritoteles, Francis Bacon…) zum tragen – genau so wie dies hierzulande passierte.

        • smart sagt:

          Und damit der äussere Feind möglichst bald kommen möge, soll doch die EU auch möglichst schwach sein……..; Und dann wäre noch die Frage zu stellen ob nach einer kriegerischen Auseinnandersetzung mit modernen kriegerischen Mittel eines Europas mit einem „äusseren gemeinsamen Feind“ überhaupt noch etwas Lebenswertes von Europa übrig bleiben wird….

      • Stadelman Reto sagt:

        Es ist kein direktes EU Bashing, dass stimmt. Aber die Argumentation ist, wie es auch schon von Fritz und Hans erwähnt, ein Versuch die EU indirekt zu diskreditieren. Ich gebe zu, es könnte natürlich auch ganz anders gemeint sein. Aber heutzutage wo leider viele Schweizer versuchen die EU einfach aus Prinzip schlecht zu reden, muss man solche Artikel leider als das wahrnehmen was sie sind. EU-Bashing. Etwas cleverer, aber deshalb eben trotzdem nichts anderes. Falls der Autor den Artikel nicht als das verstanden haben will, kann er sich ja erklähren. (wurde ja von anderen Autoren auch schon gemacht)

        • Alois Krieger sagt:

          Vielleicht muss man halt auf die Nachteile der EU hinweisen, wenn ein grosser Teil der Politiker so schnell als möglich hinein will. Wenn wir mal dabei sind, haben wir nicht mehr viel zu entscheiden. Welcher Deutsche wollte schon den Euro? Jetzt werden sie für die Fehler der Politiker bezahlen, die EZB druckt Geld, die Renten und Ersparnisse der normalen Bürger werden entwertet. (Reiche Unternehmer und Immobilienbesitzer profitieren, denn wer Kredite aufnehmen kann, profitiert von der Inflation. Verhältnisse wie früher in Südamerika und immer noch in Afrika.)

        • Thomas ernst sagt:

          Niemand braucht die Eurokratie schlecht zu reden. Sie ist ohnehin schon miserabel – was die Einwohner dieses Zwangsgebildes auch wissen und beklagen. Mit Ausnahme von Profiteuren und Schmarotzern, welche persönlich ja von der Unterdrückung und Bevormundung ihrer Nachbarn leben.

    • Hans Herbst sagt:

      Der ganze Artikel ist an den Haaren herbeigezogen, um eine EU-feindliche Argumentation aufzubauen. Für einen Wissenschaftler äusserst schwach, dass er nicht einmal belegt, wer diesen Vergleich zwischen EU und CH vor 48 überhaupt gezogen hat. Straumann ist nicht der einzige „Wissenschaflter“, der seinen akademischen Status instrumentalisiert, um sich an der Mythisierung Schweizer Geschichte beteiligen. Wenn es darum geht, föderale Strukturen und Direkte Demokratie gegen ein zusammenwachsendes Europa zu verteidigen, dann ist das durchaus gerechtfertigt. Aber diese Art der Geschichtsmythisierung ist nicht nur realitätsfremd, sie macht letztendlich Handlungsunfähig und führt genau in das Gegenteil. Nicht nur, dass die Schweiz international von Niemand mehr ernst genommen wird, es gibt auch hierzulande eine junge Generation, die diesen Blödsinn nicht mehr mitgehen will.

    • schaefer sagt:

      Gutter Kommentar von @Stadelmann, Kompliment !

  • Stadelman Reto sagt:

    Ich habe den Artikel noch nicht gelesen und schreibe trotzdem schon hier und jetzt: DOCH, die EU ist momentan wie die Schweiz 1848. Alles andere ist einfach nur EU Hass und den Versuch die europäische Gemeinschaft zu diffamieren!

    • L. Schaefer sagt:

      BRAVO und völlig richtig von @Stadelmann! Der verzweifelte und lächerlich krampfhafte Versuch, sich von der EU zu distanzieren aber ewig und richtiggehend schmarotzerisch doch von ihr profitieren zu wollen, zeigt das verlogene, parasitäre Verhalten der Schweiz-Mythos-Träumereien. Nicht mal der Tell wurde von einem Schweizer erfunden.

      • Anh Toan sagt:

        Typisch zum Beispiel, dass der Artikel jeweils von EU redet und nicht von Europa: Mit Europa wird eben genau der hier negierte gemeinsame Kultur- und Identitätsraum assoziert. Plato. Socrates, Homer, römisches Zivil- und Handelsrecht, Michelangelo, Da Vinci, Gallilei, Molière, Voltaire, Sartre, Goethe, Shakespeare, Machiavelli, Casanova, Mozart, Bach, Puccini, Chopin, Hobbes, Smith, Marx, ich meine, die haben sich alle als Europäer gesehen, sind gereist, hatten Wohnsitze im „Ausland“, hatten Austausch miteinander und jedem gebildeten Europäer bekannt. Mit dem Begriff EU wird eine übermächtige Bürokratie assoziert.

        Weitgehend einzigartig an europäischer Kultur und Identität ist das Ersetzen der familiären Strukturen durch den Staat. Europa denkt in Individuen, der Rest der Welt, in Familien. Ein Vietnamese sagt nie, ich bin reich, seine Familie ist reich, er ist unwichtig, wichtig ist seine Familie. Europa hat dies, dank staatlicher sozialer Sicherheit, überwunden, Europäer denken mein Leben. In den USA ist dieser Prozess relativ weit fortgeschritten, die konservativen Kräfte wollen weiterhin die Familie als Einheit erhalten (konservativ: Abtreibungsgegner, gegen staatliche soziale Sicherheit, Waffen zur Selbstverteidigung), während die moderneren Kräfte (Demokraten) das europäische System anstreben.

        • Wie hiess der „Staat“ schon wieder, in dem die Familie oder irgendwelche Formen von „Gemeinschaften“ auch durch den Staat ersetzt wurden? Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein: das war ja das dritte Reich!

          • Martin Lienert sagt:

            Ihr Vergleich trifft voll ins Schwarze! Demzu moechte ich noch folgendes hinzufuegen.
            Wenn man das Gute im Menschen vernichten will, dann faengt man am Besten mit der Zerstoerung der Familie an – der kleinsten Zelle einer Gemeinschaft. Hitler tat das, Stalin, Mao usw.

          • Anh Toan sagt:

            @Pter Müller und Martin Lienert: Schön waren die guten alten Zeiten, als Hochzeiten noch von den Eltern arrangiert wurden, als der Ehegatte aus der richtigen Schicht kommen musste, Heirat eine strategische Entscheidung zur Wohlstandsmehrung der Familie war. In Romeo und Julia konnte sich jeder erkennen. Oh heilige Familie!

          • leo schale sagt:

            Ach du meine Güte! Wieder so ein dämlicher Nazivergleich. Mannohmann wie einfältig und peinlich für gewisse unqualifizierten Dummschreiberlinge hier!

          • Anh Toan sagt:

            Die heilige Familie basiert auf der Unterdrückung des Rechts auf Selbstbestimmung der Frau. Die Emanzipation der Frau war wesentliche Grundlage dieser kulturellen Veränderung, die in Europa mehrheitlich eingetreten (Ausnahme Südosteuropa, tiefe Alpentäler und Inseln), im Rest der Welt langsam stattfindet. Sie hat aber nur dort eine Chance hat, wo ein vertrauenswürdiger Staat soziale Sicherheit garantiert.

            Freiheit bedeutet auch Freiheit von der Familie (Heirat, Wohnsitz, Beruf), das gibts vor allem in Europa, Amerika nähert sich am schnellsten an, Asien, Afrika und Südamerika sind in dieser Beziehung wie die Schweiz zu Zeiten Gotthelfs.

          • B. Oehler sagt:

            Wenn Sie jetzt noch verraten würden, inwiefern die Nazis die Familie zerstört haben – abgesehen davon, dass die KZ- und Kriegsopfer alle eine Familie hatten? Schonmal vom Mutterkreuz gehört?

          • Alois sagt:

            Dass der Staat die Familien ersetzen soll, ist tatsächlich etwa fragwürdig. Übrigens nicht nur im 3. Reich, auch in den diversen sozialisitischen Diktaturen war diese Ansicht verbreitet.

            In einer Hinsicht hat Herr Toan jedoch Recht. Der Staat hat in Europa früh das Machtmonopol übernommen und damit Mafia-ähnliche Regierungsstrukturen, wie sie im Mittelalter üblich (und heute noch in Gebieten wie Afghanistan oder dem Irak) waren ersetzt. Das hat zu viel Freiheit für die Bürger geführt. Die sozialen Netze führten zu mehr Freiheit des Individuums gegenüber den Älteren, die normalerweise die Vermögen besitzten. Aber diese sozialen Netze müssen auch funktionieren, wenn sie zu stark ausgebaut werden, dann wird die Wirtschaft geschwächt, die das Ganze bezahlt. Und es hängt auch stark von der Kultur ab, in Deutschland und der Schweiz kann man hohe Arbeitslosengelder bezahlen, ohne dass gleich alle ihren Job aufgeben. In Italien ist das schon nicht mehr so, in Afrika arbeitet schon niemand mehr, wenn Entwicklungsgelder in Aussicht stehen. Das ist leider so, hat nichts mit Rassismus zu tun sondern mit der Kultur, in dem man aufwächst.

        • Esté sagt:

          @Anh Toan Die Emanzipation hat auch in Afrika stattgefunden. Trotzdem gibt es die enge Familienzugehörigkeit und das traditionelle leben noch in jeder Familie. Dies gilt aber mit wenigen Ausnahmen nur für christliche Länder.

        • Lennart Kirill sagt:

          @Ahn Toan Danke für ihre brillianten Beiträge die jeweils mithelfen den Horizont der Diskussion zu erweitern. Während in Asien also der Egoismus der Familien im schlimmsten Fall zu einem Problem für die Nation werden kann, ist es im Westen nicht doch der Egoismus der Individuen? Ist es in Asien nicht so das die Menschen Kinder haben damit die Name und der Reichtum der Familie weitergeführt wird, während bei uns die Individuen annehmen das gefälligst die Kinder der Einwanderer für Finanzierung der eigenen Renten zuständig sind, und sie selber lieber den eigenen Wohlstand ohne die Bürde einer eigenen Familie geniessen wollen?

        • Stadelman Reto sagt:

          @Thoan
          Ihre Einstellung stellt für mich leider ein Problem dar. Die Familie wird von Vielen (eben auch von Ihnen) als Unterdrückungswerkzeug der Frau gesehen. Aber mal ehrlich, das können Sie doch selber nicht glauben oder? Früher mag das so gewesen sein, aber heute stimmt das nicht mehr. Wir sind überhaupt die ersten Generationen die eine ECHTE Liebesheirat praktizieren können. Frei von der Rollenteilung. Und wirtschaftlichen Vorteile gibt es immer noch und das ist so auch richtig. Wenn man nicht zwei Häuser oder Fahrzeuge braucht kostet dies nunmal weniger. Das Leben wird automatisch nachhaltiger. Vor allem auch die Tatsache das der Mensch ein geselliges Tier ist macht das abschaffen der Familie praktisch unmöglich. Es ist nunmal so das wir Sicherheit suchen, auch im sozialen Bereich. Und diese Sicherheit wird praktisch immer nur von der Familie geboten.

          Ich stelle mir eine Gesellschaft ohne Familie schrecklich vor und NICHT Fortschrittlich… Ohne Familie wird nur der soziale Zerfall vorwärts getrieben. Schon heute ist er ersichtlich, keine echten Freunde mehr, keine echten Banden mehr, nur der Staat der im schlimmsten Falle eingreift. Die Ergebnisse sind zum Teil verheerend. Psychische Probleme haben massiv zugenommen. Wer durch die Sicherheitsnetze des Staates fällt ist aus der Gesellschaft ausgeschieden, die Sitte, die zwar ein veraltetes aber immer noch leitendes Werkzeug für den Zusammenhalt ist, zerfällt. Dadurch sind mehr und heftigere Konflikte zwischen den Menschen vorprogrammiert… Die Liste liesse sich beliebig fortsetzen. Nein, die Familie ist und wird auch lange Zeit die kleinste Einheit unserer Gesellschaft bilden. Und ich finde das gut so. Ein Leben auf einem Planeten mit 7Mrd. Egoisten die keine echten sozialen Bindungen mehr eingehen würde mich innerhalb kürzester Zeit in den Suizid treiben, denn so ein Leben ist meiner Meinung nach nicht lebenswert…

          Überlegen Sie sich ihre Meinung also nochmals. Jede Art des Zusammenlebens ist auch mit Pflichten und Verantwortung verbunden. Das wird sich NIEMALS ändern. Und nur aus purem Egoismus und „weil man es kann“ die Familie langsam abzuschaffen und von „Lebensabschnittspartnern“ zu sprechen, halte ich für eine der grössten Fehler unserer Zeit. Überhaupt ist der heutige Drang nach Freiheit langsam eine perverse Form mangelnde Selbstbeherrschung auszuleben. Man könnte auch sagen, sich wie ein Tier aufzuführen…

          Sie sehen, auch ein eher Konservativer wie ich kann für Euorpa und gleichzeitig für die Familie sein 😉

          • Martin Lienert sagt:

            Herr Stadelman: Vielen Dank fuer Ihren ausfuehrlichen Kommentar.
            An Herr Thoan
            Ich habe fuenf Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Meine Frau wollte das so. Meine FRau wird nicht unterduieckt, meine beiden Toechre werden nicht unterdrueckt. Ich arbeite und meine Frau macht den Haushalt, ich den Garten, die Kinder helfen. Na ja wir sind altmodisch……seltsamerweise sind unsere Kinder beliebt bei gross und klein und sind gut in der Schule….das kann doch nicht sein….
            Es ist viel Arbeit fuenf Kinder grosszuziehen.Aber wir machen das zusammen und es macht viel Freude zu sehen wie sich der Nachwuchs entwickelt.
            Ich sage „Nein Danke: zur Zerstoerung der Familie ! New Age Stalin, Mao, Hitler und die heutige Zeit wollten und wollen die Zerstoerung der Familie!

          • Anh Toan sagt:

            @Stadelmann Reto: Familie war eine Herrschaftsstruktur des Familienvaters („Der Mann ist das Haupt der Familie stand im ZGB bis etwa 1980“). Im römischen Familienrecht konnte nur der „pater familias“ Rechte und Pflichten ausserhalb der Familie innehaben. Die übrigen Familienmitglieder waren quasi seine Sklaven. Auch die katholische Kirche sieht die Familie so, schon im Alten Testament wird von Hagar berichtet, die für Abraham und seine unfruchtbare Frau Sara ein Kind austrug. Die Fortpflanzung ist der Kirche wichtiger als die eheliche Treuepflicht, die unfruchtbare Frau muss damit leben, dass ihr Ehemann eine Sklavin schwängert, der Erhalt des Familienstammes (des Mannes) ist wichtiger, as der Anspruch der Frau auf Treue. Im Kern muss die Frau treu sein, denn sichergestellt werden muss, dass der Ehemann auch tatsächlich der Vater ist.

            Viele Mädchen in Afrika und Asien prostituieren sich, um für den Unterhalt ihrer Eltern und jüngeren Geschwister aufzukommen. Einerseits ist es ihre Pflicht, die Familie nimmt das Geld und verurteilt gleichzeitig die Tätigkeit als unsittlich. Eine Frau die heiratet, wird von der Familie des Vaters an die Familie des Bräutigams verschachert. Meinen Freunden in Ägypten, die grosse Hintern an Frauen mögen, habe ich gesagt, ihr wollt keine Frauen, ihr wollt Sohnproduktionsmaschinen. Auch in Ägypten wurde ich von einem Iman gefragt, ob ich meinen Vater ehre. Ich habe geantwortet, ja, weil er Respekt verdient, würde er meine Mutter verprügeln oder wäre er Adolf Hitler würde ich ihn nicht respektieren. Sowohl gemäss christlicher als auch islamischer und asiatischer Tradition muss ich meinen Vater jedoch immer ehren, nicht weil er Respekt verdient, sondern weil er mein Vater ist.

            Wird die Familie als kleinste Einheit der Gesellschaft gesehen, gibts es keine Menschenrechte, dazu muss kleinste Einheit der Gesellschaft das Individuum sein. Auslöser dieser Entwicklung war die Deklaration der Menschenrechte vor gut 200 Jahren, vorher haben Menschen für den Staat nicht existiert, es gab nur Familien. Diese wurden vom Familienoberhaupt vertreten, die übrigen Familienmitglieder waren rechtlos.

            Es ist irrelevant, ob ich diese Entwicklung, gut finde. Dass diese Entwicklung stattfindet, bestreiten auch Sie nicht, Sie finden dies nicht gut, was ich Ihnen lasse, trotzdem sollten Sie zulassen, dass Ihr mystisch verklärtes Familienbild ein paar dunkle Flecken bekommt.

          • Anh Toan sagt:

            @Stadelmann Reto: Nur weil die Familienstrukturen in Europa überwunden wurden, gibt es „Liebesheiraten“. Da wo die Gesellschaft auf Familie aufbaut, ist Heirat eine strategische Entscheidung, getroffen vom Familienhaupt, persönliche Neigungen sind den Familieninteressen unter zu ordnen. Denn als Familie wird der väterliche Stamm definiert, der in alle Ewigkeit überleben muss, und diesem Ziel werden die Bedürfnisse der Individuen untergeordnet. Dies ist für den Mann deutlich angenehmer als für die Frau, die ausser zum Gebären neuer Söhne nutzlos beim Erhalt des Familienstammes ist.

            Familie ist nicht Ehegatten und Kinder, Familie ist eine Organisationsform der Gesellschaft über Generationen (Familienname), und so gesehen, kann diese nur mittels Unterdrückung eines Geschlechtes erhalten werden (Ist, was Sie als Ihre Familie bezeichnen, die Familie Ihrer Eltern oder die der Eltern Ihrer Frau? Beides ist unmöglich, sonst würden Ihre Kinder zu zwei Familien gehören, Ihre Grosskinder zu vier, in ein paar Hundetr Jahren würde jeder zu jeder Familie gehören).

          • Stadelman Reto sagt:

            @Thoan
            Ich verstehe was Sie schreiben. Muss Ihnen aber in Erinnerung rufen das dies alles 1. in der Vergangenheit so war oder 2. vielleicht auch heute noch so ist aber in anderen Kulturen.
            In der westlichen Zivilisation hat die Familie praktisch alle von ihnen zu Felde geführten Gegenargumente längst abgelegt, die religiösen dogmatischen Ansichten der Familie, die Ansicht das die Frau dem Manne zu gehorchen hat, längst verliert die Frau auch nicht mehr ihre Persönlichkeitsrechte wenn Sie heiratet. Die finazielle Macht des Mannes wurde ebenfalls gebrochen. Eine Frau im Westen kann einen Mann verlassen ohne alles zu verliehren und ihr Leben würdig fortsetzen. Alle diese Entwicklungen waren vielleicht erst möglich weil die Familie nicht mehr notwendig ist. Das ist in der Tat sogar sehr wahrscheinlich. Desswegen aber die Familie gleich abschaffen wollen? Natürlich gibt es immer schwarze Schafe. Die gibt es immer und überall. Das lässt sich leider nicht vermeiden. Trotzdem sind wir eben gerade jetzt so weit, dass wir erst jetzt die „perfekte“ Heirat eingehen können. Das sollten wir uns nicht nehmen lassen.

            Das dass Individuum als klienste Einheit angsehen werden sollte ist für mich selbstverständlich. Hier haben wir wohl aneinander vorbei geschrieben. Ich war eher der Meinung das die Familie einfach die kleinste soziale Verbindung von Menschen darstellen sollte. Das ist wohl Definitionssache. Es ist für mich selbstverständlich das dass alte Patriarchat gestorben ist und auch tot bleiben soll!
            Heiraten ist übrigens IMMER auch eine strategische Entscheidung. Man sucht sich einen attraktiven Gegenpart, schon alleine das ist ein strategischer Entscheid. Praktisch jede ernsthafte Verbindung ist strategisch. Auch wenn die wenigsten dies zugeben. Es geht bei einem Freund/Freundin immer auch um Geld/Ansehen etc., das steckt wohl in unseren Genen. Nur die allerwenigsten sind so „imun“ dagegen das sie tatsächlich einen Menschen aus einer ganz anderen sozialen Schicht heiraten. Leider, würde ich hier mal anfügen. Aber irgendwo bleiben wir eben doch Tiere…

            Der Hauptgrund warum ich gegen die Abschaffung der Familie bin, ist aber recht simpel. Es geht mir um den Verlust des Soziallebens und um die Verrohung der Gesellschaft. Die Unfähigkeit vieler Menschen, gerade auch in den USA die uns da um einiges voraus sind, langfristige Verbindungen einzugehen und gemeinsam etwas aufzubauen zeigt mir deutlich das wir uns in eine gefährliche Richtung von Einzellkämpfern entwickeln. Der „Sozialdarwinismus“ nimmt in unserer Kultur immer extremere Formen an. Die Familie ist dagegen ein wirksamer Mechanismus um soziales und richtiges Verhalten zu lernen. Es gibt heute einfach zu viele Vorteile in der Familie die für eine solche Sprechen und klar gegen den Singlehaushalt.

            Ich denke wir können uns darauf einigen, dass wir den Menschen die Freiheit zu entscheiden wie sie leben sollten selber überlassen sollten. Wer nicht heiraten will, okey, wer will, auch okey. Beides hat vor und Nachteile.
            Übrigens haben Sie mein romantisches Bild der Familie in keinster Art und Weise angekratzt. Ich weiss sehr wohl wie die Realität ausgesehen hat und leider immer noch aussieht 😉 Ich habe aber das Glück in einer Familie zu leben, die mir genau diese Romantik des Zusammenseins vorgelebt hat. Ich habe gesehen das es möglich ist für Mann und Frau als Einheit zu funktionieren ohne Unterdrückung.

      • Thomas Meier sagt:

        Uhh, und warum sollte die Schweiz nicht von der EU profitieren? Jedes grosse Land spielt seine Macht aus. Das kann die Schweiz nicht, wir sind halt ein kleines Land. Also versucht man sich zwischen den Grossen so zu positionieren, dass man am besten da steht. Das ist völlig legitim. Ausserdem ist es ohnehin fragwürdig, ob es Sinn macht, dass Länder sich zu grösseren Ländern zusammenschliessen. Die meisten reichen Länder mit den höchsten Lebensstandard sind klein. Grösse bringt keine Wohlstand und es macht die Leute unglücklich, weil sie sich ausgeliefert fühlen und ihre demokratischen Rechte reduziert werden. Im Ernst, die EU ist (wie viele andere EU Länder auch) nicht wirklich eine Demokratie, jeder weiss das. Es kann ja auch keiner die Frage beantworten, warum man die Bevölkerung nicht öfters abstimmen lässt, obwohl das von vielen Bürgern gewünscht wird. Politiker und Beamter haben kein Interesse an Demokratie…

        • Anh Toan sagt:

          @Thomas Meier: Es gibt Probleme, die man im grossen Rahmen angehen muss, und es gibt Probleme, die viel besser im kleinen Rahmen gelöst werden. Die meisten Probleme brauchen beide Ebenen. Dafür ist ein föderalistischer Bundesstaat am besten geeignet.

          Europa hat ein Demokratiedefizit, solange es keine Souveränität hat, Souveränität ist erste Voraussetzung für Demokratie, redet Demokratie doch davon, wer oberste rechtssetzende (= verfassungsgebende) Gewalt ist. In Europa ist dies zur Zeit das deutsche, das griechische, das holländische Volk, nicht das europäische. Das Demokratiedefizit Europas beruht auf dem Souveränitätsdefizit Europas.

          • Yves Namel sagt:

            Sorry, Anh Toan, aber da empfehle ich dringend, in Deine Demokratiedefizit-Analyse miteinzubeziehen, dass in der Schweiz das Subsidiaritäts-Prinzip gelebt wird. In der EU demgegenüber (zurzeit jedenfalls) nicht. Die wahre Folge des Satzes „Es gibt Probleme, die man im grossen Rahmen angehen muss“ ist, dass man die Verantwortung für die Lösung der Probleme abgibt. Es gilt nämlich immer noch: Zuhause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland. Wer meint, Probleme, die uns alle betreffen, werden entsprechend auf einer höheren Ebene gelöst, kriecht den Politikern auf den Leim. Wenn etwas wirklich als Problem erkannt wird, dann zögert kein einziges Individuum, selber direkt zur Lösung beizutragen. Das sind natürlich Erkenntnisse, die im heutigen westeuropäischen Vollkasko-Wohlfahrtsstaat verloren gegangen sind, aber dadurch nicht an Gültigkeit verloren haben: Je weiter entfernt von den betroffenen Menschen eine zu entscheidende Sache ist, desto unwirksamer wird die Entwicklung einer Gesellschaft aufgrund als gemeinsam erkannter Interessen. Damit aber wird die EU sich immer weiter von jenen weg entwickeln, deren Interessen gewahrt werden sollten. Das ist nicht nachhaltig und wird früher oder später Schiffbruch erleiden.

          • Anh Toan sagt:

            @Yves Namel: Das Subsidiaritätsprinzip folgt aus dem Bundesstaat: Erster Satz Artikel 3 BV: Die Kantone sind souverän, soweit ihre Souveränität nicht durch die Bundesverfassung beschränkt ist; sie über alle Rechte aus, die nicht dem Bund übertragen sind“. Ohne Bundesstaat gibts kein Subsidiaritätsprinzip, dieses setzt eine obere und eine untere staatliche Ebene voraus, die EU ist aber kein Staat.

      • B. Lützelschwab sagt:

        @Schaefer: Wie kommen Sie darauf, solch einen Stuss zu schreiben. Wieso sollen wir schmarotzerisch sein? Es ist definitiv nicht so, dass wir uns nur die Rosinen rauspicken, siehe z.B. die Aufnahme 10’000er Flüchtlinge aus dem Kosovo. Hat ein anderes europäisches Land nur annähernd so viele Leute aufgenommen? Wir müssen den ganzen europäischen Güterverkehr schlucken (Kartoffeln von D nach I, Pommes von I nach D). Sie stellen uns als Profiteure und Schmarotzer hin, was völlig irrsinnig ist und total deplatziert und unfair. Immerhin halten wir uns an Verträge, was man von der EU (Deutschland bei der Zubringerstrecke zur NEAT, Italien bei Rückführung der sog. Flüchtlinge aus Tunesien usw (Schengen/Dublin)) nicht behaupten kann. Fluglärmstreit, Angriff auf den schweiz. Finanzplatz (wobei man selbst-verständlich die britischen Kanalinseln + Luxembourg ausspart), und und und…
        Wir sollen und müssen mit der EU zusammenarbeiten, nur muss man deswegen nicht alles toll finden. Es ist aber nunmal so, das in diesem monströsen Gebilde EU vieles falsch läuft. Die EU wurde den Bürgern von der Politik aufgezwungen, hätte man Volksabstimmungen abgehalten, wäre vieles anders verlaufen. Die meisten Leute wollen in der CH einfach nicht in die EU, ob’s Ihnen passt oder nicht.

        • schaefer sagt:

          Die meisten EU Bürger wollen auch keinen CH-Beitritt der CH, da schon genug parasitäre Staaten nur von den Vozügen aber nicht von den Nachteilen profitieren wollen – wie eben die parasitäre CH. Ihre (Schein-)Argumente sind daher lächerlich und einfältig. Wieso eigentlich kündigt denn z.B. die CH nicht endlich sämtliche Bilateralen Verträge ??? Es wäre für uns Europäer wünschenswert u. eine Erlösung von einer ewigen Querschlägerin, Nutzniesserin und Anti-EU-Polemikerin „Hure Helvetia“. Die „Vereinigten Staaten von Europa“ müssen und werden kommen (nur eine Frage der Zeit). Dann aber hoffentlch dann ohne CH, welche ja doch nur wartet bis alles zu ihren Bedingungen perfekt ist. Nein, Veränderungen u. Verbesserungen sind immer ein Dauerthema (in alllen Staaten, wie auch der CH). Daran muss stetig gearbeitet werden. Die Welt dreht sich weiter und nach der CH kräht dabei kein Hahn. Sie sollte sich daher auch nicht zu wichtig nehmen 😉

          • B. Lützelschwab sagt:

            Gute Besserung! Sofort – falls sie einen haben – diesen schrecklichen Parasiten-Pass abgeben!
            Die Vereinigten Staaten von Europa: Kapieren sie’s endlich: Die Einwohner der EU wollen sowas nicht!
            Kein Franzose wird jemals einen gemeinsamen Deutschen Staatsoberhaupt akzeptieren…
            Also Ball flach halten und schöööön weiterträumen….

          • sepp moser sagt:

            ein weiteres pseudo-demokratisches, imperiales Gebilde wie die USA braucht die Welt sicher nicht!

          • Peter Schmid sagt:

            Nun Herr Schäfer, die Welt mag nicht nach der CH krähen aber Sie tun dies auf jeden Fall. Wir scheinen Sie so stark zu interessieren dass Sie Ihre Freizeit damit verbringen auf Schweizer Foren die Schweiz schlechtzureden. Und ganz gleich wie sehr Sie Ihren Hass auf die CH als Zentrales Ereignis werten; die weitaus grössere Mehrheit der EU (ca. im Verhältnis 500’000:1) hätte sehr wohl Interesse daran die Schweiz als finanzielle Milchkuh in die EU zu holen. Des weiteren bin ich immer wieder verwundert dass Ihre primitiven Beiträge (ganz Egal ob nun unter dem Namen Schäfer, Schallert, Sartre oder wie Sie Sich auch sonst noch nennen mögen) nicht zensuriert werden. Würde nämlich ein Schweizer dasselbe über die Deutschen schreiben, würde sofort die Rassisten-Keule geschwungen.

          • ritva laaksonen sagt:

            Was reden sie da eigentlich für einen unsinn. Nach CH kräht der eu-hahn am meisten. Es ist sehr ärgerlich für die eu, dass die schweizer politiker nicht die macht haben, sondern das volk.Die schweiz kann auch keine rosinen picken, denn die eu den kuchen ohne rosinen gebacken hat.Handelsverträge mit europa sind seit jahrhunderten in kraft, also wo ist das problem? Die machtlosen eu-bürger bewundern die schweiz, weil der einzelne macht hat.
            Und für wen ist eu gut? Sicher nicht für den einzelnen bürger, und wir sind eben die einzelnen bürger.Zu teuer und nutzlos für uns.Für grossen unternehmen, si, aber für das folk ein verlustgeschäft.
            Ich bin stolz darauf, eine wahlschweizerin zu sein, weil das volk mehr klugheit besitzt, als die politiker.
            Die schweiz nimmt sich nicht wichtig, sondern ist einfach bescheiden, und sie will ihre stärke leben, was als eu-mitglied gar nicht mehr möglich wäre.Die überlebenschange der schweiz beruht darauf, dass sie sich nicht unter eu-diktatur wirft.

    • Bosshard Matthias sagt:

      Vieles wurde erkämpft das zeigt die Geschichte. Die ewigen EU befürworter wollen nun alles mit einem Beitritt verschenken!
      Naschliesend werden wir dann noch abkassiert!!
      Eine eigene Meinung braucht halt mehr Mut und kann halt auch einmal konsequenzen enthalten.
      Als Schweizer habe ich da keine Mühe und ertrage lieber dies.
      Mehr Mühe habe ich wenn mir die EU dann alles vorschreibt und über unseren Gesetzten steht.
      In Brüssel wird nicht wie in der Schweiz gedacht und leider haben wir mitlerweile viele „Ja“ sager an der Politischen macht
      die immer sofort bei einem Problem nachgeben darum EU Nein.

    • b.h. sagt:

      Ich kann nicht verstehen, wie man so schnell eine so verrückte Antwort schreiben kann….die Eu würde gerne wie die Schweiz funktionieren, ist aber bei Weitem noch nicht an diesem Ziel angekommen, resp. weit von einem solchen Ziel entfernt. Die EU täte aber gut daran, an einer ähnlichen Lösung zu arbeiten, denn die Schweiz sollte eher ein Vorbild für andere (viele andere) Länder sein. Ich denke eher, dass die meisten europäischen Länder ein wenig neidisch auf unser gut organisiertes, funktionierendes, demokratisches Land sind. @L.Schaefer: Was ist nur los mit Ihnen? Die Schweiz hilft wo sie nur kann, immer und überall, unterstützt und ist nicht einfach ‚Schmarotzer’…

    • Alois Krieger sagt:

      Das ist typisch für die EU-Befürworter. Es ist mehr eine Glaubensfrage und der Nutzen darf nicht kritisch hinterfragt werden.

      Woher kommt das wohl? Bei den Linken wohl die Träumerei von der internationalen Verbrüderung der Arbeiterklasse. Wie wir jetzt allerdings sehen, wollen sich die Schweizer Arbeiter nicht mit den Deutschen verbrüdern, wenn das heisst, die Löhne anzupassen. Und die SP distanziert sich immer mehr von der PFZ.

    • Meier Jack sagt:

      @Stadelman: ich rate Ihnen den Artikel zu lesen und sich dann eine Meinung zu bilden. Historische Vergleiche sind immer schwierig, aber es ist komplett falsch, die Schweiz 1848 mit der EU 2012 zu vergleichen.
      @Anh Toan: all die europäischen Geistesgrössen, die Sie anführen, werden nur in den jeweiligen Herkunftsländern hoch gelobt. Ich war schon ein paar Mal in Frankreich, aber da habe ich nie Strassen benannt, die nach Goethe, Bach oder Mozart benannt waren et vice versa. Es gibt den europäischen Kulturraum, ohne Zweifel, doch ist es falsch, diesen Kulturraum mit den politischen Gebilden gleich zu setzen. Die Geistesgrössen, die Sie aufführen sind wohl gereist und waren exzellent vernetzt – nur eben bildeten sie mitnichten die Gesellschaft, d.h. die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger ab.

      Ob die „Überwindung“ der Familie Segen oder Fluch ist, wird die junge Generation beantworten müssen, welche eines Tages die horrenden staatlichen Rentenleistungen bezahlen muss.

  • Anh Toan sagt:

    Die Integration der EU ist bereits viel weiter vorgeschritten als in der Schweiz vor 1948, der Franken als einheitliche Währung wurde z.B. erst 1850 eingeführt. Noch immer kann man sagen, Genf hat mit Sedrun vor allem drei Dinge gemeinsam: Den CHF, die AHV, und die Armee. Die AHV gabs erst rund 100 Jahre nach der Gründung des Bundesstaates, auch die Armee war noch lange eher wie eine Nato, also verschiedene (kantonale) Armeen unter einem (Bundes-)Oberbefehl organisiert.

    In der Schweiz mussten sich die Beherrschten mit den (fremden) Herrschern zusammenschliessen.

    http://www.thomasfleiner.ch/files/categories/Assistenz_THF/Th%FCrer.pdf zitiert Caspar Bluntschli: „Wenn dereinst das Ideal der Zukunft (dem die Schweiz den Weg gezeigt hat) verwirklicht sein wird, dann mag die internationale Schweizernationalität in der grossen europäischen Gemeinschaft aufgelöst werden. Sie wird nicht vergeblich und nicht unrühmlich gelebt haben“. Bluntschli ist 1881 gestorben, hat aber bereis eine europäische Gemeinschaft kommen sehen.

    „You don’t need eyes to see, you need vision“ (Faithless, Maxi Jazz)

    • Yendis Tabt sagt:

      Danke für diesen schönen Beitrag!

    • Alois Krieger sagt:

      Die Frage ist doch eher, ob die Integration in Europa Sinn macht. Der Euro war ein zu optimistisches Projekt, getrieben von Bürokraten und nicht der Bevölkerung. Wie wir jetzt sehen, sind nur gut die Hälfte der Länder bereit für eine starke Währung. Griechenland und wahrscheinlich auch Spanien und Portugal werden den Euroraum verlassen.

      Momentan darf darüber von der Politik nicht gesprochen werden, das wäre peinlich für die Politiker. Die Deutschen würden wohl etwa 500 Mrd. Euro verlieren, weil ihre Bundesbank automatisch Kredite an schwache Länder vergeben musste (Target 2 Mechanismus). Deshalb hoffen die Politiker dort, man könne sich noch eine Weile durchwursteln. Dabei können sie froh sein, wenn Fankreich und Italien und ev. Spanien im Euroraum verbleiben.

      • Bena Habena sagt:

        Der Euro war doch nach dem Krieg (WWII) „nur“ der Versuch Deutschland daran zu hindern wieder eine starke Währung zu bekommen. Niemand wusste damals – die Franzosen am wenigsten – dass dies trotz des Euro nicht funktionieren würde. Der Versuch ist gescheitert: Deutschland hat die am besten aufgestellte Industrie/ Wirtschaft der EU und die best aufgestellte Berufsbildung und Berufsausbildung in der EU. Andere probieren das schon gar nicht mehr wie z.B. Grossbritanien: Sie leben vom Versuch ihre Nation mit Finanzdienstleistungen über Wasser zu halten. Auch heute gilt noch: Ohne Fleiss kein Preis!

        • tststs sagt:

          ?
          Liegen Kriegsende und Euroeinführung dafür nicht ein bisschen gar weit auseinander???

          • Pakphum Wieland sagt:

            @tststs
            Zwischen Kriegsende und Euroeinführung wurde Deutschland von zwei verfeindeten Machtblöcken besetzt, aufgeteilt und kontrolliert.

    • Carmen sagt:

      Ob man nun EU-Freund ist oder sie ablehnt, wenn man sich alle erdenklichen Szenarien durchdenkt, dann bleibt am Schluss immer nur eins uebrig was uns bleibt: naemlich Einander. Dass Gegeneinander weder hueben noch drueben zu einem auch nur einigermassen gescheiten Ziel fuehren kann, darauf koennt man ja noch kommen. Davon und von Grenzen profitieren immer nur Einzelne, aber nicht das Ganze.

    • sepp moser sagt:

      Bluntschli hat die europäische Gemeinschaft gesehen und ein Blick in die Wiki zeigt auch warum.

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