Der Ruf der Nationalbank ist ungefährdet

Schweizersiche Nationalbank in Bern.

Die neue Führung muss schnell öffentlich klar stellen, dass der Rücktritt Hildebrands keinem geld- und währungspolitischen Kurswechsel gleichkommt: Schweizerische Nationalbank in Bern.

Es ist das erste Mal in der Geschichte der Schweizerischen Nationalbank, dass der Präsident des Direktoriums wegen öffentlicher Kritik demissionierte. Es gab höchstens Querelen bei der Besetzung des Präsidentenamtes. So wurde zum Beispiel 1947 mit Paul Keller ein Externer gekürt, obwohl Paul Rossy und Alfred Hirs bereits zehn bzw. fünf Jahre Mitglieder des Direktoriums gewesen waren (siehe hier). Es hatte wohl damit zu tun, dass die Nationalbank im Zusammenhang mit den Goldkäufen von der Reichsbank unter Druck gekommen war (siehe hier). Doch das müsste man alles genauer erforschen. Die genauen Umstände der Ernennungen sind meines Wissens noch nie untersucht worden.

Wie geht es nun weiter? Ist die Glaubwürdigkeit der Nationalbank wegen des Rücktritts gefährdet? Das ist eher unwahrscheinlich. Die Nationalbank hat sich seit ihrer Gründung vor etwas mehr als hundert Jahren einen Ruf aufgebaut, der sich kaum zerstören lässt. Die Tatsache, dass der Schweizer Franken in Krisenzeiten immer zum sicheren Hafen für Anleger wird, ist ein Ausdruck der hohen institutionellen Glaubwürdigkeit. Im Gegensatz zur Geschichte anderer Zentralbanken gab es kaum eine Periode, in der die Nationalbank vom Finanzministerium unter Druck gesetzt wurde. Man muss zurückgehen bis zum Ersten Weltkrieg, als die Nationalbank die Staatsschulden der Eidgenossenschaft finanzierte. Und nach dem Ersten Weltkrieg versuchte der Finanzminister die Nationalbank daran zu hindern, die Schuldenfinanzierung schnell zu normalisieren, allerdings ohne Erfolg (siehe hier, S. 49).

Auch die Einführung der Untergrenze von «deutlich über 80 Rappen» pro D-Mark im Herbst 1978 gefährdete den Ruf der Nationalbank nicht, obwohl die Massnahme inflationäre Wirkungen hatte. Indem das Direktorium damals klar machte, dass es sich nur um eine temporäre Massnahme handelte, blieb die Geldpolitik glaubwürdig. Selbst die hohe Inflation der späten 1980er Jahre, die auf eine Fehleinschätzung in Bezug auf die Entwicklung der Geldmenge zurückzuführen war, schadete dem Ruf nur vorübergehend. In den 1990er Jahren brachte man die Inflation wieder unter Kontrolle – wenn auch viel zu rigoros – und zog die Lehren aus den Fehlern, indem man ein neues geldpolitisches Konzept umsetzte.

Im Zusammenhang mit dem Rücktritt Hildebrands ist die Sorge geäussert worden, dass die Schweiz nun in der internationalen Finanzwelt untervertreten sein wird. Auch hier ist Gelassenheit angebracht. Die Schweizerische Nationalbank ist und wird immer Mitglied der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel sein. Dort treffen sich die obersten Notenbanker regelmässig. Auch der Sitz beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington hat nichts mit den exzellenten internationalen Kontakten Philipp Hildebrands zu tun. Nur seine Position als Vizepräsident des Financial Stability Board geht mit seinem Rücktritt verloren. Aber deswegen zu glauben, die Schweiz ziehe sich nun ins Réduit zurück und nehme Abschied von internationalen Parkett, ist völlig übertrieben.

So dürfte auch die Untergrenze von CHF 1.20 pro Euro leicht zu verteidigen sein. Die neue Führung muss nur möglichst schnell öffentlich klar stellen, dass der Rücktritt Hildebrands keinem geld- und währungspolitischen Kurswechsel gleichkommt. Eine Gefährdung der Untergrenze ergibt sich durch die Euro-Krise, die täglich weiter eskaliert, nicht durch personelle Rochaden im Direktorium.

Keine Kommentare zu «Der Ruf der Nationalbank ist ungefährdet»

  • Anh Toan sagt:

    Freitag 27.01: 06.20: EUR/USD 1.31, (Monatshoch Intraday 26.01 1.318)
    EUR/CHF 1..2070 (Monatstief, Inrtrady 26.01 1.2058)

    Noch Fragen zu der Glaubwürdigkeit der Nati?

  • Wer der Ansicht ist : „Die Nationalbank ist ungefährdet.“ist sich offensichtlich nicht bewusst, dass das Schweizer-Franken Schifflein am grossen EURO-Schiff angebunden ist und somit ebenfalls kausal mit dem EURO-Niedergang teilnehmen wird.Die im Image angeschlagene SNB ist zur Zeit höchst gefährdet, weil die globalen Devisenspekulanten alle in Lauerstellung sind, damit die Schwachstellen des Schweizer-Frankens vollumfänglich, vorbehaltlos ausgenützt werden können.

  • Michael Schwarz sagt:

    In zahlreichen Beiträgen habe ich wiederholt geäussert, dass ohne Anhebung der Untergrenze durch SNB wird der CHF weiter aufwerten. Das Glaubwürdigkeit der SNB wurde durch letzte Entscheidung in Dez. bereits verspielt, weil die SNB sich von seiner Operation zurück gezogen hat, und von offensiver auf defensiver Haltung zurück gekehrt ist. Das reicht schon für einen Angriff auf den CHF. Offensichtlich hat das SNB-Gremium nicht begriffen, wie der Devisenmarkt funktioniert, das ist eigentlich die Grundvoraussetzung für die aktive Währungsregulierung. Eine unabhängige Geldpolitik zu betreiben ist in einer globalen Wirtschaft eine Illusion – je eng die Wirtschaft zusammen wächst, desto schwieriger ist eine unabhängige Geldpolitik durchzusetzen.

  • Andres Müller sagt:

    Herr Straumann, die Wirkung welche die Affäre Hildebrand auslöste über die Landesgrenzen hinaus kann ich auf keinen Fall Positiv bezeichnen, insofern ist mir ihre Aussage dass der Ruf der SNB nicht gefährdet sei, nicht nachvollziehbar. Herr Hildebrand genoss zunehmend Einfluss auf der internationalen Bühne, und zwar nicht nur in den Institutionen mit fiskalischer Bedeutung, sondern auch auf oberster Ebene der politischen Ökonomie. Ich möchte hier zum Beispiel die Arbeit von Hildebrand in der Gruppe der 30 erwähnen http://www.group30.org/

    Auf dieser Ebene nahm Herr Hildebrand zunehmend Einfluss auf die Weltwirtschaftspolitik. In der Group of Thirty sitzen sehr einflussreiche Persönlichkeiten ein wie Volcker, Trichet, Krugman, Draghi, Rogoff, Feldstein, Fischer, King, Summers, Xiaochuan um nur einige zu nennen. Ich glaube nicht dass Herr Jordan den politischen Einfluss eines Notenbankchefs so erfüllen kann oder will, wie dies bei Hildebrand der Fall war. Im Übrigen wird die Group of Thirty nun die Schweiz aufmerksam beobachten, vielleicht bleibt Hildebrand sogar Mitglied dieser Denkschmiede. Ich sehe den Schaden den die SVP angerichtet hat vor allem auf politischer Ebene. Im Ausland werden die Tätigkeiten dieser Partei schon lange mit zunehmender Abneigung beobachtet. Soviel ich weiss wird nun darüber spekuliert inwieweit die weitere Politik der SNB noch Glaubwürdig sein kann, wenn sich zunehmend der Einfluss von Herrn Blocher auch an diesem Ort breit macht. Nicht so sehr die Devisengeschäfte von Hildebrands Frau geben Anlass zu Misstrauen, vielmehr die anhaltende Kompromitierung des verbleibenden Teils der Notenbanker und die nun folgende Verstrickung mit der Politik welche der SNB nun auf die Finger schauen muss. Dieses auf die Finger schauen wird Einfluss auf die Unabhängigkeit der SNB haben, man stellt sich im Ausland nicht vor dass Herr Blocher mit dem Abgang von Herrn Hilderband nun zufrieden ist. Ich denke die Art und Weise der Aufdeckung der Finanztransaktionen Hildebrands wird nun auch Einfluss darauf nehmen, wie sich zum Beispiel die US -Steuerbehörden gegenüber den CH Banken verhalten werden. Ich denke dass Herr Hildebrand in weiteren Gesprächen in diesen Gremien zu seiner Entlastung die Agitation der SVP Exponenten in der Schweiz erläutern wird und deren Bruch des Bankkundengeheimnis mitteilen. Er wird mitteilen warum die SVP auf verschiedenen Ebenen in der Schweiz einen zunehmend schädlichen Einfluss ausüben wird und mit Sicherheit auch die Vorgänge um die BAZ und der Weltwoche erwähnen. Alle diese Geschichten werden zu Misstrauen im Ausland führen, welche auch auf die SNB abfärben wird und natürlich auf den Umgang mit der Schweiz an sich.

  • Die Selbstüberschätzung schadet auch dem Ruf. Arroganz und Ueberheblichkeit, Selbstbedienung zerstören auch den guten Ruf.

  • Werner Meier sagt:

    Mittelfristig schmerzhafter wird sein, dass im Financial Stability Board eine Stimme weniger sein wird, die auf eine härtere Eigenkapitalregelung bei Banken pochen wird. Ich hätte sehr gehofft, dass da mal das Systemrisiko heruntergefahren würde.

  • Hampi sagt:

    Der Rücktritt von Philippe Hildebrand ist bedauerlich. In dieser Krise war Hildebrand einer der ganz wenigen Lichtblicke. Beigeschmack dieser erfolgreichen Kampagne: 1. Das Bankgeheimnis in der Schweiz ist in der Endphase. 2. Politiker sind erfolgreich bei Schmierkampagnen und versagen bei der Krisenbekämpfung.

    Ich glaube an Hildebrand´s Ehrenwort und bin von seiner moralischen Unschuld völlig überzeugt. „Hut ab“ vor seinem Rücktritt.

    Obwohl er meiner Meinung nach unschuldig ist, wessen er beschuldigt wird, trägt er die alleinige Schuld daran, dass er sich in eine solche Situation hat manövrieren lassen. Sein nachvollziehbarer Fehler bestand darin, dass er seine Frau als zu „gleichberechtigt“ behandelt hat und dass er, wie übrigens viele Schweizer, an einer etwas naiven Gutgläubigkeit leidet. Wir leben eben nicht nur im Zeitalter der „Gleichberechtigung“, sondern auch der „Scheinheiligkeit“.

    Unter Berücksichtigung der akuten Krise in Europa war Hildebrands Strategie bisher sehr erfolgreich. Deshalb tun die betroffenen Akteuer gut daran, schnell einen Stellvertreter zu finden, der dem Markt „Kontinuität“ garantiert!!!

    • Werner Meier sagt:

      Ich teile Ihre Meinung und hoffe, dass das aktuelle Versagen der Politiker nicht weitere Brunnen vergiften wird (Bankrat, BR).

      • Anh Toan sagt:

        @Hampi und Werner Meier: Würdet ihr den Job im aktuellen politischen Umfeld annehmen?

        • Hampi sagt:

          Anh Toan sagt:
          11. Januar 2012 um 16:58

          Einem ehemaligen Devisenhändler zu offerieren, “Lender of Last Resort” zu spielen, wäre etwas waghalsig. Sozusagen wäre das ein Jugendtraum. Ein bisschen wie Gott spielen 🙂

          Die aktuelle Situation (Euro-Krise, Untergrenze verteidigen auf Teufel-komm-raus) lässt auf zwei mögliche Ergebnisse schliessen: Entweder wird die Euro-Krise überwunden und die Nati macht auf ihre Eurobestände einen Gewinn, oder der Euro zerfällt und es herrscht Chaos und Riesenverluste werden unumgänglich. Im ersten Fall wird der Chef der Nati gefeiert wie ein Held, im zweiten jedoch wird er in die Hölle geschickt.

          Aus diesem Grund müsste eigentlich jeder gute Kandidat für das Amt, der seinen Entscheid bewusst fällt, eine „Alles-oder-nichts“ oder eben „Spekulanten-Mentalität“ besitzen.

          Aber ich würde mich wohl nicht genug motivieren können, um freiwillig eine weitere Spielfigur in diesem ekligen Theater der Heuchler zu werden. (Wären da nicht das 1-Millionen-Gehalt und der Geltungsdrang, es allen zu zeigen 🙂 )

          • Anh Toan sagt:

            @Hampi: Ich denke, jeder der über ein entsprechendes CV verfügt, hat genügend interessante Alternativen, auch was das Gehalt betrifft.

            Entweder Linie Blocher oder eigentlich ungenügendes CV kombiniert mit Ehrgeiz und Geltungsdrang. (Dahinter kann sich auch ein junges, hervorragendes Talent verbergen, vielleicht ist das Glück wieder mal mit der Schweiz.)

  • Luca Pollioni sagt:

    wenn man nur schon den ruf einer bank thematisiert, ist er bereits gefährdet, tut mir leid. die thematisierung der reputation (auch die neutrale oder positive!) durch das politische personal und der führung der nationalbank begibt sich damit selbst auf glatteis. das perfekte beispiel einer unprofessionellen kommunikationsstrategie. bezeichnend auch der mangel einer linie: dass hildebrand zuerst dementiert, dann doch zugibt, zuerst bleiben bleiben möchte und dann doch geht (bzw. gezwungen wird) – alles ein amateurhaftes hin und her und ein hin- und herreissen ohne überzeugungskraft, das wiedermal typisch ist für die naive, an das gute glaubende, durchschnittliche schweiz. das vertrauen in die nationalbank ist am bröckeln. und niemand will sich dessen bewusst sein. die news gingen um die welt. und daran sind nicht die medien schuld, wie einige amatuerpolitiker behaupten. wenn sie hildebrand von anfang an entlassen hätten, so hätte man das übrigens auch in jedem anderen land gemacht, und richtig kommuniziert hätten, wäre der schaden viel kleiner gewesen.

  • Bruno Bänninger sagt:

    Hildebrand hat seine Souveränität stets und bis zum bitteren Ende in excellenter Art und Weise bewiesen. Was jetzt abläuft in den Gremien, der Politik und in der Oeffentlichkeit, das ist extrem dilettantisch. Das unglaubliche Gezänk und Zetter mordio, das schadet der Schweiz, dem Franken und der SNB. Statt souverän zu handeln und die Lehren zu ziehen, lieben wir es uns zu zerfleischen über Vergangenes, das kein Medienrummel, keine Sondersessionen und keine Gezänk ungeschehen machen kann. Mich interessiert die Zukunft.

    • Andres Müller sagt:

      „Mich interessiert die Zukunft“

      Ich rechne mit einem Crash up boom an den Aktien und Rohstoffmärkten. Erste Indizien sieht man derzeit bei den Edelmetallpreisen und in irrational ansteigenden Kursen von selbst der Unicredit.

  • Anh Toan sagt:

    @Taric Trent: Sehr gute Zusammenfassung, ergänzen liesse sich, dass die heikle Schuldensituation vieler Staaten nicht alleine aus den Geldspritzen für die Banken resultiert, haben doch gerade die Staaten mit den (relativ) grössten Schulden (insbesondere GR) gar nie Banken gerettet. Sie schreiben auch in diesem Zusammenhang „und zwar wie normal mit Staatskredit“, wobei ein grosser Teil der Bankenrettung über die Bilanzen der Notenbanken und nicht der Staaten selbst erfolgte.

    @Martina Müller: Viel Info betreffend die Nati finden Sie auf http://www.snb.ch, z.B erteilt http://www.snb.ch/ext/stats/balsnb/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf Auskunft über die Bilanzpositionen der SNB per Ende Nov 2011: Es sind Devisenanlagen der SNB über 263 Mia CHF aufgeführt, unter http://www.snb.ch/de/iabout/assets/id/assets_reserves finden Sie (quartals- nicht monatsweise) Details dazu: Ich habe nicht gefunden, von welchen Länder Staatsanleihen gekauft wurden, jedoch dass der grösste Teil ein AAA (83%) oder AA (13%) Rating hat.

    Mit fünfzehn Minuten Internetrecherche lässt sich herausfinden, was die Nati getan hat. £Ich bin überzeugt, dass bei vetrieftem Studium von http://www.snb.ch die Tätigkeit der Nati sehr Transparent wird.

    • Taric Trent sagt:

      @Anh Toan: Die Schuldensituation nicht, aber dass die auf einmal heikel ist, dass ist eine neue Qualität. Vor der Krise war man zwar über die Staatsschulden besorgt (Maastrich), aber nicht so besorgt dass man irgendwelche Verträge darüber auch eingehalten hätte (Maastrich). Nun wo die Banken den Staatskredit bezweifeln und zwar mit Blick auf die Staatsschulden, ja jetzt ist das tatsächlich heikel geworden, jetzt wird das Wachstum der Staatsschulden nicht mehr nur theoretisch vom besorgten Finanzminister kritisiert sondern praktisch von den Daumensenkenden Ratingagenturen.

  • Michael Schwarz sagt:

    Der Rücktritt Hildebrands ist ein Segen für die Schweizer Wirtschaft, weil seine konservative Haltung die Aufwertung des CHF ist erst ermöglichte. Obwohl er weiss, dass der CHF überbewertet ist, und die Inflation der CH-Wirtschaft nicht bedroht, wollte er die Untergrenze nicht anheben, weil er nicht bereit war, weiteres Risiko einzugehen. Wie ich in zahlreichen Beträgen schrieb, ohne die Anhebung der Untergrenze, wird der CHF nicht abwerten. Das ungebrochene Vertrauen der SNB an Mechanismen ist erschreckend. Mit konservativer Haltung kann die SNB seine Aufgabe als Zentralbank nicht wahrnehmen, wenn die anderen Zentralbank eine aggressive expansive Geldpolitik betreiben.

    Nach zwei Jahren ist Hildebrand mit der Aufwertung des CHF nicht fertig geworden, deshalb hat er die Affäre genutzt sich von dieser Herausforderung zurück zu ziehen. Die Schweiz kann weitere experimentelle Währungspolitik mittel- und langfristig nicht mehr leisten. Die Experimente Hildebrands zur Schwächung des CHF in letzten zwei Jahren sind alle schief gegangen, bevor er an EUR anbindet.

    • Martin Alder sagt:

      Herr Schwarz, Sie ignorieren 2 wesentliche Dinge:

      1. Die Inflationsdifferenz Euro-Zone zu CHF-Zone. Diese 1998-2011 berücksichtigt lässt sich leicht nachrechnen, dass 1.20 Wechselkurs gar nicht so daneben ist. (Rechnerisch kommen wir auf 1.26)

      2. Die Dimensionen: Riesige internationale Finanzströme auf der Suche nach guten Anlagemöglichkeiten gegenüber der SNB mit ihren recht bescheidenen Mitteln. Anders gefragt: Wie viele Milliarden CHF darf die SNB zum Kauf von unsicheren Euros verspekulieren? Die SNB sagt (theoretisch) unendlich viele, realistisch ist das aber in der Praxis nicht.

      Folglich wäre die Alternative in aller Konsequenz durchgedacht entweder eine Aufgabe des CHF und die Übernahme der Euros, oder die Einführung der Kapitalverkehrskontrolle, sprich Aufgabe der Konvertibilität des CHF. Beides unrealistisch, gehen Sie mit mir einig?
      Ergo ist der logische Schluss: 1.20 sind auf mittlere Frist gegen den Markt nicht zu halten, man wird tiefere Grenzen setzen oder ganz darauf verzichten müssen.

      Zum Trost: Die CH-Handelbilanz mit dem Euro-Raum ist negativ, ergo nützt der Schweiz insgesamt (nicht nur die notorisch jammernden Exporteure beachtet!) eine Abschwächung des Euros. Für Exporteure ist auch der USD-Raum wichtig, und diese Währung hält sich ja momentan gegenüber dem CHF ganz wacker.

    • Alois Krieger sagt:

      Hildebrands Geldpolitik war überhaupt nicht konservativ. Er hat den Franken an den kriselnden Euro angehängt, damit riskiert der die Sparguthaben und Rentner der normalen Schweizer (welche von staat faktisch dazu gezwungen werden, ihre Altersguthaben in Schweizer Franken zu halten).

      Privat hält er aber lieber nicht mehr den Schweizer Franken, für dessen langfristige Geldwertstabilität er sorgen müsste. Das ist das problematische Zeichen, das er damit setzte. Die 60’000 sind nicht viel für ihn, aber sie hinterlassen ein schlechtes Gefühl.

      Andere Notenbanker mussten schon für weniger ihren Hut nehmen.

  • «So dürfte auch die Untergrenze von CHF 1.20 pro Euro leicht zu verteidigen sein.» Die Frage ist, ob es zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt möglich wäre diesen peg aufzulösen ohne massive Buchverluste auf den Devisenbeständen der SNB zu riskieren. Auflösen kann man die Bindung (peg) an den Euro wohl erst, wenn dieser im Vergleich zum CHF deutlich an Wert gewinnt.

    Der gute Ruf der SNB hängt wohl nicht (nur) mit Herrn Hildebrand zusammen, sondern hat andere Gründe.

  • martina mueller sagt:

    dies ist ein laienkommentar, also nix für die profis hier, die nur mit hochschulabsolventen diskutieren wollen 😉 also…:
    kann mir hier im forum jemand weiterhelfen? und ich bin bestimmt nicht die einzige, die das nicht ganz checkt…
    die untergrenze von 1.20fr soll easy zu verteidigen sein… 365 milliarden gingen dafür schon drauf… mit eurobonds von deutschland und frankreich mit angelblichem aaa rating und devisenkäufen, das ganze per swaps gesichert (http://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/euro-schuldtitel-snb-kauft-nur-deutsche-und-franzoesische-anleihen-11130909.html). was ich nicht rausfinden kann (tipps zum wie selber rausfinden sehr willkommen!) ist: mit welchen banken tätigte die snb diese devisengeschäfte? wer hält die swaps? wenn diese banken crashen, was passiert mit den 365 milliarden? …?! können wir (snb) wirklich easy und endlos euros kaufen?
    klar ist es beruhigend als ausländer nbisschen geld in der schweiz zu parken, aber wieso die rigorose zockerei auf den franken, sodass alles destabilisiert wird?… dann ist es ja kein sicherer hafen mehr. es geht um schnelle gewinne, das hab ich verstanden. cui bono? erpressung der snb. nochmal: cui bono? ich würde furchtbar gerne mehr zusammenhänge verstehen zwischen der rolle der snb und dem eurogambling…ich werde das verd*** gefühl nicht los, dass wir tiefer drinn stecken als uns gesagt wird.
    wenn ich es richtig versteh, sind es ami-hedgefonds, die auf den franken wetten wollen, also goldman und co, mit fed und co im rücken… die können noch viel endloser zocken/drucken… äh, quo vadis?
    wie ist goldman sachs genau hier involviert? die sind ja echt überall! war es hildebrand wirklich ernst mit der regelung der banken oder war das so n corzine-style statement, und hintenrum machen sie alles, um weiterzuzocken? hildebrand kommt auch aus ner goldman sachs schule(MCM)!
    und come on, 70000 piepen sind doch peanuts! worum gehts hier wirklich?!
    ich suche keine dubiosen antworten, a la verschwörungstheorien, sondern facts.
    danke für eure hilfe 🙂

    • Taric Trent sagt:

      Also: Einbrüche im Derivatgschäft von Immokreditgebern verursachten eine Entwertungs-Kettenreaktion in Finanztiteln worüber diverse Banken eigentlich zumachen mussten. Der Staat spritzte Geld ein, kaufte kurzum faule Papiere oder half andersweitig aus damit der Konkurs abgewendet wurde oder umgelenkt, und zwar wie normal mit Staatskredit. Der Finanzsektor bezweifelte deswegen umgehend die Zahlungsfähigkeit der Staaten selbst, die maroden Banken (die das Fundament eine kapitalistischen Wirtschaft sind) mit Staatskredit aushalfen.

      Nun bezweifeln die Staaten die Zahlungsfähigkeit der Banken und die Banken die Zahlungsfähigkeit der Staaten, es herrscht Krieg zwischen den zwei Fraktionen des Kapitals, Gesamtkapitalist Staat und Einzelkapitalist, also zwischen Volkswirtschaftlern (Politiker z.B.) und dem Bankgeschäft, der Finanzindustrie. Erstere wollen verhindern, dass sich Banken schlecht in der Staatsbilanz auswirken, letzere wollen verhindern, dass sie Kredit vom Staat erhalten müssen, was ebenfalls Glaubwürdigkeitsverlust bedeutet.

      Die Sache mit dem Euro und dem Franken passt da wie folgt rein: Die Finanzkrise beendete oder verschlechterte die Glaubwürdigkeit vieler Finanztitel und das reicht schon dafür, dass sie auch wirklich nichts mehr wert sind, das liegt im Wesen dieser Papiere, deren Wert auf ihrer Wertsteigerung beruht und auf sonst nichts. Durch diese verschlechterten Geschäftsbedingungen im Finanzsektor suchen sich Kapitalisten andere Investitionsmöglicheiten oder auch nur Erhaltungsmöglichkeiten für ihre Wertmasse und sie finden den stabilen Schweizer Franken. Dieser SFR wird durch die Käufe stark und das bedeutet dem Staat einen Einbruch im Exportgeschäft und das ist schlecht für die Handelsbilanz. Der Staat muss also den Franken tief halten um seine Wirtschaft nicht zu ruinieren, er setzt also einen fixen Wechselkurs und bindet so eine Währung an die andere und verhindert damit das stärker werden des SFR und sichert damit das Exportgeschäft, das von den Wirkungen der Finanzkrise angekratzt wurde.

      So mein Stand, ergänzen oder kritisieren Sie hemmungslos.

      • Ueli der Onkel Dr. sagt:

        @Taric Trent
        In der Pharmakologie würde man davon sprechen, dass der Arzneimittelstoffwechsel des Systems nicht mehr funktioniert. Bei uns Menschen ist die Leber das Hauptorgan für diesen Stoffwechsel. Das Kapital ist das Hauptorgan unserer Wirtschaftsform und dessen „Blut“ ist der Profit. Profit wird aber nur durch ganz spezielle „menschliche“ Arbeit (da nur der Mensch auch konsumieren kann) generiert. Und genau dort liegt der Hund begraben. Das Kapital ist zu produktiv für sich selber geworden, da heute so ziemlich jede Arbeit bald durch einen Roboter oder Rechner erledigt werden kann. Selbst Architekten oder Ärzte, Anwälte und Banker können in naher Zukunft durch Maschinen ersetzt werden. Das Aufblasen der Internetblase oder der Finanzblase ist die einzige Möglichkeit des Systems noch ein gewisses Profitlevel zu simulieren. Aber die Kur des Patienten wird immer aufwändiger, da das Morphium jetzt in ziemlich hohen Dosen verabreicht werden muss, damit unser Freund keinen Tumorschmerz mehr spürt. Übrigens: Ein Tumor besteht aus Zellen, die sich unabhängig vom „Bauplan des Körpers“ vermehren. Eine Heilung erfordert die Beseitigung aller maligner Zellen (kurative Therapie). Ist dies nicht möglich, kann versucht werden, ihr Wachstum zu bremsen, um das Leben des Patienten zu verlängern (palliative Therapie)…

    • Philipp Donatsch sagt:

      Meine Laien-Meinung auf deine Fragen:
      Du schreibst 365 Milliarden seien schon drauf gegangen um die Untergrenze von 1.20 Fr. gegenüber dem Euro zu halten. Diese Aussage halte ich für nicht ganz richtig. Die SNB hat das Geld einfach in andere Papiere umgetauscht. Ob daraus ein Buchgewinn oder ein Buchverlust wird steht noch nicht fest. Theoretisch kann die SNB soviel Euros kaufen wie sie will, indem sie die Geldmenge ausweitet. Das geht solange gut wie die Märkte das Geld auch aufnehmen. Da die globale Geldmenge aber viel schneller zunimmt als die Menge der produzierten Güter kommt es zur Blasenbildung und/oder Inflation. Im Grunde genommen ist die Frankenstärke eine Frankenblase.
      Spekulieren ist ja nichts anderes als mehr Geld aus einer Blase zu holen als man reingesteckt hat, bevor einer mit der Nadel kommt und die Blase zum Platzen bringt.
      Swaps sind ein Tauschgeschäft das auf einen festgelegten Zeitpunkt wieder zurück getauscht wird. Da die SNB ja im Voraus weiss welches Ziel sie verfolgt, kann sie Swaps als Hebel einsetzen. Dumm wird es erst, wenn das beabsichtigte Ziel nicht erreicht wird. Das kann hässliche Folgen haben, wie man bei der ersten Intevention der SNB sah, bei der ein beachtlicher Teil des Eigenkapitals drauf ging. Aber wie gesagt das sind Buchverluste und die Notenpresse steht ja im Keller.
      Ein Crash der am SWAP beteiligten Banken wäre natürlich schlecht. Wenn man den Deal aber mit systemrelevanten Banken durchzieht, ist das Risiko relativ gering. Haben doch diese Banken in Frankreich und Deutschland faktisch eine Staatsgerantie.
      In diesem Zusammenhang sind auch die Politiker scheinheilig wenn sie gegen die Spekulanten wettern. Denn ohne Spekulanten die die Geldschwemme aufnehmen, würde das Spiel mit der Notenpresse nicht funktionieren und unser Geldsystem wäre schon lange am Boden.
      Deine Ansicht das wir in diesem Schlamassel viel tiefer drin stecken, als uns lieb ist, teile ich. Schliesslich haben die Verwerfungen an den Finanzmärkten auch immer Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Wobei allein dieser Satz zeigt wie tief wir in der Scheisse stecken, den eigentlich sollte die Finanz- der Realwirtschaft dienen. Das war die Idee hinter der Erfindung des Geldes.
      Die 70’000 Franken die Hildebrand gewonnen hat, sind in diesem Zusammenhang wirklich Peanuts. Aber beim Rücktritt Hildebrands gehts primär um Parteipolitik. Hier sind einfach zuviele SVP Exponenten beteiligt. Diesen ist Hildebrand schon länger ein Dorn im Auge. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich den Grund für die Aversion der SVP gegen Hildebrand nicht verstehe.

      • Andres Müller sagt:

        „Die 70’000 Franken die Hildebrand gewonnen hat, sind in diesem Zusammenhang wirklich Peanuts.“

        Nein, das sind keine Erdnüsschen. Im Durchschnitt benötigt ein Schweizer vermutlich 10 Jahre um soviel Geld anzusparen. Es handelt sich nicht einmal um steuerbares Einkommen, Devisengewinne müssen nicht versteuert werden, bzw. erst im Kontext mit der tieferen Vermögensbesteuerung. Übrigens kann man Geld drucken auch als die Schaffung von Schulden durch die Notenbank sehen. Die Notenbank gibt das Geld ja nicht gratis ab, es fordert Zins dafür. Infolge des Zinses-Zinsen Systems häuft sich dann irgendwo Schuld an und irgendwo Vermögen. Je mehr Geld bei stagnierender Wirtschaft im Umlauf ist, desto höher steigen die virtuellen Anteile des Geldes, es befindet sich irgendwo im Bankensystem verbucht. Es muss nicht sein dass die SNB Verlust macht, aber es ist sicher dass IRGENDWER Verlust macht und irgenwer höheres Vermögen. So wie sich die Sache in den letzten Jahren entwickelt hat werden die Gewinner irgendwelche international agierenden Investoren sein, die Verlierer der Staat und die Kleinen. Durch die „to big to fail“ Ideologie ist ein Zitronensozialismus für Grossbanken entstanden, sie wurden aus dem Marktsystem des Wettbewerb ausgekoppelt und haben dadurch enorme Wettbewerbsvorteile gegenüber Kleinbanken erhalten. Das Geld welches die EZB derzeit in die Banken pumpt kommt als SWAP Geschäft von der FED und auch von der SNB. Ein starker Einbruch des Euro infolge eines Griechenkollaps könnte dieses Devisengeschäft für alle Beteiligten hunderte Milliarden kosten. Weil einige Hedge dem Griechen-Cutting nicht zustimmen (es haben nicht einmal 60% für den freiwilligen Akt ugesagt), so ist auch mit einer starken Belastung der CDS -Versicherungen zu rechnen wenn die Griechen kollapieren. Sollte es nicht zur Rettung der Griechen im Euro kommen (was wahrscheinlich ist), so wären auch die SWAP -Geschäfte zwischen den Notenbanken betroffen, auch das Schicksal der westlichen Demokratie ist tatsächlich in Frage gestellt und die Inflationsbekämpfung müsste aufgegeben werden.

        • Anh Toan sagt:

          @Andres Müller: Wieviel Geld hat Kashya Hildabrand, die vermutlich in USD rechnet, verloren, als ihr Mann den CHF abwertete obwohl noch immer 50% des ehelichen Vermögens in CHF angelegt waren?

          Ein ehemaliger Hedgefondsmanager, der auf einen in wenigen Wochen abwertenden CHF setzen will, überweist nicht Geld von CHF auf USD Konten. Mit dem richtigen Instrument kann ein Gewinn von 70’000 mit Einsatz von wenigen 1000ern erreicht werden, die bar auf irgendeiner Bank im In- oder Ausland einbezahlt werden können.

  • Walter Boshalter sagt:

    Der Ruf scheint ungefärdet sein. Er ist es aber, denn Blocher-Komplex versucht, die Unabhängigkeit der Nationalbank einzuschränken.

    • Anh Toan sagt:

      Es ist dem Blocher-Komplex gelungen, die Unabhängigkeit der Nationalbank einzuschränken. Ein zukünftigter Nati Präsi tut gut daran, seine Handlungen mit Blocher abzusprechen, ansonsten er riskiert, wegen was auch immer abgesägt zu werden. Tut er dies nicht, wird sein Privatleben bis zum hintersten Winkel durchforstet, kleinste Indizien genügen für Rufmord, ein Nati Präsi gilt als schuldig, bis seine Unschuld bewiesen ist.

      Als Nati Präsi stellt sich ausser jemand auf der Linie Blochers (Kaufmann, Matter, Ebner, Ospel) nur noch ein Masochist, der keine Rücksicht auf seine Familie nimmt, zur Verfügung.

      Hier geht aber nicht nur um die Nati, das eigentliche Ziel ist Eveline Widmer-Schlumpf im Bundesrat. Mit seiner eigenen Medienmacht, und geschickter Ausnutzung anderer Medien mittels Lieferung von verkaufsfördernden Schlagzeilen, wird es Blocher gelingen, jede gewählte Person zum Rücktritt aus dem Amt zu bringen.

      Ich wünsche Eveline Widmer Schlumpf die Kraft, diesem Druck standzuhalten, im Bewusstsein, dass ich dies mir und meiner Familie nicht antun würde.

    • Thomas Ernst sagt:

      Es war noch nie im Interesse eines Landes, hinterhältige und egomanische Intrigant(inn)en an der Spitze zu haben.

    • Alois Krieger sagt:

      Die Unabhängigkeit der Nationalbank wurde eingeführt, damit die Notenbank nicht den kurzfristigen Zielen der Politik unterliegt. Wo die Notenbank nicht unabhängig ist, wird sie in jeder Krise dazu benutzt, mittels Inflation den Staat oder kurzfristig Arbeitsplätze zu retten.

      Wenn die Nationalbank unkontrolliert Schulden anhäufen kann, dann ist dies nicht in diesem Sinn. Blocher und Co. wollen kaum Druck auf die Notenbank ausüben, um höhere Inflation zu bewirken.

      Die Unabhängigkeit der Notenbank ist gefährdet, wenn Politiker nach einer schwächeren Währung rufen. Das sind die Linken, die dies jetzt tun zusammen mit den Lobbyisten der Exportwirtschaft tun.

  • Michael Schwarz sagt:

    Wie ich in Beiträgen vor einigen Wochen prognostiziert habe, durch dem Zerfall des EUR wird der Aufwertungsdruck auf CHF verstärkt, somit ist es klar, dass die Entscheidung der SNB in Dez. und SWAP mit FED falsch war. Die hat die Aufwertung des CHF angeheizt, anstatt dies zu vermindern. Es ist auch klar, dass das Gremium der SNB nicht das Interesse der CH-Wirtschaft wahrgenommen hat. Die Inflationsgefahr ist zur Zeit nicht vorhanden, das schafft wieder Spielraum für weitere Intervention. Aber was nützt der Spielraum, wenn die SNB dem nicht nutzen will, weil die Risikobereitschaft nicht da ist, bzw. die Kritik von Menschen, welche von Ökonomie nicht verstehen, nicht verträgt.

    • Alois Krieger sagt:

      Mit den Swaps gibt die SNB hiesigen (und weiteren europäischen) Banken Kredite in USD, welche diese von den US Banken nicht mehr bekommen. Falls sie den Devisenkurs beeinflussen, dann eher in die andere Richtung.

      Die Swaps stellen aber eine weitere Subvention der Banken durch die

  • Rolf Dürig sagt:

    Richtig müsste es heissen: Der hervorragende Ruf der Nationalbank lässt sich nicht zerstören – auch nicht durch eine üble Schmutzkampagne der SVP.

    • Thomas Ernst sagt:

      @Rolf

      gähn…immer diese blinde, ohne jede intellektuelle Anstrengung irgendwelcher Natur abgesonderte anti-SVP-Hetze.
      Wie wär’s mal mit selber DENKEN??
      Aber nee, wenn irgendwo im Umkreis von 200km das Kürzel SVP auftaucht, ist das Denken futsch und man ist dagegen.

  • Johnny Boy sagt:

    gähn.

  • W. Roos sagt:

    Jetzt muss der Bundesrat Joe Ackermann holen, und zwar sofort und ohne wenn und aber.

    • Paesce sagt:

      Ich denke nicht, dass man den „gefährlichsten“ Banker der Welt in ein solches Gremium wählen sollte. Es ist einfach zu gerfährlich. Zudem sehe ich dann das Problem, dass die SVP ihren Willen nach weniger Regulierung der Banken durchsetzt. Meiner Meinung nach diente diese Kampagne nur, einen Verfechter der härteren Regulierung zu eliminieren.

      Die SVP wird uns mit solchen Aktionen noch den ganzen guten Ruf der SNB und der Schweiz kosten. Dieser Schaden wird irreparabel und nicht wieder herstellbar sein.

      • Alois Krieger sagt:

        Parteien wie die SVP gibt es überall. Und wie man in Deutschland sieht, werden solche Geschichten in jedem Land vom irgend einem politische Gegener ausgenutzt. Und die SVP hat ja im Nachhinein recht bekommen mit den Vorwürfen. Der Stil der SVP ist nicht schön, aber der Ruf der SNB wird sich mehr daran definieren, ob sie die Geldwertstablilität auch in Zukunft gewähleisten kann (was ja das Hauptziel der Notenbanken ist).

        Mit den riesigen Devisenreserven wird dies schwierig werden. Hildebrand, mit Hilfe der kurzfristig denkenden Politiker, hat der SNB hier eine riesige Hypothek aufgebaut.

    • Alois Krieger sagt:

      Das wäre politisch wohl sehr ungeschickt. Die Nationalbank nimmt immer mehr Aufgaben wahr, um die Grossbanken zu kontrollieren, damit sie der Schweiz keine zu grossen Risiken aufbürden.

      Die Deutsche Bank ist noch viel schlechter kapitalisiert als die Schweizer Grossbanken, und er verteidigt dies stets. Also, eine Nominierung von Ackermann wäre ein klares Zeichen, dass die Banken nicht härter angegangen werden.

      Und dies zu einer Zeit, wo sich die Banken selbst als nicht kreditwürdig einschätzen. Die ganzen Kredite unter den Banken laufen in Europa jetzt über die Notenbanken. Im Falle eines Konkurses der Banken tragen die Notenbanken das Risiko (sie haben zwar Sicherheiten, aber spanische, italienische und griechische Anleihen verdienen diesen Namen wohl kaum mehr).

      Die Notenbank braucht einen Chef, der möglichst unabhängig von den Banken ist.

      Zum Ruf der SNB: dieser Bestand darin, dass sie jeweils selbstständig vernünftige Entscheide getroffen hat und die Geldwertstabilität hochgehalten hat. Meiner Meinung nach hat nicht die Affäre Hildebrand sondern die Devisenkäufe den Ruf angeratzt.

      Faktisch haben wir entweder die Kontrolle über die Währung an die kriselnde EZB abgegeben oder aber (im Fall, dass wir schlussendlich doch eine hohe Inflation bekämpfen müssen) ein Verlustpotential von fast 100 Mrd. Franken letztendlich für die Steuerzahler aufgenommen.

      Kapitalkontrollen wären eher im Interesse des normalen Bürgers gewesen. Das hätte den Banken nicht gepasst, hätte wohl auch nicht zu 100% funktioniert, aber mindestens hätten wir nicht eine riesige Zunahme der Staatsverschuldung riskiert.

      Die 1.20 zum Euro scheinen heute hoch, wenn es sich jedoch heraussstellt, dass die EU Staaten ihre Schulden über Inflation zahlen wollen, dann sind sie nicht mehr hoch. Der Dollar hat ja schon massiv zugelegt, seitdem die EZB Staatsanleihen im grossen Stil kauft.

      Das Problem ist, dass die SNB nicht einfach so schnell aus den Devisenreserven aussteigen kann, wenn die 1.20 nicht mehr eine starke Überbewertung des Frankens darstellen. Wir sitzen dann auf den Staatsanleihen, die die SNB gekauft hat.

      Wenn die USA ihre Währung schwächen, dann wenigstens indem sie ihre eigenen Staatsanleihen kaufen. Die Notenbank macht allenfalls Verluste, aber der Staat hat Schulden, die weniger Wert sind.

      Der echte Grund für die Attacke auf Hildebrand hat wohl eher damit zu tun, dass er dieses riskante Spiel mit dem Schweizer Franken durchzieht und privat sein Geld in Dollar wechselt. Das ist nicht gerade vertrauenserweckend, vor allem, wenn man bedenkt, dass die meisten Schweizer ihre Spar- und Rentenguthaben zwangsweise (z.B. über Vorsorge und 3. Säule-Konti) in Schweizer Franken anlegen müssen.

      Falls es zu hoher Inflation kommt, dann zahlen die normalen Sparer und Rentenbezüger. Die reicheren haben meist noch Hypotheken auf Immobilien, sie sind vor Inflation besser geschützt.

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