Warum die schwedische Krone so stark ist

Hat die schwedische Regierung vielleicht doch nicht alles falsch gemacht? Die Krone hängt trotz Corona-Negativschlagzeilen alle Konkurrenzwährungen ab. Die Gründe.

Von wegen rätselhaft: Es gibt durchaus gute Argumente für den Erfolgskurs der schwedischen Krone. Foto: Getty Images

Die schwedische Landeswährung Krone (Kürzel: SEK) haussiert. Sie ist unter den zehn führenden Währungen jene, die sich am meisten gegenüber dem Dollar und dem Euro aufgewertet hat (vgl. Chart 1). Das passt so gar nicht in das Bild, das die Öffentlichkeit in den vergangenen Monaten von dem Land erhalten hat. Schweden sorgte vor allem für negative Schlagzeilen. In der Bekämpfung des Coronavirus tanzte das Land aus der Reihe: Es wurden keine Ausgeh- oder Ansammlungsverbote verhängt, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen nicht geschlossen. Covid breitete sich aus. Die Ansteckungszahlen schnellten in die Höhe und die Wirtschaftsleistung brach ein (vgl. Chart 2).

Quelle: Refinitiv

In den Verhandlungen der 27 EU-Mitglieder über einen Wiederaufbaufonds im Wert von 750 Milliarden Euro machte das Land keine gute Figur. Schweden zählt zu den «Frugal 4» (die später, als Finnland dazu stiess, zu den sparsamen Fünf wurden). Das Land ist im europäischen Vergleich nur wenig verschuldet. Die Regierung will schon deswegen nicht, dass sich in der Europolitik die Tore für eine Vergemeinschaftung der Schulden öffnen. Länder wie Italien und Griechenland mit riesigen Schuldenbergen profitieren, wenn künftige neue Schulden von allen EU-Mitgliedern gemeinsam getragen werden.

Schweden kann da ökonomisch nur verlieren, argumentiert die Regierung in Stockholm. In den Verhandlungen setzte sie sich aber nicht durch, Aufbauhilfe und milliardenschwere gemeinschaftliche Anleiheemissionen wurden beschlossen. Schweden erhält von den 750 Milliarden gerade mal 5 Milliarden Euro. Und das ist sogar 1 Milliarde Euro weniger, als die Europäische Kommission ursprünglich vorgeschlagen hatte. Immerhin spart es dafür künftig bei den Zahlungen in den EU-Haushalt etwas Geld ein.

Den Anlegern scheint das egal zu sein. Die schwedische Krone erfreut sich trotz allem einer regen Nachfrage und hängt alle Konkurrenzwährungen ab. Die Währungsanalysten der Bank of America sprechen gar von einem Rätsel.

Argumente, die den Sonderfall erklären

Das einfachste: Die Krone verhält sich erfahrungsgemäss ähnlich wie sogenannte Rohstoffwährungen, beispielsweise der australische oder kanadische Dollar. Sie profitieren davon, wenn sich die weltwirtschaftlichen Aussichten verbessern und das Wirtschaftswachstum anzieht. Dann nimmt auch die Risikofreude der Anleger zu, es wird mehr in Aktien und in Schwellenländer investiert. Dieses Umfeld ist gegenwärtig dominant und davon profitiert die Krone, während sich Flucht- und Safe-Haven-Währungen wie der Franken, der Yen und auch der Dollar abwerten. Aber das erklärt noch nicht die Outperformance der schwedischen Valuta.

Hier kommt die Bewertung ins Spiel. Die Voraussetzungen für Anlagen in SEK haben sich deutlich verbessert. So hat die Notenbank die jahrelange Minuszinspolitik beendet. Der Leitzins liegt nun auf 0 Prozent, während er in der Eurozone und in der Schweiz auf -0,5 respektive -0,75 Prozent verharrt (vgl. Chart 3). Schweden hat also einen Zinsvorteil aufgebaut. Die Krone eignet sich weniger als «funding currency», in der man sich verschuldet d.h. sie auf Termin «leer» verkauft, um die Mittel in einer höher verzinsten Währung anzulegen.

Andere Valuten sind als Verschuldungswährung inzwischen attraktiver geworden. Damit wurde der Abwertungsdruck von der Krone genommen, der früher charakteristisch für sie war. Das sich etwas geändert hat, war schon im März zu beobachten: Während des Corona-Schocks gab die Währung ab, wie es zu erwarten war, aber sie reagierte viel weniger als beispielsweise während der Finanzkrise 2008/09.

Quelle: Refinitiv

Gegenüber dem Dollar war die Anpassung besonders stark. Denn die US-Notenbank senkte ihrerseits die Zinsen drastisch. Der jahrelang bestandene Zinsabstand von 1,5 bis 2 Prozentpunkten für dreimonatige Schatzbriefe ist fast ganz zusammengeschmolzen. Entsprechend hat der Dollar an Wert verloren (vgl. Chart 4).

Quelle: Refinitiv

In diesem Umfeld könnten sich auch die neuesten Corona-Statistiken positiv auf die SEK auswirken. Denn diesen Monat sind die Fälle deutlich zurückgegangen. Virologen führen das u.a. darauf zurück, dass viele Schweden lange Ferien machen und im Freien sind, was das Ansteckungsrisiko verringert. Das spricht nur für eine vorübergehende Linderung. Aber inzwischen nehmen die Stimmen zu, die argumentieren, dass die Regierung vielleicht doch nicht alles falsch gemacht hat. Das betrifft auch die Wirtschaftspolitik. Produktion und Umsatz haben zwar gelitten, vor allem weil die Nachfrage aus Europa und dem Rest der Welt ausgefallen ist. Doch die Binnenkonjunktur entwickelt sich besser als bei vielen EU-Partnern. Die Detailhandelsumsätze zeigen aufwärts und die Verbraucherstimmung beginnt sich zu verbessern (vgl. Chart 5).

Quelle: Refinitiv

Die vorteilhaftere Bewertung und die wirtschaftliche Besserung bringen internationale Anleger dazu, verstärkt in schwedische Anlagen zu investieren. Sogar zusätzliche Staatsschulden, die Stockholm machen muss, um die coronabedingten Ausgaben zu finanzieren, sind da auf den ersten Blick ein Plus. Die Titel dürften unter ausländischen Investoren gefragt sein. In den vergangenen Jahren haben schwedische Regierungsanleihen relativ zu Anleihen anderer europäische Staaten stark an Bedeutung verloren. Nun bestehe die Aussicht darauf, dass mit den Emissionen neues Anlagekapital ins Land ströme, argumentieren Analysten der Bank SEB.

Momentan läuft alles richtig für die Krone. Kurzfristig scheint sie zwar bereits etwas überkauft zu sein. Aber das langfristige Gleichgewichtsniveau wird auf 9.60 SEK/Euro geschätzt. Diese Woche kostete 1 Euro immer noch 10,30 SEK, die Krone ist also sogar noch leicht unterbewertet.

39 Kommentare zu «Warum die schwedische Krone so stark ist»

  • Hansueli Wermelinger sagt:

    @Huber: ist Ihnen auch aufgefallen, dass die Gang (Antoine, Kühni, Claire – vermutlich von TA angestellte Blogger) immer dann mutig werden, wenn die Börse und damit die allgemeine Stimmung im Hoch ist? Im März wurden sie ziemlich kleinlaut und verstummten. Na, Hochmut kommt vor dem Fall. Ich finde ihre Sicht der Dinge am Zutreffendsten, was man hier lesen kann. Ich stimme nicht überall zu, aber klar ist, dass Donald bewusst von den Massenmedien klein und dumm dargestellt wird und das muss einem schon mal verdächtig vorkommen. Dann immer dieser Sozi-Drall, der sich wie ein Pilz durch alles zieht und gleich immer die Not-Waffen ziehen, indem man braune Farbe über die Kommentare kippt. Einfah nur lächerlich. Bleiben Sie stark!

  • Hansueli Wermelinger sagt:

    Vielleicht steigt die Krone deshalb, weil dort weniger medienverblendete und obrigkeitsgläubige Menschen wohnen? Soll mir mal das einer erklären: es gibt die 4 Kochschen Postulate, die erfüllt sein müssen, dass man von einem infektiösen Krankheitserreger, wie Corona es sein soll, erfüllt sein müssen. Das Problem: keines der 4 Postulate des Koch Instituts werden durch Corona-Viren erfüllt. Wenn das so ist, warum agieren dann die Regierungen so irrational? Wenn einer vom Irrsinn abweicht, dann ist er gleich ein selbstsüchtiger Egoist und verantwortungslos. Ist es nicht genau 180 Grad umgekehrt?

    • Rolf Zach sagt:

      Hat die Covid-19 einen ausschlaggebenden Einfluss auf die Entwicklung der Devisenkurse? Direkt ist dieser Einfluss der Devisenkurse untereinander sicher nicht höher als ein Viertel des ganzen Einflusses auf das Kursgeschehen.

      • Hansueli Wermelinger sagt:

        Ihre Frage überrascht mich. Ich hätte von Ihnen erwartet, dass Sie gesehen haben, dass nur schon der Dollar-Index eine 10%-ige Reaktion am Beginn der C-Krise vollzog und die Volumen in dieser Zeit um das Vierfache anschwollen. Den Einfluss auf ein Viertes der gesammten Einflüsse zu beziffern ist komplett aus der Luft gegriffen und entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Prüfung. Covid ist viel mehr als nur ein Bruchteil eines Einflusses am Devisenmarkt sondern der Sargnagel für die verzweifelten Versuche der Notenbanken und Politiker, eine längst fällige Weltwirtschaftskrise zu vermeiden. Durch den verursachten Stau wird die nahende Krise nur noch an Ausmass annehmen. Es entbehrt jeglichem Weitblick, dies nicht kommen zu sehen.

  • Renate Blatter sagt:

    Dem Schweizer Franken würde es gleich ergehen, wenn die SNB nicht einseitig den Warenexport subventionieren würde. Für die Gesamtinteressen des Volkes tut sie seit 10 Jahren keinen Rappen. Für die Sparer bleibt nur die Hoffnung, dass Trump den SNB-Oberen den Marsch bläst!

    • Rolf Zach sagt:

      Ihre Antwort basiert auch ein wenig auf ihre persönlichen Interessen wegen ihren Beschwerden wegen den schmalbrüstigen Zinserträgen. Sie sind bestimmt nicht der einzige, aber sie müssen bedenken, es gibt nicht nur Sparer, sondern auch Arbeitnehmer und die wollen ihre Arbeit behalten. Die Exportwirtschaft ist der grösste Arbeitgeber unseres Landes, viel grösser als der Finanzsektor, der nur 6 % unseres Volkseinkommens ausmacht. Die Arbeitslosigkeit beeinflusst auch schwer unsere AHV, die sofort ein Defizit erwirtschaftet, wenn die Arbeitslosigkeit 6 oder 7 % erreicht und die ist für unsere Rentner viel wichtiger als die Zinserträge, die diese erhalten.

  • Hans Meier sagt:

    Also, die SEK schwächt sich seit mehr als 30 Jahren kontinuierlich ab gegenüber des Schweizer Franken… was interessiert das das kurze Strohfeuer seit März. Man erwartet für Schweden einen ähnlich hohen Wirtschaftseinbruch wie für die Schweiz für das laufende Jahr – trotz Verzicht auf Lockdown bei ersterem. Der Handelsbilanzüberschuss ist nicht halb so gross wie jener der Schweiz, die Arbeitslosigkeit dafür doppelt so hoch und das Fiskaldefizit ist auch deutlich höher als jenes der Schweiz.
    Warum nochmals wird Schweden nun wieder einmal in den Himmel gelobt? Konsultiert einfach die Statistiken und hört auf, diesen Feuchttraum der Progressiven (und neuerdings der Aluhüte) unkritisch zu vergöttern.

    • Rolf Zach sagt:

      Schweden hat ein Leistungsbilanzüberschuss im Verhältnis zum GDP von 3,9 % zum GDP (Die Schweiz von 10,2 %, Dänemark 7,9 %) Das GDP pro Kopf in Schweden und Dänemark gerechnet nach Kaufkraft ist für beide 56’000 US$, die Schweiz erreicht 67’000 US$. Die Staatsverschuldung in Schweden ist 39 % zum GDP, 33 % in Dänemark und 41 % in der Schweiz. Dagegen sind die privaten Schulden in Schweden zum GDP 89 %, in Dänemark 112 % und in der Schweiz 132 % (!). Beide Staaten werden sind Euro fixiert und werden es bleiben, auch ihre ganzen volkswirtschaftlichen Zahlen sprechen dafür. Mit SEK und DKK auf eine Aufwertung über den Euro hinaus zu rechnen ist lächerlich, Dänemark hat dies bereits vorgeführt.

  • Bernhard Piller sagt:

    „In den Verhandlungen der 27 EU-Mitglieder über einen Wiederaufbaufonds im Wert von 750 Milliarden Euro machte das Land keine gute Figur“
    Inwiefern keine gute Figur? Weil sich Schweden nicht durchsetzen konnte? Weil es über den Tisch gezogen wurde? Es ist fraglich, ob das Opfer oder der Täter hier keine „gute Figur“ macht.

    • J. Kuehni sagt:

      „Inwiefern keine gute Figur?“

      Vielleicht deswegen, weil die Nettozahler (in der EU genauso wie bei den Kantonen in der Schweiz) in der Regel auch die Nettoprofiteure sind?

      Von einer Gemeinschaft jahrelang zu profitieren und dann im Krisenfall nicht zur erforderlichen Solidarität bereit zu sein, ist halt einfach nur schäbig, ganz gleich ob auf zwischenmenschlicher oder zwischenstaatlicher Ebene.

      • Linus Huber sagt:

        Die Staaten, welche verantwortungsvoll wirtschaften, als Nettoprofiteure zu bezeichnen, versucht das Verhalten von Staaten, welche über ihren Verhältnissen leben, zu entschuldigen. In erster Linie muss ein Nationalstaat seine Probleme selbst lösen, was in keiner Weise Kooperation, Koordination mit anderen ausschliesst. Die gigantischen finanziellen Mittel, welche anlässlich der Corona-Krise, eingesetzt werden, sind ein Missbrauch der Situation um die zentralplanerische Funktion der EU auszubauen.

        Ohne das Damoklesschwert der Begrenzungsinitiative würde unsere von EU-Turbos beherrschte Regierung noch so gerne ebenfalls mitmischen.

        • Anh Toàn sagt:

          „würde unsere von EU-Turbos beherrschte Regierung..“

          Ja gell, wer hat die gewählt, all diese EU Turbos, wenn das Volk gar nicht in die EU will?

          Wie kam denn das? Das ist doch nicht Demokratie? Demokratie ist, wenn die Guten (Die verantwortungsvoll Wirtschaftenden) die Schle4chten unten halten (Die Verschwender, Faulpelze) und der Unterscheoid zeigt sich in nationalen Grenzen: Darum gibt es Schweden und Italien er!!!!

          Abner Du bist kein Nazi, nur besorgt, die EU Turbos würden uns dolchstossen!

        • Anh Toàn sagt:

          „…sind ein Missbrauch der Situation um die zentralplanerische Funktion der EU auszubauen.“

          Ist das schlecht, wenn Zentralen planen? Was sollten die sonst tun, die Zentralen oder wer sollte planen, wenn es keine Zentralen gibt?

          Braucht es weder Zentralen noch Pläne, das Chaos ist natürlich und natürlich ist natürlich gut und natürlich sind die Schweizer Schweizer und die Deutschen eben Deutsche und das soll man natürlich nicht mischen, weil dann ist es unnatürlich.

          Damokles: Also die Begrenzungsinitiative droht, die Glückssträhne der Schweiz zu beenden? Ja, damit haben Sie recht, aber das haben Sie nur geschrieben, aber was Sie sagen wollten, erschliesst sich mir nicht. Wessen Glücksträhne könnte die Begrenzungsinitiative beenden?

          • Anh Toàn sagt:

            „Damokles“ hat noch eine andere Aussage: Der Machthaber unterdrückt, um seine Macht zu behalten, wenn also die Begrenzungsinitiative ein Damoklesschwert über den Köpfen der EU-Turbos in unserer Regierung ist, so ist der eigentliche Machthaber seine Herrlichberglichkeit, der mit dem Schwert den EU Turbos in unserer Regierung zeigt, wer die Macht hat:

            So ist das wohl zu verstehen mit dem Damoklesschwert.

        • Anh Toàn sagt:

          “ In erster Linie muss ein Nationalstaat seine Probleme selbst lösen,“

          und wer in zweiter Linie?

          Und wenn es keine Nationalstaaten gäbe, wer muss dann deren Probleme lösen?

          Schaffen wir den National–(Staat) ab, dann hat er keine Probleme mehr, die er selber lösen muss, also in erster Linie.

        • J. Kuehni sagt:

          „Nettoprofiteure“ ist kein moralisches Urteil, Herr Moralhuber, sondern u.a. ein ökonomisches: Die betreffenden Staaten profitieren wirtschaftlich (und geopolitisch) von der Existenz des EU samt Binnenmarkt mehr, als sie netto an Mitgliedsbeiträgen aufwenden müssen.

          Die wirtschaftlichen Ballungsgebiete Europas, entlang der Süd-Nord-Achse der Alpenstrassen und Binnenschiffartswege gewachsen (Norditalien, Schweiz, Süddeutschland, Niederlande), würden ohne europäisches Einzugsgebiet schlichtweg nicht existieren, aber das können rechtsnationalistische „I’ve-got-mine-and-you-can-go-to-hell“-Schwachköpfe natürlich unmöglich verstehen.

        • J. Kuehni sagt:

          „In erster Linie muss ein Nationalstaat seine Probleme selbst lösen, was in keiner Weise Kooperation, Koordination mit anderen ausschliesst…“

          Ja, gell, das kann man besonders bei den Vorzeigenationalisten um Trump, Xi, Bolsonaro, Johnson und Erdogan beobachten, deren innenpolitischer Status so offensichtlich von der dauernden Antagonisierung der „Anderen“ abhängig ist, das hat ja auch in den guten alten Zeiten vor den liberalen, internationalen Organisationen immer bestens geklappt.

          • Linus Huber sagt:

            „deren innenpolitischer Status so offensichtlich von der dauernden Antagonisierung der „Anderen“ abhängig ist“

            Das Wohlergehen der eigenen Bevölkerung als Leitfaden zu erkennen, hat wenig mit Ihrem Hirngespinst zu tun.

          • J. Kuehni sagt:

            Silly me, dachte ich doch, dass nationalistische Autokraten, die dauernd innere und äussere „Andere“ bekämpfen um an der Macht zu bleiben, historisch betrachtet selten bis gar nie irgendetwas mit dem „Wohlergehen der eigenen Bevölkerung“ zu tun haben …

          • J. Kuehni sagt:

            Sie wollen uns nahelegen, dass Trump, Xi, Bolsonaro, Johnson und Erdogan „das Wohlergehen der eigenen Bevölkerung als Leitfaden (an)erkennen“?

            Dada?

          • Linus Huber sagt:

            Nun, Xi entspricht eher Ihren Vorstellungen.

            Die anderen wurden demokratisch gewählt, womit ihre Ideen offensichtlich von der Bevölkerung goutiert werden. Der unbeliebte und in vielen Kreisen verhasste Trump setzt im Gegensatz zu meisten professionellen Politikern seine Wahlversprechen weitgehend um.

            In 100 Jahren dürfte er als einer der bedeutendsten Präsidenten eingestuft sein.

          • J. Kuehni sagt:

            „In 100 Jahren dürfte er als einer der bedeutendsten Präsidenten eingestuft sein.“

            Ah, gaga, statt dada.

            https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=fqVpU3bEfaE&feature=emb_logo

          • Linus Huber sagt:

            Genau darin liegt das Problem der Trump-Hasser. Sie fokussieren sich einzig auf sein Fehlverhalten, welches unter dem Strich von wenig Bedeutung ist, anstatt die historisch wichtige Neuausrichtung der US-Position unvoreingenommen zu analysieren.

            PS: Die USA macht sicherlich viele Fehler, aber historisch betrachtet, dürfte sie im Vergleich zu anderen Weltmächten recht gut abschneiden.

          • Anh Toàn sagt:

            „…anstatt die historisch wichtige Neuausrichtung der US-Position unvoreingenommen zu analysieren.“

            In welche Richtung wurde denn diese US-Position neu ausgerichtet?

            Vom globalen Hegemon zum Pleite Drittweltland mit riesigen Staatschulden, zerfallener Infrastruktur (war nicht mal zwei Wahlversprechen der komplette Schuldenabbau und die grössten je da gewesenen Investitionen in die Infrastruktur?)

            Trump erfüllte die Wahlversprechen an seine Sponsoren, Er redet nicht über die Ost-Ukraine und die Krim, er verlegt die Botschaft nach Jerusalem und macht einen „Friedensvorschlag“, welcher den Vorstellungen israelischer Hardliner entspricht. Die Wahlversprechen an seine Geldgeber hat er erfüllt, die Frackingindustrie von Umweltschutz befreit, die Banken befreit zum Zocken.

          • Anh Toàn sagt:

            Bezeichnend ist, dass Sie schreiben:

            Die USA [und nicht Trump] macht viele Fehler, Trump macht das meiste gut und seine Verfehlungen sind eigentlich Peanuts: Steigt die Börse, ist es wegen Trump, fällt sie, sind die Demokraten oder die Chinesen schuld.

            Wenn Trump sich fehl verhält, hat das keine Bedeutung, weil im Kern ist er ein strammer, aufrichtiger Kamerad, da kann man über ein paar Ecken und Kanten hinweg sehen.

            Was hat Trump denn richtig gemacht? Die Steuern gesenkt, auf dass es gigantische Defizite gibt? Mit seinen Zöllen nichts erreicht? Was hat Trump gut gemacht? Erzählen Sie mir nicht, er hätte vieles gut gemacht, nennen Sie, was er in Ihren Augen Gutes gemacht hat, welche Wahlversprechen hat er umgesetzt?

          • Anh Toàn sagt:

            Wahlversprechen von Trump:

            – kompletter Abbau der Staatschulden
            – Mauer zu Mexiko an der ganzen Grenze welche die Mexikaner zahlen
            – Hillary geht in den Knast

            Umgesetzt hat er, was ganz einfach war, nämlich was er versprochen hat, kaputt zu schlagen, Obamacare und Klimaabkommen, Atomabkommen mit Iran, das Transpazifische Abkommen als Gegengewicht zu China: Aber das war alles rein destruktiv, das war keine kreative Zerstörung, indem er etwas besseres gemacht hat, er hat einzig vieles kaputt gemacht! Welche Leistung!

            P.S: Ich kann mir nicht vorstellen, dass er einem Nachfolger zum Wahlsieg gratuliert und geht, das Schlimmste an Trump kommt erst, You ain’t seen nothing yet!

        • Claire sagt:

          Huber Wieso hacken Sie eigentlich immer nur auf der EU rum, gut wir wissen ja alle, dass sie es mit Brüssel nicht so haben.
          Aber wenn es einen Staat gibt auf der Welt, der schon seit Jahrzehnten „über seine Verhältnisse“ und zwar in fast allen Lebensbereichen lebt, dann sind das wohl definitiv die USA!
          Aber da hört man kaum je ein kritisches Wort von Ihnen! Im Gegenteil Sie lobhuddeln den miserabelsten US Präsidenten aller Zeiten auch noch regelmässig! Shame on you Huber!

          • Linus Huber sagt:

            Sie scheinen meine scharfe Kritik der FED, welche aufgrund ihres Einflusses eine der bedeutendsten Institutionen der Welt sein dürfte und Teil der amerikanischen Regierung darstellt übersehen haben. Auch heute wird gleich wie unter Obama eine rücksichtslose und ankerlose Geldpolitik betrieben, welche Trump zuvor kritisierte und von welcher er heute noch so gerne profitiert. Genau dort liegt der Grund für die weltweit massiven Ungleichgewichte, welche mitunter Trump an die Macht spülten.

          • Claire sagt:

            Ja Huber — The Central Banks are rocking!
            Mittlerweile kaufen sie wieder massig Staatsschulden auf, gut bei Nullzins ist das praktisch schon ein Nullsummenspiel.
            Sogar Argentinien bekam einmal mehr einen schönen Schuldenschnitt auf 55% und ein paar Jahre Ruhe. Gut den FMI müssen sie jetzt auch noch irgendwie „überzeugen“.
            Und was Argentinien heute macht, werden grosse Teile der Welt in einigen Jahren tun, vermutlich um 2029 wirds dann soweit sein.
            Und bis dahin werden sich die weltweiten Zentralbanken noch weiter aufblähen von aktuell 35 Bio $ sicher auch noch auf 50+ Bio $. Die FED druckt dafür einfach grüne US-$ Schein en masse – fast 2 Bio von dem Grünzeugs gibts schon.
            Wir sind schon über den Point of no return hinaus…Hasta la vista, baby!

          • Linus Huber sagt:

            „The Central Banks are rocking!“

            Ja, schon lange werden Asset-Halter und Couponschneider in einer massiven Umverteilung von „unten nach oben“ begünstigt, während die Möglichkeit des gesicherten Aufbaus einer Altersvorsorge für die Jungen zunehmend verunmöglicht wird.

    • Rolf Zach sagt:

      Es ist eine Frage, ob Schweden wie auch die anderen Frugalen (oder Geizigen!) so schlecht abgeschnitten haben, wie ein Teil der Presse schreibt. Natürlich bei uns besonders diejenigen Politiker, die den Zusammenbruch der EU und besonders des Euros bereits in den nächsten Tagen erwarten. Dies erzählen sie uns bereits seit 20 Jahren und werden es uns auch noch in weiteren 20 Jahren erzählen. Italien und auch die anderen, die von diesem Euro-Korb profitieren, haben dies nicht so ohne weiteres erhalten. Die Frugalen haben langfristig eine Verkleinerung ihrer Netto-Zahlungen durchgedrückt und die Beibehaltung gewisser Privilegien, die die großen immer noch ärgern. Bei allen EU-Mitgliedern und besonders bei den Frugalen wird die Schweiz als ein Picker von Rosinen wahrgenommen.

      • Rolf Zach sagt:

        Wie gesagt, die EU hat sich zusammengerauft, dass die europäische Konjunktur nicht den Bach runtergeht und natürlich meinen unsere strikten
        EU-Gegner, unsere Haupthandelspartner sind bekanntlich die Fischi-Inseln und Samoa, weil wir uns in der gleichen Gegend befinden. Deshalb können wir in aller Seelenruhe von der Sicherung der europäischen Konjunktur profitieren und gemütlich die daraus ergebenden Früchte pflücken. Wenn wir den Rahmenvertrag mit der EU nicht annehmen, wird die EU uns dankbar sein und nichts machen. Herr Blocher kann dann seinen polnischen Gärtner entlassen und ihn durch einen billigeren Inder ersetzen. Eine total verblödete EU, die sich von der Schweiz alles bieten lässt! Die unübertreffliche Logik der EU-Gegner.

  • Peter Schneider sagt:

    Schweden hat bislang 568 Tote pro Mio Einwohner, die Schweiz 229. Welche Stimmen mehren sich, die meinen, dass Schweden nicht alles falsch machte? Wer ist das? Die Zahlen sprechen eine klar verständliche Sprache.

  • C. F. Abel sagt:

    Mit der SEK habe ich Tonnen von Realgeld verloren. 20% mehr als beim €. Weil eben die innere Währung meines gewählten Hauptanlagegefässes die króna ist. Ich war im Irrtum, zu glauben, ein zivilisiertes Land habe keine schwache Währung. Nun ist eben eine Gegenbewegung eingetreten.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Die schwedische Export-Wirtschaft leidet nicht nur unter Corona, sondern auch an der Aufwertung der Krone, also gleich doppelt. Eine starke Währung ist zwar schön, wenn man importieren muss. Für den Export ist sie tödlich. Schweden verzichtet seit einiger Zeit auf Interventionen gegen die Aufwertung. Doch geht sie weiter, muss die Zentralbank wieder eingreifen, so wie das die SNB tut. Alles andere wäre langfristiger Selbstmord.
    Es ist schön, eine starke Währung zu haben. In Krisenzeiten kann sie einen aber wirtschaftlich umbringen.

    • Bernhard Piller sagt:

      Der CHF hat sich auch fast 10% gegenüber dem USD aufgewertet. Und was sagen Sie da?

      • Anton german sagt:

        Dafuer aber zum € abgewertet! Das Ziel der SNB Interventionen wirkt wieder. Mal sehen, ob der SNB durch die USA bald mal das Handwerk gelegt wird? Waehrungsmanipulation mögen die
        am anderen Ufer des Atlantik nun wirklich nicht!

Kommentar

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