Skeptisch bis zum Schluss

Die Wirtschaftsprognosen fallen trotz der vielerorts erfreulichen Corona-Entwicklungen düster aus. Ist dieser Pessimismus berechtigt?

Getrübter Corona-Ausblick: Die Wirtschaftsprognosen von OECD und Weltbank sind erstaunlich negativ. Foto: Keystone

Knapp ein Monat ist vergangen, seit in vielen Ländern die strikten Ausgehverbote und Ladenschliessungen aufgehoben wurden. Seit dieser Woche darf innerhalb des Schengen-Raums in Europa wieder frei gereist werden, von einzelnen Ausnahmen abgesehen. Der Alltag ist ein Stück weit zurückgekehrt. Die Wirtschaft läuft wieder. Nicht auf vollen Touren, zugegeben. Aber so wie der Lockdown die Erwartung, das Virus zu stoppen, erfüllt hat, ist nun auch die zweite Phase vielversprechend angelaufen: der Ausstieg aus der staatlich verordneten Isolation. Grund genug, zuversichtlicher zu sein.

Die wichtigsten Konjunkturforscher sehen das anders. Vergangene Woche publizierten sowohl die OECD als auch die Weltbank ihre Wirtschaftsprognosen. Sie fallen so düster aus wie die Vorhersagen ihrer Kollegen im Internationalen Währungsfonds von Anfang April, zu einer Zeit als die Lockdown-Massnahmen erst angelaufen waren und Corona sich noch ausbreitete (vgl. Tabelle).

Prognosen für das Wirtschaftswachstum in den USA und im Euroraum

Aber ist das nicht übertrieben? Alle Prognosen stehen und fallen mit dem tatsächlichen Verlauf der Pandemie, und der ist schwer vorherzusagen. Die OECD publiziert deshalb eine doppelte Vorhersage: eine für den Fall, dass Corona besiegt wird wie geplant (Single-Dip-Szenario), und eine, die annimmt, dass sich das Virus im Herbst erneut ausbreitet. Es müsste dann mit einem zweiten Lockdown bekämpft werden (Double-Dip-Szenario). Auch die Weltbank warnt vor einem Rückfall respektive einem längeren Lockdown. Während sie ihn nur als weniger wahrscheinliches Nebenszenario einstuft, gewichtet die OECD beide Szenarien gleich. Es steht also 50:50, dass wir uns gegen Ende des Jahres dort befinden, wo wir im März bereits waren.

Quelle: OECD

«Double Dips» seien ganz normal, sagte Kenneth Rogoff am Freitag in einem von der Princeton-Universität organisierten Webinar. Der bekannte Wissenschaftler, Notenbankberater und ehemaliger IWF-Chefökonom unterstreicht dort, dass mehr als 40 Prozent der vergangenen Finanzkrisen nicht reibungslos zu Ende gingen. Die Wirtschaft fiel dann nach einer kurzen Besserung in ein zweites Loch. Auch diesmal sei die wirtschaftliche Erholung schwierig, und es dauere lange, bis einigermassen zufriedenstellende Wachstumsraten wieder erlangt würden.

In der Tat gleichen die aktuell herumgereichten Szenarien jenen aus historischen Ereignissen, wie sie Rogoff und Kollegen in ihren Forschungsarbeiten beschrieben haben.

Während Rogoff im Wesentlichen wiederholt, was er bei früheren Gelegenheiten bereits gesagt hat, kommen die jüngsten Aussagen des Nobelpreisträgers und Meinungsführers Paul Krugman eher überraschend. Krugman gehört zu den wenigen Stimmen, die bereits früh vor zu viel Pessimismus warnten. Anders als viele seiner Berufskollegen verwies er auf die Besonderheit der aktuellen Rezession. Sie sei ein exogener Schock, und die Virusgefahr sei zeitlich begrenzt bis zur Entdeckung eines Gegenmittel-Impfstoffs. Entsprechend wollte er nie ausschliessen, dass sich die Wirtschaft auch rasch und deutlich erholen könnte. Aber letzte Woche, in einem vom «Economist» organisierten Webinar, klang der Starökonom ganz anders: Er sorgt sich, dass die Krise die Wirtschaft noch lange im Griff haben wird.

Krugman bezieht sich vor allem auf die USA. Er beklagt das fehlende Krisenmanagement der Trump-Administration, die das Virus verschleppt, sodass die Wirtschaft noch länger belastet werden dürfte. Damit ist der weltweite pessimistische Konsens wiederhergestellt: Auch die grossen Drei – IMF, OECD und Weltbank – prognostizieren, dass kommendes Jahr die USA wirtschaftlich langsamer wachsen werden als der Euroraum.

Optimistische Märkte, pessimistische Konjunkturforscher

In den kommenden Wochen und Monaten wird sich zeigen, ob der Pessimismus berechtigt ist. Oder ob die eintreffenden Daten der Volkswirtschaften sich nicht rascher als erwartet verbessern. In Neuseeland lässt sich das zum Teil bereits beobachten. Es hat früh und drastisch die Grenzen geschlossen und die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Auf diese Weise brachte die Regierung die Epidemie rasch unter Kontrolle. Die Restriktionen konnten daraufhin, früher als viele Beobachter erwartet hatten, gekippt werden. Die Wirtschaft entwickelt sich seither besser als erwartet. So schossen Anfang Juni die nominalen Detailhandelsausgaben auf das Niveau des Vorjahrs (nachdem sie sich zuvor halbiert hatten). Die Zahl der wöchentlich neu gemeldeten Arbeitslosen reduzierte sich von 6000 auf 1000 Personen. Die Lage für das Land bleibt schwierig, aber die Situation ist weniger schlimm als bisher angenommen. Konjunkturforscher vor Ort korrigieren bereits ihre Prognosen nach oben.

Vor allem Länder, die ihre Ansteckungszahlen deutlich nach unten gebracht haben, könnten Ähnliches erleben. Vielerorts ist es selbst vier Wochen nach der Öffnung nicht zur befürchteten zweiten Welle der Pandemie gekommen. Dort wo tatsächlich neue Infektionsherde auftreten, wie in Peking, zeigen die ersten Reaktionen, dass aus der Vergangenheit gelernt wurde. Die Ansteckungsherde werden lokal abgegrenzt. Das Risiko eines nationalen Lockdown ist markant gesunken.

Auch die Gefahr eines drastischen und durch einen Liquiditätsmangel ausser Kontrolle geratenen Markteinbruchs, wie wir ihn im März erlebt haben, hat abgenommen. Die Nationalbanken haben Liquiditätsfazilitäten festgelegt. Die Märkte funktionieren wieder reibungslos.

Der Fokus lag bisher darauf, dass die Märkte übertrieben optimistisch in die Zukunft blicken. Das dürfte auch stimmen. Aber die Vermutung, wonach Konjunkturforscher ihrerseits die wirtschaftlichen Aussichten eine Idee zu pessimistisch einschätzten, ist bisher zu wenig beachtet worden. Die nächste Prognoserunde könnte bald schon nach oben gerichtet sein anstatt nach unten.

26 Kommentare zu «Skeptisch bis zum Schluss»

  • Rolf Zach sagt:

    Wie zerstörerisch wirkt eine Pandemie auch nach ihrem Verschwinden auf den Konjunkturverlauf? Wenn wir die Geschichte in dieser Antwort zu Hilfe nehmen, gibt es dazu zwei drastische Beispiele. Die Pest, 1347 angekommen in Europa, hat ein Drittel der Europäer umgebracht und für ein Jahrhundert gesorgt, dass Zahl der Menschen in Europa sich nicht davon erholte. Aber es hat gleichzeitig dafür gesorgt, dass die Leibeigenschaft in West-Europa größtenteils verschwand und die Abgabe der Bauern an den Adel auf Basis von Geld gestellt wurde. Dies führte zu Kapitalismus und zu freien Bauern, was der Aufschwung der Märkte und Städte enorm förderte.
    Die Spanische Grippe hatte 1918/19 keinen Einfluss auf die damalige Hochkonjunktur. Die Deflationspolitik der FED kam nachher.

    • Rolf Zach sagt:

      Daraus ergibt sich zwingend, dass eine Pandemie den Verlauf der Konjunktur so beeinflusst, wie stabil die betroffenen Staaten in ihrem gesamten gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Aufbau sind. Eine Einschränkung des Welthandels muss nicht unbedingt heute zu langfristiger Arbeitslosigkeit führen. Die Frage stellt sich nach dem optimalen Markt, der Gesamt-Nachfrage und Gesamt-Angebot ausgleicht und nicht zur kräftigen Inflation führt. Meiner Ansicht ist die EU ein solcher optimaler Markt, sofern die Europäer so klug sind, dieser Theorie zu folgen. China als Werkstatt der Welt und die anderen sind nur Konsumenten ist abgrundtiefer Blödsinn.

      • Rolf Zach sagt:

        Meiner Ansicht nach sind die USA kein optimaler Markt mehr oder sie verstärken die Zusammenarbeit mit Mexiko und Kanada und öffnen sich gegenüber der Karibik, wo die US-Politik schwankt zwischen einem fairen Markt mit ihnen oder der Förderung einheimischer Eliten mit blutiger Herrschaft, die primitive Latifundien-Wirtschaft zugunsten der USA Reichen und Konsumenten betreiben. Die tragende Säule der US-Wirtschaft ist der US$ als weltweite Reservewährung und nicht so wie früher ihre heimische Wirtschaft. China kann keine Reservewährung produzieren. Wir hatten früher eine US$ Lücke, wir haben jetzt eine Yuan-Lücke. Aber dies ist nicht entscheidend.
        China ist kein Rechtsstaat und regiert mit Willkür, kein ruhiges Kissen für Inhaber von Yuan-Vermögen.

        • Rolf Zach sagt:

          Wenn der US$ nicht mehr durch den US-Rechtsstaat für alle ihre Gläubiger weltweit geschützt wird und gleichzeitig eine liederliche Finanzwirtschaft fördert, die reiche Spekulanten bewundert und ehrliche und fleißige Unternehmer-Persönlichkeiten verlacht mit gleichzeitig stärkster Inflation, sind die Tage ihrer übermächtigen Reservewährung angezählt.
          Diese Tendenzen hat nicht nur Trump-Administration, sondern auch bei den Demokraten finden solche Gedankengänge Anklang.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Angesichts der Geschwindigkeit, mit der gängige Theorien aus der VWL durch die seit der Finanzkrise ununterbrochen fortdauernden Entwicklungen- und durch die Corona-Pandemie noch akzentuierten Verwerfungen- ausser Kraft gesetzt werden, wäre ich mit Einschätzungen zum Stand der Dinge äusserst vorsichtig. Was wir auf dem Seziertisch vor uns haben, ist ein an allen Ecken und Enden zusammen geflickter Kapitalismus, der nur noch künstlich am Leben ist. So ist z. B. die Staatsverschuldung Japans von 150% vor Covid-19 auf nunmehr gut 250% vom BIP gestiegen! Wer weiss, wie der Schuldenkreislauf Japans funktioniert, weiss auch gleich, wie derselbe Kreislauf in den USA bald aussehen wird. Dass die FED mittlerweile laut über eine Yield Curve Control nachdenkt, ist deshalb nur logisch…

    • Josef Marti sagt:

      Nein, Japan hatte schon vorher 240%, resp seit 2008 immer über 200%. Die Hälfte davon bei der eigenen Notenbank, und das bei praktisch Nullzinsen.
      So wird’s gemacht.

      • Rolf Zach sagt:

        Japan hat zusätzlich eine Verschuldung der Haushalte von 59 % des GDP. Nach meiner Ansicht sollte man bei einer Volkswirtschaft immer Staatsverschuldung und die Verschuldung der Haushalte im Verhältnis zum GDP zusammenrechnen. Diese Zahl ergibt zum Beispiel in der Schweiz 173 % (41 % Staat, 132 % Private). Ausschlaggebend ist nicht so sehr die Größe dieser Zahl, sondern wie viel Prozent der Schuldendienst am GDP beteiligt ist. Ferner wie viel die einheimische Währung davon ausmacht und das Vertrauen der Gläubiger in die Finanzpolitik der Regierung und in die Solidität der Banken. Schlussendlich ist es eine Sache des Vertrauens und der Alternativen, die die Gläubiger haben. Die Trump Administration ist nicht solid, aber gibt es einen Ersatz für den US$?

  • Anh Toàn sagt:

    Ist der Optimismus der Aktienmärkte gerechtfertigt? Aktienmärkte sind meistens (zu) optimistisch, Pessimisten kaufen / halten keine Aktien, aber wenn’s richtig dicke kommt, oder erwartet wird es kommt richtig dicke, geraten die Optimisten in Panik….

    Zur Zeit sieht man das Licht am Ende des Tunnels, aber andererseits kann die bereits fast vollständige Erholung der Aktienindices auch schlicht so gesehen werden, dass in Anbetracht der düsteren Aussichten (auch für angelblich sicheres wie Staatsanleihen, Bankeinlagen und sogar Cash, Gold) die Frage nur noch ist, was wohl das geringste Übel sein wird.

    • Rolf Zach sagt:

      Das geringste Übel ist eigener gut ausgebauter Wohnraum ohne Schulden in einem Staat mit Demokratie, Infrastruktur und einem Sozialwesen, dass nicht die Eigeninitiative verhindert, aber gleichzeitig Sicherheit und Vertrauen ausstrahlt. Ein Staat der für die eigenen Bürger zuerst sorgt, aber gleichzeitig international alles fördert, welches die Grundsätze der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verfolgt. Ich bin kein Befürworter von Immigration aus Kulturen, wo diese Grundsätze mit Füssen getreten werden und die Immigranten meinen, sie können diese Verachtung der Menschenrechte für sich wohl in Anspruch nehmen, aber sie selbst verachten diese Grundsätze und wollen für ihre Gemeinschaft nichts davon wissen. Demokratie ist immer eine Baustelle.

      • Rolf Zach sagt:

        Meine Antwort ist natürlich ein Zustand des Ideals, aber die Wirklichkeit ist immer garstig.
        Natürlich haben auch Staaten mit offener Gesellschaft ihren Machiavelli. Immerhin hat der Kirchenvater Augustin gesagt, Staaten ohne Recht und mit Willkür, sind mit solchen Grundsätzen nicht höher stehend als eine Räuberbande.

      • Anh Toàn sagt:

        „Das geringste Übel ist eigener gut ausgebauter Wohnraum ohne Schulden in einem Staat mit Demokratie, Infrastruktur und einem Sozialwesen, “

        Dann kaufen Sie doch ein Grundstück im Norden Schwedens, in Stockholm, Göteborg oder Malmö dürfen Sie als Ausländer gar nicht kaufen, die Schweden sorgen eben zuerst für die eigenen: Die Frage ist auch, ob man kaufen soll, wenn man gelassen wird: Weil ein fremder Staat nimmt es vielleicht mal weg, um für seine eigenen Bürger zu sorgen: Ihr Tipp sagt eigentlich nur, am besten ist man als Bürger eines solchen Landes geboren, sonst hat man halt Pech. Weil wenn das Sozialsystem gut für mich als eigenen Bürger schaut, wird mir ohnehin nicht mangeln, auch wenn ich mein Geld versaufe oder verzocke.

      • Anh Toàn sagt:

        Ich sehe in einem Staat, der zuerst für die eigenen Bürger sorgt, einen Staat, welcher die Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit, nämlich die Rechtsgleichheit verletzt. Eben ein Willkür-Staat, nichts anderes als eine Räuberbande: Die Rechtsstaatlichkeit verlangt, eigene und fremde Menschen gleich zu behandeln, ausser Unterschiede rechtfertigen eine unterschiedliche Behandlung: Zuerst für die eigenen Bürger sorgen (und die legal oder illegal immigrierten in die zweite Reihe setzen, „hinten anstehen, zuerst kommen die Einheimischen“ kennen wir doch als die Schwarzen hinten sitzen mussten im Bus: Sie finden also, wenn die S-Bahn voll ist, sollen die ohne CH-Pass auf die nächste warten, zuerst wird für die eigenen gesorgt?

      • Anh Toàn sagt:

        Habe an einem Ort gelebt, wo die Schweizer von Immigranten verdrängt wurden. In Verbier kauften die alles auf, bis es so teuer wurde, dass die Einheimischen wegziehen mussten. Selbst mit Wohneigentum, da die Grundeigentumspreise alle Konsumentenpreise für Lokales in die Höhe treiben so dass man sich als Mittelklasse Schweizer sich arm fühlt unter all den Reichen.

        Die Immigranten in der Schweiz bedrohen übrigens kaum Schweizer, sondern die untere Mittelschicht, das sind seit langem in erster Linie Ausländer in der Schweiz.

        • Anh Toàn sagt:

          Aus der Webseite des Kantons ZG:

          „Die internationale Zuwanderung war in den letzten Jahren der Hauptgrund für das Bevölkerungswachstum. 2019 sind 2’953 Menschen aus dem Ausland in den Kanton Zug gezogen, 2’217 haben ihn in die Gegenrichtung verlassen. Der Wanderungssaldo mit der übrigen Schweiz war dagegen negativ (3’426 Zuzüge gegenüber 3’863 Wegzügen).“

          Die reichen Ausländer kommen nach Zug, die Schweizer müssen weg!

          • Rolf Zach sagt:

            Für was ist ein Staat in erster Linie da, für seine Bewohner und für nichts anderes.
            Was Sie da erläutern, wegen dem Bus, wo die Schwarzen sich hinten setzen mussten, ist eine Argumentation, die im Zusammenhang mit der Schweiz nicht logisch ist. Diese Schwarzen im Bus waren viel länger waschechte Amerikaner, als viele Weiße, die im Bus vorne sassen. Ich nehme mir nun einmal das Recht, keine Immigranten zu akzeptieren, die Wohnraum gratis benützen und Schweizer deshalb vertrieben werden. Ebenso bin ich gegen Ausländer aus höheren Etagen (bei Angelsachsen ausgeprägt), die sich hier als Chefs breitmachen und eigentlich nur Blender sind. Bei den Linken sind alle aus Afrika und Asien willkommen, bei den Rechten wird jeder von Amerika als Chef begrüsst, auch wenn er eine Pfeife ist.

          • Anh Toàn sagt:

            Sie berufen sich für Ihr Recht, vorne zu sitzen im Bus nicht auf ihre Hautfarbe, aber dennoch auf Ihre Abstammung.

            Sie möchten ja nicht die Alten bevorzugen gegenüber den Jungen, sondern die, welche von solchen abstammen, soll ein Staat bevorzugen. Vorrechte auf Grund der Geburt, ich kann darin nichts Anderes erkennen. Und Tradition als Argument, ist doch schon lange so, dass jeder Staat seine Bürger bevorteilt (und damit die anderen diskriminiert). Und in der Schweiz ist dies erst recht Tradition, diskriminiert werden nicht Schwarze, nur „Tänzerinnen“ aus der dritten Welt. Wenn sich herausstellt, dass die Schwarze gebildete Schweizerin ist, wird sie nicht mehr diskriminiert. Da sieht man, wir Schweizer sind nämlich keine Rassisten.

          • Anh Toàn sagt:

            Ist der Bootsflüchtling Füsiker und Christ, dann ist er willkommen. Wir wollen keine Muslime mit ihrer fremden, minderwertigen Kultur, die tun nur kosten, weil deren Mütter tun nur ihre Söhne verwöhnen, etc. etc.

          • Anh Toàn sagt:

            Kinks Victoria:

            „I was born, lucky me
            In a land that I love
            Though I am poor, I am free
            When I grow I shall fight
            For this land I shall die“

            So sorgen Staaten für ihre Bürger.

            Auch im Kapitalismus dienen Staaten dem Schutz des Eigentums vor den Habenichtsen. Denen im Inland mit Polizei (oder schlauer ein wenig Almosen (Sozialleistungen) damit die Ruhe geben) und im Ausland mit der Armee. Daher dürfen die Reichen ja auch problemlos in fast jedes Land der Welt.

            Das erkennt die Mehrheit der Bürger und stimmt / wählt dennoch gegen die eigenen Interessen (von Seezugang bis Mindestlohn, Ferien, Steuern), weil sie davon träumt, mal reich zu sein: Wovon soll die Mitte träumen, wenn die Reichen geschröpft werden? Da tritt man lieber nach unten.

        • Josef Marti sagt:

          Menschenrechte kommen überhaupt nicht in Frage, die sind ja nicht mal Scharia konform.

          • Anh Toàn sagt:

            Menschenrechte sind auch nicht (National-)Staatskonform: das wird einem nicht bewusst, wenn man aus einem reichen Land kommt, man bekommt Visa ganz einfach an die meisten Orte, darf da halt nicht arbeiten, aber sich frei bewegen immerhin.

            Kommt man aus einem armen Land, und hat kein vermögen, kein geregeltes Einkommen, gibt es von keinem Land ringsherum und auf der Welt ein Visum: Das eigene Land wird zum Gefängnis, es muss dazu nicht mal wie die DDR die Leute selber einsperren, die sind eingesperrt, weil die nirgendwohin können: Die DDR übrigens musste die Leute einsperren, weil die in den Westen konnten, wie Nordkorea: Sobald die guten Länder alle aus den schlechten Ländern reinlassen, sind die schlechten Länder leer, der Diktator löscht das Licht.

          • Anh Toàn sagt:

            Menschenrechte kommen nicht in Frage, da niemand die Armut, den Hunger die Erschöpfung der „armen gecshundetenden nach Freiheit dürstenden Massen “ will, zuerst soll für die Eigenen gesorgt werden, die liegen einem doch mehr am Herzen:

            Lou Reed: Dirty BLVD

            „Give me your hungry, your tired your poor I’ll piss on ‚em
            that’s what the Statue of Bigotry says
            Your poor huddled masses, let’s club ‚em to death
            and get it over with and just dump ‚em on the boulevard“

  • Hans Iseli sagt:

    Sehe ich auch so.
    Aber was ist nun mit dem wohl zu Recht hochgeputschten Klimaproblem und der durch das Wachstum zunehmend zerstörten Umwelt? Aus dieser Sicht und damit aus Sicht der Grünen und Linken wäre doch eine zurückgestutzte Wirtschaft der richtige Anfang!

    • Rolf Zach sagt:

      Es ist ein Märchen, dass die Gesamt-Nachfrage zurückgeht. Im Gegenteil, die kann sich ständig ausweiten. Die Gretchenfrage ist nur, ob diese Erweiterung der Nachfrage uns persönlich nützt und unser Wohlbefinden fördert. Eine Schweiz mit 20 Mio. Menschen kann durchaus diese Anzahl ernähren und beschäftigen, aber ist es dann noch lustig in der Badeanstalt kaum Platz zu finden um die Beine auszustrecken oder auf dem Waldspaziergang ganze Heerscharen von Wanderer an zu treffen? Abgesehen davon, dass sich die Natur in einer derartigen vom Mensch geprägten Zivilisation so verhält, dass sie uns schadet. Wer nicht von der Eindämmung des Bevölkerungswachstum spricht, ist ein Dummkopf und dies gilt vor allem für Afrika, die islamische Welt, Indien und Lateinamerika.

      • Anh Toàn sagt:

        Da reserviert man 98% des Seeufers für ein paar wenige Reiche (Privatgrundstück mit Seeanstoss), und flucht über den Dichtestress in der Badi!

        • Rolf Zach sagt:

          Die Mehrheit der Stimmbürger hat immer im vollen Wissen über die privat verbauten Ufer am Zürichsee alle Initiativen dies zu ändern abgelehnt. Im Kanton Zürich gibt es übrigens ein Gesetz, dass für Neubauten am See einen Abstand von 8 Meter zum See verlangt. Man will dieses Gesetz dahingehend abändern, dass die Gemeinden diesen Abstand autonom bestimmen können. Es gibt Seegemeinden, wo diesbezügliche Vorstösse laufen, diesen auf etwa 4 Meter zu reduzieren.
          Unter diesen Umständen kann ich doch wenigstens verlangen, dass die Immigration von Leuten, die nur kosten, gestoppt wird.
          Natürlich können Sie Eigentumsrechte einschränken oder abschaffen, dass geht sicher in Vietnam, wo sie die Chinesen in der 4. Einwanderer-Generation auf Boote setzten und in den Ozean jagten.

  • Ronnie König sagt:

    Vielleicht sind es die Zusammenhänge die die Menschen nun bewusster wahrnehmen und doch nicht recht verstehen, weil die Materie sehr komplex ist. Und man ahnt, dass der Konsum wohl wichtig und richtig ist, aber man rätselt über das vernünftige Mass. Meine Beobachtung. Und man wartet auch ab. Abwarten was sich wegen was wie entwickelt. Die Börse sagt dazu nicht viel, ausser dass sie von der Realität abgekoppelt ist und von sehr billigem Geld profitieren kann. Mit politischen Verwerfungen die zunehmen ist allerdings ein Faktor im Spiel der nichts Gutes verheisst. Ich schätze es wird noch ziemlich dicke kommen. Und in nächster Zeit noch ein neuer Winzling und das ganze Kartenhaus fällt total zusammen. Wahrscheinlich ist es dann um mehr wie nur die Wirtschaft geschehen.

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