Aufstand der Kleinen

Emmanuel Macron will neue Institutionen für die Eurozone. Foto: Thomas Samson (AP)

Alle wissen es, alle beklagen es: Die Europäische Währungsunion funktioniert in der heutigen Form nicht richtig. Deshalb hat der französische Präsident Emmanuel Macron vor einigen Monaten einen Vorschlag zur Verbesserung der Euro-Architektur gemacht. Im Kern läuft es auf eine stärkere Integration hinaus, die mittels eines eigenen Parlaments, eines Finanzministers und eines gemeinsamen Budgets stabilisiert werden soll.

Konzeptuell ist der Vorschlag folgerichtig. Eine Währungsunion ohne politische und Fiskalunion ist ein instabiles Gebilde. Es braucht Ausgleichsmechanismen, um die schwachen Mitglieder der Währungsunion bei der Stange zu halten. Gut ist auch, dass die Reform in einer ruhigen Phase angegangen wird. In Krisenzeiten, die bestimmt wieder kommen werden, gilt die ganze Aufmerksamkeit der Bekämpfung der kurzfristigen Schäden.

Wie realistisch sind die Pläne Macrons?

In den letzten Monaten wurde in der Presse oft berichtet, dass die neue Merkel-Regierung mitziehen würde. Kann sein, aber plausibel ist es nicht. Kanzlerin Merkel hat bisher keine einzige Idee zur Stabilisierung des Euro geäussert. Zudem hat sie seit den letzten Wahlen kein Mandat, selbst wenn sie nun plötzlich eine Reform anstrebte. Die euroskeptischen Kräfte sind enorm gestärkt worden. Die FDP und die AfD wollen keine weitere Integration.

Des Weiteren sperren sich seit neustem die nordeuropäischen kleinen Länder gegen weitere Integrationsschritte. Weitgehend unbeachtet von der schweizerischen Öffentlichkeit haben die Finanzminister der baltischen Länder, Dänemarks, Finnlands, Schwedens und der Niederlande vor einer Woche ihre Positionen umschrieben (Quelle).

Sechs klare Forderungen

Der Spielraum für Veränderungen wird dabei eng gezogen. Nur bei zwei Themen sind sie bereit für Konzessionen: bei der Bankenunion und dem Ausbau des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) zu einem Rettungsfonds für Staaten, die sich in Schuldennot befinden.

Ansonsten plädieren die Finanzminister der kleinen Nordländer für wirtschaftspolitische Disziplin. Das Communiqué beginnt mit der Feststellung, dass die momentane Stärke der Eurozone neben den Massnahmen auf europäischer Ebene – gemeint ist die expansive Geldpolitik der EZB – vor allem auf die weitreichenden Reformen auf nationaler Ebene zurückzuführen sei. Im Folgenden stellen sie sechs Forderungen auf, die mit einer Ausnahme den Plänen Macrons diametral widersprechen:

  1. Die EU und die Eurozone dürfen nicht auseinanderdividiert werden. (Macron will neue Institutionen für die Eurozone.)
  2. Die Stärkung der Währungsunion könne in erster Linie durch weitere Reformen auf nationaler Ebene und Einhaltung der bestehenden Regeln erreicht werden. (Macron will Integration.)
  3. Die Regierungen der Eurozone sollen sich auf Ziele konzentrieren, die von der eigenen Bevölkerung unterstützt werden. (Macron verfolgt seine Ziele ohne Rücksicht auf die Mehrheitsverhältnisse.)
  4. Die bisher unvollendet gebliebene Bankenunion soll gestärkt werden. (Macron will dies auch, und alle sind sich einig, dass hier grosser Handlungsbedarf besteht.)
  5. Der ESM solle gestärkt und möglicherweise in einen Europäischen Rettungsfonds umgewandelt werden, aber weiterhin der Kompetenz der Euro-Mitgliedsländer unterstehen, nicht einem neu zu schaffenden Parlament. (Macron will den ESM zum Kern einer neuen Finanzpolitik machen.)
  6. Die Überwachung der Fiskalregeln soll in Zukunft besser überwacht werden. (Für Macron ist dieses Ziel zweitrangig.)

Wie stark die kleinen Länder in den Verhandlungen sein werden, ist offen. Deutschland und Frankreich machen zusammen etwa 50 Prozent der Wirtschaftskraft der Währungsunion aus. Aber wenn sich die Kleinen zusammenschliessen, lässt dies auf verhärtete Fronten schliessen. Es dürfte es insbesondere der Merkel-Regierung viel leichter machen, die Offensive Macrons abzubremsen.

Die neuen deutsch-französischen Pläne hätten am Gipfel vom 22./23. März erstmals vorgestellt und besprochen werden sollen. Vor wenigen Tagen wurde nun bekannt, dass die deutsche Regierung noch nicht bereit sei für dieses Thema (Quelle). Die französische Sprache hat für solche Situationen ein gutes Sprichwort parat: «Honi soit qui mal y pense» («Beschämt sei, wer schlecht darüber denkt»).

54 Kommentare zu «Aufstand der Kleinen»

  • Jan Svoboda sagt:

    Die Nummer mit der Stärkung des ESM Fonds ist zirkusreif, Herr Knie sollte diese Knaben angagieren, David Coperfield würde vor Neid erblassen.

  • Rolf Zach sagt:

    Man kann es nicht genug betonen, die Erklärung der Finanzminister der nördlichen EU Staaten ist überhaupt keine Abkehr vom Euro! Sie befürworten auch nicht eine Vertreibung von Italien und Griechenland aus der €-Zone, im Gegenteil, sie wollen diese absolut in die finanzielle Stabilität der €-Zone einbinden, deshalb auch die unbedingte Befürwortung der Bankenunion.
    Sie sind auch nicht gegen eine Konjunktur-Politik à la Keynes. Sie hätten sonst nicht den portugiesischen Finanzminister zum Vorsitzenden der EU-Finanzminister gewählt, der innerhalb der €-Zone eine sehr geschickte Politik der Konjunktur-Ankurbelung betreibt und somit beweist, dass auch ein relativ armes Land wie Portugal mit dem € überleben kann.

    • Rolf Zach sagt:

      Diese nördlichen EU-Finanzminister wissen genau, dass eine Freihandelszone für ihre Wohlfahrt nicht ausreicht. Wer meint, wie die SVP Nationalräte Martullo und Matter, die WTO Regeln genügen für die Wohlfahrt eines Landes, der versteht einfach nichts von der Schweizer Volkswirtschaft. Wie ist es, wenn sich die Chinesen und sogar die Japaner sich nicht an die Regeln des Freihandelsabkommens mit dem EU-Nichtmitglied Schweiz halten? Nichts, gar nichts! Will schon die ohnmächtige Schweiz die Chinesen in Genf vor diesen schwächlichen Kadi (WTO) ziehen? Die EU macht Handelsverträge im Namen ihrer Mitglieder und diese wollen alle ausser UK behalten. Die Schweiz und die EWR haben aus sehr politischen Gründen einen Sonderstatus. In der EU ist nur Deutschland uns grün, die anderen nicht.

      • Maiko Laugun sagt:

        @Rolf Zach: „Wie ist es, wenn sich die Chinesen und sogar die Japaner sich nicht an die Regeln des Freihandelsabkommens mit dem EU-Nichtmitglied Schweiz halten?“

        Genau deshalb braucht es eine EU, besser noch ein gesamthaft vereinter Kontinent Europa als Bundesstaat, mit dem Heidiland als vollwertiges Mitglied. Alles andere ist Wunschdenken der ewiggestrigen Nationalisten.

        • Marcel Senn sagt:

          Maiko: Seit wann bist denn Du für einen EU Beitritt von Heidiland?

          • Maiko Laugun sagt:

            @Marcel: Ich stehe der EU in der heutigen Form noch immer sehr kritisch gegenüber. Es ist trotzdem besser, die Dinge aktiv anzugehen als nur passiv zu reagieren.

            Es ist dumm, sich nur zu verteidigen. Es ist dumm, nur auf Zeit zu spielen. Es ist besonders dumm, nicht zu erkennen, dass man damit nichts erreicht. Just my 2 Cents.

    • Jan Svoboda sagt:

      ehrlich Herr Zach, Ihre keynesianische Fantasterei ist ein Humor vom Feinsten, ausgerechnet Portugal, eine wandelnde Finanzleiche als Vorbild zu bringen, das nenne ich Leistung. Das Land mit einer Verschuldung vom 125% BIP und über 18% fauler Krediten im System. Bestimmt wird die Eurozone von einem portugiesischen keynesianischen Clown und Sozi gerettet,der Lacher des Jahres.

  • Linus Josef Anton Huber sagt:

    „Die Regierungen der Eurozone sollen sich auf Ziele konzentrieren, die von der eigenen Bevölkerung unterstützt werden.“

    Die Auseinandersetzung zwischen Globalisten und Demokratie zu thematisiert ist dringend notwendig.

    • Monique Schweizer sagt:

      Na dann soll doch das noch EU Mitglied England mal anfangen, jetzt wo angeblich die Russen gezielte Nervengiftaktionen verüben, der Donald mit seiner Abschottungsstrategie auch nicht wirklich pässlich sind, die Brexit-Verhandlungen etwas gar zäh vorangehen.
      Man kann den Brexit Entscheid durchaus auch als Entscheid gegen die Globalisierung betrachten, nur muss Frau May langsam aber sicher Alternativen bringen, zumal die EU nicht auf irgendwelche britischen Rosinenpickereien einsteigen will.
      .
      Von dem her ein geeignetes Vorabbeispiel für Ihren gewünschten Diskurs!

    • J. Kuehni sagt:

      „Die Auseinandersetzung zwischen Globalisten und Demokratie zu thematisiert ist dringend notwendig.“

      Die Auseinandersetzung findet nicht zwischen Globalisten und „Demokratie“ statt, sondern zwischen Globalisten (domokratisch oder nicht) und (Möchtegern-)Lokal-Autokraten.

      Nehmen Sie eigentlich auch mal zur Kenntnis, Herr Huber, dass in sämtlichen Staaten, in denen ein angeblicher „Aufstand“ gegen die Globalisierung stattgefunden hat, allenthalben versucht wird, div. Freiheits- ebenso wie demokratische Rechte massiv zu beschneiden? Von Erdogan über Orban und Kaczyński, Maduro, Duterte, bis hin zur britischen Regierung mit ihren dubiosen Henry-VIII-Klauseln fröhnen allesamt mehr oder weniger der Devise:

      „Beschränkung der Freiheit zur Rettung der Demokratie“.

    • J. Kuehni sagt:

      Keiner von den „Aufständischen“ will übrigens wirklich die Globalisierung bekämpfen, sondern bloss einseitigen Protektionismus betreiben, analog dem Herrn Drumpf, der wie alle Stammtisch-Strategen die Rechnung ohne den Wirt macht: Die Konsequenzen der Retorsionsmassnahmen werden ignoriert, weil man kann dafür ja wiederum die „Ausländer“ beschuldigen, solange, bis aus blossen Handelskriegen deren richtige werden.

    • J. Kuehni sagt:

      „Die Regierungen der Eurozone sollen sich auf Ziele konzentrieren, die von der eigenen Bevölkerung unterstützt werden.“

      Kümmert sich der neue chinesische „Dictator for Life“ oder Herr Drumpf um die „Ziele, die von der europäischen Bevölkerung unterstützt werden“?.

      Sind sich die Damen- und Herren Euro- & EU-Skeptiker wirklich sicher, dass die Mehrheit der EuropäerInnen ein Vasallendasein von Chinas oder US-Gnaden einem europäischen Superstaat vorziehen?

    • J. Kuehni sagt:

      Wie laut wird der „Aufstand der Kleinen“ ausfallen, in einem All-Out-Handelskrieg zwischen den USA, China und der EU?

      Schaffen Erstere die Division der EU, gibt es keinen „Handelskrieg“, bloss bevorzugte „Partnerstaaten“ innerhalb Europas, deren Handelspolitik auf Kosten ihrer Nachbarn unter dem Schutzschirm ihrer jeweiligen externen Overlords stattfindet, die Chinesen arbeiten ja bereits daran, bei Orban et. al.

      Mit einer Wiedererlangung europäischer, nationalstaatlicher Selbstbestimmung und „Suverinität“, hat all dies jedenfalls nichts zu tun.

      • Linus Josef Anton Huber sagt:

        Dass Ihnen das Narrativ „Globalisten versa Demokratie“ nicht in Ihr Gedankengut passen will, kann ich mir gut vorstellen. Aber unter dem Strich geht es genau darum.

  • Maiko Laugun sagt:

    «Aufstand der Kleinen»

    Ein Blog spiegelt zum Glück – und per Definition – nichts anderes als die persönliche Meinung des Autors und ist unabhängig vom inhaltlichen Thema, auch dann, wenn es sich um ein wissenschaftliches Thema handeln sollte. Beim Lesen des Titels dachte ich doch fast, ich hätte auf den ‚Blick‘ geklickt.

    „Aufstand“? Es handelt sich um nichts anderes als eine demokratisch geäusserte Meinung von demokratisch legitimierten Mitgliedern einer demokratischen Union.

    Und sonst bitte jede Vorlage im Heidiland auch als einen „Aufstand der Kleinen“ titulieren. Danke.

    • Anh Toàn sagt:

      Danke Herr Laugun

      Auch sind die Differenzen gar nicht so gross, wie dargestellt:

      Nehmen wir mal Punkt 2: Macron will Integration, während die „aufständischen Kleinen“ „Reformen auf nationaler Ebene und Einhaltung der bestehenden Regeln“ fordern: Wenn die Nationen zur Einhaltung gemeinsam beschlossener Regeln und dazu auf nationaler Ebene sich reformieren müssen, ist dies auch eine Form der Integration: Mehr Integration wollen beide Seiten, die Differenzen bestehen darin, was das beste Mittel dazu ist. Verhandlungen werden einen Kompromiss, einen Konsens schaffen. Wird auf einem Markt dem Händler 1 Dollar für seinen Teppich geboten, weiss er, man ist sich im grossen Ganzen einig, er hat den Teppich und der Interessent will ihn, jetzt geht es noch um die Details.

  • groeg sagt:

    Der gute Ms. Macron soll jetzt nicht pressieren. Der Brexit ist noch nicht gegessen. Die Briten sind noch zu allem fähig, wenn die EU zu weit geht.Tatsache ist, dass vorerst einmal 12 Milliarden pro Jahr fehlen werden.Ob das wirklich von den Engländern kompensiert wird, ist noch nicht Tatsache.Erst wenn Geld in der Kasse klingelt kann bezahlt werden.Zudem sind alle südlichen Staaten verschuldet bis zum geht nicht mehr.Auch das ist noch nicht gegessen.Der weisse Elephant wartet hinter der Ecke.Allein die von Trump verlangten (zu Recht) erhöhten Rüstungsausgaben werden die EU Staaten viele Milliarden kosten.In Deutschland funktioniert fast keine einzige grössere Waffe.Alles reparaturbedürftig, rostig, Teile fehlen. Und das gegenüber Putin.Da kann man nur laut herauslachen und weinen.

    • Rolf Zach sagt:

      Zu was sind die Briten fähig? Denken Sie, dass Großbritannien sich der NAFTA anschließt? Studieren Sie einmal die Verteilung der britischen Exporte? Die einzige bedeutende Wirtschaftsmacht, wo UK ein Überschuss im Handel hat, sind die USA. Ich glaube kaum, dass Trump sie in der NAFTA haben will. Mit den Chinesen haben sie prozentual noch ein grösseres Defizit als mit Deutschland. Der ganze Handel, wie vor 1939 mit dem Commonwealth ist eine Chimäre, gespielt in englischen Drama-Fernsehserien eingetrichtert in die Köpfe von unbedarften Briten.
      Die Brexit Befürworter der englischen Machtelite sind Leute, die wie bei uns der Manitu aus Herrliberg, den Sozialstaat abschaffen wollen. Für diesen Zweck opfern sie so gar das langfristige Gedeihen der britischen Wirtschaft.

  • Hans Reuter sagt:

    Macron ist ein Rothschild Zögling, dies besagt eigentlich schon alles.

    • Monique Schweizer sagt:

      So ein simplifiziertes Weltbild möchte ich auch mal wie Sie Herr Reuter! Wo kann man das kaufen?

      • Hans Reuter sagt:

        Schweizer. Dies ist überhaupt nicht simplifiziert sondern eine sehr weitreichende Angelegenheit und geht bis in religiöse Täuschungen hinein. Rothschild ist bekennender Zionist. Dies bestätigte er selbst in einem Interview.

        • Monique Schweizer sagt:

          Na und? Der erste Zionistenkongress fand auch in Basel statt – ist Basel jetzt auch Teil der Weltverschwörung? Gut weil die BIZ dort ist, könnte man noch solche Korrelationen herbeitheoretisieren.
          Ist Macron jetzt Teil der zionistischen Weltverschwörung, weil er mal in der Bank Rothschild gearbeitet hat?
          Aber ist mir schon klar, dass man in Ihren Denkkreisen die wildesten Theorien copypasted. Immer angereichert mit einigen nachprüfbaren Fakten, damit es auch scheinglaubwürdig wirkt.
          .
          Also konkret wem, wie und womit soll Macron mit seinem € 2.0 denn konkret behilflich sein?
          Dass die jetzige € Zone nach wie vor fragil ist, dürfte klar sein.

  • robert koch sagt:

    Die Vorschläge Macrons orientieren sich knallhart an den Interessen Frankreichs. Die haben sich seit 50 Jahren nicht geändert. Deutschland soll für Frankreich bezahlen. Mit der Vergrösserung der EU sind weitere Nettozahler (Frankreich ist auch einer, ist aber nur knapp über dem Strich) hinzugekommen. Dass die keine Freude, haben für die Franzosen aufzukommen, versteht sich von selbst.

  • Pjotr Müller sagt:

    Ist das nun der neueste Trend: schreibe einen Kommentar und beweihräuchere dich mit eigenen Antworten gleich selber?

    • Anh Toàn sagt:

      Mit Unterteilung eines Textes in mehrere Kommentare, ermöglicht nicht nur längere Texte zu posten, so wie dies früher ging. Suchen Sie mal einen Beitrag von 2010 und sehen sich die Länge der Kommentare an. Lange Kommentare sind hier konservativ-traditionell, der Trend, geht in Ihrer Richtung: 140 Zeichen reichen halt nur für in schlechter Sprache formulierte Schlagworte, Rundumschläge, aber mehr kann oder will ohnehin kaum jemand lesen: Vor allem reduziert das Auteilen eines Textes auf deutlich weniger als die heute erlaubten 600 Zeichen, die Wahrscheinlichkeit, im undurchschaubaren Software gesteuerten Zensursystem (darüber haben wir uns hier schon oft ausgelassen) hängen zu bleiben erheblich.

      • Marcel Senn sagt:

        Toan: Dieses angebliche Software Zensursystem ist vermutlich eher ein Computerbug — die teilweise unverdächtigsten Worte kommen nicht durch und wenn man sie dann mit Bindestrichen schreibt kommt der Kommentar durch!
        Das hat weniger mit Zensur zu tun, als entweder mit einem Scherz des Programmierers oder sonst mit Schlamperei vermute ich mal.

    • Linus Josef Anton Huber sagt:

      🙂

  • Anh Toàn sagt:

    „Zudem hat sie seit den letzten Wahlen kein Mandat, selbst wenn sie nun plötzlich eine Reform anstrebte. Die euroskeptischen Kräfte sind enorm gestärkt worden. Die FDP und die AfD wollen keine weitere Integration.“

    Wozu hat denn Merkel ein Mandat? Immerhin ist ihre Partei klar als stärkste Kraft aus den Wahlen hervor gegangen. Die Union hat mehr Wähler als AfD und FDP zusammen. Merkel wurde vom Bundespräsidenten mandatiert eine Koalitionsregierung zu bilden: Ihr Mandat entsteht aus dem Koalitionsvertrag als Basis der Regierung.

    „Die euroskeptischen Kräfte“ sind was? Gegen den EUR trauen sie sich nicht zu sagen, sie sind auch nicht für den Euro, die sind einfach skeptisch.

    kritisch: „misstrauisch, ungläubig, unsicher, zurückhaltend, zweifelnd, argwöhnisch, kleingläubig“:

    • Anh Toàn sagt:

      Womit wurden denn die Skeptiker, diese zweifelnden, unsicheren denn mandatiert? Die haben das Mandat erhalten zu zweifeln. Das macht die Opposition im Parlament so oder so: Zweifeln und stimmen immer mit Nein.

      Sollte man nicht daraus, dass es in den EUR Ländern nur noch Euroskeptiker, aber kaum mehr Eurogegner gibt, auf eine sehr sehr breite Akzeptanz des EUR schliessen? Die AfD war mal eine Partei, welche aus dem EUR wollte, als da der Gründer Henkel noch das Sagen hatte: So scheiterte die AfD an der 5 Prozent Hürde: Der Erfolg kam erst, als man stark nach rechts driftete, aus dezidierten EUR Gegnern wurden Skeptiker, Henkel trat aus, Höcke ist noch immer dabei: Die AfD ist dezidiert gegen Muslime und Nigger, gegen den EUR haben die nichts.

      • Anh Toàn sagt:

        Petri hat ihren Austritt aus der AfD mit der Radikalisierung begründet: Die werden aber nicht radikal gegen EUR, sondern rassistisch: Als letzte, lange nach Henkel, hat die Petri gemerkt, dass sie in einer Partei ist, in welcher Nazis nicht nur willkommen sind, sondern den Ton angeben: Gauland, Storch und Höcke sind Nazis und bestimmen die AfD.

        • Anh Toàn sagt:

          Man sollte nicht, nur weil man gegen den EUR ist, rassistische Parteien verharmlosen als EUR-Skeptiker: Vielleicht 5 (in Worten: fünf) Wähler wählte die AfD, weil die EUR skeptisch ist. Die anderen wegen Höcke, Gauland und Storch.

  • Anh Toàn sagt:

    Für die Schweiz hat die französische Sprache auch ein Sprichwort: „Les absents ont toujours tort“: Die Abwesenden sind immer im Verzug.

    • Daniel Bucher sagt:

      Ganz offensichtlich stimmt dies weder für die Schweiz noch CZ, N, S, D, GB. Sie alle sind nicht auf die verlockenden tiefen Zinsen im Euroraum hereingefallen und können weiterhin ihre eigene Währungspolitik betreiben. Anders als GR und I, welche auf Gedeih und Verderb der EU/Euro ausgeliefert sind und deshalb ihre Währung nicht wie in früheren Jahren nach Bedarf abwerten können.

      • Anh Toàn sagt:

        Die Schweiz betreibt „ihre eigene Währungspolitik“: Ja klar, die Schweiz hat selbstbestimmt entschieden, mal für ein halbes BIP, EUR,USD und auch noch GBP zu kaufen. Und die Zinsen macht die SNB negativ, weil die die Banken strafen will für deren tun während der Finanzkrise.

        Die Schweiz macht keine eigene Währungspolitik, sie versucht verzweifelt zu dämpfen, was die Märkte mit ihrer Währung machen: Es ist deren Spar- oder Shortwährung (Ungarische Hyposchuldner), und das ist unser Problem.

        • Stefan Wiesendanger sagt:

          Sie scheinen zu meinen, dass eine eigene Geldpolitik nicht auf äussere Umstände reagiert. Das Merkmal einer solchen Politik ist aber, dass sie eben gerade das tut. Im EUR hätten wir eine starke konjunkturelle Ueberhitzung, Binneninflation und negative Realzinsen gehabt. Im CHF? Stetiges Wachstum, stabile Preise, /- positive Realzinsen. Perfekt!

        • Stefan Wiesendanger sagt:

          Apropos osteuropäische Franken-Schuldner: dass es keine gute Idee ist, sich wegen einer optischen Zinsdifferenz in einer härteren Währung zu verschulden, diese Lektion haben inzwischen alle gelernt – d.h. das ist überhaupt kein Problem mehr.

        • Linus Josef Anton Huber sagt:

          „Ja klar, die Schweiz hat selbstbestimmt entschieden, mal für ein halbes BIP, EUR,USD und auch noch GBP zu kaufen.“

          Stimmt genau.

          „Und die Zinsen macht die SNB negativ, weil die die Banken strafen will für deren tun während der Finanzkrise.“

          Abstruser Unsinn; Zentralbanken handeln quasi immer zum Wohle der Banken, was mitunter das Problem der letzten 30 Jahre ist, indem die Finanzindustrie im Verhältnis zum Rest der Wirtschaft überproportional wuchs. Das Verhalten der ZB in der Krise 2008 hat diesen Umstand weiter bekräftigt, anstatt endlich eine Kehrtwende einzuläuten.

          • Monique Schweizer sagt:

            Schnee von gestern Linus Josef, die Banken sind seit 2011 kaum noch gewachsen, die stagnieren bei 138 Billionen Assets
            Die unregulierten Schattenbanken sind dafür ganz gut gewachsen von 34 auf 35 Bio und werden vermutlich auch weiterhin überdurchschnittlich zulegen im 340 Billonen Financial Assets Corporations Masterjackpot (inkl. Central Banks, Pension Funds, Money Market Funds, Insurers etc)!
            Die Musik spielt mittlerweile woanders und könnte auch sein, dass die nächste Finanzkrise aus jener Ecke kommen könnte!

            http://www.fsb.org/2018/03/global-shadow-banking-monitoring-report-2017/

          • Monique Schweizer sagt:

            Sorry von 34 auf 45 Billionen sind die Shadow Bankings Assets gestiegen, nicht 34 auf 35…wäre ja lächerlich

          • Anh Toàn sagt:

            „Abstruser Unsinn;“ Ja genau, diesen abstrusen Unsinn wollte ich formulieren: Warum macht die SNB Negativzinsen?

            Um das Ausland davon abzuhalten unsere Währung als ihre Sparbüchse zu verwenden. Das ist nicht selbstbestimmt, das ist defensiv, die Märkte agieren, die SNB reagiert.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Ja, Monique, wer kann es den Schattenbanken, welche insgesamt traditionelle Bankfunktionen übernehmen, verübeln, wenn sie sich das Rezept der Banken zulegen, indem man möglichst schnell systemrelevant wird.

          • Monique Schweizer sagt:

            Na die Politik denk sollte es denen „verübeln“ – aber die Pfeifen dort haben doch grossenteils wenig bis null Ahnung – denn sonst wären sie ja Hedge Funds Manager geworden und nicht Politiker 😉
            Z.B. die gschtudierte Volxwirtschaftlerin Susanne Leutenegger-Oberholzer, die mittels Motion aus der aufgeblähten SNB Bilanz einen Staatsfonds abzweigen wollte!
            Dass eine Zentralbankbilanz auch noch eine Passivseite hat, das hat die womöglich in Ihrem VWL Studium in der nach 68er Zeit nicht voll mitbekommen! Hedge Funds gabs zwar damals vereinzelte, aber in der CH doch eher unbekannt und der grösste L/S HF ist mittlerweile die SNB – Long auf FX Bonds und Aktien, short auf Fränkli…. die wieder mal einzusammeln, resp. zurückzukaufen könnte teuer werden…auch daran denkt SLO nicht…

          • Maiko Laugun sagt:

            @Anh: „Das ist nicht selbstbestimmt, das ist defensiv, die Märkte agieren, die SNB reagiert.“

            Da stimme ich gerne zu. Im Kehrsatz bedeutet dies leider (!) nicht, dass die Nati auch immer kluge Entscheidungen trifft. Damit meine ich die wissentlich und willentlich aufgeblähte Bilanz.

          • Anh Toàn sagt:

            Die Beurteilung der Klugheit von Entscheidungen hängt von den Optionen hat. Ich fand den Mindestkurs besser, aber wenn mein Vorgänger deswegen abgesägt wurde, wüsste ich auch nicht, was ich anders als Jordan gemacht hätte. Nichts tun? Dazu braucht man ja den Job nicht.

          • Anh Toàn sagt:

            Die Unklugen Entscheidungen liegen alle in der Politik, vom EWR Nein über die Sparpolitik alles demokratisch legitimiert, und wenn der Ueli 2 Mrd gesetzwidrig versteckt, reklamiert auch keiner ernsthaft. Gesetzwidrig, weil die dafür vorgebrachte Argumentation zwar jedem Kaufmann vernünftig erscheint, aber der Volkswille, das Bundesgesetz, verbietet solches recht eindeutig. Ein Kaufmann würde die Verrechnungssteuern behandeln wie Geschenkgutscheine: Die Einnahmen werden zuerst mal in eine Rückstellung gebucht, noch nichts verdient, nur mehr Geld in der Kasse und mehr „Schulden“. Erst wenn der Gutschein verjährt ist, kann gegen Ertrag die Rückstellung aufgelöst werden. Aber für Uelis Buchhaltung gibt es ein eigenes Gesetz, und da sind Rückstellungen für sowas verboten.

        • Roland Heinzer sagt:

          Das ist doch clever, die SNB „druckt Geld“ und kauft damit € £ ¥ $ und die entspechenden hard assets. Sie sollte noch viel mehr kaufen und den Ertrag in die AHV überweisen. Papier gegen Real Assets. Die Allchemiesten hätten Freude. Weiter so, ist viel besser wie Negativzinsen, bis der Franken wkeder auf einem fairen Wert ist.

          • Anh Toàn sagt:

            Derr Ertrag fliesst aber nicht in die AHV: 5% (2 Mia von 40) werden an die Kantone ausgeschüttet, der Rest wird reinvestiert: Im Ausland!

          • Anh Toàn sagt:

            Selbst wenn die SNB NESN oder NOV kauft, investiert sie im Ausland: Rund 80 Prozent der Jobs der SMI Blue Chips sind im Ausland, bei NESN sind es 10’000 in der Schweiz zu 320’000 im Ausland.

          • Anh Toàn sagt:

            Die SNB kauft keine Stammanteile der Rolf Müller Malergeschäft GmbH in Opfikon.

          • Monique Schweizer sagt:

            Schweizer Firmen könnten ja beginnen ihr Aktienkapital in €, Yuan, oder $ aufzulegen oder Fremdkapital in solchen Währungen auszugeben. Bin mir zwar nicht sicher, ob das erlaubt ist gemäss Aktienrecht, aber dann hätte die SNB auch die Möglichkeit einheimische Aktien zu kaufen oder ausländische € Aktien durch CH € Aktien zu ersetzen.
            Gut aktuell kauft sie eh nix mehr schon seit einigen Monaten.

    • Stefan Wiesendanger sagt:

      „Les absent ont toujours tort“ bezieht sich auf Mitglieder, die abwesend sind und die man nicht nachträglich auf ihr Stimmrecht pochen lässt. Es bezieht sich nicht auf Nichtmitglieder, das wäre ja eine imperialistische Haltung. PS: für den EU trifft wohl eher zu: „mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen“. Bürgschaften sind immer zu meiden, privat, geschäftlich und staatlich.

  • Rolf Zach sagt:

    Ich kann beim besten Willen in dieser Erklärung der Finanzminister keinen besonderen Willen erkennen, die Euro-Zone einfach so, noch mehr mit der übrigen EU finanziell zu verquicken, was auch Macron nicht will. Dagegen wollen diese Finanzminister, diejenigen Währungen in der EU, die in ihrem Verhalten den exakt gleichem Regularien der €-Zone entsprechen, in die engere Zusammenarbeit der €-Zone einfügen. Was natürlich Schweden entgegenkommt, die ein 100 % Zugewandter Ort der €-Zone sind, wo nur das Volk in der Mehrheit nicht will. Diese nordischen Finanzminister wollen nichts wissen von Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Übrigens Macron auch nicht. Die Deutschen sind sich da im ungewissen, die Polen und Tschechen erwidern ihre Liebe nicht.

    • Rolf Zach sagt:

      Polen und Tschechien sind für die Deutschen enorm wichtige Märkte und bevorzugte Länder von ihren Direktinvestitionen, was gegenwärtig in beiden Ländern, aber noch mehr in Polen zu einer erneuten Deutschfeindlichkeit führt. Sie wollen nicht die gleiche Rolle wie Kanada zu den USA spielen. Aber sie werden es noch mehr sein, besonders in Polen, wo die gegenwärtige Regierung für nationale Dummheit sorgt, so dass die Polen selbst sich schaden. In Polen gab es immer Kräfte, die sich überschätzten und nun scheint wieder eine solche Phase anzustehen.
      Übrigens die Haltung der Dänen entspricht genau auch der schwedischen. Auch hat der britische Markt für die Dänen nicht mehr so die Bedeutung, wie dies noch vor 50 Jahren war.

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