Juncker und der Euro

Verfehlte mit seiner Euro-Ausweitungs-Forderung den Nerv der Zeit: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. (Foto: Reuters / Christian Hartmann)

Die Rede von Jean-Claude Juncker zur «Lage der Union» hat in der Öffentlichkeit wenig Zustimmung erhalten. Vor allem seine Aussage, der Euro müsse als Vehikel der Einigung auf alle Länder ausgeweitet werden, stiess auf grosse Skepsis. Juncker sagte Folgendes:

Wenn wir wollen, dass der Euro unseren Kontinent mehr eint als spaltet, dann sollte er mehr sein als die Währung einiger ausgewählter Länder. Der Euro ist dazu bestimmt, die einheitliche Währung der Europäischen Union als Ganzes zu sein.

Grosse Skepsis zeigt sich nun auch unter europäischen Ökonominnen und Ökonomen, wie eine Umfrage von Voxeu.org ergeben hat. Auf die Frage, ob sie mit Zwangsmitgliedschaft aller EU-Mitglieder zum Euro einverstanden seien, antwortete die überwiegende Mehrheit negativ (Quelle):

Die Argumente, die gegen eine zwangsweise Ausdehnung des Euro vorgebracht werden, sind seit den frühen 90er-Jahren bekannt. Nicht zuletzt einzelne Mitglieder der sogenannten Delors-Kommission, welche die Währungsunion vorbereitet hat, haben die Konstruktionsfehler von Beginn an identifiziert – hier ein Beitrag dazu.

Die grössten Schwächen sind die folgenden:

  • Es fehlt eine Fiskalunion.
  • Es fehlt eine richtige Bankenunion. Die bisherige Bankenunion ist zu schwach.
  • Das Bankensystem ist zu national aufgestellt.
  • Die Mobilität der Arbeitskräfte ist zu gering.

Was bei Juncker so irritiert, ist die Behauptung, der Euro habe zur Einigung beigetragen. Wer die Krise mitverfolgt hat, hat gesehen, wie der Graben innerhalb des Kontinents grösser geworden ist.

Jürgen von Hagen (Universität Bonn) bringt das Problem gut auf den Punkt:

The euro has already proven destructive and divisive for the countries currently using it. It would be foolish to repeat the earlier mistakes of making countries adopt the euro which are not ready for it. It would be even more foolish to force countries to adopt the euro which do not wish to do so. This would further weaken the European Union.

Sogar die Minderheit der Ökonomen, die eine Ausweitung des Euro anstrebt, weiss um die Schwächen der Währungsunion. Dissens gibt es eigentlich nur bei der Einschätzung der zukünftigen Entwicklung. Während die Skeptiker davon ausgehen, dass die Behebung der Konstruktionsfehler in absehbarer Zeit nicht kommen wird, sind die Optimisten der Meinung, die Weiterentwicklung der Währungsunion sei ein unvermeidbarer Prozess. Einen Marschhalt oder eine Rückbildung der Währungsunion halten sie für eine schlechte Alternative. So argumentiert Fabrizio Coricelli (Paris School of Economics):

As the EU is meant to provide a framework for full economic integration, it makes little sense to have some EU members outside the euro. This differentiation potentially puts in motion disintegration forces.

Nach den Bundestagswahlen vom vergangenen Sonntag haben die Skeptiker zweifellos die besseren Argumente. Eine weitere Integration à la Macron ist nicht vereinbar mit den neuen Kräfteverhältnissen in Berlin. Junckers Rede ist innerhalb von wenigen Tagen vollends aus der Zeit gefallen.

48 Kommentare zu «Juncker und der Euro»

  • Maiko Laugun sagt:

    „Sogar die Minderheit der Ökonomen, die eine Ausweitung des Euro anstrebt, weiss um die Schwächen der Währungsunion.“

    Und was weiss die Mehrheit über die Stärken des Euro?

    • Rolf Zach sagt:

      Vor allem interessiert die Mehrheit unserer Ökonomen überhaupt nicht die Währungsgeschichte des Schweizerfrankens, vor allem die vor 1914 nicht.
      Ferner machen sie sich keine Gedanken darüber, wie eine Politik nach Keynes umgesetzt werden kann, wenn es eine Währung gibt wie die Lira, die ständig abwertet.
      Den eine Schwund-Währung muss immer hohe Zinsen zahlen, auch wenn sie sich in einer Reserve-Währung verschuldet. Solche Staaten haben auch eine höhere Staatsverschuldung als solche mit Reservewährung und ob sie damit der Arbeitslosigkeit entfliehen können, ist fragwürdig.
      Dann gibt es die Gold-Standard-Fetischisten, die sagen dieser Standard sei die Lösung aller Probleme.
      Wie viele Länder vor 1914 hatten Staatsbankrotte. Anscheinend keine, aber trotzdem war Griechenland dabei.

      • Rolf Zach sagt:

        Sie sehen, die Mehrheit der Ökonomen sind deswegen gegen den EURO, weil sie die Verschuldung der Staaten in Fremd-Währung lieben, dass ergibt mehr Disziplin oder Inflation, kein Wunsch nach mehr Sozialstaat und vor allem keinen billigen Gratis-Kredit, weil andere Länder Devisen in $ und € halten müssen.
        Für diese Leute ist sogar Milton Friedman ein Linker, da er strikt gegen die Verschuldung der USA in fremder Währung war, damals Roosa-Bonds genannt. Hört man heute wieder davon?Damals konnte unsere SNB solche auf CHF lautende Papiere erwerben. Die Amerikaner würden einen Lachanfall bekommen , wenn man dies heute von ihnen verlangen würde.
        Übrigens Milton Friedman interessierte ausschließlich die Geldmenge und nicht das Gold.
        Er war der Gott für die Planwirtschaft des Geldes!

        • Marcel Senn sagt:

          Zach: Das ist wirklich ein wichtiger Pluspunkt für die €-Zone, dass sie meines Wissens fast ausschliesslich in € verschuldet sind. Dito übrigens auch für die Engländer, sonst wäre ein Brexit vermutlich noch schmerzvoller als er noch sein wird.
          Historisch gesehen sind Hyperinflationen immer dort entstanden, wo man in Fremdwährungen verschuldet war. In der Weimarer Rep. in Goldmark (Währung war ja die Papiermark damals bis 1924), in Lateinamerika in den 80er Jahren und jetzt auch wieder in Venezuela.
          Die Anzahl der Devisenländer ist immer noch relativ klein auch wenn jetzt China noch dazukommt. Wer immer den Devisen nachrennen muss hat oft permanent Stress (ausser er hat Oel oder ähnliche gut tradable Goods) mit Inflation etc.

      • Alain Surlemur sagt:

        Herr Zach, da muss ich die „Gold Fetischisten“ in Schutz nehmen. Wenn sie zur Zeit der Lateinischen Münzunion von Ihrem griechischen Kunden in Drachmen bezahlt wurden wären Sie selber Schuld gewesen wenn sie Papiergeld angenommen hätten. Nur Kurrantgold- und -silbermünzen waren offizielles Zahlungsmittel. Und auch wenn GR mal wieder Pleite machte (1893) verlor das Gold in Ihrem 20 Drachmen Stück dann den Wert? Der maximale Verlust wären die Kosten fürs Einschmelzen gewesen…

        • Jan Svoboda sagt:

          @Alain
          das versteht Herr Zach selbstverständlich nicht, solange das Geld dem Gold entspricht, kann dem Bürger ein Staatsbankrot egal sein, er muss nur seine Ersparnisse dem Zugriff des Staates entziehen.

        • Anh Toàn sagt:

          Hätte Rolf Zach etwas zur Zeit der lateinischen Münzunion gemacht, wäre er jetzt tot.

        • Monique Schweizer sagt:

          Unsere „Goldies“ wieder mal…wenn es denn so toll wäre mit Gold, wieso musste man den Goldstandard in der grossen Depression dann aufgeben. Und auch der Halbgoldstandard unter Bretton Woods hielt gerade mal ein Vierteljahrhundert.
          Solange man den Goldpreis noch in beliebig vermehrbaren Papierdollar bewertet ist das sowieso alles ein Witz.
          Vielleicht sollt man zuerst mal eine Rohstoffbasketwährung kreieren (z.B. aus Anteilen Erdöl, Erdgas, Stahl, seltene Erden, Phosphate und was die Menschheit sonst noch in der realen Wirtschaft tagtäglich braucht) und dann könnte man den Goldpreis in dieser Rohstoffwährung bewerten – wäre doch mal ein Fortschritt. Aber wenn Papiergeldphobiker ihr Lieblingsmetall in Papiergeld bewerten, dann ist das doch eh schon ziemlich bizarr!

          • Maiko Laugun sagt:

            @Monique Schweizer: „Gold“ … habe ich in Form eines Ringes an meinem Finger. Er steht symbolisch für den Glauben an die ewige Liebe.

            Goldstandard ist etwas für Illusionisten – oder solche, welche auf Godot hoffen.

          • Linus Huber sagt:

            „wenn es denn so toll wäre mit Gold, wieso musste man den Goldstandard in der grossen Depression dann aufgeben. Und auch der Halbgoldstandard unter Bretton Woods hielt gerade mal ein Vierteljahrhundert.“

            Wer genau sagt, dass „man“ musste. Es handelte sich um die Machtanmassung der Regierungen, um ihre vergangenen Fehlleistungen zu korrigieren.

  • Anh Toàn sagt:

    Noch was zu Währungsunion und Ausgleichsmechanismen

    In jedem wirtschaftsraum grösser als Luxemburg oder Monaco entstehen wirtschaftlich erfolgreiche Zentren mit entsprechender Sogwirkung auf die Randgebiete. Der Ausgleichsmechanismus ist die Personenfreizügigkeit, wer arbeiten kann, wohnt (oder haust, besser) in der Stadt, der Rest bleibt, wo es billig ist, weil da keine Arbeit ist. idealerweise wird dieser Ausgleichsmechanismus durch ein in der ganzen Volkswirtschaft weitgehend einheitliches Sozialversicherungssystem unterstützt. Dies fehlt in der EU, aber die gemeinsame Währung scheint mir eine Voraussetzung, eine conditio sine qua non, für ein einheitliches Sozialversicherungssystem.

    Der Wirtschaftshistoriker weiss bestimmt, wie lange es von CHF zur AHV dauerte.

    • Linus Huber sagt:

      Werbekampagne für den €uro

      Muß Deutschland für die Schulden anderer Länder aufkommen?

      Ein ganz klares Nein! Der Maastrichter Vertrag verbietet ausdrücklich, daß die Europäische Union oder die anderen EU-Partner für die Schulden eines Mitgliedsstaates haften. Mit den Stabilitätskriterien des Vertrages und dem Stabilitätspakt wird von vornherein sichergestellt, daß die Nettoneuverschuldung auf unter 3 % des Bruttoinlandsprodukts begrenzt wird. Die EURO-Teilnehmerstaaten werden daher auf Dauer ohne Probleme ihren Schuldendienst leisten können.

      Eine Überschuldung eines Euro-Teilnehmerstaats kann daher von vornherein ausgeschlossen werden…“

      • M. Stadelmann sagt:

        @Linus Huber: Wie meinen Sie das? Die Kriterien wurden ja nicht eingehalten… Und gilt diese Aussage auch für die Target2 Salden?

        • Linus Huber sagt:

          Ich denke, dass unter dem Strich die Versprechungen gegenüber der deutschen Bevölkerung gebrochen wurden. Welche juristischen Tricks auch immer angewendet wurden, ändert nichts an diesem Fakt. Und jetzt anhand der auftretenden Konsequenzen u.a. in der Form des AfD Resultates aufzujaulen, ist geradezu lächerlich. Auch das Fabulieren von Umverteilungsmechanismen ist hirnrissig, denn darüber wurde weder intensiv in der Öffentlichkeit diskutiert noch die Bevölkerungen in den bereits vollzogenen Entscheiden mit einbezogen.

          • Rolf Zach sagt:

            Wissen Sie, Herr Huber, die AFD hat nicht 13 % der Stimmen bekommen wegen dem EURO, sondern wegen der Einwanderung ( Flüchtlinge und Hilfsarbeiter), wovon die meisten aus dem Orient kommen und deshalb vorwiegend Moslems sind.
            Leute, deren Arbeitskraft wegen ihrer miesen Ausbildung niemand mehr braucht. Die Parallelgesellschaft bilden, die ständig Sozialhilfe beanspruchen und damit den arbeitslosen Deutschen das Hilfsgeld reduzieren.
            Der Westen, China und Vietnam wollen nur Leute, die ihre Wirtschaftskraft fördern und sie reich machen. Natürlich sind AFD Wähler auch gegen diese Leute, aber volkswirtschaftlich betrachtet haben diese Leute einen Multiplikator-Effekt, die Boots-Flüchtlinge nicht! Die €-Frage hat nur 1 % der AFD-Wähler interessiert!

          • Anh Toàn sagt:

            Seht Ihr es hat 13 Propzent Nazis in D, also ist EU Scheisse

            Siehst Du, es hat 87 Prozent nicht Nazis in D und Du bist Scheisse

          • Anh Toàn sagt:

            „….noch die Bevölkerungen in den bereits vollzogenen Entscheiden mit einbezogen.“

            Genau, einbezogen wurden einzig die 13 Prozent Nazis. Die anderen 87 Prozent wurden nicht einbezogen.

          • Anh Toàn sagt:

            An den 13 Prozent erkennen Sie Protest an der aktuellen Politik. Aber um etwas aus der Meinung der anderen 87 Prozent zu erkennen, scheint Ihr Bewusstsein einen grösseren Zeitrahmen zu benötigen.

            Antidemokraten behaupten mit 13 Prozent das Volk zu vertreten. Antidemokraten erkennen in 13 Prozent gesellschaftliche Bewusstseinsveränderungen und in 87 Prozent die Gefahr kollektivistischen Gedankenguts.

            Ihr seit aus dem letzten Jahrhundert, das kommt nicht mehr zurück, zum Glück.

          • M. Stadelmann sagt:

            @Linus Huber: Danke für ihre Replik, zu dieser stimme ich natürlich zu 100% zu. Ihr erster Kommentar war offensichtlich ironisch gemeint.

            @Rolf Zach: Noch mögen Sie recht haben, dass hauptsächlich der Flüchtlingsirrsinn die Leute allmählich zur Vernunft bringt und dadurch die bürgerliche Politik wieder erstarken lässt. Aber das Eurodesaster und die gewaltigen Demokratiedefizite in Deutschland, um nur zwei Beispiele zu nennen, werden diesen Trend noch mächtig verstärken. Rechts der CDU/CSU hat es noch sehr viel Platz. Ob dieses Vakum praktisch von einer einzigen Partei aufgesogen werden kann, oder sich ein ganzer Strauss von neuen Parteien bilden wird, ist vorerst irrelevant.

          • Anh Toàn sagt:

            Ja, die Petri macht jetzt die aAfD, die alternative Alternative für Deutschland.
            Hauptsache Rechts, im Stechschritt Marsch:

            @Zach: Warum ist relevant, ob die „Leute, deren Arbeitskraft wegen ihrer miesen Ausbildung niemand mehr braucht. Die Parallelgesellschaft bilden, die ständig Sozialhilfe beanspruchen“ jetzt Muslime sind oder Deutsche? Deutsche sind besser als Muslime, weil das ist doch der einzige Unterschied?

          • Anh Toàn sagt:

            „die „Leute, deren Arbeitskraft wegen ihrer miesen Ausbildung niemand mehr braucht. Die Parallelgesellschaft bilden, die ständig Sozialhilfe beanspruchen“

            wählen AfD, wenn sie Deutsche sind.

          • Anh Toàn sagt:

            Huber und Stadelmann erkennen in diesen die Speerspitze der Gesellschaft, die welche die tiefen Zusammenhänge dank fundiertem Demokratieverständnis in ihren Zweit- und Drittrundeneffekten erkennen, einzig deutsche Grammatik und Artikulieren können die nicht.

          • Anh Toàn sagt:

            @Rolf Zach: Mir erscheint falsch, den relativen Erfolg der AfD mit der Flüchtlingspolitik oder der europäischen Migration zu begründen: Die AfD ist stark, wo es weder Flüchtlinge noch europäische Migranten gibt. Die Flüchtlinge haben lediglich ermöglicht, dass die tief verankerten völkischen, rassistischen, religiösen Vorurteile wieder „Salon-“ oder modern „Talk-Show“ fähig werden.

            Die feigen Ratten trauen sich wieder aus den Löchern, das ist alles.

          • Jan Svoboda sagt:

            @Anh Toàn
            offensichtlich ist jeder ein Nazi der dem schwachsinnigen Gelaber eines Anh Toàn nicht zustimmt. Es gibt bestimmt bessere Methoden um deine Minderwertigkeitskomplexe zu therapieren als hier den ganzen Mist abzuladen.

          • Anh Toàn sagt:

            Das Problem der AfD Wähler sind nicht die Muslime, welche von Sozialhilfe abhängig bleiben und Parallelgesellschaften bilden. Das Problem dieser Verlierer sind die Muslime, Geflohene, immigrierte, welche es mit einem Kebab Stand oder einem Taxiunternehmen weiter als sie bringen. Also die 90 Prozent der Muslime in D, die gut integriert sind, zurecht kommen und erst noch besser Deutsch können, so wie Abdel Karim z.B.: Ich bin überzeugt, der typische AfD Wähler hasst den Abgrundtief.

          • Anh Toàn sagt:

            Darum werden auch Muslime pauschal oder noch anonymisierter der Islam angegriffen, von Islamgelehrten wie Köppel oder Thiel, nicht Rückständigkeit, Frauenfeindlichkeit, Parallelgesellschaften oder was auch immer an sich, sondern nur, wenn, weil diese muslimisch ist.

          • Anh Toàn sagt:

            All diese immigrierten Muslime, welche einen Job haben, haben den nicht einem deutschen Loser weggenommen, der wäre dazu ohnehin nicht befähigt gewesen, sonst hätte er den Job bekommen. DSas einzige, was die ihm genommen haben, ist die Entschuldigung, ein Verlierer zu sein. Daher kommt die Wut.

          • Anh Toàn sagt:

            Wenn es sogar Achmed schafft, warum bekommt der Bernd nichts auf die Reihe?

          • Anh Toàn sagt:

            Svoboda: Ich bezeichne SVP nicht als Nazi.Nicht einmal AfD. Aber Gauland, Höcke die Störchin usw. und die sind die Afd.

            Aber wenn bezeichnen Sie als Nazi: Htler war Vegetarier, also kein Nazi.

          • Anh Toàn sagt:

            Ich wollte schreiben, nicht einmal den FN bezeichne ich als Nazis, seit Marine den Papa rausgekickt hat.

            Sie finden rechts der CSU noch viel Platz, rechts von Söder sehen Sie noch keine Nazis?

        • Linus Huber sagt:

          @ Stadelmann

          Nun die Werbekampagne für den €uro wurde vor der Einführung des €uro lanciert und diente dazu, der deutschen Bevölkerung den EURO schmackhaft zu machen. Wie man feststellen kann, haben sich die Politiker keinen Deut um diese Versprechen gekümmert und die deutsche Bevölkerung diskussionslos und schamlos betrogen.

  • Stefan Wiesendanger sagt:

    Für ein gutes Funktionieren des EUR sind Fiskal- und Bankenunion sowie die Freizügigkeit nicht nötig. Die darin implizierte gegenseitige Bürgschaft steht dem Lernprozess zu mehr Selbstverantwortung im Weg. Bürgschaft ist aber trotz phonetischer Nähe das Gegenteil guter Bürgerschaft.

    • Jens sagt:

      Hallo Herr Wiesendanger,
      Die von Ihnen genannte implizite Bürgschaft besteht bereits jetzt. Ein“ Lernprozess“ würde allerdings beinhalten, bei der nächsten Finanzkrise die Banken bzw deren Gläubiger nicht zu retten. Das würde die EU höchstwahrscheinlich nicht überstehen.
      Dann lieber Flucht nach vorne.

      • Linus Huber sagt:

        @ Jens

        Es mag sein, dass die EU dies heute nicht überstehen würde. Dieser Umstand hingegen ist nicht gottgegeben, sondern das direkte Resultat einer planwirtschaftlichen Geldpolitik der Zentralbanken einerseits, und im Falle der EU, des Missbrauchs einer Währung als Vehikel zur Erreichung politischer Ziele, andererseits.

        • Rolf Zach sagt:

          Definieren Sie bitte, Herr Huber, was planwirtschaftliche Geldpolitik der Zentralbanken ist und was machte die Bank von England für Sie als Befürworter des Goldstandards um 1800?

          • Linus Huber sagt:

            Nun Rolf, wenn ein paar alte Herren glauben die Weisheit zu besitzen, wie hoch die Zinsen zu sein hätten, und diese entsprechend festlegen, kann man zweifelsfrei von Planwirtschaft im Bereiche der Geldpolitik sprechen. Die Befürwortung eines Goldstandards beinhaltet den Umstand, dass eine Zentralbank ihre eigene Macht beschränkt, was insofern positiv zu bewerten ist, indem der Tendenz zu zunehmender Machtkonzentration zuwider gehandelt wird.

        • Anh Toàn sagt:

          „Missbrauchs einer Währung als Vehikel zur Erreichung politischer Ziele“

          Genau, eine Währung hat rein privaten Zielen zu dienen, denen die viel davon haben. Darum sind Währungen ja auch privat.

          • Anh Toàn sagt:

            Sie schreiben hier in enem Volkswirtschaftsblog und haben anscheinend nicht mal verstanden, was ein Dr.rer.pol ist, wenn Sie beklagen, dass Währungen für politische missbraucht werden.

            Währungen sind politische Instrumente zur Erreichung politischer Zwecke.

  • J. Kuehni sagt:

    Warum wollen Sie uns auf Gedeih‘ und Verderb dem US$ ausliefern, Herr Straumann? Denn das wäre ja die „Alternative“ nicht nur für Deutschland, sondern auch die Schweiz. Vielleicht gibts ja in Bälde noch eine globale Reservewährung die den Chinesen gehört (und dann auch unser Problem ist), dann können wir ja versuchen, Fernöstliche und Fernwestliche Währungsinduzierte Probleme gegeneinander auszuspielen?

  • Rolf Zach sagt:

    Ihr Einwand wegen Fiskal-Union ist sicher richtig. Aber haben wir in der Schweiz eine Fiskal-Union? Was ist da jedesmal für ein homerisches Gezänk in Bern, wenn es um die Vereinheitlichung unseres Steuerwesens geht. Nach meiner Ansicht ist diese Anarchie nicht förderlich für unsere Volkswirtschaft, noch für diejenige der Euro-Zone. Es ist das Paradies der Steuer-Optimierer und Steuer-Betrüger.
    Aber ich wette mit Ihnen, dass die Steuer-Optimierer und die Steuer-Betrüger durch Brüssel (trotz Irland, Malta und Luxemburg) stärker an die Kandare genommen werden als in Bern. Vielleicht ist deshalb unserer Patriot der Patriotischen vom schönen Zürichsee, berufen vom lieben Gott, so gegen diesen Moloch EU, der nach ihm nur eine Volkswirtschaft zerstört. Rationale Argumente braucht es da nicht!

  • Anh Toàn sagt:

    „Was bei Juncker so irritiert, ist die Behauptung, der Euro habe zur Einigung beigetragen. Wer die Krise mitverfolgt hat, hat gesehen, wie der Graben innerhalb des Kontinents grösser geworden ist.“

    Ach ja? Den Austritt beschlossen haben die Briten, nicht die Griechen, die Briten waren aber nicht im Euro: Wer dies mitverfolgt muss doch erkennen, dass der Euro einigt: Die Griechen wollen den Euro, die wollen keine Drachmen,

    (Die Briten wollen raus, gut jetzt haben die Verlängerung beantragt zwei Jahre, auf der Basis mitmachen dürfen, voll mitzahlen müssen und Maul halten. Aus der Verlängerung, dem Provisorium wird dann ein solches das dauert)

    Das blöde anti EU und EUR Gecshwätz geht langsam auf die Nüsse:

    Neue Machtverhäkltnisse: Ja geil, AfD muss jetzt mit den Linken stimmen!

    • Rolf Zach sagt:

      Ich kann Anh Toàn nur zustimmen, wenn man all den Unsinn hört wegen EU und Euro. Wenn man es dagegen volkswirtschaftlich betrachtet, versteht man eindeutig, dass eine eigene gewaltige Reservewährung für die EU besser ist. Was passiert mit dem Dollar, wenn Herr Trump Nordkorea angreift oder Kim die USA?
      Früher hieß es, hat die USA eine Erkältung, hat Europa eine Lungen-Entzündung. Die EZB und die Euro-Staaten sind überhaupt nicht mehr gezwungen sich in $ zu verschulden und habe ständig niedrigere Zinsen als früher als früher mit ihren eigenen Währungen. Die Euro-Krise war eine Krise der Anpassung und die ist endgültig überwunden! Ohne Euro wäre Europa viel stärker zur Kasse gekommen nach dem Einbruch von 2008, den nur die USA verursacht hat!

  • Anh Toàn sagt:

    Was Juncker aussprach, steht seit Jahrzehnten in den Verträgen, der EUR ist die Währung aller Mitgliedsstaaten. Ein paar Länder haben sich dazu Ausnahmen ausgehandelt, vor allem UK.

  • Bucher Bänz sagt:

    Hier läuft es wie wir es bei Vielem in der EU gewohnt sind: Weil Macht-Gedanken die Idee der vollen Währungsunion kreierten, werden Fehlentwicklungen statt gestoppt mit Pflästerchen und noch weiteren Pflästerchen überdeckt – die EU-Idee ist deshalb ein weiteres Mal zum Scheitern verurteilt, nur kann nicht wahr sein was nicht wahr sein darf!

    • Rolf Zach sagt:

      Werter Herr Bucher Bänz, als EU-Befürworter bin ich einfach neugierig, was Sie als Macht-Gedanken der EU anschauen und das einigermaßen rational begründen.
      Ich habe sehr wenig rationale Argumente gegen die EU gelesen und auf wirtschaftlichem Gebiet praktisch keine. Über den EURO mag man geteilter Meinung sein, aber wollen sie den Dollar als einziges internationales Zahlungsmittel, den in Lira, Peseta, Franc, ob französisch oder belgisch, wurden international praktisch nicht benützt. Es freut mich immer, wenn die Euro-Gegner lieber den Dollar haben, dessen Inflations-Potenzial einiges höher ist.

      • Harald Beutler sagt:

        @Zach: Schon nur die Missachtung der Regelungen der Konvergenzkriterien sowie der Bail-Out-Bestimmung, rein zur Machterhaltung der EU – oder in Ihrem Sinne positiv formuliert, zur Sicherung der Existenz von EU und EURO, was dasselbe ist – scheinen mir rationale Argumente gegen die EU genug. Denn diese Missachtung der eigenen Vorschriften zeigt die Tendenz dieses Molochs, im Zweifelsfalle sämtliche eigenen Gesetze und Regeln für die Erhaltung der eigenen Macht über Bord zu werfen und über den Kopf des Volkes hinweg Machterhaltungsentscheidungen zu treffen.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Jede Währungsunion spaltet in den ersten Jahrzehnten mehr, als dass sie eint. Das hat auch die Schweiz erfahren müssen. Und man sieht die Folgen heute noch in den USA: da sich die Wirtschaftsregionen unterschiedlich entwickeln (Stahl/Autos im Niedergang, Computer Science im Aufwind), die Bevölkerung jedoch nicht rasch genug mit Bildung/Wohnortwechsel reagieren kann, gleichzeitig die Ausgleichsmechanismen (Abwertung, niedrigere Zinsen/höhere Zinsen) fehlen, sinken die Wirtschaftsimpulse und die Kaufkraft sinkt, was die Misere weiter verstärkt. Dasselbe in der EURO-Zone mit den wirtschaftlich immer schon schwachen Südländern. Der zinsgünstigere Euro hat dort bloss zu höherer Verschuldung geführt.
    Fiskalunion + Ausgleichzahlungen sind zwingend.

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