Keine Finanzkrise mehr zu unseren Lebzeiten?

NMTM

Alles im grünen Bereich, sagt die US-Notenbankchefin: Janet Yellen in London am 27. Juni 2017. Foto: Frank Augstein (Keystone)

Zehn Jahre sind seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise vergangen. Im Frühjahr 2007 frassen sich erste Verluste aus dem amerikanischen Subprime-Hypothekenmarkt durch die Bankenwelt, im August 2007 kam es zu einem ersten dramatischen Liquiditätsschock im Finanzsystem. Ein gutes Jahr später, im September 2008, stand die Finanzwelt – und mit ihr die gesamte Weltwirtschaft – am Abgrund.

Zehn Jahre sind ein guter Zeitpunkt, um sich zu fragen, ob eine derartige Katastrophe wieder geschehen könnte. Und wenn ja, wann.

Eine überaus gewichtige Stimme gibt nun Entwarnung. Janet Yellen, die Vorsitzende der US-Notenbank (Fed), äusserte am Dienstag an einer Konferenz in London folgende Worte:

Would I say there will never, ever be another financial crisis? You know probably that would be going too far but I do think we’re much safer and I hope that it will not be in our lifetimes and I don’t believe it will be.

Auf Deutsch also ungefähr:

Würde ich sagen, dass es niemals wieder eine Finanzkrise geben wird? Das würde wohl zu weit gehen, aber ich denke, wir sind heute viel sicherer, und ich hoffe, dass es zu unseren Lebzeiten nicht mehr geschehen wird. Ich glaube auch, das wird es nicht.

Das sind starke Worte. Keine Finanzkrise mehr zu unseren Lebzeiten.

Dabei bleibt freilich einiges offen: Wie definiert Janet Yellen den Begriff Finanzkrise? Und was ist ihre zeitliche Definition von «unseren Lebzeiten»? Was meint sie genau, wenn sie sagt, das Finanzsystem sei heute viel sicherer?

Trotzdem ist es eine unfassbar dumme Aussage. Wieso? Drei Gründe sollten stutzig machen:

  • Erstens, weil es unmöglich ist, mit einem derartigen Grad an Gewissheit zu sagen, was an den Finanzmärkten in Zukunft geschehen wird.
  • Zweitens, weil Finanzkrisen in der Vergangenheit viel häufiger geschehen sind, als sie in einer statistisch normal verteilten Welt eigentlich sollten.
  • Drittens, weil sich Yellen einer Reihe von Bankern, Ökonomen und Notenbankern anschliesst, die mit trügerischer Gewissheit Aussagen zur Stabilität der Finanzmärkte machten – und die wenig später wie Trottel aussahen.

Schauen wir uns die Argumente etwas genauer an.

Zum ersten Punkt: Der Verlauf an den Finanzmärkten ist schlichtweg nicht prognostizierbar. Das ist deshalb so, weil die Finanzmärkte ein hoch komplexes, adaptives System sind. Dieses System besteht aus Millionen einzelner Marktteilnehmer, die jeden Tag von ihren Emotionen und von anderen Marktteilnehmern beeinflusst werden. Diese Marktteilnehmer handeln nicht wie Maschinen, sondern sie pendeln dauernd zwischen Gier und Angst.

In derartig komplexen, adaptiven Systemen entstehen Abhängigkeiten, Bruchlinien und Fragilitäten, die oberflächlich – sozusagen im ungeschockten Zustand – kaum erkennbar sind, die aber jederzeit aufbrechen können.

Wer hätte zum Beispiel geahnt, dass vor fast exakt zehn Jahren eines der ersten Opfer des amerikanischen Subprime-Problems – von Krise war zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Rede – die Landesbank Sachsen sein würde?

Zum zweiten Punkt: Finanzkrisen sind Extremereignisse. Würde die Preisentwicklung an den Finanzmärkten einem statistisch normal verteilten Muster folgen, wären Extremereignisse extrem selten. Doch dem ist nicht so. Nur schon ein Blick auf die letzten dreissig Jahre zeigt, wie oft die Weltwirtschaft von übernationalen Finanzkrisen heimgesucht wurde:

  • Die Subprime-Krise von 2008
  • Das Platzen der Technologieblase kurz nach der Jahrtausendwende
  • Die Asienkrise von 1997/98, der sogleich die Russlandkrise sowie der Zusammenbruch des Hedgefonds LTCM folgte
  • Die Tequila-Krise von Mexiko von 1994
  • Der Börsencrash an der Wallstreet im Oktober 1987
  • Die Schwellenländer-Krise von 1982

Nationale Finanzkrisen wie in der Schweiz, in Schweden, Kanada, Finnland oder Japan – wo Ende der Achtzigerjahre ein Monster von Finanzblase platzte – sind in dieser Aufzählung noch nicht mal aufgeführt. Die meisten dieser Finanzmarktkrisen zogen auf die eine oder andere Weise jeweils das nationale oder globale Bankensystem in die Tiefe.

(Am Rande bemerkt: Wer sich für das Thema Spekulationsblasen und Finanzkrisen interessiert, findet in diesem FuW-Dossier eine Übersicht über die 25 spektakulärsten Fälle seit der Tulpenmanie von 1636.)

Der Blick in die Historie zeigt also: Es braucht schon eine grosse Portion Chuzpe, um die Worte zu äussern, dass wir zu unseren Lebzeiten keine Finanzkrise mehr sehen würden.

Kommen wir damit zum dritten Punkt, den «Famous Last Words». Hier nur eine kleine, bei weitem nicht vollständige Auswahl:

Ben Bernanke, Vorsitzender der US-Notenbank, am 17. Mai 2007 an einer Konferenz in Chicago: «Wir erwarten, dass die Probleme im Subprime-Sektor kaum Auswirkungen auf die übrige Wirtschaft oder das Finanzsystem haben werden.»

16 Monate später stand die Welt am Abgrund.

Charles Prince, Chairman des Bankenkolosses Citigroup, am 9. Juli 2007 in der «New York Times»: «Solange die Musik spielt, muss man aufstehen und tanzen. Wir tanzen immer noch.»

Zu diesem Zeitpunkt, genau wie bei den Worten von Ben Bernanke, hatten die Verluste aus den Subprime-Krediten schon längst begonnen, sich in fataler Weise durch die Bankbilanzen zu fressen.

Alan Greenspan, Vorsitzender der US-Notenbank, im Juni 1999 vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses: «Spekulationsblasen sind erst erkennbar, nachdem sie geplatzt sind.»

Zu diesem Zeitpunkt hatte der amerikanische Aktienmarkt im «New Economy»-Boom bereits ein Bewertungsniveau erreicht, das alle bisherigen Rekorde in den Schatten stellte. Gut acht Monate später platzte die Blase.

Der US-Ökonom Irving Fisher am 14. Oktober 1929: «Die Aktienkurse haben, so scheint es, ein permanent hohes Niveau erreicht.»

Nur zwei Wochen später, am 28. Oktober 1929, erschüttert der «Schwarze Montag» die Märkte, und weitere drei Jahre später litt die Weltwirtschaft unter der Grossen Depression.

Aussagen dieser Art sind symptomatisch für Boomphasen an den Finanzmärkten. Menschen haben die Angewohnheit, die gefühlte Stabilität der unmittelbaren Vergangenheit in die Zukunft zu extrapolieren. Weil in der letzten Woche, im letzten Monat, im letzten Jahr nichts Schlimmes passiert ist, wird auch in den kommenden Jahren nichts Schlimmes passieren.

Das führt zu einem Gefühl der Sicherheit, das viele Marktteilnehmer dazu bewegt, ihre Vorsicht abzulegen. Spekulanten nehmen Schulden auf, die Banken gewähren freimütig Kredit, die Preise an den Märkten steigen, alle sind glücklich und optimistisch. Die Banker auf der Kommandobrücke von Lehman Brothers, Bear Stearns, UBS oder Royal Bank of Scotland fühlten sich noch wenige Wochen vor dem Kollaps völlig sicher; sie rasten blind auf den Abgrund zu.

Es ist oft während dieser Phase des Optimismus und der Euphorie, in der die Saat für die nächste Krise gelegt wird. Wie der grosse amerikanische Ökonom Hyman Minsky gesagt hatte: Stabilität führt zu Instabilität an den Finanzmärkten.

Kommen wir daher zurück zur Aussage von Janet Yellen: Wir werden zu unseren Lebzeiten keine Finanzkrise mehr sehen. Sowohl das Wissen über die Funktionsweise der Finanzmärkte, der Blick auf die Historie als auch die schmerzhaften Erfahrungen ihrer Vorgänger müssten die Chefin der mächtigsten Notenbank der Welt eigentlich eines Besseren belehren.

Wir massen uns in diesem Blog nicht an, wir wüssten, was geschehen wird.

Vielleicht platzt dereinst die kolossale Kreditblase in China und weitet sich über das Bankensystem von Hongkong und Singapur auf den Rest der Welt aus. Vielleicht kommt es zu einem Dollar- und Zinserhöhungsschock in den Schwellenländern. Vielleicht krachen die Immobilienmärkte in Kanada und Australien. Vielleicht kommt es zu einem Beben am amerikanischen Markt für Studenten-, Auto- oder Unternehmenskredite.

Vielleicht auch nicht. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass sich die Geschichte nicht reimt und wir über Jahrzehnte keine neue Finanzkrise mehr erleben werden. Doch darum geht es nicht. Es geht darum, dass wir uns nie zu viel Wissen über die Funktionsweise und die Prognostizierbarkeit der Finanzmärkte einbilden sollten. Das gilt ganz besonders für Leute wie Janet Yellen, die an den obersten Schalthebeln der finanziellen Macht sitzen.

Denn wenn sie ihre Demut verlieren und sich zu viel Wissen anmassen, dann werden sie selbst zur grössten Gefahr für die Stabilität der Finanzmärkte.

125 Kommentare zu «Keine Finanzkrise mehr zu unseren Lebzeiten?»

  • Stefan Wehmeier sagt:

    Mit 70 Jahren hat Frau Yellen noch 11 Jahre bis zur durchschnittlichen Lebenserwartung der US-Bürgerinnen, sodass sie den kurz bevorstehenden, endgültigen Zusammenbruch der Zinsgeld-Ökonomie mit großer Wahrscheinlichkeit miterleben wird. Die „Finanzkrise“ war – und ist noch – eine globale Liquiditätsfalle, die nur durch massive Erhöhungen der Staatsverschuldungen und enorme Geldmengenausweitungen hinausgezögert, aber dadurch keinesfalls abgemildert oder gar abgewendet, sondern ganz im Gegenteil nur verschlimmert wurde.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2017/06/die-invertierte-gesellschaft.html

  • Luca Mueller sagt:

    „Keine Finanzkrise mehr zu unseren Lebzeiten?“ … Ja, wenn auch folgende Frage bejahend beantwortet werden kann: Keine Habgier und Spekulationen der Menschen mehr?

  • Illoinen sagt:

    Also eines vorab, wer „glauben“ will, sollte in die Kirche gehen. Und Prognosen abzugeben für so lange Zeiträume, kommt einer Kaffeesatzleserei gleich. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

    Vieles richtige wurde hier geschrieben, aber wer solche Verantwortlichen hat, braucht keine Feinde mehr. Alleine die Tatsache, dass die Weltwirtschaft heute zu einem Anhängsel der Finanzwirtschaft geworden ist, zeigt, wohin die Deregulierung geführt hat und auch weiterhin führen wird.

    Heutzutage beträgt das Volumen der uns bekannten gehandelten Derivate zwischen 600 und 700 Billionen Dollar. Um das einmal ins Verhältnis zu setzen: Das gesamte Bruttoinlandsprodukt, mit anderen Worten, alles, was die Länder produzieren, beträgt ca. 60 Billionen Dollar. Vor dem Hintergrund sind solche Aussagen eine Frau Yellen, nur ihrer Abhängigkeit geschuldet, und haben einen Aussagewert von gleich =0

  • Illoinen sagt:

    Also eines vorab, wer „glauben“ will, sollte in die Kirche gehen. Und Prognosen abzugeben für so lange Zeiträume, kommt einer Kaffeesatzleserei gleich. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

    Vieles richtige wurde hier geschrieben, aber wer solche Verantwortlichen hat, braucht keine Feinde mehr. Alleine die Tatsache, dass die Weltwirtschaft heute zu einem Anhängsel der Finanzwirtschaft geworden ist, zeigt, wohin die Deregulierung geführt hat und auch weiterhin führen wird.

    Heutzutage beträgt das Volumen der uns bekannten gehandelten Derivate zwischen 600 und 700 Billionen Dollar. Um das einmal ins Verhältnis zu setzen: Das gesamte Bruttoinlandsprodukt, mit anderen Worten, alles, as die Länder produzieren, beträgt ca. 60 Billionen Dollar. Vor dem Hintergrund sind solche Aussagen eine Frau Yellen, nur ihrer Abhängigkeit geschuldet, und haben einen Aussagewert von gleich =0

  • Albert Fiechter sagt:

    Die Uebersetzung aus dem Englischen ist zumindest korrekt, aber falsch interpretiert. Frau Yellen „hofft“ und „glaubt“. Glauben heisst bekanntlich nicht wissen.

  • Heinz Oertli sagt:

    Wenn Yellen als Chairwomen der FED ein Bild voller Regenbögen, Einhörnern und Feenstaub zeichnet und auch ganz doll daran glaubt, dass dieses für immer bestehen bleibt, dann ist wohl eine Übersetzung notwendig:
    Packt eure Sachen, bringt euer Geld in Sicherheit und rennt um euer Leben!

    • Marcel Senn sagt:

      Es ist wohl eher umgekehrt! Solange in vielen Medien noch Artikel wie z.B. der untenstehende erscheinen wird eben wenig bis gar nichts passieren, denn fast alle verhalten sich dann eben vorsichtig und defensiv:

      https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/die-wut-der-buerger-wird-sich-schon-bald-gegen-die-notenbanker-richten_H1083577954_432537/
      .
      Erst wenn die grenzenlose Gier und unendlicher Risikoappetit an der Tagesordnung sind, dann kracht es in der Regel und erwischt viele auf dem falschen Fuss!

      • Charly sagt:

        @Senn
        Entschuldigen Sie Herr Senn – aber die weltweiten Börsen (insbesondere die US-Börsen) sind so weit weg von den Fundamentaldaten, dass man wohl schon seit geraumer Zeit nicht mehr von „vorsichtigen“ und „defensiven“ Anlegern sprechen kann.

        • Charly sagt:

          @Senn
          Schauen Sie sich nur schon die heutige Headline von FuW an: „Zwei harmlose Referate erschüttern die Märkte“.
          Die Anleger sind sich eben durchaus nicht sicher ob die Party noch „ewig“ so weitergeht oder ob man seine schönen Gewinne vielleicht doch eher jetzt in Sicherheit bringen sollte. Da giesst Frau Yellen mit ihrem übertriebenen Optimismus („not in our lifetime…“) sogar noch Öl ins Feuer…

          • Marcel Senn sagt:

            Sorry Charly – aber die Börsen sind eben nicht weit weg von den Fundamentaldaten, denn diese orientieren sich an den immer noch niedrigen langfristigen Zinsen und auch am niedrigen Wachstum der meisten westlichen Volkswirtschaften.
            Auch eine Korrektur von aktuell global 76 Bio $ Börsenwerten (=ziemlich genau 100% Welt-BIP) um 20% auf rund 60 Bio $ wäre noch kein Weltuntergang und die Akteure würden noch vorsichtiger agieren und sich hoffentlich wieder mehr Direktinvestments in Start-Up und andere neue Branchen investieren.

          • Jan Svoboda sagt:

            @Senn
            selten soviel Mist in so wenigen Zeilen gelesen, offensichhtlich haben Sie keine Ahnung was Fundamentaldaten sind, mit Sicherheit nicht die manipulierten Zinsen, es gibt kaum einen Konzern an der NYSE der seine laufend sinkende Gewinne nicht mit Aktienrückkauf auf Pump frisiert, seit Jahren werden Hunderte Milliarden $ Kredite aufgenommen um die Anzahl der eigenen Aktien zu reduzieren und damit bessere Gewinne/Aktie vorzutäuschen.

  • M Kobelt sagt:

    Ich, als Laie in Sachen Finanz & Bank, denke, dass es vor 2008 nie eine Finanzkriese gegeben hat. Da eine Finanzkriese, meiner bescheidenen Meinung nach, darin besteht, dass das Finanz- & Bankensystem vor dem Abgrund steht und sowohl die Ursache, wie auch das Zentrum der Ereignisse darstellt. Alles vorher waren Kriesen der mehr oder weniger realen Wirtschaft und Börsencrashs. Das alles hat aber niemals das System gefährdet.

    • Charly sagt:

      @M Kobelt
      Will nicht gemein sein – aber „Krise“ schreibt man nicht mit „ie“.
      Ansonsten: Lesen Sie „This Time is different“ von Reinhart und Rogoff. Es gab unzählige grosse und kleine Finanzkrisen bevor unserer Zeit und es gibt multiple Faktoren, die eine solche auslösen können. Nichtsdestotrotz gebe ich Ihnen Recht, dass wir uns heute in einer äusserst delikaten Lage befinden. Die letzte globale Krise hat definitiv gewisse Grenzen aufgezeigt und die „Lösungen“ scheinen auch mir nicht nachhaltig zu sein.

      • Marcel Senn sagt:

        Charly: Das ist ja gerade das gute da dran – weil viele Akteure wissen, dass wir infolge der desolaten Verschuldung den letzten Zwick an der Geissel haben verhalten sie sich in der Regel eben vorsichtiger als noch damals vor 2008 als man sich in trunkener Euphorie immer mehr verschuldete im Glauben es gehe nur noch aufwärts…
        Unter dem Strich ist das meiste massenpsychologisches Verhalten was über Krise oder eben Nichtkrise entscheidet…und heutzutage läuft die Herde nicht mehr ganz so blindlings auf den Abgrund zu…

        • Charly sagt:

          @Senn
          Die Verschuldung (ob Staaten oder Private) ist im Vergleich zu 2008 ins astronomische gewachsen, die grossen Börsen (von New York bis Frankfurt) klettern seit Jahren von Allzeithoch zu Allzeithoch (obwohl die Fundamentaldaten eher dürftig sind) und Sie glauben tatsächlich, dass wir uns annodazumal in „trunkener Euphorie“ befunden haben?

        • Charly sagt:

          @Senn
          „This time is different“ Herr Senn – aber sicher doch. Nun wissen wir wie der Hase läuft und der heilige Gral ewiger Prosperität wurde gefunden (Dow Jones bald bei 30`000 Punkten oder eher 40`000?). In unserer Lebenszeit nicht – vielleicht nie mehr – der Glaube versetzt Berge und vernebelt Hirne seit eh und je.

          • Marcel Senn sagt:

            Habe ich je was von Dow 30’000 oder 40’000 geschrieben`- das kommt doch aus Ihrer Schreibe..resp (vernebeltem??) Hirn.
            Es wird sicher vorher noch eine Korrekturphase kommen, aber je nachdem mehr oder weniger dramatisch. Ich tippe auf weniger dramatisch, da ich mich lieber mit den grossen realen Zahlen beschäftige
            Die gross Financial Position (Private, Non-Fin Corps, Staaten – alle Assetklassen) der Welt dürfte bei rund 460 bis 490 Bio $ liegen, die Verschuldung (Priv, Corps, Staaten) gemäss BIS bei akt rund 160 Bio (+ca 75 Bio Financial Corps, aber mit vielen Gegenpositionen)
            Das ist ein Ratio von 3:1 — da hats schon noch etwas Spielraum.
            Ein Teil dieser Werte sind nun mal easy comes easy goes positions – aber das wissen die viele Akteure ja schon à priori!

          • Charly sagt:

            @Marcel Senn
            Sie spekulieren vielleicht nicht mit 30`000 – aber Kommentatoren des Wallstreet Journals tun dies schon seit Januar. So viel zu Bodenhaftung verlieren. Abgesehen davon sind in den jetzigen US-„Traumzahlen“ auch schon all die wunderbaren Versprechen von Trump und co. eingepreist – als hätte der schon geliefert. Seit seinem Amtsantritt ist man noch mal paar tausend Punkte durch die Decke – als würde seine Präsidentschaft nicht viel eher Unsicherheit versprechen.
            Bei den „emerging markets“ siehts seit geraumer Zeit auch nicht mehr so rosig aus. China ist ein riesen Fragezeichen und Europa scheint nicht wirklich in „gesunder Verfassung“ zu sein – ausser man verwechselt Europa mit Deutschland.

          • ast sagt:

            im Gegensatz zu 2007/8 beim Ausbruch der Finanzkrise -oder sollte ich sagen- bei der ermöglichten Realisierung des Lehman Kollaps welcher auf dem Höhepunkt der Subprime Hypokrise erfolgte -damals waren die Chinesen noch nicht ebenfalls hoch verschuldet wie jetzt. Es handelt sich um eine strukturelle irreversible Krise des Finanzsystem. Darin enthalten ist das Damoklesschwert das man infolge des virtualisierten Kapital eine fast beliebig hohe Verschuldung nutzen kann -mit dem dünnen Faden den es oben hält -es funktioniert so lange noch daran geglaubt wird. Beim Fall ist das Schwert allerdings schwerer als die wegen Gold/silberbindung schon früher kollabierenden Systeme der Vergangenheit

  • ast sagt:

    „…wir über Jahrzehnte keine neue Finanzkrise mehr erleben werden“

    Das kommt drauf an wie man das betrachtet. Wenn man aber annimmt das wir noch immer in der Finanzkrise sind und sie noch lange andauert, dann wird es auch noch lange dauern bis eine neue Finanzkrise kommt.

    Wenn ich an die gewaltigen Mengen von eingekauften Papieren in den Tresoren der Notenbanken denke dann könnte man annehmen dass diese Werte wieder zu den ursprünglich faulen Papieren werden könnten, sobald sie in grösseren Mengen wieder abgestossen werden. Dann sind jetzt noch weitere Papiere hinzugekommen wie Aktien und Firmenanleihen. Da diese Werte nicht gekauft wurden um damit Gewinne zu erzielen, sondern um die Finanzmärkte zu stützen, so wird die Krise auch erst bei deren Schlussverkauf gefressen sein.

  • Reto Stadelman sagt:

    Ich wüsste nicht, warum diese Aussage nicht stimmen sollte. Die Notenbanken haben sowohl bei der Finanzkrise als auch bei der Eurokrise einfach die Geldpresse angeworfen. Sie haben Schrottpapiere einfach aufgekauft. Das Geld ist nie bei den Massen angekommen. Daher gab es keine Inflation. Zumindest bei den Gütern das Alltages. Güter die nur begrenzt zur Verfügung stehen, wie Land oder Produktionsmittel (Aktien gewisser wertvoller Firmen), deren Preise sind massiv gestiegen. Aber das wirkt sich nicht unmittelbar auf das Leben des Fussvolkes aus. Das ist im Gegenteil sehr im Interesse Derer die schon haben. Es wurde empirisch bewiesen: Es wird keine Finanzkrise mehr geben. Denn wenn es eine gibt, wird in Zukunft einfach die Notenpresse angeworfen.

    • Marcel Senn sagt:

      Stadelmann: Wieso auch soll es denn Inflation geben? Wir haben ein abundantes Warenangebot schlarraffenlandähnlichem Ausmasse, die Anbieter müssen eine Preisschlacht nach der anderen machen, die Energiepreise sind tief, den Konsumenten wird die Kaufkraft durch klamme Staaten und gierige Immobilienvermieter immer mehr abgegriffen, die Löhne steigen auch nicht wirklich mit all den Sklavenhalterarbeitsverträgen (Zeit-, Leiharbeiter oder gar Gratispraktikanten) – wieso soll es also Consumer Price Inflation geben (mal abgesehen z.B. vom Gesundheitswesen).
      Das Angebot ist einfach weitaus grösser als die Nachfrage und das verhindert nun mal Inflation im Keime – Geldmenge hin oder her!

      • Josef Marti sagt:

        Und wenn bei steigenden Mieten und KK Prämien dann mal auch die Energiekosten und Ölpreise ansteigen sollten ist die Stagflation perfekt, weil keiner in der Lage ist die Löhne real zu erhöhen. Da können all die Start up Fritzen mit ihren neu ausgetüftelten Konsumbedürfnissen noch so viel Life Style und Digitalisierung anpreisen; mit einem künftigen Massenheer von Arbeitslosen und Prekarisierten ist der Ofen aus, und es bleibt wiederum nur noch die Umbuchung aufs Konto Staatsschulden.

        • Marcel Senn sagt:

          Marti: Nur glaube ich dass die Energiepreise noch für ein paar Jahre relativ tief bleiben werden, denn sobald die Anzeichen haben anzusteigen, wird in Amiland wieder perforiert (Fracking) und geshaled wie irre und dem versuchen die OPEC Staaten mit Powerförderung entgegenzuhalten.
          Sind es doch mittlerweile die Amis die weltweit die grössten vermuteten Oelreserven der Welt haben mit 264 Mrd Fass vor Russland gemäss unabhängigen Studien.
          Die Amis importieren mit 3.7 Mrd Fass pa wieder etwa soviel wie 1997 – das schlägt auf den Preis und die Araber wollen keine Marktanteile verlieren.
          Müssen wir uns halt doch auf die „Start-Up Fritzen“ verlassen — aber die entwickeln ja zum Glück nicht nur Life Style Konsumprodukte sondern teils auch ganz vernünftige Dinge…

          • Charly sagt:

            @Senn
            Die Spekulation um künftige Energiepreise ist ja schön und gut – aber ich denke dass das System noch ganz andere Probleme zu bewältigen hat. Niemand weiss freilich was der finale Auslöser für die nächste globale Krise sein wird (und wie sich die einzelnen Akteure schlagen werden) – aber wie im Artikel erwähnt sind heute überwäligend viele Szenarien möglich und im Gegensatz zur Vergangenheit wären die Mittel zur Eindämmung (auch bei den Grossen und dies als absolute Premiere) recht beschränkt.

          • Charly sagt:

            @Senn
            Vor ein paar Jährchen wars noch undenkbar dass China eine globale Krise auslösen könnte oder Studenten- und Autokredite in den USA so ne „riesen Sache“ sind. Es war bis zur Griechenlandkrise auch undenkbar, dass die EU sich so spalten liesse oder ein kleines, unbedeutendes Land einen ganzen Kontinent und damit die Weltwirschaft ins Elend stürzen könnte. Deswegen auch die brutale Vorgehensweise der Troika – da sie wussten, dass jeder rationaler Kompromiss ins Verderben führen würde. Ein Exempel musste statuiert werden um allen Akteuren klar zu machen, dass es keine „Diskussion“ what so ever gibt wenn das System auf der Kippe steht. Freilich durfte dies nicht offen kommuniziert werden. –

          • Charly sagt:

            @Senn
            Der ehemalige Finanzminister Varoufakis hat dies auch in seinem neusten Buch von a-z klargemacht. Die Gegenseite bekannte in zig Gesprächen, dass sie sich absolut darüber im Klaren war punkto Konsequenzen für Griechenland – aber halt keine andere Wahl habe, da sonst der ganze Laden in fatale Gefahr geraten würde.

          • Marcel Senn sagt:

            Charly: Betr. Energiepreise gehe ich mal davon aus, dass diese in den nächsten 5-10 Jahren nicht exorbitant gegen oben ausschlagen werden – danach wird der 200 $ Touchdown pro Fass Oel und später auch der 500 $ oder gar 1000 $ Touchdown schon noch kommen – da mache ich mir keine Illusionen.
            Solange in Europa, Amiland und Japan gedämpfter Optimismus bis hin zu leichtem Pessimismus herrscht wird es keine Krise à la 2008 geben. Ueberhaupt gab es wirkliche Weltwirtschaftskrisen in den letzten 160 Jahren „erst“ deren vier – ab 1857, ab 1873, ab 1929 und ab 2008 – alles andere waren regionale oder allenfalls kontinentale Krisen.
            China ist ein Spezialfall – dort herrscht ungebremste Euphorie und eben auch ungebremste Verschuldung.

          • Marcel Senn sagt:

            Griechenland hat zwar für viele rauchende Köpfe gesorgt und einiges mehr an Finanzverschiebungen, aber dass GR die ganze EU in die Dauerkrise gestürzt hat, dafür sind die Griechen zu klein und auch materiell zu unbedeutend, selbst wenn es immer wieder mal auf die Traktandenliste kommt – da müsste schon Italien, Frankreich oder Spanien fallen.
            Die Verbriefungen und Schuldzinsknechtschaften von Car Loans (1 Bio $) oder Student Loans (1.4 Bio $) waren 2008/09 noch ein zusätlicher Dolchstoss und für viele Verschuldete immer noch ein nachhaltiges Aergernis und hemmt die Kaufkraft und auch Familiengründung.
            Nun wollen Universitäten wie z.B. University of Michigan für Familien mit EK unter 65’000 $ deren Kinder die Fees erlassen. Langsam dämmerts auch in Amiland…

          • Marcel Senn sagt:

            Ja die Griechen haben wirklich die A…karte gezogen, aber teilweise auch selberschuld aus Tradition – Steuerhinterziehung haben die während Jahrhunderten verständlicherweise bei der türk Herrschaft betrieben und das ist geblieben – je nach Schätzung entgehen dem gr. Staat pro Jahr zw. 12- über 20 Mrd € an Steuerernahmen – Gr. war ja bis ca 2009 um die 100% verschuldet, die Post ging erst nach der internationalen Krise erst richtig ab. Leider kann man nicht nachsimulieren wie GR sich ohne die globale Finanzkrise entwickelt hat – sicher auch verschuldet, aber vielleicht weniger stark – gut die Griechen hatten auch ihre Partyjahre von 2002 bis ca 2008 mit Olympia etc, aber dann kamen eben gerade zwei grosse Rechnungen – von der Finanzkrise und den eigenen Versäumnissen.

          • Charly sagt:

            @Senn
            Freilich war Griechenland zu klein um die Eurozone und damit die Welt in eine grössere Krise zu führen. Aber es musste (wie oben erwähnt) ein Exempel an Griechenland statuiert werden um eben andere (in der Summe gewichtigere) Länder wie Italien, Spanien, Portugal, Irland und vor allem Frankreich davon abzuhalten auf „dumme Gedanken“ zu kommen.

          • Charly sagt:

            @Senn
            Eigentlich ein alter Hut, der schon fast nicht mehr diskussionswürdig ist. Trotzdem scheint mir die Erwähnung wichtig im Kontext von potentiell neuen globalen Krisen, da es ein grelles Licht auf komplexe Zusammenhänge und Abhängigkeiten wirft.

          • Charly sagt:

            @Senn
            Varoufakis war als Finanzminister anfangs nicht kaltblütig genug – dies gibt er auch selber zu. Die Griechen hatten anfangs durchaus die Mittel um eine existentielle Krise der Eurozone heraufzubeschwören (und damit ein nicht zu verachtendes Ass im Ärmel) – nur war man in Regierungskreisen zu wenig einer Meinung und verlor sich in sinnlosen Flügelkämpfen – sodass man schon äusserst geschwächt in die eigentliche Auseinandersetzung mit dem Gegner trat. Dieser hatte dann einfaches Spiel und musste nur die Pistole auf die Brust setzen…

          • Rolf Zach sagt:

            Also bitte, meiner Meinung nach hat Varoufakis das Grund-Problem nicht erkannt. Die Frage für Griechenland war doch einfach, wollen wir die Inflationswährung Drachme, die immer schneller als der $ sich entwertet und wo wir unsere Ersparnisse in $, DM oder CHF haben.
            Nur hat Griechenland seine Sparbatzen in € und die wollte Grossi Helene nicht zugunsten des arbeitslosen Enkels Georgios verlieren, der nun leider als frischgebackener Jurist keine Beamten-Stelle bekommt.
            Die Gretchenfrage ist doch die, geht Wirtschaftswachstum mit einer Inflationswährung Drachme besser als mit einer Reservewährung €. Sicher geht es mit der Drachme nicht mehr, wenn die Sparbatzen in € sind.
            In Argentinien sind die Sparbatzen immer in $, deshalb keine Verantwortung gegenüber dem Peso.

          • Rolf Zach sagt:

            Übrigens ohne eine Reservewährung (Gratiskredit!) oder eine stabile Währung mit geringer Inflation ist eine Politik à la Keynes nicht möglich. Wenn eine Volkswirtschaft, wie die meisten in Lateinamerika, ihre Liquidität in $ halten, ist ohne Disziplin Konjunktur Ausgleich mit Staatsschulden nicht möglich. Wir sehen daraus, und dies kann man nicht genug betonen, schlussendlich sind es die politischen Institutionen eines Landes, die den Kapitalismus in Schach halten, damit er sich in seinem Bewegungsdrang nicht selber auffrisst.

          • Charly sagt:

            @Zach
            Varoufakis wollte den Euro behalten – ihm war freilich klar, dass die neue Drachme nur scheitern konnte. Aber er hätte anfangs gewisse Unterschriften verweigern und damit die Gegenseite in Zugzwang versetzen können, da es ein kurzes Zeitfenster gab, in dem die andere Seite zu Kompromissen höchstwahrscheinlich bereit gewesen wäre.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Charly: „..da es ein kurzes Zeitfenster gab..“

            Sie stützen sich offensichtlich nur auf ein zitiertes Buch (welches ich nicht gelesen habe); oder irre ich mich da? Die EU (oder ihre Protagonisten) sind nicht dumm. Die haben die ganze Entwicklung, inkl. die fragwürdige und an Betrug anmutende Aufnahme von GR in die EU erkannt und für gut befunden.

          • Charly sagt:

            @Maiko Laugun
            Wie auch immer Griechenland in die Eurozone aufgenommen wurde – damit hatte Varoufakis herzlich wenig zu tun. Und ja – ich stütze mich auf sein neustes Buch und auch Interviews auf youtube von ihm, in denen er mehr als Klartext spricht – auch über seine eigenen Fehler.
            Check it out – Herr Varoufakis hat einiges zu bieten.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Charly: Varoufakis war ein kleiner Krisen-Manger, nicht mehr und nicht weniger. Nun schreibt er Bücher, um sich ein schönes Leben auf einer griechischen Insel zu ermöglichen.

  • Josef Marti sagt:

    Gemäss Steve Keen gab es zwei G20 Länder welche von der Finanzkrise 2008 verschont waren, Südkorea und Australien. Dies war möglich indem die Privatverschuldung va. im Immobiliensektor noch eine oder mehrere Schippen drauf gelegt hat um den Abschwung zu vermeiden resp. auf eine noch höhere Fallhöhe hinauszuzögern. Insofern hat Yellen recht, da wenn das Stadium des debt zombies erreicht wird wie in Japan (aber auch USA) gar nichts mehr passieren kann, weil der Absturz auf einer noch zu hohen Privatschudlenquote zum BIP hängen geblieben ist und nicht mehr erhöht werden kann. Neben China und anderen sieht Keen Australien und Kanada als nächste Absturzkandidaten. Ist das debt Zombie Stadium erreicht werden die Abschreibungen resp. Schuldenschnitt zur ewigen Stagnation ausgesetzt/verhindert.

    • Marcel Senn sagt:

      Na ja da gab es neben Südkorea und Australien noch ein paar andere G20 Länder die von der Finanzkrise 2009 mehr oder weniger verschont blieben. Z.B. China, Indonesien oder auch Argentinien

      http://www.ambito.com/513653-en-el-ano-de-la-crisis-argentina-fue-la-quinta-mejor-economia-del-g-20

      Gut Argentinien war damals schon seit längerem von der Finanzwelt abgekoppelt und hat darum die Krise nur leicht lädiert überstanden. Aber mit dem jetztigen neoliberalen Präsidenten werden sie bei einer allfälligen nächsten Krise sicher wieder dabei sein oder wie meist üblich sich ihre Krise gleich selber zusammenbasteln z.B. mit der Emmission von 100jährigen Bonds in US$ zu 7.9%! Viel dümmer gehts nimmer!!

  • Marcel Senn sagt:

    Historisch gesehen sind die meisten Finanzkrisen aus einem irrationalen Hype weiter Bevölkerungsschichten entstanden! Sei es die Tulpenzwiebelkrise, der Hype vor 1929 (in ganz USA standen die Leute vor den Telegraphen Schlange um Aktien zu kaufen), dem Hype nach dem Big Bang 1986 oder den Immohypes in Amiland mit der Subprime- & Verbriefungsbubble, der EU-phorie in Spanien oder Irland (und auch Griechenland bis 2008) und dann kam das böse Erwachen.
    .
    Aktuell haben wir zinsbedingt zwar hohe Assetbewertungen aber keinen Hype, sondern eher Pessimismus dominiert! Nur China ist aktuell mit seinen grossen Plänen etwas zu gehypt – wenn es mal krachen sollte, dann vermutlich dort!
    .
    Und der Schwätzer Trump kann noch so einen Scheinhype herbeireden, dem glauben die meisten eh nichts (mehr)!

    • Marcel Senn sagt:

      Finanzkrisen entstehen in der Regel dann, wenn viele Menschen von relativ leistungsfreiem Wohlstandsgewinn durch höhere Assetbewertungen aller Art träumen und dies zu einer Massenhysterie führt, die von der Finanzindustrie noch angeheizt und mit Finanzinstrumenten aller Art noch beflügelt wird.
      Darum ist es z.B. in der CH gut, wenn die SNB die Hypovergabe etwas drosselt, die Banken Hypos rel. defensiv vergeben und so Fürzen wie zB. der Raiffeisenbank neulich mit Kreditvergabe auch für ärmere Familien mittels derivatgepimpten Finanztricksereien à priori ein Riegel geschoben wird!

      • Maiko Laugun sagt:

        Ni Hao @Marcel: „..à priori ein Riegel geschoben wird!“
        Als ehemaligem Hobby-Pilot für Helikopter und Flächenflieger ist mir der Begriff ‚Sarajevo Landing‘ (Balkan-Krieg) präsent: Um feindlichem Abschussfeuer zu entgehen, zögert man die Landung so lange wie nur möglich heraus, um dann im Steilflug eine sichere und sanfte Landung zu erreichen.

        Politik, Gesetzgeber und Finanzmarktaufsicht (im Heidiland die FINMA als Papierliwender) scheinen mir allerdings nur gerade soviel zu tun, dass es nicht den Anschein eines Schau-Prozesses erweckt. Eine ‚Sarajevo Landing‘ wird da überhaupt nicht in Betracht gezogen. Man fliegt einfach weiter – und hofft, dass man gar nie landen muss.

        Bin überzeugt, dass eine ‚Sarajevo Landing‘ möglich ist. Wo bleibt der Wille dazu?

        • Rolf Zach sagt:

          Die FINMA als Papierliwender, nicht schlecht, ich habe sie immer als Kuschel-Behörde benannt. Nur ein ganz reiches Land wie die Schweiz, wo nie seit 1847 ein Krieg stattfand und die grösste Erschütterung der Generalstreik von 1918 war, ist gestattet eine solche Behörde zu pflegen. Der Lenin der SP war Grimm, der aber als schnurrende Katze tätig war, die für alle Schweizer effizient Mäuse fing. Auf den üppigen Reserven solcher verständiger Leute leben wir.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Rolf Zach: Die UBS war pleite. Die CS auch. Die CS hat sich selbst (!) einen Kredit zur Rettung gesprochen (Fakt!), sonst wären die Kataris nicht zu 9 Komma irgendetwas Verzinsung (bis heute!) eingestiegen. In beiden Fällen hat die FINMA … wie soll man das nennen?… geschlafen. Wie will man Krisen vermeiden, wenn selbst die Finanzmarkt-AUFSICHT komplett versagt?

          • Maiko Laugun sagt:

            Und dann noch einen Amerikaner als Chef (FINMA) einsetzt 🙂

      • Maiko Laugun sagt:

        Das Grundübel sehe ich immer noch bei den Geschäftsbanken, allerdings auch bei der Korrumpierung der genannten Zudiener.

        • Marcel Senn sagt:

          Tja Maiko — 2015 552 Mrd $ Remittances (Löhne, Boni, Sozialleistungen ) an die weltweite Finanzindustrie ist ein happiger Bazen! Das lassen die sich nicht so leicht nehmen.
          Vergleich: weltweiter Drogenhandel um die 500 Mrd, Waffenhandel auch ca 500 Mrd $, weltweiter Airlineumsatz ca 750 Mrd, weltweite Werbeindustrie um die 500 Mrd $!
          .
          Die Banker müssten von den Politikern hart und mit Fachkenntnissen kontrolliert werden und gewissen Spiele einfach verbieten, die Regulation vereinfachen aber viel effektiver machen.
          .
          Nur haben die meisten Politiker wenig bis null Ahnung vom Finanzbusiness und dazu noch richtig hart sind noch weniger – vor allem wenn die Finanzindustrie sich die halbe Politik kauft….

          • Marcel Senn sagt:

            Bestes Beispiel der Cum-Ex Skandal – Schäuble wusste das schon über einem Jahrzehnt – Verlust für den Staat wegen Doppelabzockern rund 32 Mrd € — Schäuble hat nix gemacht und will jetzt das einfach aussitzen auf seinem Rollstuhl — völlig versagt hat er und Maschmeyer und Co haben sich ins Fäustchen gelacht!

            http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-06/cum-ex-skandal-abschlussbericht-untersuchungsausschuss

            Totalversagen in dem Bereich!! Seit 25 Jahren ging das schon so….und die Geierfonds lassen so ein Häppchen nicht einfach liegen und verkaufen das noch so gerne ihren Kunden…

          • Marcel Senn sagt:

            PS: „Cum-Ex“ tönt ja schon wie ein schlechter Finanzporno 😉

          • Maiko Laugun sagt:

            @Marcel: Danke für den Link. Zeigt deutlich, wo der Hund (u.a.) begraben liegt.

            „..Maschmeyer und Co..“.

            Ja, die AWD-Drückerkolonne – später mit Swiss Life. Ein weiteres trauriges Kapitel.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Marcel: „Nur haben die meisten Politiker wenig bis null Ahnung vom Finanzbusiness und dazu noch richtig hart sind noch weniger – vor allem wenn die Finanzindustrie sich die halbe Politik kauft….“

            Wenn man die Finanzindustrie als System-relevant (to big to fail) erkennt und explizit und öffentlich diese auch als solches bezeichnet, dann muss man sie auch als solches behandeln.

            „Null Ahnung“ = Schauprozess für das kleine Volk.

      • Marcel Senn sagt:

        Maiko: Die Politik sollte einfach dafür sorgen, dass keine breiten Massen auf der Suche nach dem Familienglück im trauten Heim nicht mehr irgendwelche derivativen Zeitbomben, die der 0815 Zeitgenosse kaum versteht, untergeschoben werden dürfen.
        Von dem her finde ich gut hat man der Raiffeisenbankl den Tarif durchgegeben – so nicht! Das rel. defensive Verhalten ist bei diesen hohen Immobewertungen zwingend – Tragbarkeit 5% ist ok. Mein Vater hat mehr als sein halbes Vermögen in Betongold verloren damals 1991/92 – durfte mich auch noch etwas um den Scherbenhaufen damals kümmern. Aber im Gegensatz zu vielen anderen hats mein Vater nochmals geschafft und dank dem Schwimmbadbusiness den Turnaround ereicht! Goldenes Handwerk eben…
        PS Den Helikopter Vergleich schnall ich nicht ganz

        • Maiko Laugun sagt:

          @Marcel: „PS Den Helikopter Vergleich schnall ich nicht ganz“

          Es ging mir nur um eine sanfte Landung (unter erschwerten Bedingungen), anstelle eines Crash’s.

          • Marcel Senn sagt:

            Maiko: Der Weg ist das Ziel – und manchmal ist es holpriger, zugesteinigt, manchmal flach, manchmal steil — der Helikoptervergleich mit der harten oder weichen Landung ist mir einfach zu kurzfristig und undeutlich – denn auch nach der Landung geht es eben irgendwie weiter….
            Einzig beim sterben kann man von einer harten oder weichen Landung reden – denn danach läuft nichts mehr…

          • Maiko Laugun sagt:

            @Marcel: Es gibt da noch den Aviatik-Begriff des ‚touch down‘. Man landet – und startet gleich wieder durch. Aber egal, war wohl ein nicht passendes Beispiel meinerseits.

          • Maiko Laugun sagt:

            ‚touch and go‘!

            Sorry, ab Handy.

  • Charly sagt:

    Was Frau Yellen eigentlich meint ist: Die nächste globale Krise wird sie und die Fed nicht „überleben“. –
    Eine Konstante kann man feststellen: Jedes mal wenn der Chef der Fed übermässig optimistisch in die Zukunft schaute, krachte es bald gewaltig.

  • Rolf Zach sagt:

    Ich bin ein Anhänger von Keynes, aber deswegen genau so skeptisch wie meine sehr geschätzten großen Ökonomen wie Kindleberger und Galbraith.
    Nehmen wir ein Beispiel aus aus der Branche der Multinationalen. Die bekannte Gesellschaft, bei der ein Viertel der Menschheit ihr Bierkonsum befriedigt, ist hauptsächlich in den letzten 15 Jahren entstanden. Die haben viele Brauereien weltweit mit viel Kredit und zu stolzen Preisen übernommen. Die Berechtigung für die hohen Einkaufspreise für diese Brauereien war die Überzeugung, das Management auszuwechseln und durch bessere Leute diese Braustätten effizienter zu führen. Es hat oft funktioniert, die Banken standen Schlange um Kredite zu vergeben. Was aber, wenn die Zinsen sich verdoppeln und die Leute das einheitliche Bräu nicht mehr wollen.

  • Tom Lips sagt:

    Janet Yellen hat leicht reden, dass es „zu unseren Lebzeiten“ keine Finanzkrise mehr geben werde. Sie ist jetzt 71 und ihre statistische Lebenszeit (im Pluralis Majestatis unsere Lebzeit) dürfte in 10 bis 15 Jahren vorbei sein. Fürwahr eine langfristige Perspektive. Aber wenigstens ist sie so ehrlich, dass sie ihre Aussichten als Hoffnung und nicht als Fakt ausdrückt.

  • Peter Knopp sagt:

    > Keine Finanzkrise mehr zu unseren Lebzeiten?
    Ziemlich stabile Aussage für eine 71 Jährige.

  • Markus Weber sagt:

    Wer die Selbstheilung (Märkte) verunmöglicht (Zentralbanken), stirbt.

    • Charly sagt:

      @Markus Weber
      Würden die Märkte sich einfach selbst überlassen – gäbe es schon bald keine Märkte mehr.

    • Marcel Senn sagt:

      Charly: Wollen Sie hier einfach ein paar tausend Jahre Menschheitsgeschichte mit einem trockenen kurzen Kommentar ausradieren, oder was??
      .
      Märkte hat es schon immer gegeben und wird es auch immer geben — auch solche die „sich selbst überlassen wurden“ und die Marktteilnehmer das Geschäft einfach unter sich abgewickelt haben…

      • Charly sagt:

        @Marcel Senn
        Und wollen Sie unsere hochkomplexe heutige Situation mit der Situation im alten Griechenland gleichsetzen?
        Desweiteren sind „Märkte“ und „Geld“ eine menschheitsgeschichtlich nicht allzu alte Erfindung – geschweige denn gab es diese „schon immer“.

        • Charly sagt:

          @Marcel Senn
          Wir reden doch vor allem von „internationalen Märkten“ heute. Wiki klärt uns auf: Ab 200 v.Chr. gab es erste Handelsrouten zwischen Mittelmeerraum und China – es wurden vor allem Luxusgüter transportiert. Erst ab dem 13. Jahrhundert war auch der Transport von Gütern „des täglichen Bedarfs“ (wohl eher der für Könige gemeint) profitabel. Aber erst die industrielle Revolution führte zu einer Explosion des internationalen Handelsvolumens.
          Also nix mit „ewig“ Herr Senn. Die internationalen Kapital- und Geldmärkte gibt es in Europa (und das war zu diesem Zeitpunkt Vorreiter) frühestens seit der Renaisance.

          • Anh Toàn sagt:

            „internationale Geld- und Kapitalmärkte“ gibt es frühestens seit es Nationen gibt.

            Aber Märkte gab es immer nur da, wo jemand diese beaufsichtigte, es eine Marktgerichtsbarkeit, Obrigkeiten welche regulierten und kontrollierten, zum Beispiel die Gewichte, gab.

            Es gibt keinen Markt ohne Regeln, die Regeln werden von Obrigkeiten gemacht, die Frage ist einzig, wie diese Obrigkeiten legitimiert sind. Demokratische wohl stärker als Monarchische, diese aber wohl dennoch stärker als Kartelle.

          • Anh Toàn sagt:

            Das Wort Markt wird als Synonym verwendet für grössere Orte. Grössere Orte bedingen eine Ordnung, Regeln, Gemeinschaften basieren auf Verbindlichkeiten. Markt = kleinere Stadt bzw grösserer Ort = Gerichtsbarkeit = Recht = Obrigkeiten.

            Es gibt keinen freien Markt, der freie Markt ist eine theoretische Abstraktion. Theoretische Abstraktionen kommen nicht mal in der Realität eines einzigen der unendlich vielen parallelen Universen vor.

          • Charly sagt:

            @Anh Toan
            Das ist den „Marktradikalen“ auch klar. Im Endeffekt sind diesen einfach seit jeher das sozialstaatliche Element oder anständige Löhne ein Dorn im Auge (da dies ihrem maximalen Profit im Wege steht). Können Sie sich daran erinnern, dass dieselben Neoliberalen und Marktradikalen (ausser vielleicht ein paar theoretische Spinner) ein „Problem“ damit hatten als Billionen in die Bankenrettungen und „Konjnunkturprogramme“ gesteckt wurden und eine gewaltige Umverteilung von unten nach oben begann? Natürlich nicht!

        • Linus Huber sagt:

          „What distinguishes man from animals is the insight into the advantages that can be derived from cooperation under the division of labor. Man curbs his innate instinct of aggression in order to cooperate with other human beings. The more he wants to improve his material well being, the more he must expand the system of the division of labor.“

          Orte, selbst ohne etwelche Regulierung, an welchen man sich regelmäßig traf um Güter/Leistungen auszutauschen, dürften seit jeher bestehen. Ich sekundiere Herrn Senn.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Linus: „Ich sekundiere Herrn Senn.“

            Sie klammern sich ja wirklich an jeden vermeintlichen (!) Strohhalm. Als regelmässiger Leser dieses Blogs sollten Sie wirklich die Meinung von Marcel Senn kennen. Einfach nur lächerlich, Ihre Kommentare.

          • Linus Huber sagt:

            Nun Maiko, darin unterscheiden wir uns wohl. Sie fokussieren sich auf die Person, während ich einzig den Inhalt einer Aussage betrachte.

          • Maiko Laugun sagt:

            „Sie fokussieren sich auf die Person, während ich einzig den Inhalt einer Aussage betrachte.“

            … und diesen nicht verstehen.

            Sie tun mir leid, Herr Huber.

          • Linus Huber sagt:

            Nun, dann müssen Sie schon ein wirkliches Argument offerieren.

  • Nadine Binsberger sagt:

    Selbstverständlich wird es keine Finanzkrise mehr geben, denn der „freie Markt“ wurde ausgeschaltet. Die sog. „unsichtbare Hand“ einfach walten und schalten lassen war Fatalismus höchsten Grades, wie wenn man auf der Autobahn das Steuer sich selbst überlässt. Wie lange sowas gutgeht, ist reiner Zufall und dass es irgendwann bald crasht ist zwar nicht genau vorhersehbar aber unvermeidlich. Diese Zeiten sind vorbei. Seit Jahren wird nun ein potemkinsches Finanzsystem gepflegt, das den „marktwirtschaftlichen“ Anschein wahrt. Tatsächlich lenkt aber die Vernunft von fachlich versierten Menschen. Das ist noch nicht optimal, aber ok. Besser wäre es, man würde ehrlich dazu stehen und die Ordnungspolitik den neuen Erkenntnissen anpassen.

    • Rolf Zach sagt:

      Was Sie ausführen, hat schon seine Berechtigung, aber sind sich diese vernünftigen Menschen in der Sache immer einig und erlauben sie sich nicht Friktionen,, die für das ganze System dann schädlich sind. Nehmen wir ein Beispiel aus der Praxis. Präsident Trump’s Polemik gegen die NAFTA. Eine Polemik, die gegen die ureigensten Interessen der USA sind, nur viele Amerikaner sind zu dumm, es zu verstehen. Mexiko muss China für die Importe nach den USA unbedingt ersetzen, denn Mexiko wird immer seine Verkäufe nach den USA durch seine Käufe dort ausgleichen, was bei China nicht der Fall ist. Yellen hat sich dazu nicht geäußert, ebenso wenig für die geplanten Steuerreduktionen für die Reichsten der USA, die damit ihre Spielwiese der Spekulation vergrößern können.

      • Robert Karlen sagt:

        Frau Binsberger, „Unsichtbare Hand“ hat rein gar nichts mit Steuer loslassen zu tun, vielmehr damit, dass die Menschen nur dann wirtschaftlich erfolgreich sind, wenn sie die Wünsche anderer bestmöglich erfüllen. Es ist damit im ureigenen Interesse eines Individuums sich um seinet Willen für andere optimal zu arbeiten. Wer verfügt über das Wissen, eine Wirtschaft zu lenken? Die keynesianische Experimente der Vergangenheit (Bsp. Konjunkturprogramme) belegen, dass dies nicht möglich ist.

      • Reto Stadelman sagt:

        @Zach
        Was sie anklagen ist eigentlich ein klassische Verteilungsprobleme. Viele Amis sind gar nicht so dumm und merken wie ihnen die NAFTA theoretisch helfen würde. Aber eben: Theoretisch! Faktisch hat NAFTA das Kräftegleichgewicht verschoben wodurch viele Mittelständler Abstiegsgefährdet sind oder schon abgestiegen sind. Wie also schon erwähnt: Es ist ein Verteilungsproblem. Ich würde auch nicht auf 1000 Franken Lohn verzichten damit mein Nachbar ein schöneres Leben hat und zwar aus dem einfachen Grund, dass ich genau weiss, das mir auch niemand den Gefallen tun wird…
        Wo die Theorie des komparativen Vorteils auf die Realität echter Menschen trifft, da kommt es dann eben zu so was wie Trump…

    • Dominik Keller sagt:

      Stimmt. Und da diese fachlich versierten Menschen das Ganze so gut lenken, können sie auch gleich die gesamte Wirtschaft lenken – und dazu braucht es schliesslich einen Plan. Dann können wir das ganze Planwirtschaft nennen. Dass da vorher noch niemand auf die Idee gekommen ist….

      • Marcel Senn sagt:

        Keller: Auf der anderen Seite gibt es nur wenige Firmen also Wirtschaftseinheiten die ohne Plan – also planlos agieren! Da gibt es Strategien, Budgets, Vorgaben, Objectives usw usw — fast alles wird in einem Grossteil der weltweiten Firmen mehr oder weniger „planwirtschaftlich“ eingefädelt – am besten mit rollender Planung, da ist man immer einigermassen à jour!!
        So realitätsfremd ist die Planwirtschaft eben gar nicht…

        • Linus Huber sagt:

          Der Unterschied liegt darin, dass sich die Privatwirtschaft grundsätzlich im Wettbewerb befindet und nur aufgrund von Leistung erfolgreich sein kann, während der Staat das Machtmonopol besitzt und mit Zwang und der Enteignung des produktiven Teils der Bevölkerung operiert.

          • Marcel Senn sagt:

            „Der Unterschied liegt darin, dass sich die Privatwirtschaft grundsätzlich im Wettbewerb befindet und nur aufgrund von Leistung erfolgreich sein kann“
            .
            Huber haben Sie sich heute wieder mal einen Ihrer naiven Tage eingefangen??
            Die Privatwirtschaft befindet sich eben leider in der Praxis eben nicht mehr „grundsätzlich“ im freien Wettbewerb, sondern ist durch Absprachen & Kartelle immer mehr verseucht!
            Schauen Sie sich mal z.B. die WISO Doku an über Abzocke in Deutschland – Kartelle auf Kosten der Kunden – und das funktioniert auch weltweit eben oft nicht viel anders
            https://www.youtube.com/watch?v=PqW074Q5x_I

            Wenn ich da an die vielen Skandale denke wie z.B. Odebrecht etc.
            Und die sind ja nur die Spitze des korrupten Eisberges!
            Oder wie Monsanto zu seinen Patenten kommt…

          • Linus Huber sagt:

            Genau darum verwende ich das Wort „grundsätzlich“. In der Vetternwirtschaft wird Leistung eben marginal immer unwichtiger und der Erfolg beruht immer stärker darin, die Regeln zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

          • Marcel Senn sagt:

            Was bleibt einem Doktrinfetischisten wie Ihnen denn sonst noch übrig als sich an Worthülsen wie „grundsätzlich“ zu klammern auch wenn im Grunde immer weniger so abläuft wie Sie das von Ihrem umnebelten Elfenbeinturm zu erkennen glauben.
            .
            Die Sicht der Dinge und die Dinge an sich…
            .
            PS Ihre fast schon pathologisch anmutende staatsfeindliche Haltung bringt die Menschheit auch nicht viel weiter. Das heisst nicht, dass man nicht kritisch gegenüber dem Staat und seinen Aktivitäten sein soll, aber in Ihrem Weltbild möchte ich ja definitv nicht leben!

          • Linus Huber sagt:

            „wenn im Grunde immer weniger so abläuft“

            Sie wiederholen meine Aussage!

    • Charly sagt:

      @Nadine Binsberger
      Wissen Sie wie oft schon punkto Finanzkrise behauptet wurde „this time is different“? Reinhart und Rogoff haben ein ganzes Buch darüber verfasst.
      Abgesehen davon war auch vor der letzten globalen Krise der „freie Markt“ nichts weiter als eine Fiktion.
      Fragen Sie doch mal einen afrikanischen Bauern was er von der „Konkurrenz“ mit der hochsubventionierten EU-Landwirtschaft hält, die im Gegensatz zu ihm modernste Technik einsetzen kann.

  • Anton Keller sagt:

    Hat dieser Frau Nassim Nicholas Taleb’s Buch „Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse “ nicht gelsen?

    • Linus Huber sagt:

      Vielleicht, vielleicht nicht, denn solche Erkenntnisse gehen den IYIs am A.. vorbei, da sie „no skin in the game“ haben und sich betreffender Weise durch fehlende Demut auszeichnen.

      • Marcel Senn sagt:

        Huber: Dumm nur seit nichtintellektuelle selbsternannte non-idiots wie Sie andauernd die Krise und den Crash herbeireden kommen diese einfach nicht!
        Die Märkte scheinen eh immer das Gegenteil zu machen was gerade der Narrativ der Massen und des Pöbels ist! Sind alle euphorisch, gierig und unbedacht wie vor 2008 oder 1929 dann kommt der schwarze Schwan — sind viele pessimistisch und hubern wie Sie durch die Blogs, dann kommt er eben eben genau nicht!

        • Linus Huber sagt:

          Sie liegen mit Ihrer Annahme in Bezug auf Märkte und der Bedeutung von Sentiment nicht unbedingt falsch. Vielleicht befinden wir uns heute irgendwo vor 1937 und beim nächsten Einbruch der Aktienmärkte wird wieder gleich reagiert, da die einmaligen Massnahmen zum normalen modus operandi mutierten. Historisch betrachtet, reduzieren Zentralbanken ihre Bilanzen fast nie, da sich meistens negative Konsequenzen (z.B. aufgrund einer damit verbundenen Reduktion der Kreditexpansion) melden. Man muss sich ebenfalls bewusst sein, dass trotz der kleinen Zinsschritte auch heute noch das Zinsniveau unter dem cpi (1,9% y/y im Mai) liegt. Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Die Greenspanzeiten wonach die Zentralbank nach dem Auf und Ab der Aktienmärkte agiert haben dürften ja wohl vorbei sein bei den hohen ZB Bilanzen.
            .
            Wo befinden wir uns 1937 – bei der deutschen Reichsbank, die sich ab 1936 begann aufzublähen und irgendwann ab 1939 war dann völlig vorbei mit den Reichsfinanztricksereien und man musste sich die nötigen Mittel mittels Kanonen und der Wehrmacht beschaffen?
            Oder reden Sie von der US Rezession 1937/38 die aufgrund der Geldmengenverknappung der FED rel. heftig ausfiel?

          • Linus Huber sagt:

            Ja, ich bezog mich auf die USA. Um das Reimen zu verbildlichen und einzig als Demonstration zum Aspekt des „Reimen“ zu verwenden, stellen Sie sich folgendes Szenario vor. In einigen Jahren findet anstelle eines Angriffskrieg eine Revolution in den USA statt (im Gegensatz zu Europa), welche in der Folge eine weltweite Revolutionswelle im Gegensatz eines Weltkrieges auslöst.

          • Anh Toàn sagt:

            Die reimt sich schön ihre science fiction. (Geschichte ist Vergangenheit, was in ein paar Jahren geschieht, wird in ein paar Jahren mehr Geschichte sein.

            Wen haben die USA denn angegriffen 1937 oder 39 oder 41? Damit sich die Geschichte reimt?

          • Linus Huber sagt:

            Um den Reim auch einem Anh Toan verständlich zu machen:

            Einmal beginnt die Angelegenheit in Europa, das nächste mal in den USA. Einmal handelt es um Kriege gegen andere, das nächste mal um Kriege im eigenen Land.

            Na ja, es handelt sich nicht um eine Prognose, sondern einzig um ein Gedankenspiel.

  • Rolf Zach sagt:

    Die Frage ist nicht, ob es eine nächste Finanzkrise gibt, die ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Frage ist, wo sie ausbricht und was für ein Schaden sie anrichtet.
    Schwerste und weltweit fühlbare Krisen, werden nur dort ausbrechen, wo die Weltwirtschaft spielt, und dies ist die USA, Europa (Euro-Zone!) und Ostasien.
    Beginnen wir mit dem Szenario in Ostasien. China hat viel Ähnlichkeit mit den USA 1929. Der entscheidende Unterschied ist, die USA haben damals als Welt-Finanzier in $ ausgeliehen, die Chinesen machen dies nicht Yuan, sondern in einer Fremdwährung nämlich $. Was bedeutet es, wenn die einheimische Spekulation dort völlig aus dem Ruder läuft? Übernimmt die Zentralbank den ganzen Schrott? Verlangen die Chinesen ihre Dollars zurück? Oder sitzen sie aus wie Japan?

  • Philip Hjelmér sagt:

    Mit solchen Aussagen stellt Yellen ihre Glaubwürdigkeit auf Spiel. Sie sollte besser ehrlich sein und sagen, dass es selbstverständlich wieder zu Finanzkrisen kommen kann, dass die Notenbank aber alles tue um das möglichst zu vermeiden. So schafft man Vertrauen.

    • Anh Toàn sagt:

      Sagt Sie ja:

      Sie hofft es gäbe keine mehr und glaubt es sogar: Warum glaubt Sie es? Weil sie glaubt alles getan zu haben, um es zu vermeiden, bzw. die Instrumentarien vorbereitet zu haben, es zu verhindert, falls die Bedrohung konkreter wird.

      Würde Sie nur hoffen, würde ich ihr antworten: Wenn ich meinen Job mache, hoffe ich nicht, dass es gut rauskommt, ich glaube es, weil ich meine Arbeit kann und mache.

      • Linus Huber sagt:

        Der Meteorologe in Namibia: Seit 4 Monaten regnete es nicht, daher hoffe und glaube ich, dass es in den weiteren 8 Monaten des Jahres nicht mehr regnen wird.

        • Anh Toàn sagt:

          Weil der Regen wird ja von Menschen gemacht, so wie Geld und Schulden und Kapital, Ibestiotion, Konsum usw usw, gell:

          der Huber sagt, es sei natürlich, mit den Schulden ist es wie mit dem Regen oder Ebbe und Flut, es gibt natürliche Zyklen und was natürlich ist, ist natürlich gut:

          Hätte Gott gewollt, dass es Papiergeld gäbe, hätte er es gemacht, aber Gott hat Gold gemacht.

          • Anh Toàn sagt:

            Wenn jemand Salz auf eine Tomate streut, ruft der Huber: „Manipulation, da hat so ne Sau Tomaten salzig gemacht, Tomaten sind nicht salzig und darum müssen sie ungesalzen bleiben, so sind die natürlich, und damit sind die gut.“

          • Anh Toàn sagt:

            Sie möchten ja, die Notenbanker zu reinen Beobachtern der sich natürlich in freier Wildbahn bewegenden Geldmengen und Zinsen machen, weil die Notenbanker manipulieren ja die natürlichen Zyklen, wenn die mehr machen als beobachten, und messen. Der Jordan geht dann mit seinen KollegInnen durch die Strassen und Shopping Centers und alle, welche die sehen, fragen sich, ob das jetzt Nachwuchsfilmer oder Geometer sind.

        • Anh Toàn sagt:

          Wäre es die Aufgabe des Meteorologen, das Wetter in Namibia zu machen, und zwar regenfrei, würde ich genau diese Aussage von ihm erwarten und wenn ich der Souverän wäre, ihn feuern.

        • Linus Huber sagt:

          Nun, im Bereiche von Prognosen, dürften die Meteorologen wohl eher besser abschneiden als die Zentralbanker, obwohl sie das Wetter nicht beeinflussen können. In beiden Fällen handelt es sich um hoch komplexe Systeme und wer schon 2008 nicht einmal im Ansatz voraussah, sollte vielleicht, wie im Artikel erwähnt, sich in Demut üben.

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Nur wäre es weniger an den Zentralbankern falsche Entwicklungen einzudämmen (die haben ja nur Zinsen und Geldmenge), sondern an der Politik gewisse Finanzinstrumente mit falschen Anreizen (z.B. CDS etc) zu verbieten. Aber sobald sich eine Blase aufbläht, alles scheinbar blüht und gedeiht, dann hat keiner den Schneid rechtzeitig mildernde Massnahmen zu treffen – wollen ja alle wiedergewählt werden und während der Blaseneuphorie wären solche Massnahmen einfach politischer Selbstmord…

          • Linus Huber sagt:

            Die Politiker sind schwerlich „unschuldig“, aber ich erkenne das Problem weniger im Unterlassen eines Verbotes, als dass sie einerseits implizierte Staatsgarantien quasi kostenlos zur Verfügung stellen und somit das risikoreiche Verhalten beflügeln und andererseits die fragwürdigen ökonomischen Theorien, welche z.B. von den Ökonomen der Zentralbanken vertreten werden, als Feigenblatt für ihre Entscheide verwenden. Ein weiteres Problem liegt im Umstand, dass das Auswahlverfahren von Politikern ein populistisches und kurzfristig orientiertes Verhalten fördert.

  • Rolf Zach sagt:

    Wer sich hinsichtlich darüber informieren will, was so kurz vor einer schweren Finanzkrise gesagt wird, von den unseren angeblich glaubwürdigen Autoritäten soll das Büchlein „Der grosse Crash“ von J.K. Galbraith lesen, ein Lese-Vergnügen.
    Die Frage ist natürlich nicht so sehr, ob es wieder eine Finanzkrise gibt, dies ist so sicher wie das Amen in der Kirche, viel schwieriger ist es, wo die nächste ausbricht und welches Ausmass sie annimmt.
    In der Regel ist sie begründet durch überbordende Kredittätigkeit, die für Aktiven gegeben werden, die für die entsprechenden Summen wenig oder gar keinen Gegenwert versprechen und die Leute anfangen misstrauisch zu werden. Der Ausbruch einer Krise hat auch etwas mit politischer Instabilität zu tun.

    • Anh Toàn sagt:

      @Rolf Zach „In der Regel ist sie begründet durch überbordende Kredittätigkeit, die für Aktiven gegeben werden, “

      Es wird so dargestellt, dass die Aktiven die Deckung für Schulden seien. Letztlich kann aber nur der zukünftige Cash Flow die Schulden bedienen. Reicht der aus operativer Tätigkeit nicht, wäre Devestition angesagt, aslo Verkauf von Aktiven, aber: Wenn der Cash Flow von Brauerreien ungenügend ist, sind die Preise für gebrauchte Brauanlagen im Keller, als die Gewinne noch sprudelten, waren die Anlagen viel mehr wert. Gerade bei Unternehmenskäufen, Konzentrationsprozessen, landet in den Bilanzen viel Goodwill, er wurde gekauft. Inhaltlich sind dies diskontierte zukünftige Cash Flows. Und wird der Cash Flow weniger, werden Abschreiber notwendig.

      • Anh Toàn sagt:

        Man siehtr gerne auf die Bilanz bei der Beurteilung von Krediten, mittelfristig ist der freie operative Cash Flow (Staaten: Handelsbilanzpüberschüsse, mit Reservewährung nicht zu Hohe Defizite), viel wichtiger:

        Fallen die Csh Flows aus, ist die Bilanz schnell mies, sind die Cash Flows da, verbessert sich die schlechte Bilanz schnell und es gibt Finanzierungsmöglichkeiten.

  • Roland Müller sagt:

    In den USA, in GB, in der EU und in Japan ist aus der Schrottpapierkrise eine heftige Staatsschuldenkrise geworden. Deren Ende werden wir nur erleben, wenn ein beinahe flächendeckender Staatsbankrott das Trauerspiel beendet.

  • Jan Svoboda sagt:

    Hat die Yellen es vor bald den Löffel abzugeben? Dann wäre die Aussage verständlich. Vielleicht raucht sie aber ein zu starkes Zeug.

    • Eisenring sagt:

      Genau, in diese Richtung habe ich auch gedacht und mal ihr Alter gegoogelt. Mit Jahrgang 1946 darf sie in dieser Sicht die Aussage schon etwas optimistisch gestalten. Diese Aussage ist ja ohnehin sehr relativ mit „zu unseren Lebzeiten“. Ich bin 60 und wünsche mir, die gute Dame hätte Recht. Dafür bräuchte sie aber einen andern Präsidenten in den USA.

      • Jan Svoboda sagt:

        nun ich glaube der President ist der Letzte, der eine Krise verhindern kann, egal wer dort sizt. Die Situation wie 2008 wird sich wohl kaum wiederholen, damals waren die Staaten noch nicht so hoffnungslos verschuldet und konnten einspringen, das ist vorbei, jetzt sind Pleite nicht nur Banken sondern auch die meisten Staaten.Nimmt man noch die tickende Bombe der Derivaten dazu,ist es angerichtet.

  • Sacha Maier sagt:

    Ich denke weniger, dass die Ausage von Frau Yellen dumm, naiv, oder gar zweckoptimistisch ist. Vielmehr umschreibt sie gekonnt die moderne Doktrin der Notenbanker: Lass es gar nie zu einer Krise kommen. Mario Draghi bringt es noch klarer auf den Punkt: Whatever it takes. Finanzblasen wird es nun einmal immer wieder geben. Das ist epigenetisch im Herdentrieb des homo oeconomicus verankert. Platzt eine solche Blase und die Notenbanken schauen untätig zu, bekommen wir rasch eine Finanzkrise. Heute würde das keine Notenbank mehr tun, sondern sofort die Geldschleusen öffnen und auch abstürzende Banken aktiv stützen. So konnte Herr Draghi kürzlich eine italienische Bankkrise abwenden und wir haben guten Grund zur Annahme, in unserem Leben nie mehr einer Finanzkrise zu begegnen.

  • peter brunner sagt:

    Was hier nicht beachtet wird:Wir wissen nicht,was J.Y denkt, denn ein Notenbanker verfolgt mit einer Aussage immer ein bestimmtes Ziel und sie ist nie einfach die persönliche Meinung, das wäre auch dilatantisch.
    Die interessante Frage ist deshalb: Was veranlasste J.Y. zu ihrer Aussage genau zu diesemZeitpunkt.

    • Roland Heinzer sagt:

      Frau Yellen ist als sehr vorsichtige Person bekannt, die lieber 4 Stunden vor Abflug auf dem Flughafen ist, damit sie nicht das Flugzeug verpasst. Jetzt hat sie sich mit den Zinserhöhungen weit aus dem Fenster gelehnt und die Wirtschaftsdaten signalisieren vermutlich bereits eine Abkühlung. Da muss sie verbal Gegensteuer geben, damit der Konsum und die Stimmung nicht kippen, denn in Amerika hängt die Wirtschaft zu 75% am Konsum – so einfach ist das.
      Mal schauen, ob es noch zwei Zinserhöhungen gibt – ich glaube es nicht, sonst käme eine Rezession, pardon eine kleine Abschwächung. Das „R“ Wort muss vermieden werden, so wie alle schlechten Zahlen schön geredet werden.
      Steigende Märkte und Immobilienpreise sind nicht inflationär, sondern vermögensbildend. Das steigert den Konsum – und die Mehrwertsteuer.
      Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht –
      Aber nach Yellen können ja die Plastikkrüge nicht brechen, so wie das Plastikgeld, darum gibt es auch keinen Crash mehr. Man gibt den Leuten einfach genug Geld, aber ja kein Bargeld. Am besten allen ein Grundeinkommen, das kann man variieren, und damit den Konsum und die Wirtschaft steuern.
      So einfach ist die neue Lehre.

  • Nick sagt:

    „Trotzdem ist es eine unfassbar dumme Aussage.“ Rein inhaltlich ist die Aussage dumm, aus den im Artikel genannten (und weiteren) Gründen. Strategisch könnte die Aussage aber durchaus klug sein. Was sollen Frau Yellen und andere Spitzenfunktionären denn sagen? Dass es bald wieder knallt? Das wäre vermutlich eine selbsterfüllende Prophezeiung. Soll ein Trainer seinem Sportler vor dem Wettbewerb sagen „Schau, du hast über 100 Konkurrenten, glaubst du echt, dass du es auf das Podest schaffst?“ Soll die Dozentin den Erstsemester-Studenten sagen „Ein Drittel von Euch übersteht die ersten 2 Semester nicht“? In verantwortlicher Position muss man eben oft Optimismus verbreiten, auch wenn die Faktenlage dagegen spricht. Der Leser muss dann selbst wissen, wie die Aussage zu verstehen ist.

    • Anh Toàn sagt:

      Hier spricht ihr Kapitän. Wir starten gleich zu unserem Flug nach Singapore. Wie Sie wissen, gibt es Schwerkraft und wir Fliegen und bei fast allen abgestürzten Flugzeugen waren beim Start keinerlei Hinweise auf einen bevorstehenden Absturz ersichtlich. Also beten Sie mit mir, dass es diesmal nicht nur keine Hinweise, sondern tatsächlich keine Probleme geben wird, und geniessen sie ihren Flug.

  • Thomas Hartl sagt:

    Janet Yellens Aussage ist natürlich unglaublich naiv. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob sie wirklich daran glaubt, oder ob sie einfach ihr Aufgabe als Vorsitzende der Fed wahrnimmt, die Märkte zu beruhigen. Zudem ist es eine Rechtfertigung dafür, Banken nicht stärker zu regulieren. Auch in der Schweiz mehren sich wieder Forderungen, die Gesetze für den Finanzsektor zu lockern. Zehn Jahre nach dem Blick in den Abgrund beginnt die Gier wieder über die Vernunft zu siegen.

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