Was die EU mit der katholischen Kirche gemeinsam hat

NMTM

Eine gewisse Schlitzohrigkeit gehört zum Geschäftsmodell: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker trifft anlässlich des 60. Jahrestags der Verträge von Rom auf Papst Franziskus (24. März 2017). Foto: Keystone

Die EU ist ausserordentlich schwierig zu verstehen. Sie ist weder Fisch noch Vogel, weder Bundesstaat noch Staatenbund, weder demokratisch noch undemokratisch, weder erfolgreich noch erfolglos. Vor allem ist sie singulär. Es gibt heute kein vergleichbares staatliches Konstrukt. In der Schweiz tut man sich deshalb besonders schwer, die EU zu begreifen. Als Fanatiker der Pünktlichkeit sind es die Bewohner dieses Landes gewohnt, dass die Dinge eindeutig sind.

Vielleicht hilft es, wenn man die EU mit der ältesten supranationalen Organisation Europas vergleicht: mit der katholischen Kirche. Auf diese Weise lässt sich die EU möglicherweise bis zur Kenntlichkeit entstellen.

Im Übrigen ist der Vergleich mit der katholischen Kirche historisch gar nicht so abwegig, wie er auf den ersten Blick scheint. Die EU war in der Frühphase ein von katholischen Politikern besonders favorisiertes Projekt. Jean Monnet, Robert Schumann, Konrad Adenauer, Alcide de Gasperi, Paul-Henri Spaak – sie alle waren Katholiken. Nur in den Niederlanden war ein Nicht-Katholik Staatschef, der den europäischen Einigungsprozess unterstützte: der Sozialdemokrat Willem Drees.

Regeln brechen, ohne sie infrage zu stellen

Eine erste Parallele zwischen der EU und der katholischen Kirche ist die hierarchische Struktur. Die Entscheidungen fallen oben und werden nach unten kommuniziert. Die Funktionselite ist gut ausgebildet, internationalistisch und wohlmeinend, aber sie will das Heft nie aus der Hand geben. Bewegungen von unten scheut man wie der Teufel das Weihwasser. Als Frankreich und die Niederlande, zwei Gründungsländer, die Verfassung ablehnten, taufte man die ganze Sache einfach auf «Vertrag von Lissabon» um und legte ihn in den beiden Ländern nicht mehr zur Volksabstimmung vor.

Die zweite Parallele ist die schlitzohrige Einstellung zu Regeln. In der katholischen Kirche wie in der EU ist es durchaus erlaubt, Regeln zu brechen, solange man die Regeln selber nicht infrage stellt. Das Zölibat wurde immer wieder umgangen. Aber Bewegungen, die das Zölibat abschaffen wollten, wurden sofort bekämpft und ausgeschlossen. Ähnlich in der EU: Die Defizit- und Schuldenregeln gemäss Maastricht-Vertrag können problemlos verletzt werden, solange die Regeln selber nicht kritisiert werden. Als Portugal und Spanien letztes Jahr ein zu grosses Defizit ausweisen mussten, sprach Brüssel eine Sanktion aus, aber verzichtete darauf, eine Strafsumme zu verlangen.

So publizierte die EU-Kommission am 27. Juli 2016 folgendes Pressecommuniqué, um ihren Entscheid zu begründen:

Nach dem einstimmigen Beschluss des Rates gemäss Artikel 126 Absatz 8, dass weder Spanien noch Portugal wirksame Massnahmen zur Korrektur ihrer übermässigen Defizite getroffen hatten, war die Kommission rechtlich verpflichtet, innerhalb von 20 Tagen einen Vorschlag für eine Geldbusse zu unterbreiten. Die rechtlich festgelegte Standardhöhe einer solchen Strafe beträgt 0,2 Prozent des BIP, kann aufgrund aussergewöhnlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen oder auf Antrag des betreffenden Mitgliedstaats jedoch verringert werden. Beide Länder haben einen solchen mit Gründen versehenen Antrag gestellt. Nach Kenntnisnahme der Anträge, angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds, in Anerkennung der Reformbemühungen beider Länder und vor dem Hintergrund der Zusagen, die diese im Hinblick auf die Erfüllung der Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspakts gemacht haben, schlägt die Kommission dem Rat vor, die Geldbussen aufzuheben.

Die entscheidende Passage findet sich im letzten Satz: Portugal und Spanien haben Zusagen gemacht, sich in Zukunft an den Stabilitäts- und Wachstumspakt zu halten. Man verletzt die Regel, aber bestärkt im gleichen Atemzug seine Unterstützung der Regel.

Eindeutigkeit ist nicht zielführend

Eine dritte Parallele, die eng mit der zweiten verzahnt ist, ist die Toleranz in den Feldern, die keine Bedrohung für das Machtmonopol darstellen. So liess die katholische Kirche eine grosse Vielfalt zu. In Frankreich zum Beispiel wurde der Katholizismus von der Monarchie vereinnahmt. Der Gallikanismus bewies wenig Treue zu Rom. Dennoch kam es nie zum offiziellen Bruch. In den Innerschweizer Kantonen wurden die Priester schon im Spätmittelalter von den Bürgern gewählt. Rom sah dies nicht gerne, aber liess die Innerschweizer gewähren. Ähnlich die EU: Bei den lokalen und regionalen Angelegenheiten, die oft viel mehr Emotionen hervorrufen als Defizit- und Schuldenregeln, gibt es viel Spielraum. Wenn zum Beispiel die Bevölkerung von Stuttgart einen anderen Bahnhof will, ist das den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt überlassen.

Wenn der Vergleich der EU mit der katholischen Kirche nicht völlig abwegig ist – was er natürlich ist –, hat es keinen Sinn, eine Bereinigung der Beziehungen Berns mit Brüssel anzustreben. Auch ein EU-Beitritt wäre kein Befreiungsschlag. Die Reibungen würden eher noch zunehmen. Und schliesslich ist es unnötig, den Widerspruch bei der Einwanderungsfrage zu beheben. Die Verfassung mag ein stärkeres Einwanderungsregime vorschreiben als das Gesetz, aber im Umgang mit der EU ist Vieldeutigkeit besser als Eindeutigkeit, Schlitzohrigkeit besser als Korrektheit. Wenn die Einwanderung abnimmt, erledigt sich die Sache von selbst. Wenn sie nicht abnimmt, lässt sich das Gesetz schnell anpassen, ohne die Verfassung ändern zu müssen. Die Idee, sofort eine perfekte Übereinstimmung zwischen Verfassung und Gesetz herzustellen, ist kontraproduktiv.

Genau dieses opportunistische Prinzip hat im Übrigen das Parlament im Gesetzestext verankert. Am Schluss (Absatz 8 des neuen Artikels 21a des Ausländergesetzes) heisst es nämlich zum Thema «Massnahmen für stellensuchende Personen»:

Erzielen die Massnahmen nach den Absätzen 1–5 nicht die gewünschte Wirkung oder ergeben sich neue Probleme, so unterbreitet der Bundesrat der Bundesversammlung nach Anhörung der Kantone und der Sozialpartner zusätzliche Massnahmen. Bei erheblichen Problemen, insbesondere solchen, die durch Grenzgängerinnen und Grenzgänger verursacht werden, kann ein Kanton beim Bundesrat weitere Massnahmen beantragen.

Diese Sätze könnten von der katholischen Kirche stammen.

157 Kommentare zu «Was die EU mit der katholischen Kirche gemeinsam hat»

  • M. Bründler sagt:

    Als kirchenpolitisch interessierter Katholik finde ich diesen Vergleich sehr erfrischend. Ich denke, ja, es hat was!

  • wagenbach sagt:

    Herr Professor
    seit 2008 profezeien Sie uns den baldigen Tod der Eu im Fegefeuer des Eurokollaps. Bisher ist das Szenario trotz Griechenland usw. nicht eingetreten, und um eine gewisse akademische Glabwürdigkeit zu bewahren suchen Sie nach historischen Vergleichen in anderen zeitlichen Grössenordnungen sich abspielen. Da die römische apostolische katholische Kirche seit bald 2000 Jahre besteht, müssen wir also davon ausgehen, das auch Eu und Euro uns noch eine Weile erhalten bleiben ?
    Ansonsten finde ich den Vergleich billig und populistisch, was z.Z. nicht mehr sehr aktuell ist.
    Denken Sie jung, passt besser zur aktuellen Zeit

    • Jan Svoboda sagt:

      was Sie wohl nicht verstehen, die Eurozone ist längst kollabiert und jenseits aller Möglichkeiten gerettet zu werden, dass man versucht durch Bilanz- und Statistikschwindel diese Tatsache zu verschleiern und unter Beihilfe der Notenpresse den Tag der Abrechnung zu veschieben wird alles nur verschlimmern.

      • Carlo sagt:

        @Jan Svoboda
        Sie glauben also im Ernst, dass alles nur ein „buchhalterischer“ Trick ist, ein „Statistikschwindel“ der EU, der USA und der Chinesen! Nun – das kapitalistische System ist per se ein riesiger Schwindel und daran gewöhnen Sie sich mal besser. Hier gings nie um „Wahrheit“ oder sonstigen idealistischen Quatsch. – The show must go on!

      • Carlo sagt:

        @Jan Svoboda
        Es will auch niemand „die Wahrheit“ wissen. Alle Menschen müssen in diesem System zwangsläufig massiv verdrängen um überhaupt lebensfähig zu sein! Die „Wahrheit“ ist nicht lebesnfördernd, sondern zerstörend.
        Jedes Mal wenn die Menschheit zu sehr der „Wahrheit“ auf den Zahn gehfühlt hat – waren unendliche Ströme von Blut und Leid die Folge.
        Selbst ich als moderner „Kommunist“ – glaube nicht an an die *Wahrheit“, sondern irgendwas dazwischen – vielleicht ein „Wunder“.

        • Linus Huber sagt:

          @ Carlo

          Besteht aus Ihrer Sicht die Möglichkeit, dass es sich nicht um die Frage des Systems selbst handelt, sondern quasi jedes Gesellschaftssystem sich über Zeit korrumpieren dürfte und das „der Wahrheit auf den Zahn fühlen“ eine unvermeidbare Konsequenz daraus darstellen mag. Wie viel Blut und Leid schlussendlich dabei die Folge sein mag, könnte vielleicht mit der vorhergehenden Dauer und Intensität der Korrumpierung sowie der Resistenz der Systemprivilegierten zusammenhängen.

        • J. Kuehni sagt:

          Moderne Kommunisten 😉

          „You take the blue pill—the story ends, you wake up in your bed and believe whatever you want to believe. You take the red pill—you stay in Wonderland, and I show you how deep the rabbit hole goes. Remember: all I’m offering is the truth. Nothing more.“

          • J. Kuehni sagt:

            „The Matrix“ ist die perfekte Verarbeitung der kommunistischen Tragödie: Um das verlogene Blendwerk der verderbten Zivilisation loszuwerden, muss man in die existenzielle Hölle hinabsteigen. Das ist romantisch, solange es ein mutiger kleiner Partisanen-Stosstrupp tut, der eine Art Résistance und gleichzeitig primordial *reine*, militarisierte Stammesgesellschaft bildet, wo alle gleich sind und einem bloss Talent und Meritokratie zum Käpt’n machen. Und es wird äusserst grausam, wenn alle anderen dazu gezwungen werden, die „Wahrheit“ zu sehen.

        • J. Kuehni sagt:

          „Die Wahrheit“ ist, dass wir alle sterben werden und uns dahingehend täglich selber belügen müssen, um mit dieser fundamental sinnlosen Existenz fortzufahren.

          „Die Wahrheit“ ist keine Systemfrage.

          Manche enttäuschte Kommunisten (die nicht ins polare Gegenextrem übergelaufen sind) haben stattdessen in der katholischen Kirche Heimstatt gefunden, damit sie weiterhin an Wunder glauben dürfen …

          • J. Kuehni sagt:

            Ich bevorzuge Kunst. Die vermag zu trösten ohne zu lügen, überlässt letzteres grossmütig jedem selbst.

          • Carlo sagt:

            @J. Kuehni
            Ihre Logik in allen Ehren Herr Kühni – aber „beweist“ der Tod die „fundamentale Sinnlosigkeit der Existenz“? Die grosse Entdeckung der Neuzeit ist doch gerade, dass „Sinn“ auch ohne „absolute Wahrheit“ und „ewiges Leben“ herstellbar ist – vielleicht ist sogar die „Lüge“ eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen dieser Existenz.
            Die Philosophie des Platonismus, der das „Gute“, „Schöne“ und „Wahre“ gleichsetzte endete bei Platon in einer spiessigen Philosophendiktatur, welche die Dichter und alles nicht „Zweckmässige“ verbannen wollte. Der Calvinismus / Protestantismus war / ist die christliche Variante dieser ideologischen Verirrung.
            Auch der Kapitalismus ist ein Stiefkind dieser philosophischen Verirrung – das automatische Subjekt wurde „Gott“. –

          • Anh Toàn sagt:

            @Carlo und J. Kühni

            Monty Phyton und meine Grossmutter haben es verstanden, der Humor rettet uns. Das Leben ist ein Witz und der letzte geht auf uns. Meine Grossmutter wuste, das Leben sei wie ein Kinderhemd, kurz und verschissen.

            Wenn es Unendlichkeit gibt, ist alles, was endlich ist, nichtig.

            Rocky Horror Picture Show endet mit:

            crawlin‘ on the planet’s face
            some insects, called the human race
            lost in time, lost in space
            and meaning

          • J. Kuehni sagt:

            Carlo: „Die grosse Entdeckung der Neuzeit ist doch gerade, dass „Sinn“ auch ohne „absolute Wahrheit“ und „ewiges Leben“ herstellbar ist – vielleicht ist sogar die „Lüge“ eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen dieser Existenz.“

            Ja, aber haben Marxisten und moderne Kommunisten das auch begriffen? Haben die auch verstanden, dass „massive Verdrängung“ nicht nur in „diesem“ System lebensnotwendig ist? Die Lüge wäre dann nicht, dass es KEINE Alternative gibt, sondern dass es eine Alternative OHNE Lüge geben kann.

          • Carlo sagt:

            J. Kühni
            Zwei Zitate zum Nachdenken:

            Preise machen, Werte abmessen, Äquivalente ausdenken, tauschen – das hat in einem solchen Masse das allererste Denken des Menschen präokkupiert, dass es in einem gewissen Sinne das Denken ist. (F. Nietzsche, Zur Genealogie der Moral)

            Man braucht…nur für die identische Einheit des Geldes die „Einheit des Selbstbewusstseins“, für die systhetische Funktion des Geldes für die Tauschgesellschaft die „ursprünglich-synthetische Einheit der Apperzeption“, für deren konstitutive Bedeutung für die kapitalistische Produktion den „reinen Verstand“, für das Kapital selbst die „Vernunft“, für die Warenwelt die „Erfahrung“ und für den Warentausch nach Gesetzen der kapitalistischen Produktionsweise das „Dasein der Dinge nach Gesetzen“, also die „Natur“ einzusetzen, um aus der Analogie der kapitalistischen Verdinglichung die ganze Erkenntnisphilosophie Kants zusamt und ihren notwendigen inneren Widersprüchen nachkonstruieren zu können. (A. Sohn-Rethel, Warenform und Denkform)

          • Carlo sagt:

            Anh Toan
            „lost in time, lost in space and meaning“
            Aber „Raum“, „Zeit“ und „Sinn“ – sind ja u.a. gerade menschliche „Erfindungen“, welche uns als Orientierungshilfen dienen und damit genau das Gegenteil von „Verlorenheit“ produzieren.

          • Carlo sagt:

            @Anh Toan
            Abgesehen davon: Die „Lebensbilanz“ ihrer Grossmutter wäre wohl anders ausgefallen wenn man sie in ihrer Jugend angetroffen hätte.
            Der Lebensabend macht uns wie der tägliche Abend vor allem ein bisschen melancholisch und müde.

          • Anh Toàn sagt:

            @Carlo: Raum und Zeit haben wir erfunden, um uns darin zu orientieren?

            Hätte meine Grossmutter Melancholie ausdrücken wollen, hätte sie gesagt, Das Leben ist kurz und verschissen, und überhaupt, wenn es verschissen ist, wäre ja gut, wenn es wenigstens kurz wäre. Indem sie es mit einem Kinderhemd vergleicht, drückt sie Humor aus, sie lacht über das/ihr Leben.

      • Carlo sagt:

        Die Frage sollte also eher lauten: Was hat der Kapitalismus (nicht nur die EU) mit der katholischen Kirche zu tun?
        Die ewige Lüge, dass es keine Alternative gibt.

        • J. Kuehni sagt:

          Stimmt. Kapitalismus ist eine Religion.

        • J. Kuehni sagt:

          Zeigen Sie uns die bessere Alternative zur EU, bin sicher es gibt eine (aber bitte konkret)…

          • Fred Mazinaux sagt:

            Die bessere Alternative ist EU als Konföderation Demokratischer Vaterländer, die so die EU selbst zur Demokratie machen müssen.
            Demokratie als Volksherrschaft nach den Einsichten der Renaissance, der Aufklärung, der Denker der zu erschaffenden USA & dem Geist der Franz. Revolution, definiert. Wonach Demokratie jene Staatsform ist in der die Mehrheit des Volkes sich ausdrücklich mit der Übertragung der Regierungsgewalt auf einzelne Volksvertreter einverstanden erklärt, sich aber das Recht der Kontrolle vorbehält& wobei keine Generation den Gesetzen & Verträgen vergangener Generationen unterworfen werden kann ohne selbst zu bestimmen wie ihr Überleben & Leben zu meistern. (Vorlage: CH Verfassung?!)
            Jede Nation eigene Lokal Währung mit selbst bestimmtem Wechselkurs zur EU Reservewährung.

          • J. Kuehni sagt:

            Danke, Herr Mazinaux. Das wäre dann aber immer noch die „EU“.

            Eine Konföderation kann allerdings nur dann wirklich demokratisch sein, wenn unter anderem Mehrheitsbeschlüsse eines prospektiv „echten“ Zweikammersystems (aus EU-Parlament und europäischem Rat (und – hoffentlich – Volksabstimmungen)) innerhalb eines rechtsstaatlichen Rahmens verbindlich sind. Darüber hinaus bestreite ich hingegen, dass eine Konföderation ohne gemeinsame Währung wirklich existieren, geschweige denn demokratisch sein kann.

          • Anh Toàn sagt:

            Wenn jedes Land eine eigene Währung hat, wo kauft man dann mit der EU Reservewährung? oder wer sollte die kaufen, wenn man die nirgendwo ausgeben kann?

          • Fred Mazinaux sagt:

            @ J.Kuehni
            Ist die vorgeschlagene EU nicht gut und gross genug genug?
            Was schlagen sie vor?

          • Fred Mazinaux sagt:

            @ Anh Toan
            Wenn Ihnen das nicht klar genug ist, können Sie vielleicht ausdenken wie man das machen kann. Ihre Lösung könnte ja hilfreich sein.

          • Anh Toàn sagt:

            Ich kann mir keine viereckigen Kreise ausdenken.

          • Linus Huber sagt:

            Es dürfte sich um ein Spannungsfeld zwischen einerseits der Idee des Staatenbunds und andererseits der Idee Bundesstaaten handeln. Daher ist wohl auch Brexit sehr unangenehm, denn dieser stutzt die EU inhaltlich klar auf einen Staatenbund zurück. Aus historischer Sicht, darin dürfte Herr Kuehni bedeutend besser bewandert sein als ich, sind solche Auseinandersetzungen wohl immer von viel Reibungen begleitet. Die Frage dürfte darin liegen, ob der Zeitgeist heute und in naher Zukunft eher kooperativ und somit zugunsten der EU tickt, oder kooperatives Verhalten eher abflachen mag (weniger positiv für die EU). Zeit bringt Rat.

          • J. Kuehni sagt:

            @Mazinaux: Ich schlage vor, zu anerkennen, dass die EU, sofern sie weiterexistieren soll (was ich im heutigen, internationalen Umfeld für wünschenswert halte), sich zum demokratisch und föderal verfassten Bundesstaat mit gemeinsamer Währung weiterentwickeln muss.

          • J. Kuehni sagt:

            @Huber: Ich halte die Weiterexistenz der EU nicht für eine Art vorgegebenes Schicksal. Eben sind wir wieder äusserst knapp an einem Szenario vorbeigeschrammt, welches relativ rasch zum Totalkollaps hätte führen können. Solche Katastrophen sind – subsummiert unter dem Titel „The March of Folly“ – zur Genüge bekannt. Was sich aber in der Wahl Macrons durchgesetzt hat, entspricht einer geopolitischen Gesetzmässigkeit: Auf Druck entsteht Gegendruck – Die Abstossbewegung der Briten (aus deren nationaler Erfahrung und „anglosphärischer“ Orientierung heraus durchaus nachvollziehbar) im Zusammenspiel mit einer indifferenten oder gar feindlichen US-Administration unter Trumpolini reduziert die EU mitnichten zum Staatenbund, sondern erzeugt im Gegenteil Dynamik in Richtung Bundesstaat.

          • J. Kuehni sagt:

            Ich argumentiere hier im Blog seit (gefühlten) Jahrzehnten – und speziell im Hinblick auf die SVP-dominierte Geistesverfassung und Politik der Schweiz – dahingehend, dass man die Zählebigkeit der EU aus geopolitischen Gründen nicht unterschätzen sollte. Reine, ökonometrische Analyse ist als Zukunftspredictor eben äusserst unzuverlässig (obwohl z.B. Herr Zach überzeugend mit dem Reservestatus des € argumentiert). Noch nie hat man so viele EU-Fähnlein-Wedler gesehen wie Post-Brexit.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Copy-Paste-Huber: „Daher ist wohl auch Brexit sehr unangenehm, denn dieser stutzt die EU klar auf einen Staatenbund zurück.“

            Klar, die Differenzierung zwischen Staatenbund und Bundesstaat liegt einzig in der Anzahl der Mitglieder. Also je kleiner, desto ….. *Seufz*

          • Anh Toàn sagt:

            „Staatenbund – Bundesstaat“

            Das Sezessionsrecht und Kontrolle über Armee und Polizei machen den Unterschied.

            Die EU kann Eurobonds, kann ein europäisches Sozialsystem noch viel mehr ohne formell Bundesstaat zu werden.

            Staatenbünde haben ein Demokratiedefizit, denn sie haben keine Souveränität. Solange es keinen europäischen (Bundes-)staat gibt, gibt es keinen europäischen Souverän, und damit auch keine Demokratie. Die grundlegenden Entscheide, eben über was bisher nicht geregelt wurden, werden in von Regierungen geführten Verhandlungen getroffen. Der nationale Souverän kann dann ja/nein sagen, aber er konnte nicht mitgestalten. Es wird die Macht, Gesetze zu gestalten, von der Legislative zur Exekutive verschoben.

          • Anh Toàn sagt:

            Also die Regierungen, die haben dann nicht einfach die Macht, ein Gesetz nach ihren Wünschen zu gestalten, sondern die müssen das mit den anderen Regierungen ausjassen.

            Bevor die EU ein Bundesstaat wird, gibt es Eurobonds und etwas verwegener, EuroBGE. (Nix da Neoliberale EU).

          • Markus Ackermann sagt:

            von wg. “ Ich schlage vor, zu anerkennen, dass die EU, sofern sie weiterexistieren soll (was ich im heutigen, internationalen Umfeld für wünschenswert halte), sich zum demokratisch und föderal verfassten Bundesstaat mit gemeinsamer Währung weiterentwickeln muss.“
            … Ach Herr Kühni!
            Die EU soll sich also zum EXAKTEN GEGENTEIL“ dessen entwickeln, was sie heute ist?
            In Portugal, unter Salazar, ging es rund 40 Jahre, bis die imperiale, koloniale Diktatur 1974 abgeschüttelt werden konnte
            … nachdem Portugal zum Armenhaus wurde
            … weil die unproduktiven Unterdrücker nicht nur die Kolonien, sondern auch die BürgerINNEN in Portugal ausbeuten mussten
            … und das Geld reichte immer noch nicht zur Aufrechterhaltung des Imperiums, also zB zur Finanzierung der Kolonialkriege
            … von wg. „Friedensprojekt“

          • Fred Mazinaux sagt:

            @ J Kuehni
            Danke für Ihre Antwort. Bin mit Ihnen weitgehend einverstanden.
            Es geht jedoch um Details “the troubles lay in the details“. Wie zB wäre Demokratie definiert nach der …“demokratisch“ verwirklicht werden soll?
            zB.“ demokratisch und föderal verfassten Bundesstaat“. Wäre das grundsätzlich (i.e. selbstverständlich mit Verbesserungen) nach Vorbild CH? Oder was?

            Jedoch, warum könnte man nicht lokale Natonalwährungen mit Nat. ZB’s zulassen zB Deutschen mit D Mark aber nur in D gültig. Aller Zahlungsverkehr ausserhalb D müsste über die neue Europäische Gemeinschaftswährung gehen, auch mit andern EU Ländern nach der von D ZB von Z. zu Z. bestimmten Wechselkurs für Export/Import etc. Bedürfnisse. Idee zu gegebener Zeit alles über eine “NEuro“ Gemeinschaftswährung.

          • Fred Mazinaux sagt:

            @ Maiko Laugun
            Danke! Einverstanden. Das ist wohl für uns Menschen unsere fundamentale Ueber – und Fortlebensnotwendigkeit.
            Fangen wir doch einmal mit der „Ewigkeit“ an.
            Wirklich „no kidding“! Wir müssten uns da mit der Naturgesetzlichkeit und dem Wesen von „In-Formation“ befassen. Energie und Entropie könnte uns da als Bonus geschenkt werden?!!

          • Linus Huber sagt:

            @ Kuehni

            Ich bezweifle, dass die Anzahl an EU Fähnchen eine grosse Bedeutung hat. FN hat ein respektables Resultat erzielt und wenn sich Makron als Kuckucksei der Globalisten, Neoliberalen und Kriegstreiber entpuppt, mag die Stimmung bei der nächsten Wahl genau entgegengesetzt ausfallen. Gesellschaftliche Veränderungen finden nicht linear statt, sondern eher wellenförmig. Der grosse Trend weist aus meiner Sicht trotz Makron noch immer Richtung Verschiebung von Macht auf tiefere hierarchische Ebenen. Ob ich mich täusche, werden wir in den kommenden Jahren erkennen können.

          • Anh Toàn sagt:

            Linus Huber: „Der grosse Trend weist aus meiner Sicht trotz Makron noch immer Richtung Verschiebung von Macht auf tiefere hierarchische Ebenen.“

            Jetzt hämmerten Sie uns laufend die Idiotie des Status Quo der linearen Entwicklung um die Ohren, um hier zu sagen, der Trend sei gegenteilig.

            Ja was denn nun?

          • Linus Huber sagt:

            Sind Sie behämmert oder haben Sie die letzten 3 Jahre geschlafen und nicht bemerkt, dass die lineare Entwicklung gestört wurde und sich ein neuer Trend zu etablieren scheint.

          • Anh Toàn sagt:

            „… ein neuer Trend zu etablieren scheint“

            Es scheint Ihnen, dass sich ein neuer Trend etabliere, aber das ist eine ganz andere Aussage, als „der grosse Trend weist…“

            Aber das merken Sie nicht einmal.

          • Linus Huber sagt:

            Unsinn, der grosse Trend der Zentralisierung der vergangenen Jahrzehnte wird z.Z. schrittweise durch den nächsten grossen Trend Richtung Dezentralisierung ersetzt. Entweder sind Sie schwer von Begriff oder glauben mit Ihren Wortklaubereien interessant zu wirken.

        • Fred Mazinaux sagt:

          @ Anh Toan,
          Danke. Aber vielleicht sollten Sie versuchen, to think „Outside the Box“!

          • Anh Toàn sagt:

            100 Jahre Dada war letztes Jahr.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Fred: Wenn schon, dann thinking without any boxes.

          • Linus Huber sagt:

            @ Fred

            Wenn eine Idee nicht zuerst absurd erscheint, taugt sie nichts.

          • Linus Huber sagt:

            Auch andere Zitate mögen passend sein, z.B.

            Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

            Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

            Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.

            Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.

          • Anh Toàn sagt:

            „“The pope’s eloped! The pope’s no soap! Sope is dope!“
            „Bazaar, Baseball, Bassoon“
            „Business, Bosnia, Buster“
            A e i o u, A e i o u, A e i o u““

            Ionesco: Die kahle Sängerin

  • Roland Müller sagt:

    Der erste Eu Vertrag wurde in Rom unterzeichnet in einem Haus das dem VATIKAN heute noch gehört, der Eu Sitz ist in Belgien ano dazumal mit dem einzigen katolischen Köngshaus.
    die EU ist katolisch geführt!!!!. d.h. von einer 1600 jährigen Institution.

  • Marcel Senn sagt:

    Immerhin konnte sich Emanuel der Erlöser gegen die verführerische blonde Schlange durchsetzen., was den vor Freude & Alkohol trunkenen EU-Gottvater Juncker sehr erfreut hat.
    Jetzt werden sie gemeinsam gegen Boris den Verräter ziehen, der die europäische Idee für 350 englische Silberlinge verraten & verkauft hat & im Gegenzug den Armen & Bedürftigen das Himmelreich versprochen hat!
    In Germanien hat sich der heilige Geist von Bruder Martin so schnell wieder verflüchtigt wie er gekommen ist, die setzen lieber auf die Beständigkeit von Angela Maria Merkel, der starken Frau in Europa.
    Derweil wird in Griechenland immer noch die Selbstkasteiung als der wahre Weg zu Gott gepredigt, dafür fanden immerhin die Ex-Sonnenpilger ins osmanische Reich auf den richtigen Weg nach GR zurück

  • J. Kuehni sagt:

    „Und täglich gib uns unsere EU-Verschwörungstheorie“

    • J. Kuehni sagt:

      Die EU ist ja gar nichts neues, eigentlich. Es ist bloss ein geopolitisch motiviertes Projekt: eine föderale Nationenwerdung im grösseren Massstab, induziert von lokaler Impotenz (unsere Bananen sind sowas von krumm) und internationaler Übermacht. Wie immer, sind äussere Feinde gut für die innere Konsolidierung, weshalb die Zustimmung für die EU steigt, wenn Trumpolini und Brexit zur existenziellen Bedrohung, und einige fundamentale Unterschiede unübersehbar werden. Von wegen Dominoeffekt.

      Insofern, als Nationen schon immer ersatzreligiösen Charakter hatten, ist die Frage nicht ob, sondern bloss in welcher Kirche gebetet wird.

      • Anh Toàn sagt:

        Maxi Jazz: God is a DJ

        This is my church
        This is where I heal my hurts

        Wenn man schon die EU mit dem Katholizismus vergleichen will, sehe ich die folgenden Gemeinsamkeiten:

        Die Erkenntnis, dass wenn wir teilen, genug für alle wird (Abendmahl).

        Die Vergebung, sowohl die EU wie die katholische Kirche setzten die Vergebung weit oben auf den Totempfahl. Vergebung bedeutet nicht, dass es keine Regeln gibt, sondern die Erkenntnis, dass nach dem Regelverstoss das Leben weiter gehen muss.

      • Maiko Laugun sagt:

        @J. Kuehni: „Insofern, als Nationen schon immer ersatzreligiösen Charakter hatten ..“

        Dem stimme ich grundsätzlich sehr gerne zu. Bei mir in China hat die alte Kultur noch immer einen grösseren Einfluss als die Religion „Nationen“. Deshalb frage ich mich, inwiefern diese Religion einen Einfluss auf die Kultur hat.

        Die Religion (Nation) muss sich immer daran messen lassen, egal ob sie es will oder nicht.

      • Maiko Laugun sagt:

        In anderen Worten: Wenn die katholische Kirche plötzlich das Zölibat aufhebt, dann verstehen das die Schäfchen nicht.

        P.S. Nein, nur der indoktrinierte Plagiator Linus wird dies als einen Knochen gegen grosse Organisationen sehen 🙂

    • J. Kuehni sagt:

      „Erzielen die Massnahmen nach den Absätzen 1–5 nicht die gewünschte Wirkung oder ergeben sich neue Probleme, so unterbreitet der Bundesrat der Bundesversammlung nach Anhörung der Kantone und der Sozialpartner zusätzliche Massnahmen. Bei erheblichen Problemen, insbesondere solchen, die durch Grenzgängerinnen und Grenzgänger verursacht werden, kann ein Kanton beim Bundesrat weitere Massnahmen beantragen.“

      Dieser von Tobias Straumann zitierte Artikel demonstriert nicht die Parallelen der EU zur Katholischen Kirche, sondern die Impotenz des Schweizerischen Bundesstaates, die Probleme des 21. Jahrhunderts im Alleingang zu lösen. Danke.

      • Linus Huber sagt:

        In diesem Falle dürfte die Auslegung des Verfassers des obigen Artikels eher richtig liegen, als der reflexartige Drang, ein Problem auf eine höhere hierarchische Ebene verlagern zu wollen, als die einzig gangbare Lösung zu betrachten.

        • Anh Toàn sagt:

          Das Zitat ist Schweizerische Gesetzgebung, das kann man nicht anders auslegen.

          Danke auch Ihnen.

          • Anh Toàn sagt:

            Ich glaube Montags werden hier einfach ein paar Knochen hingeworfen.

          • Anh Toàn sagt:

            Du erkennst nicht mal, wie absurd es ist, anhand eines Schweizer Gesetzestextes zu beweisen, wie sehr die EU der katholischen Kirche ähnlich sei.

            Wenn Deine konditionierten Rezeptoren getroffen werden, wädelst Du mit Deinem Schwänzchen und freust Dich und verteidigst Dein Herrchen.

        • Linus Huber sagt:

          Es geht um die Idee „Eindeutigkeit ist nicht zielführend“, welche mit diesem Beispiel demonstriert wird.

          • Anh Toàn sagt:

            Der Autor hat vorgegeben, er würde die EU mit der katholischen Kirche vergleichen. Er hat nicht eindeutig formuliert, dass es ihm darum geht, aufzuzeigen, dass Eindeutigkeit nicht zielführend ist, weil das wäre ja Eindeutig und damit nicht zielführend.

            Habe ich es jetzt richtig verstanden?

          • Linus Huber sagt:

            Er erklärt, dass die Idee fehlender Eindeutigkeit in beiden Institutionen angewendet wird und sie sich auch aufgrund dieses Umstandes ähnlich sind. Ich kann nicht erkennen, worin das Problem besteht, dies zu verstehen.

          • J. Kuehni sagt:

            „Ich kann nicht erkennen, worin das Problem besteht, dies zu verstehen.“

            E voilà. Bin froh, beginnen Sie die Grenzen ihrer Erkenntnisfähigkeit zu begreifen. Ist schon mal ein Anfang.

          • Linus Huber sagt:

            Obiger Artikel scheint gewissen Kommentatoren derart gegen den Strich zu laufen, dass Sie mit etwelchen intellektuell anmutenden Wortspielchen dessen Inhalt zu verunglimpfen suchen. Jedem das seine.

  • Anh Toàn sagt:

    „Eine erste Parallele zwischen der EU und der katholischen Kirche ist die hierarchische Struktur.“

    Darum wird der EU Kommissionspräsident auf Lebenszeit gewählt, von verdienten in der Hierarchie aufgestiegenen EU Bürokraten. Er gilt als unfehlbar. Wenn jemand nicht spurt, wird er vom gemeinsamen europäischen Mahl ausgeschlossen, exkommuniziert, zuletzt die Ungarn und die Polen, weil die keine Muslime und Afrikaner wollen, zuvor die Griechen, die dem Laster der Trägheit verfielen, zuvor die Deutschen, wegen Verschwendungssucht.

    • Anh Toàn sagt:

      Weg mit der EU, Freiheit für die Bananen, ihre Krümmung selbst zu bestimmen!

      • Anh Toàn sagt:

        Freiheit für die britischen Fish’n’Chips Frittierer vor EU Lebensmittelvorschriften, welche ihnen verbieten, traditionsgemäss mit dem Wohnwagen auch das Frittieröl an die Nachkommen weiter zu geben.

    • Anh Toàn sagt:

      Wie macht manb alternative Fakten: Indem man völlig faktenfreie Behauptungen als Tatsache formuliert. Die Dummen schreiben dann noch davor, „Tatsache ist“, oder „Fakt ist“, die Schlaueren lassen das weg.

      • Josef Marti sagt:

        Wo ist das Problem? Dann muss man halt die EMRK kündigen wenn Sie keine freie Meinungsäusserung gestatten wollen. Als überlegener Angehöriger der gebildeten Elite müssen Sie ja wohl keine Angst vor diesen ungebildeten Dummen haben, diese können Sie in aller Ruhe aus sicherer Warte im zoologischen Garten betrachten.

        • Anh Toàn sagt:

          Ich halte die Behauptung die EU sei hierarchisch für unwahr und frage mich, ob der Autor einfach provozieren will damit. Weiss er, was das EU-Parlament für Kompetenzen hat, der Ministerrat, die Kommisssion, die Gerichte?

          Wäre die EU die katholische Kirche, würde wohl eine knappe Mehrheit sagen, wegen Ihrem Kommentar unten „Mutti Merkel träumt…“ glaube ich Sie auch sagen: Der Papst, also die Spitze der Hierarchie ist, zum Leidwesen dieser Mehrheit, Merkel. Die ist nicht mal Teil dessen, was man EU Hierarchie nennen könnte. Wäre die EU hierarchisch, wäre Juncker der Papst und nicht der Juncker der Päpstin.

          Wer ist oben in der EU Hierarchie?

          • Anh Toàn sagt:

            „Weiss er, was das EU-Parlament für Kompetenzen hat, der Ministerrat, die Kommisssion, die Gerichte?“

            Ich gestehe, nicht genau zu wissen, wer welche Kompetenzen hat in der EU. Ich aber lehre nicht an einer Hochschule. Ich nehme wahr, die wissen es oft auch selber nicht, wer welche Kompetenzen hat. Ganz offensichtlich ist die EU keine hierarchische Organisation wie die katholische Kirche oder eine Armee. (und wäre die EU ein Schiff, dann ein Piratenschiff, auf dem jeder, der mit Kompass und Sextant umgehen kann, jederzeit eine Meuterei anzetteln kann)

  • Hanna Schmuki sagt:

    Die EU ist eine Glaubensfrage. Sie könnte aber auch mit einer Lotterie verglichen werden, bei viel Einsatz gibt es nur wenige Gewinner.

  • Josef Marti sagt:

    Insofern ein gelungener Vergleich als beide Institutionen vom Dogma leben, die EU insbesondere vom Dogma des Neoliberalismus, welches fleissig missioniert wird. Regeln sollen nur gebrochen werden, dafür hat man publikumswirksam inszenierte Massregelungen zum Abfeiern der Dogmen. Würden Regeln plötzlich eingehalten wäre das das Schlimmste, dann wäre man völlig überflüssig und würde gar nicht mehr wahrgenommen, Mission beendet.

    • Anh Toàn sagt:

      Die einen sagen, die EU sei neoliberal, die anderen sehen darin ein Projekt der sozialistischen Internationale, einig sind sich linke wie rechte Schweizer, EU ist doof.

    • Anh Toàn sagt:

      Die neoliberale EU hat den besseren Konsumentenschutz, und mehr Schutz vor Kartellen als die Schweiz: Darum sind die bürgerlichen gegen EU: Wäre die EU neoliberal, müssten die bürgerlichen für Beitritt sein und die Linken dagegen. Entweder sind also die bürgerlichen und die klinken Schweizer im Irrtum über den neoliberalen Charakter der EU, oder der Marti.

      • Reto Stadelman sagt:

        Eine Politik der Partikularinteressen schaft den Spagat zwischen Neoliberalismus und Sozialismus sehr gut…
        Den Neoliberalen ist es recht, dass sie die Arbeitskräfte von sich abhängig machen und ausbeuten können. Die linke Seite kümert man sich um die Verarmten, päpelt sie mit Sozialgeldern wieder auf (die murrend vom Mittelstand bezahlt werden und wenig bringen, siehe z.B. Hartz IV) und macht sie so abhängig.
        Am Schluss gibt es für die Menschen zwei Möglichkeiten. Abhängigkeit vom Geldadel oder von der Sozialindustrie. Der Mittelstand wird langsam erstickt.

        • J. Kuehni sagt:

          Ohne „Sozialindustrie“ gibts keinen Mittelstand, Herr Stadelmann. Ohne „Sozialindustrie“ könnten Sie weder ihr Bildungsniveau, noch ihre räumliche oder soziale Mobilität und schon gar nicht ihr allgemeines Wohlbefinden und Gesundheitsniveau finanzieren, es sei denn, Sie wären Mehrfachmillionär, aber dann gehören Sie meiner Meinung nach nicht mehr zum Mittelstand.

        • J. Kuehni sagt:

          „Sozialindustrie“ ist so ein rechter Kampfbegriff, mit dem Milliardäre und ihre Helferlein den Mittelstand dazu bringen, sich wegen angeblicher „Sozialschmarotzer und Papierliwendern“ selber ins Knie zu schiessen. Wenn Sie, Herr Stadelmann, angeblich den Neoliberalismus kritisch beurteilen, wieso übernehmen Sie dann dessen Kampfrhetorik?

          • Josef Marti sagt:

            Die Kampfrhetorik ist wohl kaum neoliberal, deshalb brauchen wir nicht nur freien Personenverkehr sondern auch freie Sozialindustrie über die Grenzen hinaus.

        • Linus Huber sagt:

          Das stetige Wachstum der Sozialindustrie geht einher mit der fortschreitenden Entgrenzung des Kreises der Empfangs­berechtigten. Die Identifikation immer neuer Objekte wohlfahrts­staatlicher Bevormundung wird von der Vollkasko-Mentalität einer alternden und ängstlichen Gesellschaft begünstigt, in der bei jedem auftauchenden Problem hektisch nach staatlichen Maßnahmen und Lösungen gerufen wird.
          Kein Wunder also auch, daß die Integrations­industrie die am raschesten wachsende Branche der Sozialindustrie geworden ist. Hier sprengt die Entgrenzung alle Maßstäbe. Solidarität braucht ein Wir, setzt das nationale Zusammen­gehörig­keits­gefühl eines Volkes voraus. Wo jeder mit jedem solidarisch sein soll, ist es am Ende keiner mit keinem.

          • Maiko Laugun sagt:

            Sagt ein offensichtlich schlecht integrierter, auf den Philippinen lebender und nach Sozialhygiene lechzender kleiner Schweizer Rassist. 🙂

          • Maiko Laugun sagt:

            *Wir brauchen uns nicht vor der Klimaerwärmung zu fürchten, denn die soziale Kälte rottet uns schon vorher aus*

            Geh mal an die frische Luft! Danke.

          • Linus Huber sagt:

            Viel Erfolg bei Ihrem Antrag für Sozialleistungen in Ihrem Gastgeberland. Sie dürften dort ja die soziale Kälte so richtig gut verspüren. Wer sich regelmäßig duscht, muss wohl an Reinlichkeitswahn leiden, denn er lechzt förmlich danach. Und wenn einer die Zusammenhänge der Sozialindustrie zu erläutern, dann muss er zwangsläufig ein kleiner Rassist sein. Die Idee, dass Unterstellungen, welche einzig auf die Person zielen, als Argument funktionieren sollten, ist bewundernswert.

          • Linus Huber sagt:

            „Geh mal an die frische Luft!“

            Dürfte eher ein wenig schwierig sein in der Hauptstadt Ihres Gastlandes – 🙁

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Ihr Geist wird immer mehr umnebelt! Trinken Sie sich Ihre Welt eigentlich absichtlich schlecht, oder was?
            .
            „mit der fortschreitenden Entgrenzung des Kreises der Empfangs­berechtigten“
            .
            Nehme an bei ihnen auf den Philippinen wird es wohl kaum ein „Entgrenzung“ (wääk was für ein hässliches Huberwort) der Empfangsberechtigten (gibts dort überhaupt staatliche Sozialhilfe (ausser einer Kugel von Dutertes Schergen für Drogenabhängige)) geben und in der Schweiz hält sich die Sozialhilfequote mit konstanten 3.2% auch in Grenzen!
            .
            Also was soll Ihr hysterisches Gequäcke aus Ostasien bitte?
            Ich habe bei Ihnen schon seit längerem das Gefühl, Sie leiden unter Realitätsverlust Huber!!
            .

          • Linus Huber sagt:

            Das einzige was hysterisch erscheint, sind die Antworten auf meinen kurzen Beitrag, welche aus welchen Gründen auch immer einzig persönliche Angriffe und Unterstellungen als Argumente verwenden.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber „Ihren kurzen Beitrag“

            habe ich bei google eingegeben:

            https://jungefreiheit.de/kolumne/2011/sozialpaedagogen-in-die-produktion/:

            copy paste ist ganzer Beitrag.

            Plagiator!

          • Anh Toàn sagt:

            copy pasten aus Spass! Oder um sich wichtig zu machen. Oder wirst Du wenigstens bezahlt dafür?

          • Marcel Senn sagt:

            Wääääkk Huber – Sie billiger Plagiator – was für eine Entäuschung!!! — vermutlich die meisten ihrer hochgestrotzten Schachtelsätze haben Sie irgendwo zusammengeklaut und um sich dann hier aufspielen zu wollen — aber nicht mit uns, Huber!!
            Wenigenstens die Quelle gibt man bei zivilisierten und anständigen Menschen noch an, aber zu denen scheinen Sie ja nicht wirklich zu gehören!
            Das grenzt schon an Diebstahl an fremdem geistigen Eigentum! Vermutlich haben Sie Ihr Leben lang so gewildert! So auf dem Doris „Tralala“ Fiala Niveau – Urheberrecht – was geht mich denn das an!
            .
            Sie sind wirkliche eine fleischgewordene Zeitverschwendung Huber!!
            .
            Plagiator – Plagiator – Plagiator!!!

          • Anh Toàn sagt:

            „Ihr“ Beitrag ist mir als Ihnen fremd aufgefallen, nicht wegen der krummen Gedanken, sondern den geraden Sätzen.

          • Linus Huber sagt:

            Richtig, und wann genau wollt Ihr zum Inhalt übergehen? Aber eben, wie gewohnt NIE.

          • Linus Huber sagt:

            Es dient einzig der Enttabuisierung des Themas, welches durch das missbräuchliche Betiteln des Wortes „Sozialindustrie“ als Kampfrhetorik erzeugt werden mag. Erstens ist Eure Empörung lächerlich und zweitens ist der Text als Reaktion zu Herrn Kuehni’s Beitrag.

          • Marcel Senn sagt:

            Bin auf ihren Inhalt eingegangen + habe kontastiert, dass es in der CH eine konstante Sozialhilfequote von 3.2% hat, davon rund 30% Kinder + Jugendliche, 20% Working Poor, dann 10% alleinerziehende Mütter, 10% abgeschobene IVler, 10% RAV-Angemeldete.
            .
            In der CH haben wir mit der Sozialhilfe praktisch eine Vollkaskoversicherung – ein halbweg bedingungsloses Grundeinkommen. Allerdings mit bürokratischen Schikanen + Rückzahlpflicht falls möglich.
            .
            Und trotzdem sinds nur 3.2%!.
            Nach Ihren hysterischen Vorstellungen müssten es vermutlich schon 15-25% sein – sind es aber nicht!
            Also hören Sie doch endlich mal auf Probleme herbeizureden, die nicht der Wert sind so aufgebauscht zu werden.
            Selbst F.A. von Hayek war klar, dass es immer Menschen geben wird, die den Staat benötigen werden!

          • Linus Huber sagt:

            Ja, Marcel; ich stehe in Ihrem Fall korrigiert, indem Sie das Thema sachlich tangierten, wobei die Sozialhilfeleistungen lediglich einen Teil der Leistungen der Sozialindustrie spiegeln dürften. Der Text deckt sich weitgehend mit meiner Überzeugung, dass offene Grenzen und ein Wohlfahrtsstaat in einem Widerspruch stehen. Hysterie ist meist bei Reaktionen zu erkennen, wie z.B. diese Studentin gut demonstriert 🙂

            https://www.youtube.com/watch?v=cG8JuJ3IDEA

          • Maiko Laugun sagt:

            @Copy-Paste-Huber: „Der Text deckt sich weitgehend mit meiner Ueberzeugung, dass offene Grenzen und ein Wohlfahrtsstaat in einem Widerspruch stehen“.

            Geschlossene Grenzen finden Sie in Nordkorea. Nach Ihrer Ueberzeugung müsste dies dann ein Wohlfahrtsstaat sein.

          • Linus Huber sagt:

            Sicher Maiko, kennen wir nicht alle langsam Ihre Schwarz-Weiss Malerei.

          • J. Kuehni sagt:

            @Senn: Danke für die Zahlen! Aber Herr Huber (oder zumindest seine ideologischen Vorbeter) meinen mit „Sozialindustrie“ nicht bloss die Sozialhilfe. Dieser neoliberale Kampfbegriff richtete sich von Anfang an gegen die gesamte soziale Marktwirtschaft, in der mithilfe von Umverteilung und Staatsbetreiben gewisse Bereiche (Bildung, Grundversorgung, öffentliche Infrastruktur, soziale Sicherheit) der Kontrolle durch *reine* Marktkräfte entzogen werden – eben die Grundlage für die Existenz eines politisch dominanten Mittelstandes und den Möchtegern-Neo-Aristokraten schon immer ein Dorn im Auge.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber „kennen wir nicht alle “

            Wenn Ihre Majestät den pluralis Majestatis mit „alle“ kombiniert, entsteht der Verdacht auf Schizophrenie.

          • Linus Huber sagt:

            Nein, Herr Kuehni, sondern ich spreche die Nettoausgaben für Sozialausgaben im weiteren Sinn an, welche seit einigen Jahren wachsen.

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Dass es beim sozialen Engagement auch immer wieder zu Missbräuchen kommt, das ist wirklich ein Problem und das soll auch rigoros bekämpft werden.
            Da haben es auch zwei gut gemeint und sind damit gescheitert, weil zuviele Schmarotzer kamen

            http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/spendable-pizzeria-in-greifensee-zh-macht-zu-nach-3000-gratis-essen-ist-schluss-id6679866.html

          • Linus Huber sagt:

            Grundsätzlich sicher ein ehrenwertes Verhalten, welche die 2 an den Tag legten. Die kommerzielle Kompetenz dürfte wahrscheinlich auch eine Rolle gespielt haben im Scheitern ihres Geschäftsmodells. Das Know-How im Bereiche das schamlosen Ausreizen der sozialen Leistungen dürfte in kulturfremden Kreisen überdurchschnittlich gut ausgebildet sein.

          • Anh Toàn sagt:

            Für Kulturfremde kann keiner was, Kulturfremd ist fast jeder, fast überall, Sie aber Herr Huber, sind unkultiviert, unzivilisiert. Sie lügen (hier jahrelang aufgetreten mit anderem Nick, aber abgestritten, als Sie erwischt wurden), klauen (geistiges Eigentum) beschimpfen (intellektuelle Idioten, Obrigkeitsgläubige) und betrügen (gehen Wetten ein, obwohl Sie keine Absicht haben, Ihr Versprechen zu erfüllen, wenn Sie verlieren), darum gehen Sie auch davon aus, andere seien mindestens so fies wie Sie selbst.

            Mit dieser Einstellung kann man sogar Präsident der USA werden, aber selbst wenn man es dahin schafft, kann man nicht froh werden mit dieser Einstellung.

          • Linus Huber sagt:

            Sicher doch, ich bin die Inkarnation des Teufels. Hoffentlich fühlen Sie sich besser jetzt.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber „Sicher doch, ich bin die Inkarnation des Teufels“

            Sie überschätzen sich.

          • J. Kuehni sagt:

            „Nein, Herr Kuehni, sondern ich spreche die Nettoausgaben für Sozialausgaben im weiteren Sinn an, welche seit einigen Jahren wachsen.“

            Sorry, Herr Huber, ich nehme Ihnen nicht ab, dass sie bei einem Ausgabenposten von 3.2% in derart existenzielle Befürchtungen für unsere „gesellschaftlich-moralische“ Gesundheit verfallen. Vor allem da sich das „Wachstum“ demographisch und politisch lupenrein erklären lässt:

            http://www.watson.ch/Schweiz/Best%20of%20watson/747102403-9-Charts-zur-Sozialhilfe–die-jeder-kennen-muss–der-mitreden-will

          • Anh Toàn sagt:

            Sozialstaat und Altruismus

            Barmherzigkeit demütigt den Empfänger und ist dem echten Altruisten daher peinlich.

            Die falschen Altruisten wollen die Empfänger demütigen, die sollen gefälligst lieb fragen und danke sagen, wie kleine Kinder. Dann fühlt sich der falsche Altruist echt richtig gut. Echte Altruisten anerkennen den Wert eines jeden für die Gesellschaft und damit auch dessen Recht auf seinen Anteil an dem, was die Gesellschaft produziert. Der echte Altruist ist froh, dass er Steuern und Sozialabgaben bezahlen darf, weil es ihm peinlich wäre, diejenigen, welche nicht zurecht kommen, auch noch mit seinen Almosen zu demütigen.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber

            Wenn Sie mich hier um Erlass Ihrer Wettschulden bitten, werde ich Ihnen diese ganz altruistisch erlassen. Weil nur wenn Sie sich hier vor mir demütigen, gehe ich davon aus, dass Ihnen mehr weh tut, die 1’000.00 CHF zu bezahlen, als mir, diese nicht zu bekommen.

            Also bettle, dann bin ich ganz altruistisch.

          • Linus Huber sagt:

            Sorry Herr Kuehni, aber die 3,2% decken längst nicht alles ab; ich rede von den Nettoausgaben für Sozialausgaben im weiteren Sinn, welche seit etlichen Jahren auch in % zum BIP leicht steigen. Ihre Zahlen enden in 2012. Das Studium der Zahlen lässt keine grossartige Ausweitung der „Entgrenzung des Kreises der Empfangs­berechtigten“ ( 🙂 ) erkennen, sodass der diesbezügliche Hype definitiv übertrieben zu sein scheint.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Ahn: „Wettschulden“

            Er predigt Wasser – und säuft Wein, echt bemitleidenswert.

        • Reto Stadelman sagt:

          Ich kritisiere nicht, dass Gelder umverteilt werden. Dieser Mechanismus ist durchaus wünschenswert. Ich kritisiere dass man damit immer seltener das gewünschte Ziel erreicht und Randständige die Integration in die Gesellschaft ermöglicht. Man erreicht dieses Ziel unter anderem nicht, weil man den einfachen Mechanismus von Nachfrage und Angebot bei Arbeitskräften einfach ignoriert. Als Folge davon gibt man Unsummen aus und macht die Leute abhängig, da sie auf die Gelder angewiesen sind, aber erreicht wenig.
          Gleichzeitig lieben es die Vermögenden, wenn sie billige Arbeitskräfte haben und über diese nach Belieben verfügen können. Wer einen Job findet, der ist fügsam und hörig.
          Und da schliesst sich der Kreis. Eine fügsame und hörige Manipuliermasse, dass soll der moderne Mensch sein…

          • Reto Stadelman sagt:

            Ich glaube auch nicht, dass die Mechanismen, die zu diesem merkwürdigen Zweckbündnis zwischen Neoliberalen und Sozialisten führen, geplannt und kontrolliert sind. Sie sind einfach menschlich.
            Es hilft den Linken sehr, eine unzufriedene Basis mit einem Bruttolohn von maximal 3000 Franken zu haben. Das hilft aber auch den Vermögenden die so die Lohnkosten drücken können. Also arbeitet man ganz automatisch zusammen.
            Die Linke ignoriert die Probleme der Menschen die zwischen 3000 und 8000 Franken im Monat verdienen. Die sind ja alle reiche Schmarozer! Die Bourgeoisie die man so sehr verachtet soll bluten! Gleichzeitig hält man ganz sozial Tür und Tor für Wirtschaftsmigranten offen. Die Vermögenden drücken so die Löhne dieser Schicht. Beide Seiten haben etwas davon. Automatisch.

          • Anh Toàn sagt:

            „Gleichzeitig hält man ganz sozial Tür und Tor für Wirtschaftsmigranten offen.“

            6000 sind dank dem offenen Tor, wohl Schluesentor ersoffen letztes Jahr. Auf dem Frontex Shuttle Service der sozialistisch-neoliberalen Mutti Merkel Einladung.

            Ganz sozial.

          • Anh Toàn sagt:

            @Reto Stadelmann

            Sie stellen die Welt dar, als gäbe es Mächtige die machen, die Massen manipulieren.

            Der Präsident der USA ist der mächtigste Mann der Welt. Sehen Sie nicht, wie der strampelt, jeden Tag, um seinen Kopf über Wasser zu halten, während rings um ihn, „Shit happens“.

            Mutti Merkel ist der mächtigste Mann Europas. Auch die kämpft jeden Tag darum, den Kopf über Wasser zu halten, möglichst wenig Fehler zu machen und wenn sie einen macht, diesen nicht noch grösser zu machen, sondern zu korrigieren (Flüchtlinge werden in die Türkei abgeschoben, niemand redet darüber, alle manche noch immer von Willkommenspolitik und Einladung) Aber kurz, einen Plan hat die auch nicht, Rings um sie „Shit happens“.

          • Josef Marti sagt:

            Es ist ja wohl sonnenklar, dass diese Wirtschaftsmigration wie streuende Krebsgeschwüre bekanntlich unweigerlich zum Tod auf Raten führt. Das zieht sich natürlich noch mehrere Jahrzehnte hin bis zum endgültigen Bürgerkriegschaos; in der Zwischenzeit können der AT und der Kühni im Delirium vom Multikulti Paradies auf Erden träumen.

          • J. Kuehni sagt:

            Meiner (schon verschiedentlich geäusserten) Meinung nach basteln Sie sich hier ein durchsichtiges Strohmanntheorem zusammen, Herr Stadelmann, um von der Verantwortung des konservativen Kleinbürgertums (aka Mittelstand) für die heutige Situation – nicht nur in der Schweiz – abzulenken. Es hilft den Linken überhaupt nicht, eine unzufriedene Basis mit einem Bruttolohn von maximal 3000 Franken zu haben, das hilft bloss der SVP und ähnlichen Parteien anderswo in Europa. Deswegen ist es auch die „Linke“, die einen Mindestlohn von 4000 Franken vorschlägt und das Kleinbürgertum (angeführt von der SVP), das ihn ablehnt. Ein Mindestlohn notabene, der auch einen Grossteil der Motivation dafür beseitigen würde, „teure* Inländer mit „billigeren“ Ausländern zu ersetzen.

          • J. Kuehni sagt:

            Deshalb ist es auch das Kleinbürgertum (angeführt von den rechten Nationalegoisten), welches regelmässig Steuersenkungen für Konzerne und ihre Eigner abnickt (weil Standortwettbewerb!) hingegen Erbschaftssteuern für Milliardäre ablehnt (sonst gehen die noch woandershin!!!).

            Deshalb ist es auch das Kleinbürgertum (von Milliardären à la Trumpolini angeführt), welches die Ausländer (die es selbst für sein Gewerbe und seine unrentablen Bauernbetriebe importiert) verabscheut, und zusammen mit irgendwelchen „Linken“ als Sündenbock für die eigene Dummheit so dringend benötigt.

          • Anh Toàn sagt:

            @Marti und Stadelmann:

            Zweck des Dublin Abkommens ist es, Migration insbesondere aus Afrika und dem nahen Osten zu unterbinden. Ohne EU könnten die in jedem europäischen Staat, der ein Asylrecht hat, zumindest einen Antrag stellen, den ein moderner Rechtsstaat mit Überprüfung durch ein unabhängiges Gericht behandeln muss. Solange muss ein moderner Rechtsstaat, wenn er dem Gesuchsteller schon Arbeit verbietet, mindestens Sozialhilfe, Unterkunft, Essen, medizinische Versorgung auf menschenwürdigem Niveau leisten.

            Ihr habt Angst, dass allenfalls nichts mehr für Euch da ist, und merkt nicht, wenn „die“ nichts bekommen „ihr“ die nächsten seit, die vom Altruismus des Huber abhängen.

          • Anh Toàn sagt:

            Die EU ist eine Festung Europa gegen Migration.

          • Anh Toàn sagt:

            Wer eine Bewilligung will für Beschäftigung einer Arbeitskraft von ausserhalb Europas, muss nicht nur nachweisen, dies nicht in der Schweiz finden zu können, sondern in der ganzen Eu. Treten die Briten aus, haben die Banken kein Problem mehr, Programmierer aus Indien zu importieren. Tritt die Schweiz aus der Personenfreizügigkeit, erhöhen sich die Chancen auf eine vietnamesische Privat-Pflegekraft für meine Eltern. So werde ich nach Polen / Ungarn / Bulgarien / Portugal verwiesen. Und unsere SVP Bauern holen sich die Erntehelfer dann in Burundi.

          • J. Kuehni sagt:

            @Stadelmann: Und deshalb ist es auch das konservative Kleinbürgertum (angeführt von neoliberalen Wirtschaftsdogmen), welches Europaweit hinter der Austerität und ihren „Sparmassnahmen zur Verschlankung des Staatssektors“ steht, und damit z.B. im Fall der Schweiz Steuererleichterungen für Konzerne und Ihre Eigner mit Sparmassnahmen im Bildungssektor und der öffentlichen Infrastruktur finanzieren möchte.

            Man muss als „Linker“ schon extrem dankbar sein, dass die guten Leute aus Schildbürgistan wenigstens bei der letzten Unternehmenssteuerreform (dank dem Referendum der „Linken“) den Braten gerochen haben.

          • Linus Huber sagt:

            „6000 sind dank dem offenen Tor, wohl Schluesentor ersoffen letztes Jahr. Auf dem Frontex Shuttle Service der sozialistisch-neoliberalen Mutti Merkel Einladung.
            Ganz sozial.“

            Nachdem Australien ausschloss, etwelche Flüchtlinge, welche per Schiff in Australien ankommen, zu akzeptieren, reduzierte sich die Anzahl der Flüchtlinge auf dem Seeweg auf Null und die Todesfälle ebenfalls.

          • Linus Huber sagt:

            Herr Kuehni trieft vom kollektivistischen Gedankengut und der Idee, die Umverteilung und die damit einhergehende Abhängigkeit vom Staat weiter auszubauen im Glauben, dass sich ökonomische Gesetze per Dekret eliminieren lassen. Auch ich finde den Einfluss der Grossunternehmen auf Politik und Gesellschaft im globalen Kontext extrem ätzend, wobei diejenigen, welche die Idee einer Art von Weltregierung mit offenen Grenzen vorschwebt, genau diesen Machtinteressen mit der marginalen Untergrabung demokratischer Selbstbestimmung in die Hände spielen, ohne es zu realisieren.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Copy-Paste-Huber: „..reduzierte sich die Anzahl der Flüchtlinge auf dem Seeweg auf Null und die Todesfälle ebenfalls.“

            Seit wann Sie obrigkeitsgläubig und vertrauen zentralistischen Zahlen?

          • Anh Toàn sagt:

            @Huber: „Nachdem Australien ausschloss, etwelche Flüchtlinge, welche per Schiff in Australien ankommen, zu akzeptieren, reduzierte sich die Anzahl der Flüchtlinge auf dem Seeweg auf Null und die Todesfälle ebenfalls.“

            Ja, wen keiner der mit einem Boot kommt, einen Asylantrag stellen kann, stellt keiner einen Asylantrag, der mit dem Boot kommt, und die welche irgendwo krepieren, sind gewöhnliche Kriminelle, die man einsperrt, auf Nauru und Papua:

            Wenn alle Staaten das Asylrecht abschaffen würden, gäbe es keine Asylanten. Nur Kriminelle. Illegale Einwanderer. Vogelfreie, die Gesellschaft verschmutzende, äh, wollte sagen, die Sozialhygiene gefährdende (das ist nämlich nicht rassistisch, das ist völkisches Reinheitsgebot,

            Altruisier Dich doch selber.

          • Anh Toàn sagt:

            Wir sollten den Schalter, bei welchem man Asylanträge einreichen muss, Mitten in der Eiger Nordwand machen, dazu die Aufstiegsruten verminen. Dann hätten wir keine Probleme mit Asylanten, halt noch mit kriminellen Illegalen die mit ihrer Kriminalität bewiesen haben, den Menschenrechen nicht würdig zu sein, die australische Käfighaltung solcher Subjekte ist Altruismus, Rassisten würden Biodiesel aus denen machen.

            .

          • Linus Huber sagt:

            Die Regeln besagen, dass die Anträge aus dem Ausland zu stellen sind. Es geht dabei darum, dass das bestehende Anreizsystem grösstenteils für die Toten im Mittelmeer verantwortlich ist; die Lager auf Nauru und Papua stellen unter dieser Sichtweise sozusagen die Altlasten des zuvor bestehenden Anreizsystems dar.

            Ob und inwiefern es sich um einen realisierbaren Lösungsansatz handelt, dürfte umstritten sein, wie z.B. dieser Artikel erläutert.

            http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlingskrise-das-modell-australien-ist-fuer-die-eu-kein-vorbild-a-1106179.html

          • J. Kuehni sagt:

            Huber: „kollektivistisches Gedankengut“

            Schon wieder so ein Begriff aus der neoliberalen Kampfpropagandaküche, mit dem die soziale Marktwirtschaft rhetorisch in die DDR-Ecke gestellt werden kann, nicht ohne Ironie, wollten doch die Ossies aus letzterer raus und in erstere rein, stattdessen sind sie im regressiven Halsabschneider-Kapitalismus gelandet und wählen darum jetzt AfD.

            Der Huber empfiehlt uns statt offene Grenzen die Wiedereinführung des Stacheldrahtes à la DDR, würde dies doch dem internationalen Korporatismus (den man ansonsten aber keinesfalls mit irgendwelchen Regulationen auf die Finger klopfen will (weil Zentralismus!)) ein Ende setzen, koste es, was es wolle, und wenn es viel kostet, ist’s gut für die Moral.

          • J. Kuehni sagt:

            Ein Vergleich von Herrn Hubers Ideologie mit der katholischen Kirche wäre vielleicht angebracht, beides moralinsaure, *reine* Doctrines, die die menschlichen Möglichkeiten übersteigen, und deswegen tendenziell in die Unmenschlichkeit münden, sofern nicht durch Checks&Balances in Schach gehalten.

            Notfalls bevorzuge ich die katholische Kirche, die arbeiten wenigstens teilweise mit Narkotika und nicht mehr bloss mit mittelalterlicher Schmerztherapie.

          • J. Kuehni sagt:

            @Huber: Das „falsche Anreizsystem“ für Bootsflüchtlinge im Mittelmeer und anderswo besteht in der ungleichen Verteilung der Früchte unserer globalen Wirtschaft. Man kann das Problem mit „kollektivistischem Gedankengut und einer faktischen Weltregierung“ oder mit „Stacheldraht und Schiessbefehl“ zu lösen trachten. Was Sie bevorzugen ist ihre Sache, aber Sie dürfen damit aufhören, ihre Wahl mit hehren Prinzipien und überlegener Moral euphemisieren zu wollen.

            Die Geschichte ist bis zum Überdruss voll von gesellschaftlichen Theoremen zur Rechtfertigung der Privilegien der Wenigen.

          • Linus Huber sagt:

            Herr Kuehni

            Besteht nicht seit Jahrzehnten eine Tendenz zur Zentralisation, welche sich im Ausbau internationaler Organisationen spiegelt. Und was genau haben diese mit all den neuen Regeln erwirkt? Den weiteren Ausbau der Machtkonzentration in der Form von Grossunternehmen etc., welche die Agenda diktieren. Ich bezweifle, dass diese Organisationen aus Gründen, welche ich hier nicht weiter erläutern will, es auf die Reihe kriegen, diesen Trend zu brechen. Ich schätze den Umstand, dass Sie die Idee der faktischen Weltregierung offen als Ziel deklarieren, aber kann Ihren Idealismus leider nicht teilen. Ich erkenne in der Stärkung der tieferen hierarchischen Ebenen und der Demokratie die Lösung und nicht das Problem.

    • Anh Toàn sagt:

      Oder: Weil die EU neoliberal ist, kämpft die sozialistische Volchspartei gegen die EU.

    • Josef Marti sagt:

      Mutti Merkel träumt davon alle Deutschen und Franzosen definitiv zu entsorgen und durch billige Afrikaner zu ersetzen, der neoliberale Traum der Abschaffung des für das internationale Kapital ärgerlich lästigen Abendlandes und seiner Nationen.

      • Marcel Senn sagt:

        Marti: Springen Sie jetzt auch noch auf den von Neonazis und Verschwörungstheoretikern beliebten „Hooten-Plan“ auf, wie am ein Volk verschwinden lässt (eben durch sukzessive Vermischung mit anderen Rassen z.B. Afrikaner und Muslims) in Europa
        https://de.wikipedia.org/wiki/Earnest_Hooton
        Daneben gibts noch den „Kaufman-Plan“ und den „Morgenthau-Plan“, die natürlich mit der ganzen Flüchtlingsfrage wieder voll en vogue sind bei der Rechtsaussenszene und den VTlern!

        • Linus Huber sagt:

          Dieser Plan zielt eher auf die Zerstörung des kriegerischen Nationalstaates Deutschland nach dem 2. WK ab, und deckt sich höchstens am Rande, wenn überhaupt, mit der Motivation, welche in Josefs Aussage zum Ausdruck kommt.

          • Marcel Sen sagt:

            Huber: Ist mir schon bekannt, nur da ich mich manchmal auch zwecks Feindbeobachtung auf VT- und sonstigen rechtsextremen Schmuddelseiten tummle, habe ich festgestellt, dass sich solche Theorien immer noch kräftig und auch sehr schnell verbreiten. Es wird schon einen (geringen) %-Anteil der Bevölkerung geben, die von solchem Gedankengut durchseucht sind!
            Den Hintergrund gewisser Kommentarschreiber (meinen jetzt damit nicht Marti) kann man mit diesem Wissen eben anders beurteilen und einordnen als ohne diese Kentnisse.

  • Anh Toàn sagt:

    „Wenn der Vergleich der EU mit der katholischen Kirche nicht völlig abwegig ist – was er natürlich ist –, hat es keinen Sinn, eine Bereinigung der Beziehungen Berns mit Brüssel anzustreben. “

    Genau – Kopf runter und warten, bis die EU auseinander bricht, viel länger als die katholische Kirche wird es die nicht geben, also warum sich damit arrangieren.

  • Hanna Schmuki sagt:

    Die EU ist zu einem quallenförmigen formlosen „Organismus“ herangewachsen. Antike Machtgelüste flammen hüben wie drüben wieder auf. Dem Katholizismus mit seinem „Weltumspanne(r)tum“ läuft das Wasser im Mund zusammen, und Germaniens Augen sind bereits vielerorts und schielen nach den ehemaligen Kolonien. Die Schweiz lässt sich seit 1291 nicht mehr ein X für ein U vormachen, und geht niemals mehr unter ihr eigenes Niveau. Das Niveau halten und wenn möglich steigern, ist die Devise und sich nicht nach Brüssel verneigen. Damit sich die EU zu einem „Superorganismus“ entwickeln könnte, müsste viel mehr „Schweiz“ darin sein. Oder auch salopp gesagt: „Die EU könnte vieles von der Schweiz abkupfern“ !

  • Vinzenz Bieri sagt:

    Die katholische Kirche und EU haben noch eine weitere Gemeinsamkeit. Der Klerus und die Politiker sind beide zu Macht und Ansehen gekommen durch Menschenhand, Irrtümer daher menschlich und werden hinwiederum absolut in eigener Sache geregelt.

  • Molnar sagt:

    Wenn die EU eine Kirche wäre hätte Sie keine Gläubigen mehr. Auch das Austretten wäre einfacher und die Steuern könnten gespart werden.
    Schade, dass dies nicht so ist.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    die eu hat mit der kirche gemein, dass beiden die schäfchen davon laufen.

  • Rolf Zach sagt:

    Die EU muss flexibel in ihren Anwendungen sein, aber sie darf nie ihre Grundprinzipien verraten, den dieser ist das Prinzip der Globalisierung eines gemeinsamen Marktes gegen innen (man hält die Schäfchen zusammen!), vergisst aber seine divergierenden Interessen, wenn es in der Abschottung gegen außen geht und der Verteidigung gemeinsamer Interessen. Die ehemals von der Sowjetunion beherrschten osteuropäischen Staaten sind als Gruppe ein sehr egoistischer Haufen, aber den Brexit der Briten haben sie sofort als Bedrohung ihrer ureigenen Interessen wahrgenommen und haben sich sofort in die Abwehr-Front eingliedern lassen. Die werden sich noch mehr als Westeuropa keine EU-Traube von Frau May und Herr Johnson stehlen lassen. Wohlgemerkt, die Mehrheit hat den Euro noch nicht.

  • Rolf Zach sagt:

    Es ist ein Vergnügen den Artikel zu lesen. Was aber der große Unterschied ist zur Katholischen Kirche ist, dass im Gegensatz zu dieser Kirche, die EU im Ganzen eindeutig ein Segen für ihre Bewohner ist. Die Katholische Kirche ist sicher heute eine gute Sache in China, wo sie die nach der Kulturrevolution die verloren gegangene Moral wieder hebt, aber weniger in Lateinamerika und Afrika mit ihrem Pillen-Verbot. Wir Europäer sind die guten Katholiken, weil wir den christlichen Opportunismus der Bergpredigt verinnerlicht haben, den er ist taktisch klug und trotzdem moralisch. Was ich zum Beispiel im Islam nicht finden kann, dessen Opportunismus ist mir zu politisch und nicht um die Ecken denkend, deshalb kann in der islamischen Welt nie so etwas wie die EU entstehen.

  • Pedro Reiser sagt:

    Tobias Straumann hat recht. Die katholische Kirche hat von Anfang an versucht, die EU als Vehikel für ihre Dominanz über Europa zu benützen. Jacques Delors, von 1985 bis 1995 Präsident der Europäischen Kommission, ist strenggläubiger Katholik. Er strukturierte die EU ähnlich wie den Vatikan als vertikale Organisation. Der Maastricht Vertrag als Basis für eine zentralisierte Integration Europas wurde im Wesentlichen von ihm ausgearbeitet. Die Aufnahme Polens sollte ein katholische Mehrheit innerhalb der EU garantieren. Das EU-Parlament dient nur als „demokratische“ Glasur, ohne das Recht, Gesetze vorschlagen zu können. Mit Juncker und Tusk beherrschen auch heute zwei Katholiken den EU-Apparat.

    • Rolf Zach sagt:

      Es geht hier nicht um den Katholizismus des Vatikans, dass ist eher die Seite der katholischen Kirche, die man weniger schätzt. Die EU ist bestimmt keine vertikale Organisation. Das Problem der Machtverteilung innerhalb der EU ist ganz einfach. Ein mächtigeres EU-Parlament ist ganz einfach eine Institution der Gesetzgebung und der Finanzen, die dem EU-Ministerrat Macht wegnehmen. Und welche Institution liebt solches. Man kann es auch so erklären. Die EU-Abgeordneten sind Mitglieder des Nationalrates mit der Hälfte seiner Macht und der Ministerrat ist ein Ständerat, der doppelt soviel Macht hat. Fast so etwas die Tagsatzung der Alten Eidgenossenschaft. Also eher Richtung Staatenbund als Bundesstaat, de Gaulle nannte es das Europa der Vaterländer. Also keine vertikale Organisation!

      • Rolf Zach sagt:

        Die britische Politik gegenüber der EU ist nur eine eine Politik von altem Wein in neuen Schläuchen, aber ihre wesentlichen Interessen haben sich nicht geändert, die da heißt: „Teilen und herrschen“. Bei den Übrigen (sogar den Dänen) heißt es: „Für seine Geschäfte im Basar möglichst hartnäckig zu verhandeln, aber gemeinsam gegen außen, da ist man stachelig und einig.“ Dies wird die Schweizer Delegation in Brüssel noch erfahren. Ich glaube kaum, dass die EU-Mitglieder den Briten Geschenke machen und diese sie spalten können, den jedes Mitglied weiß, gibt man denen etwas, wird man mehr verlieren. Man kann es auch so bösartig nennen „The Perfidious Albion“.

      • Pedro Reiser sagt:

        @Zach: Die EU ist eben nicht „das Europa der Vaterländer“ wie de Gaulle es wollte, sondern ein „Ding“ zwischen Staatenbund und Bundesstaat, das von Brüssel aus immer zentralistischer regiert wird. Jetzt will Macron einen EU-Finanzminister, ein zentralisiertes EU-Budget und Eurobonds einführen, um die Zentralisierung nach französischem Muster voranzutreiben.

        • Anh Toàn sagt:

          Wenn die EU zentralistisch von Brüssel regiert wird, hat doch Macron nichts zu wollen, der wird doch von Brüssel, manche sagen auch von Merkel diktiert.

          • Linus Huber sagt:

            Vorschläge, welche das Machtmonopol nicht nur nicht gefährden, sondern sogar noch ausbauen, dürften wie im Artikel erläutert mindestens toleriert, wenn nicht gar willkommen geheissen werden.

          • Anh Toàn sagt:

            Wessen Machtmonopol?

            Zumindest das zumindest das Gewaltmonopol in der EU bei den Nationalstaaten liegt. Wenn man nun annimmt, dass einerseits das Gewaltmonopol Ausdruck von Macht ist, andererseits zweifellos auch die EU gewisse Macht hat, bricht die EU das nationale Machtmonopol.

            Wer die Nation über alles stellen will das staatliche Machtmonopol ausbauen. Darum verlangen die gleichen Kreise, dass staatliche Machtmonopol über internationales Recht wie Menschenrechte und Kriegsverbrechen zu stellen.

            Du verstehst gar nichts, Huberchen, Du wirst nie etwas verstehen, solange Du meinst:

            Prinzipien sind Argumente aus Tradition.

          • Anh Toàn sagt:

            Oder meinst Du:

            Tradition ist ein Argument, aus Prinzip.

          • Linus Huber sagt:

            „Wessen Machtmonopol?“

            Dies dürfte im obigen Artikel gut zum Ausdruck gebracht worden sein. Z.B.
            „Eine dritte Parallele, die eng mit der zweiten verzahnt ist, ist die Toleranz in den Feldern, die keine Bedrohung für das Machtmonopol darstellen.“

          • Anh Toàn sagt:

            Ja, Huberchen, weil es da steht, ist es doch richtig, mach wau wau!

          • Anh Toàn sagt:

            @J. Kuehni

            „Die Geschichte ist bis zum Überdruss voll von gesellschaftlichen Theoremen zur Rechtfertigung der Privilegien der Wenigen.“

            Was für ein geiler Satz! (Ich kann halt keine Smileys)

            @Huber

            Der von Ihnen zitierte Satz „Eine dritte Parallele, die eng mit der zweiten verzahnt ist, ist die Toleranz in den Feldern, die keine Bedrohung für das Machtmonopol darstellen“ beschreibt die katholische Kirche, nicht die EU.

            Lernen Sie lesen!

          • J. Kuehni sagt:

            Anh Toan: Tnx

            „Ich kann halt keine Smileys“

            Spricht für Sie. Bin selber manchmal schwach und ärgere mich im Nachhinein an den gelben Popeln:

            😛

          • Linus Huber sagt:

            Gemäss Autor trifft dieser Aspekt ebenfalls auf die EU zu. Sie mögen diese Auslegung nicht teilen, aber Ihr Kommentar bezüglich Makron ist als Widerlegung ungeeignet.

            Oh, die unentbehrlichen Menschenrechte, welche nur existieren, weil sie von etwelchen IYIs in Leben gerufen wurden; als ob Menschenrechte in einer wirklichen Demokratie mit Füssen getreten würden. Das gleiche mit den sogenannten Kriegsverbrechen, welche nur willkürlich in Anwendung kommen, ansonsten unabhängig davon, ob sich die USA darunter stellt oder nicht, z.B. Bush & Co. angeklagt worden wären. Die künstliche Empörung, dass diese von den Großmächten instrumentalisierten Organisationen an vermeintlichem Einfluss verlieren, wirkt lächerlich.

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