Der letzte Schuss mit der Wunderwaffe

Mehr als Geldpolitik: Die Europäische Zentralbank – im Bild der Hauptsitz in Frankfurt – greift in die Kreditpolitik der Banken ein. Foto: Ralph Orlowski (Reuters)

Es ist eines der ungewöhnlichsten Instrumente, das sich Zentralbanken haben einfallen lassen: sogenannte gezielte Geldkredite («T-LTROs»).

Notenbanken versorgen die Wirtschaft mit Geld. Dies geschieht über die Banken, die zu diesem Zweck Konten bei der Notenbank unterhalten. Normalerweise bietet die Notenbank eines Landes einmal wöchentlich kurzfristige Liquidität zu einem bestimmten Zinssatz an. Banken können entscheiden, wie viel Geld sie sich zu diesem Preis und für den vorgeschlagenen Zeitraum beschaffen wollen. Sie müssen dann Wertschriften oder andere Sicherheiten als Deckung hinterlegen.

Die Liquidität, welche die Banken auf diese Weise aufgenommen haben, verkaufen sie anschliessend weiter. Zum Beispiel begeben sie Kredite an Unternehmen oder Privathaushalte. Das geschieht zu einem etwas höheren Zinssatz, damit sie daran Geld verdienen. Je tiefer der Zins, zu dem die Notenbank Geld ausleiht, desto günstiger kann eine Bank Kredite vergeben und desto mehr Unternehmen können es sich leisten, einen Kredit aufzunehmen, um zu investieren. Das bringt den Konjunkturmotor zum Laufen. So weit die Theorie.

Wenn die Pferde nicht saufen

Das praktische Problem nach der Finanzkrise bestand darin, dass Banken ihr Kreditgeschäft nicht ausbauten, obwohl Notenbanken weltweit die Zinsen massiv senkten. Selbst zu 0 Prozent passiert nichts. Sie nehmen zwar das zur Verfügung gestellte Geld auf, parkieren jedoch fast alles bei der Notenbank (Überschussreserven) oder legen es an der Börse an, die höhere Gewinne verspricht.

Während der Eurokrise 2011/12 war sicher die Verunsicherung des Bankensektors schuld. Die EZB beschloss deshalb, nicht nur kurzfristiges Geld auszugeben, sondern ebenfalls für längere Zeiträume von bis zu drei Jahren. Es handelt sich um langfristige Refinanzierungsgeschäfte (Long-term Refinancing Operations, LTROs).

Allerdings änderten auch die LTROs nicht das Gesamtbild. Die zur Verfügung gestellten Hunderte von Milliarden Euro flossen zwar fast überallhin. Indirekt sogar in die Staatskasse, weil Banken mit den Mitteln Anleihen ihrer Regierung aufkauften und diese sich so munter neuverschulden konnte (der Sarkozy-Trade). Aber die LTRO-Gelder flossen nicht in das Kreditgeschäft, um Unternehmen und Private zum Investieren und Konsumieren zu animieren. So wie es eigentlich das Lehrbuch vorsieht.

Aus diesem Grund legte die EZB zunächst 2014 und dann 2016 neue Geldspritzen auf, die ausdrücklich an das Kreditgeschäft der Banken gerichtet sind. Diese gezielten Geldkredite oder Targeted Long-term Refinancing Operations (T-LTROs) sehen einen Bonus vor: Falls das aufgenommene Geld in Kundenkredite fliesst, «kostet» der T-LTRO die Bank nicht den zentralen Leitzins der EZB von derzeit 0 Prozent, sondern den Einlagesatz. Dieser liegt seit 2011 im Minus. Derzeit beträgt er –0,4 Prozent. Banken erhalten also eine Marge von 40 Basispunkten (Bp) von der EZB, wenn sie Kredit sprechen.

(Das tatsächliche Prozedere ist etwas komplexer. Jeder Bank wird eine spezifische quantitative Benchmark für die Kreditschöpfung zugeteilt. Je weiter die tatsächliche Kreditvergabe sie übersteigt, desto tiefer sinkt der Zins unter 0 Prozent, bis auf maximal –0,4 Prozent).

Innovativ, aber mit beschränkter Wirkung

T-LTROs sind sicherlich das bisher weitreichendste Notenbankinstrument. QE und Anleihenkäufe sind zwar in der Öffentlichkeit viel bekannter und erhalten in den Medien die meiste Aufmerksamkeit. Da sie viel grössere Volumen umfassen, ist das nachvollziehbar. Aber im Vergleich zu den gezielten Geldkrediten sind sie geldpolitisch ein alter Hut, der seit Jahren von vielen Notenbanken praktiziert wird.

Mit den T-LTRO hat die EZB hingegen den Rubikon überschritten. Sie schöpft nicht mehr nur Geld und bleibt ansonsten als Spielleiter an der Seitenlinie, sondern sie greift in die Kreditpolitik der Banken ein und bestimmt, wofür das Geld verwendet werden soll. Das ist mehr als Geldpolitik. Der Auftritt trägt industriepolitische Züge.

Hat sie damit ihre Kompetenz überschritten? Ordnungspolitisch sicherlich. Andererseits führte die ultralockere Geldpolitik zu massiven Überschussreserven und könnten die T-LTROs dazu beitragen, dass mehr von diesem sinnlos parkierten Geld in die Realwirtschaft fliesst und dort sinnvoller eingesetzt wird. Es lässt sich auch argumentieren, durch sie werde vermieden, dass zu viel Geld an der Börse verpulvert wird und die Spekulation anheizt.

Torschlusspanik vor drohenden Zinserhöhungen

In der Praxis ist es anders gekommen. Die ersten drei T-LTRO wurden nur bescheiden nachgefragt. Im Juni 2016 waren es netto 31 Mrd. €, die Volumen lagen im September und im Dezember nur wenig höher. Erst der vierte und letzte brachte nun den Quantensprung.

Quelle: Bloomberg

Er wurde vergangene Woche angeboten und erzielte auf Anhieb 233 Mrd. €. Aber das dürfte vor allem auf eine Torschlusspanik zurückzuführen sein. Bereits wird an den Märkten über Zinserhöhungen der EZB gemunkelt. Der T-LTRO bietet den Banken zum letzten Mal die Chance, sich einen Geldkredit über vier Jahre zu 0 Prozent zu sichern, mit der Chance auf eine Extraprämie von bis zu 40 Bp.

Gesamtwirtschaftlich bewegte das innovative Instrument hingegen wenig:

  1. Die Banken horten immer höhere Überschussreserven, alimentiert inzwischen durch die Anleihenkäufe der EZB. Diese haben das LTRO/T-LTRO-Experiment längst verdrängt.
  2. Die Kreditvolumen vermochte die EZB nicht zu steigern. Ihre eigenen Studien ergeben, dass das über die T-LTROs nur in den gesunden Ländern gelang und bei gesunden Banken, wo die Kredite an die Wirtschaft sowieso schon flossen.
  3. In den Problemstaaten wie Italien und Spanien dagegen bewirkten die T-LTROs, dass die Kreditkosten zurückgefahren werden konnten. Aber das Geschäft kurbelten sie nicht an. Dem stehen strukturelle Probleme im Wege, und gegen die vermag auch die EZB nichts auszurichten.

Die Erfahrung mit der vermeintlichen Wunderwaffe liefert einen weiteren Beleg für die Grenzen der Notenbankpolitik. Die Volumen, die Zentralbanken dabei umsetzen, sind in den vergangenen Jahren zwar explodiert. Aber die Wirkungskraft wurde nicht gesteigert.

61 Kommentare zu «Der letzte Schuss mit der Wunderwaffe»

  • Marcel Senn sagt:

    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht
    Die € Geldmenge M3 hat seit Anfang 2008 von 8.8 Bio € auf 11.47 Bio zugenommen – also gut 30%
    Die £ Geldmenge hat 2008/17 von 1.62 Bio £ auf 2.66 Bio £ zugenommen also schon 60 %
    Die US Geldmenge MZM hat 2008/17 von 8.1 Bio auf 14.76 zugenommen also um 81%
    .
    Dazu kommt, dass sowohl £ als auch € zum USD abgewertet haben, so dass die in US$ denominierte € Geldmenge sogar leicht abgenommen hat.
    .
    Wie Herr Stöcker unten schon sagt ist die Geldumlaufgeschwindigkeit „Rummel-Oekonomie“ – also kann man gar nie optimal wissen was die idealen Geldmengen sind, da Assetbildung, „Wertschöpfung“ z.B durch Derivatewetten, aber auch die ganze Ueberschuldung inkl Zinsschöpfung usw. nach immer grösseren Geldmengen förmlich schreien.

  • j.p sagt:

    im Endeffekt wird mit diesem Gemauschel (Babylonische Sprachverwirrung) einfach das herrschende Kapital-System gestützt bzW. diverse Banken vor der Pleite gerettet.
    Das Ganze wird möglichst kompliziert gestaltet und beschrieben, damit 99 % der Bevölkerung nicht versteht was da eigentlich abgeht und wie mit ihrem Geld die Machtstrukturen und die exorbitanten Gehälter der Banken-Zombis und ihren A-Leckern ermöglicht werden.
    Würde mich freuen wenn mir jemand aus dieser Branche in kurzer verständlicher Form erklären könnte was hier eigentlich abgeht . . .

    • Josef Marti sagt:

      Nachzulesen beim Ex Wall Street Finanzanalyst Michael Hudson, leider nicht in kurzer dafür aber verständlicher Form.

  • Jürg Bühler sagt:

    Schade, dass in dem Zusammenhang Basel II und III nicht erwähnt wurde. man wirft der Zentralbank zwar vor, dass sie in die Wirtschaft mit etwas „Planwirtschaft“ eingreift um die Kreditvergabe an die Privatwirtschaft (insbesondere an KMUs) zu fördern. Aber was ist denn mit der „Planwirtschaft“ die das Bankensystem überreguliert? Deshalb fliessen die Gelder ja in die Börse und in Staatsanleihen und nicht in Startups und KMU.
    Der „Eingriff“ der EZB ist somit nur ein Tropfen auf den heissen Stein und die Kreditvergabe an Unternehmen sollte weiter gefördert (oder dereguliert) werden, das würde uns gut tun.
    Am Rande erwähnt ist, dass unser „Swiss Finish“ (über das Ziel hinausschiessen) die Situation in der CH noch akuter macht.

  • Martin Fischer sagt:

    Dirigistische Wirtschaft, gedopt mit einem Ponzi-Scheme von höchster Stelle: Auch die vermeintlich milde Zwängerei, also der westeuropäische Sozialismus (nach dem real existierenden, diktatorischen im Osten) hat sich nun als Blase entpuppt. QED.

  • Urs Bünzli sagt:

    Die EZB zahlt sogar Privatunternehmen Geld damit diese Kredite aufnehmen!
    Aber wir Schweizer sollten uns nicht so viel sicherer in Geldfragen einschätzen.
    Solange hier noch kein Vollgeld eingeführt wurde ist es genauso unsicher.
    Deshalb recherchiert zur Vollgeld-Initiative!

  • Michael Stöcker sagt:

    @ Anh Toàn

    „Wenn Volkswirte Buchhaltung könnten, könnten sie den Geldkreislauf verstehen:“

    Grundsätzlich d’accord. Aber: Die Geschichte mit dem Geldkreislauf entspringt doch einem simplifizierenden/fehlerhaften monetaristischen Geldmengenkonzept. In diesem Post wurden die elementaren monetären Defizite des ökonomischen Mainstream sauber herausgearbeitet: https://soffisticated.wordpress.com/2013/05/23/geldschleife-nicht-geldkreislauf/. Die Grafik ist durchaus auch dazu geeignet, Volkswirten ohne Buchführungskenntnisse (also ca. 99 %) die Funktionsweise unseres Geldsystems nahe zu bringen.

    LG Michael Stöcker

    • Anh Toàn sagt:

      Im Angang waren zwei Geschäftsbanken mit eigener Liegenschaft und eine Notenbank. Geld war noch nicht. Wie will die Notenbank Geld in Umlauf bringen? Sie könnte buchen Eigenkapital an Guthaben der Banken, dann könnten die Geschäftsbanken Bargeld beziehen, aber dann hätte die Notenbank Geld verschenkt an die Banken. Sie könnte das Geld an die Bürger in Noten verschenken, pro Kopf zum Beispiel oder degressiv zum Einkommen, Buchung Eigenkapital an Notenumlauf.

      Tatsächlich aber funktioniert es so: Die Banken geben sich gegenseitig einen Hypo auf ihre Liegenschaft und überweisen das „Geld“ AUS DEM KREDIT an die Notenbank. Dann haben beide Reserven und Überschussreserven, solange die Reservepflicht nicht 100 Prozent beträgt, und können (auch Bar-)geld von der Notenbank beziehen.

      • Anh Toàn sagt:

        Kredite machen Einlagen, nicht nur bei Geschäftsbanken, sondern auch bei der Notenbank: Die Reserven bei der Notenbank entstehen einzig aus Kreditgewährung der Geschäftsbanken.

        • Anh Toàn sagt:

          Im Auto wird das Kühlwaaer des Motors im „Kühler“ mit Luft (Fahrtwind) gekühlt: In einem Bootsrumpf geht dies nicht. Etwas aufwendigere Bootsmotoren haben Zweikreiskühlsysteme: Der Motor wird mit Süsswasser gekühlt, wie im Auto, dieses wird durch einen Wärmetauscher mit einem zweiten Salzwasserkreislauf gekühlt. Die beiden Kresiläufe sind völlig getrennt, das Wasser des inneren Kühlkreislaufes vermischt sich nie, oder fliesst nie in den aüsseren Kreislauf:

          Genauso sind die Geldkreisläufe zwischen Notenbankgeld (zwischen Notenbank und Geschäftsbanken) und Publikumsgeld (zwischen Geschäftsbanken und Pubklikum oder „Realwirtschaft“ getrennt. Notewnbankgeld fliesst nie zum Publikum.

          Die Notenbank kann nur die Motivation der Geschäftsbanken Geld in Umlauf zu bringen, beeinflussen.

          • Anh Toàn sagt:

            Juristisch betrachtet ist Geld das Notenbankgeld, also Bargeld oder Einlagen bei der Notenbank: Während bei Banknoten die Forderung gegen die Notenbank in einem Wertpapier verkörpert ist, fehlt dies den Einlagen der Banken bei der Notenbank. Juristisch betrachtet sind Einlagen auf banken eine Forderung gegen die Bank, eine Forderung gegen die Notenbank zu liefern, jedoch keine Forderung gegen die Notenbank und darum kein Geld.

            Wirtschaftlich relevantes Geld sind aber die Einlagen auf den Geschäftsbanken, sprich deren Schulden. Diese entstehen aus deren Kreditgewährung.

      • Josef Marti sagt:

        So ein Unsinn, solche Banken die nur eine Liegenschaft haben bekommen gar keine Banklizenz. Kommt noch dazu dass eine Bank kein Papiergeld gegen den Willen der ZB bekommen kann.
        Ferner gibt es niemals Kreditgewährung ohne Sicherheit.

        • Anh Toan sagt:

          Sie müssen nicht Ihre Gewissheit aufgeben. Aber mit einer Liegenschaft am Paradeplatz gibts genügend Kredit von der anderen Straßenseite für eine Banklizenz

  • Martin sagt:

    Ich bin mit dem ersten Abschnitt einverstanden. Aber der Rest? Wenn die EZB wirklich die Banken bezahlt hat, Geld aufzunehmen und zu vergeben, was bei einem negativen Leitzins der Fall wäre, wieso hat sich denn in der ganzen Zeit die Bilanz der EZB vom Negativen in’s Positive gewandelt? Also irgendwie stimmt da was nicht bei Ihrem Bericht. Die Banken bezahlen einen Einlagenzins, den sogenannten Negativzins, auf Geld, welches sie bei der EZB deponieren. Aber einen negativen Leitzins gibt es nicht! Erst dann würden die Banken dafür bezahlt werden, Geld aufzunehmen bei der EZB. Der Leitzins kann nicht unter 0 sinken. Ich frage mich, worauf Sie Ihre Geschichte begründen? Haben Sie auch schon mal daran gedacht, dass die Banken in Europa ihre Bilanzen auf BIZ Basel III trimmen müssen?

  • Josef Marti sagt:

    Wie im Artikel gesagt ist das LTRO danach vom OMT Aufkaufprogramm abgelöst worden. Die Stützung der Kurse von I und E Staatsanleihen sollte deren Neuverschuldung verbilligen und damit den Banken ein perpetuum mobile garantieren indem sie die Überschussreserven laufend in neue Staatspapiere umschichten konnten und dadurch fleissig neue Boni generierten, ein geniales und absolut idiotensicheres Boni -Schneeballsystem. Stiglitz nannte das eine „bootstrap operation“.

    • Maiko Laugun sagt:

      „..ein perpetuum mobile garantieren..“

      Ein Perpetuum Mobile ist etwas für Träumer. Es sind die Geschäftsbanken, welche der Nati Kredi gewähren. Wenn schon, dann ist es also umgekehrt, allerdings noch immer ein Traum.

    • Maiko Laugun sagt:

      Der Wirt spendiert am Stammtisch eine Runde Freibier. Die Säufer merken nicht, dass sie die Zecher selber bezahlen. Prosit!

    • Maiko Laugun sagt:

      Bei mir in China verteilen erwachsene Personen Kettenbriefe – und werden später (bei Totalverlust) wie eine nackte Sau durchs Dorf getrieben. Hindert niemanden daran, im kollektivistischem Glauben an diesen selbst, weiterhin an solchen Theorien festzuhalten. Es geht um dem Kollektivismus (ökonomische Theorien), nicht um das Resultat. Weiss manchmal nicht, ob ich lachen oder weinen soll? 🙂

    • Josef Marti sagt:

      Was ändert das an der genialen Boni-Generierungsmaschine, die funktioniert 100% ig? – Kredite kann im Übrigen nur vergeben wer die Bedingungen diktiert und auch Pfandhalter ist.

  • niki cazzetig sagt:

    entsetzlich!-wieder diese arrogante haltung und einstuffung. was nicht ging oder besser gesagt geht… ist menschliches versagen! kleinsichtige banker und sonstiger genetischer abfall welche andauernd nur auf sicherheit bedacht sind machen noch lange keine wirtschaft! die weiterleitung an die unternehmen und die haushalte, zu welchem die banken eigentlich das geld verwenden sollten fiel aus. aber wieviele einzelne idioten haben sich berreichert an dem geldsegen? …. oh, und dann geht die lohnscherre auf? tja kein wunder. stümperhafte eklige idioten welche in den geldhäusern sitze, mit dem IQ eines einzellers. der immobilien markt schweiz ein bestes beispiel für regulierung welches dir die socken auszieht. an schwachsinn kaum zu überbieten.

  • Nadine Binsberger sagt:

    Also bitte, das war doch von Anfang an klar, dass Null- und Minuszinsen nicht die Lösung des Problems sind. Wachsende Investitionen braucht es einfach nicht mehr. Die Zeit des Wachstums ist schlicht vorbei. Viele Jahrhunderte half das Wachstum dem Menschen, sich aus Not und Entbehrungen hinauszuarbeiten. Nun sind wir an einem menschheitsgeschichtlich einmaligen historischen Punkt angelangt: wir haben alles, was wir brauchen und wollen – und sogar noch mehr. Wir müssen nicht mehr wachsen, um Wohlstand zu haben, sondern es genügt vollkommen, ihn zu erhalten oder allenfalls qualitativ noch etwas zu verfeinern. Ja, es gibt sie noch, diejenigen, die ums Überleben kämpfen müssen. Und es sind viele. Aber selbst ihnen ist mit Wachstum nicht geholfen, sondern mit besserer effizienterer Verteilung.

  • K.A. Barett sagt:

    Die Bankenwelt ist doch am Absaufen. Diese unsägliche EZB-Praxis kann nur schiefgehen.
    Allerdings wundert uns das alles nicht wirklich. Einerseits ist der Italiener Draghi im EZB-Tower in Mainhattan am Ruder. Er wird einen Teufel tun und einen Kurs fahren, welcher das Prädikat „solide“ verdient. Die Schwächen der Volkswirtschaften in den EU-Ländern Südeuropas dürften durch die unheimlich düsteren Landschaften seiner Albträume wallen.
    Vergessen wurden die harten Regeln der realen Wirtschaft. In deren Wirkungsbereich, den internationalen Märkten, müssen kompetitive Produkte lanciert und gegen Geld verkauft werden.
    Mit Geld drucken und Geld schöpfen ist es nicht getan. Da können die Symbole der Finanzwirtschaft noch so glänzen in der Sonne.

  • Jean-Claude Schmitz sagt:

    man fragt sich manchmal, ob man bei der EZB das mit der Wirtschaft auch noch nicht verstanden hat
    Wieso sollten die Kunden der Bank sich mehr Geld ausleihen, wenn sie sowieso schon zu hoch verschuldet sind, und die Wirtschaft nicht rund genug läuft, um ihnen zu ermöglichen, diese Schulden normal zu bedienen?
    Es gilt die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zu stärken;
    mehr Geld kann da nur als Übergangshilfe nutzen,
    aber auch das geht nicht , indem man am Seil drückt wie hier die EZB,
    sondern eher, indem man die Leute in die Lage versetzt, am Seil zu ziehen.
    Aber wie kriegen wir die Umlaufgeschwindigkeit wieder hoch ?
    Kommentare willkommen

    • Michael Stöcker sagt:

      „Es gilt die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zu stärken;“

      Auch dieses Konstrukt fällt in die Kategorie „Rummel-Ökonomie“ und gehört auf den Müllhaufen der Geschichte:

      „Und damit dieses Geld auch überhaupt bei den Haushalten ankommt, muß der Staat über seine Verschuldung das Geld in „Umlauf“ bringen, wo es dann, gesegnet mit einer „Umlaufgeschwindigkeit“ von Kauf zu Kauf hetzt und nebenbei auch noch die ehrenvolle Aufgabe übernimmt, das allgemeine Preisniveau mitzubestimmen. Auch wenn es lächerlich erscheinen mag: diese Theorie ist der gegenwärtige ‚mainstream‘ der ökonomischen „Erkenntnis“.“ https://soffisticated.wordpress.com/tag/kreditmultiplikator/

      LG Michael Stöcker

    • Michael Stöcker sagt:

      „Aber wie kriegen wir die Umlaufgeschwindigkeit wieder hoch ?“

      Ersetzen Sie die unselige „Umlaufgeschwindigkeit“ besser durch Ausgabenhöhe und Ausgabengeschwindigkeit (Aktivierung von monetären Ersparnissen). Höhere Ausgaben kann man erreichen durch:

      1. QE4P: https://zinsfehler.com/2016/09/25/ein-geldpolitisches-manifest-fuer-europa/

      2. Fiskalische Redistribution: https://zinsfehler.com/2017/02/09/le-neoliberalisme-est-mort-vive-le-neoliberalisme/

      3. Höhere staatliche Investitionen: https://zinsfehler.com/2016/12/01/das-kollektive-versagen/. Länder mit LB-Defiziten sollten hierzu das Instrument der Komplementärwährungen nutzen, damit die monetäre Expansion vollständig auf die inländische Absorption durchschlägt.

      LG Michael Stöcker

      • Jean-Claude Schmitz sagt:

        Guten Tag Herr Stöcker,
        mit Ihrer ersten Reaktion auf meinen Beitrag kann ich nicht einverstanden sein,
        mit Ihrem zweiten aber sehr wohl, und es freut mich, dass Sie auch so denken.
        Insbesonders dem fiskalischen Aspekt messe ich sehr grosse Wichtigkeit zu, stelle aber über die Jahrzehnte fest, dass sehr viel (erfolgreiches) Bestreben existiert, gerade diesen Punkt zu umgehen.
        Und das zwingt dann zu immer mehr Geld und Schulden in unserem System, und zu immer langsamerer „Umlaufgeschwindigkeit“ ( egal wie man sie ausdrückt ), es wird zuviel gehortet, und die Steuern kommen nicht ran.
        Und manche Staaten haben sich darauf spezialisiert, gerade dies zu unterstützen.

    • Alberto F. sagt:

      Das ist nicht so kompliziert, wie uns Wirtschaft und Politik dies darstellen wollen. In den letzten 15 Jahren wurden massive Produktivitätssteigerungen erreicht, aber die Gewinne daraus gingen nur an die obersten Einkommensschichten. Dieser massive Diebstahl muss rückgängig gemacht werden (= substantielle Salärerhöhungen für den Mittelstand), das Geld soll an die gehen, die die Leistung erbracht haben. Dann haben die Leute mehr Geld zum ausgeben. Kredite bringen nichts.

    • Linus Huber sagt:

      Sie liegen natürlich richtig, Jean-Claude. Die Fehler werden ja nicht heute gemacht, sondern heute leben wir mit den Konsequenzen der Fehler, welche in den 80ger und 90ger Jahren gemacht wurden. Das damalige Wachstum der Kreditvolumina weit ueber dem Wirtschaftswachstum war kein Zufall, sondern beruht auf einer Doktrin der ankerlosen Geldpolitik. Die „financialization“ der Wirtschaft wird zwar heute als Problem erkannt, aber noch immer weder offiziell beruecksichtigt noch ernsthaft korrigiert.

  • Michael Stöcker sagt:

    „So wie es eigentlich das Lehrbuch vorsieht.“

    Das/Die Lehrbücher sind leider zu 99 % falsch. Zentralbankgeld konnte noch niemals „verliehen“ werden und kann demzufolge auch nicht in das Kreditgeschäft der Banken mit den Nichtbanken fließen. Zentralbankbuchgeld wird insbesondere benötigt, um die Salden der Geschäftsbanken untereinander auszugleichen, wenn der Interbankenmarkt nicht mehr richtig funktioniert. Die Lehrbücher ignorieren und/oder verkennen die 2-Stufigkeit des Geldsystems: https://zinsfehler.com/2015/06/02/zombinomics-oder-die-pfahlung-der-loanable-funds-theorie/.

    Siehe insbesondere auch: https://syntheticassets.wordpress.com/2017/03/21/banking-theory-a-monetary-theory-thats-more-heterodox-than-heterodoxy/.

    LG Michael Stöcker

  • Anh Toàn sagt:

    „Sie nehmen zwar das zur Verfügung gestellte Geld auf, parkieren jedoch fast alles bei der Notenbank (Überschussreserven) oder….“ und „Die Banken horten immer höhere Überschussreserven, …“

    Also die Geschäftsbanken liehen sich Geld bei der EZB, um es der EZB zu leihen? Und zahlen der EZB dann Negativzinsen, auf was sie ihr geliehen haben und positive Zinsen, auf was sie sich von ihr leihten? Kein Wunder verdienen die Banken kein Geld und sind quasi pleite.

    Wer behauptet, die EZB leihe Geld an die Geschäftsbanken, soll bitte zeigen, wo dieses Forderung in der Bilanz der EZB stehen. Dann könnte er auch sagen, wie viel die Notenbanken den Geschäftsbanken zur Verfügung gestellt hätten.

    • Michael Stöcker sagt:

      Acht Jahre nach der Bundesbank hatte am symbolträchtigen 8. Mai endlich auch die SNB kapituliert: https://www.iconomix.ch/de/blog/1271-wie-wird-geld-geschaffen/. Es scheint so, als ob dieser Tag der „monetären Befreiung“ immer noch nicht in unseren Köpfen angekommen ist. Siehe insbesondere auch Karl-Heinz Brodbeck: https://www.youtube.com/watch?v=DLrzufEKvh8&t=320s sowie Steve Keen: https://www.youtube.com/watch?v=L9Pc23r_m6k.

      LG Michael Stöcker

    • Anh Toàn sagt:

      „Falls das aufgenommene Geld in Kundenkredite fliesst, «kostet» der T-LTRO die Bank nicht den zentralen Leitzins der EZB von derzeit 0 Prozent, sondern den Einlagesatz.“

      Nach welcher Methode wird denn gemessen, ob das über T-LTRO aufgenomme Geld oder anderes Geld in Kundenkredite floss? „Last-In – first out“ oder „First In – First Out“? Omas denken, welches Geld sie wo ausgegeben haben, mit dem ererbten Geld vom Verwandten machen Sie eine Kreuzfahrt, das Geld aus der Untermiete der Einliegerwohnung ist für Renovationen usw usw. Aber hier ist ja ein Wirtschaftsblog, nicht ein Unterhaltungsprogramm einer Heizdeckenbusfahrt.

      • Anh Toàn sagt:

        Wenn Volkswirte Buchhaltung könnten, könnten sie den Geldkreislauf verstehen:

        Die Grenzen der Notenbank bei der „Geldschöpfung“ sind die Bankbilanzen: Die Notenbank kann allein nur Geld in Verkehr bringen, über Gewinnauschüttung: Um Geld in verkehr zu bringen (z.B. Helikoptergeld) muss sie buchen, Aufwand an Notenumlauf: Es ist aber mangels Gegenleistung kein Aufwand, also ist es eine Gewinnausschüttung, also das Eigenkapital wird im Soll bebucht (der Habensaldo wird kleiner), nicht ein Aufwandkonto. Wie bei der Ausschüttung an Kantone: Eigenkapital an Schulden bei Kantonen.

        Ansonsten kann die Notenbank nur Kredite buchen – an Geschäftsbanken nur sehr ausnahmsweise, sondern von Geschäftsbanken.

        • Anh Toàn sagt:

          Was wären die Buchungen bei der Notenbank, wenn sich die Geschäftsbankenanken, wie hier behauptet, bei ihr Kredit aufnehmen?

          Guthaben gegen Geschäftsbank an „welches Konto?“ Noteunumlauf kommt erst in Frage, wenn die Bank Cash bestellt bei der Notenbank. Fremdkapital kommt für die Habenbuchung nicht in Frage, Ertrag kann es auch nicht sein, bleibt also nur Eigenkapital: Erhöht die Notenbank ihr Eigenkapital, indem sie Geschäftsbanken einen Kredit gibt? Ich meine, buchhalterisch die einzige Möglichkeit, aber Notenbanken geben eben keine Kredite an Geschäftsbanken. (Die Geschäftsbanken sind verpflichtet, der Notenbank Kredit zu gewähren: Mindestreserven: Haben Sie ungenügend davon gewährt, müssen die bereits hohe Zinsen bezahlen. Das kommt vor, für „übernacht“, mehr nicht.)

          • Anh Toàn sagt:

            Ich behaupte nicht T-LTRO zu verstehen, ich denke nur laut:

            Die Notenbank könnte buchen. Guthaben gegen Geschäftsbank an (Überschuss-) Reserven der Geschäftsbank: Sind die Zinssätze (und Laufzeiten) unterschiedlich, macht es Sinn, ein Konto in den Aktiven und eines in den Passiven mit der gleichen Gegenpartei zu führen, aber in einer Bankbilanz ist dies wohl dennoch zu saldieren, „Geld in Verkehr gebracht“ wurde damit nicht, sondern einfach die Bilanzen (der Notenbank und der Geschäftsbank) ausgedehnt. Wäre die Zinsdifferenz zu Gunsten der Geschäftsbank, würde die Notenbank Zinsen/Geld verschenken mit dem Geschäft. Geht diese zu Lasten der Geschäftsbank, warum sollte diese das (Verlust-)Geschäft machen?

          • Josef Marti sagt:

            Das wird ja immer witziger. Die Geschäftsbank vergibt also einen Kredit (Mindest- und Überschussreserve) der gleichentags wieder zur Rückzahlung fällig ist an die ZB, die Geschäftsbank macht wohl also borrow long und lend short oder was? Und die ZB hat auf der Aktivseite allerdings nur langlaufende Bonds, dann muss also die Geschäftsbank das Pfand verwerten, dumm nur dass in diesem Fall die ZB als Schuldner gleichzeitig der Pfandhalter ist, komisch nicht?

          • Anh Toàn sagt:

            Ich nehme an, es funktioniert so:

            Die Bank, welche bei der EZB einen T-LTRO Kredit aufnimmt, macht dies, weil sie die Mittel zur Erfüllung ihrer Reservepflicht am Kapitalmarkt teurer aufnehmen müsste. „Bestraft“ werden andere Banken, nämlich die, mit grossen Überschussreserven, welche diese aber lieber bei der Notenbank parkiert lassen, als der Bank, welche Mühre hat, Kapital zu beschaffen am Markt, zu leihen.

          • Marcel Senn sagt:

            Ahn: Würde sagen gleichzeitige Buchung:
            Guthaben Franken (ein Durchlaufkonto) an Notengeldumlauf
            Giroguthaben der Geschäftsbanken an Guthabenen Franken.
            Dazu noch Druckaufwand an Kreditor Orell Füessli von vielleicht 0.5% der Summe oder noch weniger.
            .
            Die Mindestreserven haben aktuell einen Erfüllungsgrad 3010% also sehr übereinbezahlt- 15.682 Mrd wären nötig – 476 Mrd hats – wäre eine Bank bei den Mindestreserven drunter, würds 3.26% Zins kosten.
            Negativzinsen kommen erst ab dem 20fachen Mindestreservesatz ins Spiel – also akt. 313.6 Mrd.

            https://www.snb.ch/de/mmr/reference/gwd_20170327/source/gwd_20170327.de.pdf

          • Anh Toàn sagt:

            @Marcel

            Das sind die Buchungen für den Bargeldbezug einer Geschäftsbank, halt über ein Zwischenkonto.

          • Marcel Senn sagt:

            Anh: Das passiert aber beim Drucken von frischen Tausendernötli. Die Notengeldumlaufmenge bei der SNB ist Quasi-Eigenkapital, da man ein Tausendernötli nur gegen ein anderes eintauschen kann und eben nicht gegen Gold (welches bei der SNB ja auf der Aktivseite „dahinvegetiert“).
            Wenn die SNB dann die Nötli an die Banken ausliefert, verringert sich die Schuld gegenüber denen (Giroguthaben bei den Geschäftsbanken) und es wird erfolgsneutral neues „Quasieigenkapital“ oder „Schwankungsreserven“ – wie auch immer man dem sagen will – kreiert.
            Darum dürfte eine SNB selbst mit einer Unterbilanz in Grössenordnung der Notengeldmenge von rund 76 Mrd problemlos weiterfunktionieren können (und sonst halt einfach neue Nötli drucken – macht z..B. Argentinien schon lange so…)

          • Josef Marti sagt:

            @Senn: Korrekt. Niemand hat einen durchsetzbaren Anspruch auf die Aktiven der ZB. Und Papiergeld ist simple Eintauschwechselmenge innerhalb M1.

          • Anh Toàn sagt:

            @Marcel Senn: Die Nati bringt aber keine Tausendernötli in Verkehr: Damit die Geschäftsbank die Nötli bekommt, braucht sie Überschussreserven, ein Guthaben bei der Nati. Wenn nun die Nati bucht, was Sie beschreiben, liegen die Nötli halt im Keller einer Geschäftsbank. Damit sind die nicht im Verkehr. Damit die in Verkehr kommen, muss ein Kunde einer Geschäftsbank Bargeld abheben. Damit die Geschäftsbank ihm dies erlaubt, braucht er entweder einen Kredit von der Bank, oder er hat ein Guthaben. Das Guthaben hat er, weil jemand anderer bei seiner Bank entweder einen Kredit aufnahm oder ein Guthaben hatte, was avber auch letzterer und immer weiter nur haben kann, wenn sich wieder ein anderer verschuldet. Geschäftsbanken (und Staatschulden) bringen Geld in Verkehr.

          • Anh Toàn sagt:

            Wenn die Geschäftsbanken die Negativzinsen bei der Nati nicht bezahlen wollten, könnten sie sich den Keller mit Banknoten füllen. Dann wäre der Notenumlauf riesig gemäss Bilanz der Nati, aber es wäre nicht „mehr Geld in Umlauf“

          • Josef Marti sagt:

            @AT: Das Papiernotenmonopol liegt gemäss Verfassung im Gegensatz zum Buchgeld immer noch bei der ZB. Also nix mit Banknoten füllen nach Belieben im Keller.
            Deshalb leiden auch die PK’s weil die SNB das Durchreichen von Papiergeld einfach drosselt, die Banken haben da nichts zu melden.

          • Anh Toàn sagt:

            Ach Marti, Die Banken können doch für ihre Überschussreserven Banknoten bestellen bei der Nati und die dann in den Keller legen. Sie machen ja nicht die Banknoten selber, sie haben sich nur die Überschussreserven selber gemacht, die waren ja kein Notengeld.

            Der entscheidende Punkt ist aber, dass Banknoten im keller einer Gecshöftsbank genausowenig in Verkehr sind, wie die im keller bei der Nati oder die welche noch beim Drucker liegen: Überschussreserven sind quasi Banknoten im Keller der Geschäftsbank, nicht in Umlauf befindliches Geld

          • Josef Marti sagt:

            Eben nicht. Gegen den Willen der ZB kann kein Papiergeld bezogen werden; wenn das der Geldpolitik der ZB nicht passt gibt’s einfach kein zusätzliches Papiergeld.

          • Anh Toàn sagt:

            Eben doch: Die Überschussreserven berechtigen zum Bezug von Banknoten. (Nur sind dies nicht Aktiven der Notenbank, sondern es findet ein tausch in den Passiven der Notenbank statt, von Schulden bei Banken zu Notenumlauf. Die Geschäftsbank hat einen Anspruch auf Zahlung ihrer Sichtguthaben in Bargeld, nur macht sie diesen nicht geltend.

            Warum verlangen heute die Geschäftsbanken, welche Minuszinsen zahlen, keine Banknoten. Erstens kostet die Aufbewahrung im Keller Geld, zweitens handelt es sich wohl um ein Gentlemens Agreement: Würden die Geschäftsbanken Bargeld in Massen beziehen, würde die Notenbank zum Beispiel alle Jahre neue Banknoten ausgeben, die alten aber nur zu 99% des Nominalwertes eintauschen.

          • Josef Marti sagt:

            Nein, es gibt keinen durchsetzbaren Anspruch auf Papiergeld, da liegen Sie definitiv falsch. Sonst würden ja die Banken die Geldpolitik befehlen. Wozu warten eigentlich alle immer gierig auf die nächsten Verlautbarungen der Notenbanken, die sind dann ja völlig irrelevant?
            Genau deshalb müssen die PK’s bluten, die Banken hätten ihnen schon längst Bargeld eingetauscht, aber das würde die SNB Politik untergraben, deshalb Papiergeldstopp.

          • Anh Toàn sagt:

            @Marti: „Nein, es gibt keinen durchsetzbaren Anspruch auf Papiergeld, da liegen Sie definitiv falsch.“

            Wenn die Banken Überschussreserven haben, was können die denn dafür von der £Notenbank verlangen? Was ist der Inhalt der Forderung der Banken bzw der Schuld der Notenbank? Nichts?

          • Anh Toàn sagt:

            Wo im Nationalbank- oder sonst einem Gesetz steht, dass die Nationalbank ihre Geldschulden (also die Sichteinlagen der Geschäftsbanken) nicht, wie jeder andere Schuldner von Geld, auf Verlangen des Gläubigers in Bargeld begleichen muss? Und warum dürfen die Banken diese Sichteinlagen als flüssige Mittel bilanzieren, wenn sie gar keinen Anspruch hätten, auf Lieferung von Bargeld?

            Sie liegen falsch, selbstverständlich gibt es einen durchsetzbaren Anspruch der Geschäftsbanken auf Lieferung von Bargeld wenn Überschussreserven da sind.

    • Josef Marti sagt:

      Sie mach wieder mal Witze, Banken pleite haha. Noch nie haben sich die Banken so dumm und dämlich verdient wie heutzutage, selbstverständlich dabei die US Banken noch viel mehr als europ. Banken.

      • Anh Toàn sagt:

        Ja, ich mache Witze: Würden die Banken so handeln wie beschrieben, (sich Geld leihen von der Zentralbank und es dieser zu einem tieferen Zinssatz zurückleihen und erst noch Sicherleiten leisten, die sie dann nicht woanders verwenden können, wären sie pleite.

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