Kapitalverkehrskontrollen taugen mehr als Kooperation

Kooperationen sind sowieso nicht zu erwarten: Das hat Oliver Blanchard, ehemailger Chefökonem der Weltbank, in einer Studie gezeigt. Foto: Felipe Dana (Keystone, AP Photo)

Kooperationen sind sowieso nicht zu erwarten: Zu diesem Schluss kommt Olivier Blanchard, ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, in einer Studie. Foto: Felipe Dana (Keystone, AP Photo)

Kapitalmarktkontrollen sind besser und wirksamer als Kooperation. Das sagt der einstige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Olivier Blanchard – und er hat recht damit.

Heftige Ausschläge von Währungen können Volkswirtschaften in grössere Probleme bringen. Dazu ein paar Beispiele:

  • Aufwertungskrisen. Eine drastische und plötzliche Aufwertung einer Währung kann die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes unterminieren und so dessen Konjunktur einbrechen lassen. Ein Beispiel dafür ist die Schweiz. Aber die Sorge vor einem «Währungskrieg» geht generell auf diesen Mechanismus zurück: Damit ist gemeint, dass Länder bewusst ihre Währung abwerten, um Nachfrage nach den eigenen Gütern zu generieren und so andere Länder zu benachteiligen.
  • Abwertungskrisen: Eine plötzliche und starke Abwertung kann zwar die Wettbewerbsfähigkeit steigern, aber bestehende Schulden in Fremdwährung untragbar machen, da diese in inländischer Währung stark ansteigen. Meist treten solche Krisen in Form von Sudden Stops und Vertrauenskrisen auf. Dazu mehr unter dem nächsten Punkt.
  • Sudden Stops und Vertrauenskrisen: Schwindet aus irgendeinem Grund (ob berechtigt oder nicht) das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit eines Landes (meist ein Schwellenland), kann das zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung führen: Kapitalabflüsse lassen die Währung des Landes einbrechen, was seine Verschuldung in Fremdwährungen in die Höhe schiessen lässt und tatsächlich untragbar machen kann. Die Währungsreserven der Notenbank dieses Landes können zu gering sein, um die eigene Währung glaubwürdig lange genug zu stützen, was die Vertrauenskrise weiter befeuert. Am Ende bleiben zur Stützung der Inlandwährung nur noch Zinserhöhungen, was aber die inländische Wirtschaft abwürgen kann und so die Krise doch nicht aufhalten oder sogar weiter verschärfen kann.
  • Starke Währungsschwankungen: Sehr starke Währungsschwankungen haben auch negative Effekte, weil sie die Planungs- und Investitionssicherheit unterminieren. Im internationalen Handel wird es sehr schwierig, Preise festzulegen, wenn am Ende nicht klar ist, was man für die eigenen Güter in eigener Währung noch erhält. Selbst wenn man Währungsänderungen an Kapitalmärkten absichern kann, steigen dann die Kosten für eine solche Absicherung.

Als Auslöser solcher Währungsschwankungen gilt meist die Geldpolitik (oder Erwartungen dazu), denn sie beeinflusst die Währungsverhältnisse über die Zinsen. Eine Zinssenkung im Vergleich zum Ausland führt in der Regel zu einer Abwertung der eigenen Währung im Vergleich zu den ausländischen. Die gleiche Wirkung haben auch all die sogenannten unkonventionellen geldpolitischen Massnahmen, wie etwa Käufe von Staatsanleihen und anderen Anlagen durch die Notenbanken. Denn auch sie zielen letztlich nur auf tiefere Zinsen ab. In diesem Fall (und im Unterschied zu den Leitzinsen) auf die langfristigen Zinssätze.

Um Währungs- und internationale Finanzkrisen wie oben beschrieben zu verhindern, liegt es nahe, dass sich Länder untereinander absprechen und ihre Politik so koordinieren, dass solche Folgen nicht eintreten. Genau das ist eines der wiederkehrenden Themen internationaler Wirtschaftsgipfel wie jenem der G-20, der am vorletzten Wochenende stattgefunden hat. Doch trotz all der hehren Absichtserklärungen, die an solchen Gipfeln immer wieder von den Mächtigsten der Welt abgesondert werden, funktioniert diese Koordination nicht im Geringsten.

Warum Koordination nicht funktioniert

In einer Studie hat der einstige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Olivier Blanchard, deutlich gemacht, dass eine solche Kooperation ohnehin nicht zu erwarten ist. Viele Gründe, die er aufführt, sind allerdings weder neu noch überraschend. Das bekannteste stammt aus der Spieltheorie und wird da als Gefangenendilemma bezeichnet. Kurz gesagt, werden zwei «Spieler» beziehungsweise Parteien nicht kooperieren, wenn sie einen grösseren Vorteil daraus haben, wenn sich der andere daran hält, sie selbst aber nicht. Bezogen auf eine geldpolitische Absprache ist jedes Land interessiert, dass ein anderes sich zum Beispiel an eine Abmachung hält, die Zinsen nicht zu senken, das heisst, seine Währung nicht abzuwerten. Denn dann hat eine eigene Zinssenkung und Abwertung den grössten Effekt. Jeder hofft also auf die Kooperation des anderen, um sich selbst nicht daran zu halten. Weil aber alle diese Anreize kennen, kann eine Kooperation nicht zustande kommen. 

Blanchard stellt in seiner Studie fest, dass keine Koordination vonnöten wäre, wenn ein Land seine konjunkturelle Lage (eine zu geringe Gesamtnachfrage) nicht über die Geldpolitik (tiefere Zinsen) zu verbessern trachtet, sondern mit der Fiskalpolitik, also über höhere Staatsausgaben oder tiefere Steuern. Die kürzeste Erklärung dafür ist, dass hier die Währungsverhältnisse nicht beeinflusst werden und die Fiskalpolitik daher auf andere Länder keine entsprechende Auswirkung hat. Doch von der Fiskalpolitik sei aus politischen Gründen und wegen der hohen Verschuldung in vielen Ländern wenig zu erwarten, schreibt Blanchard.

Damit bleibt die Politik der Notenbanken vorerst überall der wichtigste Treiber der Konjunkturpolitik – und damit bleiben auch die Probleme der Auswirkungen auf die Währung und damit die Probleme für Drittländer, vor allem für Schwellenländer.

Kapitalverkehrsskontrollen versus Währungsinterventionen

Blanchard unterscheidet drei Kanäle, über die die expansive Geldpolitik der Notenbanken (das heisst, Zinssenkungen und unkonventionelle Massnahmen mit dem gleichen Effekt) in reichen Ländern – vor allem die Geldpolitik der US-Notenbank Fed – auf Schwellenländer wirken kann. Zum Vergleich von Kapitalverkehrskontrollen und Währungsinterventionen interessieren vorerst zwei davon:

  • Die Zinssenkung führt in den reichen Ländern, vor allem in den USA, zu mehr Wachstum, was auch zu einer höheren Nachfrage nach Importen führt. Umgekehrt heisst das, dass die Schwellenländer mehr exportieren können und daher auch dort die Konjunktur befeuert wird. In diesem Fall profitieren alle.
  • Die Zinssenkung führt in erster Linie zu einer Abwertung der Währungen der reichen Länder, also zum Beispiel des Dollars. Umgekehrt steigt dann der Wert der Schwellenländerwährungen gegenüber dem Dollar beziehungsweise den Währungen der reichen Länder. Das schwächt, wie schon eingangs gezeigt, die Wettbewerbsfähigkeit der Schwellenländer.

Welcher der beiden Effekte überwiegt, hängt von der konkreten Ausgangslage jedes Schwellenlandes ab. Für Länder, die sehr stark im Handelsaustausch mit den reichen Ländern und im Speziellen den USA stehen, wie etwa China, dominiert vor allem der erste Effekt. Sie können von einer stärkeren Nachfrage profitieren. Länder wie Brasilien oder Indien, bei denen der Handelsaustausch mit dem reichen Westen geringer ist, dominiert vor allem der (für sie negative) Effekt der Aufwertung ihrer Währung. Kein Wunder, kam vor allem auch aus diesen Ländern der Vorwurf, westliche Länder und vor allem die USA würden einen Währungskrieg betreiben. In diese Richtung haben zum Beispiel der einstige Notenbankchef Indiens, Raghuram Rajan, oder Guido Mantega, einst Finanzminister Brasiliens, argumentiert. Die unterschiedliche Betroffenheit von Schwellenländern durch Zinsänderungen in den reichen Ländern ist ein weiterer Grund, der ein gemeinsames Vorgehen aller Länder verunmöglicht.

Als Möglichkeit, um diesen zweiten negativen Effekt zu neutralisieren, können Schwellenländer sowohl Währungsinterventionen vornehmen als auch Kapitalverkehrseinschränkungen. Beide Massnahmen sind gleich wirksam und damit Substitute, begründet Blanchard. Denn Kapitalverkehrseinschränkungen würden wie eine Steuer auf die schwächer gewordene Währung (des reichen Westens, zum Beispiel des Dollars) wirken, denn sie erhöhen die Kosten für Kapitalimporte von da in ein Schwellenland. Die gleiche Wirkung hat eine Währungsintervention des Schwellenlandes, die eigene Währung gegenüber der schwächer gewordenen ausländischen abzuwerten. In beiden Fällen wird die Währungsveränderung nach der Zinssenkung im reichen Land neutralisiert.

Das Argument für Kapitalverkehrskontrollen

Aber für den dritten, bisher noch nicht betrachteten Kanal, trifft das nicht mehr zu. Hier handelt es sich um potenziell destabilisierende umfassende Kapitalströme, die zuweilen in die Schwellenländer fliessen, wenn die Zinsen in den reichen Ländern sinken. Hier liefert die Neutralisierung der Währungsänderung keine Lösung – im Gegenteil. Massnahmen, die jegliche Bewegung in den Währungsverhältnissen neutralisieren, befeuern solche Kapitalströme sogar erst recht – anders als wenn die Schwellenländerwährungen sich verteuern würden.

Währungsinterventionen sind daher für diesen Fall kein Substitut mehr für Kapitalverkehrsbeschränkungen. Letztere erweisen sich hier für die Schwellenländer klar als das bessere Instrument, weil nur sie solche Kapitalzuflüsse direkt einschränken können.

Das ist kein triviales Ergebnis, wenn man bedenkt, dass bis vor kurzem die vollkommene Freiheit des Kapitalverkehrs noch zu den zentralen Prinzipien der internationalen Wirtschaftsordnung gezählt hat – vertreten wurde dieses Prinzip vor allem vom Internationalen Währungsfonds, bei dem Olivier Blanchard vor kurzem noch Chefökonom war. Dennoch, die Forderung nach wirksamen Kapitalverkehrskontrollen ist einfacher erhoben als auch wirksam umgesetzt.

Das Problem des «Kapitaltsunami»

Das Problem riesiger Zuflüsse von Kapital in ein Schwellenland ist vor allem, dass das zu verzerrenden Entwicklungen auf den Kapital-, Währungs- und im Finanzsektor führen kann. So kann es etwa zu Blasen an Immobilienmärkten kommen und zu einer immer riskanteren Kreditvergabe durch die Banken. Und vor allem kann dieses Geld (wenn es sich nicht um langfristige, sogenannte Direktinvestitionen handelt) genauso schnell wieder abfliessen, wie es zugeflossen ist, und am Ende einen Scherbenhaufen hinterlassen – so, wie das in der Asienkrise geschehen ist.

Besonders problematisch ist es, wenn Schwellenländer (oder die Banken oder Unternehmen dort) ihre Schulden in fremder Währung (meist in Dollar) aufnehmen und die eigene Währung drastisch gegenüber dem Dollar an Wert verliert. Dann wird es besonders schwer, diese nun in eigener Währung deutlich gestiegenen Schulden wieder zu begleichen (das entspricht dem eingangs als Sudden Stop beschriebenen Ablauf).

Entscheidend ist aber auch, wie das Geld ins Land fliesst: Das kann zum Beispiel über den Kapitalmarkt geschehen, also über Käufe von Anleihen aus Schwellenländern oder über das Bankensystem. Nutzt das Bankensystem das zugeflossene Kapital für enorm ausgeweitete Kredite, können wie erwähnt erst Kreditblasen entstehen und dann – wenn das Geld wieder abfliesst –  Bankenkrisen und Kreditklemmen. Doch weshalb kommt es überhaupt zu einem «Kapitaltsunami» – also zu einem starken Kapitalzufluss in die Schwellenländer?

Der Zusammenhang zwischen «Kapitaltsunami» und Zinsen

Wie Blanchard schreibt, kann allein der Umstand einer Zinssenkung etwa in den USA die Kapitalzuflüsse in die Schwellenländer schlecht erklären. Denn daraus allein lässt sich keine höhere Renditeerwartung in den Schwellenländern herleiten. Das ergibt sich aus der Theorie der ungedeckten Zinsparität. Sie besagt im Wesentlichen, dass die Rendite auch nach einer Zinssenkung in allen Ländern gleich bleibt (dazu führen Arbitragegeschäfte). Zwar fallen Kapitalmarktrenditen (für gleiche Risikoklassen) in den USA nach der Zinssenkung geringer aus, aber im Schwellenland wird nach einer anfänglichen Aufwertung für die Zukunft eine Abwertung der Währung erwartet (da sich an den langfristigen Währungserwartungen nichts geändert hat). Diese Abwertungserwartungen führen für Anlagen in Schwellenländern zur gleichen Rendite wie in den USA (immer adjustiert für gleiche Risiken). Ansonsten wären anhaltende Gewinne möglich. Anders gesagt: Höhere Renditeerwartungen in Schwellenländern allein wegen der Zinssenkung in den USA widersprechen der ökonomischen Logik.

Was aber treibt dann das Kapital in die Schwellenländer? Blanchard nennt als Hauptgrund vor allem die Risikoeinstellung auf den Kapitalmärkten. Je verunsicherter internationale Anleger sind, desto eher flüchten sie sich mit ihrem Kapital in die als sicher wahrgenommenen Kapitalmärkte der reichen Länder und ziehen ihr Geld aus den Schwellenländern ab. Je sicherer sie sich umgekehrt fühlen, desto eher investieren sie dort. Es kommt also bei Zinssenkungen (oder erwarteten Zinssenkungen oder auch unkonventionellen geldpolitischen Massnahmen) in den reichen Ländern (vor allem den USA) entscheidend darauf an, wie sie auf die Risikowahrnehmung der Investoren wirken.

Wie Blanchard argumentiert, hatte zum Beispiel das erste Quantitative-Easing-Programm der US-Notenbank auf die Kapitalzuflüsse in Schwellenländer eine ganz andere Wirkung als das zweite Programm. Obwohl es sich der Art nach um die gleiche Geldpolitik handelte (Aufkäufe von Anleihen durch die Notenbank), hat das erste Programm zu geringeren Geldflüssen in die Schwellenländer geführt, das zweite hingegen vermehrt zu solchen Geldflüssen. Offensichtlich wurde das zweite mit geringeren Risiken assoziiert.

Nach allem wenig überraschend ist schliesslich, dass Blanchard als wichtigste Variable zur Erklärung der Geldströme den VIX-Index nennt, der als Fiebermesser der Risikowahrnehmung an den Kapitalmärkten gilt. Je stärker er nach oben ausschlägt, desto stärker sind die Abflüsse aus Schwellenländern und umgekehrt.

Die Unsicherheit, wie eine Geldpolitik auf die Kapitalmarktströme wirken und Krisen auslösen kann, spricht erst recht für ein angemessenes Abwehrdispositiv in den Schwellenländern in Form von Kapitalverkehrskontrollen.

114 Kommentare zu «Kapitalverkehrskontrollen taugen mehr als Kooperation»

  • Linus Huber sagt:

    The Intellectual Yet Idiot (IYI)

    … that class of paternalistic semi-intellectual experts with some Ivy league, Oxford-Cambridge, or similar label-driven education who are telling the rest of us 1) what to do, 2) what to eat, 3) how to speak, 4) how to think… and 5) who to vote for.

    The IYI pathologizes others for doing things he doesn’t understand without ever realizing it is his understanding that may be limited.

    Interessant wie viele Menschen diesen IYIs auf den Leim kriechen.

    https://medium.com/@nntaleb/the-intellectual-yet-idiot-13211e2d0577#.yck0t9rz9

    • J. Kuehni sagt:

      Internationale Kabale von „Intellektuellen Kosmopoliten“ vs. lokaler Blut- & Bodenständigkeit. Das hatten wir doch schon mal.

      • J. Kuehni sagt:

        Und danach behauptete jeder, man habe ja nicht wissen können, wohin das führen könne.

      • Linus Huber sagt:

        Die Introduktion eines aus Ihrem Gedankengut stammenden „versa“, soll wohl den Inhalt der Darstellung relativieren, untergraben oder gar nullifizieren oder zumindest verhindern, sich inhaltlich damit beschäftigen zu müssen. Ich kann solch eine Reaktion gut verstehen.

        • J. Kuehni sagt:

          „… that class of paternalistic semi-intellectual experts with some Ivy league, Oxford-Cambridge, or similar label-driven education who are telling THE REST OF US“

          Die gegen uns.

          Grosszügigerweise sind wir, die wir nicht zu dieser Ivy-minor-League Kabale gehören gleich (ungefragt) mitgemeint, egal ob wir Autoverkäufer, Gymnasiallehrerin, subventionierter Bauer, Burgerflipperin oder Expat-Rentier im Schwellenland sind. Und wir wollen doch immer noch selber entscheiden, wie wir denken, essen, fluchen und wählen und effen wollen, weil schuld an der Misere sind sowieso immer die anderen. Weil wir sind das Volk und die nicht.

          • Linus Huber sagt:

            … weil schuld an der Misere sind sowieso immer die anderen.

            Je besser die demokratischen Rechte im Bewusstsein der Gefahr des Kollektivismus funktionieren und je weniger Machtanmassung, oft oberflächlich gut gemeinten Interventionismus etc. vorliegen, desto weniger liegt ein Grund zur Schuldzuweisung vor. Die Misere ist ja genau das anmassende Verhalten in sich, wodurch Selbstbewusstsein, Selbstverantwortung, politische Mitverantwortung der Bevölkerung untergraben werden (eine nicht bedachte Konsequenz) und dadurch erst den Grund der Schuldzuweisung in Bezug auf spezifische Resultate liefert. Es handelt sich um eine Wechselspiel zwischen zentralistischen Tendenzen und Fliehkraft und kann nicht, ohne Konsequenzen, linear in eine Richtung verlaufen.

    • Anh Toàn sagt:

      „Dr. Martha Stout, clinical psychologist and former instructor at Harvard Medical School“

      is a

      semi-intellectual experts with some Ivy league, Oxford-Cambridge, or similar label-driven education who is telling the rest of us

      1) Politicians are Soziopaths

    • Linus Huber sagt:

      „Typically, the IYI get the first order logic right, but not second-order (or higher) effects making him totally incompetent in complex domains.“

      Obiger Satz in Talebs Essay erinnert mich profund an Frederic Bastiats Aussage:

      „There is only one difference between a bad economist and a good one: the bad economist confines himself to the visible effect; the good economist takes into account both the effect that can be seen and those effects that must be foreseen.“

      Daher ist eine gesunde Skepsis gegenüber den von der Ökonometrie beherrschten Ökonomen mehr als gerechtfertigt.

      • Anh Toàn sagt:

        Eine gesunde Skepsis ist immer gerechtfertigt.

        Wenn dies der einzige oder zumindest wichtigste Erkenntnisgewinn ist, hätten Sie sich das copy pasten sparen können.

        • Linus Huber sagt:

          Der Unterschied zwischen einem dem „nudging“ zugeneigten Intervenisten oder Zentralplaner und meiner Wenigkeit liegt eben genau darin, dass ich „nuding“ als verwerflich betrachte, sondern Aufklärung und das Gewicht des Arguments zugunsten einer Idee als einen besseren Weg einstufe. Dies funktioniert nun leider einmal einfach darin, dass man selbst angesichts einer hohen Resistenz von stark konditionierten und oft an Obrigkeitsgläubigkeit leidenden Mitmenschen Argumente untermauert. Ich kann Ihre Einstellung, welche scheint, mir am liebsten einen Maulkorb zu verpassen, gut verstehen.

    • Linus Huber sagt:

      In der Schweiz ist wohl Ernst Fehr der bekannteste und einflussreichste Ökonom und er ist genau ein Spezialist im Bereiche „Behavioral Economics“ (Nudging). Klingt fast schon wie ein Märchen – Köstlich!

  • Linus Huber sagt:

    @ Marcel

    „History has demonstrated that, once commenced, monetary inflations are exceedingly difficult to control – let alone rein in.“

    Ich bin mir nicht sicher, ob Sie diese Quelle kennen, respektive benutzen, daher mein Link:

    http://creditbubblebulletin.blogspot.com/2016/09/weekly-commentary-reversals.html

    • Marcel Senn sagt:

      Linus: Habe noch gerade einen Artikel gefunden zu Argentinien, das sowohl von den Staatsschulden als auch Corp/Privat Schulden bis zur neuen neoliberalen Regierung eines der am wenigsten verschuldeten Länder der Welt war – mit total Schulden von rund 64% des BIP (Staat, non-fin Corps & Private) – einfach Inflation, weil sie ja die Parias des Systems waren nach dem 2001 Crash und daher auch offiziell zuwenig grüne Scheine hatten
      Und jetzt jubelt Banco Santander, dass es einen Kreditboom geben wird und sich die Verschuldung des privaten Sektors bald verdoppeln wird – gut Inflation haben sie ja schon und jetzt nochmals richtig verschulden – irgendwie pervers…

      http://www.investing.com/news/economy-news/santander-sees-argentine-bank-loans-doubling-in-three-to-four-years-426262

      • Marcel Senn sagt:

        Und dann hat die neue Regierung noch andauernd gejammert was für ein schweres Erbe sie antreten müssten — dabei war das Land kaum verschuldet und jetzt in die vollen rein….(auch der Staat vermutlich wieder)…
        .
        Ich glaube langsam ausser Ihnen Linus (und wenigen andern) will gar niemand diesem Planeten wirklich auf ein seriöses und nachhaltiges Geldwesen solange es das süsse Gift von Krediten gibt – darum wird ein Goldstandard auch null Chancen haben — Ponzi & John Law at its best – they rule the world… 😉

  • Linus Huber sagt:

    @ Markus

    Inhaltlich diskutierten wir im Artikel „Die globale Sicht der Globalisierung“ bereits über gesellschaftlichen Aspekte und dies soll als Anknüpfung an jene Diskussion gelten. Der nachfolgende Link erläutert eindrücklich die Instrumentalisierung der „Menschenrechte“ zur Untergrabung der nationalen Identität, wobei die von mir genannten Weltregierungsfanatiker als Weltbürger (cosmopolitan) bezeichnet werden, was ein weit breiteres Spektum an Menschen, welches dieses Gedankengut pflegt, abdeckt, womit auch die starke Opposition zu manchen meiner Ideen von gewissen Kommentatoren verständlich wird.

    http://www.counter-currents.com/2015/08/natural-rights-vs-human-rights/

    PS: Ja, Marcel Senn ist ein Zahlenmensch, den ich vorzugsweise einfach in seiner Welt belasse.

    • Marcel Senn sagt:

      Sie sind einfach im falschen Blog Linus – Sie sollten in einem Politblog, Philosophieblog, Ethikblog oder Soziologieblog etc. sein wo Zahlen eine untergeordnete Rolle spielen und Sie mit ineinandergeschachtelten schöngeistigen und ethisch hochstehenden Gedanken auftrumpfen einer besseren Welt könnten.
      In einem kapitalistischen System zudem noch mit einem finanzkapitalistischen Parallelsystem geht es nun mal primär um Zahlen – am besten schwarze, alles andere ist Beilage!
      Selbst der Sozialismus und Kommunismus sind am Ende an den Zahlen zugrunde gegangen – und die konnten damals dort drüben noch viel schöngeistiger und auch realitätsfremder reden als Sie Linus. Ich hatte früher mal stapelweise original politökonomische Literatur aus der DDR – mehr aus Neugier denn Fanatismus

    • Maiko Laugun sagt:

      @Linus: Wer – ausschliesslich zum Zwecke der Untermauerung seines rückständigen Gedankengutes – den Bogen von Weltregierungsfanatikern (und auch Zentralplanern ?) zum Begriff Cosmopolitan spannt, der sollte besser das gleichnamige Life Style Magazin für gelangweilte und frustrierte Weiber lesen.

      • Linus Huber sagt:

        Sicher doch Maiko, die neue Weltordnung unter Führung der USA, zu deren Realisation ein hohes Mass an Obrigkeitsgläubigkeit unabdingbar ist, wird uns alle ins Schlaraffenland führen. Es muss ja geradezu ätzend wirken, wenn auf einmal Phänomene wie Brexit, AfD, Trump, FN etc. auftreten, welche offensichtlich diesem derart erwünschenswerten und im Gegensatz zum rückständigen weit vorausdenkenden und fortschrittlichen Gedankengut zuwiderläuft. Es besteht tatsächlich die Tendenz, dass viele Menschen gesellschaftliche Entwicklungen analog zu technologischen Entwicklungen bewerten und damit unbewusst jede zusätzliche gesellschaftliche Regelung Richtung Gleichförmigkeit automatisch als eine positive gesellschaftliche Errungenschaft betrachten.

        • Maiko Laugun sagt:

          Sie haben offensichtlich mühe, Ihre selbsternannten Weltregierungsfanatiker zu identifizieren.

          P.S. Ich bin ein Gegner der USA.

          • Linus Huber sagt:

            Keineswegs, denn es geht nicht in erster Linie um die Benennung von spezifischen Menschen, sondern um das Gedankengut, welches von einer lose und meist organisationsmässig formlos (also keine Verschwörung) zusammen wirkenden Anzahl von machthungrigen Globalisten (Oligarchen sowie deren Handlanger in Washington) in Anwendung unterschiedlicher Mechanismen vorangetrieben wird und deren Agenda von meisten westlichen Regierungen adoptiert wurde und durch eine hohe Anzahl an meist obrigkeitsgläubigen sich als Cosmopolitan verstehenden Bürgern unterstützt wird.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Linus: Darf ich Sie höflich bitten, Ihre Modellierung zu überdenken? Danke.

          • Linus Huber sagt:

            @ Maiko

            🙂 Beruhigen Sie sich, denn meine Sicht wurde vorsorglich als neue mentale Krankheit namens “oppositional defiant disorder” or ODD im „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ in den USA aufgeführt. (http://themindunleashed.org/2013/11/nonconformity-and-freethinking-now.html)

            Nikita Khrushchev (1959)
            “Can there be diseases, nervous diseases among certain people in the communist society? Evidently there can be. If that is so, then there also will be offenses which are characteristic of people with abnormal minds. To those who might start calling for opposition to communism on this ‘basis,’ we say that now, too, there are people who fight against communism, but clearly the mental state of such people is not normal.”

            Also institutionalisieren Sie mich!

          • Linus Huber sagt:

            Wissen Sie Maiko, wenn man nicht gelegentlich im Kessel rührt steigt der Abschaum nach oben und verfestigt sich dort.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Linus: Richtige oder falsche Diagnose; missbräuchlich verwendet oder nicht; egal. Früher wurden Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt, heute nicht mehr; höchstens neue kreiert.

            Soll ich jetzt gute Besserung wünschen? Ich meine so oder so?

          • Linus Huber sagt:

            Interessant wie viele Menschen diesen IYIs auf den Leim kriechen. Aber das wichtigste ist wohl, dass unterschiedliche Ansichtsweisen nicht nur die gesellschaftliche Diversität fördern, welche von hoher Bedeutung für die gesellschaftliche Kreativität und Dynamik sein dürfte, sondern die Auseinandersetzung zwischen Ideen sehr bereichernd wirken, da sie das immer wieder notwendige Hinterfragen des eigenen Standpunktes der persönlichen Entwicklung zuträglich ist.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Linus: Sie kokettieren, von Idioten irrtümlich als moderne Hexe bezeichnet zu werden. Jedem das seine.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Linus: „Interessant wie viele Menschen diesen IYIs auf den Leim kriechen.“

            „Interessant wie“ Sie selbst kokettieren, zu einer modernen Hexe erklärt worden zu sein, während „viele Menschen“ zu dumm sind, den Scheiterhaufen nur zu sehen oder gar zu fürchten. Nun gut, jedem das seine.

          • Linus Huber sagt:

            Es handelt sich nicht um Koketterie sondern um Verwunderung gegenüber dem Drang zur Konformität; wie einem Kranken wollen Sie mir mit Ihrer Bitte „Vernunft“ walten zu lassen, zureden, mich der anscheinend mehrheitlich vertretenen Meinung anzuschliessen; nicht das bessere Argument soll gewinnen, sondern die vorherrschende Meinung sich unangefochten durchsetzen.

  • Marcel Senn sagt:

    Die Schweiz hätte vermutlich auch besser mit Kapitalverkehrskontrollen den Franken etwas schwächer gehalten als mit der Anhäufung von FX Wertschriften in der Bilanz und Negativzinsen.
    Gut dann hätte sie mit der EU in etwa ein ähnliches Problemfeld gehabt wie mit der MEI, aber man hätte das auch auf die Nicht-EU Länder beschränken können. Es waren ja vor allem russische Kapitalien, die 2015 die Aufgabe des MK herbeigeführt haben — aber unsere Notenbanker und Politiker kuschen vermutlich immer noch zu fest vor der Finanzindustrie und würden es nicht wagen solche Anleger abzuschrecken — lieber höhlt man die Altersvorsorgewerke und auch die Kleinsparer der CH mit Null- und Negativzinsen sukzessive aus — erbärmlich wie kapitaldevot gewisse Kreise hierzulande sind!!

    • Anh Toàn sagt:

      „Es waren ja vor allem russische Kapitalien, die 2015 die Aufgabe des MK herbeigeführt haben…“

      Und russische Kapitalien sollen AfD und FN finanzieren. Und der Hildebrand wurde von der SVP abgeschossen. Finanziert russisches Geld auch die SVP oder die Auns inkl. letztlich der Weltwoche, der Baz und vielleicht auch Herrn Huber? Hat der Huber je etwas kritisiert an Russland bzw, der Politik Putins?

      • Anh Toàn sagt:

        Das russische Geld hätte damit zumindest mehr verdient, als dem Hildebrandt seine Ex.

      • Anh Toàn sagt:

        Jordan konnte den Mindestkurs viel leichter aufgeben, er war nicht schuld an den Erschütterungen, Hildebrandt hat den Mindestkurs eingeführt.

        Mit Hildebrandt hätten wir heute noch den Mindestkurs von 1.20 behaupte ich, und auch, dass uns dies einiges erspart hätte, nur mal angefangen bei der Explosion des Einkaufstourismus über die Grenze.

    • Anh Toàn sagt:

      @Marcel Senn Danke für Ihre Antworten unten

      Ihr Kommentar hier enthält im ersten Satz etwas, was mich stört, J. Kuehni sagt das entwder – oder Prinzip.

      Ich glaube nicht, dass man mit Kapitalverkehrskontrollen die Negativzinsen ersetzen kann, sondern allenfalls ergänzen, unterstützen. Negativzinsen wirken wie Kapitalverkehrskontrollen, kommt zu viel, wird gebüsst, mit Negativzinsen.

      Die Kritiker der Negativzinsen wären mit Nullzinsen auch nicht stiller.

      Zufrieden wären die erst, nicht Sie Herr Senn, das weiss ich schon, wenn die Nati denn den Zinssatz auf 3-5 Prozent legen würde und nur mit Kapitalverkehrskontrollen und ohne Bilanzausweitung die Aufwertung verhindern würde. Vielleicht mit auf den Tisch hauen?

      • Marcel Senn sagt:

        Toan: Der erste „inoffizielle“ Mindestkurs war ja schon im Frühjahr 2010 mit 1.40 – der wurde zwar nie kommuniziert, aber wurden schon mal 135 Mrd in FX-Wertschriften „investiert“, im September 2011 – nach dem „London burning“ und den sonstigen Unsicherheiten im Club Med wurden dann die 1.20 fixiert, die ja bis Jan 2015 gehalten haben.
        Hätten die SNB nichts gemacht, so hätte sich der Fr. schon damals zw. 1.05 bis 1.15 eingependelt, wir hätten vielleicht eine Rezession gehabt, dafür auch keine MEI, da es weniger Einwanderung gegeben hätte, ebenso wären die Immopreise nicht so hoch gestiegen und man hätte noch eine rel. saubere SNB.
        In den ganz turbulenten Zeiten (€ unter Fr. 1, $ bei 0.7x) hätte sie immer noch etwas die Spitzen brechen können mit wenigen Mrd.

        • Marcel Senn sagt:

          Hätten wir nicht einen ehemaligen Hedge Fund Manager (Hildebrand war vorher bei Moore Capital Management) sondern einen Bankier der alten Schule (wie es z.B. mein Grossgrossonkel Niklaus bei der UBS noch war) als SNB Präsident gehabt, der hätte eine ganz andere Strategie gewählt als ein Ex-Hedgie – die sind eben schon im Hirn ganz anders verdrahtet – hatte ja das „Vergnüngen“ in meiner Tätigkeit als Anlagetreasurer mit solchen zusammenzuarbeiten.
          Jordan hat dann das einfach weitergemacht und dann noch die neg. Zinsen eingeführt inkl. für die AHV und PK’s was ich ja schon ziemlich volkschädigend finde, während die Grossbanken bis 300 Mrd resp. dem 20fachen des Mindestreservesatzes befreit sind.
          Ex-post betrachtet betreibt die SNB eine volksschädigende Hasenfusspolitik

        • Maiko Laugun sagt:

          @Marcel: Von den 1.40 redet heute bewusst niemand mehr, eben weil schon dort Deine genannte Unsumme verlocht wurde. Es sei die Frage erlaubt, ob die 3 entscheidenden Köpfe an der Spitze der SNB tatsächlich unabhängig fungieren – oder nur dilettantisch.

          • Marcel Senn sagt:

            Hildebrand, Draghi, Carney (BoE) konnten und können ja gar nicht anders – die sind von ihrem beruflichen Werdegang her regelrecht im Kopf „versaut“. Der Rest der Notenbankchefs haben in geschützten Werkstätten an Unis Karriere gemacht!
            .
            Kaum einer von all denen hat jemals in der echten realen Produktions- oder Dienstleistungswirtschaft gearbeitet — und so kommt die Zentralbankpolitik halt dementsprechend raus – Theoretiker und Spekulanten bestimmen das Geschehen!!

          • Maiko Laugun sagt:

            @Marcel: Wenn eine Theorie sich in der Praxis bewährt, dann hätte ich nichts dagegen, aber eben. Die Politik schiebt die Verantwortung auf die Nationalbanken und umgekehrt.

            Kapitalverkehrskontrollen gibt es bei mir in China. Obwohl mich das persönlich negativ betrifft, so sehe ich im System hier einen Vorteil. Es ist alles in Peking unter einem Hut; unter einer Gesamtstrategie. Dies ermöglicht schnelles Handeln – und niemand kann die Verantwortung auf einen anderen schieben. Es rollt immer ein interner Kopf. Ob der richtige, ist eine andere Frage.

          • Marcel Senn sagt:

            Maiko: Bist Du sicher, dass die noch eine „Gesamtstrategie“ bei Euch haben? Was da glaub eins an Krediten zwischen staatlichen und halbstaatlichen Instituten hin und hergeschoben wird – hat da wirklich noch jemand den Durchblick – ganz zu schweigen von den Provinzen, dort soll es noch gächer zu und hergehen.
            Kann leider die chinesischen Bilanzen nicht sehr gut lesen, auf der PBOC Seite war ich ein paarmal, aber die haben teilweise sehr veraltete Daten von 2013 und so — sehr transparent erscheint mir das ganze bei Euch nicht wirklich und dazu kommen noch die Wunschwirtschaftszahlen, die jeweils veröffentlicht werden — ja die werden tatsächlich sehr zentral bestimmt, darum sind die Chinesen weltweit auch immer die ersten die die BIP-Quartalszahlen melden können 😉

          • Maiko Laugun sagt:

            @Marcel: Deine Einwände sind berechtigt. Ich kann nicht wirklich widersprechen:

            Eine Gesamtstrategie haben die; da sehe ich auch Vorteile in diesem System; es hapert aber an der Umsetzung. Provinzen sind weitgehend autonom, in jeder Hinsicht. Die Verflechtungen sind undurchsichtig, jedoch existent. Und Ja, aktuelle Zahlen sind online nur schwer zu finden. Peking selbst ist es bewusst, dass die BIP-Zahlen mehr einer groben Übersicht entsprechen. Sie kommunizieren es einfach auf die chinesische Art.

          • Maiko Laugun sagt:

            Der aktuelle 5-Jahresplan sieht eine steuerliche Bevorteilung von ausländischen Investoren/Firmengründern vor; es soll also Kapital/Investment ins Land fliessen.

            In meinem pers. Falle haben wir uns trotzdem entschieden, unsere kleine Start-Up-Firma unter dem Namen meiner chinesischen Ehefrau laufen zu lassen. Es gibt dafür Gründe, auf welche ich aus Respekt gegenüber meinem Gastlande nicht eingehen möchte. Nur soviel: China ist nichts für Ausländer und wird es auch nie sein; bestenfalls für Grosskonzerne.

  • Gion Saram sagt:

    Chile kannte solche Kapitalverkehrskontrollen von 1991 – 1998 und hat damit gar nicht mal so schlechte Erfahrungen gemacht.
    http://web.mit.edu/kjforbes/www/Papers/One%20Cost%20of%20Chilean%20Capital%20Controls-JIE.pdf
    Ausländische Gelder die weniger als ein Jahr lang im Lande investiert blieben wurden besteuert, Gelder die länger blieben hingegen nicht. Damit wurden langfristige Investoren ermutigt, aber die kurzfristigen Spekulanten draussen gelassen.

  • Josef Marti sagt:

    Eine etwas merkwürdige Vermengung von Kassakurs und Terminkurs.

  • J. Kuehni sagt:

    Mich stört das „Entweder-Oder-Pendel-Prinzip“, das offenbar im ökonomischen Diskurs unüberwindbar erscheint und insbesondere auch in der Headline zum Ausdruck kommt: Kapitalverkehrskontrollen taugen mehr als Kooperation.

    Nach aller Wahrscheinlichkeit taugen auch Kapitalverkehrskontrollen nur dann etwas, wenn sie auf der Basis von internationalen Vereinbarungen „legal“ (anstatt unilateral) eingesetzt werden können, also wiederum als Ausdruck einer Kooperation. Das Basisproblem bleibt wie immer die politische Asymmetrie und mächtigere Länder werden auch in einer Ära von neu aufgelegten Kapitalverkehrskontrollen Mittel und Wege finden, schwächeren Entitäten ihren Willen aufzuzwingen, wie das ja auch schon früher (in weniger kooperativen Zeiten) absolut kein Problem gewesen ist.

    • J. Kuehni sagt:

      Am meisten weh tut immer das Bobo, das man gerade hat. 10 Jahre nach einem Deglobalisierungs-Paradigmenwechsel inkl. unilateraler Einführung von Kapitalverkehrskontrollen, werden Ökonomen wieder anfangen, das Lied der Kooperation (und evtl. sogar von Währungsunionen) zu singen. Ich behaupte: an internationaler politischer Kooperation führt kein Weg vorbei. Und für kleinere Länder ist schlechte Kooperation allemal besser als asymmetrische Konfrontation.

      • J. Kuehni sagt:

        Aber ich vermute, dass ist alles bloss ein editoriales Problem und ich tue Herrn Blanchard und Herrn Diem-Meier unrecht… (?)

    • Linus Huber sagt:

      „mächtigere Länder werden auch in einer Ära von neu aufgelegten Kapitalverkehrskontrollen Mittel und Wege finden, schwächeren Entitäten ihren Willen aufzuzwingen“

      1. Ist es aus Ihrer Sicht unmöglich, dass sich „mächtige“ Länder kooperativ verhalten, indem sie Respekt auch vor schwächeren Entitäten an den Tag legen und diese nicht zu vergewaltigen versuchen?

      2. Wenn Sie von Ländern sprechen, meinen Sie wohl hauptsächlich die Regierungen dieser Staaten und weniger die Bevölkerungen, welche meist ein friedliches kooperatives miteinander auskommen bevorzugten, oder sehen Sie dies anders?

      • Anh Toàn sagt:

        1. Ja

        2. Wie sehen die das bei den muslimischen Ländern?

      • Linus Huber sagt:

        Ich ziehe vor, diesen Dialog mit Herrn Kuehni zu führen, sofern er daran interessiert ist.

        • Anh Toàn sagt:

          Dies ist ein Blog, wenn sie exklusiv mit jemanden sich austauschen wollen, tun Sie es woanders, hier verbieten Sie niemanden, Ihnen zu antworten, sie sind nicht der her zuständige Zentralplaner.

        • Anh Toàn sagt:

          zu 1.) Sie verlangen mehrmals von einer Regierung, EINZIG die Interessen der eigenen Bevölkerungen zu vertreten. Nie verlangen Sie von einer Regierung, andere Bevölkerungen rücksichtsvoll und zuvorkommend und kooperativ zu behandeln.

      • J. Kuehni sagt:

        Merci Anh Toàn…

        L.H.:
        1.) Ja.
        Freiwillige, asymmetrische Kooperation erfordert eine Kompatibilität der beteiligten, nationalen Interessen, sollte eigentlich jedem klar sein, der Zuhause darauf pocht, dass die eigene Regierung „unapologetisch“ die Interessen der Einheimischen über diejenigen von Ausländern stellt. Die USA erlaubten den Westeuropäischen Staaten post WWII eine politisch und wirtschaftlich vorteilhafte Beteiligung an der Pax Americana, nicht weil die „lieb & gut“ waren, sondern weil es während dem kalten Krieg klar deren nationalen Interesse entsprach. Andere Länder und Regionen hatten diesbezüglich weniger Glück, fragen Sie im Iran oder in Mittel- und Südamerika nach.

        • Linus Huber sagt:

          Sie erläutern, wie verfahren wurde, jedoch schliesst dies grundsätzlich nicht die Möglichkeit aus, dass ein anderes Vorgehen, welches einen höheren Wert auf gegenseitigen Respekt zwischen unterschiedlichen Machtpotentialen legt Anwendung finden könnte. Betrachten Sie jede neue Regelung, selbst wenn sie den mächtigen Staat begünstigt, als gesellschaftlicher Fortschritt oder könnten Sie sich vorstellen, dass sich eine Art Verkrustung, Erstarrung der Dynamik durch fehlende Diversität einstellen könnte?

          Betrachten Sie es als ein aussichtsloses Bestreben für einen Kleinstaat, sich neutral zwischen unterschiedlichen Interessenblöcken zu positionieren oder sind Sie der Überzeugung, dass ein Kleinstaat keine Alternative hat als sich einer der Mächte oder der Weltmacht unterzuordnen?

        • J. Kuehni sagt:

          Nein, „grundsätzlich“ ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass „ein anderes Vorgehen, welches einen höheren Wert auf gegenseitigen Respekt zwischen unterschiedlichen Machtpotentialen legt Anwendung finden könnte“.

          Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich ein solcher Kumbaya-Zustand einfach „spontan“ einstellt.

          Sie können nicht gleichzeitig einen Maximalgrad an regionaler Selbstbestimmung verlangen (Selbstbestimmung zu wieviel von was?) und dabei die daraus unweigerlich entstehenden Interessenkonflikte einfach ignorieren und deren Lösung an eine magisch verbesserte Moral delegieren, weil sich ihre Vision vom dezentralisierten Paradies nur so aufrechterhalten lässt.

        • J. Kuehni sagt:

          Ironischerweise (im Bezug auf Sie, Herr Huber) ist ja gerade die EU das beste Beispiel für das, was Sie verlangen: Die Mitgliedsländer sollen Ihre Differenzen TROTZ dem Machtgefälle zwischen den einzelnen Staaten mit „Jaw Jaw“ anstatt „War War“ bereinigen, was bisher auch einigermassen gelungen ist, der Ackermann sieht zwar keinen Unterschied zwischen dem € und einer Besatzungsarmee, ich aber schon. Immerhin marschieren gegenwärtig keine Millionenheere mehr über den Kontinent und massakrieren ganze Völkerstämme.

          Könnte als Verbesserung der Moral verbucht werden, nicht?

        • J. Kuehni sagt:

          „Betrachten Sie es als ein aussichtsloses Bestreben für einen Kleinstaat, sich neutral zwischen unterschiedlichen Interessenblöcken zu positionieren oder sind Sie der Überzeugung, dass ein Kleinstaat keine Alternative hat als sich einer der Mächte oder der Weltmacht unterzuordnen?“

          Neutrale Kleinstaaten zwischen „Interessenblöcken“ werden normalerweise von diesen Interessenblöcken selbst „positioniert“, so wie die Schweiz oder Belgien, Herr Huber.

          Bergiges Gelände und wichtige Verkehrsknotenpunkte auf dem Territorium des „neutralen“ Staates sind dabei durchaus hilfreich. Pech hat der „neutrale Kleinstaat“, wenn er im bevorzugten Aufmarschgebiet der Armeen der umliegenden Interessenblöcke liegt. Da hilft dann alles „Bestreben“ des Kleinstaats nichts.

          • J. Kuehni sagt:

            Auch hier bringt die EU eine „moralische Verbesserung“ der Situation, aber das wollen Sie und der Ackermann ja nicht, weil Sie denken, die Existenz des „neutralen Kleinstaates“ hänge bloss von dessen eigenem Bestreben und nicht von eben diesen Interessen der „umliegenden Interessenblöcke“ ab. Zur Untermauerung Ihrer Sichtweise wird gerne der erste und zweite Weltkrieg zitiert und der napoleonische Krieg vergessen.

          • Linus Huber sagt:

            Na ja, da sich die meisten Regierungen ihre Staaten freiwillig dem Diktum der westlichen Grossmacht in vorauseilendem Gehorsam unterwerfen, ist jede seriöse Auseinandersetzung eh schon vom Tisch. Interessanterweise opponieren die gleichen Regierungen und deren obrigkeitsgläubigen Anhänger schwach oder gar nicht gegen Angriffskriege des Westens, sondern fokussieren sich zur Rechtfertigung in jenem Fall meist auf die derart schreckliche Regierung, welche in den angegriffenen Staaten am Ruder sei. Diesen Regierungen jedoch den Spiegel vorzusetzen, wird von den genau gleichen Kreisen fast schon als Ketzerei oder eben volksverblödende Darstellung bezeichnet.

          • J. Kuehni sagt:

            „Na ja, da sich die meisten Regierungen ihre Staaten freiwillig dem Diktum der westlichen Grossmacht in vorauseilendem Gehorsam unterwerfen“…

            Ihre Lesart, Herr Huber. Von Freiwilligkeit kann keine Rede sein, höchstens von unterschiedlicher Einschätzung der geopolitischen Kräfteverhältnisse aufgrund von heterogener Historie. Darum haben Frankreich und Deutschland dem Einmarsch im Irak die Gefolgschaft verweigert, während die traditionellen Atlantiker unter Anleitung der Briten plus die neokonservativen Opportunisten Aznar & Berlusconi mit Bush zusammen ins Fiasko getrottelt sind. Am besten wäre (einmal mehr) eine geschlossene, gesamteuropäische Verweigerung gewesen, auch für die Amis selbst, aber „Gesamteuropa“, das ist Ihnen ja ein Greuel.

          • Linus Huber sagt:

            Die Verweigerung einer einzelnen Kriegshandlung, welche widerrechtlich und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wohl auch gegen den Willen der Mehrheit in wohl meisten demokratischen Staaten vorgenommen wurde, ist aus Ihrer Sicht ein Ereignis, welches den Nutzen der EU als mögliches Gegengewicht zu den USA demonstriert. Sie fokussieren sich in erster Linie auf das Machtgefälle, während ich mich in erster Linie auf die durch Mangel an Demokratie erzeugte Machtkonzentration in Regierungen fokussiere, wobei wohl die US-Regierung bald der Spitzenreiter im Bereiche des Machtmissbrauches sein dürfte. Aus meiner Sicht erhöht Ihr Rezept die Gefahr des zunehmenden Machtmissbrauchs da dadurch, die demokratischen Rechte noch schwächer ausfallen dürften.

      • J. Kuehni sagt:

        2.) Nein, meine nicht nur die Regierungen und ja, sehe dies anders:

        Ihre These von der breiten Bevölkerung, „welche meist ein friedliches kooperatives miteinander auskommen bevorzugten“ (populistisch: Hier gutes Volk, da böse Regierung) hält einer näheren Betrachtung nicht stand. Sollte ebenfalls jedem klar sein, der sich gelegentlich die gesammelten Hasstiraden in irgendwelchen Onlineforen antut. Die Weltgeschichte ist voll von selektiver Rücksichtslosigkeit und weder Individuen noch Gruppen, Stämme, Nationen hatten je grosse Skrupel irgendwelche Sündenböcke für ihre „Ziele“ zu opfern, insbesondere wenn irgendwo der Schuh am drücken ist.

        • J. Kuehni sagt:

          Auch Diktatoren können sich nur an der Macht halten, wenn sie über Legitimität bei mindestens einem signifikanten Teil der Bevölkerung verfügen und diese Legitimität holen Autokraten sich in der Regel durch einen Konfrontationskurs (nach Innen gegen Minderheiten, z.B. Drögeler wie aktuell bei Ihnen, oder nach Aussen, z.B. durch Schuldzuweisung an einen anderen Staat oder irgendeine „internationale Kabale“, Juden, EU, Homosexuelle, Liberale, you name it).

          • J. Kuehni sagt:

            Was sagt die bevorzugte Legitimationsstrategie von Diktatoren über den Charakter des „guten“ Volkes aus?

          • Linus Huber sagt:

            Was sagt der Entscheid der Bevölkerung zugunsten eines Diktators über die bestehende politische Elite aus?

          • J. Kuehni sagt:

            Ich lehne Ihre manipulative, volksverblödende Darstellung „hüben gutes Volk, drüben schlechte Elite“ ab, Herr Huber. Damit liefere ich keine Rechtfertigung noch eine Entschuldigung, weder für korrupte Regierungsmitglieder noch CEOs oder Zentral-/Privatbanker, wie Sie mir hier – ziemlich schäbig – zu unterstellen versuchen.

          • Linus Huber sagt:

            Ach so, der Charakter des Volkes ist diskutierbar, jedoch nicht der Charakter der politischen Elite.

          • J. Kuehni sagt:

            Nö. BEIDES ist diskutierter. Sie selbst kritisieren einseitig.

          • Linus Huber sagt:

            Was sagt die bevorzugte Legitimationsstrategie von Diktatoren über den Charakter des „guten“ Volkes aus?

            Ok, es sagt nicht aus, dass das Volk dem Diktator auf den Leim geht, sondern dass die Bevölkerung von der korrupten Elite die Nase voll hat und sich eine grundlegende Änderung wünscht; es ist möglich, dass der erste Anlauf evtl. schlecht verläuft, aber vielleicht funktioniert der 2. oder 3., denn die Verunsicherung der Regierungsmitglieder ist notwendig, dass sie wieder lernen, sich vor dem Volk zu fürchten und dadurch verstärkt zum Wohle der Bevölkerung handeln.

            Sie mögen dies als volksverblödende Darstellung einstufen, ich sehe es eher als Ausdruck des Widerstandes der weder guten noch bösen Bevölkerung gegenüber einer abgehobenen politischen Elite.

        • Linus Huber sagt:

          Unterscheidet sich der Charakter von Personen, welche sich um politische Macht bemühen und Regierungen bevölkern, vom durchschnittlichen Charakter eines Menschen und wenn ja, inwiefern?

          Ist es sinnvoll, solchen Personen und damit Regierungen hohes Vertrauen zu schenken oder dürfte eine gute Portion Skepsis vorteilhaft sein?

          Erkennen Sie einen Unterschied im Resultat, wenn die negativen Attribute des Menschen dort auftreten, wo eine hohe Machtkonzentration vorliegt, zum Resultat, wenn diese auf individueller und mit wenig Macht ausgestatteten Ebene auftreten?

          • Maiko Laugun sagt:

            Aus der Sicht eines Demagogen ist es immer sinnvoll, Fragen mit Gegenfragen zu beantworten.

          • Maiko Laugun sagt:

            Vielleicht auch mangels Integrationswilligkeit und -fähigkeit im Gastland mit daraus folgender Langeweile. Das ist keine Frage. Das ist eine Vermutung.

          • Anh Toàn sagt:

            1 Nein

            Der Charakter von Personen, die sich um politische Macht bemühen, unterscheidet sich nicht vom Durschnitt der Bevölkerung. Die sind weder besser noch schlechter, weder sozialer noch egoistischer.

            Nicht mal der Charakter von Zuhältern unterscheidet sich vom Durchschnitt der Bevölkerung.

            Und damit sind die übrigen Fragen gegenstandslos.

          • Anh Toàn sagt:

            @Maiko

            Entweder er wird bezahlt oder er ist unvorstellbar einsam und verbittert.

            Würde ich letzteres glauben, hätte ich schon lange nicht mehr geantwortet. Aber den Demagogen widersprechen ist wie Zähneputzen, man muss es tun, sonst fängt es an zu stinken und alles wird braun und dann ist zu spät.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Anh: Er sollte seine Energie besser in produktive Arbeit investieren.

          • J. Kuehni sagt:

            „Würde ich letzteres glauben, hätte ich schon lange nicht mehr geantwortet. Aber den Demagogen widersprechen ist wie Zähneputzen, man muss es tun, sonst fängt es an zu stinken und alles wird braun und dann ist zu spät.“

            Der einzige Grund hier immer wieder dieselben Diskussionen zu führen, nebst dem Unterhaltungswert, zu dem Sie besonders viel beitragen.

            Gross in Form, Anh Toàn.

          • Linus Huber sagt:

            “Politicians are more likely than people in the general population to be sociopaths. I think you would find no expert in the field of sociopathy/psychopathy/antisocial personality disorder who would dispute this. That a small minority of human beings literally have no conscience was and is a bitter pill for our society to swallow — but it does explain a great many things, shamelessly deceitful political behavior being one.”—Dr. Martha Stout, clinical psychologist and former instructor at Harvard Medical School

            Wir sind doch alle gleich, ausser einige sind ein wenig „gleicher“ – Die nette Märchenstunde kann als abgehackt gelten.

          • Anh Toàn sagt:

            J. Kuehni:

            Der mit dem Zähneputzen ist bei mir nur hängengeblieben, aber ich weiss nicht mehr wo aufgeschnappt und wert, geklaut zu werden. Schreibe ja keine wissenschaftliche Arbeit hier.

            Huber: Was Sie hier zitieren ist keine wissenschaftliche, sondern eine pilitshe Aussage, das stammt ganz bestimmt nicht aus einem wissenschaftsjournal, das merkt man an der Wortwahl.

            Wo und wann hat diese Dame dies gesagt?
            Vor welchem Publikum hat sie es gesagt?

          • Anh Toàn sagt:

            Sie haben die Märchenstunde gerade begonnen.

          • Anh Toàn sagt:

            „Soziopath“ ist kein in der Wissenschaft einigermassen eindeutig definierter Begriff. Eine derart pauschalierte Aussage zu machen, mit der einzigen Begründung, kein Wissenschaftler würde widersprechen, ist weder auch nur im Ansatz korrekt mit wissenschaftlicher Methodik noch macht es Sinn, Wissenschaflern etwas zu erzählen, dem kein Wissenschaftler widersprechen würde.

            Ich bin nicht Psychologe oder Psychiater, aber ich erkenne Märchen. Wissen wie woran:
            Wenn klar ist wer gut und wer böse ist, ist es ein Märchen.

          • Anh Toàn sagt:

            Sie denkt auch nur, man könne keine Experten finden, der dies bestreitet: Nun, wenn sie ihre These in einem Wissenschaftsmagazin publiziert, wird sie, da es sich um nicht exakte Wissenschaft handelt, garantiert mehr als einen Wissenschaftler finden, der ihr widerspricht. Mehr als eine herrschende Meinung gibt es nicht, abweichende Meinungen immer.

          • Anh Toàn sagt:

            Sie hat das in einem e-mail an einen Journalisten der Huffington Post geschrieben, der explizit nach Politikern fragte, sie hätte die glöeiche Antwort auch gegeben, wenn man nach Wirtschaftsführern gefragt hätte. Bei Harward sei sie affiliated (sind das nicht auch Reinigungskräfte) und zwar clinical, mache ich mich etwas schlauer zu der Dame, will sie Bücher verkaufen: „The Soziopath next door“: Ihre lesenden Kunden finden dann darin, dass der bescheurte Ex-Ehepartner, der Chef, der Hauswart, wen auch immer sie nicht mögen, ein Soziopath ist, immerhin 4 Prozent der Bevökerung, da ist für jeden was dabei.

            Und das bringen Sie als wissenschaftlichen Erkenntnisstand, im Unterschied zu Märchen?

          • Linus Huber sagt:

            Die Simplifizierung die Menschen in dieses eindimensionale Weltbild von „gut“ und „böse“ einzuordnen ist irreführend und sagt mehr über den Kommentatoren als über die Welt aus. Nur weil ein Wolf Schafe reisst, heisst es noch lange nicht, dass er deshalb „böse“ ist, sondern dass dies einfach seiner Natur entspricht. Aber eben, was nicht wahr sein darf, da es das eigene Weltbild zerstören würde, kann natürlich niemals als Tatsache anerkannt werden und muss selbst in Anwendung von hanebüchenen Argumenten dementiert werden. Daher lasst uns alle feiern „wir sind alle gleich, denken gleich, verhalten uns gleich, haben die genau gleichen Ziele, welche wir mit der genau gleichen Intensität an Anstrengung verfolgen etc. etc.

          • Anh Toàn sagt:

            Der Artikel hat den Titel „Are politicians Psychopaths“ und der Journalist geht danmn hin und fragt die Leute, von dnen er annimmt, dass sie am ehesten etwas sagen, dass er verwenden kann, und zwar um zu behaupten, die seien Psychopathen.

            Sie ist genug Wissenschaftlerin um voran zu stellen: „no solid statistics were available to prove or disprove the hypothesis“ aber nicht Wissenschaftlerin genug, die Daten zu Ihrer Hypothese zu sammeln:

            Sie will Bücher verkaufen. Sie erzählt den Journalisten etwas, dass die brauchen können, damit sie erwähnt wird.

          • Anh Toàn sagt:

            „… what better way than through politics and big business“

            steht sogar auch dort, das gefällt Ihnen dann nicht bei der Tante, in der freien Marktwirtschaft genauso, das lassen Sie einfach weg, das Business muss frei bleiben, das ist Ihnen doch wichtig.

            Sie suchen sich irgendwo im Netz Fragmente, die Ihrer Meinung entsprechen, und was nicht ihrer Meinung entspricht, lassen sie weg. Dadurch verfälschen Sie die Aussage.

            Haben Sie eigentlich Assistenten die was „Passendes“ vorschlagen oder müssen Sie das alles selber machen?

          • Linus Huber sagt:

            Sicher doch, Sie ist bestimmt auch noch eine Weltverschwörungstheoretikerin.

  • Anh Toàn sagt:

    Kapitalverkehrskontrollen haben sich wann und wie und für wen als besser erwiesen in der Vergangenheit. Wer hat heute ernsthafte Kapitalverkehrskontrollen? Die Chinesen und bei denen funktioniert es. Funktioniert es in Südamerika? Herr Senn redet von einem „offiziellen Schwarzmarktkurs“, wenn ich mich erinnere, was wohl bedeutet, dass es nicht funktioniert.

    In komplexen System kann nie ein Instrument die Lösung sein, sondern es braucht eine Kombitherapie. Dazu kommt, dass wenn eine Volkswirtschaft international stark vernetzt ist, Kapitalverkehrskontrollen ganz anders wirken, als wenn eine Volkswirtschaft nur einfache Agrargüter exportiert.

    Meines Erachtens wäre die richtige Frage, unter welchen Voraussetzungen Kapitalverkehrskontrollen nützlich sind.

    • Anh Toàn sagt:

      In Eritrea kostet der Nafka offiziell das doppelte des Schwarzmarktkurses. Die Wirtschaftsleute sagen, der Schwarzmarktkurs ist der „richtige“ Kurs, also schöpft die Regierung mal gleich 50 Prozent meiner Devisen ab, die ich in dem Land investieren möchte.

      Die Differenz zwischen offiziellem Kurs und Schwarzmarktkurs kann als Steuer auf, bzw. Subvention von eben nicht nur Importen und Exporten, sondern auch Investitionen betrachtet werden.

      In Eritrea macht dies die Regierung mit dem Ziel, dass niemand investiert, so betrachtet, funktioniert es.

    • M. Knoll sagt:

      Das Problem bei den Kapitalzuflüssen besteht darin, dass die Spekulanten sich sicher sein können vor einem Totalverlust gerettet zu werden. Man kann dies nur eindämmen, indem man diejenigen Leute zur Kasse bittet, welche ihr Geld in Staatsanleihen und Bankeinlagen der entsprechenden Staaten investiert haben. Man muss diese Leute auch entsprechend zur Vorsicht erziehen, auch wenn es kurzfristig das Wirtschaftswachstum dämpft. Allerdings vergibt der IMF im Normalfall die Hilfsgelder einfach zu schnell. Das Zocken muss im Zweifelsfall auch richtig teuer werden. Wenn Sie deshalb pleite machen, muss man dies in Kauf nehmen. Allerdings hat man während der Finanzkrise Zockerbanken und ihre Kunden vor den schmerzlichen Konsequenzen gerettet.

      • J. Kuehni sagt:

        Auch dazu braucht es Kooperation, z.B. ein internationales Strafrecht und Schiedsgericht für Staatsbankrotte, mit dem u.a. verhindert wird, dass irgendwelche Geier-Funds von irgendeinem US-Richter unilateral dazu ermächtigt werden, ganze Volkswirtschaften in alle Ewigkeit für schiefgelaufene Kapitaltsunamis haftbar zu machen.

    • Marcel Senn sagt:

      Anh: Bis letztes Jahr gab es in Argentinien etwa 7 verschiedene Dollarnotierungen – einen „offiziellen Schwarzmarktkurs“ allerdings nicht – die meisten der 7 Dollarnotierungen waren abgeleitet vom offiziellen Kurs (z.B. der Soyadollar offizieller minus 35%), der contado con liquido orientierte sich an den Notierungen der arg. Firmen die in NY kotiert sind (v.a. YPF Petroleum), und dann der Schwarzmarktkurs der auf der Gasse und in illegalen Wechselstuben gezahlt wurde – der aber war illegal und wäre theoretisch mit harten Gefängnisstrafen sanktioniert worden (praktisch aber nie), dann noch den Kreditkarten-U$ offizieller plus 35% usw usw.
      .
      Jetzt ist die Experimentalökonomie aber vorbei – jetzt regieren wieder die Neoliberalen und es geht sehr vielen viel viel schlechter…

      • Anh Toàn sagt:

        @Marcel Senn offizieller Schwarzmarktkurs ist pedantisch betrachtet eine contradictio adjecto, ich meinte damit, was Sie beschreiben mit:

        …der Schwarzmarktkurs der auf der Gasse und in illegalen Wechselstuben gezahlt wurde – der aber war illegal und wäre theoretisch mit harten Gefängnisstrafen sanktioniert worden (praktisch aber nie)…

        Die Frage ist, wie viel der „Schwarzmarkt“ handeln kann, aber wird da ein grosser Teil der Transaktionen abgewickelt, funktioniert um es salopp zu sagen, die Kapitalverkehrskontrolle nicht.

        „Soyadollar“ etc. sind auf ein Produkt bezogen, da kann man auch von einem wertbasierten (nicht Gewicht) Zoll sprechen.

      • Anh Toàn sagt:

        Was interessant wäre: Wer hat den, bzw. wofür wurde der offiziellen Kurs bezahlt?

        • Marcel Senn sagt:

          Anh: Eben für Agrarexporteure wurde der offizielle genommen und dann die „Retenciones“ Exportabgaben abgezogen Soya 35%, Fleisch glaub 15%, Wein 5% etc.
          Dann ausländischen Rentner wurde das Devisenrenteneinkommen zum mickrigen offiziellen umgerechnet.
          Arg. Touristen konnten offiziellen Kurs für $ beantragen und dann gabs was je nach Einkommen (inkl. Mindestlimiten, die Armen sollen gefälligst nicht nach Miami reisen und ob alle Steuern schön bezahlt waren etc.).
          Kein Wunder haben die Argentinier nach den USA die zweithöchsten $-Cash-Bestände der Welt: in Schliessfächern, Matratzen, Erdlöchern etc..
          Nach der quasi „Zwangsenteignung“ 2001 (von 1:1 auf 1:3) sind die Arg. misstrauisch. Auch wenn jetzt wieder eine grosse Weisswaschgeld-Aktion läuft mit 10% Discountsteuern

        • Marcel Senn sagt:

          Und was dann natürlich noch ziemlich behindert wurde waren die Importe – um Devisen zu beantragen gabs eine enorme Bürokratie, bis man dann endlich mal ein paar U$ zum offiziellen Kurs bekam und vielfach sind dann die Container noch wochen- oder monatelang im Hafen blockiert worden – z.B. die arg. Tattoostudios waren gar nicht gut auf die Präsidentin zu sprechen, weil deren benötigtes Material (Specialfarben etc) kaum mehr ins Land kam.
          .
          Dafür gibt es jetzt wieder eine Importschwemme, wer es sich leisten kann konsumiert Importwaren in vollen Zügen, und Mio demonstrieren auf der Strasse gegen die grassierende Inflation (40-50%) – für die Oberschicht sind Auslandsreisen wieder günstig geworden

  • Mark Walder sagt:

    Je mehr man interveniert und dabei die Konsequenzen nicht vollumfänglich abschätzen kann (oder will), desto mehr muss man dann mit immer stärkeren Eingriffen wieder versuchen, gerade zu biegen. Wie ein schleuderndes Fahrzeug, das bei jeder ruckartigen Richtungsänderung noch mehr ins Schleudern gerät steuert uns die Politik in ein unsteuerbares Desaster. Aber wir sind selbst Schuld, denn wir haben die Verantwortung aus der Hand gegeben und in die Hände von Menschen, die ihr Wohl und nicht das der gesamten Bevölkerung in den Fordergrund stehen. Die Kapitalkontrolle wäre eine weitere ruppige Lenkung, welches das Gefüge auf mittlere bis lange Zeit noch mehr ins Schleudern bringt.

    • Linus Huber sagt:

      Ja, wie Zauberlehrlinge glorifizierten sie ihren PhD Standard in der Geldpolitik und belächelten in ihrem Machtrausch Gold als Verankerung von Währungen als „barbarous relic“, ohne zu realisieren, dass sie eine grandiose Ponzi-Scheme kreierten.

      • Marcel Senn sagt:

        Huber: Es ist nach wie vor ein Relikt aus vergangenen Zeiten: Mit 1.5 Bio $ Zentralbank-Goldbeständen können Sie keine narrow Geldmenge von 27 Bio $ backen, geschweige denn eine M3 von ca 85 Bio $.
        Es müsse zu einem weltweiten Goldverbot kommen und wieder eine „fixe Notierung“ – zentralplanerische Eingriffe at its best Huber – erinnern sie sich noch an die 35 U$ Notierung von 1934 bis 1971 — das ist ZENTRALISTISCH GESTEUERTE BEVORMUNDUNGS-WIRTSCHAFT, zudem ist Gold noch miserabelst geographisch verteilt.
        Und wer würde den Goldkurs dann bestimmen — Ihre „Weltregierungsfanatiker“ nämlich!!
        Logisch können Sie all diese vielen praktischen Probleme von Ihrem umnebelten Elfenbeinturm aus nicht erkennen — ich als pragmatisch orientierter Oekonomieinteressierter dafür umso mehr 🙂

        • Linus Huber sagt:

          Sicher doch, Sie gehen von der Voraussetzung aus, dass Regierungen den Preis von Gold festsetzen MÜSSEN und der Markt unfähig wäre, den Wert von Währungen durch deren Verhältnis zum Gold einzustufen. Warum lassen wir nicht einfach die Menschen entscheiden, welche Form von Geld sie als vorteilhaft einstufen, indem z.B. Gold mit den gleichen Privilegien ausgestattet wird, wie Währungen?

          • Linus Huber sagt:

            Interessant ist der Aspekt, wer genau eigentlich den Goldstandard fast schon „hasst“: Es handelt sich um die Superreichen, welche seit der Aufgabe des Goldstandards eine goldene Nase „verdienten“ und die Kluft an Einkommen und Vermögen zwischen ihnen und dem Durchschnitt der Bevölkerung pervers in die Höhe treiben konnten. Und genau dieser Umstand ist mitunter eine der Ursachen der heutigen politischen Unruhen (Brexit, Trump, AfD etc.).

          • Anh Toàn sagt:

            Linus Huber „wer genau eigentlich den Goldstandard fast schon „hasst“: Es handelt sich um die Superreichen“

            Woher wissen Sie das, und dann noch genau eigentlich?

          • Linus Huber sagt:

            Na ja, die Medien werden stark von den Reichsten der Reichen beeinflusst und es würde wohl nicht sonderlich schwierig sein, die öffentliche Meinung dementsprechend zu beeinflussen. Aber wozu auch, schliesslich will man sich seine goldene Nase nicht gefährden. Nur schon die Thematisierung der offensichtlichen Ponzi-Scheme wird unterdrückt.

          • Anh Toàn sagt:

            Also:

            Sie haben es sich ausgedacht, dass was „genau eigentlich“ ist.

          • Anh Toàn sagt:

            Ich finde immer wieder lustig in den Medien zu lesen, wie jemandes Meinung von den Medien unterdrückt werde.

            Ich bilde mir nur ein, hier Ihre „Thematisierung der offensichtlichen Ponzi – Scheme“ zu lesen, das dürfen Sie nämlich hier in den Medien nicht thematisieren, offensichtlich wird das unterdrückt von der linken Lügenpresse, die von linken Superreichen gekauft ist: darum ist dies alles hier gar nicht zu lesen.

          • Anh Toàn sagt:

            Wissen Sie, wer bei komplexen Themen, z.B. der Politik einer Zentralbank von „offensichtlich“ redet, macht damit eigentlich nur klar, nichts verstanden zu haben oder solche, die nichts verstehen, weiter unverständig zu lassen:

            Es ist vor allem kompliziert, und eben nicht offensichtlich.

          • Anh Toàn sagt:

            Man muss ein ziemlicher Idiot sein, um das offensichtliche überhaupt von jemandem erklärt bekommen zu müssen, oder nicht?

            Also für wen schreiben Sie denn, was ohnehin offensichtlich ist? Glauben Sie im Ernst, die Idioten, welche das Offensichtliche nicht erkennen, lesen so lange Sätze, wie Sie sie schreiben und verstehen diese?

            Nöh, so dumm sind Sie nicht, Sie wissen ganz genau, wie mein eine Behauptung als Tatsache darstellt (Ein wichtiger Aspekt ist offensichtlich….) den Idioten.

    • Thomas sagt:

      Ihr Vergleich mit einem schleuderndem Fahrzeug gefällt mir! So ist die vergangene Realität der Interventionen und würde mit möglichen Kapitalverkehrskontrollen ähnlich weitergehen, da auch dann niemand wirklich weiss, wo und in welchem Mass das Optimum ist. Im Gegensatz dazu erscheinen mir korrigierende Effekte des freien Marktes frühzeitiger die “richtigen” Preise zu finden. Aber wir sind ja im Blog des “Never mind the markets”, übersetzt “Vergiss die Märkte”. Sollten wir tatsächlich die Märkte so unterschätzen? Ein gut regulierter Finanzmarkt ist nötig, aber Handel und Kapitalverkehr inklusive Währungen muss frei sein, damit der Markt spielen kann.

  • M. Knoll sagt:

    Auch Kapitalverkehrskontrollen können starke Auswirkungen auf den Wechselkurs haben. Angenommen ich verkaufe 1.000 SFR leer gegen 1.050 EUR. Die 1.050 EUR erhalte ich sofort, die 1.000 SFR liefere ich in 7 Tagen nach. Um die Abwertung des SFR zu stoppen, müsste man also dafür sorgen, dass mir der Zugang zu SFR versperrt wird. Die Folge wäre, dass ich den Preis beispielsweise auf 2.500 EUR erhöhen müsste, damit mir jemand dafür seine SFR verkauft. Der Kurs CHF:EUR würde sich von 1:1,05 auf 1:2,5 erhöhen. Es käme zu einer starken Aufwertung des CHF aufgrund der Kapitalverkehrskontrollen. Der Währungsspekulant wäre in diesem Fall wohl pleite und damit hätte man ein Zeichen gesetzt, dass Vorsicht geboten ist. Aber es hätte trotzdem Auswirkungen auf die Wirtschaft.

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