Die Sorgen-Formel der Zukunft

Wie es mit den Einkommen in der Zukunft weitergeht, hängt wesentlich von der Produktivität ab – aber nicht nur. Ein Blick auf den Gesamtzusammenhang gibt Anlass zur Sorge.

Während das Thema einer vierten industriellen Revolution die Business-Welt beschäftigt, wie kaum ein anderes – selbst das WEF in Davos stand unter diesem Motto – zweifelt der Ökonom Robert Gordon daran. Das war auf diesem Blog schon hier, hier und hier Thema. Genau genommen zweifelt Gordon nicht am technologischen Fortschritt an sich, aber an seiner Wirkung auf die Produktivität. In einem neuen Wälzer geht er ausführlich darauf ein. In einem Interview konnte ich ihn auf seine wichtigsten Aussagen darin ansprechen.

Für Gordons Analyse spricht die Entwicklung der Produktivität. Eine technologische Revolution müsste diese explodieren lassen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Seit 2003 ist sie deutlich am Schrumpfen. Nun werden eine Reihe von Gegenargumenten vorgebracht, wie etwa, dass eben der Effekt der neuen Technologien auf die Produktivität schlecht gemessen werde oder dieser sich noch nicht im vollen Umfang zeige. Diese spannende Debatte steht aber nicht im Vordergrund dieses Beitrags.

Der grössere Zusammenhang

Thema ist vielmehr die Bedeutung der Produktivität im grösseren Zusammenhang wirtschaftlicher Entwicklung. Dieser im Kern simple Zusammenhang macht deutlich, dass weitere deutliche Steigerungen der Produktivität notwendig sind, wenn wir unseren Lebensstandard nur schon halten wollen und dass dieser sinkt, wenn die Produktivität zu wenig zunimmt. Schauen wir dazu die folgende Schicksal-Formel an:

Formel Produktivitaet I

Die Formel besagt, dass das Einkommen pro Kopf (Gesamtproduktion bzw. Gesamteinkommen Y – das Bruttoinlandsprodukt – geteilt durch die Gesamtbevölkerung N)…

  1. …von der Arbeitsproduktivität abhängt, die an der Produktion pro gearbeitete Stunde gemessen wird (Produktion Y geteilt durch insgesamt gearbeitete Stunden H). Wichtigster Treiber der Produktivität ist der technologische Fortschritt.
  2. …auch vom Anteil der gearbeiteten Stunden pro Kopf abhängt (insgesamt gearbeitete Stunden geteilt durch die Gesamtbevölkerung).

Die drei Striche statt dem üblichen Gleichheitszeichen stehen übrigens für eine Identität, da tatsächlich auf beiden Seiten mathematisch dasselbe steht, denn kürzt man rechts das H heraus, erhält man den Ausdruck links.

Das Einkommen pro Kopf geht also nicht nur zurück, wenn die Produktivität schrumpft, sondern auch dann, wenn in einer Gesellschaft insgesamt weniger gearbeitet wird. Umgekehrt formuliert muss die Produktivität umso stärker steigen, je mehr die gearbeiteten Stunden pro Kopf sinken, wenn das Pro-Kopf-Einkommen gehalten werden soll. Dass die Menschen in den entwickelten Volkswirtschaften im Durchschnitt deutlich weniger lange Arbeiten als früher und dennoch reicher sind, liegt hauptsächlich daran, dass die Produktivität vor allem im letzten Jahrhundert sehr stark zugenommen hat.

Das Demographieproblem

Um die Herausforderungen für die Zukunft noch etwas besser zu verdeutlichen, bauen wir den letzten Ausdruck mit den gearbeiteten Stunden pro Kopf wie unten gezeigt etwas um (wir multiplizieren und teilen gleichzeitig mit E und L) und erhalten wiederum eine Identität, die uns weitere Einblicke ermöglicht:

Formel Produktivitaet II

Die gearbeiteten Stunden pro Person ergeben sich…

  1. …über die gearbeiteten Stunden je tatsächlich in einem Arbeitsprozess Beschäftigten (Gesamtstunden H geteilt durch Beschäftigte E).
  2. …aus dem Anteil der in einem Arbeitsprozess Beschäftigten E an der gesamten arbeitsfähigen Bevölkerung L. Die Differenz von L – E sind daher alle Arbeitsfähigen, die nicht arbeiten, inklusive den offiziell Arbeitslosen.
  3. …aus dem Anteil der arbeitsfähigen Bevölkerung L an der Gesamtbevölkerung N. Die Differenz N – L sind daher alle nicht der Arbeitsbevölkerung zugehörigen Personen, wie Kinder oder Senioren.

Die Formel erweitert bloss den oben bereits beschriebenen Zusammenhang zur Produktivität:

Je kürzer die Arbeitszeit der Beschäftigten und/oder je geringer der Anteil der Beschäftigten an der Arbeitsbevölkerung und/oder je geringer der Anteil der Arbeitsbevölkerung an der Gesamtbevölkerung ist, je kleiner ist der Anteil gearbeiteter Stunden pro Person und entsprechend geringer fällt auch das Einkommen pro Kopf aus – ausser all diese Effekte werden durch eine entsprechend höhere Produktivität kompensiert.

Der letzte Ausdruck (Anteil der arbeitsfähigen Bevölkerung) hat für die Zukunft eine besonders grosse Bedeutung. Die demographische Entwicklung lässt erwarten, dass er sinkt. Der Anteil der Senioren wird zu- und damit der Anteil der Arbeitsbevölkerung abnehmen. Ohne einen entsprechenden Anstieg der Arbeitszeiten der Beschäftigten bzw. ohne einen Anstieg des Anteils der Beschäftigten an der Arbeitsbevölkerung bzw. ohne eine durch Einwanderung wieder wachsende Arbeitsbevölkerung werden deshalb die gearbeiteten Stunden pro Kopf ebenfalls zurückgehen. Nochmals: Nur ein entsprechender Anstieg der Arbeitsproduktivität kann dann verhindern, dass das Einkommen pro Kopf sinkt.

Die Bedeutung der Ungleichheit und des verfügbaren Einkommens

Die Betrachtung durch die obige Formel lässt einen zentralen Aspekt aus: Das so berechnete Einkommen pro Kopf zeigt nicht, wie viel an Einkommen jemand in der Bevölkerung tatsächlich zur Verfügung hat. Das heisst, sowohl die Verteilung der Einkommen, wie auch Abzüge in Form von Steuern und andere Abgaben, die das verfügbare Einkommen schmälern, bleiben unberücksichtigt.

Sind die Einkommen zum Beispiel sehr ungleich verteilt, liegt das Einkommen pro Kopf als Durchschnittseinkommen deutlich höher als dasjenige das die meisten Menschen tatsächlich erhalten. Ein besseres Mass für letzteres ist das so genannte Median-Einkommen. Das ist jenes Einkommen, das jemand in der Mitte der Einkommensverteilung erhält (Die Hälfte bekommt weniger, die andere Hälfte mehr). Je grösser die Ungleichheit ist, desto mehr übersteigt das Durchschnittseinkommen das Median-Einkommen.

Die Bedeutung von Steuern und Sozialabgaben stehen ebenfalls im Zusammenhang mit dem demographischen Wandel: Ein grösserer Anteil der Bevölkerung im Alter führt erwartungsgemäss zu höheren Kosten für Pflege und Sozialversicherungen und einem geringeren Anteil an Arbeitseinkommen, die besteuert werden können. Beides für sich führt zu einer höheren Abgabenlast auf den Einkommen der Aktivbevölkerung.. Die Folge ist ein (noch) geringeres verfügbares Einkommen des (Median-)Lohnempfängers.

Robert Gordon hat alle Effekte für die USA in seinem Buch geschätzt, wobei er ein seiner Ansicht nach optimistisches Produktivitätswachstum von 1,2 Prozent pro Jahr zwischen 2015 und 2040 annimmt (siehe die rechte Spalte in der Tabelle unten aus dem erwähnten Buch von Gordon). Weil es sich um Wachstumszahlen handelt, müssen alle in den obigen Formeln multiplizierten Einflussfaktoren auf das Pro-Kopf-Einkommen nun summiert (bzw. subtrahiert) werden. So senkt gemäss der Schätzung ein erwarteter Rückgang der gearbeiteten Stunden pro Person das Pro-Kopf-Einkommen um 0,4 Prozent jährlich. Die Ungleichheit (Laut Gordon vor allem in den USA ein Problem) führt zu einem weiteren Abzug von 0,4 Prozent vom Durchschnitts-Pro-Kopf-Einkommen, um den entsprechenden Median-Wert zu erhalten. Die höhere Abgaben werden laut Gordons Schätzung zu einem weiteren Abzug von 0,1 Prozent pro Jahr führen. Im Ergebnis bleibt gerade noch ein Wachstum des verfügbaren jährlichen Median-Einkommens von 0,3 Prozent bis 2040 – deutlich weniger als 1,46 Prozent pro Jahr in den letzten 45 Jahren und 2,25 Prozent pro Jahr von 1920 bis 1970 (erste und zweite Spalte).

Gordon-Tabelle

Wie realistisch die Schätzungen Gordons tatsächlich sind, ist nicht zentral: Das Beispiel macht vor allem klar, dass eine stark ungleiche Verteilung und steigende Steuer- und Sozialabgaben das Problem eines zu geringen Produktivitätswachstums noch verschärfen. Umgekehrt formuliert machen Produktivitätssteigerungen Lösungen potenziell einfacher: Die Umverteilung eines wachsenden Kuchens lässt sich besser umsetzen und künftig höhere Kosten lassen sich eher, bzw. mit weniger Abstrichen bei den verfügbaren Einkommen finanzieren.

92 Kommentare zu «Die Sorgen-Formel der Zukunft»

  • AndiO sagt:

    Ich schlage folgendes vor:
    Kürzen sie Steven Jobs, Apple und den Rest heraus. Dann schauen Sie die Formeln an und kürzen auch sie. Übrig wird die Tautologie bleiben: Y/N entspricht Y/N. Wenn Sie das ein bisschen studiert haben, werden Sie sich sagen, dass es Ihnen nichts sagt und nichts bringt.
    Und dann gehen Sie zur Internet-Seite der „Finanz und Wirtschaft“ und dort zum „Aktienführer“. Und dort schauen Sie sich einmal die Eigenkapitalrenditen an. Sie können sogar eine Rangliste machen.
    Und wenn Sie dann noch etwas Zeit haben, dann vergleichen Sie diese Renditen mit der Anlagerendite Ihrer PK.
    Alles Gute noch.

  • Clm sagt:

    Warum wird bei der Anzahl Arbeitsstnden / Kopf nur die Zunahme der Altersbevölkerung angesprochen und nicht die Erhöhung der Jugendarbeitslosigkeit? Wenn die Arbeitswelt nur junge, erfahrene Mitarbeiter will, wird der Anteil der produktiven Bevölkerung zunehmend reduziert. Auch wird ein immer grösserer Anteil der Bevölkerung aus gesundheitlichen Gründen der Produktivität entzogen.

  • Stadelman Reto sagt:

    Ich halte diese Diskussion für müssig. Die Formel Produktivität mal Arbeitsstunden sagt überhaupt nichts über unseren Wohlstand aus. Da fehlt nämlich die ganze Verteilungproblematik vollständig.
    Und dadurch wird ein anderes Problem verschleiert. Unsere Elite will nicht unbedingt produktiver werden. Ihr ist es egal, woher sie den Reichtum abschöpft, er muss nur produziert werden. Wie viele Menschen „da unten“ sich die restlichen Brotkrumen teilen müssen, dass ist denen völlig egal. Das ist in der Schweiz schön zu sehen. Seit Jahren sinkt die Produkvität pro Kopf mit dem Einkommen. Aber wer an der Spitze der Pyramiede ist, der merkt davon natürlich nichts…

  • Kristina sagt:

    Es ist ein mühsames Abarbeiten an überholten Parametern. Die sich an obsoleten Zielen orientieren. Höher, schneller, weiter. Vielleicht nach den Kriegsjahren sinnvoll. Für die Moral. Mit der Mondlandung wäre die erste Möglichkeit gewesen, das zu hinterfragen, vor zweieinhalb Jahrzehnten sowieso. Ist es nicht so, dass Finanzkrisen im Grunde Sinnkrisen der Wohlstandsgesellschaft sind? Wo nur ist der nächste Steve Jobs?
    Ouch abgeschweift…unverzeihlich, genauso wie Arbeit zu besteuern. Arbeit, die von echten Menschen geleistet wird. Dass das mal geschrieben wurde. Die Kennzahl gehört im Kontext zu Lebensstandard definitiv gestrichen. Je produktiver desto ärmer?

    • Monique Schweizer sagt:

      Steve Jobs hat den Apfel aus dem Paradies geklaut! Vielleicht darum sind wir jetzt aus demselben rausgeflogen — die vollfetten Jahre scheinen vorbei zu sein…
      .
      Nach den Kriegsjahren war z.B. für Deutschland das „Wunder von Bern“ für die Moral entscheidend – im Folgejahr 1955 hatte die BRD ein historisches Rekordwirtschaftswachstum von fast 15% – der „wir sind wieder wer“ Effekt.
      ,
      Und ansonsten wird das höher, schneller weiter Denken wohl auch in Zukunft noch unerbittlicher — wer die Leistung nicht (mehr) bringt, der wird entlassen…Sinnkrise hin oder her – da drauf hin wurde der Highendspätkapitalismus getrimmt und die Parameter sind leider aktueller denn je…

      • Linus Huber sagt:

        Daher nicht weiter verwunderlich, dass heute die Weltregierungsfanatiker und Kriegstreiber wohl zunehmend deckungsgleich denken und handeln. 🙁

        • Anh Toàn sagt:

          Vor allem find ich überhaupt nicht verwunderlich, dass die Kriegstreiber und Weltregierungsfanatiker deckungsgleich mit Kriegstreibern und Weltregierungsfanatiker denken und handeln.

          Ich frage mich nur, was daran zunehmend sein soll? Haben die nicht schon immer deckungsgleich gedacht und gehandelt?

          Oder sagen Sie Weltregierungsfanatiker und Kriegstreiber seien das Gleiche? Gegen wen macht eine Weltregierung einen Krieg?

          • Fred Mazinaux sagt:

            Vielleicht ein kurzes Studium der Geschichte des Geldsystems vor allem der westlichen Welt so seit 1694 in der City of London, & dann besonders seit 1864, als für unser Geldsystem Schulden als deren „Naturgrundlage“ einzementierte. Dann können Sie sich die Gegenwart gut vorstellen. Sie können dann sicher auch ziemlich klar die nicht besonders frohe Welt Zukunft sehen. d.h. wenn nicht mindestens dringendst der wesentlichste Grundfaktor, jeder westlichen und heute globalen Wirtschaftlichkeit selbst, die fast kompletten Kontrolle durch „privat Eigentum“ diesem entzogen, und in den freien Zugang allen Lebens unsere Lebensgemeinschaft „überführt“ wird zu deren Lebensnotwendigen…

      • Kristina sagt:

        @Monique
        Ich dachte ich sei der einzige Träumer der sich vorstellen kann dass so ein angebissener Apfel einzig bedeuten kann, alles nur geklaut ähm gehackt ähm geträumt. Von nichts kommt ja nichts. Aber frisch zusammengesetzt ist doch auch was. Die Effizienzsteigerungen die dieses Knowhow mit sich brachte wären in jedem anderen Bereich auch gewünscht. Also wenn ich mir vorstelle dass am Anfang SGI stand, die faszinierend schnelle Graphikrechnungen hinkriegten mit Gehäuse aus granuliertem Plastikabfall… Ja, vielleicht sollten wir die Produktivität der Dinge als Parameter einsetzen.

        • Monique Schweizer sagt:

          Kristina: Steve Jobs hatte tatsächlich die Gabe aus granuliertem Plastikabfall quasireligiöse Kultobjekte zu machen für die die Jünger viele Strapazen aufnahmen wie nächtelang vor Apple Stores in der Kälte auszuharren und auch gerne mal mehr als einen Zehnten ihres Lohnes im Applekässeli liegen zu lassen.

          Unvergessen z.B. die erste iPhone Präsentation von 2007, wo er fast wie der Erlöser auf der Bühne erschien
          https://www.youtube.com/watch?v=vN4U5FqrOdQ

          Aber war es wirklich die Produktivität die Apple zeitweise zur teuersten Fa. der Welt machte oder einfach geniales Marketing und Design mit quasireligiösen Zügen?
          Bald ist auch der neue kreisförmige 5 Mrd Apple Tempel fertig.

          • Kristina sagt:

            Monique: Da gab es immer einer davor. Ford zum Beispiel. Der passt besser zum Thema Produktivität das überholt ist. Apple blüht dasselbe Schicksal wie Sony. Mal schauen wie lange die Durststrecke wird. Für die Zukunft wünsche ich mir eine Politik die den Dingen mehr abverlangt und den Menschen weniger. Ich arbeitete mal in einem Glaskubus. Rundherum echtes Grün. Wunderschön. Mal schauen, wann die Applemitarbeiter das erste Baumhaus bauen. Aus Langeweile.

          • Josef Marti sagt:

            Kurzlebiger Konsumschrott und Sekten waren schon immer die wichtigste Innovation und Exportprodukt der Amis. Da erhoffe ich mir von diesem Tesla Typ schon einiges mehr – vielleicht bin ich naiv.

    • Stadelman Reto sagt:

      Dieser Kommentar gefällt mir. Und ja ich sehe es auch so. Ich empfinde das wirtschafliche Gebahren immer öfters als sinnlosen Aktionismus. Hauptsache man tut irgendwas. Was genau ist ganz egal… Ich sehe die Wirtschaft immer häufiger als das „Kriegsgebiet“ auf dem wir mit mehr oder weniger friedlichen Mitteln auf Kosten Schwächerer den Status quo verändern können. Wirtschaft, Demokratie und Krieg lassen sich Problemlos in einem Zug nennen… Vielleicht übertreibe ich es ein Bisschen, aber trotzdem…
      Allerdings ermöglicht dieser Aktionismus, dass unsere Gesellschaft völlig erstarrt. Der Glaube es selber auch schaffen zu können ist eben doch was schönes…

  • Daniel Wigger sagt:

    Das Problem von Prognosen (wie dieser) ist, dass sie immer anhand der aktuellen Fakten gestellt werden. Bekanntlich haben die meisten Produktivitätsschübe immer in Sektoren und Schichten zugenommen, bei denen man es nicht angenommen hat oder sie noch nicht mal bekannt waren. Der Schwarze Schwan lässt grüssen. Genausowenig wie man Kriege und Krisen voraussehen kann. Es ist daher nur natürlich, dass in einer Wirtschaftssituation mit wenig Zuversicht und Seitwärts- bzw. Abwärtsbewegungen wie heute solche Theorien von Wachstumsstagnation Hochkonjunktur haben.
    Ich glaube nicht daran.

    • Monique Schweizer sagt:

      Ob Sie dran glauben oder nicht ist eigentlich irrelevant – Fakt ist wir sind schon mitten drin!
      .
      Trotzt billigster Oelpreise, Tiefstzinsen, Geldschwemme, Rationalisierung etc kommt z.B. Europa einfach nicht mehr auf Touren.
      Das nominale(!) US Medianeinkommen ist seit 2000 von 28’303$ auf 30’172 $ gestiegen – das sind gerade mal 0.25%pa – tiefer als Gordon „prophezeit“.
      .
      Aber von mir aus glauben Sie an den Schwarzen Schwan, der die Welt aus dem Produktivitätstief rausholt – vermutlich können Sie warten bis Sie selber schwarz werden.
      .
      Auch das chinesische Wachstum mag mit offiziellen 6.9% hoch erscheinen, aber in absoluten Zahlen pro Kopf lächerlich tief und zudem fast alles auf…

      • Daniel Wigger sagt:

        Seit 2000 hatten wir 2 Wirtschaftskrisen – da ist es nur normal, dass wir kein Wachstum hatten. Sie könnten argumentieren, dass die heutige Gesellschaft nicht mehr fähig ist, Wirtschaftskrisen zu verhindern oder ihre Auswirkungen zu reduzieren. Aber hier geht es wie erwähnt um die Produktivität, nicht um die Produktion.
        In China ist übrigens der Hunger um (ich weiss die Zahlen nicht genau) 90% verringert worden. Damals wurde der Reis noch von Hand angebaut, heute bauen sie die Computer, womit sie ihre ungenauen Beiträge schreiben. Wo nur finden wir da den Produktionsschub? 😉

        • Marcel Senn sagt:

          Wigger: China ist ja nach wie vor ein Schwellenland und in denen gibt es noch einen hohen Produtktiviätszuwachs, der aber auch schon nach unten tendiert.
          Haben Sie sich mal gefragt wieso es seit 2000 zwei Wirtschaftskrisen gab. Weil die Produktivitätszuwächse und auch Kapitalrenditen in der Realwirtschaft nach 30 goldenen Jahren von 1950-80 begannen einzubrechen und Frau Thatcher & Co begannen eine parallele Finanzindustrie zu bewilligen (Big Bang) Seither haben wir permanent Wirtschaftskrisen und Crashes 1987, 1990, 1994, 1998, 2000-2002, 2008/09, 2010 bis heute.
          .
          Auch komplexe Finanzprodukte unterliegen dem Gesetz der abnehmenden Skalenerträge.
          Gewöhnen Sie sich einfach an die Krisen.

          • Linus Huber sagt:

            „Seither haben wir permanent Wirtschaftskrisen und Crashes“

            Es geht nicht um etwelche Marktverwerfungen oder Crashes in sich, welche eine erneuernde Wirkung auslösen, sondern um deren zunehmenden Ausmasses, welches aufgrund der Interventionen dauernd zunimmt. Es handelt sich um ein ähnliches Phänomen, welches Auftritt, wenn Waldbrände mit allen Mitteln verhindert werden, wodurch sich der Wald von immer älteren und morscheren Bäumen zusammensetzt, was schlussendlich zu einem desaströsen Waldbrand führt.

  • Pipo läppli sagt:

    Sosooo..

    Produktionssteigerung von nur 1.2% bei gewinnmaximierung von 50% (globalisierung) wie schaut es mit den aufgewendeten Produktionsstunden in China und nah Ost aus die unsere Produkte beeinhalten ?

    wenn 1 Sachbearbeiter 43Std Woche Arbeitet , aber in dieser Woche 40Chinesen jeweils in dessen Auftrag eine 50h Woche produktiv „tätschen“ verschwindet das Mehreinkommen im selben Loch aus dem diese Formel entsprungen ist ?

    produktivität hat schon lange der „globalisierung“ platz gemacht, „was „noch“ übrig gebliben ist sind know how, wirtschaftliche Stabilität, prestige, und der eine oder andere Grosskonzern

    und ahja die gewissenlose Gier nach noch mehr Gewinn…

  • Stephan Meier sagt:

    Diese Geschichte mit den Brucherweiterungen scheint mir etwas komisch.
    man könnte auch mit der Anzahl Enten im Stadtweiher (E) erweitern:
    H/N identisch H/E x E/N
    und würde so herausfinden, dass das Einkommen pro Kopf sinkt, wenn die Zahl der Enten im Vergleich zu den Arbeitsstunden steigt, oder aber wenn Sie im Vergleich zur Bevölkerung sinkt.
    Schwachsinn.

    • Marcel Senn sagt:

      Wieso komisch: Für eine detaillierte Abweichungsanlyse ist doch diese Bruchereweiterung ein sehr gutes Instrumentarium —- wir arbeiten ja nicht mehr wie noch 1920 um die 60+ Stunden die Woche (die meisten zumindest nicht in der Produktion)
      .
      Sonst hätte Sie einfach Y/N wüssten aber nicht so spezifisch woher die Ursachen kommen — aus Arbeitszeitveränderung oder aus Produktivitätsveränderungen.
      Wenn man zu wirklich aussagekräftigen Erkenntnissen kommen will muss man in die Details gehen und versuchen die Geschichten und Ursachen hinter den Zahlen zu verstehen. Dazu brauchts manchmal eine Brucherweiterung

      • Stephan Meier sagt:

        Nur ist es so, dass man damit alles und nichts zeigen kann. Das versuchte ich mit meinem Beispiel zu erklären.

        • Marcel Senn sagt:

          Meier: Gebe Ihnen ja insofern recht, dass diese Werte selbst in den statistikverrückten USA nur eine mehr oder wenige grobe Annäherung an die Realität ist. Arbeitsstunden pro Zeitintervall kann man noch einigermassen genau messen, aber bei der Produktivität muss man dann schon ziemlich standartisieren, was natürlich auch zu Verzerrungen führt.
          Dieser Gordon ist glaub schon ein ziemlicher Detailfreak und hat sich die grösstmögliche Mühe gegeben, aber auch er musste sich auf Unmengen von Datenmaterial abstützen, welches oft schon selber nicht immer sauber war.
          .
          All diese ökonomische Modelle sind immer nur ein Versuch einer Annäherung an die Wirklichkeit.

      • Maiko Laugun sagt:

        Früher hat man gemütlich (langsam) gearbeitet, heute nicht mehr.

        • Marcel Senn sagt:

          Maiko: Und heute arbeitet man schnell, oft notgedrungen schludrig und hat permanten einen Stress, weil der Chef immer noch eine Schippe drauflegt — erst in der Burnout Klinik kommt man dann wieder zur Ruhe!
          .
          Ich weiss schon wieso ich mich in meinem ehemaligen Berufsleben tendenziell eher zu den Schoggijobs hingezogen fühlte und mich bei Vorstellungsgesprächen immer sehr detailliert nach Volumina, Transaktionsanzahl und anderen Kennziffern erkundigt habe, so konnte ich in etwa ausrechnen wie stressig oder eben schoggi ein Job sein könnte.
          .
          Nur die Schoggijobs findet man heutzutage immer seltener, dafür nehmen die Burnoutfälle massiv zu — unter dem Strich kommt das teurer für alle.

    • Hans Hegetschweiler sagt:

      Dabei vergessen Sie aber, dass eben die Zahl der gearbeiteten Stunden zurückgeht, wenn die Zahl der Erwerbstätigen sinkt, weil die verbleibenden Erwerbstätigen nicht beliebig länger arbeiten dass also die beiden Grössen nicht unabhängig sind, während die Enten im Stadtpark eben keinen Einfluss auf die Zahl der gearbeiteten Stunden haben, weshalb die Zunahme oder Abnahme ihrer Zahl nichts erklärt.Bitte beachten Sie, dass diese Brucherweiterungen die Kausalität voraussetzen und nicht beweisen. Sie zeigen nur, was passiert, wenn die angenommenen Korrelationen oder Kausalitäten empirisch tatsächlich beweisbar sind.

  • Linus Huber sagt:

    Unter anderen sind 2 Aspekte von Bedeutung:

    1. Bei der Einführung der AHV lag die Lebenserwartung über 10 Jahre tiefer als heute. Es handelt sich um eine Nachlässigkeit der Regierung, damals nicht das AHV-Alter z.B. auf Lebenserwartung minus z.B. 10% vorzuschlagen und entsprechend jährlich anzupassen. Dies wäre damals sicherlich nicht auf Widerstand gestossen, und die Bürger hätten sich aufgrund der damit verbundenen Nachhaltigkeit des Systems problemlos darauf eingestellt.

    2. Es ist systemrelevant, dass das Anreizsystem derart ausgelegt ist, dass sich z.B. aufgrund der Geldpolitik, indirekte Subventionen etc. keine permanente Umverteilung von unten nach oben einstellen darf.

    • Marcel Senn sagt:

      Huber: Sie verlangen aber etwas gar viel — aber Ex-Post ist es immer einfach zu kritisieren.
      .
      1947 (Abstimmung) nach dem WK, Entbehrungen etc. hat sicher kein Mensch damit gerechnet, dass die Lebenserwartung so derart ansteigen werde und mit Ihrem Vorschlag hätten wir eventuell heute gar keine AHV, denn die wäre infolge der viel höheren Kosten Ihres Vorschlages vielleicht sogar abgelehnt worden wie 1931 die Lex Schulthess – die Vorgängerinitiative zur AHV

      http://www.geschichtedersozialensicherheit.ch/synthese/1931/

      http://www.geschichtedersozialensicherheit.ch/synthese/1947/

      Nachdem das 1931 schon mal bachab ging, wäre es dumm gewesen eine zu überladene AHV vors Volk zu bringen

      • Linus Huber sagt:

        Na ja, dass die Lebenserwartung steigen dürfte, war aufgrund der vorhandenen Daten sicherlich nicht schwierig zu erkennen und die Politiker wollen ja wissen was gut für uns sein soll; also sollten sie die Rolle des Vordenkers erfüllen. Interessant sind Argumente gegen den Ausbau des sogenannten Wohlfahrtsstaates in 1927, worin die negativen Aspekte des Kollektivismus anerkannt wurden.

        – drohender „Etatismus“
        – überhöhte Versichertenbeiträge
        – Schwächung der Selbstverantwortung und der privaten Wohlfahrt
        – die Linderung der Altersarmut, soweit sie nicht durch private oder kantonale Versicherungen abgedeckt wurde, bis nach dem Zweiten Weltkrieg Sache der Gemeindefürsorge blieb.

        • Marcel Senn sagt:

          Linus: „Politiker wollen ja wissen was gut für uns sein soll; also sollten sie die Rolle des Vordenkers erfüllen“
          .
          Hihi – was sind denn das für Nanny-State Töne von Ihnen. Ist man ja gar nicht gewohnt!
          .
          Ihre Punkte von 1927 – da wehte scheinbar in den „Roaring Twenties“ der Geist der österreichischen Schule auch etwas durch die Schweiz. Wusste doch das Ihnen das gefällt. Nur als dann die grosse Depression kam mit Ausläufern bis in die Schweiz waren die Oesis dann mit ihrem Latein und ihren hehren Zielen auch am Ende und verschwanden praktisch von der Bildfläche bis in die 70er Jahre

          • Linus Huber sagt:

            Ich denke weniger, dass sich die Stimmung einzig aufgrund der Depression änderte, sondern eher durch das aufgrund WW2 erzeugte Gefühl einer Schicksalsgemeinschaft anzugehören und dem damit verbundenen und wohl auch fragwürdigem Glauben diese Bereitschaft in einem staatlichen Programm auszudrücken zu müssen.

            Nein, ich bin nicht für den Nanny-State sondern zeige damit genau auf, dass das paternalistische Gehabe vermeintlicher Regierungsexperten derart hohe Mängel ausweist, dass man wohl besser darauf verzichten würde.

          • Linus Huber sagt:

            Übrigens waren es auch die von paternalistischem Gehabe angehauchten Regierungseliten/-Experten um 1940, welche die Schweiz schrittweise ins Deutsche Reich unter Verwendung eines ähnlichen Gedankenguts wie die heutigen EU-Turbos einzuordnen versuchten und vom Volk zurechtgewiesen werden mussten.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber „sondern zeige damit genau auf, dass das paternalistische Gehabe vermeintlicher Regierungsexperten derart hohe Mängel ausweist, dass man wohl besser darauf verzichten würde.“

            Ja klar, würde man besser auf das paternalistische Gehabe verzichten, noch mehr, wenn es von Frauen kommt. Es ist auch eine Schande, wie mangelhaft dieses paternalistische Gehabe ist, es weist derart hohe Mängel auf, dieses paternalistische Gehabe, diese doofen Regierung können nicht mal richtig paternalistisch sich gehaben,.

            Oder möchten Sie auf die Regierung verzichten? Dann schreiben Sie es einfach: Ein Satz besteht aus Verb und Subjekt.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber: „welche die Schweiz schrittweise ins Deutsche Reich unter Verwendung eines ähnlichen Gedankenguts wie die heutigen EU-Turbos “

            Also ich habe verstanden, heute seien die EU-Turbos die Linken. Und die mit ähnlichem Gedankengut wollten die Schweiz ins Deutsche Reich führen? War das Volk Guisan und die obersten Lorbeerkranzträger der Armee, die auf dem Rütli einen Putsch vorbereiteten, gegen die vom Volk gewählte demokratische Regierung? Oder wo, wann und wie, hat das Volk zurechtgewiesen? Mir fehlt da ein wenig Kontext.

            Huber macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt.

          • Marcel Senn sagt:

            Linus/Ahn: Ist ja noch interessant, es gab damals rund 37 Frontistenorganisation bei den Europhilen, die sich gerne der Hauptzentrale in Berlin an den Hals geworfen hätten

            https://de.wikipedia.org/wiki/Frontenbewegung

            Die nationale Bewegung der Schweiz (NBS) wurde 1941 vom Bundesrat verboten und benannte sich dann um in eine Nachfolgeorganisation namens Soziale Volksbewegung (SVP) – Zufälle gibts 🙂

      • Linus Huber sagt:

        @ Marcel

        Die in diesem Artikel beschriebene Diskussion koennte zwischen Ihnen und mir stattgefunden haben 🙂

        http://fff.org/explore-freedom/article/progressive-dont-understand-enemies-liberty/

    • Werner Graf sagt:

      Die permanente Umverteilung von unten nach oben ist brutale Realität.
      Je nach Produkt oder Dienstleistung gehen 20 bis 90% des Kaufpreises als Zins an die Kreditgeber/Investoren weiter
      Also von Lohnempfängern an Kapitalbesitzer/Investoren.
      Die Kapitalbesitzer und deren Politiker beklagen aber lautstark eine Umverteilung von oben nach unten, welche in der Endabrechnung aber nicht existiert.

    • Anh Toàn sagt:

      @Linus Huber: „Es handelt sich um eine Nachlässigkeit der Regierung,….“

      Der Fehler liegt doch im Infantilisierenden Hyperaktivismus der Regierungen: Die Haben doch den Alkohol und Tabakmissbrauch massiv reduziert, die haben doch Spitäler gebaut und Ärzte ausgebildet (und dann aus dem Ausland geholt..), die haben doch die Verkehrstoten mit den dummen Vorschriften wie Gurten und Alkohol- und Geschwindigkeitskontrollen massiv reduziert, die haben doch die Unfallsicherheit am Arbeitsplatz mit unzähligen Vorschriften erhöht:

      Die Regierungen sind schuld, dass wir solange leben und jetzt die Demographie verrutscht. In Somalia gibt’s nicht viel Regierung und keine Überalterung.

      • Josef Marti sagt:

        Sicher sind die Regierungen daran schuld, insbes. deshalb weil kein Recht auf Arbeit und Existenz besteht (ausser natürlich für Asylanten) und die Unternehmen keine Ü60 einstellen müssen. Da ist die Regelung in Russland effizienter, dort beträgt die Lebenserwartung der Männer im Schnitt nur gut 60 Jahre, folglich ist jede Altersversorgung überflüssig.

        • Linus Huber sagt:

          Ein neues Rezept um die AHV zu retten, Josef, jeder über 60 muss eine Flasche Wodka per Tag konsumieren, damit er vor 70 an Leberversagen abdankt. 🙂

          • Anh Toàn sagt:

            Reicht nicht, die Leber ist ein verdammt hartnäckiges Organ, da muss spätestens mit vierzig begonnen werden, damit es bis siebzig reicht, aber was Hänschen nicht lernt….

        • Anh Toàn sagt:

          @Josef Marti: „Sicher sind die Regierungen daran schuld, insbes. deshalb weil kein Recht auf Arbeit und Existenz besteht…“

          Nein die Regierungen sind schuld, dass ein Recht auf Existenz besteht, auch wenn man keine Arbeit findet. Gäbe es dieses Existenzrecht nicht, würden die 80 jährigen bei uns mit dem Fahrrad Altstsoffe einsammeln, die hätten Arbeit bis ins hohe Alter. Die welche keine Arbeit hätten, würde ja nicht existieren.

          Regierungen sind schuld.

          • Josef Marti sagt:

            Sie beschreiben die absehbare nähere Zukunft recht treffend. Pech für diejenigen die dann keine sanspapiers sind.

          • Anh Toàn sagt:

            @Josef Marti: Möchten Sie tauschen mit einem „sanspapiers“?

            Zwar geht es Ihnen heute vermutlich deutlich besser, als fast allen sanspapiers, Sie hätten aber mehr Hoffnung auf eine bessere Zukunft. So wie es jetzt ist, müssen Sie sich vor einer schlechteren Zukunft fürchten, Freiheit ist ein anderes Wort, für nichts zu verlieren haben, nicht mal mehr Papiere: Sie werden unsichtbar als „sanspapier“, haben keine Geheinisse zu verstecken, niemand sieht Sie….How does it feel, to be on your own, like a complete unknown, just like a rolling Stone?

          • Marcel Senn sagt:

            Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kann man es als mexikanische illegale Sans Papiers Frau mit einer gefälschten Greencard sogar bis zur Vice-Presidentin von Goldman Sucks schaffen…
            .
            http://www.focus.de/finanzen/karriere/goldman-sachs-die-erste-suedamerikanerin-in-der-fuehrungsriege_id_5406258.html

            http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-02-25/how-an-undocumented-immigrant-from-mexico-became-a-star-at-goldman-sachs
            .
            Das ist dann schon eine Meisterleistung das System so auszutricksen…

          • Linus Huber sagt:

            „Die welche keine Arbeit hätten, würde ja nicht existieren.“

            Das typische Argument von Kollektivismus; wenn etwas nicht zentralistisch organisiert ist, bedeutet es, dass man z.B. in diesem Fall gegen die Hilfe von Betagten sei, was kompletter Unsinn ist. Was jedoch sicher ist, dass die zentralistische Organisation diejenige ungezwungener funktionierende auf tieferer hierarchischer Ebene angesiedelte weitgehend zerstört.

            „die Linderung der Altersarmut, soweit sie nicht durch private oder kantonale Versicherungen abgedeckt wurde, bis nach dem Zweiten Weltkrieg Sache der Gemeindefürsorge blieb“

          • Linus Huber sagt:

            Vielleicht sind es genau jene, welche den zentralistisch organisierten Wohlfahrtsstaat als soziale Errungenschaft feiern und vehement verteidigen und andere, welche diese Errungenschaften relativieren, als unsozial hinzustellen versuchen, die gleichen, welche sich z.B. der mit Bürden (und auch viel Freuden) verbundenen Aufgabe der Erziehung von Kindern entziehen und den Porsche vorziehen. – Wäre eine Analyse Wert.

  • Florian sagt:

    Das Problem bei der sogenannten „Sorgen-Formel“ und denn darausfolgenden angsteinflössenden Berechnungen ist, dass hier ein dynamischer Zusammenhang rein statisch betrachtet wird. Zum Beispiel: Der Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden pro Person enthält auch eine gesteigerte Nachfrage der Arbeitsbevölkerung nach Freizeit. Diese Nachfrage wiederum hängt sowohl vom Gesamteinkommen wie auch vom Lohnniveau (Opportunitätskosten) ab. Das heisst, eigentlich müssten auch die Reaktionen der (Arbeits-)Bevölkerungen auf die veränderten Rahmenbedingungen geschätzt werden (z.B. höheres Rentenalter). Ansonsten sind diese Schätzungen auf die lange Frist nicht sehr aussagekräftig…

    • Marcel Senn sagt:

      Florian: Hier nochmal ein Link den ich schon zweimal gebracht habe und der das Dilemma doch ganz gut aufzeigt, vor allem in der Grafik

      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wirtschaft-oekonomen-halten-wachstum-fuer-begrenzt-a-1079310.html

      Weder Wachstum noch Produktivität ist unendlich steigerbar — gemäss dem Gesetz der Economies of Scale nehmen auch die zwangsläufig mit der Zeit ab.
      Auch ein höheres Rentenalter bringt in einer zunehmenden Ueberflussgesellschaft immer weniger – wer soll denn all die Produkte/Dienstleistungen noch konsumieren, zumal die Kaufkraft infolge Ueberschuldung und Zinsdiensten auch immer mehr abnimmt und Ue 50jährige finden eh immer schwerer einen Job.

      • Sacha Maier sagt:

        Herr Senn, Sie bringen das Problem auf den Punkt. Die Lösung wird aber vilen nicht gefallen: Nennt sich Sklavenhaltung und Leibeigenschaft. Es ist eine historische Tatsache, dass Feudalgesellschaften – wie wir sie mit dem korpokrativen Neofeudalismus seit WTO-1995 angelacht haben – stets zu einer immer undurchdringlicher werdenden Klassengesellschaft führen. Sobald die Mittel für die allgemeine Wohlfahrt nicht mehr ausreichen, schaltet man – aus zwingenden fiskalpolitischen Gründen – rasch einmal auf die Leibeigenschaft um. Es ist eben die ökonomischte Art, verarmte Menschen am Leben zu erhalten. Dazu kommt hinzu, dass die Preise in Asien steigen – während die Löhne hierzulande sinken.

        • Marcel Senn sagt:

          Maier: Sarkastischerweise wurden Leibeigene von ihren Haltern oftmals noch besser versorgt und betreut als viele der heutigen Billig- „Kleenex-wisch-und-weg“ Leiharbeiter — Leibeigene stellen immerhin ein Eigentum dar und Eigentum pflegen die Besitzenden in der Regel.

          • Sacha Maier sagt:

            Richtig erkannt, Herr Senn. Die Geschichte hat gezeigt, dass sich das Volk am Anfang sogar liebend gerne in die Leibeigenschaft begibt. Schliesslich winkt ein viel besserer Unterhalt durch den gnädigen (Konzern-)Herrn, als wenn man als freier, aber unbeschäftigter präkarisierter Bürger durch die Gegend wandelt. Dummerweise schwindet so die Kaufkraft der Bevölkerung schneller, als die Gier der Systemgeldadeligen befriedigt werden kann. Irgendwann kann folglich die Arbeitskraft der Sklaven nicht mehr zu Geld gemacht werden. Dann tun sich die berüchtigten menschlichen Abgründe auf, die man schon im römischen Reich, als auch im Ancien Régime beobachten konnte: Folter, Misshandlungen, Tötungen.

          • Anh Toàn sagt:

            Leibeigene und Arbeitnehmer:

            Wenn man ein wenig die Geschichte der Sklaverei verfolgt, kommt man zum Schluss: Sklaven werden nicht so schlecht behandelt, wenn es wenige davon gibt, dann sind sie wertvoll. Gibt es Sklaven im Überfluss, sinkt deren Wert und damit der Anreiz, sie zu „unterhalten“.

            Für Arbeitnehmer gilt das Gleiche. Eigentlich gab es schon immer Überangebot, aber die entwickelten Länder nutzten (erfolgreich) eine von den Gewerkschaften entwickelte Strategie (closed shop): In der Fabrik darf nur arbeiten, wer Mitglied der Gewerkschaft ist, nur heisst es nicht Gewerkschaftsmitglied sondern Staatsbürger. Das Kapital hat aber den Weg gefunden: Die Fabrik woanders bauen…

  • Arne Tvedt sagt:

    Das Problem besteht darin die Produktion, will heissen die Summe aller Waren und Dientsleistungen korrekt zu bewerten. Wir tun dies zu Marktpreisen, doch diese Marktpresie unterliegen gewaltigen Schwankungen. Dank technischem Fortschritt sind Rechner und Rechenleistungen huete spottbillig. Theoretisch steht mir hier via Keyboard die gleiche Rechenleistung zur Verfügung wie in einem Rechenzentrum der 60er Jahre, und dies zu einem geradezu lachhaft niedrigem Preis. Umgekehrt ist die 4 Zimmerstadtwohnung aus den 60er Jahren heute – so man denn überhaupt eine passende findet – ungleich teurer als sie damals war, egal ob nun viel, wenig oder gar nichts verbessert wurde. Was besagt demnach Y ??

    • Josef Marti sagt:

      Je nachdem ist Y das nominale oder reale BIP, was aber nur die Endprodukte ohne Vermögenswerte enthält. Letztere entwickeln sich aber nicht parallel zum BIP sondern vielfach völlig unabhängig und losgelöst vom realen Wirtschaftsgeschehen. Reale Werte wie Immobilien und Aktien sind inflationsgeschützt und steigen langfristig idR mindestens so schnell wie der Verbraucherpreisindex oder eben auch darüber. Zwar besteht kurzfristig stets Absturzgefahr, ändert aber nichts daran dass über lange Dekaden die Boden- und Kapitalverwertungsrate das BIP pro Kopfwachstum deutlich übersteigt.

      • Marcel Senn sagt:

        Marti: Wenn der Produktivitätszuwachs aber immer mehr abnimmt, wird auch die Kapitalverwertungsrate in Zukunft fallen resp. auch die Aktien. Und auch beim Boden wird es natürliche Limiten geben (ausser bei irgendwelchen Luxusmansions) – der Normalo kann auch nur einen Teil seines Einkommens fürs wohnen aufbringen und wenns nicht mehr langt dann landet er irgendwann in den Slums, Trailerparks oder unter der Brücke.
        Ein Vorgeschmäckle hatten wir ja schon bei der Subprime Bubble oder auch in Spanien.
        .
        Sie extrapolrien die Vergangenheit in die Zukunft — aber gemäss Gordon scheinen die fetten Jahre ja langsam aber sicher vorbei zu sein – das gilt dann eben auch für Firmen und Immohaie.

  • Frank Zuffnik sagt:

    Und wie waere es jetzt, wenn irgendsoein Finanzpolitiker das dem Volk erklaeren taete, so dass es das auch versteht warum der Normalo am Ende immer der Doedel ist? Aber das geht natuerlich nur, wenn man als Politiker dem Volk verpflichtet ist und das ist ja offenbar keiner, sonst taet er das ja tun.

    • Marcel Senn sagt:

      Zuffnik: Gemäss meinen Berechnungen aufgrund der Zahlen oben hat das reale verfügbare Medianeinkommen (also das Normaloeinkommen) seit 1920 bis 2014 um rund 580% zugenommen.
      .
      Sie leben in den wohlhabenstens Zeiten der Menschheitgeschichte — auch für „Normalos“ und fühlen sich dennoch als „Doedel“!
      .
      Zumindest auf dem westlichen Nveau leben wir doch sehr gut, auch wenn es nur noch einen realen Medianeinkommenszuwachs von 0.3% geben sollte.
      .
      Das Problem ist vermutlich eher subjektiv gesehen unsere zunehmende Wohlstandsdegeneriertheit. Alle 6 Monate ein neues Smartphone oder ein 3. oder 4. Auto usw usw ist doch zunehmend nur noch krank im Kopf.

  • Adrian Ruf sagt:

    Diese Formel stimmt nur für Leute, die den ganzen Tag produktiv arbeiten. Beispiel: Fliessbandarbeiter, Akkord-Maurer.
    Qualifiziertere Mitarbeiter müssen sich täglich informieren. Sie gehen an Sitzungen und Schulungen oder lesen Dokumente.
    Gehen wir davon aus, dass man sich 10 Stunden pro Woche informieren muss. Dann arbeitet Vollzeit-Mitarbeiter 30 Stunden produktiv pro Woche, und ein Halbzeit-Mitarbeiter nur deren 10..

  • P. Spring sagt:

    Was schon heute Sorgen bereitet ist das Szenario, dass wenige Leute immer noch reicher werden und immer mehr daneben verarmen. Dadurch wird auch der Konsum rückläufig, denn die wenigen Reichen haben dann schon fast alles, während die Verarmten sich immer weniger leisten können. Der Konsum kann nur angekurbelt werden, wenn die Einkommen regelmässiger verteilt sind und die breite Masse sich wieder mehr leisten kann. Nur die Umwelt wird durch weniger Konsum entlastet, aber wenn immer mehr umweltfreundliche Produkte auftauchen, wird auch dieses Argument hinfälliger. Man pumpte Billionen in die Märkte. Das Geld „verschwand“ aber quasi am Aktienmarkt uä., statt in die breite Konsummasse.

  • Thomas Thut sagt:

    Darum ein JA zum Bedingungslosen Grundeinkommen! Und zwar nicht finanziert durch Konsumsteuern, sondern durch Kapital-Transfer- oder Kapital-Gewinn-Steuer.

  • Josef Marti sagt:

    Das mit den steigenden Steuer und Sozialabgaben ist zumindest für die CH unrealistisch, ein Anstieg der Fiskal und Staatsquote ist praktisch ausgeschlossen. Vielmehr findet eine Umverteilung von direkten Steuern auf Konsumsteuern (MWST und viele andere) statt, wobei unter dem Stricht nicht mal eine Kompensation stattfindet sondern der Druck auf Abbau der Staatsquote zunimmt (UStR III), es geht um eine steuerlich maximale Entlastung der leistungslosen Besitzeinkünfte. Sodann ist die Überalterung kein Problem solange die Gesundheitskosten ansteigen und damit gleichzeitig das BIP infolge boomendem Gesundheitswesen. Knackpunkt ist die ärgerliche Vermögenssteuer die einfach nicht zu bodigen ist.

    • tek lion sagt:

      Das soll auch so bleiben mit der Vermögenssteuer, denn es gibt einfach zuviele (reicxhe) die NULL Einkommen ausweisen, aber dessen Vermögen explodiert. Wie möglich? Die Panama Papers zeigen einen Weg davon.

    • Marcel Senn sagt:

      Marti: Sicher steigern Gesundheitskosten und Altenpflege das BIP — nur wer finanziert das? Durch immer höhere KK Prämien? Dann vermindert sich die Kaufkraft einfach in anderen Bereichen einfach wieder.
      Die Produktivität im Gesundheitswesen ist auch schon weit fortgeschritten (z.B. leichtinvasive Eingriffe wo früher komplexe Operationen nötig waren).
      .
      Was ist denn ihr Problem mit der Vermögenssteuer – sind Sie so reich :-)??
      Die wird schon heute und in 20 Jahren noch viel mehr (Stichwort Babyboomer im Rentenalter) dann zumindest teilweise abgelöst durch den staatlich zwangsweisen verordneten Vermögensverzehr in den sauteuren Alters- und Pflegeheimen.

      • Josef Marti sagt:

        Sicher. Solange die Leute offenbar bereit sind zusätzlich zu den horrenden KK Prämien Unsummen auszugeben für Tittenlifting, Fettabsaugen, Nasenkorrektur, Tattoo Entfernung etc. etc. sind die Präferenzen wohl klar gesteckt. Die Vermögenssteuer wird sodann wahrscheinlich mit einer UStR IV ff. in Angriff genommen, damit der Unternehmer besser für sein Bel Etage Pflegeheim sparen kann.

        • Marcel Senn sagt:

          Marti: Immerhin hat unsere Wohlstandsgesellschaft so mehr als genügend Downsizingpotential für die mageren Jahre, die ev. kommen werden mit all dem vielen Unsinn den viele konsumieren bis es dann wirklich ans „läbtige“ geht.
          .
          Würden von der Werbung/Trenssettern/Lifestilemagazinen usw usw nicht tagtäglich immer neue „Bedürfnisse“ geschaffen und damit auch eine permanente latente Unzufriedenheit kreiert, die erst mit dem Konsum kurzfristig gezügelt werden kann, dann könnten wir eigentlich auch bescheiden relativ gut und zufrieden leben.

          „Arm ist nicht der, der wenig hat, sondern der, der nicht genug bekommen kann.“
          Jean Guéhenno

  • Guido Biland sagt:

    Die entscheidende Frage lautet: Wem nützt das Produktivitätswachstum bei der heutigen Vermögensverteilung? Mittlerweile werden weiltweit so viele Güter produziert, dass das Angebot die Nachfrage übersteigt. Hätten wir kein „Überflussproblem“ und wäre genug Kaufkraft vorhanden, würden die Industriestaaten heute nicht mit Deflation kämpfen. Wie können Investoren in der Realwirtschaft noch mehr Rendite erzielen? Die Antwort ist klar: Indem sie möglichst billig produzieren. Auch die Konsequenzen sind klar: die Löhne stagnieren oder sinken, Menschen werden wo möglich durch billige Maschinen ersetzt. Das Produktivitätswachstum nützt somit nur noch den Unternehmen und Reichen.

    • Hotel Papa sagt:

      Und auch denen nicht, wenn Mangels Einkommen die Nachfrage wegbricht.

      • Guido Biland sagt:

        Ist es Zufall, dass der Spitzenverband HandelSchweiz (vertritt die Interessen von 3800 Unternehmen und rund 30 Verbänden) kürzlich von der SNB forderte, künftig jedem Schweizer eine bestimmte Geldration zu verteilen? Ist es Zufall, dass Helikoptergeld langsam salonfähig wird? Der Kapitalismus scheitert nicht am liberalen Prinzip des Wirtschaftens, sondern an der Gier der Vermögenden. Wenn die Zentralbanken als „lenders of last resort“ notfallmässig auch die Bürger unterstützen müssen, können wir den Kapitalismus am gleichen Ort beisetzen, wo schon andere glorreiche Systeme vermodern.

  • Josef Marti sagt:

    Viel zentraler dürfte die Feststellung sein, dass die Produktivitätsfortschritte egal wie hoch oder tief vollumfänglich der Gewinnquote zukommen müssen. Tiefe Wachstumsraten ergeben eine hohe capital income ratio. Um die gesamtwirtschaftliche Profitrate, sprich output im Verhältnis zum Kapitalstock im Ausmass der Gewinnquote, halten zu können muss daher letztere zwingend wachsen. Eigentlich ist das durch tiefe Wachstumsraten und Masseneinwanderung bedingte stagnierende BIP pro Kopf für die Boden und Kapitalbesitzer optimal.

  • Hansli sagt:

    Irgendwann kann die Produktivität einfach nicht mehr gesteigert werden. Im meiner Arbeit verwende ich ca. 15% der Zeit für Offerten, 70% sind schreiben und Sitzungen, 10% Datenaufnahme und 5% Analyse. Früher war die Datenaufnahme an die 50% der Zeit und die Analyse 20%. Heute habe ich die meisten Messwerte online und die Auswertung erfolgt automatisch. Von der restlichen Datenaufnahme ist zudem der grösste Anteil die Fahrzeit.

    Heute ist in meiner Tätigkeit kein spürbarer Effizienzgewinn mehr möglich. Die grossen Sprünge haben innerhalb der letzten 15 Jahre stattgefunden. Die technische Entwicklung für nur noch zu günstigeren Messgeräten.

  • Maiko Laugun sagt:

    Roboter in der Produktion ersetzen Menschen. Vielleicht sollte man sie deshalb zu den Köpfen zählen und besteuern.

    • Marcel Senn sagt:

      Maiko: Eine Maschinensteuer wird unumgänglich sein — irgendwie muss man dann ja das zunehmende Heer von arbeitslosen Menschen finanzieren können.
      .
      Vielleicht kommen wir ja von der unseligen Besteuerung von Arbeit irgendwann mal ganz weg und können die Staatsdienste zu 100% aus Kapital- und Maschinensteuern finanzieren — das wäre doch schön (und den ganzen Wutbürgern würde auch noch gleich der Wind aus den Segeln genommen, denn sie würden dann gar nichts mehr finanzieren mit „Ihren“ Steuergeldern und könnten ergo auch nicht mehr so viel motzen in den Kommentarspalten und der ganze Sozialneid gegen unten würde endlich aufhören)

    • Fred Mazinaux sagt:

      Ihr Vorschlag folgt aus naturgesetzlicher Vernunft, denn Roboter verdanken ihr Dasein wohl bis zu über 100% bezahlter menschlicher Arbeit (Sklavenarbeit einbezogen). Denn nur Arbeit schafft Werte aus der „Götter“ gechenkten Natur und Energie.
      Übrigens, all dieses Palaver hier ist Schaum und Luft, denn eine Lösung zum Grundproblem liegt ausserhalb der „Box“, und solche können hier nicht in Betracht genommen werden.

      • Marcel Senn sagt:

        Mazinaux: irgendwann werden Roboter dann Roboter selber herstellen, und mit den sich selbstentwickelnden neuronalen Netzwerken sind sie tw schon selber lernfähig, bekommen sogar irgendwann sowas wie eine eigene „Persönlichkeit“- können aber auch gefährlich für die Menschen werden — in Science Fiktion Filmen wie „I Robot“ etc wird ja das alles schon vorwegenommen.
        Dass eine Maschine neulich den weltbesten „Go“ Spieler besiegte mit Spielzügen die aus menschlicher Sichtweise oft keinen Sinn ergaben, aber als Strategie durchgezogen zum Erfolg führten, zeigt, dass sich auf dem Gebiet einiges tut.
        .
        Gut das Energieproblem gilt es noch zu lösen – spätestens wenn alle Fossilen verbrannt…

        • Josef Marti sagt:

          Siehe auch Blade Runner und Matrix. Können Roboter sich selbst reproduzieren, unterhalten, warten und mit Energie versorgen dann brauchts keine Arbeit und Menschen mehr (von Neumann Maschine).

        • Fred Mazinaux sagt:

          @Senn
          @Marti
          Ja Fantasien sind leicht zu bekommen.Die die da etwas zu verstehen glauben wie der Vorfantasierer Marion Minsky (eben gestorben), mussten zugeben, dass das Ende des Moore Gesetzes uns dazu zwingen wird organische Komponenten einzusetzen (so wie Bakterien,Hirnzellen,Organe etc),um eine Chance zu haben solche Fantasien – auch die Martis – nutzbringend zu Verwirklichen.Und dann könnten diese wohl auch unsere Fortpflanzung überflüssig machen.
          Ja,wenn wir Menschen so dumm werden sollten und die Kontrolle verlieren über diese Dinge, d.h. wir selber nicht mehr entscheiden können, ob diese uns dienen sollen oder wir ihnen, haben wir wenigstens unsere Nachfolger selber…

  • Rolf Rothacher sagt:

    Ein solcher Ausblick um 25 Jahre bis 2040 ist Quatsch. Wo standen wir denn 1990 mit der Automation? Sie wird weiter voranschreiten und so die Produktivität pro Kopf weiter steigern können (mit weniger Händen, mehr Maschinen). Das Internet steht erst ganz am Anfang der Möglichkeiten (auch Benzinverbrennungsmotoren wurden erst erfunden und brauchten mehrere Jahrzehnte, bis sie flächendeckend wirkten und nicht bloss Spielzeug der Wohlhabenden waren).

    Solche Bürotisch-Rechnungen bringen nichts, sind bloss gefährlich, falls Politiker tatsächlich daran glauben sollten bzw. sie für ihre eigenen Ziele missbrauchen.

    • Michael Berger sagt:

      Solche Überlegungen sind kein Quatsch und es wäre sinnvoll, wenn Politiker sie auch beachten. Die Alternative dazu wäre die Vogelstrauss-Taktik, verbunden mit unbegründeter Hoffnung darauf, dass alles gut wird. Selbstverständlich müssen die Zahlen mit Vorsicht genossen werden, da es sich um langfristige Prognosen handelt. Sie stellen ein mögliches Szenario dar, nicht mehr und nicht weniger.

    • Marcel Senn sagt:

      Na ja – das Internet mitsamt Facebook, Twitter oder Diensten wie WhatsApp etc sind unter dem Strich vermutlich mehr Produktivitätskiller, wenn man sich so umschaut wieviele Menschen sich tw. auch während der Arbeitszeit mit belanglosen unproduktiven Dingen beschäftigen — da gehen jedes Jahr x Milliarden von Stunden drauf.
      .
      Das Internet steht nicht erst am Anfang, das ist schon ziemlich entwickelt oder in fortgeschrittenen Projektvorstufen.
      .
      Zeigen Sie doch mal auf, wo von heute aus gesehen das Internet noch wirklich eine grossen Produktivitätsfortschritt wie z.B. damals die Dampfmaschinen bringen könnte? Ausser viel (tw. unsinnigem) Kleinkram fällt mir nichts bahnbrechendes ein.

      • Marcel Senn sagt:

        Internet tendiert eh zu einer Zero Cost Margin Society — wir können heute soviele Infos und Dienste gratis aus dem Internet runterholen, für die wir früher viel zeitlichen Aufwand und Kosten hatten.
        .
        Ich finde das ja schön und gut und ist sicher ein Lebenqualitätsgewinn – und wenn man schnell mal eine Statistik oder sowas googeln kann ist das super — aber weil es oft gratis ist, gibt es dadurch nur noch eher beschränkt ein GDP Wachstum ausgedrückt in Franken — die Produktivitätsgewinne aus dem Internet sind zu einem grossen Teil in unserem Wirtschaftsleben schon eingepreist – da ist kein epochaler Wachstums- resp. Produktivitätsschub mehr zu erwarten – zumindest nicht der benötigte

      • Josef Marti sagt:

        Es fehlt eben der bahnbrechende Schritt zur reinen Wissensgesellschaft, sodass wir als ständig aktuell informierte und wissende Teilnehmer miteinander den ganzen Tag philosophische Gespräche führen können während Roboter uns frische Getränke liefern. Für die weniger an Philosophie interessierten gibt’s Tittytainment mit Swisscom TV on demand, US Soaps, Hartz IV TV, 2 x jährlich neues Smartphone etc. inkl. BGE.

        • Marcel Senn sagt:

          Marti: Immerhin sind viele Menschen dann durch ihre Smartphones, Tablets, Flat-Screens, Video-Games etc etc so dermassen beschäftigt, dass sie gar nicht auf irgendwelche „dummen“ Gedanken kommen wie das Wirtschaftssystem grundsätzlich umkrempeln zu wollen oder gar eine Revolution anzuzetteln.
          .
          War früher noch vermehrt die Religion das Opium des Volkes, so sind es heute immer mehr die Smartphones, das Internet usw

  • Dani Keller sagt:

    „.. ohne eine durch Einwanderung wieder wachsende Arbeitsbevölkerung werden deshalb die gearbeiteten Stunden pro Kopf ebenfalls zurückgehen. Nochmals: Nur ein entsprechender Anstieg der Arbeitsproduktivität kann dann verhindern, dass das Einkommen pro Kopf sinkt.“
    Es wäre daher sehr wichtig, die Einwanderung zu steuern, und den Fokus auf arbeitende(!) Einwanderer zu legen. Dazu gehören weder illegale Wirtschaftsflüchtlinge (die mehrheitlich im Sozialsystem Unterschlupf finden), Minderjährige ohne jegwelche Schulbildung, noch Rentner (die nur das gut ausgebaute Gesundheitssystem in Anspruch nehmen).
    Sogar bei der hochgelobten EU PFZ Einwanderung arbeitet nur rund 50%.

    • tek lion sagt:

      Bravo – klipp und klar beschrieben!

    • Linus Huber sagt:

      Regierungen haben sich über die vergangenen Jahrzehnte von ihrem ursprünglichen Auftrage, in erster Linie der eigenen Bevölkerung zu dienen, schrittweise entfernt indem sie sich zunehmend anscheinend weltweit anstehenden Problemen widmen. Dass die Themenkontrolle der weltweiten Probleme jedoch einerseits von der Agenda der Grossfirmen, Kriegstreibern, Weltregierungsfanatikern und der sich dahinter bildenden Oligarchie beherrscht wird, scheint ihnen in willkommener Ignoranz komplett entgangen zu sein, denn es winken durch diese Entwicklung unzählige Jobs in internationalen Bürokratien für die gescheiterten Politiker und Staatseliten.

      • Fred Mazinaux sagt:

        Linus: Danke für Ihre prägnante Darstellung.
        Aber die diese Gründe einsehen und verstehen können, was könnten oder sollten diese TUN?

  • Marcel Senn sagt:

    „Das große Wachstum war nur ein Ausrutscher“

    http://www.welt.de/wirtschaft/article153795855/Das-Ende-des-Traums-vom-ewig-wachsenden-Wohlstand.html

    Ein stagnierendes Wachstum pro Kopf könnte die Menschheit zumindest in den westlichen Industrieländern auf dem relativ hohen Niveau noch verkraften – wären da nicht noch all die privaten & öffentlichen Schuldenberge inkl. Zinsverpflichtungen, die sich in den letzten wenigen Jahrzehnten weltweit so massiv angehäuft haben – die sind ein zentraler Grund wieso wir immer mehr Wachstum und etwas Inflation bräuchten – nur daran scheitert auch Supermario zunehmends mit seinen QE’s, neg. Zinsen usw
    Düstere Aussichten…

    • David Stoop sagt:

      Supermario kann die Krise nicht lösen, das konnte er nie. Nationalbanken sind zwar „big Players“ im Finanzsystem, aber ihre Massnahmen sind kurzfristig und praktisch nie fundamental. Staats- und Privatwirtschaft bilden den realen Boden, dessen fundamentale Entwicklung sich am Ende immer durchsetzt. Nationalbanken können ausgleichen und Krisen im Höhepunkt abfedern (da hat der Vorgänger von Supermario so ziemlich alles verschlafen, was wichtig war). Aber das ist nur Krisenintervention, eine Veränderung des Fundaments wird es dadurch nicht geben. Hier wäre die europäische Politik gefragt, die aber eher alles verschläft.

      • Josef Marti sagt:

        Die europäische Fiskalpolitik war nicht so untätig, es wird auf Austerität und Schuldenbremsen mit gleichzeitigen Steuersenkungen für leistungslose Besitzeinkünfte gesetzt, und das bei explodierenden Kosten für Staatsschutz, Sicherheit und Flüchtlingschaos, das soll also Wachstum bringen; und Mutti Merkel hatte ja vorher schon ein Wachstumsbeschleunigungsgesetz gemacht, also alles im Lot.

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