Fragen eines lesenden Bürgers zur Energiewende

WINDKRAFTANLAGE, WINDKRAFTWERK, WINDRAD, WINDKRAFT, WINDENERGIE, ELEKTRIZITAET,

Sieht so die Zukunft aus? Eine Windanlage in der Innerschweiz. (Bild: Keystone)

Heute beginnt die grosse Energiedebatte im Nationalrat. Sie verdient die grosse Beachtung, die ihr schon im Vorfeld geschenkt wurde. Bei der Energieversorgung geht es um enorm hohe Investitionen mit Wirkungen, die schwer rückgängig zu machen sind. Wenn die Energie aufgrund einer falschen Politik zu teuer wird, haben wir ein echtes Problem in diesem Land.

Weil die Energiepolitik so wichtig ist, sollte die Energiewende bald einmal dem Volk vorgelegt werden. Es kann nicht sein, dass Bundesrat und Parlament vollendete Tatsachen schaffen. Es besteht auch enormer Aufklärungsbedarf. Die wenigsten wissen, worum es bei der Energiewende eigentlich geht, und es gibt bisher kaum Forschung zu diesem Thema. Die ganze Politik beruht auf weitreichenden Annahmen, die erst einmal diskutiert werden müssten, bevor man zur Entscheidung schreitet.

So ist mir persönlich zum Beispiel nicht klar, warum wir nicht stärker auf die internationale Entwicklung achten. Kürzlich konnte man die Meldung lesen, dass Indien möglicherweise in grossem Stil auf Kohle setzen wird (Quelle). Macht es Sinn, in einem solchen Umfeld ein solch riskantes Projekt wie die Energiewende zu starten? Der Beitrag der Schweiz zum weltweiten CO2-Ausstoss liegt deutlich unter einem Prozent. Wäre es nicht besser, man würde abwarten, bis eine griffige globale Vereinbarung kommt? Die folgende Grafik zeigt, wie unbedeutend die erneuerbaren Energien auf globaler Ebene zur Zeit noch sind. Das wird sich in den nächsten Jahrzehnten kaum ändern.

Des Weiteren ist mir unklar, warum die Schweiz nicht stärker auf die technologische Entwicklung und die Wirkung der bereits bestehenden Instrumente vertraut. Aus der Botschaft des Bundesrates (Quelle) geht klar hervor, dass die Energieeffizienz seit einiger Zeit stark zugenommen hat. Das ist ein bemerkenswerter Fortschritt.

Hier folgt zunächst die Grafik mit dem Endenergieverbrauch der Schweiz von 1910 bis 2012. Sie zeigt eine deutliche Wachstumsverlangsamung ab den 1990er Jahren.

Präsentation1

Bei der nächsten Grafik sieht man zwei verschiedene Messgrössen für den Pro-Kopf-Verbrauch. Am relevantesten ist der Endenergieverbrauch (rote Linie). Er verlangsamte sich bereits Mitte der 70er-Jahre (erste gepunktete Linie) und blieb stabil seit Mitte der 90er (zweite gepunktete Linie).

Präsentation2

Und schliesslich noch eine dritte Frage: Warum wartet man nicht die Ergebnisse der deutschen Energiewende ab? Es gibt überhaupt keinen Grund zur Eile. Funktioniert das Modell nördlich des Rheins, können wir es an die schweizerischen Verhältnisse anpassen. Funktioniert es nicht, wissen wir, was wir anders machen müssen.

Dies sind nur mal drei Fragen eines lesenden Bürgers zur Energiewende. Es gibt noch viele mehr.