Die Euro-Franken-Untergrenze muss bleiben

Schweizerische Nationalbank in Bern. (Keystone/ Gaëtan Bally)

Schweizerische Nationalbank in Bern. (Keystone/ Gaëtan Bally)

Die optimistischen Prognosen für 2014 sollten nicht zu falschen Schlüssen führen: Vom Normalzustand sind wir noch weit weg. Die Nationalbank hat recht, wenn sie am Ausnahmezustand festhält.

Die Untergrenze von 1.20 Franken pro Euro hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) im September 2011 eingeführt, um eine weitere übermässige Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro zu unterbinden. Sie war bisher ein voller Erfolg. Ein weiterer Aufwertungsdruck blieb seit dem Sommer 2012 aus und weitere massive Käufe von Fremdwährungen waren seither nicht nötig. Doch um zu verstehen, weshalb es jetzt zu früh ist, die Untergrenze aufzuheben, muss man sich zuerst den Grund für den bisherigen Erfolg in Erinnerung rufen und dann einen Blick auf die aktuelle Lage in der Eurozone werfen. Gehen wirs durch.

Der Grund für den bisherigen Erfolg der Währungsuntergrenze

Hier die Entwicklung der Notenbankmenge der Notenbank, basierend auf ihren Daten:

Notenbankgeldmenge

Darin spiegeln sich die Fremdwährungskäufe (vor allem Euro) zur Abschwächung des Frankens. Der erste drastische Anstieg zeigt sich unmittelbar vor der Einführung des Mindestkurses. Danach geht sie bis zum Mai 2012 leicht zurück. Die Untergrenze hat sich also bis dahin bestens bewährt und schon damals hätte man leichtfertig meinen können, sie könnte aufgehoben werden.

Doch dann hat sich die Eurokrise im Frühjahr 2012 erneut deutlich verschärft und die SNB musste bis zum Sommer auf den Devisenmärkten intervenieren, um die Untergrenze zu verteidigen. Das schlägt sich in der Grafik im zweiten starken Anstieg der Notenbankgeldmenge nieder. Dass die SNB seither kaum mehr unter Druck steht, verdankt sie ihm: Mario Draghi.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hat im Juli in London erklärt, er werde alles tun, um die Eurozone zu retten. Kurz darauf verkündete die EZB das so genannte «Outright Monetary Transactions» (OMT)-Programm, wonach die Notenbank im Notfall Staatsanleihen gefährdeter Euroländer gegen Auflagen aufkaufen würde. Mit dieser Versicherung hat Draghi die Eurozone fürs erste gerettet und getan, was viele Ökonomen (und auch dieser Blog – zum Beispiel hier) schon im Vorfeld als notwendig erachtet haben.

Doch was hat dieser massive Anstieg der Geldmenge bewirkt? Im Jahr 2012 war von einer gewaltigen Inflationsgefahr zu lesen. Geschehen ist nichts dergleichen. Im Gegenteil: Die Teuerung in der Schweiz bewegt sich seit längeren nahe am Nullpunkt, wie die LIK-Daten des Bundesamt für Statistik zeigen. Das neu geschaffene Geld der Notenbank hat sich kaum auf die in der Wirtschaft umlaufende Geldmenge ausgewirkt. Das zeigen die folgenden beiden Grafiken. Die erste zeigt die Entwicklung der M2-Geldmenge, die zweite den Geldschöpfungsmultiplikator. Dieser zeigt, wie stark ein von der SNB neu geschaffener Franken sich auf die umlaufende Geldmenge (gemessen an M2) auswirkt. Wie klar wird, ist dieser Multiplikator ebenfalls im Sommer 2012 drastisch eingebrochen.

Geldmenge M2M2 Multiplikator
Erstes Fazit:

1. Die Währungsuntergrenze hatte bisher keine deutlich negativen Konsequenzen für die Schweiz. Die Inflation ist auf Tiefstwerten verblieben. Könnte der Franken weiter aufwerten, wäre eine Deflation hoch wahrscheinlich. Das ist das Hauptargument, mit der die SNB selbst die Untergrenze verteidigt, da ihr Auftrag in der Aufrechterhaltung der Preisstabilität besteht. Auch Verluste auf den Währungsreserven wurden seit der Währungsuntergrenze vermieden. Sie haben – im Gegensatz zum Gold 2013 – der SNB seit 2011 sogar zu einem hohen positiven Gewinnbeitrag verholfen. Wird die Untergrenze aber zu früh aufgehoben und steigt der Frankenwert wieder deutlich an, sind solche Verluste unvermeidlich.

2. Der Franken ist seit Sommer 2012 von einem starken Aufwärtsdruck befreit geblieben, nicht weil die Ursachen der Eurokrise bereinigt wurden, sondern wegen der Erklärung der EZB, notfalls die Lage mit der Notenpresse unter Kontrolle zu bringen. Ohne klare Hinweise für eine fundamentale Verbesserung in der Eurozone wäre es daher unklug, die Währungsuntergrenze aufzuheben.

Wie steht die Eurozone aktuell da

Angesichts all der prächtigen Prognosen, die über die Festtage zu lesen waren, könnte man glatt meinen, die Eurokrise sei vorbei. Das ist Träumerei. Hier nur ein grober Überblick warum:

  • Nach den langen Jahren mit einer schrumpfenden Wirtschaft ist es nur zu erwarten, dass das Wachstum selbst in den Krisenländern wieder einmal positiv ist und sogar relativ hoch ausfällt. Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall, wie die jüngsten Zahlen der Statistikbehörde Eurostat zeigen.
  • Einen Ausdruck davon, wie weit die Euroländer noch von einer Erholung entfernt sind, vermitteln die nach wie vor extrem hohen Arbeitslosenquoten in vielen Euroländern (auch hierzu die jüngsten Daten von Eurostat)…
  • …und die sehr tiefe Teuerung, wodurch die Deflationsgefahr nicht gebannt ist. Wie die eben veröffentlichten Daten dazu zeigen, ist die Inflationsrate in der Eurozone insgesamt sogar wieder gesunken und ist mit geschätzten 0,8 Prozent deutlich tiefer als die von der EZB angestrebte Rate von 2 Prozent.
  • Wie die Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff in einer neuen Studie zeigen, hat in der Eurozone nur Deutschland bereits wieder das pro Kopf-Einkommen von vor der Krise erreicht. In Griechenland, Italien, den Niederlanden, Portugal und Spanien ist es sogar im vergangenen Jahr weiter gesunken. Selbst wenn die (bisher zu optimistischen) Prognosen des IWF bis 2018 zutreffen, erreichen die Länder der Euro-Peripherie das Level pro Kopf selbst bis dann nicht.
  • Wie Reinhart und Rogoff ebenfalls zeigen, sind erneute Rückfälle in die Rezession für Länder in einer Situation wie jene der Euro-Peripherie hoch wahrscheinlich.
  • An der hohen privaten und staatlichen Verschuldung vieler Euroländer hat sich kaum etwas verändert. Wie Rogoff und Reinhart in ihrer Studie deutlich machen, werden die betroffenen Länder kaum um Schuldenschnitte herumkommen. Das zu verdrängen mache die Lage auf die Dauer nur schlimmer.
  • Keines der grossen Probleme, die zur Krise geführt haben, wurde wirklich angepackt. Das letzte Trauerspiel ist die Bankenunion, die den unsäglichen Kreislauf brechen sollte, dass schwache Staaten schwache Banken retten sollen. Daraus wurde nichts.
  • So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass die Kreditmärkte in der Eurozone hoch fragmentiert bleiben. Nach wie vor ist die Versorgung mit Krediten für kleine und mittlere Unternehmen in den Peripherieländern (die auch dort das Rückgrat der Wirtschaft bilden) teurer und rarer als bei gleichen Unternehmen in den Zentrumsstaaten. Damit kommen in diesen Ländern die tiefen Zinsen der EZB kaum an und die Erholung wird auch dadurch behindert.
  • Der Euro ist für die Währungsunion trotz der leichten Abschwächung seit dem Dezember mit einem Preis von mehr als 1.36 Dollar noch immer zu teuer. Immerhin sind Exportüberschüsse der Haupttreiber für die Eurozone – und zwar nach Ländern ausserhalb von ihr. Dass das auf die Dauer eine problematische Strategie ist, sollte in diesem Beitrag klar geworden sein, aber es mangelt den Europäer an Wachstum aus der Binnenwirtschaft.
  • Bleibt der Euro zu teuer oder verteuert er sich weiter, verschafft das der Schweiz zwar zuerst weiter Luft beim unmittelbaren Aufwertungsdruck auf den Franken. Die sich daraus ergebende Gefahr für die Erholung der Eurozone kann aber angesichts der labilen Lage dort gefährlicher werden. Das gilt umso mehr, wenn sich die EZB deswegen gezwungen sieht, mit Geldspritzen dagegen einzuschreiten, was auf die Dauer wohl zu erwarten wäre. Doch wenn die EZB ihre Geldschleusen durch neue Massnahmen weiter öffnet, gerät der Franken auf jeden Fall unter erneuten Aufwertungsdruck, ausser auch die SNB zieht auf die eine oder andere Weise mit.
  • Die Politik der EZB bleibt unter den Mitgliedsländern der Eurozone  hoch umstritten. Selbst das erwähnte OMT-Programm, das zur Entspannung geführt hat, wurde mit Unterstützung der deutschen Bundesbank vor dem deutschen Verfassungsgericht angefochten. Das heisst, die Politik dieser Notenbank ist bis zu einem gewissen Grad unberechenbar, was ebenfalls zu Aufwärtsdruck auf den Franken führen kann.
  • Die politischen Spannungen in und zwischen den Euroländern halten an und könnten sich im neuen Jahr sogar noch verschärfen. Immerhin wird das Europaparlament neu gewählt und die Kommission neu bestimmt. Das allein bringt die Gefahr einer grösseren Instabilität mit sich.

Zweites Fazit:

Es gibt auch durch die vielen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Entwicklung in der Eurozone keinen guten Grund, die Währungsuntergrenze jetzt aufzuheben.

Ein abschliessendes Wort noch zum Problem für die Schweizer Geldpolitik:

Die Nationalbank kann ihre Geldpolitik nicht straffen , wo sie es aus innerwirtschaftlichem Druck heraus tun müsste – vor allem um Übertreibungen an den Immobilienmärkten entgegenzuwirken. Eine Aufhebung der Untergrenze wäre aus den genannten Gründen das falsche Instrument. Nötig sind deshalb andere Massnahmen, die die Hypothekarvergabe direkt drosseln, wie sie teilweise schon eingeleitet wurden und wohl bald ergänzt werden. 

75 Kommentare zu «Die Euro-Franken-Untergrenze muss bleiben»

  • Jean-Francois Morf sagt:

    SNB verkauft unendlich viel CHF sobald CHF über 0,83333 EUR steigen. Und kauft die CHF zurück nur unter 0,8 EUR. Somit haben Spekulanten Milliarden verloren, die SNB gewonnen hat. Sollten alle EU Bürgern alle EUR gegen CHF wechseln, dann wäre CHF die effektive Europäische Währung geworden. Das würde uns erlauben, alles in Europa mit billig gedrückten 1000 CHF Noten zu kaufen, wie USA alles weltweit mit billig gedrückten 100 USD Noten kaufen kann. Nota Bene: obwohl Fort Knox (Fort Wolfram) praktisch wertlos ist. SNB würde verlangen, alles Gold aller Europäische Zentralbanken mit sein Haufen EUR zurück zu kaufen. Doch selbst wenn gar nichts den CHF sichern würde, CHF wäre die Europäische Währung geworden, und Schweiz würde davon profitieren.

  • Thomas Kremer sagt:

    Der €uro wird wahrscheinlich in den nächsten Monaten/Jahren abwerten.Im Sommer gehen wir zur direkten Staatenfinanzierung über,Frankreich gerät ins Trudeln, und der €uro wird verwässert wie USD,Pfund und Yen.Am Ende sehe ich ihn bei ca. 1,0 – 1,10 EURO/USD.Wollen Sie dann immer noch bei der Untergrenze bleiben?

  • Peter Lieberherr sagt:

    Auch das Stoppen der Masseneinwanderung könnte möglicherweise helfen, um den Übertreibungen an den Immobilienmärkten entgegenzutreten.

  • Anh Toan sagt:

    „Nach den langen Jahren mit einer schrumpfenden Wirtschaft ist es nur zu erwarten, dass das Wachstum selbst in den Krisenländern wieder einmal positiv ist…..“

    Also die Europäer haben alles falsch gemacht (Austerität, Schuldenfallenformel) und dennoch sind positive Wachstumsraten zu erwarten? So wie wenn 3 mal schwarz kam, muss einmal rot kommen beim Roulette? Sind Wachstumszahlen zufällig?

    Und weil die Europäer alles falsch machen, und die Amis alles richtig, wollen alle Euro gegen USD kaufen und darum ist der Euro zu stark, und der Dollar zu schwach, auch Wechselkurse sind Zufall.

    Das Bundesverfassungsgerichtes wird, wie jeder Gerichtsentscheid, auch durch Zufall entschieden.

    (Übrigens kann das Bundesverfasssungsgericht OMT und Co. nicht stoppen, allenfalls wird die Zustimmung des Parlamentes verlangt, für die grosse Koalition ist auch die für eine Grundgesetzänderung notwendige 2/3 Mehrheit im Parlament vorhanden)

    Glaubt es endlich, der Euro bleibt, ich vermute länger als seine Kritiker und ich.

  • Johnny Smith sagt:

    „Dass die SNB seither kaum mehr unter Druck steht, verdankt sie ihm: Mario Draghi.“

    ER, der grosse Übergott von und für MDM. IHM ist alles Positive zu verdanken. Dank ihm, musste die SNB nicht noch mehr EUR kaufen. Nur dank IHM, gibt es den EUR noch und dank IHM geht es der CH Wirtschaft so gut.

    Immer wieder amusant, zu welch queren Ideen (bzw. vielmehr Interpretationen) die Zwischenzeilen von MDM führen können 😉

    Wäre das Umgekehrte nicht eher zutreffend: Die SNB ist eine der grössten Stützen für / Investoren in den kriselnden EUR gewesen und hat damit Druck von der EZB/Draghi genommen? Nein, so etwas würde MDM nie sagen.

    • Josef Anton sagt:

      Bald werden Sie der Ketzerei überführt.

      • Johnny Smith sagt:

        Es ist schon interessant, wie sich so ‚political correctness‘ entwickelt und schlussendlich bis zum Denkverbot ausweitet. Schade, dass auch viele Journalisten ihr Denken manchmal ’sich abstellen lassen’…

        In diesem Fall hier nehme ich allerdings eher an, dass der Autor effektiv seinem ‚Gott Draghi‘ huldigt/glaubt und dies als angebliche ‚faktenbasierte Argumenation‘ verbreiten möchte (statt als ’seinen Glauben‘).

      • ast sagt:

        Der Baltic Dry Index sank seit Anfang Jahr bereits um 30%. Der Welthandel dank FED und Draghi langfristig im Aufwind oder im Abwind? Das ist auch 2014 noch die Frage. Wer glaubt man könne die Welt ungestraft in eine Zweiklassengesellschaft verwandeln, der ignoriert die Regeln von Angebot und Nachfrage. Nur wenn die Menschen etwas im Geldbeutel haben können sie was kaufen. Wir haben aber noch immer Deflation voraus, so eben auch beim internationalen Schiffahrtsverkehr.
        Der so genannte Aufschwung gegen Ende 2013 war wohl eher infolge Auffüllen der Lager in der Annahme der Konzerne dass sich nun alles zum Besseren entwickelt. Selbst die Einkäufer liessen sich vom Treiben an den Börsen beeinflussen, der prophezeite Aufschwung hat aber keine Basis in der Realwirtschaft.

        • Anh Toan sagt:

          @ast. „nur wenn die Menschen etwas im Geldbeutel haben, können sie was kaufen“

          Kosnsequenterweise müssten Sie höhere Löhne in Asien fordern. Dort sitzen 4 Mia potentielle Konsumenten, die mangels angemessen Erwerbseinkommen (KKP-Dollar zwischen 2’000 und 10“000 pro Jahr, inkl Kapitalerträge, selbst in Rumänien liegt das KKP Einkommen 50 Prozent über den „reichen“ asiatischen Staaten.)

          Man sollte die Weisheiten des Onkel Karls im 21 Jahrhundert aus globaler Sicht betrachten. Das Kapital sind wir in Europa/USA/Japan/Südkorea), die besitzlose, ausgebeutete, arbeitende Klasse ohne Anteil an den Produktionsmitteln sitzt in Asien.

          • ast sagt:

            @Anh Toan, Sie haben Recht, das angekündigte Tampering der FED wird vermutlich dafür sorgen dass viel Geld aus den Schwellenländern abgezogen wird. Man sitzt dort „dank“ der Notenbank Aktivitäten in einer Falle die nun am zuschnappen ist. Zuerst erfolgte eine schnelle Flutung dieser Märkte mit Kapital, jetzt wird es vielleicht ebenso schnell wieder abgezogen. Ich bin der Auffassung dass eine gesunde Mittelschicht überall auf der Welt von Vorteil ist, natürlich auch in Asien. Ohne Lohnstabilität bis steigende Löhne im Westen sind die Aufstiegschancen der Asiaten aber begrenzt. Man hofft dort auf den anziehenden Binnenmarkt, das hoffe ich auch, es ist eine gute Chance.

          • urs lehmann sagt:

            „Kosnsequenterweise müssten Sie höhere Löhne in Asien fordern“

            Steigt das Lohnniveau (vor allem die tiefen), profiteren die übrigen CH auf verschiedenste Weise (mehr Steuern, weniger Sozialausgaben, etc), die erhöhte „Konkurrenz“ auf der Nachfrageseite dürfte heutzutage vernachlässigbar sein.

            Erhöht sich jedoch die Kaufkraft in Asien, so ist einerseits der Nutzen eines CH gering (im besten Fall leicht höhere Exporte), andererseits sind die negativen Folgen u.U. massiv (so ziemlich alle Basisgüter und Rohstoffe dürften teurer werden, verteuerter Verkehr+heizen, Verteuerung der in Asien hergestellten Güter, etc.).

            Aus (egoistisch-)ökonomischem Blickwinkel betrachtet müsste der Status quo beibehalten, wenn nicht sogar die Ungleichverteilung noch verstärkt werden.

  • ast sagt:

    Die SNB musste eingreifen, weil die Schweizer Politik keine antizyklische Ausgabepolitik betrieben hatte. Die Attraktivität der eigenen Währung ist durch die Sparpolitik (vor allem im Sozialbereich) entstanden. Durch einen deutschen Vermögensverwalter wurde noch 2008 erklärt, man würde wegen hoher Sozialausgaben keinen Franken mehr kaufen, da dies diese Währung belasten würde. Dann kam aber die Weltwirtschaftskrise in Fahrt, der Franken wurde nun sehr attraktiv, zumal dann 2009 auch noch die Sparpolitik bei diversen Sozialausgaben einen Rückgang der Ausgaben auswies. Der Abbau bei Sozialleistungen und Strukturausgaben in der Schweiz ist der eigentlichen Grund warum die SNB eingreifen musste, der Deutsche Vermögensverwalter kaufte 2010 nämlich wieder eifrig Schweizer Franken.

    • Markus Schneider sagt:

      Dafür haben Sie ja jetzt hier ausreichend antizyklisches Geschwätz verbreitet. Wegtreten.

      • ast sagt:

        „Zwar muss die Schweiz keine Hilfen für schwache EU-Länder zahlen, aber nirgendwo steigen die Sozialkosten prozentual so stark wie in der Schweiz. Von daher wird nach unserer Ansicht der Franken nicht mehr der sichere Hafen sein.“

        Einschätzung der Lage durch die „V-BANK , Deutschlands erste Bank für unabhängige Vermögensverwalter“ , noch Ende 2009.

        PS: Falls Sie an Diskussionen interessiert sind, sollten Sie bitte schön Argumente und Fakten anbieten, anstelle verbaler Entgleisung.

        • urs lehmann sagt:

          Das ist die Einschätzung eines einzelnen Instituts, dessen Slogan keinerlei Beweis ist für deren Kompetenz. Im Endeffekt also gleichbedeutend mit einer Behauptung.

          Und wie die Vergangenheit gezeigt hat, lagen sie mit der Einschätzung 100% daneben, sonst hätten wir nicht die Probleme mit der Frankenstärke.

          • ast sagt:

            Herr Lehmann, die Einschätzung wurde wie ich bereits sagte von vielen Vermögensverwaltern 2010 revidiert, als die neue Sozialausgabestatistik heraus kam.

            Im Jahr 2010 gingen die Schweizer Sozialausgaben in Prozent des BIP von 26,9 auf 26.6% zurück, während sie in der EU-17 (Eurozone) bei 30,4% verharrte. Dieses Argument der V-Bank um keine Schweizer Franken mehr zu kaufen, war somit entfallen. Das ist worauf ich hinweisen wollte und warum ich glaube dass der Rückgang der Sozialausgaben viele Vermögensverwalter ab 2010 verstärkt in den Schweizer Franken lockte.

          • urs lehmann sagt:

            Ein Revidieren setzt voraus, dass sie vorher so war wie von Ihnen anhand einem Einzelbeispiel angeführt (notabene ein erst 2007 gegründetes Insititut mit läppischen 12k Kunden 2010). Mithin müsste die Einschätzung von vielen anderen geteilt worden sein.

            Aber hat denn das Argument überhaupt eine ernstzunehmende Basis?

            Sozialausgaben (SA) gem. BfS 2000-2009 in BIP%:
            27.0, 27.7, 28.5, 29.2, 29.3, 29.3, 28.0, 27.3, 26.4(p), 26.9
            Gerade in der langfristigen Optik zeigt sich, dass kein Grund besteht Alarm zu schlagen (was dann auch 2010 mit 26.6% bestätigt wurde), oder den CHF zu meiden, erst Recht wenn man den gesamten Staatshaushalt und/oder die öffentlichen Schulden in die Betrachtung mit einbezieht.

            Zum Vergleich:
            Sozialausgaben im EU-Schnitt gemäss wko.at (Wirtschaftskammer Österreich) 2007-2009 in BIP%:
            26.9, 27.6, 30.4
            z.B. in Luxemburg betrug sie 19.3, 21.4 und 24.0, ganz zu schweigen von den PIGS-Staaten

            Mithin fehlt Ihrem Argument die Basis.

  • Lidija Jametti sagt:

    Die CHF/Euro Untergrenze muss schneller als man denkt weg. Der Euro schwächelt nicht nur, sondern stürzt sich zusehends ins bodenlose. Das Kapital, das die SNB Herren in Form der Aktienkauf in den Euro bilanzierten Firmen schmelzt dahin wie der Schnee an der Sonne.
    Auch wenn man mit dem schwachen Wachstum in der Eurozone bis zum Jahre 2020 rechnen könne, darf man der Ernst der Lage auf dem Wirtschaftshimmel nicht unterschätzen. Immer mehr schwachindustrialisierten Länder treten der EU bei, bilden aber keine Basis für den Deutschlands Drang nach Absorbierung ihrer Exporte. Die Schweiz kann mehr DE Importe nicht mehr verkraften. Somit schwächelt auch die Währung der EU, was die 450 Milliarden Euro bei der SNB zum Verschwinden bringt. Und dann? Also zügig aus der Untergrenze. Unsere Währung bleibt stark.Kapitalzufluss schadet auch niemandem. Heute fliesst es magssgeblich für die verfälschte Monetarypolitik der SNB und der Bundespolitik ab in die USA. Lässt man die Untergrenze, werden wir von verschiedenen Verbänden und der Bundespolitik dazu gezwungen der EU und dem Euro beizutreten. Weil mit SNB verschuldung bekommen auch wir schlechte Ratings und dann ist der Beitritt zu EU eine vom Bund und der Wirtschaft gewollte und vollzogene Sache. Darum stimme ich JA gegen die 80000. Einwanderung, NEIN zu Untergrenze Euro/CHF.

    • Rolf Zach sagt:

      Sehr geehrte Frau Jametti. Natürlich haben Sie recht, wenn Sie sagen, die EU-Beitrittskandidaten sind Länder, die in erster Linie scharf sind auf EU-Subventionen und das Weltbild der EU ist ihnen ziemlich gleichgültig. Ein abschreckendes Beispiel ist die Türkei. Dagegen gehe ich mit Ihnen jede Wette ein, dass der EURO noch in 10 und 20 Jahren da ist. Die Länder der EURO-Zone wollen keinen Zuwachs mehr, ausser es sind Länder wie Schweden und Dänemark. Die Euro-Zone wird Grossbritannien keine Träne nachweinen, wenn sie die EU verlassen. Griechenland hatte das Glück, dass die Spekulation sich dort festnagelte und die EURO-Zone gezwungen war aus Gründen der Glaubwürdigkeit die Mitgliedschaft Griechenlands zu verteidigen. Es wird aber keinem Mitglied der EURO-Zone mehr gestattet eine korrupte und schluderige Staatsverwaltung zu haben, gilt auch für Italien und Griechenland. Gegen die zu grosse Einwanderung in die Schweiz helfen in erster Linie Mindestlohn, noch schärfere flankierende Massnahmen und eine sehr grosse Zugeständnisse von Economiesuisse gegenüber den Gewerkschaften. Hilft auch dem akademischen Mittelstand. Wenn dies nicht geschieht, ist das Ja für die SVP-Initiative sicher.

  • Martin Cesna sagt:

    Wie wäre es mit kräftig Nachdrucken? Die Kantone bekämen frische Scheinchen, mit denen sie ihre Schulden zahlen könnten, im Ausland gäbe es ein grösseres Angebot an Fränkli (vielleicht auch noch per Goldvreneli das Gold umsetzen), was den SFR im Weltmarkt billiger machen würde. Dann wäreen auch die Schweizer Preise international nicht mehr so hoch und die Wirtschaft exportfähiger.
    Aus dem Millionen-EFH in einem Vorort von Zürich würde dann eine 200’000-Euro-Hütte, was auch international wieder bezahlbar wäre (und wohl auch deren Realwert ntspräche). Der nominale SFR-Preis könnte ja gleich bleiben.

  • Josef Anton sagt:

    Wirkliche Preisstabilität beinhalten Phasen leichter Inflation wie Phasen leichter Deflation. In Tat und Wahrheit wird effektiv nicht Preisstabilität angestrebt, sondern dauerhafte leichte Inflation, was den eigentlich Grund von Blasenbildungen darstellt, indem sich die Menschen um der schleichenden Geldentwertung zu entkommen, in Sachwerte flüchten. Sowenig es möglich ist, immer nur einzuatmen (ohne auszuatmen), so wenig macht es Sinn, einzig Inflation anzustreben, sondern es müssen genauso Phasen der Deflation zugelassen werden, ansonsten die Regeln der Nachhaltigkeit verletzt werden.

    Aber solch eine einfache Erkenntnis ist natürlich zuviel verlangt von einem Ökonomen, obwohl selbst Keynes darauf hinwies, dass dauernde Entwertung der Währung schlussendlich zu reiner Spekulation und gesellschaftlichen Verwerfungen führt.

    • Rolf Zach sagt:

      @Josef Anton. Ihren Kommentar kann man nur zustimmen. Solange die Politik zulässt, dass sich das Lohngefälle ständig
      erhöht, d.h. der Zuwachs der Produktivität höher ist als die Lohnstückkosten, werden wir weiterhin in der Rezession verbleiben. Es kommt dann noch dazu, dass sich innerhalb des Lohnanteils am Volkseinkommen die Unterschiede sich vergrössern.
      Wer gegen den Mindestlohn ist und für eine geringere Besteuerung der oberen Einkommens- und Vermögensklassen, ist total falsch in der Annahme, eine solche Politik fördere das Wirtschaftswachstum. Die Ökonomen dieser Schulen können diese
      Aussagen ständig wiederholen, ihre Modelle sind völlig nutzlos für die Krisenbekämpfung und auch der technische Fortschritt rettet ihre Modelle nicht. Ethik ist doch eine Errungenschaft der Kultur und wir wollen nicht mit der Ökonomie zurück in die
      Biologie ohne Zivilisation.

      • Anh Toan sagt:

        @Rolf Zach: Ihrem Kommentar kann man zustimmen, ausser das Se das Gegenteil von Seppetoni behaupten:

        Steigen die Lohnstückkosten langsamer als die Produktivität, führt dies, wie Sie sagen zu Deflation, was Seppetoni für notwendig und gut hält, da er glaubt, Geld sei Materie und unterliege irgendwelchen Regeln betreffend Nachhaltigkeit: Seppetoni weiss nicht, wie diese Regeln lauten und wer sie formuliert hat (Physik, Naturrecht oder was) und nur weil er bei Keynes irgendwo was gefunden hat, dass seiner Meinung entspricht, aber weder irgendwie wissenschaftlich messbar noch theoretisch beweisbar ist, macht seine Absonderungen nicht richtiger.

        Seppetoni verkennt eben den Unterscheid zwischen Luft und Geld, Geld ist immateriell, entsteht aus dem Nichts in Buchhaltungen und verschwindet ins Nichts in Buchhaltungen: Wo ging denn das ganze Geld hin, dass aus der Goldblase ausgeatmet wurde, um bei der Terminologie des Seppetoni zu bleiben?

        Wer Geld anhand irgendwelcher mechanischen Vorgängen beurteilt (ausatmen, einatmen) hat keine Ahnung von Geld und nicht viel von Mechanik.

    • Anh Toan sagt:

      Seppetoni: „indem sich die Menschen um der schleichenden Geldentwertung zu entkommen, in Sachwerte flüchten.“

      Sie sind unpräzis: Die Menschen können sich auch in immaterielle Werte flüchten, wie Know How, Produktivität, usw. oder in den Konsum.

      Und nun müssen Sie erklären, was schlechter daran ist, wenn die Menschen in Investition und Konsum flüchten, statt ihre Ersparnisse sorgsam unter der Matratze aufzubewahren, auf immer und ewig.

  • Josef Marti sagt:

    Erscheint logisch, dass der Geldschöpfungsfkaktor einbricht wenn die Geldbasis ausgeweitet wird, die Geldschöpfung der Geschäftsbanken aber ausbleibt. Die Geldmengenausweitung ist zwar eine Voraussetzung für Inflation nicht aber hinreichende Bedingung. Erst wenn der Lohnstückkostenzuwachs den Produktivitätszuwachs übersteigt entsteht Inflation. In der CH müssten endlich die Löhne deutlich angehoben werden, so dass mit einer vernünftigen Inflationsrate auf lange Sicht die Nominalzinsen wieder anziehen könnten und auch der CHF entwertet würde.
    Aber die Unternehmen machen lieber das Gegenteil mit weitergehendem Druck auf die Löhne dank PFZ und haben nur den kurzfristigen grossen Profit und das Spielcasino im Auge; damit wird die Volkswirtschaft langfristig nachhaltig geschädigt.

    • Josef Anton sagt:

      Eine offizielle Verwässerung der Währung hätte tatsächlich als Alternative zur der verwendeten Strategie in Betracht gezogen werden können, wobei das Geld direkt, unter Umgehung der Banken, an die Bürger zu gehen hätte und mit der damit verbundenen Verpflichtung primär etwelche Schulden (inkl. Hypotheken) abzubauen. 5 Fliegen wären damit mit einem Schlag getroffen worden:

      1. Die offizielle Verwässerung hätte jeden Spekulant abgeschreckt und den chf-Wert damit reduziert.
      2. Die hohe private Kreditmenge wäre dadurch reduziert worden.
      3. Aufgrund der reduzierten Kreditmenge (ersetzt durch Basisgeld), wären die Bilanzen der Banken geschrumpft und damit die TBTF Problematik reduziert worden.
      4. Das höhere Einkommen der Haushalte hätte sich positiv auf die Steuereinnahmen ausgewirkt und einen entsprechenden Abbau von Staatsschulden ermöglicht.
      5. Der sparsame und vorsichtige Bürger, welcher vor jeder Art von Spekulation zurückschreckt oder gar keine Mittel zu solchen Aktivitäten besitzt, wird nicht benachteiligt, sondern kommt in den Genuss von zusätzlicher Kaufkraft.

      Einziger Nachteil liegt darin, dass mit solch einer Übung die SNB nicht den Banken sondern der Gesellschaft gedient hätte und der Bürger eine Kompensation für die potentiell später auftretenden negativen Folgen solch einer Aktion erhalten hätte.

      • urs lehmann sagt:

        Was Sie als Verwässerung bezeichnen, nennt sich im allgemeinen Sprachgebrauch (Hyper-)Inflation. Und das von einem der von langfristiger Preisstabilität faselt und Deflation als durchaus OK akzeptiert.

        (sprachloses kopfschütteln)

        • Josef Anton sagt:

          Es geht nicht darum, ob dies akzeptabel oder nicht ist, sondern um eine Teillösung der durch Jahrzehnte lang verfolgten inflationären Geldpolitik verursachten Problematik. Das Kreditvolumen muss auf die eine oder andere Weise reduziert werden und es stehen verschiedene Wege zur Verfügung, bis hin zur teilweisen Konfiskation von Bankkonten. Wichtig ist die gesellschaftliche Aufarbeitung sowie Akzeptanz der Massnahmen und nicht dass irgendwelche Funktionäre darüber willkürlich und alleine zugunsten der Finanzbranche entscheiden.

          Natürlich ist leichte Deflation wie leichte Inflation normalerweise ok, sofern es sich dabei um ein periodisches Wechselspiel handelt und nicht um eine lineare gleichgepolte Geldpolitik, welche tatsächlich einer schleichenden Hyperinflation gleichkommt (Blasen entstehen, weil die Menschen aus dem Geld flüchten). Man muss zwischen den Grundsätzen und der Problematik aufgrund der Verletzung dieser Grundsätze erzeugten Problematik unterscheiden.

          • urs lehmann sagt:

            „Es geht nicht darum, ob dies akzeptabel oder nicht ist,“
            Was auch immer das heissen soll

            „…sondern um eine Teillösung der durch Jahrzehnte lang verfolgten inflationären Geldpolitik verursachten Problematik.“
            Und als Lösung wollen Sie noch mehr inflationieren. Super Idee.

            „Das Kreditvolumen muss auf die eine oder andere Weise reduziert werden und es stehen verschiedene Wege zur Verfügung, bis hin zur teilweisen Konfiskation von Bankkonten.“
            Und das nachdem Sie vorgeschlagen haben, die SNB solle Banknoten verteilen (soweit ich weiss das einzige Mittel, mit dem die Geldmenge unter Umgehung der Geschäftsbanken erhöht werden kann).

          • urs lehmann sagt:

            Kommentar zu früh abgeschickt:

            “Es geht nicht darum, ob dies akzeptabel oder nicht ist,”
            Was auch immer das heissen soll angesichts Ihres anderen Statements:
            „Wichtig ist die gesellschaftliche Aufarbeitung sowie Akzeptanz der Massnahmen“

          • Josef Anton sagt:

            Wenn prinzipielle Aspekte nicht verstanden werden, ist die Verwirrung gross. Wenn das Kreditvolumen (Teil der Geldmenge) unablässig stärker als die Wirtschaft wächst, was allgemein als inflationäre oder expansive Geldpolitik bezeichnet werden kann, ist es einzig eine Frage der Zeit, bis dieses Vorgehen an seine Grenzen stossen wird, denn bei Krediten handelt es sich um Versprechungen, welche dem Vertrauen der Kreditgeber ausgesetzt sind. Wann genau dieses Vertrauen sich in Luft auflöst, ist natürlich schwierig zu beantworten. Ist es möglich ein Kreditvolumen von 4x des BIP zu unterhalten? Vielleicht schon, aber wie wäre es mit einem Kreditvolumen von 10x des BIP, womit 1% Zins 10% des BIP verschlingt? Wohl eher unwahrscheinlich.

          • Urs Lehmann sagt:

            Im einen Statement fordern Sie implizit die massive Ausweitung von M0, und im nächsten Atemzug propagieren Sie das das genaue Gegenteil davon. Daran ändern auch Hochglanzbroschüren einer Finanzboutique mit Null History nichts.

          • Josef Anton sagt:

            Inflation des Konsumentenpreisindex hängt nicht in erster Linie von M0 ab, sondern von der gesamten Geldmenge. M0 selbst ist der kleinste Teil davon. Abgesehen davon gibt es andere mögliche Mechanismen als Geldnoten zu drucken, wobei wenn ich mich mit solchen banalen Fragen abgeben muss, es wohl besser ist die Diskussion zu beenden.

          • Urs Lehmann sagt:

            Entschuldigen Sie die banale Frage, aber erläutern Sie doch mal, wie die SNB die Währung verwässern soll ohne M0 zu erhöhen, wobei das Ganze direkt den Bürgern zukommen soll d.h. die Geschäftsbaohne müssen umgangen werden.

            Notabene:
            Die SNB hat keinen direkten Kontakt mit den Bürgern (wer immer das im Detail auch sein soll).

          • Josef Anton sagt:

            Erstens habe ich nicht gesagt, dass die Basisgeldmenge nicht erhöht wird, sondern dies ist genau das Ziel Teil der Kreditmenge durch Basisgeld zu ersetzen. Zweitens wäre es ein Klacks, z.B. die Post Finance 100% zu verstaatlichen und sie entsprechend unabhängig vom restlichen Banken-Sektor zu organisieren, indem sie einzig die Funktion des Zahlungsverkehrs übernimmt und als verlängerter Arm der SNB funktioniert. Drittens betrifft die Ausweitung der Basisgeldmenge nur den Teil der Bürger, welche zur Zeit schuldenfrei sind. Viertens ist es offensichtlich, dass zugleich die Eigenkapitalquoten der Banken im gegebenen Fall derart angehoben werden, dass sich nicht sofort ein Wiederaufleben der Kreditblase eintritt und das Geldmengenwachstum in Zukunft dem Wirtschaftswachstum zu entsprechen hat.

            Der wichtigste Punkt ist allerdings, dass dies ja nicht wirklich wünschbar ist, sondern eine mögliche Teillösung der durch die fehlerhafte Geldpolitik erzeugten Problematik darstellt und keineswegs meiner grundsätzlichen Überzeugung der Abschreibung der gesamten Fehlinvestitionen entspricht, sondern eben einen Teil damit bereinigt.

          • Josef Anton sagt:

            Sie beweisen Ihre Ignoranz zur Perfektion.

          • Urs Lehmann sagt:

            „Einziger Nachteil liegt darin, dass mit solch einer Übung die SNB nicht den Banken sondern der Gesellschaft gedient hätte“
            Soviel Ihrer Definition von „nicht wünschbar“

            „Erstens habe ich nicht gesagt, dass die Basisgeldmenge nicht erhöht wird, sondern dies ist genau das Ziel Teil der Kreditmenge durch Basisgeld zu ersetzen“
            Und Basisgeld heisst in der Praxis M0 weil Sie die Banken umgehen wollen. Umgehen, nicht ersetzen, darum ist auch Ihr Postfinance-Zaubertrick nichts als Schaumschlägerei. Mal abgesehen davon, dass durch das Miteinbeziehen der Postfinance (oder wen auch immer) nur der Teufel durch Beelzebub ersetzen würde. TBTF lässt grüssen, gell.

            „…betrifft die Ausweitung der Basisgeldmenge nur den Teil der Bürger, welche zur Zeit schuldenfrei sind“
            Jedweder Kommentar erübrigt sich

          • Josef Anton sagt:

            Sie erkennen den Puck noch immer nicht. Es geht darum, einen Teil der Kreditmenge gesellschaftsverträglich und nicht einzig zum Wohle des Finanzsektors durch Basisgeld zu ersetzen. Der Mechanismus ist sicher wichtig, aber nicht entscheidend, sondern einzig Mittel zum Zweck.

            Und tatsächlich entsteht ein weiterer von den Bürokraten sicherlich unerwünschter Effekt, indem die Bevölkerung ein erhöhtes Verständnis über die Funktion der Zentralbanken gewinnt, was das Vertrauen wohl eher negativ beeinflussen dürfte.

          • Josef Anton sagt:

            In gewissem Sinne wird ja dies schon heute von den Zentralbanken bewerkstelligt, wobei sie ihre Bilanzen aufblähen, aber dies läuft einzig zum Wohle der Banken ab und nicht zum Wohle der Bevölkerung. Dass diese aufgeblähten Bilanzen je wieder einmal reduziert und normalisiert werden können ohne einen Zusammenbruch des Systems zu provozieren, ist zumindest zweifelhaft. Wenn andererseits diese Bilanzen auf diesem hohen oder noch höherem Stand beibehalten werden, handelt es indirekt genau so um die Ausweitung der Geldmenge, wie wenn man die Basisgeldmenge erweitert. Das Fed weisst z.B. einen Hebel von über 72 aus (Eigenkapital/Bilanzsumme), womit ein Verlust von 2% auf die angehäuften Papiere mehr als ihr Kapital eliminieren würde. Dies ist der Stabilität des Finanzsystems nicht zuträglich sondern erzeugt neue Sachzwänge, welche unvorhersehbare Konsequenzen nach sich ziehen mögen. Ein Hebel wirkt ähnlich wie die Geschwindigkeit beim Fahren, je höher die Geschwindigkeit desto grösser die Chance eines Totalschadens. Heute glauben die meisten Menschen daran, dass die Zentralbanken die Sache im Griff haben, wenn man jedoch sich näher damit beschäftigt, kann man sehr wohl erkennen, dass diese Leute eigentlich keine Ahnung von dem möglichen Konsequenzen ihrer Massnahmen besitzen, sondern quasi blind fliegen. Sämtliche Lehren aus der Geschichte wie ihres Gurus Keynes werden vernachlässigt im vermeintlichen Glauben, an ihre Allmacht.

          • Anh Toan sagt:

            @Seppetoni: „Verstaatlichung der Postfinance

            Die Postfinance gehört zu Prozent der Post, diese zu Prozent dem Bund, also was wollen Sie verstaatlichen?

            Meine Vrewirrung ist echt gross, ich weiss nicht, wie man einen Staatsbetrieb verstaalichen kann.

          • Anh Toan sagt:

            „Seppetoni“: „…wenn man jedoch sich näher damit beschäftigt, kann man sehr wohl erkennen, dass diese Leute (Notenbanker) eigentlich keine Ahnung von dem möglichen Konsequenzen ihrer Massnahmen besitzen, sondern quasi blind fliegen.“

            Klar doch, einzig Sie haben Durchblick, der Rest sind alles Idioten!

            Gehen Sie endlich bei Hugo Stamm schreiben. Da passen Sie besser hin.

          • Urs Lehmann sagt:

            @JA
            Zum Einen sind Ihre Statements in sich zutiefst widersprüchlich, zum Anderen behaupten Sie, so ziemlich der einzige zu sein der den Durchblick hat. Nachdem Sie davon abgekommen sind, mit Beleidigungen argumentieren zu wollen, sollten Sie sich vielleicht mal überlegen welche Schlüsse aus dieser Konstellation für Dritte naheliegend sind.

            Zum Thema Sachkenntnis und Logik:
            Bargeld ist im Grunde ein ewiger zinsloser Kredit ohne Kündigungsfrist an die Nationalbank. Sie fordern somit, Bankkredite durch Kredite an die SNB(die Bürger werden plötzlich zu Gläubigern) zu ersetzen um die gesamte Kreditmenge zu reduzieren. Mal ganz abgesehen davon, dass schuldenfreie Schuldner [Ihr Selektionskriterium] plötzlich zu Gläubigern werden, ändert sich an der gesamten Kreditmenge nicht das geringste.

            Wie AT bereits angemerkt hat ist die Postfinance sowieso schon in Staatsbesitz, gibt also nix zu verstaatlichen. Ausserdem hat sie seit Mitte 2012 eine Banklizenz, fält somit unter „muss umgangen werden“. Das geht auch daraus hervor, wie die SNB die verbucht.

            Zum Thema Widerspruch siehe vorherige Posts, und weil’s so schön ist hier noch eins:
            Sie zitieren Friedman um ihm unmittelbar darauf zu widersprechen indem Sie Ihre eigene, sehr kreative, Definition von Inflation hervorzuklauben. Und natürlich führen Sie Ihre Behauptung nicht weiter aus sondern lassen sie einfach so im Raum stehen. Aber vielleicht wollten Sie sich ganz einfach nicht noch zusätzlich widersprechen, was ich durchaus nachvollziehen könnte.

          • Josef Anton sagt:

            Es ändert sich nichts, wobei Sie gerade erklären, was der Unterschied zwischen Basisgeld und Krediten darstellt. Basisgeld stellt ein anteiliger Anspruch am BIP dar, während Kredite privater Natur sein sollten und deren Fragwürdigkeit die heutige Problematik produzierte. Die Post Finance soll einzig ein Beispiel darstellen, wie es verhältnismässig einfach wäre ein bankenunabhängiges System zu errichten und die Tatsache, dass z.B. die Post Finance schon staatlich ist oder eine Banklizenz erhalten hat, ist leicht zu ändern, also eine Diskussion um etwa die 3. Zahl nach dem Komma. Wie erwähnt, stellt solch ein Konzept einzig eine Teillösung dar, sondern parallel müssen nicht mehr rückzahlbare Kredite den Weg Richtung Abschreibung finden und nicht weiterhin einzig durch Manipulationen der Zentralbanken künstlich am Leben erhalten werden.

            Oder glauben Sie wirklich, dass wir auf immer und ewig die Kreditmenge im System stärker wachsen lassen können als die Wirtschaft wächst? Können Sie mir erklären, wie dieses Vorgehen erfolgreich sein soll?

          • Urs Lehmann sagt:

            Mir ging es in diesem Fred darum, Ihnen die direkten und offensichtlichen Widersprüche in Ihren Aussagen vor Augen zu führen. Aber offensichtlich sind Sie mindestens auf diesem Ohr taub, Sie gewinnen.

          • Josef Anton sagt:

            @ Urs

            Ich verstehe Ihre Einwände gut, denn es widerspricht meiner Überlegung, dass Geldentwertung aufgrund der Reflexivität eine entsprechende Verhaltensveränderung nach sich zieht, welche zerstörerisch auf die Gesellschaftsordnung wirkt. Ich vertrete die Ansicht, nachdem dieses Problem nun einmal kreiert wurde, dass man eine Lösung versucht gesellschaftsverträglich zu gestalten, denn schlussendlich wird die Bevölkerung darunter leiden und die Wirtschaft inkl. Banken existieren in erster Linie zum Wohle der Gesellschaft ansonsten sie ihre Existenzberechtigung verlieren, wie dies normalerweise automatisch durch Umsatzeinbruch bewirkt wird. Darin bilden Banken, in erster Linie TBTF Institute, eine Art Ausnahme, indem sie die Gesellschaft quasi erpressen, womit wir einen Weg finden müssen, deren Macht zu reduzieren. Und dies ist einzig möglich, indem man Kreditvolumen durch Basisgeld ersetzt, sofern man die Geldmenge nicht wirklich massiv reduzieren will. Natürlich sind weitere Massnahmen wichtig, welche die zukünftige Nachhaltigkeit und Stabilität des Finanzsystems sicherstellen.

            Die beleidigende Bemerkung wurde versehentlich am falschen Ort platziert und war nicht auf Sie gemünzt.

        • ast sagt:

          @Lehmann

          Schädlichkeit von Deflation

          Deflation behindere den Kauf neuer Produkte, da Konsumenten stets darauf warten würden das Produkte noch billiger werden. Das stimmt aber nicht immer, nämlich überall dort nicht wo die Technologie schnelle Fortschritte macht. Die Kunden warten etwa bei Mobiltelefonen kaum ab bis sie noch billiger werden. Je günstiger Produkte sind, desto weniger schauen Konsumenten auf die Preisentwicklung. Technologischer Fortschritt wie Automatisierung kann zu natürlicher Deflation führen, die gewiss nicht schädlich ist (es sei denn Arbeitsplätze gehen dabei mehr verloren als sie infolge neuer Technologie wieder enstehen, oder wenn die Politik falsch darauf reagiert).

          Genau in diesem Bereich gibt es derzeit Deflation, nicht aber bei teuren Dingen wie Immobilien oder gar Luxusartikel. Man muss zuerst ansehen wo genau Deflation entsteht um die Aussage zu wagen ob die Gesamtentwicklung des Warenkorbes gefährlich ist oder nicht. Aus meiner Sicht tun dies die Notenbanken leider eher nicht.

          • Josef Marti sagt:

            Deflation sollte nicht verwechselt werden mit technologischem Fortschritt und Produktivitätszuwachs. Deflation, das ist nicht nur einfach die Situation sinkender Preise, wie wir es bei steigenden Skalenerträgen sehen können, wodurch die Preise einzelner Produkte gesenkt werden können, je mehr Anbieter es dem Pionierunternehmen nachahmen. Deflation bedeutet sinkende Preise auf breiter Front und zwar in Folge einer Wirtschaftskrise.
            Die unerwartet hohe Kaufkraft der Konsumenten und fallende Kosten, das ist eine Sache. Die andere Sache sind sinkende Erlöse, die nicht mehr mit den Zins-, Lohn- und Tilgungsverpflichtungen der Unternehmer mithalten können; die sinken nämlich nicht gleich schnell und die Unternehmen realisieren Deflationsverluste und gehen daran pleite. Deflation ist also ein allgemeiner, signifikanter und vor allem anhaltender Rückgang des Preisniveaus für Waren, Dienstleistungen und Vermögenspositionen. Vor allen Dingen aber ist Deflation immer schwerwiegender als eine moderate Inflation, denn sie führt zu massenhafter Unternehmenszusammenbrüche und in deren Folge zu Massenarbeitslosigkeit. Den Arbeitslosen und insolventen Unternehmern nützen auf diese Weise sinkende Preise letztlich gar nichts.

          • urs lehmann sagt:

            Ich bin ebenfalls nicht überzeugt, dass dieses allgemein angebrachte Argument tatsächlich stichhaltig ist. Wenn es korrekt wäre, so gäbe es keine Nachfrage nach horrend teuren Konsumkrediten (CH zu 14%, USA 18% IIRC), und auch Pfandleiher hätten mMn kein Auskommen (sind zumindest in den USA immer noch gang und gäbe).

            Hingegen halte ich die Mobiltelefonie für ein schleches Beispiel, die weithin ungenutzte Möglichkeit, auf billigere Produkte/Dienste auszuweichen (wohl jeder hier kennt die Schlagzeile der Comparis-Studie dass die Konsomenten xyz Millionen zuviel zahlen), zeigt dass der Preis im besten Fall eines von vielen Kriterien ist.

            Aus meiner Sicht würde im Wesentlichen kein Unterschied bestehenn zwischen In- und Deflation falls alle Wirtschaftssubjekte ihr Scherflein beitragen würden. Die Realität funktioniert leider etwas anders (siehe unten), Resultat wäre auch hier dass die Hauptlast „kleinen Arbeiter“ bzw. dem Mittelstand hängenbliebe da Kapital viel mobiler ist als Menschen.

            Beispiel:
            In der 2.Säule sind die versprochenen Renten garantiert, typischerweise berechnet unter der Annahme von 4% Zins p.a. Dies ist bereits heute problematisch und führt zu Umverteilungen von Jung nach Alt im Umfang von 5-10Mrd p.a.

            Deflation ist gleichbedeutend mit einer entsprechenden Rentenerhöhung, was die Umverteilung unmittelbar verstärkt. Eine Anpassung, sei das nun über eine Rentenreduktion oder anderes, ist angesichts von Stimmverhalten und Demografie wenig realistisch, womit nur schon in diesem Bereich zutiefst asoziale Auswirkungen zu erwarten wären. Rechnen Sie die Umverteilung durch KK, AHV, Alterspflege, etc hinzu, vergleichen das Ganze mit der Vermögensverteilung in der CH, und Sie erhalten ein Musterbeispiel von „Diktatur der Mehrheit (der Stimmenden)“.

            Weitere Beispiele wären:
            – Nominalwerte (Obli, Geld auf dem Konto, halt alles auf dem ein klarer Betrag steht) wird heute durch die Vermögenssteuer und die Besteuerung der Zinsen als Einnahmen auf zwei Ebenen besteuert. Mit Deflation fällt die Besteuerung der Zinsen weg, die Steuerquote der Wohlhabenden wird reduziert
            – Da unter Deflation Nominalwerte keinen Zins tragen, kann man es genausogut in den (Bank-)tresor legen. Dadurch wird das Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen, und (Vermögens-)Steuerhinterziehung wird massiv vereinfacht
            – die Geschichte nach dem 2.WK zeigt, dass Demokratien kaum je ihre Schulden abzahlen. „Dank“ Inflation werden sie wenigstens kalt entwertet, mit Deflation hingegen gewinnen sie sogar noch an Kaufkraft, d.h. die Belastung der nachfolgenden Generationen wird erhöht. U.U wird sogar ein Szenario à la GR produziert, was wohl die wenigsten als „sozial“ werden
            – Falls die Zentralbank Deflation gesteuert herbeiführt, so heisst das reduzierter Geldumlauf und damit Abkühlung der Wirtschaft (Rezession über mehrere Jahre!!!), verbunden mit erzwungener Reduktion der Bankkredite, z.T. durch Kündigung, was mit Sicherheit die Unternehmenskonkurse erhöhen würde. Im Grunde würde genau das induziert, was in den letzten Jahren mit aller Gewalt verhindert wurde

            Wahrscheinlich gäbe es noch viel mehr Beispiele, warum Deflation alles andere als wünschenswert ist.

            Das ist im Kern auch der Grund, weshalb ich den Goldstandard für schlecht halte:
            Auch unter dem Goldstandard sind massiv inflationäre Phasen aufgetreten, z.B. 100% Inflation kumuliert über 5-6 Jahre Jahre. Deshalb heisst langfristiger Kaufkrafterhalt zwingend, dass auch (stark?) deflationäre Phasen auftreten, und dafür ist mir persönlich der Preis zu hoch.

          • Josef Marti sagt:

            Betr. 2. Säule siehts aber düster aus Herr Lehmann: Im überobligatorischen Teil haben wir jetzt schon Umwandlungssätze von 5,8% Tendenz sinkend, Zinsen sind 1-1,5%, es wären sogar Negativzinsen zulässig; die Differenz zum BVG Minimum wird immer kleiner. Wer jetzt <50 ist und vielleicht TFr 20 bis 30 Altersgutschriften p.a. erhält bekommt im Pensionsalter 70 davon höchsten noch eine BVG Minimalrente welche dann mit Umwandlungssatz von dann vielleicht 3% gegen Null tendiert. Die Renten sind also alles andere als garantiert, im Gegenteil garantiert ist, dass unsere Altersgutschriften z.G. Establishment kalt umverteilt werden. Die Beletage Versicherungen des Establishments sind davon natürlich nicht betroffen.

          • Urs Lehmann sagt:

            Ich habe auch nicht die zukünftigen Renten gemeint, sondern in erster Linie die bereits zugesagten. Betreffend Umverteilung stimme ich Ihnen voll zu.

            Wie stark die profitorientierten Versicherungen übermässig abschöpfen, kann wahrscheinlich niemand wirklich beurteilen. Auffällig ist allerdings, dass die grossen Versicherungen seit etwa zehn Jahren warnen und den Geschäftszweig trotzdem immer noch führen.

            Am sympathischsten wäre mir eine Aufteilung von Versicherung und Vermögensverwaltung, mit individueller Entscheidungsfreiheit durch die Versicherten wer die Leistung erbringen soll.

          • Josef Anton sagt:

            Inflation

            Für den Begriff der Inflation gibt es unterschiedlichste Definitionen. Inflation ist generell ein monetäres Phänomen. Deshalb ist es sinnvoll, eine klare Abgrenzung der Begriffe Inflation und Teuerung vorzunehmen: Inflation bezeichnet die Ausweitung der ungedeckten Geldmenge. Teuerung beschreibt hingegen den Anstieg des Preisniveaus, wobei im Sprachgebrauch meist nur das Ansteigen der Konsumentenpreise liegt. Heutzutage werden beide Begriffe jedoch synonym verwendet. Diese Begriffsverwirrung hat schwerwiegende Konsequenzen. So verhindert die sprachliche Erblindung das Erkennen der Ursache-Wirkungs-Beziehung und verhindert die Problemlösung. Stattdessen werden untaugliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Teuerungswelle wie Preisregulierungen und Verstaatlichungen gefordert, während im Hintergrund die Inflationierung munter vorangetrieben wird.

          • Anh Toan sagt:

            @Seppetoni

            Für den Begriff Inflation verwendet Sie eine unterschiedliche Definition als der Rest der Welt.

            Zudem ist Ihre Definition unpräzis. Was ist Geldmenge (m1, m2, mX?) und was der „ungedeckte“ Teil davon?

          • Josef Anton sagt:

            Wenn Sie etwas nicht verstehen, heisst es nicht, dass es nicht korrekt ist, sondern eher, dass Sie durch Ignoranz glänzen wollen. Geldmenge ist Basisgeld plus systemweites Kreditvolumen. Ich bin nicht hier, um einem penetranten Nein-Sager die Basis der ökonomischen Zusammenhänge und Begriffe beizubringen.

          • Josef Anton sagt:

            Was will man um die 3. Zahl nach dem Komma diskutieren, wenn nicht einmal die Zahl vor dem Komma verstanden wird.

          • Anh Toan sagt:

            Wer weiss, dass er etwas so komplexes wie Volkswirtschaft versteht, ist Gott. Menschen mit Verstand erkennen, das Entscheidende, Interessante sind die Fragen, die Antworten ändern sich mit der Zeit.

            Wer sagt, alle Volkswirtschaftsprofs, alle Notenbanker, die Kommentatoren hier (Marti, Lehmann, Baer, Ueli usw.) von Links bis Wirtschaftsliberal seien korrupt oder dumm („Sie erkennen den Puck noch immer nicht“) ist selber….

            Wer weiss, lernt und denkt nicht mehr, wozu auch?

            Wozu sind Sie hier? Hilft es Ihrem Ego? Ich lese und schreibe hier, weil es mein Verständnis volkswirtschaftlicher Zusammenhänge vertieft, Sie haben dies nicht nötig, Sie verkünden Wahrheit. Wollte ich Wahrheit hören, würde ich meine Zeit in einem Gotteshaus verbringen, nicht in einem Wirtschaftsblog!

            Sie haben noch immer Ehrenschulden!

          • Anh Toan sagt:

            Ihre Ehrenschulden belaufen sich auf vier Zahlen vor dem Komma.

          • A) Die Post/PostFinance ist kein Staatsbetrieb sondern eine AG und damit ein proto-privatisiertes Unternehmen, an dem der Bund anachronistischerweise zu 100% beteiligt ist. Der Bund muss aber nur deren Aktien an der Börse verzocken, so wie es die Liberalen bei der Swisscom seit Jahren fordern, damit die Dividenden endlich statt an den Bund in die Taschen der Reichen fliessen, wo sie hingehören. Gott (Markt) will es!

            B) „Wer weiss, dass er etwas so komplexes wie Volkswirtschaft versteht, ist Gott.“ (Anh Toan)
            Anders formuliert: Gottes (Markt) Wege sind unergründlich. Wegen Aussagen wie dieser sage ich seit Jahren, Ökonomie sei die Theologie des Marktes (vgl auch Jochen Hörisch, „Man muss daran glauben“).

            Natürlich lässt sich eine Volkswirtschaft ebenso verstehen wie globale Wettersysteme. Auch letztere sind schliesslich chaotische, dynamische Systeme und trotzdem einer wissenschaftlichen Analyse zugänglich. Natürlich sind in der Meteorologie (Vor-)Aussagen nur im kurzfristigen (ein paar Tage: Wetter) und langfristigen (ein paar Jahre: Klima) Bereich möglich, da im „Loch“ dazwischen die chaotischen Bewegungen eine Voraussage verunmöglichen. Genauso ist es vermutlich in der Ökonomie, aber nur, wenn man bereit ist, religiöse Dogmen über Bord zu werfen und nur noch auf beobachtbare Sachverhalte abzustützen.

          • Josef Anton sagt:

            Genau, ökonomische Lehre ist das Studium des Verhaltens des Menschen, wobei die Komplexität es nicht zulasst, aufgrund von etwelchen mathematischen Modellen eine zentralistische Planung vorzunehmen, da aufgrund der Reflexivität entstehenden 2. und 3. Runden-Effekte nicht modellierbar sind, da dabei qualitative und nicht messbare Werte mitspielen.

            Eine Frage eines Studenten an Bernanke: ‘If you knew in 2006 what you know now, what step or steps would you have taken then to prevent or ameliorate the financial crisis and subsequent severe downturn?’

            Antwort Bernanke’s: “Well that’s a really unfair question. I mean, the reality is that everybody – every policymaker has to make – this is the nature of policy – it has to be made in very, very foggy conditions with very imperfect information – a lot of uncertainty. ….

            Tönt dies danach, dass Bernanke ein konzeptionelles Verständnis für die Problematik entwickelt hat? Nicht in meinen Ohren.

          • Anh Toan sagt:

            Geil, der Linksdogmatiker (die Post ist nicht staatlich weil AG, als wäre die Organisationsform relevant betreffend Verstaatlichung=Überführung von Privateigentum in Staatseigentum) und der Dogmatiker des freien Marktes vereinigen sich im Bashing der Oekonomen als Dogmatiker:

            Es ist typisch für Dogmatiker, andere als Dogmatiker zu bezeichnen.

            @Ralph Sommerer: Vorhersehbarkeit: Wieviel regnet es heute Nachmittag in Münsingen zwischen 15 und 15.15 Uhr?

          • Anh Toan sagt:

            Würden wir das Wetter verstehen, könnten wir es machen.

            Volkwirtschaft passiert, ist das Ergebnis einer riesigen Anzahl von Faktoren (Messbaren wie Zinsen, Geldmengen, Handelsbilanzen usw., nicht messbaren wie Vertrauen, und Zufall wie Naturkatastrophen, Seuchen bei Nutztieren, Schädlingen bei Pflanzen), und darum werden wir diese nie wirklich verstehen. Was nicht heisst, dass wie in der Meterologie gewisse regelmässigkeiten erkannt und daraus Kausalzusammenhänge hergeleitet werden können, jedoch nicht im Sinne einer absoluten Kausalalität, sondern im Sinne von diese Ursache hat diesen Erfolg, sondern nur im Sinne von diese Ursache wirkt meistens mehr oder weniger stark (unter Voraussetzung A eher mehr als unter Voraussetzung B usw) in Richtung dieses Erfolgs.

            Das nenne ich nicht „verstehen“, Und dem stimmen wohl die meisten Volkswirte grob zu. Fas breite Publikum will jedoch Wissen hören. Früher hat die Kirche davon gelebt, Wissen zu verkaufen, heute leben die Massenmedien (und die Politiker) davon. „Ich weiss nicht“ ist unverkäuflich, Unwissen hat man schon genug.

            Wir soenn Sie wissen wollen, was Volkswirte machen, lesen Sie Dissertationen usw, nicht Massenmedien.

          • @Anh Toan.

            1. Als Staatsbetriebe gelten Anstalten öffentlichen Rechts. Die ZKB ist ein Staatsbetrieb, da staatliche Organe (Kantonsrat) die Oberaufsicht — wenn auch nicht zwingend jene über das Tagesgeschäft — haben. Post, Swisscom sind keine Staatsbetriebe, sondern privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen („Aktiengesellschaften“). Nur weil der Bund die Aktienmehrheit hat, ist es noch lange kein Staatsbetrieb. Ist Emirates (airline) ein Staatsbetrieb?

            2. Ich nehme an, ihre „Wetter-um-15:00“-Bemerkung war ein peinlicher Ausrutscher, für den Sie sich jetzt schämen. Ich kommentiere ihn daher nicht weiter.

            3. Analysen chaotischer Systeme wie dem Wetter stützen sich auf Beobachtungen. Daraus lassen sich Muster erkennen und daraus wiederum Modelle konstruieren, die über kürzere Zeiträume (max 14 Tage) genügend oft genügend genaue Voraussagen machen lassen. Danach laufen Modelle und Realität auseinander (Chaos). Erst über längere Zeiträume lassen sich wieder Schwankungs-Muster erkennen. Diese lassen sich in Klimamodellen kondensieren.

            Dasselbe Prinzip kann m.E. auch in der Ökonomie angewendet werden, wenn man will. Der Wirtschaftsverlauf über ein paar Tage (Wochen?) sollte sich mit geeigneten Modellen vorhersehen lassen. Natürlich lässt sich damit nicht bestimmen, ob Herr Meier am Mittwoch um 15:00 eine Banane oder ein iPad kauft. So etwas kann nur verlangen, der von Wissenschaft keine Ahnung hat. Anderserseits sollten sich analog zum Klima mit geeigneten langfrist-Modellen auch Konjunkturzyklen und Finanzkrisen vorhersehen lassen.

            Haben Sie sich nie gefragt, wieso von den zehntausenden von Ökonomen an all den Hochschulen kein einziger die Finanzkrise vorhergesehen hat? Natürlich nicht! Der liberale Dogmatiker glaubt und hinterfragt nicht! Es gibt aber einen Grund für dieses Versagen, und der liegt im Kern darin, dass Ökonomie eben keine Wissenschaft betreibt (und tatsächlich am realen Wirtschaftsgeschehen nicht interessiert ist), sondern Theologie, Indoktrination und Propaganda. Ihre Modelle sind keine (inhärent mangelhaften) Abbilder der Realität wie in der Meteorologie, sondern göttliche, perfekte Idealisierungen. Gott (der Freie Markt) maximiert die soziale Wohlfahrt! Was dieses Idealbild stört, wird ignoriert. Daher kommen Kredite, Schulden, Banken in der reinen Lehre nicht vor, denn die Modelle werden instabil, wenn Geld dazukommt, und wie kann man Staatseingriffe in Märkte verbieten, wenn sich Gott (Markt) als torkelnder Irrer erweist? Also lehrt man lieber falsche Modelle, in denen Krisen nicht vorkommen, um das schöne Bild zu erhalten. Realitätsverleugnung ist das Wesen einer Theologie.

            Weiterführende Literatur:
            Rod Hill &Tony Myatt: The Economics Anti-Textbook
            Jochen Hörisch: Man muss dran glauben – Die Theologie der Märkte

          • Anh Toan sagt:

            @Ralph Sommerer: Staatsbetrieb = Öffentliche Unternehmen (auch Staatsunternehmen genannt) sind öffentlich-rechtlich oder privat-rechtlich organisierte Unternehmen im Eigentum des Staates. (Sagt zumindest Wikipedia, )

            Die Post ist sogar nur subsidiär privatrechtlich organisiert.

            Die Post ist eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft. Also eine Gesellschaft des öffentlich und nicht des Privatrechts. Das OR gilt nur subsidiär, nämlich wenn das Postorganisationsgesetz nichts anderes sagt. Änderungen des Postorganisationsgesetzes beschliessen nicht die Aktionäre, sondern das Parlament und fakultativ das Volk. Den Aktionären sind Rechte entzogen, welche die Statuten einer AG nach OR nie den Aktionären entziehen dürfen. Der Bund muss zumindest die Mehrheit der Stimmen haben. Die Post ist ein Staatsbetrieb, solange der Gesetzgeber nichts anderes beschliesst.

            Sie lesen AG, also Aktien und Kapital, und dann wissen Sie, es ist privat und böse.

            Das mit dem Wetter nehme ich nicht zurück, würden wir wirklich verstehen, könnten wir nicht nur präzise Vorhersagen machen, sondern dieses bewusst und vorhersehbar beeinflussen.

            Zumindest gibt es unzählige Oekonomen, die behaupten die Finanzkrise vorhergesehen zu haben. Ich habe keine Zweifel, dass einige davon irgendwie sowas vorhergesagt haben.Die Frage bleibt, wie oft diese Krisen vorhergesagt haben, die nicht eingetroffen sind.

            Warum denken Sie, Oekonomen könnten die Zukunft vorhersagen? Wie sollten diese Ihre Ansprüche erfüllen? Auch ein Arzt sagt Ihnen nicht, wann und ob Sie an einer Krankheit sterben, er diagnostiziert diese und versucht, diese zu tharapieren oder zumindest die Symptome zu lindern usw. Ihren Tod kann er nicht vorhersagen, auch den Krankheitsverlauf in Ihrem Fall nicht.

            Oekonomen wissen, dass es in der Realität keinen freien Markt gibt, allenfalls die, welche Oekonomie bei der Migros Clubschule studiert haben oder an einem Powersellerseminar oder so.

          • „Das mit dem Wetter nehme ich nicht zurück, würden wir wirklich verstehen, könnten wir nicht nur präzise Vorhersagen machen, sondern dieses bewusst und vorhersehbar beeinflussen.“

            Das ist objektiv falsch. Verstehen heisst nicht „ändern können“. Oder ist Meteorologie keine Wissenschaft, weil wir das Wetter nicht beeinflussen können?!? Abläufe in der Meteorologie sind chaotisch und damit grundsätzlich unvorhersagbar. Wir können aber trotzdem wegen seiner Trägheit für ein paar Tage das Wetter mit einiger Genauigkeit (c.a. 80%; je ferner desto schlechter) vorhersagen. Das ist der tiefere Sinn hinter „genügend oft genügend genau“ (Schlüsselwort: „genügend“).

            Ich „will“ auch überhaupt nichts „voraussagen“. Ich sage lediglich, dass ich keinen Grund sehe, wieso eine wissenschaftlich (also nicht-ideologisch) betriebene Ökonomie nicht mit einiger Genauigkeit gültige Aussagen zu aktuellen ökonomischen Prozessen machen und vor allem auch im Gange befindliche Krisen bemerken kann (IMF-Chefökonom Oliver Blanchard hat bekanntlich 3 Monate vor dem Kollaps der Weltwirtschaft verkündet: „the state of macro is good“). Der Wissenschaftler bewertet eine Thoerie danach, ob deren Voraussagen mit Beobachtungen übereinstimmen, der Ideologe/Dogmatiker, ob die „korrekten“ linientreuen Voraussagen gemacht werden.

            Wenn ich „Finanzkrise vorhersehen“ schreibe, meine ich nicht „in Lumpen gekleidet an der Strassenecke stehend mit einem Kartonschild vor der Brust, auf dem steht: ‚Bereuet, das Ende ist nah!‘ “ sondern eine Art mathematisches Modell. Der bekannteste Voraussager ist diesbezüglich Prof. Steve „Debunking Economics“ Keen.

            Meine Bemerkungen zur Post nehme ich zurück und behaupte nun das Gegenteil.

          • Urs Lehmann sagt:

            Staatsbetrieb:
            Der Bund scheint das Ganze seit Kurzem anders zu definieren, vgl RVOV, Stand 1.1.2014. Gem Anhang 1 wird keines der üblichen Beispiele mehr als Staatsbetrieb angesehen, allerdings fehlt da sogar die SNB!!!

          • Anh Toan sagt:

            @Urs Lehmann: Ich mochte Verwaltungsrecht noch nie aber ich meine

            Post und SBB sind im Anhang 1 unter Ziff 2.3 unter Verwaltungseinheiten der dezentralen Bundesverwaltung aufgeführt.

            Übrigens ist AUCH die SBB eine AG des öff.Recht. (SBBG)

          • Anh Toan sagt:

            @Urs Lehmann. Wie gesagt, ich mochte Verwaltungsrecht noch nie, mein vorheriger Post ist falsch

            SBB, NB und Post unterstehen dem Gesamtbundesrat, der Regierung und nicht dem Departementsvorsteher, dem untersteht die Verwaltung. (Der BR führt die SBB mit Leistungsvereinbarung mit nach Anhörung der Kantone und Genehmigung Bundesversammlung, die Post mit Eignerstrategie ohne Genehmigung durch Bundesversammlung) Das Bahngesetz sieht die Behandlung des Personals als Bundespersonal vor (evtl GAV Abweichungen), das Postgesetz die Arbeitsveträge nach Privatrecht und Gesamtarbeitsvertrag (zwingend). Sie gehören nicht zur Bundesverwaltung, sind aber dennoch Staatsbetriebe, Staatsunternehmen.

          • Josef Anton sagt:

            Das Wetter langfristig zu prognostizieren ist wahrscheinlich einfacher als die Entwicklung einer Planwirtschaft, denn beim Wetter entstehen keine Wechselwirkungen durch Einflussnahme von etwelchen Bürokraten, sondern man beobachtet einzig, wobei im Bereiche der Wirtschaft der Glaube vertreten wird, dass man diese Steuern, Manipulieren, Fördern etc. kann, wobei diese Bürokraten nicht die intellektuelle Fähigkeit besitzen, die durch Massnahmen erzeugten und auf Reflexivität beruhenden Verhaltensveränderungen, wie 2. und 3. Runden-Effekte zu verstehen. Trotz dieses Umstandes lassen sie sich nicht davon abbringen, immer stärker sich ins Leben der Menschen einzumischen um ihre persönliche Zukunft und Existenzberechtigung zu sichern (menschlich verständlich), was den krebsartigen Wachstum eines solchen Organismus nach sich zieht.

  • Dani Keller sagt:

    Bedenklich bei der SNB stimmt mich, dass trotz der (leichten) Entspannung (=keine neuen Devisenkäufe laut SNB) die Währungsreserven kein bisschen abgebaut werden konnten.
    Möglicher Folgerung: je länger die SNB bei der Untergrenze bleibt und zuwartet, umso böser das Erwachen (=extrem hohe Währungsverluste welche die SNB und CH erschüttern könnte).
    Einfach nur beten und hoffen wie aktuell, scheint mir keine Strategie zu sein.

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