Die Instabilität des Goldstandards

m Goldlager der Zuercher Kantonalbank in Zuerich am 8. August 2011. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Hier ist alles Gold, was glänzt: Im Goldlager der Zürcher Kantonalbank in Zürich, 8. August 2011. (Keystone/Martin Rütschi)

Die Liste der Vorschläge zur Verbesserung des heutigen Währungssystems ist in den letzten Jahren immer länger geworden. Der populärste Gegenentwurf ist zweifellos der Goldstandard. Seine Anhänger argumentieren, dass die Weltwirtschaft unter einem Goldstandard viel stabiler wäre.

Stimmt das wirklich?

Langfristig gesehen, sieht man nur bei den Preisen eine höhere Stabilität als in den letzten 40 Jahren, in denen das Gold für das Währungssystem keine Rolle mehr gespielt hat. Aber bereits bei kurzfristiger Betrachtung ist der Befund weniger eindeutig. In der Zeit, in der Grossbritannien den Goldstandard hatte (1821 bis 1914), waren die kurzfristigen Schwankungen der Inflationsrate höher als in den letzten zwanzig Jahren, wie die Grafik zeigt.

Auch bei der Finanzstabilität schneidet der Goldstandard nicht besser ab als das heutige Währungssystem mit flexiblen Wechselkursen. Das 19. Jahrhundert war eine Zeit, in der die Krisenfrequenz recht hoch war. Zwischen 1815 und 1914 gab es nicht weniger als zehn Bankenkrisen, die international übertragen wurden. Zudem nahm die Heftigkeit der Krisen zu. 1890 konnte die Bank of England den Goldstandard nur aufrechterhalten, weil die französische Zentralbank zu Hilfe eilte. Auch 1907 war die Lage besonders kritisch. In den USA war die Stabilität des Finanzsystems so stark bedroht, dass der Kongress zur Gründung einer Zentralbank (1913) schritt.

Wie eine Grafik von Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff zeigt, hängt die Stärke von internationalen Finanzkrisen weniger mit dem Währungssystem als mit dem Ausmass internationaler Kapitalmobilität zusammen. Die rote Linie zeigt den Anstieg der internationalen Kapitalmobilität (linke Skala), die blaue Linie zeigt die Häufigkeit von Bankenkrisen (rechte Skala).

Daraus lassen sich zwei Schlussfolgerungen ziehen:

  1. Die Frage des Währungssystems ist wichtig, aber viele Probleme bleiben, auch wenn man ein anderes Währungssystem wählt. (Der Euro hat die deutsche Dominanz nicht zum Verschwinden gebracht, wie französische Politiker naiverweise glaubten.)
  2. Wenn man Bankenkrisen verhindern will, muss man die Kapitalmobilität einschränken. Weil das aber niemand wirklich will, muss man die Eigenkapitalbasis der Banken stärken, damit sie die Krisen absorbieren können.

205 Kommentare zu «Die Instabilität des Goldstandards»

  • will williamson sagt:

    An die Befürworter der Goldwährung: Der IWF will keine goldgedeckten Währungen. Insofern ist anzunehmen, dass er auch keine Goldwährung will. Deshalb wurde die Schweiz ja seinerzeit beim Beitritt zum IWF gezwungen, 1300 Tonnen Gold zu verkaufen. Eigentlich hätte der IWF im Zusammenhang mit der Aufgabe des Goldstandards seine Daseinsberechtigung verloren. Wie das aber Bürokraten so an sich haben, haben sie sich einfach eine neue Aufgabe zugelegt, die Umverteilung von arm zu reich und haben damit im Gegensatz zum Goldstandard überlebt.

  • Linus Huber sagt:

    @ Alle Leser dieses Blogs.

    Wer ist bereit, folgende Petition an den Bundesrat mit zu unterschreiben (Kurzfassung)?

    Es ist eine vertretbare Position in einem Rechtsstaat, sein Vermoegen, aus welchen Gruenden auch immer, in der Form von Bargeld zu halten. Im Sinne der Verfassung wird Eigentum (auch Eigentum in der Form von Bargeld) geschuetzt. Da Bargeld einen Anspruch auf einen Anteil der volkswirtschaftlichen Leistung darstellt, darf daher seine Kaufkraft nicht beeintraechtigt werden, ansonsten gemaess Bundesverfassung ein Anspruch fuer eine entsprechende Entschaedigung geltend gemacht werden kann. Wenn aufgrund volkswirtschaftlicher Gruende die Waehrung entwertet wird, kann dies dieses Recht der Kompensation nicht eliminieren. Die Petition verlangt, dass der Bundesrat in seiner Pflicht, die Verfassung und Gesetze nach bestem Wissen und Gewissen nachzuvollziehen, eine entsprechende Berechnung der Geldentwertung (welche sich aufgrund der Geldmenge und Bevoelkerungszahl statistisch problemlos erheben laesst) vornimmt und ein Kompensationssystem etabliert.

    • A. Koch sagt:

      Gold (u. allenfalls Silber) als freihandelbare Parallelwaehrungen waer schon genug.

      • Linus Huber sagt:

        Ja, wurde von einigen Parlamentariern versucht einzufuehren und wurde abgelehnt. Deswegen dieser indirekte Versuch, Druck zu erzeugen.

    • G. Nardone sagt:

      @Linus Huber:
      – Sie sind nicht Eigentümer von Geld …
      – … deshalb wird Ihnen kein einziges Gericht recht geben was die Entschädigungen betrifft
      – Der Geld-Sparer entwertet sein Geld selbst & ist somit selber schuld, Geld sparen blockiert die Wirtschaft, wer blockiert wird gebüsst, weil unverantwortlich & in Ihrem Fall noch unbelehrbar
      – Ganz abgesehen davon, wäre man ja sowieso ziemlich blöd etwas zu sparen, dass ja gem. Ihrer Meinung eh „nur Papier“ ist. Kaufen Sie sich doch Gold heute, wenn Sie so drauf stehen, ist doch nicht verboten
      – Ihre Vorschläge werden Null,x Chancen haben

      • A. Koch sagt:

        G. Nardone, wie kann der Sparer sein Geld SELBST ENTWERTEN ??? Bitte erklaeren Sie mir dies. Zudem, der Sparer macht nichts falsches. Was sind denn z.B. die ganze AHV et al. ? Sparen heisst sich Reserven (und somit eine gewisse Sicherheit) verschaffen fuer die Zukunft (z.b. fuer ein Haus, ein Auto, oder die Kinder). Zudem dient Erspartes bis zu einem gewissen Teil auch als Kapital (z.B. im Falle von Einlagen bei Banken, Aktienkapital, oder Anlage in Obligationen). Ich moechte mal sehn was passiert wenn alle a) ihre Ersparnisse abheben (=MEGA-Bankrun den einige Banken wohl nicht ueberstehen wuerden, hint: Zypern) and b) diese dann ausgeben (hello hyperinflation). Wo ich ihnen recht gebe, die SNB als Herausgeberin der Waehrung besitzt sie, und kann sie bis zu einem gewissen Grad entwerten (z.B. Euro-peg), nicht aber ich als „Halter“ von CHF. Dass der Vorschlag von Hrn. Huber politisch nicht durchsetzbar ist (leider), denk ich auch, obwohl’s eigentlich in die richtige Richtung hinzielt. Das momentane System wird mit dem gleichen BS weiterlaufen, bis es nicht mehr funktioniert, und alle werden sagen „das haben wir aber nicht sehen kommen“. 2008 reloaded im Quadrat. The board is set, the pieces are moving. You were warned. Will you be ready? LG ak

        • G. Nardone sagt:

          @A. Koch: Sparen ist offensichtlich völlig in Ordnung für jeden Einzelnen, darum geht es mir nicht, Geld-Sparen aber ist relativ nicht so gut für die ganze Wirtschaft & das wirkt sich auf viele Wirtschaftsteilnehmer aus, man unterscheide zwischen Sparen & Geld-Sparen. Oder man kann sagen, dass wir hier einen Konflikt haben, den es zu lösen gilt & zwar folgendermassen: Man spare nicht in viel Geld längerfristig, sondern in Sachgüter oder was auch immer.
          „wie kann der Sparer sein Geld selbst entwerten“ – Die oberflächliche aber auch offensichtliche Antwort ist die, dass die Inflation ja das Geld entwertet dadurch dass jem. Geld spart. Allerdings stimmt das nur sofern die Zinsen die Inflation nicht wettmachen.
          MEGA-Bank-runs wären ziemlich katastrophal, wenn auch wiederum unter gewissen weiteren Voraussetzungen. Deshalb habe ich in einigen Kommentaren vorgeschlagen, die Mindest-Reserve-Vorschrift abzuschaffen wobei gleichzeitig Banken & ZB gewährleisten müssen, dass 100% vom Geld auf den Konto-Auszügen auch in BarGeld einlösbar sind. Das Bargeld bzw. ZentralBank-Geld wären aber keine Reserven mehr in diesem Sinne, sondern nur Substitute elektronischen Geldes und Bank-Runs gäbe es nie mehr auf der Welt, Verluste natürlich schon noch …
          „2008 reloaded im Quadrat“ – ist durchaus möglich, die Welt & die Menschheit werden aber damit nicht untergehen, wir werden dann einfach eine äusserst aufregende relative Zeit haben, und wenn nicht auf diese Weise, dann halt auf eine andere …

          • A. Koch sagt:

            We agree, hurray, saving in fiat currency is not very good for neither the holder of fiat, nor the economy 🙂 LG ak

      • Linus Huber sagt:

        Ich rechne natuerlich auch nicht, dass ich eine Chance damit habe. Aber vielleicht lohnt es sich, die Entscheidungstraeger ein wenig zu aergern, indem man sie auf ihre Verletzung der Buergerrechte aufmerksam macht und der durch die Umverteilung von Kaufkraft der Willkuer bezichtigen kann. Nur weil sich diese Art von Diebstahl zur Gewohnheit entwickelte, und nicht verfolgt wird, handelt es sich im Endeffekt noch immer um Diebstahl und damit um eine Unterhoehlung der Rechtsstaatlichkeit. Ihre Einschaetzung, dass mein Vorstoss keine Chance hat, zeigt ebenfalls, wie stark wir schon konditioniert sind.

  • Ein „Goldstandart“ der anderen Art wird uns aufgezwungen werden. Die Frage ist nur: Sind Sie bereit dazu?
    Legen Sie doch mal einen Rohöhlchart über den Goldchart – schon erstaunlich!
    Hier eine Analyse eines Golsanalysten mit Weitblick, tut gut mal was anderes zu lesen.
    http://fofoa.blogspot.ch/2010/12/focal-point-gold.html

    • A. Koch sagt:

      fofoa ist Klasse! Seine Abhandlung ueber deflation vs. hyperinflation ist auch zu waermstens zu empfehlen:

  • Anh Toan sagt:

    Der Goldstandard hat seine Funktion, das Gelddrucken zu verhindern, nicht erfüllt: Er wurde abgeschafft, weil er nicht eingehalten wurde, er hat sich als Papiertiger erwiesen und wurde darum begraben. Ihn wieder hervor zu holen, grenzt an Nekrophilie, aber der Wirtschaftshistoriker bleibt auf der richtigen Seite der Grenze, Danke für die daraus entstehende Gelegenheit, Fragen zu Vollgeld beantwortet zu bekommen. (Ich akzeptiere keine Antwort als Antort)

    Der Goldstandard ist tot!

    Lang Lebe Vollgeld?

    • A. Koch sagt:

      Wie schon oben erwaehnt, nicht klassischer fixierter GS (NICHT 1 Einheit Gold = 1 Einheit Papiergeld) sondern physisches Gold (und Silber) als allgemein akzeptierte Parallelwaehrung Einfuehren, der Rest besorgt der freie Markt. It’s that simple.

      • Anh Toan sagt:

        A. Koch: Was bedeutet „als allgemein akzeptierte Währung“ einführen. Auch heute dürfen Sie in den meisten Ländern Verträge in Gold oder Murmelm oder Fremdwährungen abschliessen, also wer müsste zu welcher Akzeptanz gezwungen (einführen) werden?

        • A. Koch sagt:

          Wuerde heissen, ich gehe mit einer Gold- oder Silbermuenze in die Migros, und zahle damit. Wuerde heissen, dass jeder eine Wahl hat wie sie/er zahlen moechte: Mit Papiergeld (CHF, EURO etc), via Kreditkarte, oder Gold (physisch bar oder verbucht durch ein noch allfaellig einzufuehrendes System). Hiesse, dass auch international mit Gold Waren, Handelsgueter, und Schulden bezahlt werden koennen (und nicht nur in oder hauptsaechlich USD wie z.B. Petrodollar). Die Wertfindung des physischen Goldes in jeder Papierwaehrung findet durch den Markt statt. Dies ist simpel, wird aber aller Wahrscheinlichkeit nie so kommen in absehbarer Zeit, da 1) noch viel zu viel „Papier-Gold“ gehandelt wird relativ zum physischen Gold und 2) gewisse „entities“ wohl nicht so viel physisches Gold haben wie offiziell angeben wird…

          • Anh Toan sagt:

            Also die Migros wird verpflichtet, Gold als Zahlung zu akzeptieren?

            Sie müsste die Preise in CHF und in Gold ausschreiben, und beides als Zahlung akzeptieren? Auch in Silber?

          • Anh Toan sagt:

            Wenn jeder die Wahl hat, wie er zahlen will, hat sein Gläubiger die Verpflichtung, alles als Zahlung zu akzeptieren, und darum scheitert das geschät, Leistung und Gegenleistung ist nicht bestimmt.

          • A. Koch sagt:

            Ja das waere Teil von “allgemein akzeptierter Währung”. Am Ende des Tags hindert niemend die Mirgros dran das Edelmetall wieder in CHF zu wechseln, oder? Jeder hat (haette) die Wahl.

          • Anh Toan sagt:

            @A. Koch. Es hindert ja auch Sie niemand daran, (erst) am Anfang des Tages ihr physisches Gold in Papier CHF zu wechseln um es bei der Migros auszugeben. So über einen Tag betrachtet ist Inflation kein Problem, in Brasilien wurden in den 90ern die Preise wöchentlich erhöht. Ich verstehe nicht, was gewonnen wäre damit, niemand ist gezwungen, Bargeld aufzubewahren, sondern es muss einzig im Moment der Zahlung verwendet werden.

          • A. Koch sagt:

            Stimmt, aber dann sprechen wir eben nicht von „allgemein akzeptierter Waehrung“.

      • Anh Toan sagt:

        Sie können mittels physisch hinterlegtem Gold eine GmbH gründen (Sacheinlage), welche Ihre Arbeitskraft in Gold/Std weitervermietet. Sie können nur Verträge mit Lieferanten abschliessen, die gegen physisches Gold liefern. Ihre Buchhaltung müssen Sie in CHF führen, die Steuern in CHF bezahlen, viel mehr nicht.

        • Linus Huber sagt:

          Anh Toan

          Ich denke, wir haben dieses Thema kuerzlich ausfuehrlich behandelt. Dass Sie immer wieder auf die gleichen Argumente zurueckfallen, welche ich kuerzlich entkraeftigt habe, zeugt nicht von viel Phantasie.

          In diesem Zusammenhang jedoch eine fuer Sie vielleicht interessante Entwicklung bezueglich Bitcoin.

          http://www.zdnet.com/in-germany-bitcoins-are-officially-recognised-as-private-money-7000019628/

          Allerdings muss man beruecksichtigen, dass mit der Unterwerfung der Waehrung unter die capital gains tax, welche wohl bedeutend hoeher ausfallen duerfte als eine reine Vermoegenssteuer, dessen Verwendung einem fragwuerdigen Hinderniss unterworfen wird und somit indirekt an die Waehrung gebunden wird, da „capital gain“ aus der Sicht der Waehrung betrachtet wird.

  • Anh Toan sagt:

    @Palph Sommerer: Auch Sie outen sich als Anhänger von Voll-Geld.

    Der Initiativtextentwurf sieht (unter vielem Anderen) vor:

    99A, Abs. 3: Die Nati gibt neu geschaffenes Geld unbefristet und unverzinslich an Bund, Kantone und natürliche Personen, sowie als verzinsliche Darlehen an Banken.

    Ein unverzinsliches und unbefristetes Darlehen ist kein Darlehen, sondern eine Schenkung.

    Wieviel Geld soll nun die Nati verschenken? Soviel wie sie will und wem sie will (dem Bund, den Kantonen, mir oder Ihnen) oder soviel, wie Bund, Kantone und natürliche Personen geschenkt haben wollen?

    Ich nehme Sie als durchaus intelligenten Zeitgenossen war, darum hoffe ich, Sie können mir ein wenig erlätern, dass die ganze Sache nicht nur ein abstruses, nicht durchdachtes Hirngespinst ist.

    • Ich habe das kleine Büchlein „Vollgeld“ der Initianten gelesen, und darin steht alles. In Extrem-Kurzform besteht die Grund-Idee darin, dass Banken nicht mehr Buchgeld schöpfen dürfen, sondern dass die Nationalbank auch das Monopol darüber bekommt (eine Lücke in der Verfassung. Das meiste Geld ist heute elektronisches Buchgeld).

      Da bei Wachstum der Wirtschaft (Wertschöpfung) die entsprechende Geldmenge analog dazu ansteigen muss, muss irgendwer das zusätzliche Geld schöpfen und in Umlauf bringen. Die Frage ist lediglich, wer dieses Geld „als erster“ erhält. Artikel 99A Abs. 3 sagt, dass dies der Staat und/oder Privatpersonen sein sollen. Im Augenblick stellt sich die Frage gar nicht, da Banken von sich aus dieses Geld „aus dünner Luft“ schöpfen.

      Eine Analogie, um das Prinzip zu erläutern: Nach der Finanzkrise haben einzelne Ökonomen vorgeschlagen, statt die Verursacher (Banken) direkt mit Gratisgeld zu versorgen, die Mittel stattdessen an die Schuldner zu geben mit der Verpflichtung, ihre Schulden damit zu reduzieren. Die Banken hätten also die Mittel indirekt bekommen, aber zusätzlich wäre auch die Privatschuldenlast reduziert worden. Die Herausgabe von Vollgeld geschieht analog zur „indirekten“ Methode.

      Die sogenannte Monetative (gewählte Behörde) würde die Gesamtmenge bestimmen, vermutlich basierend auf dem aktuellen Niveau des Wachstums des BIP.

      • Anh Toan sagt:

        @Ralph Sommerer: Zuerst Danke, dann

        „Da bei Wachstum der Wirtschaft (Wertschöpfung) die entsprechende Geldmenge analog dazu ansteigen muss, muss irgendwer das zusätzliche Geld schöpfen und in Umlauf bringen. Die Frage ist lediglich, wer dieses Geld “als erster” erhält.“

        Erhält dieses Geld zuerst jemand „unbefristet und unverzinslich“, kann die so geschaffene Geldmenge nie mehr abgeschöpft werden, das ist doch eine Einbahnstrasse. (Darin sehe ich auch das grösste Problem beim Vorschlag mancher „Oekonomen“, die Mittel an die Schuldner zu geben, mit der Verpflichtung, Schulden zu tilgen, denn die Banken wurden nicht mit Gratisgeld versorgt (die entsprechenden Darlehen sind zumindest kündbar, die Konditionen änderbar, es wurde nicht verschenkt, es kann zurückgefordert werden, es können die Konditionen geändert werden)

        Und von irgendwelchen neuen, angeblich demokratischeren Organen finde ich nichts im Initiativtextentwurf.

        Vollgeld ist also, was jeder darunter verstehen will, die einen eine Volkswahl der Nati, die Anderen Volksabstimmungen über Geldpolitik.

        Es ist auch eine Lücke in der Verfassung, dass nur der Bund Bananen verkaufen darf. Fraglich ist, ob die Lücke gewollt oder ungewollt in der Verfassung ist.

      • Linus Huber sagt:

        @ Ralph

        Sie sehen es richtig. Eine wahre Loesung des Problems umgeht die Banken, darf nicht nur auf Schuldner angewendet werden, sondern saemtliche Schweizer gleichmaessig beruecksichtigen, jedoch mit der Auflage, dass Kreditnehmer ihre Schulden reduzieren. Dieser Vorgang, bei welchem das Kreditvolumen durch Basisgeld ersetzt wird, reduziert nicht nur die allgemeine Verschuldung, sondern reduziert aufgrund des reduzierten Kreditvolumens ebenfalls die Macht der Banken. Zusaetzlich liesse sich solch ein Vorgehen verwenden, um eine Verwaesserung der Waehrung ebenfalls zu verwenden, um die Waehrung bevoelkerungsfreundlich (und nicht bankenfreundlich) zu entwerten, was ja auch richtig waere, denn schlussendlich wird die Bevoelkerung mit den Folgen konfrontiert sein. Die Waehrungsspekulanten wuerden sich 2x ueberlegen, bei solch einer Androhung die Waehrung in die Hoehe zu treiben. Natuerlich muessten ebenfalls andere Massnahmen getroffen werden, um nicht gleich eine neue Aufblaehung des Kreditvolumens durch die Banken in Gang zu setzen.

      • Anh Toan sagt:

        Geldschöpfung durch Banken ging mir gerade ganz trivialisiert durch den Kopf:

        Ich habe 1’000 CHF, Sie ein Grundstück. Es gibt CHF 1’000 Geld total und eine Bank in meinem Modell. Leihe ich Ihnen die 1’000 CHF gegen Ihr Grundstück als Sicherheit, haben Sie 1’000 CHF, ich aber nur eine Forderung an Sie, es gibt noch immer CHF 1’000.00 Geld. Bringe ich aber die 1’000 CHF zur Bank, und Sie verpfänden Ihr Grundstück der Bank gegen die 1’000 CHF, haben Sie 1’000 CHF in Cash und ich CHF 1’000 auf der Bank, Total gibt es CHF 2’000 Geld in inserer Volkswirtschaft. (@Baer: Ist das zu trivial?) Daran würde doch auch Vollgeld nichts ändern, oder?.

        Die wundersame Geldvermehrung findet dadurch statt, dass Forderungen gegen Banken als Geld betrachtet werden. Wenn der Logik entsprechend Schulden bei Banken negatives Geld sind, schaffen Banken netto kein Geld. Juristisch schaffen sie auch kein Geld, denn Geld ist eine Forderung gegen die Nationalbank, und nicht eine Kontokorrentforderung gegen die CS.

        Wer will, dass Banken kein Geld schaffen können, muss die Gesetze so gestalten, dass Forderungen gegen Banken nicht als Geld betrachtet werden (Abschaffung der Einlagegarantie oder Ausbau zu einer allgemeinen Konkursgarantie für Kleingläubiger, Verhinderung von TBTF usw.), sondern wie andere Forderungen wie gegen Arbeitgeber, Versicherung, Vermieter. Man kann auch Banken verbieten. Oder vielleicht begrenzen, wieviel Geld sie schöpfen, mittels Eigenkapitalvorschriften z.B.

        • Anh Toan sagt:

          Tatsächlich geht die Entwicklung in die andere Richtung: Forderungen gegen Banken sollen zum einzig richtigen Geld erklärt werden (Verbot von Bargeldzahlungen macht Bargeld zu minderwertigem Geld).

        • Am besten stellt man sich vor, jede Geld-Einheit (Münze, egal ob Metall oder virtuell) habe eine Nummer. Wer sich jetzt (August 2013) umsieht, stellt fest, dass dieselbe Nummer auf verschiedenen Konti vorhanden ist. Das Problem eines Bank-Runs ist nicht so sehr, dass das Geld auf einer Bank nicht flüssig ist (zB in einer Hypothek steckt), sondern, dass es nicht existiert (mehrere Forderungen auf dieselbe „Münze“).

          Im Vollgeld-System hat jede Geldeinheit — egal ob Bares oder Buchgeld — seine eigene Nummer, und jede Nummer existiert nur einmal. In Ihrem Beispiel müsste die Bank also bei der Nationalbank neue „Nummern“ holen.

          Noch zu den Bananen (bzw der Lücke in der Verfassung): Man kann sich natürlich fragen, ob es rechtens ist, dass Banken Geld aus dünner Luft schaffen und gegen Zinsen verleihen dürfen — zT zu Spekulationszwecken gegen die Interessen der Realwirtschaft — und, falls die Spekulation in die Hosen geht, vom Steuerzahler verlangen können, ihnen ihr verlorenes Dünne-Luft-Geld zu ersetzen. Auch wenn die Lücke „gewollt“ ist (von wem?), kann ich mir vorstellen, dass das Volk grossmehrheitlich für die Schliessung dieser Lücke ist.

          • Noch was zum Gratisgeld: Ein weiser Homo sapiens hat einmal gesagt „debts that can’t be paid, won’t be“. In einem gewissen Sinne ist das an die Banken verschenkte Gratisgeld (das diese teuer an jene Staaten verleihen, die sie vor kurzem vor dem Abgrund gerettet hatten) ohnehin nicht rückholbar. Es daher einmal durch die Schuldner zu „schleusen“ hätte den positiven Effekt, das Notwendige (Schuldenschnitt) mit dem Nützlichen (Rettung der Banken vor ihrer eigenen Dummheit) zu verbinden.

            Das Letzte: Wussten Sie schon, dass eine Bank für ihr vom FED geschenkte 0%-Gratisgeld einen Zins von 3% (oder so) erhält, wenn sie es beim selben FED deponiert?

          • Anh Toan sagt:

            Zum Letzten: Das wusste ich nicht, und ich glaube es (Ihnen) nicht, dass die FED in weitgehend unbegrenzter Höhe viel mehr Zinsen auf Einlagen von Banken bezahlt, welche die gleiche Fristigkeit haben, wie ihre Ausleihungen an Banken.

            Knapp 3% Zinsen zahlen 10 jährige Treasuries, ich glaube, Sie verwechseln da was.

  • Linus Huber sagt:

    Der Geldwert, welcher langfristig durch die Geldmenge im System beeinflusst wird, muesste in einer demokratischen Gesellschaft eigentlich der Entscheidung des Volkes unterliegen. Wenn das Volk entscheidet, dass das Geldvolumen jaehrlich entsprechend dem Bevoelkerungswachstum wachsen soll und jegliche vertragliche Kreditausweitung ausserhalb dieser staatlich kontrollierten Ausweitung nicht via verschiedener Mechanismen mit diesem erlaubten Geldvolumen verkoppelt werden darf, entsteht eine werterhaltende Waehrung. Wenn die Bevoelkerung der Meinung ist, dass wir mit einer jaehrlichen Geldmengenausweitung von 10% leben wollen, ist dies auch ok, da demokratisch legitimiert. Es ist daher wichtig, dass diese Problematik verstaerkt oeffentlich diskutiert wird.

    • …mit einem Wort: Voll-Geld! Dabei wird die Geldmenge nicht von einer „Zentralplanerischen Nationalbank“, sondern von einer demokratischen Institution, der sogenannten Monetative (analog zur Legislative, Judikative, Exekutive des liberalen Staates) bewerkstelligt, genau auf die Weise, die sie beschreiben: demokratisch festgelegt. Wenn das Volk die Kosten der Geldmengen-Ausweitung bezahlen soll (direkt via Inflation und indirekt via bail-outs von Bankstern), dann soll es auch darüber bestimmen.

    • Das Argument, daß langfristig der Geldwert durch die „Geldmenge“ beeinflußt wird ist genauso angreifbar wie in der kurzen Frist, weil die Frage der Kausalität durch die „lange Frist“ genausowenig a priori entschieden werden kann. Es handelt sich daher dabei um verkappte theoretische Vorstellungen von der Form: Wenn die Geldmenge steigt, dann steigt der Geldwert. Das mit „langfristig“ als Erkenntnis aus dem Hut zu zaubern ist wenig überzeugend.

      Mal abgesehen davon: wie kommt man eigentlich in der heutigen Zeit, in der meines Wissens wenigstens Lohn-, Kosten- und Preiskalkulationen noch selbständig von den Unternehmen durchgeführt werden auf die Idee, eine vorgangsferne Zentralbank könnte die Veränderung der Verkaufspreise (direkt) durch ihre Geldpolitik beeinflussen? Und außerdem: die Theorie, daß eine Zentralbank ein Preisniveau steuern könnte kann ja bei Lichte besehen nur aus den Denkfabriken sozialistischer Apparatschiks stammen, denn nur da existieren die Vorstellungen allumfassender Machtpotenz.

      Was Zentralbanken machen können beschränkt sich darauf die angeschlossenen Banken zu einem vergleichsweise einheitlichen Bonitätsniveau hin zu bewegen. Damit erzeugt sie eine gleichartige Qualität der Bankenportfolios, so daß das Zinsniveau ein Spiegelbild der aktuellen Verlustquote der Banken aus Forderungsabschreibungen darstellt. Eigentlich ganz einfach!

      http://soffisticated.wordpress.com/2012/08/16/konnen-zentralbanken-das-preisniveau-beeinflussen/

      • Josef Marti sagt:

        Wer sagt denn dass irgendwelche Verkaufspreise „direkt“ beeinflusst werden? Selbstverständlich kann der Staat und die Zentralbank bei gegebenen Voraussetzungen irgendwo einen künstlichen Nachfrageüberhang kreieren.
        Die zuständigen sozialistischen Apparatschicks haben Sie ja gleich selbst benannt, sie bestehen zB in der CH aus folgenden Instanzen: SNB, Finma und Bankdirektoren = Politbüro. Die anderen Marionetten in Regierung und Parlament sind nichts anderes als geschmierte Hampelmänner(-frauen).

        • Linus Huber sagt:

          Yup Josef, ich sitze auf Ihrer Seite.

          • A. Koch sagt:

            Ueli d. H., wir werden ja sehen was mit den Zinsen in den USA passiert sollte die FED „tapern“, ja? „Verschwoerungstheorie“ ist auch ein nicht angebrachter Begriff (Hampelmaenner ist auch ungluecklich gewaehlt, nota bene), denn einige „Theorien“ sind nun in der Zwischenzeit als Facts belegt. Verschwoerung hin oder her, dass eine Handvoll Zentralbanker weltweit Zins- und Finanzpolitik hinter verschlossenen Tueren beschliessen (die treffen sich ja regelmaessig im BIZ in BS zum Tee) ist ja meines Erachtens mehr als nur bedenklich. Klar ist, die Powerelite klammert sich an jeden Strohhalm um ihre Macht zu festigen oder zu verteidigen, und Otto Normalbuerger hat da nix zu sagen. Diese Entscheidungen sind nicht a priori und immer zu O. N.s Gunsten [der ist ja letztlich derjenige wer die Zeche (hust Boni hust) bezahlt]. Was wir momentan weltweit erleben ist ein Zusammenprallen von vetternwirtschflich keynesianischer Finanzpolitik mit austrian economics REALitaeten (boom and bust cycles). Interesting times.

        • Ueli der Hecht sagt:

          @Josef Marti
          SNB, Finma und Bankdirektoren sind „sozialistische Apparatschicks“? Die Regierung und das Parlament sind nichts anderes als geschmierte Marionetten vom Finanzkapital?
          Dieser ganze „Verschwörungsbrei“ den Sie hier unters Volk bringen wollen erinnert mich an das „Wirtschaftskapitel“ von „Mein Kampf“ und nicht an eine seriöse Analyse. Die Nazis konnten ja bekanntlich auch nicht zwischen Freimaurern, Juden, Sozialisten, Bollschewiken, demokratisch gewählten Politikern und Kapitalisten unterscheiden.

          • Josef Marti sagt:

            Jedenfalls habe ich bis jetzt keine einzige seriöse Analyse gesehen die meine Behauptungen widerlegt. Wer tanzt denn hier nach wessen Geige? Man kann natürlich den Kopf in den Sand stecken und sich weigern aus dem Delirium aufzuwachen. Wieso macht zB ein CB so einen Riesentanz um eine Person in der SNB? Wieso funktioniert das Politbüro nach dem Prinzip „die Kontrollierten kontrollieren ihre Kontrolleure“? Wieso ist in den USA das Fed in rein privater Hand?
            übrigens: Kennedy wollte das Fed dem Volk wieder zurückgeben, Johnson hat dann diese Pläne schnell begraben; merken Sie etwas?

          • Ueli der Hecht sagt:

            @Josef Marti
            Es gibt so viele Verschwörungstheorien, dass mir leider schlicht die Zeit / Lust fehlt – jeden nonsense mit einer seriösen Analyse zu widerlegen. Aber weiter oben habe ich mir ja schon mal die Zeit genommen Ihre „Zinseszins-geschichten“ mit einer seriösen Analyse vom alten Charly Marx ins Nirwana zu befördern.
            Ihre Fragen sind ein Durcheinander von Themen, Personen, Fakten, Verschwörungen, Behauptungen und das wars auch schon. Die Federal Reserve ist übrigens „halb-privat“ und wer tatsächlich hinter Kennedys Ermordung steckte (Castro?, die CIA?, Johnson?, die Mafia?, ein verwirrter Einzeltäter?, die Sowjets?, ein Rivale?, korruptes Militär?, Wallstreet?) ist unmöglich zu eruieren. Also konzentrieren wir uns lieber auf Dinge, die wir auch alle nachvollziehen können (vorausgesetzt man hat einen Hirn im Kopf und Zeit).

          • Josef Marti sagt:

            Tja Herr Hecht, wenn Sie als Marxist mit Marxismus die Zinseszinsgeschichten – die im übrigen von renomierten Professoren gestützt werden und mit statistischen Daten detailliert abgeleitet sind – widerlegt haben wollen dann lassen wir Sie in Ihrer Einbildung. Marx hat definitiv die Wirkung des Zinses nicht erkannt.
            Besser kann man sich ja wohl kaum diskreditieren als wenn man es nötig hat, sich selbst der Fähigkeit zur wissenschaftlichen Argumentation zu rühmen; einen wirreren Wirrwarr wie was Sie schreiben habe ich wirklich noch nie zu Gesicht bekommen; vielleicht sollten Sie das als Dissertation beantragen, damit ich später daraus zitieren und als Quellenangabe für die Fussnoten schmücken kann.

          • Ueli der Hecht sagt:

            @Josef Marti
            Ihr „Argument“ ist also, dass „ihr Zinseszinsmärchen“ (ein alter Hut von Vulgärökonomen aus dem 18. und 19. Jahrhundert!) in der Realität existiert WEIL es eine Armada von „akademischen“ Nachbetern gibt? Marx ist für Sie in der Sache widerlegt obwohl Sie es nicht einmal für nötig halten seine Argumente zu prüfen? Da hat ja noch ein Theologe mehr Wissenschaftsverständnis.

          • G. Nardone sagt:

            @Ueli der Hecht: Und die Neo-Nazis führen heute diesen Kampf noch weiter mit denselben Argumenten wie die meisten Verschwörungstheoretiker heute, die in Rothschild, Rockefeller & Co., die wiederum mit der FED in Verbindung stehen, die bösen & reichen Bänker-Juden sehen, da Rothschild & ich glaub sogar Rockefeller beides Juden, reich & Bänker sind, die die Welt versklaven will, mit dem ausbeuterischen Zinses-Zins-System usw. Und die Demokratie selbst sei auch eine Farce, was ich noch hinzufügen möchte, ein geschicktes Argument der Neo-Nazis ist um dann halt eben eine Staatsform nach ihrem Geschmack über die Hintertüre einzurichten, da man sowieso keine „echte“ Demokratie hätte und man diese komplett ändern müsste ohne nebenbei genau zu erwähnen worin sich eine „echte“ Demokratie von der heutigen „falschen“ unterscheide. Eben dasselbe behaupten heutige Verschwörungstheoretiker wie einige in diesem Blog, obwohl ich diese nicht bezichtige Nazis zu sein, sie sind sich dieser engen Korrelation ihrer Ansichten mit denjenigen der Nazis gar nicht wirklich bewusst!

        • G. Nardone sagt:

          @Josef Marti: „Wer sagt denn dass irgendwelche Verkaufspreise direkt beeinflusst werden“ – Das sagt was man gemeinhin & somit von allen anerkannt als die Inflation definiert, nicht „irgendwelche“ Preise, sondern ein Durchschnitt aller, ist ja Lehrbuchökonomie. Nachfrage ist ja Geld, zuviel Geld als Angebot erhöht alle Preise relativ. Wenn eine Erhöhung der Geldmenge keinen Einfluss auf die Preise ausübt, übt sie auch keinen Einfluss auf irgendwas Relevantes aus, denn es ist ja die relative durchsch. Preis-Erhöhung aller Güter die steigt & somit den angeblichen Kaufkraftverlust erst ausweist. Und deshalb sagen Sie und Co. genau das aus, dass Zentralbanken Preise direkt & autom. alleinherrschend steuern können, denn nochmals, nur die Marktpreise stehen ja im Verhältnis zur Kaufkraft, oder?

      • Linus Huber sagt:

        Na ja, die Geldmenge kann sehr direkt durch die veraenderten Reserve- und Eigenkapital-Vorschriften und indirekt durch das Zinsniveau beeinflusst werden. Dies lief ja genau ab, indem man eben aufgrund der Tiefzinspolitik und einem immer hoeheren erlaubten Hebel die Kreditmenge explodieren liess. Eine lockere Geldpolitik bezweckte ja die Ausweitung des Kreditvolumens, genauso wurden die QE Programme zu diesem Zwecke aufgelegt.

        Es geht auch in die andere Richtung, nur ist das den Banken und dem Staat nicht genehm, weswegen auf einmal die Schaudergeschichte erfunden wurde, dass die Zentralbanken gar keine Kontrolle ueber die Geldmenge haetten. Na ja, wenn dies so ist, dann schliessen wir diesen Verein gleich am besten und geben den Banken einfach eine uneingeschraenkte Staatsgarantie, welche sie durch die heutige Konfiguration ja eh schon geniessen.

  • Linus Huber sagt:

    Off topic

    Ist dies der Beginn der Phase, in welcher die Zentralbanker die vermeintliche Kontrolle ueber die von ihnen manipulierten Waehrungen verlieren (a la Zauberlehrling)?

    http://www.reuters.com/article/2013/08/17/us-india-pm-idUSBRE97G03G20130817?feedType=RSS&feedName=businessNews

    • A. Koch sagt:

      Ja. Wenn der Preis von Staatsanleihen zusammenbricht oder -brechen sollte, dann steigen die Zinsens, und mehrere Staaten etc. sind dann (offiziell) bankrott, also muessen die Zentralbanken wieder die Zinsen runterbringen (contr + P) sonst droht Ungemach (z.B. Firmen haben es viel schwerer mit Refinanzierung, allfaellige Hypoblasen zerbersten etc etc). Ein Teufelskeris dem kaum zu entrinnen ist. Herr Nardone will dies nicht wahrhaben und das ist auch ok. Time will tell and we will ALL see.

      • G. Nardone sagt:

        @A. Koch: Diesen von Ihnen beschriebenen Teufelskreis verstehe ich tatsächlich nicht genau, denn warum haben es Unternehmen schwerer sich zu refanizieren? Weil sie offensichtlich kein Geld kriegen von den Geschäfts-Banken geschweige denn von den Zentralbanken. Genausowenig können sich offenbar Staaten nicht über Geschäfts-Banken refinanzieren, deshalb springen wohl die Zentralbanken ein. Warum aber geben Geschäfts-Banken überhaupt keine Refinanzierungs-Kredite mehr? Weil irgendetwas ja im Staate Dänemark faul war? Worin wiederum die Zentralbank einspringt um zumindest der wirtsch. Weiterentwicklung etwas Luft zu verschaffen bzw. um etwas zu stabilisieren, womit aber wiederum Geschäftsbanken sehr wahrscheinlich wieder anfangen könnten Kredite zu vergeben. Wo ist da der Teufelskreis? Wo genau ist mein Denkfehler?
        Und ganz allgemein; we will all see whatever, but we will not all FEEL it the same way, that’s my point, anyway.

        • A. Koch sagt:

          @ G. Nardone. Also gut, I’ll take the bait and try to explain how I see things. Wird wohl etwa lang.

          Der Teufelskreis kommt daher das Zinsen durch den Weltweit groessten Finanzmarkt zustande kommen, den Kreditmarkt. Es ist essenziell zu verstehen WAS ZINSEN SIND, und wer das Zinsniveau bestimmt. Zinsen SIND der Preis von Staatsanleihen. Anders gesagt, der „Preis von Kredit“ (und somit Papiergeld). Der Staat leiht sich 1k CHF als Obligation und zahlt regelmaessig Coupons (Zinsen, z.B. 2% pro Jahr) zurueck, und am Ende die 1k. Der Preis einer solchen Anleihe auf dem Obligationenmarkt ist tiefer, als eine Entsprechende Anleihe von z.B. 0.5%. Wenn Investor X eine solche Anleihe zu 0.5% kauft, und die Zinsen nach einigen Monaten auf 2% Steigen, sitzt er somit auf einem Verlust (aehnlich wie all jene die Apple-Aktien zu 700USD gekauft haben). Sie z.B. http://www.investopedia.com/ask/answers/04/031904.asp Also, Zinsertrag und Obligationenpreis sind negativ korreliert. Steigen die Zinsen rasch an, hat dies viele Folgen, u.A.
          1) Die Zinslast fuer den Staat wir groesser, mit jeder weiteren Neuverschuldung. Wenn Staaten riesige Schulden haben wie z.B. die USA mit ~17 Billionen USD, dann wird’s schnell ungemuetlich (looming bankrupcy).

          …to be continued

          • A. Koch sagt:

            ….
            2) Wir sind Momentan möglicherweise am Ende eines ca. 30-jaehrigen Bullenmarktes im Obligationen- u. Kreditmarkt angelangt. Anfangs der 80er Jahre konnte Volker die starke Inflation nur baendigen mit hoeheren Zinsen (dies war auch der vorlauefige Höhepunkt vom Gold-Bullenmarkt der 70er. Gleiches heute, und die USA ist fix und fertig (siehe 1).
            3) 1 und 2 werden zu einem negativen Feedback, da Investoren (und Spekulanten) die zuletzt bei niedrigeren Zinsen gekauft haben, Obligationen verkaufen (z.B. China ist jetzt net seller of US Treasuries), um weitere Verluste zu minimieren. Dies kann dann sehr schnell gehen, wie Beispiel Griechenland gezeigt hat, insbesondere wenn die Solvenz eines Staates in Frage steht. Griechenland ist de facto schon 2x Konkurs gegangen (wird so schone „debt restructuring“ genannt, wie lieblich), und ein drittes Bail-out steht vor der Tuer – wie nun auch Herr Schoeble soeben zugegeben hat).

            …to be continued

          • A. Koch sagt:

            ….
            4) Was hat dies mit wirtschaftlicher Aktivität zu tun (?), die in einigen EU Ländern, (Deutschland steht auch nahe an einer erneuten Rezession) den USA, und auch Japan (ein meines Erachtens hoffnugsloser Fall) nicht wirklich „boom-ig“ (baeumig) ist. In den USA, nach ca. 7 Billionen neuen Schulden in den letzten 5 Jahren, und einer Expansion der FED-Billanz um einen Factor ~3 (von <1 Billion auf nun aktuell ueber 3 Billionen, wobei mit dem aktuellen QE Programm eine GROSSE Mehrheit der US Neuverschuldung "finanziert" wird.) Dank QE (nota bene, QE IST modernes Gelddrucken, wobei die Grossbanken als Mittelmaenner schoene und garantierte Profite einstreichen (eine Art hidden bail-out, bzw. einfach "geschenktes Geld" vom Steuerzahler, via FED).

            Das Zinsniveau pflanzt sich systematisch durch die Wirtschaft via (z.b.) Hypozinsen oder Re-Finanzierungskredite von Unternehmen von Banken, oder die Refinanzierung von Unternehmen via "corporate Bonds". Wird die Refinanzierung teurer, so drückt dies – genau wie beim Staat (siehe 1) – auf die Anfallenden Kosten, und somit die Bilanz und die allfälligen Gewinn-Margen. Höhere Zinsen sind im Momentanen Umfeld "Gift" Ufer besseres Wirtschaftswachstum. Zudem wurderen "Papier-Sparer" wohl eher weniger als mehr ausgeben… Von der aktuellen "quasi"-Hypoblase will ich schon gar nicht sprechen (hint: USA 2008). Also, tiefe Zinsen sind gewollt, ist aber langfristig nicht nachhaltig.

            …to be continued

          • A. Koch sagt:

            ….
            5) Der Elefant im Finanzladen aber – Trommelwirbel – ist der groesstenteils unregulierte Derivat-Markt der Banken. Der Globale Umfang von Derivaten, und eine Grosszahl davon basiert auf Zinsen, ist GIGANTISCH (der totale globale Derivatmarkt ist ein Minimum von ~700 Billiarden USD). Wenn in diesem hochgradig gehehlten Markt etwas schief geht, wenn Zinsen sich schnell zu ändern drohen (wie in den letzten Monaten in den USA), dann droht grosser Ärger mit einigen Finanzinstituten die falsch gewettet haben, oder nicht heget sind.

            6) Das Problem Teufelskreis ist dass der freie Markt höhere Zinsen will (Pensionskassen, AHV et al. haben mit der Zukunfsfinanzierung grosse Mühe wenn die Zinsen eben künstlich tief gehalten werden durch Zentralbanker et al.
            Ein Grund warum Momentan die Börsen (noch) hoch sind ist eben durch genannte Druckerei (QE et al). Sind die Zinsen tief „fliesst Geld“ in Aktien da dort via Dividenden hoeher Renditen erzielt werden. Steigen die Zinsen, so droht dem Aktienmarkt Ungemach und nach einem 30-Jahre Bullenmarkt im Kreditmarkt, und Zinsen relative nahe bei Null, wird meines Erachtens dieser Bullenmarkt nicht in gleicher Form weitergehen.

            …to be continued

          • A. Koch sagt:

            ….
            Fazit: Höhere Zinsen -> drohende wirtschaftliche Kontraktion -> weniger Steuereinnahmen, groesserer Zinslast Staat -> grosse Unsicherheit bzgl. Solvenz von Staat -> höhere Zinsen… „Ausweg“ (?) : Mehr vom selben, Zentralbank kauft Staatskredite via QE etc. oder entwertet Währung (Fall SNB via Eurountergrenze 1.2 durch ver-zig-fachen der Bilanzsumme, sprich kauft EURO im forex-markt mit frisch gedruckten CHF, und investiert diese (u.a.) in Anleihen von D, Aktien (jaja ! ) etc. Ich koennt jetzt noch eingehend auf Gold eingehen, lass dies jetzt aber bis auf 2 Kommentare. a) Meiner Meinung nach hat Physisches Gold (und Silber) Platz in jedem gut „diversifizierten Portfolio“ ob nun zu 1, 5 oder 10% oder mehr %. b) Eine treibende Kraft fuer den Goldpreis ist das Kreditvolumen im System. Dieses wird versucht um jeden Preis zu erhalten, bzw. dieses muss eben in einem „fractional reserve banking system“ wachsen („Inflation muss her, und DIES ist die Inflation !!! ) sonst droht Ungemach. Also hohe Zinsen: not good. Tiefe Zinsen: Freier Markt sagt „not good“ da der REALZINS (Inflationsrate-Zinsniveau) zu niedrig.
            LG ak

          • A. Koch sagt:

            PS. Wenn die MSM headlines „US bond crisis“ heisst, DANN ist’s 5 Sekunden vor 12.

          • G. Nardone sagt:

            @A. Koch: Da bin überfordert, ich betrachte die Wirschsft eher theoretisch, von den Details und Finanz-technik habe ich wenig Ahnung.
            „Der Elefant im Finanzladen im Derivat-Markt“ – Das bezweifle ich nicht & las von jem., dass gerade die FED-Gelder auch etwas mit den Derivaten zu tun hätte, im Sinne, dass sie damit sorgt, dass die „Ereignisse“ der Finanz-Wetten für die Banken nicht eintreten.
            Und wenn Pensionskassen hohe Staatsanleihen-Zinsen wollen, müssen aber Steuerzahler, & die auch möglicherweise zukünftige Pensionäre sind, auch mehr Steuern zahlen dafür, was also nicht allzu ernst zu nehmen wäre.
            „Also hohe Zinsen: not good. Tiefe Zinsen: Freier Markt sagt -not good“ – Aber ist das nicht immer der Fall?
            Banken finanzieren Inflation, haben aber nicht das letzte Wort, erst über höhere Löhne bzw. Anpassung der Löhne oder Teuerungsausgleich verstetigt sich eine Inflation.
            Ausserdem, selbst wenn Staaten wie auch grosse wie die USA bankrott gehen oder auch nicht, diese Staaten werden dennoch Geld kriegen, wie immer … sie kriegen es jetzt, obwohl die einen Staaten in der Vergangenheit x-mal bankrott gingen & werden auch in Zukunft wieder Geld kriegen, vielleicht sogar noch mehr, denn wenn alle Staaten auf der Erde bankrott gehen, wem leiht dann der freie Markt Geld um was zu verdienen? Und die Staaten mit ihren unzähligen & zum Teil unbewertbaren Sachgüter & Menschen verschwinden ja nicht von der Landkarte … ist alles halb so wild, im Nachhinein zumindest, wie immer …

          • A. Koch sagt:

            @G.N. „erst über höhere Löhne bzw. Anpassung der Löhne oder Teuerungsausgleich verstetigt sich eine Inflation“. Das ist ein Ammenmaerchen. Inflation kann sehr wohl ueber Nacht eintreten durch Entwertung der Waehrung (dann werden all importierten Wahre entsprechend teurer) oder wenn das Geld schneller in der Wirtschaft zirkuliert (increase in money velocity). Beides hat nix mit Loehnen zu tun. LG ak

          • G. Nardone sagt:

            @A. Koch: Ammenmaerchen? Sie sprechen von importierten Waren dessen Preise über Nacht „inflationieren“. Sie manipulieren & betreiben Semantik, das ist nicht Inflation, das nennt man Währung abwerten, aber die Währung wertet nur in Bezug zu anderen Währungen ab, innerhalb des Binnen-Raums ist nichts abgewertet oder inflationiert worden, die inländischen Preise sind für die Inländer immer noch dieselben. Sie verwechseln, missbrauchen & manipulieren die Definition „Inflation“ nach Belieben um Ihren Theorien anzupassen.
            „Geld schneller in der Wirtschaft zirkuliert“ – Auch damit ergibt sich keine verstetigte Inflation innerhalb eines relativen Zeitrahmens, denn man kann das Geld trotz erhöhter Zirkulation „nur einmal ausgeben“, insofern wird bald die Zeit kommen indem das Geld noch weniger als normal schnell zirkuliert und die Preise gehen entsprechend wieder runter.
            Ganz abgesehen von empirischen Beweisen, dass Inflation & Lohnstückkosten sich gleich entwickeln.
            Zugegebenermassen sind Sie eine lustige Amme.

      • A. Koch sagt:

        Na gut. Lustig? Meistens. Holzkoepfige Amme? Nein (Hebamme, well, a little bit, but that’s another story…). Also, das Ammenmaerchen ist nicht dass Ihr Szenario falsch ist, NEIN, sondern dass die das einzige ist, dass Inflation erzeugt. Meine 2 Beispiele sind voellig legitim. Wie entweret denn eine Zentralbank ihre Waerung (kuerzlich Venezuela vis-a-vis dem USD um ~20% ueber nacht), indem Sie einen neuen Wechselkurs erzwingt (wie die SNB vor fast 2 Jahren) durch entsprechende Devisenkauefe mit frisch gedrucktem Papiergeld (da ist die Inflation – siehe verXfachung der SNB Billanzsumme), oder durch den Wechselkurs mit Gold (ist eben auch eine Waehrung). Zu meinem 2. Beispiel (increase in money velocity). Klar kann man das Geld nur einmal ausgeben, aber man kann Erspartes ausgeben oder nicht, und viele wirtschaftliche Transaktionen haben ueberhaupt nix mit dem Lohn von Otto Normalbuerger am Ende des Monats zu tun. Zirkuliert das Geld schneller so hat das eine aehnliche Wirkung wie die Vergroesserung der Geldmenge auf das Wirtschaftvolumen. De facto sollten Sie als Theoretiker die Gleichung GDP = Money Supply x Velocity = „Price levels“ x „# Transactions“ doch genau kennen. Was im Moment in den USA passiert (die als Beispiel zur Illustration) ist dass die moeny velocity auf einem langjaehrigen low ist momentan, und das GDP wird hochgepusht durch eine enorme Zunahme des money supplies. Zum Glueck haben die ja praktisch keine Inflation („hahaha“; see shadowstats.com). Mit LG ak

  • Linus Huber sagt:

    Off topic – Ist die nachfolgende Aussage vertretbar?

    Vielleicht darf ich Sie in diesem Zusammenhang auf „The Theorie of Unemployment“ von Arther C. Pigou (Ihnen sicherlich im Zusammenhang mit dem „Pigou-Effect“ bekannt) aufmerksam machen, welcher die Bedeutung von Kredit und dessen Veränderung sehr wohl erkannte und dessen diesbezügliche Theorie auch empirisch belegbar ist. Dass die Akzeptanz und Verbreitung dieses Modells nicht seinen Weg in die Lehrbücher fand, dürften wir wohl Keynes zu verdanken haben, welcher aufgrund seiner charismatischen Persönlichkeit und seinen grossen politischen Fähigkeiten in der Lage war, solche „Störeffekte“ zu seinen Theorien zu unterdrücken.

  • Linus Huber sagt:

    Was mich an diesem Artikel am meisten stoert, ist die Tatsache, dass der Verfasser die letzten Jahrzehnte so darstellt, als ob die Geschichte heute schon zu Ende geschrieben waere. Wir koennen die Phase der manipulativen Geldpolitik durch Oekonomen noch gar nicht konklusiv beurteilen, bis wir diese durch ein anderes System ersetzt haben. Der Schwierigkeiten, welche sich bei solch einem Wechsel eroeffnen duerften, muss in der Beurteilung des heutigen Systems beruecksichtigt werden, bevor man zu einem Urteil schreiten darf.

    Ebenfalls wird in der Analyse der wichtige Aspekt der Staatsverschuldung ausser acht gelassen. Ohne diesen ist die Analyse nicht sonderlich aufschlussreich.

    • Johnny Smith sagt:

      Sie haben recht, dies ist eine wichtige Unterlassung in diesem Artikel.

      Natürlich hat es zu Beginn der letzten 20 Jahre eine ‚aktive‘ Geldpolitik gegeben, welche sich allerdings noch in gewissen Grenzen bewegte. Diese Grenzen (welche wohl jeder hier etwas anders ziehen dürfte und welche ja eigentliches Thema zwischen Goldstandard und Gelddruckmanie sind) wurden aber in den letzten gut fünf Jahren von FED, BoE, BoJ, SNB, EZB und Konsorten nicht nur getestet, sondern mMn massiv überschritten und hinter sich gelassen. Was für Folgen diese Missachtung jahrzehntelanger Erfahrung haben wird, wird sich erst noch zeigen.

      • G. Nardone sagt:

        @Johnny Smith: Sie wissen doch, dass private Banken auch Geld schöpfen, sogenanntes Buch-Geld in der Fachsprache, sie drucken es zwar nicht, Zentralbanken drucken auch nicht alles Geld, was Zentralbank-Geld genannt wird, heute ist Geld als digitale Information so viel bequemer als ein Konvoi von Lastwagen voller Geldscheine. Und haben Sie sich hierbei die Statistiken der SNB bezüglich der „Geld-Druck-Manie“ näher angeschaut, erst im Zuge der Euro-Untergrenze-Politik hat sie nach Jahrzehnten massiv Franken gegen Euro „gedruckt“.
        Mal ganz abgesehen davon, dass manisches Geld drucken alleine keine Wirkung auf die Wirtschaft hat, dass Zentralbanken nicht das letzte Wort haben dabei. Deshalb spricht man wiederum in der ökonomischen Fachwelt bezüglich Inflation nicht mehr von „Geld drucken“ sondern von cost-push (Angebotsdruckinflation) oder demand-pull (Nachfragesoginflation). Bei cost-push-Inflation können es z. B. Ölpreis-Schocks sein oder Löhne & in der Regel ist es die allgemeine Erhöhung der Löhne über den Produktivitätszuwachs die eine Inflation bewirken. Mehr Geld ist zwar eine Voraussetzung dafür weil logischerweise die Inflation finanziert sein muss, aber „mehr Geld“ alleine ist keine hinreichende. Bei demand-pull ist eine gesteigerte Nachfrage schneller als sich das mengenmässige Angebot dananch anpassen könnte. Natürlich ist auch hier wieder mehr Geld eine finanzielle Voraussetzung, doch dieses „Mehr-Geld“ diktiert seinen Inhabern nicht genau was diese damit tun sollten

    • Anh Toan sagt:

      Die Sache mit dem Ende der Geschichte, errinnert mich an den Anfang von Kurt Vonneguts Cat’s Cradle:

      When I was a much younger man (definiert im Satz vorher: 2 Wives, 250’000 Cigarettes, and 3000 quarts of booze ago), I began to collect material for a book to be called „the day the world ended“. The book was to be factual.

    • G. Nardone sagt:

      @Linus Huber: Sie widersprechen Ihrer eigenen Theorie, wieder einmal:
      „Wir koennen die Phase der manipulativen Geldpolitik durch Oekonomen noch gar nicht konklusiv beurteilen“ … schliessen Sie sich selbst in diesem „wir“ an? Dann können Sie das auch nicht beurteilen was in Zukunft geschehen mag, aber dennoch tun Sie das wiederum in x-anderen Kommentaren. Was gilt jetzt?
      Ebenfalls wird in der Analyse der wieso nicht weniger wichtige Aspekt der „privaten Verschuldung“ ausser acht gelassen. Ohne diesen ist die Analyse möglicherweise auch nicht sonderlich aufschlussreicher sowie wird logischerweise auch nicht näher drauf eingangen, worin diese Schulden denn investiert wurden, denn deshalb verschuldet sich der Grossteil der Schulden, um für die Zukunft zu investieren.
      Und ebenfalls wird in der Analyse die wichtigen Aspekte der Gegenposten von Schulden wie die privaten & staatlichen Vermögen ganz zu schweigen das allg. menschlich Potenzial sowie natürlich, dass diese Vermögen heute und in Zukunft ständig was tun ausser acht gelassen. Ohne dies alles ist die Analyse auch noch weniger als sonderlich aufschlussreich.

  • Peter Fuhrmann sagt:

    Nach meiner Einschätzung ist der Goldstandard, solange der Preis im Wesentlichen durch den Handel mit ungedeckten oder „halbherzig“ (d.h. mit Auslieferungsrestriktionen belegten) gedecken Zertifkikaten gestellt wird – was wohl für den ganzen Rohstoffhandel gelten dürfte – nicht wirklich brauchbar, weil diese Handelsform marktverzerrend ist, da sie nichts mit der effektiven Nachfrage nach dem physisch hinterlegten Material zu tun hat. Das hat man in der letzten Zeit exemplarisch gesehen: Goldman Sachs prognostizierte im April fallende Goldpreise, viele andere Banken zogen nach, und – oh Wunder – der Zerfall trat ein. Die Nachfrage nach physischem Gold war jedoch nach wie vor ungebrochen gross, so dass viele Goldhändler Lieferschwierigkeiten hatten bis im Juni.

  • Manfred Grieshaber sagt:

    Ein Goldstandard würde das Investitionsvolumen stark einschränken. Gerade ist die Maersk Mc-Kinney Møller, das grösste Containerschiff der Welt (16.000 Containereinheiten) in Dienst gestellt worden, 19 weitere sollen folgen. Dann reisen täglich 320.000 Container mehr um die Welt. Jetzt rechne man einmal aus wieviel Konsum- und Inverstitionsgüter da transportiert werden können. Investitionsgüter die noch gar nicht gebaut wurden die aber zukünftig eine entsprechend hohe, zusätzlice Menge an Konsumgütern produzieren sollen. Das alles muss finanziert werden. Wenn dann tatsächlich eine solch gewaltige Steigerung an Konsum- und Investitionsgütern geschaffen wird heisst das zwangsläufig das eine entsprechend hohe, zusätzliche Kapitalmenge entsteht. Mit einem Goldstandart wäre so eine schnelle Ausdehnung der Gütermenge wie sie sich hier abzeichnet gar nicht zu realisieren.

    • will williamson sagt:

      Ich denke auch, dass ein neuer Goldstandard das Geldvolumen zu sehr beschränken würde. Zudem muss man im Zusammenhang auch einmal erwähnen, dass man eine Tonne Gestein abbauen, mahlen, extrahieren muss, um 2 – 3 Gramm Gold zu gewinnen, also 33 Tonnen für eine Unze Gold. Treffen wir noch die Annahme, dass gelegentlich kein Gold mehr gefunden wird, würde die weitere Expansion verhindert bzw. die Golddeckung müsste herabgesetzt werden, was ja auch schon vorgekommen sein soll. Allerdings scheint mir die oft gehörte Aussage, Gold habe keinen inneren Wert, ebenfalls unzutreffend. Immerhin kann das Material auch zu Schmuck verarbeitet und in industriellen Produkten verwendet werden. Zudem ist es so gut wie unzerstörbar. Nur mit Königswasser kann es in TETRACHLOROGOLD-(III)-SÄURE TRIHYDRAT aufgelöst werden.

  • will williamson sagt:

    Edward G Griffin in „Die Kreatur von Jekyll Island“:

    „In diesen Abhandlungen beklagte sich WARBURG darüber, dass das amerikanische
    Währungssystem wegen seiner Abhängigkeit von GOLD und öffentlichen Staatsanleihen
    gelähmt sei …, die beide nur in begrenzter Menge zur Verfügung stünden. Was
    Amerika benötige, so argumentierte er weiter, sei ein elastischer Geldvorrat, den man
    vergrößern oder verringern könne, um die schwankenden Bedürfnisse der Wirtschaft zu
    befriedigen. Die Lösung, so meinte er, sei dem deutschen Beispiel zu folgen, wo Banken
    Geld schaffen konnten allein auf der Basis von kurzfristigen Handelspapieren, also nichts
    anderem als Schuldverschreibungen von Körperschaften.“

    Dieser Warburg gehörte zu den Gründern des FED.

    • will williamson sagt:

      Der Untertitel des Buches lautet übrigens:
      „Die US-Notenbank Federal Reserve
      Das schrecklichste Ungeheuer, das die internationale
      Hochfinanz je schuf“

      Die deutsche Ausgabe ist im Kopp Verlag erschienen.

      • will williamson sagt:

        nochmals Griffin zum FED:
        „Hält man sich die Umstände vor Augen, unter denen es ins Leben gerufen wurde, und
        stellt man sich seine Schöpfer und seine tatsächlichen Leistungen über viele Jahre hinweg
        vor, so wird offensichtlich, dass dieses System lediglich ein Kartell mit einer Regierungsfassade
        ist. Zweifellos sind seine Steuerleute motiviert, Vollbeschäftigung, hohe
        Produktivität, niedrige Inflationsraten und eine allgemein gesunde Wirtschaft zu erhalten.
        Doch sie sind nicht daran interessiert, das Huhn zu opfern, das solch wunderbare goldene
        Eier legt. Sobald ein Konflikt zwischen den Interessen der Öffentlichkeit und den eigenen
        Bedürfnissen des Kartells auftritt – ein beinahe alltäglicher Konflikt -, so wird im Zweifel
        die Öffentlichkeit geopfert. Diese Entscheidung entspricht der Natur der Kreatur. Es wäre
        närrisch, eine andere Reaktion des Kartells zu erwarten.“

        • Linus Huber sagt:

          Vergessen wir dabei nicht Milton Friedmans Interpretation der Aussage Clemenceaus: „money is much too serious a matter to be left to the Central Bankers“

        • G. Nardone sagt:

          @will williamson:
          1. Wie ist es möglich, dass eine äusserst in der Anzahl beschränkte Gruppe von alten Männern die Öffentlichkeit von wievielen Millionen Menschen opfern oder steuern kann? Und sind wiederum diese paar alte Männer für „eine Vollbeschäftigung, hohe Produktivität, niedrige Inflationsraten und eine allgemein gesunde Wirtschaft zu erhalten“ alleine verantwortlich? Kann die Steuerung des Instruments Geld das alles alleine schaffen? Was sind denn genau die Interessen der Öffentlichkeit? Beschreiben Sie doch bitte den angeblichen alltäglichen Interessens-Konflikt etwas genauer, wie genau nimmt dieses Kartell die Öffentlichkeit denn aus?
          2. Warum fügen Sie nicht auch Griffin’s Texte aus seinem Buch in Bezug zum Thema Inflation ein? Das für ihn angeblich kurz gefasst gar kein Problem sei … womit eigentlich das ganze Buch sich selbst widerspricht!
          3. Hat es denn Deutschland wirtsch. nicht doch sehr weit gebracht unter Berücksichtigung ihrer turbulenten letzten 100-jährigen Geschichte und inwieweit waren doch diese „Schuldverschreibungen“ daran positiv beteiligt?

          • will williamson sagt:

            Wie kommen Sie zum Schluss, dass die Infaltion für ihn kein Problem sei?

            „Es vernichtet unsere Kaufkraft durch die versteckte Steuer, die man Inflation
            nennt. Die Wirkungsweisen dieser Vorgänge sind versteckt und subtil.“
            (Kapitel 4, Seite 60)

          • will williamson sagt:

            @Nardone
            Nochmals Griffin zur Inflation (Seite 72):
            „Das Herumbasteln an den Gesetzen von
            Angebot und Nachfrage plus die versteckte Steuer, genannt Inflation, haben die Preise
            außerhalb der Reichweite vieler Menschen getrieben und das angesparte Eigenkapital
            zunichte gemacht. Ohne diese zusätzlichen Kosten besäßen die normalen Bürger mehr
            Geld und eine höhere Kaufkraft, als dies heute der Fall ist, und Eigenheime wären für sie
            greifbar nahe.“

          • will williamson sagt:

            Mayer Amschel Rothschild soll gesagt haben: „Gib mir die Kontrolle über die Währung eines Landes und es ist mir egal wer die Gesetze macht.“ Das zu den alten Männern.

            Dass Deutschland sich immer wieder aufgerappelt und etwas erreicht hat, ist nicht zu bestreiten. Der Aufstieg nach dem WK2 ist allerdings auch dem Marschallplan zu verdanken. Den Unterschied erkennt man beim Vergleich der Entwicklung zwischen Ost- und Westdeutschland. Während die Amis geholfen haben, haben die Russen alles Brauchbare abtransportiert und der DDR den „real existierenden Sozialismus“ übergestülpt. Dieser Unterschied macht sich bis heute bemerkbar, trotz den von Helmut Kohl versprochenen blühenden Landschaften. Wobei die Landschaften streckenweise mehr blühen als die Wirtschaft.

          • will williamson sagt:

            Die Bertelsmann Stifung stellt aktuell fest, dass manche deutschen Kommunen vor dem Kollaps stehen und damit praktisch nicht mehr handlungsfähig sind. Besonders schlimm sei die Lage in NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen.
            Vielleicht muss man die Bedeutung von „weit gebracht“ doch noch etwas relativieren?

          • G. Nardone sagt:

            @will williamson:
            – „… deutschen Kommunen vor dem Kollaps stehen“
            Wieso, hat’s ein schweres Erdbeben dort gegeben und die Immobilien dieser Kommunen brechen nun alle ein & die Mobilien verpulvern sich in Erdsand während alle Menschen unter diesen Trümmer begraben werden & damit wären sie tatsächlich handlungsunfähig?
            Aha, Sie meinen bilanztechnisch handlungsfähig, man kann diese aber verlängern sofern alle Beteiligten sich einigen können & aus dieser Möglichkeit was ausschöpfen in Zukunft, nichts Reales ist im Moment verloren. Es wäre sogar im Interesse der Gläubiger geduldiger zu sein & auf eine bessere Zukunft hoffen, aber nicht nur hoffen, er kann auch etwas aktiv beitragen und für die gewünschte Zukunft hinarbeiten, als ungeduldig aktuell abzuschreiben.
            – „Kollaps“
            Vielleicht sollten Sie auch Worte als das sehen was sie sind; Semantik, relativ & beschränkt die Realität exakt zu beschreiben.

          • G. Nardone sagt:

            @will williamson: Betreffend was „Rothschild gesagt haben soll“, wobei soll ich wirklich die Betonung auf „soll“ nochmals hervorheben in Ihren Worten? Wo ist der Beweis dafür? Dieses angebliche Zitat von Rothschild könnte aber auch genausogut sich als falsch erweisen eines Tages wie die sogenannten „Papiere von Zion“, die von den Nazis zur Propaganda benutzt wurden, und wie wahrscheinlich im Vergleich ist das Ihrer Meinung nach? Sie wissen ja, dass der grosse Feind der Nazis damals und sogar von den Übriggebliebenen heute noch, die reichen Bänker-Juden sind, Rothschild ist ein Bänker, schwerreich & Jude, die gemäss dem Nazi-Glauben über das Finanzsystem die Welt-Bevölkerung zu versklaven trachten? Das ist die Propaganda der Nazis wie damals so heute noch. Und Sie teilen diese Ansicht, wobei ich vermute, dass Ihnen das nicht bewusst ist, prüfen Sie doch mal genauer was die Ansichten der Nazis heute sind & vergleichen Sie diese mit den Ihrigen, wer sind ihre angeblichen Feinde die die Menschen versklaven?
            Gut, selbst wenn Sie Ihre Ansichten mit den Neo-Nazis teilen, das hiesse zwar noch lange nicht dass Sie selbst Einer wären bzw. sich selbst als solchen identifizieren. Doch würde das Ihnen nicht zumindest zu denken geben? Wäre das nicht mindestens ein Anlass, vielleicht diese Ansichten etwas näher unter die Lupe der Realität zu untersuchen und halt zu hinterfragen? Nur halt, um sicher zu gehen. Oder gibt es irgendetwas, dass Sie davon abhält Ihre pers. Meinung zu ändern?

  • Zlatko Jukic sagt:

    Das beste für die Bevölkerung ist eine unabhängige, vertrauenswürdige Notenbank, die ausschliesslich der Preisstabilität verpflichtet ist. Bei Nichtbeachtung hat jeder Bürger die Möglichkeit auf effektiven Rechtsschutz durch den Obersten Gerichtshof, der unmittelbar einzuschreiten hat.
    Erst wenn eine definierte Preisstabilität erreicht ist, darf die Notenbank die allgemeine Wirtschaftspolitik unterstützen bzw. anderen Zielen nachkommen. Diese Vorschrift sollte Verfassungsrang erhalten.
    Eine solche Konstruktion würde mehr bringen als ein Goldstandard. Der kann z. B. eine erwünschte Geldmengenausweitung durch die Zentralbank behindern.

  • Meinrad Lacher sagt:

    Das mit den Inflationszahlen ist so eine Sache. Alle wissen doch, dass diese in den letzten vielleicht 2-Jahrzehnten manipuliert wurden, wie zu keiner Zeit zuvor. Aber das scheint heutzutage gängige Praxis zu sein, niemand stellt sich dagegen. Die Endabrechnung aber wird kommen, dann werden all die Gescheiten überrascht tun und erklären, das hätte man so nicht voraussehen können. Uebrigens werden wir ein gleiches Theater mit dem Euro erleben……

    • Zlatko Jukic sagt:

      Das gleiche hat man auch lange über den Dollar gesagt. Bisher ist nichts passiert. Eine hohe Inflation würde die Gläubiger treffen, und das sind meistens die Banken. Dann hat man gleich wieder die nächste Bankenkrise.

    • G. Nardone sagt:

      @Meinrad Lacher: Im Euro-Raum befürchten einige Ökonomen vorerst eher eine Deflation.
      Und die Ursachen von Inflation sind offenbar entweder cost-push (Angebotsdruckinflation) oder demand-pull (Nachfragesoginflation) und hat nichts mit Geld drucken alleine zu tun. Mehr Geld ist zwar eine notwendige Voraussetzung für die Finanzierung der Inflation aber eben nicht eine hinreichende.

  • manuel sagt:

    jaja das liebe wachstum auf der einen erdkugel. dabei ist der zins doch so wichtig, führt er doch dazu, dass das geld da hin geht wo es gebraucht wird, nämlich da wo es schon ist. naja die einsicht, dass es nur miteinander und nicht gegeneinander geht ist ja schon eimal vorhanden, wenn jetzt noch die bedingungslose hilfe untereinander daraus resultieren würde, bräuchten wir eigendlich gar kein geld/gold/silber oder was auch immer.

    • G. Nardone sagt:

      @manuel:
      „… einen erdkugel“ … nach neuestem Stand der Wissenschaft gibt es aber nicht nur eine Erdkugel und nicht nur deswegen ist unendliches Wachstum möglicherweise sogar möglich, denn selbst auf der endlichen Erde ist noch mächtig Wachstum möglich. Nehmen wir als allzu gutes Beispiel nutzbares Land, das ist doch beschränkt, kann nicht wirklich wachsen ausser wir roden immer mehr Wälder ab, was aber für den allg. Wohlstand aber auch nicht ganz zuträglich wäre. Gibt auch andere Lösungen, man baut mehr in die Höhe & Tiefe, selbst Ackerland für Nahrungsmittel könnte man heute in Hochhäusern betreiben und somit eine beschränkte Landfläche x-mal nutzen, wäre sogar effizienter & die Produkte könnten sogar noch besserer Qualität sein, Projekte bzw. Pläne diesbezüglich gibt es schon. Mit neuen Ideen, Erfindungen und fortschrittlicher Technologie lässt sich einiges machen wovon wir heute nicht mal zumindest bewusst zu träumen wagen, denn unseren Vorfahren erging es ähnlich. Eines Tages könnten im Meer schwimmende & sogar in der Luft schwebende Städte gebaut werden. Und unzählige möglich unbewohnte sehr erdähnliche Planeten warten darauf kolonialisiert zu werden.
      Das Wissen übrigens nimmt auch exponentiell zu, genau so wie angeblich die Zinsen gemäss Ihrer Meinung nehme ich an, wobei sind Sie sich da so sicher? Wissen Sie, eine Exponential-Funktion-Rechnung auf dem Rechner oder auf dem Papier muss nicht haargenau der äusserst komplexen wirtsch. Realität entsprechen, selbst wenn die Statistiken aufzeigen, dass Geldvermögen & Schulden exponentiell gewachsen sind & auch etwas einseitig, müssen Zinsen alleine nicht dafür verantwortlich sein, es gibt auch andere Einkommen.
      Und ein Gegeneinander ist hin und wieder auch aufregend, wie z. B. ein Fussball-Spiel und so …

      • Josef Marti sagt:

        Zinsen sind dafür hauptverantwortlich. In den Produkten die wir konsumieren stecken 30-40% Zinskosten. Das belastet aber va. 90% der Bevölkerung, die oberen 10% packen den grössten Teil ihrer Zinserträge wieder auf das Vermögen drauf weil sie sie nicht ausgeben (Sparquote ca. 40% des Gesamteinkommens, während ein grosser Teil der Bevölkerung heute sogar eine negative Sparquote hat was die Vermögen der anderen wieder erhöht).

        • G. Nardone sagt:

          @Josef Marti: Ich selbst habe diese Schnapsidee allzulange in meinem Holzkopf herumgetragen, musste aber einsehen & mein Gehirn auf plastische Weise den neuen & überhaupt weiteren Gegebenheiten der Realität anpassen. Die math. Exponentialfunktion & somit der Zindes-Zins existiert nur in Ihrem Kopf, nicht zwingend in der Realität und diese „scheint“ vielfach nicht die ganze Wahrheit preiszugeben, im Sinne z. B.; die Erde scheint aus einer bestimmten oder besser gesagt alltäglichen Perspektive auch flach zu sein, obwohl wir mittlerweile wissen, dass sie es ja nicht ist.
          Also, wie wärs wenn Sie Ihren Holzkopf mit den möglichen Schnapsideen darin wieder in ein plastisches Hirn zurückverwandeln, denn in der Evolution überleben die Stärkeren bzw. diejenigen, die sich plastisch soz. den realen Umständen anpassen können, die geniessen in der Regel auch eine höhere Lebenserwartung logischerweise als Früchte dieser Arbeit. Also wieso strengen Sie Ihr Köpfchen nicht etwas an für Ihre eigenen Interessen womöglich wohlbemerkt.
          Hier einige Stichworte oder -Sätze als Hausaufgaben für Sie:
          – Nebst Zinsen aus Spar-Geld gibt es auch andere Einkommen
          – Voraussetzung von Zinsen & ihren angeblichen schlimmen Konsequenzen ist Geld sparen
          (Übrigens, Sie sagen es ja selbst „… weil sie nicht ausgeben“), denn es ist eben dies die Voraussetzung, & hinterfragen Sie überhaupt mal Geld sparen wie Gesell übrigens)
          – Silvio Gesell’s Umlaufgebühren
          – Zinsen sind Einkommen wie Lohn für Arbeit
          – Geld Sparen

  • Es ist immer wieder lustig zu sehen, wie sich die ganzen Mythen um das Gold immer wieder selbst erneuern, obwohl sie noch nie gestimmt haben.

    Das Problem mit der Idee des Goldstandard besteht einmal daraus, daß sie sich geschmeidig in die ökonomische Standardtheorie der relativen Preise einfügt und von daher vermeintlich eine Lösung für die Schließung des Freiheitsgrades „Geldwert“ zu liefern scheint.

    Ganzer Kommentar (2000 Zeichen) hier:
    https://plus.google.com/101005886911277359638/posts/MtiUVq4giLS

    • Linus Huber sagt:

      Es ist immer wieder lustig zu sehen, wie sich die ganzen Doktrinen um die zentralische Planung und der damit einhergehenden Machtkonzentration immer wieder erneuern, obwohl sie noch nie gestimmt haben.

      Das Problem mit der Idee des manipulierbaren Geldes besteht einmal daraus, dass sie sich geschmeidig in die oekonomische Standardtheorie der erfolgreichen Manipulation der Wirtschaft einfuegt und von daher vermeintlich eine Loesung fuer die Oeffnung des Freiheitgrades „Geldwert“ zu liefern scheint.

      • G. Nardone sagt:

        @Linus Huber: Geldsystem ist eine Infrastruktur für die Nutzung der Bevölkerung, genauso wie eine Autobahn, der zentralistische Charakter von Infrastruktur ist natürlicher als das Amen in der Kirche. Und eine Dezentralisierung von Geld beinhaltet bestimmt nicht Gold-Geld oder ein Gold-Standard alleine, eine Dezentralisierung dessen könnte bedeuten, dass jeder Private sich selbst ein Geld-System schaffen kann & dann damit auf Kundenfang geht. Dann hätten wir in einem aktuellem Währungsraum im Vergleich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht eine Währung auf Gold basierend, sondern einige mehr die sich konkurrieren. Übrigens war das nicht auch eine Idee von Hayek?

  • Rolf Zach sagt:

    Die soziale Struktur einer Volkswirtschaft bestimmt ihren Erfolg und wie sich die Menschen darin bewegen können. Ein Geld-Verfassung ist immer ein dienendes Instrument. Die USA hatten während des ganzen 19. Jahrhunderts viele Kämpfe wegen der Geld-Verfassung und oft waren die Befürworter für Papier- und Silberwährung im Vorteil. Hat es den Aufstieg zur grössten Wirtschaftsmacht der Welt um 1900 verhindert. Ein Geld-Verfassung ist nur so gut, wie es das Wirtschaftswachstum fördert und den Wohlstand der Leute sicherstellt. Was wäre mit dem Goldstandard passiert ohne die Goldfunde Südafrikas?

  • Linus Huber sagt:

    Einen interessanten Aspekt liefert die erste Graphik, welche aufzeigt, dass England seit mindestens 1960 kein einzig Jahr seine Waehrung nicht entwertete. Kann man die Moeglichkeit, dass solch eine einseitige monetaere Politik der Inflation, ein Art Konditionierung der wirtschaftlichen Akteure nach sich zieht? Gemaess dieser Graphik waere eine deflationaere Phase geradezu ueberfaellig.

    • Frank Baum sagt:

      Wieso sollte eine deflationäre Phase notwendig sein? Eine Deflation ist das Schlimmste, was eine Wirtschaft treffebn kann. Wem soll das helfen?

      • Linus Huber sagt:

        Die anstehende Aufhebung der ueber Jahrzehnte aufgebauten Ungleichgewichte wird irgendwann einer Resolution zugefuehrt werden muessen, da das Vertrauen in die damit verknuepften Leistungsversprechen evaporieren werden. Wie genau dies sich abspielen wird, werden wir ja sehen, aber ich glaube nicht, dass die Verlagerung der Kosten des Risikos von Krediten auf die Waehrungen ein Modell darstellt, welches erfolgreich sein wird, da langfristig betrachtet damit das Vertrauen in die Waehrungen zerstoert wird.

        • G. Nardone sagt:

          @Linus Huber: Wo sind die Ungleichgewichte, können Sie konkreter sein, welche genauen „Leistungsversprechen“ werden das Vertrauen „eindampfen“ und wessen Vertrauen?
          – „Verlagerung der Kosten des Risikos von Krediten auf die Waehrungen“
          Diese Verlagerungen werden eher auf Steuern, Zinsen & Preisen verlagert und nicht auf Währungen. Diese Kosten werden sowieso auch unter angeblichen „stabilen“ Bedingungen verlagert. Zinsen sind genau solch eine Verlagerung. Und wo Kosten entstehen, entstehen auch ganz bestimmt irgendwo Erträge, die wiederum ein Potenzial sind um Mehrwerte zu schaffen.
          Und ganz allgemein, Ungleichgewichte sind nicht zu eliminierende Bestandteile jeglichen Systems, ansonsten gäbe es ja von vornherein nichts auszugleichen und diese Ungleichgewichte führen auch nicht zu einem Weltuntergang, sondern sind sozusagen Teil von Wellenformen, & alles besteht eigentlich aus Wellenformen. Hat man den relativ tiefsten Punkt erreicht, dann gehts wieder aufwärts, aber auf eine ganz neue Ebene. Sie selbst reden hin & wieder genau vom selben Schema, also wo ist das Problem?

          • Linus Huber sagt:

            „Ungleichgewichte sind nicht zu eliminierende Bestandteile jeglichen Systems“

            Korrekt, es handelt dabei um die Frage des Ausmasses, welches Ausdruck im bekannten Verhaeltnis der Kreditmenge zum BIP Ausdruck findet.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber:
            „Frage des Ausmasses / Verhältnis der Kreditmenge zum BIP“
            Was ist das empirisch richtige Ausmass und das empirisch korrekte Verhältnis der Kreditmenge zum BIP? Können Sie eine konkrete Zahl nennen? 1:1 ist das gut für Sie? Und warum?
            Übertragen wir doch mal diesen heutigen makro-wirtsch. Umstand & diese Sichtweise auf die mikro-wirtsch. Ebene, ich meine schauen wir diese Sache aus der Perspektive eines einzelnen Unternehmens mal näher an. Da werden wir feststellen, dass in der Realität es ziemlich normal im Laufe des Lebens eines Unternehmens ist, dass sein Fremdkapital einiges grösser sein kann als seine aktuellen Erträge. Ein Unternehmen macht anfänglich eine Investition, da wird nicht sofort alles rund laufen & somit sofort begonnen Gewinne zu erwirtschaften, es braucht seine Zeit, Aufwand, Untersuchungen, Änderungen & Anpassungen & hoffentlich nach einer relativen Zeit fliessen Gewinne auf hoffentlich wiederum nachhaltige Weise. Nichts von alledem ist anfänglich gewährleistet, man lebst ja nicht alleine auf der Welt, die Konkurrenten schlafen nicht, Unvorhergesehenes ist auch wahrscheinlich & niemand kann die Zukunft voraussehen oder zumindest konstant voraussehen.
            Das gleiche gilt für das Unternehmen Volkstaat soundso. Das Ausmass Kreditmenge in Verh. zum BIP zeigt auf, dass noch einiges an Investitionen aktuell noch auf dem Wege ist sich für die Zukunft einen schönen Weg zu bahnen. Und niemand kann einwandfrei nachweisen, wie sich das in Zukunft auszahlt.

    • Holzherr Martin sagt:

      Die wiederholten Abwertungen des britischen Pfunds relativ zum Dollar können auf zwei Arten beurteilt werden
      1) Wie nützt oder schadet die Abwertung des britischen Pfunds der britischen Wirtschaft
      2) Welche Art von Umverteilung findet durch Abwertungen innerhalb Grossbritanniens statt
      Schliesslich kann man noch Linus Huber’s Frage anfügen
      3) Wie ändert sich das Verhalten der britischen Wirtschaftsakteure durch die fortgesetzten Abwertungen.

      Der Wirtschaftsjournalist Peter Grumbel stell in http://blogs.reuters.com/blog/archives/13810 folgendes zum oben erwähnten Punkt 1) angemerkt:
      1) Abgewertet wird das Pfund damit GB wettbewerbsfähiger wird, gegenüber D hat GB um 80% abgewertet in 60 Jahren
      2) Die jüngsten Abwertungen haben das Handelsbilanzdefizit GB’s kaum verbessert.
      3) Abwertungen verlieren in stark vernetzten Wirtschaften und bei weniger preissensitiven Gütern ihre Wirkung. Stark vernetzte Produktion bedeutet, dass auch ein exportiertes Produkt mit importierten Teilen gebaut wird, so dass die Abwertung weniger wirkt. Abwertungen können zudem Verschlechterungen der Produktivität nur gering korrigieren.

      Fazit: Der Gesamtwirtschaft eines Landes nützen Abwertungen raltiv zu den Ländern in die exportiert wird kurzfristig deutlich. Irgendwann erschöpft sich aber der positive Effekt. In Grossbritannien ist das schon passiert.

  • PASE sagt:

    Kurz notiert: Weniger Spielcasino, Giralgeldschöpfung dafür mehr Regulierung und dies weltweit.
    PS: Auch wenn man die Eigenkapitaldecke der Banken etwas erhöt, genügt dieses Geld nicht um Gläubiger schadlos zu halten.

  • A. Koch sagt:

    Goldstandard im klassischen Sinne (fixierter Wechselkurs zu Papiergeld) funkioniert(e) nicht. Ein allfälliger Goldstandard in der Zukunft sollte/wird physisches Gold und Silber als (nicht druckbare, und somit nicht oder nur schlecht manipulierbare) Parallelwährungen zulassen – der Rest (Wertfindung) besorgt dann der freie Markt. International trade settlements in Gold sind wieder am kommen (z.B. Iran), also IST Gold Geld, die ultimative Form von Geld. Gold ist/wird der Gegenpol von Papiergeld, das schlussendlich immer nur eine Schuld ist und somit keinen intrinsischen Wert hat.

    • Ueli der Hecht sagt:

      @A. Koch
      Die erste Funktion des Goldes besteht darin, der Warenwelt das Material ihres Wertausdrucks zu liefern oder die Warenwerte als gleichnamige Grössen, qualitativ gleiche und quantitativ vergleichbare, darzustellen. So funktioniert es als allgemeines Mass der Werte, und nur durch diese Funktion wird Gold, die spezifische Äquivalentware, zunächst Geld. – Die Waren werden nicht durch das Geld kommensurabel. Umgekehrt. Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben Ware messen.

      • A. Koch sagt:

        Dies ist richtig und widerspricht meinem Post auch ueberhaupt nicht.

      • A. Koch sagt:

        Das „Problem“ der vermeindlichen „Instabilitaet“ des GS ist nicht das Gold – da Gold eben „konstant“ ist und die globale Goldmenge nur durch neu produziertes Gold aus Minen relative langsam zunimmt. Da aber die Papiergeldmenge normalerweise viel schneller zunimmt, bricht ein „fixer GS“ zusammen (zu wenig physisches Gold). Deswegen hat Nixon auch 1971 den US Dollar (und somit alle Papierwahrungen) vom Gold losgekoppelt. Seither hat sich nicht der Goldpreis um einen Faktor von ca 40X erhoeht, nein, der Wert vom Papiergeld (purchasing power) hat entsprechend abgenommen relativ zu Gold.

    • Anh Toan sagt:

      Wieviel beträgt der intrinsische Wert von 1Kg Gold?

      • Anh Toan sagt:

        1 intrinsischer Wert?

        • A. Koch sagt:

          Anh T. Nix verstanden. Wieviel Energie und Aufwand braucht’s um 1 kg Gold zu produzieren? Dies ist langfirstig der aktuell mimimale intrisische Wert. Gold ist GELD. Undurckbares Geld. Wieviel Aufwand braucht die SNB zu machen um 40000 neue CHF zu kreieren???

          • Anh Toan sagt:

            A Koch: Wieviel Energie und Aufwand braucht’s um 1 Opel Vectra korrodiert BJ 1987 mit 300’000 Laufleistung zu produzieren? Dies ist langfirstig der aktuell (kann mich gar nicht entscheiden) mimimale (oder doch der maximale) intrisische Wert eines Schrottautos. Schrottautos sind GELD. Undruckbares Geld.

            Was ist anders an Schrottautos als Gold?

            Wir messen Wert bei, er liegt nicht darin.

          • A. Koch sagt:

            Eine Schrottauto ist eben kein Geld. Bitte mal nachlesen welches die Eigenschaften von Geld (insbesondere „real money“) sind, und sie werden sehen wie falsch Sie mit Ihrer Sichtweise liegen. LG ak

          • G. Nardone sagt:

            @A. Koch: „die Eigenschaften von Geld“ … sind zählbare Einheiten, am Besten eignen sich dafür Zahlen mit einer beliebigen Dimension wie CHF, $, £ usw. Ganz ähnlich anderer zählbarer Einheiten mit Dimensionen wie cm, liter, kg, hz usw. Das sind Masstäbe um etwas zu bewerten.

          • Linus Huber sagt:

            @ Nardone

            Waehrungen sind nicht wirklich vergleichbar mit den Massstaeben der Laenge oder des Gewichtes, da deren Wert sich dauernd veraendert. Aber Sie haben recht, dass wir so tun, als ob es sich um einen verlaesslichen Wertemasstab handelt.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: Deren Wert nicht, aber das Verhältnis bleibt konstant. Wenn Geldmenge inflationiert steigen Preise dementsprechend an, das Verhältnis bleibt gleich, der Masstab hat sich nicht verändert, weil er Verhältnisse misst. Ausserdem sollte Ihnen geläufig sein, dass „Wert“ für heutiges Geld ein unpräziser, und Schweizer schätzen diese Eigenschaft der Präzision doch sehr und ich schätze diese Wertschätzung, Ausdruck für Geld bezeichnet, an dessen Stelle sich die Bezeichnung „Kaufkraft“ in der Ökonomie durchgesetzt hat und es muss sich hiermit um einen Unterschied handeln, ansonsten bräuchten wir schon von vornherein gar keine neue oder andere Bezeichnung, oder handelt es sich nur um Semantik gemäss Ihrem Geschmack? Was Sie selbst in Ihren Kommentaren ständig & und nicht ganz zufällig je nach Kontext durcheinanderwürfeln und ich Sie somit selbst als Künstler der Manipulation definieren darf?
            Aber natürlich spielen Sie wieder auf die Schnapsidee der verschwörerischen Zentral-Bänker mit ihrer Inflation hinaus:
            1. Haben Zentral-Banken gar nicht das letzte Wort in Bezug auf Inflation, sie sind nicht letzt-verantwortlich dafür, weil mehr Geld zwar eine Voraussetzung für Inflation aber keine hinreichende ist, zumindest was die scheinbare Realität betrifft, in viruellen Wirklichkeiten sind durchaus andere Möglichkeiten erlaubt.
            2. Nur Geld-Sparer erleiden allfällige Verluste aus Inflation, Andere, die sich der Situation klug anpassen, erfreuen sich sogar grösserer Rendite.

    • „…Papiergeld, das schlussendlich immer nur eine Schuld ist und somit keinen intrinsischen Wert hat.“

      Das Kuriose ist, daß das, was Sie diagnostizieren korrekt ist, die Bedeutung sich jedoch umgekehrt darstellt: die materielle „Wertlosigkeit“ von (Kredit-) Geld ist nicht der ‚bug‘, sondern das geniale ‚feature‘ des Kreditgeldkapitalismus.

      Das liegt daran, daß ein Verrechnungssystem lediglich einen Druck aufrechterhalten muß, daß die Teilnehmer ihr Konto mittelfristig ausgleichen. Die Emission von Geld als Kredit erfüllt diese Bedingung und macht Gold ökonomisch schlicht nutzlos.

      • A. Koch sagt:

        Gold ist oekonomisch nicht nutzlus, Papiergeld aber auch nicht (habe ich auch nirgends gesagt). Wenn Gold nutzlose waere, warum sind und waren jeweils die Laender Weltmacht die am meisten Gold horteten?? Koennte man sich einfach durch Kredit reich „drucken“ warum tut denn dies nicht jedes Land und jeder Erdenbuerger ist (Papier-)Millionaer ??? Deswegen, nicht klassischer GS, sondern Gold als freie Parallelwaehrung. LG ak
        ps. Digital-Kredit und Transaktionen koennten sehr leicht in Gold verbucht werden, wenn physisches Gold in einer Bank gelagert/hinterlegt ist.

        • Das Grundprinzip sozialer Kooperation ist doch so: X Leute erzeugen gemeinsam ein Ergebnis und teilen nach Abschluß der Unternehmung das Ergebnis/ den Ertrag auf. Das ist nichts anderes als simple Leistungsrechnung bzw. Preiskalkulation. Dazu benötigen Sie lediglich einen völlig beliebigen Verrechnungsstandard – sonst nichts.

          Warum? Das liegt daran, daß Kreditgeld soziale Beziehungen abbildet und keine intrinsischen „Werte“, geschweige denn Gold. Daher geht auch Ihre Bemerkung vom „reich drucken“ ins Leere, u.a. auch deswegen, weil man soziale Beziehungen nicht „drucken“ kann.

          • A. Koch sagt:

            Die ganze Druckerei mag kurzfristif funktionieren, langfristig entwertet es aber die Waehrung (relative zu Gold). Ist dies „sozial“ ? Wenn unser globales Finanzsystem und die Geldkreation nachhaltig waeren, DANN waere die ganze Diskussion um jeglichen GS muessig. Dem ist leider nicht so, und die Geschichte zeigt auch das dies nie so war. Die Griechen hatten die (meines Wissens) erste Hyperinflation, da zuviel Schulden gemacht wurden…

          • Linus Huber sagt:

            @ Renee

            Es geht weniger darum, inwiefern Kreditgeld soziale Beziehungen abbildet, sondern eher darum inwiefern die damit in die Zukunft verschobenen Leistungsversprechen je erfuellt werden koennen. Solange das Vertrauen in diese Leistungsversprechungen aufrecht erhalten werden kann, geht die Sache gut. Es handelt sich dabei ja um die allgemein bekannten Ungleichgewichte, welche einzig nicht aufgrund des Vertrauensverlustes in sich zusammenbrechen, indem man sie noch weiter ausbaut.

            Es geht weniger darum, ob Gold Geld ist oder nicht, sondern darum, was Menschen als physisches Geld waehlen wuerden, wenn man ihnen die freie Wahl gibt. Normalerweise fiel die Entscheidung auf Gold und/oder Silber und dies aufgrund verschiedener Qualitaeten dieser Edelmetalle.

          • G. Nardone sagt:

            @A. Koch: „entwertet es aber die Waehrung (relative zu Gold)“ – Eben, Sie sagen es ja selbst und widersprechen sich damit ohne es zu wissen. Die sogenannte Währungs-Entwertung ist relativ und nicht absolut, oder auch anders gesagt; sie ist nicht objektiv, sondern subjektiv, oder vielleicht noch besser umschrieben; es trifft nicht die ganze Gemeinschaft gleichermassen, sondern nur Einzelne! Denn wenn eine Währung inflationiert, dann passen sich in der Regel ja Preise an, das Verhältnis bleibt aber immer noch dasselbe wie vor der Inflation & somit absolut & objektiv wirkungslos. Es ist nur für diejenigen nicht wirkungslos innerhalb eines Zeitablaufs, die Geld sparen und die diebezüglich deckungsgleichen oder bedingten Schuldner, denn der Geld-Sparer braucht einen Schuldner um überhaupt sparen zu können & umgekehrt.
            Für diejenigen aber die sich der Situation klug anpassen, bleibt die scheinbare Entwertung völlig wirkungslos. Im Gegenteil, diese können aus ihren allfälligen Spar-Guthaben, die logischerweise nicht in Form von Geld gehalten werden, natürlich unter der Voraussetzung einer klugen Investition, wahrscheinlich weitaus mehr Rendite herausholen als die Zinsen von der Bank minus der Inflation. Insofern kann man sogar behaupten, dass eine Inflation eine nett gemeinte Massnahme darstellt, um Menschen zu bewegen etwas Gescheiteres mit ihrem Geld anzufangen als nutzlos liegen lassen und das für ihre eigenen Interessen wohlbemerkt noch von grösserem Vorteil sein kann nebst natürlich für die ganze Wirtschaft genauso.
            Und die Ursachen von Inflation sind offenbar entweder cost-push (Angebotsdruckinflation) oder demand-pull (Nachfragesoginflation) und wenig mit Geld drucken alleine. Mehr Geld ist zwar eine notwendige Voraussetzung für eine Inflation aber nicht eine hinreichende.

          • Linus Huber sagt:

            Es ist eine vertretbare Position in einem Rechtsstaat, sein Vermoegen, aus welchen Gruenden auch immer, in der Form von Bargeld zu halten. Im Sinne der Verfassung wird Eigentum (auch Eigentum in der Form von Bargeld) geschuetzt. Da Bargeld einen Anspruch auf einen Anteil der volkswirtschaftlichen Leistung beinhaltet, darf daher seine Kaufkraft nicht beeintraechtigt werden, ansonsten gemaess Bundesverfassung ein Anspruch fuer eine entsprechende Entschaedigung geltend gemacht werden kann. Wenn aufgrund volkswirtschaftlicher Gruende die Waehrung entwertet wird, kann dies dieses Recht der Kompensation nicht eliminieren.

          • Josef Marti sagt:

            Nardone: Sie verharmlosen die Infaltion über Gebühr. Man darf die Umverteilungswirkungen einer schleichenden Inflation nicht vergessen, dies betrifft v.a. die Auswirkungen des schädlichen Zinssystems auf die Schuldner: Die Zinsen wachsen nämlich um ein Mehrfaches der Inflationsrate, und das hat die entsprechenden Auswirkungen va. auf kapitalintensive Branchen wie zB den Wohnungsbau.

          • A. Koch sagt:

            Inflation ist eine Zunahme der Papiergeldmenge im System, und nicht a priori steigende Preise im Warenkorb der die Inflation misst (hust hust, Krankenkassenpraeimien, hust hust). Inflation ist AUCH eine versteckte Steuer, und vom neu kreierten Geld profitieren diejenigen am meisten, die am naechsten zur Produktionsstaette sind (hust hust, Banken, hust hust der Staat, hust hust). Die Abnahme der Kaufkrauft des Papiergeldes ist even schleichend und wird so wenig wahrgenommen, und dies ist eben die „Steuer“ die jeder Papiergeldsparer zahlt. „Gutes Geld“ behaelt seine Kaufkraft. Die Kaufkraft von Geld auf einem Bankkonto erodiert so schleichend, und wer sich diesen Tatsachen nicht bewusst ist (oder noch nie davon gehoert hat) sollte sich schnell und gruendlich selber darueber informieren was (Papier)Geld wirklich ist, wo und wie Geld „geschaffen“ wird, wo und wie „Geld stirbt“, und wie Geldpolitik, Wirtschaft und Politk zusammenspielen. Alles Gute und viel Glueck allen, und danke fuer die gute Diskussion. ak

          • Linus Huber sagt:

            Gut erkannt Herr Koch. Es freut mich, dass Sie den Weg in diesen Blog gefunden haben.

          • G. Nardone sagt:

            @A. Koch: Schon wieder widersprechen Sie sich ohne es zu wissen. Wie wärs wenn Sie zur Abwechslung einmal anstelle von Kopieren & Einfügen von alten & unschätzbar oft gebrauchten Gedanken sich die Zeit nehmen würden & auch die nötige Arbeit dazu, diese Gedankengänge auch zu verstehen lernen sowie eben die Realität genauer zu untersuchen? Ist das zuviel verlangt, na gut, wenn Sie ja nicht dafür bezahlt werden habe ich Verständnis:
            – “ … nicht a priori steigende Preise im Warenkorb der die Inflation misst“
            Wenn man sie nicht über die Preise messen würde, wüssten wir nicht über die Höhe der Inflation Bescheid noch überhaupt über eine angebliche Inflation, in der allg. Erhöhung aller Preise wirkt sich Inflation bei Definition aus, und man kann sie nur dort messen wo sie sich auswirkt, wenn sie nicht auf die Preise auswirken würde, dann hätte Inflation auch keine Wirkung auf irgendwen! Verstehen Sie dieses einfache Konzept?
            Ein ganz einfaches Bsp.: Nehmen wir an die Zentralbank gibt mir 1 Mia. Fr. & schreibt mir diese auf das Konto gut oder sogar in bar, ist nun egal und ich tue mit diesem Geld mal einfach nichts. Die Hausaufgabe für Sie ist nun diese; hat dieser Umstand irgendeinen Einfluss auf irgendwen in der Gesellschaft? Haben wir eine Inflation?
            – „Kaufkraft von Geld erodiert auf einem Bankkonto“
            Auch hier wieder passen Sie sehr gut auf; die Kaufkraft erodiert nur „in Bezug zu“ Geld auf einem Bank-Konto, was nur eine von vielen Möglichkeiten ist Geld zu parken sozusagen.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: Sie wissen gar nicht zu schätzen wie sehr Sie mir Freude bereiten, deshalb nehmen Sie was mich betrifft nichts persönlich.
            Betreffend Eigentum von Geld; habe ich Ihnen bereits mal vorgeschlagen diese Sache mal in der Realität näher zu überprüfen & damit vielleicht die Nase in österr. Büchern etwas wegstecken, denn es könnte sogar, wie bereits gesagt, Ihrer heiligen Mission ein Umstand oder Argument hinzufügen das so hochexplosiv ist & womit Sie so viel mehr Mitstreiter für Ihre ehrbare Sache gewinnen könnten, denn stellen Sie sich vor, es würde sich herausstellen, dass das pers. Eigentum von Geld gar nicht abgesichert ist, dass Sie juristisch nicht Eigentümer Ihres Geld-Besitzes wären? Es könnte sich hiermit nur num eine Verschwörung handeln um die Menschen auszunehmen & zu versklaven und die allermeisten wissen ja gar nichts davon, oder? Es würde alles so sehr in Ihre Theorien passen & ihnen so mächtig Auftrieb geben?
            Und überhaupt, warum klagen Sie nicht vor Gericht um Entschädigung wegen den glasklaren & Beschädigungen dieses Eigentums? Ich empfehle Ihnen aber am Besten mit einer Sammelklage. Aber vorher wäre vielleicht als 100%ige Absicherung auch noch zu empfehlen, diese Sache von kompetenten Juristen abklären zu lassen, nur für den Fall.
            Oder Sie sind sich natürlich ganz sicher, alles andere wäre ja absurd, nur um das Mindeste hier zu benennen, dass der jeweilige Geld-Besitzer auch Eigentümer davon ist. Newsflash: Ist er aber nicht, denn das wäre absurd!

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: … Fortsetzung …: Ihnen ist ja das Konzept geläufig, dass das Geld oder -System auch eine Art Infrastruktur darstellt? In diesem Zusammenhang müssten Sie ja auch z.B. Eigentümer eines Teils der schweiz. Autobahnen sein, denn Sie zahlen Steuern hier & Gebühren da für die Erstellung & Instandhaltung der Autobahnen, schliesslich haben Sie sich dieses Geld verdient & müssten gem. der Definition und der Verfassung dieses Recht haben. Sie müssten also das Recht haben einen Teil der Autobahnen als Ihr Eigentum zu behandeln & somit auch damit anstellen was Sie gern möchten. Sie hätten also das Recht diesen Teil weiterzuverkaufen oder ein Zollhaus hinzustellen und die Autofahrer mit Gebühren zu nötigen, schliesslich benützen Sie auch Ihr verdientes Eigentum?
            Aber das wäre ja absurd, tatsächlich sind Sie nicht Eigentümer der Autobahnen, sondern das ist der Staat & damit irgendwie das ganze Volk gleichermassen, Sie dürfen aber die Autobahnen benützen so viel Sie wollen, solange Sie sie nicht blockieren.
            Dasselbe gilt mit Geld, Sie dürfen es benützen als Besitzer, sind aber nicht Eigentümer. Denn schliesslich handelt es sich ja um ein Kredit-Geld-System, dessen Geld nur über Kredit in den Umlauf kommt. Sie dürfen ja Geld nicht selber schaffen, das wäre illegal, also muss das Volk sich das Geld von best. Insititutionen ausleihen & damit kann keine einzelne Person auch dessen Eigentümer sein wenn es ihnen ja als Ganzes ausgeliehen wurde? Das wäre nicht ganz rechtens.

          • G. Nardone sagt:

            @Josef Marti: Ich verharmlose Inflation gar nicht, ich finde es unter diesen Umständen sogar eine gute & unterstützenswerte Angelegenheit, genauso wie die meisten Menschen es eigentlich auch so empfinden, sonst wären sie schon lange auf die Barrikaden gegangen deswegen, denn keiner soll mir sagen, die meisten Menschen wüssten nicht über die angeblich negativen Auswirkungen, zumindest diese die sich für die eigene Person direkt negativ auswirken, von Inflation Bescheid.
            – „Auswirkungen des schädlichen Zinssystems auf die Schuldner“:
            Es sind nicht die Zinsen die schaden, sondern ihre Voraussetzung; das Geld-Sparen. Inflation ist eine Art Umlaufgebühr, leider eher indirekt, denn die Zinsen passen sich dieser Inflation an & neutralisieren etwas die Bemühungen des Staates mit dieser Massnahme für das Wohl aller etwas zu sorgen und ja, damit ergibt sich eine Umverteilung. Und ganz abgesehen davon, dass der Staat alleine nicht mal immer für Inflation verantwortlich ist.
            Zinsen sind Einkommen aus Zuverfügungstellung von eigener Leistung an Andere währendessen man die eigene Leistung nicht selbst nutzen darf und damit sind Zinsen genauso natürlich & gerecht wie Lohn für Arbeit und deswegen auch nicht aus der Welt zu schaffen, zumindest solange wir ein Wirtschaftssystem & Kapitalismus haben. Wenn man Zinsen tatsächlich abschaffen könnte, wie im Islamic Banking, verlagern sich diese natürlichen Einkommen auf Rendite von Beteilungen in Kaptial, wie im Islamic Banking.

          • A. Koch sagt:

            G. Nardone, wir haben anscheinend ziemlich unterschiedliche Sichtweisen, und das ist ok. Mit ihrem letzten Abschnitt stimme ich aber ueberein: Papiergeld wird immer in Existenz geborgt. Dies ist DER fundamentale Unterschied zu physischem Gold als Waehrung, da gibt’s keine Schuld (ausser es bei gold leasing oder gold swaps).

          • G. Nardone sagt:

            @A. Koch:
            – „wir haben ziemlich unterschiedliche Sichtweisen“
            Das bedeutet aber, dass unsere Sichtweisen subjektiv wären & nicht objektiv?
            Und ich stimme überein, dass nicht alles perfekt ist heute, aber das heutige System ist immerhin dennoch ein grosser Fortschritt nach vorne eben.
            – „physisches Gold als Währung, da gibt’s keine Schuld“
            Was nicht ganz richtig ist; denn bei Gold gibt es etwas Vergleichbares, man nennt es nur nicht „Schulden“, sondern „Kosten“. Die Entstehung von werthaltigem Gold beruht auf Kosten, die Gegenbuchung von Kosten sind Erträge, die Entstehung von werthaltigem Papier-Kredit-Geld beruht auf einer Verpflichtung, die Gegenbuchung davon ist eine Forderung. Sie sehen es ist genau dasselbe im Prinzip & nicht genug damit, denn unser heutiges „Papier-Geld“, was ganz nebenbei der nicht zu unterschätzenden Präzision zu liebe zu über 90% in digitaler Form benutzt wird, ist nicht ungedeckt wie so viele meinen könnten, denn in der Regel, auf die Bankenaufsichtsbehörden wiederum Acht geben, vergeben Banken oder auch Zentralbanken neues Geld bzw. Buch-Geld nur gegen Sicherheiten. Beim Kredit einer Hypothek entsteht brandneues Buch-Geld über Bilanzverlängerung das vorher nicht existierte, das wiederum durch die Immobilie gedeckt ist, nebst den Einkommen des Kreditnehmers. Und Gold ist ja nicht verschwunden, Zentralbanken besitzen auch Edelmetalle nebst anderer Werte in ihren Aktiven, was ihre Passiven, ZB-Geld, deckt, es wird Ihnen nur nicht direkt ausbezahlt.

          • A. Koch sagt:

            Sichtweisen sind immer bis zu einem gewissen Grad subjektiv. Wir probieren aber so objektive wie moeglich dabei zu sein 🙂 Dass alle Papier-Einlagen und alles „gedeckt“ ist, ist meines Erachtens mehr Wunsch als Realitaet, aber wie gesagt, „time will tell“. Gretchenfrage: Sie haben die Wahl 40k CHF in Bargeld (als 5-Fraenkler) oder ein Kilogramm Gold in einen Safe zu legen, der versiegelt wird und in 50 Jahren fuer Ihre Grosskindern geoeffnet wird. Was tun Sie?

          • G. Nardone sagt:

            @A. Koch: „Dass alle Papier-Einlagen “gedeckt” ist … mehr Wunsch als Realitaet“ – Das befürchte ich übrigens auch, hab das auch in anderen Kommentaren erwähnt, zumindest ein Teil davon ist möglicherweise nicht gedeckt & der Rest, dessen Preise schwanken sowieso je nach aktueller Marktlage, genauso so Gold. Dennoch sind deswegen die Würfel noch nicht gefallen, wird das Finanz-/Wirtschaftssystem nicht kollabieren. Und wie gesagt, befürchte ich, dass gerade im Investment-Banking-Bereich Kredite ohne Deckung für Derivate bzw. finanzielle Wetten geschaffen wurden. Doch was nicht ist, kann noch werden, denn das Geld ist ja irgendwo vorhanden. Ausserdem sind das traditionelle Bank-Geschäft sozusagen & Zentralbanken aus eigenem Interesse erpicht darauf, dass genau diese gedeckten Werte im Wert steigern als das Geld das sie dabei schöpfen. Zentralbanken buchen wenn sie Geld schöpfen das ZB-Geld auf der Passiv-Seite!, genauso Geschäfts-Banken, also eigene Verpflichtungen, in die Aktiven übernehmen sie Edelmetalle, Aktien, andere Devisen usw. Also damit die ZB Gewinne macht, die dem Staat ja abgeführt werden, ist diese interessiert, dass die Aktiven sich im Verhältnis des geschöpften Geldes in den Passiven steigern, das Umgekehrte, einfach Geld drucken ohne Deckung wäre für die ZB & Staat ja ein Verlust!
            Und traditionelles Banking ist in der Regel äusserst vorsichtig & geradzu knausrig was die Kreditvergebung betrifft, KMUs haben es eher schwer an Investitions-Kredite zu kommen …

          • G. Nardone sagt:

            @A. Koch: „die Wahl 40k CHF in Bargeld oder Gold in einen Safe zu legen“ – Aber diese Wahl haben Sie bereits heute, Sie können Gold kaufen um es auf die Seite zu legen. Wo ist also das Problem? Ist aber dennoch so keine kluge Anlage-Strategie, denn eine kluge Anlage-Strategie ganz allg. ist 1. Diversifikation, nicht alles auf dasselbe Pferd zu setzen. Denn Sie können die Zukunft nicht genau voraussehen, der Wert des Goldes bestimmt das Angebot-/Nachfrage-Spiel des Marktes, Gold könnte in 50 Jahren drastisch an Wert verlieren, nur weil es über lange Zeit in der Vergangenheit eigentlich konstant Wert hatte heisst noch lange nicht, dass es für immer so sein wird. Neue techn. Innovationen & neue Ideen gibt es ständig. Die Erde erzeugt Gold die ganze Zeit, wenn auch eher langsam, indem sie eine best. Mischung von Elementen mit best. Druck & Temperatur in Gold umwandelt. Irgendwann, wenn nicht sogar bereits geschehen, finden Menschen raus wie genau das geht, oder auch zufällig, und stellen es künstlich & viel billiger her.
            Geld sparen ist ein primitives Überbleibsel einer langen Tradition die wirtsch. aber nicht sinnvoll ist, denn in einer arbeitsteiligen Wirtschaft ist die 1. Funktion des Geldes die der Transaktion; kaufen/verkaufen. Die 2. Funktion des Sparens hebt die 1. auf & umgekehrt. Eine stabile Wirtschaft soz. benötigt u.a., dass Geld „fliesst“ & nicht nutzlos rumliegt, deshalb haben wir Inflation, um dem Gelde Beine zu machen.

          • Linus Huber sagt:

            In einem Rechtsstaat darf es nicht notwendig sein, sein Eigentumsrecht durch risikobehaftete Investitionen schuetzen zu muessen.

          • A. Koch sagt:

            G. Nardone, Sie moegen recht haben oder auch nicht, time will tell. Jedenfalls haben sie sich um eine Antwort „gedrueckt“ was Sie in diesem Szenario machen wuerden. LG ak

          • G. Nardone sagt:

            @A. Koch:
            – Mit was genau mag ich recht haben oder auch nicht?
            – „Jedenfalls haben sie sich um eine Antwort gedrueckt“
            Das stimmt halbwegs, denn mich selbst-zitierend:“… eine kluge Anlage-Strategie ganz allg. ist erstens Diversifikation“. Dann haben Sie aber wiederum recht, dass ich mich persönlich davor drückte. Das hat aber folgenden Grund: Ich habe keine 40k zum Sparen, also mache ich & machte mir bisher darüber keine konkreten Gedanken, und darüber zu rätseln wie man sich entscheiden würde, wenn man in so einer Situation wäre, ist nicht sonderlich zuverlässig bzw. realistisch.
            Aber dennoch, hätte ich einiges zum Sparen bzw. Investieren, dann würde ich weder in Geld noch in Gold alleine sparen, sondern eben diversifiziert, wie genau hab ich aber im Moment kaum Ahnung, aber soviel kann ich sagen; teils Geld, teils Edelmetalle; teils Aktien oder sonst. Untern.-Beteiligungen; teils Immobilien nebst vielleicht anderen Vehikel. Und 2. wichtiger Punkt einer klugen Anlage-Strategie; möglichst einzigartig!
            Wenn es aber konkret um die beliebige Summe von 40k geht, dann spare ich das in Geld, aber nur weil ich aus praktischen Gründen diese Summe womöglich nicht so einfach diversifizieren kann.
            Und weil Sie konkret wieder auf diese Frage der Wahl von Geld oder Gold zurückweisen, muss ich vermuten, dass Sie unbelehrbar sind, denn wie gesagt, es ist doch kein entweder oder, sondern Sie können doch jederzeit & legal Gold sparen, sowohl als auch, also was ist eigentlich Ihr Problem?

          • A. Koch sagt:

            Lieber G. N. so genau wollte ich’s bestimmt nicht wissen, ich habe nur einen hypothetischen Fall erfunden und Sie was gefragt, welche von 2 Moeglichkeiten (A) 1 kg Gold oder (B) 40k CH in 5-Fraenklern, fuer Ihre Grosskinder in 20-30 Jahren, SIE waehlen wuerden. Antwort immer noch ausstehend. A oder B ? (Meine Antwort koennen Sie wohl erraten).
            Bzgl. recht oder nicht, ob eine gut diversifizierte Analage-Strategie in der heutigen Zeit wirklich das Beste ist. Time will tell. That’s it, I don’t want anything from you (but an answer… A or B : – ). Und jeder soll selbst fuer sich entscheiden ob, und wie er oder sie allfaellige Ersparnisse anlegen/investierten will. Peace und LG ak

          • Anh Toan sagt:

            @A. Koch: 40Kg in Cash während 20 Jahren aufbewahren, ist (fast) so hirnrissig, wie zu versuchen, den Wert in Bananen aufzubewahren.

            Bargeld ist keine Anlageklasse, Bargeld ist die Negation von Anlage. Wer in nichts investiert, hält Bargeld.

            Das Geld auch der Wertaufbewahrung dienen soll, entsteht aus seiner Funktion als Zahlungsmittel: Ginge der Wert von Geld schnell verloren zwischen Transaktionen (Lohnzahlung des Arbeitnehmers und Zahlung der Miete), wäre es nicht mehr nützlich als Zahlungsmittel. Wird Geld zu Interessant als Wertaufbewahrungsmittel, verliert es die Nützlichkeit als Zahlungsmittel, es wird gehortet statt investiert oder konsumiert, es gibt Deflation.

            Ist Geld als langfristiges Anlagemittel geeignet, kann es seinen eigentlichen Zweck als Zahlungsmittel nicht mehr erfüllen.

          • G. Nardone sagt:

            @A. Koch: Einmal Holzkopf, wohl immer Holzkopf.
            – „Antwort immer noch ausstehend. A oder B?“ – Ich zitiere wieder aus meinem vorherigem Kommentar:“um die beliebige Summe von 40k geht, dann spare ich das in Geld (wäre dann B), aber nur weil ich aus praktischen Gründen diese Summe womöglich nicht so einfach diversifizieren kann“ & füge noch hinzu, ausser es gibt interessante Angebote von Finanz-Institute die auch kleinere Summen akzeptieren für einen diversifizierten Fonds nach meinem Geschmack.
            Also, entweder Sie lesen nicht oder die Antwort passt nicht in Ihr Schema, weil Sie auf ein gold-gedecktes Geld hinausspielen, was heutiges Geld übrigens auch teilweise ist, Banken haben jede Menge Gold, es wird Einem einfach nicht ausbezahlt, was zugegebenermassen wieder auf’s Gleiche hinausläuft. Oder Sie zielen darauf hinaus, dass 5-Fränkler aus minderwertigerem Metall bestehen als Gold, plus die zusätzliche Wahrscheinlichkeit, dass eine heutige Währung in 20-30 Jahren gar nicht mehr gibt, dann wäre man ja mit Gold sowieso besser bedient. Was reine Spekulation ist, Sie können die Zukunft nicht voraussehen, Gold mag in 30 Jahren ein Bruchteil dessen wert sein, was übrigens „meine Spekulation“ ist aufgrund plast. Anpassung des eigenen Wissens. & wie sagen Sie so wunderschön „time will tell“.
            – „ob eine gut diversifizierte Anlage-Strategie heute wirklich das Beste ist“
            Ist immer eine gute Strategie, zu dem, behaupte ich mal, jeder halbwegs vernünftige Profi in diesem Bereich zustimmt.

          • G. Nardone sagt:

            @A. Koch: “ob eine gut diversifizierte Anlage-Strategie heute wirklich das Beste ist” – Sie würden also alles auf ein Pferd sezten, auf Gold nämlich. Ein Gambler macht das auch so; der würde mit diesen 40k z.B. in ein Casino gehen und alles auf einmal auf Rot sezten. Traders oder Investoren verfahren ganz anders.
            Sie würden nun möglicherweise dagegen halten um sich zu entschuldigen, dass Sie kein prof. Trader oder Investor ganz zu schweigen von einem Gambler wären. Nun, Sie müssen aber so annähernd wie möglich sich so wie diese Profis verhalten, denn Sie können innerhalb der Wirtschaft sich nicht anti-wirtschaftlich verhalten oder eben rein zu gamblen & damit erwarten möglichst erfolgreich zu sein. Denn „Sparen“ unterliegt genauso wirtschaftlichen Gesetzen, man kann das nicht losgelöst, isoliert und völlig unabhängig vom Rest der Wirtschaft betrachten wie Sie das offensichtlich tun. „Sparen“ sollte eine wirtsch. Tätigkeit wie „Unternehmen“ sein, sofern man eben damit erfolgreich sein möchte. Wenn zuviele das Gleiche tun werden höchstens die Wenigen, wenn überhaupt, damit erfolgreich sein. Wenn heute die Allermeisten sich entscheiden in Gold zu sparen, werden am relativen Ende höchstwahrscheinlich nur diejenigen damit Erfolge erzielen, die heute den Gold-Sparern Gold verkaufen.

          • G. Nardone sagt:

            @Anh Toan:
            Einerseits stimme ich dem zu. Sehr interessante Definition von Ihnen:“Bargeld ist keine Anlageklasse, Bargeld ist die Negation von Anlage“.

            Andererseits; Sie werden ernst, das ist eher nicht gut, für mich zumindest, denn ich liebe Ihre ansonsten einzigartig humorvollen Kommentare, und die im schwarzen Stil, noch besser. Können sich nicht vorstellen … they make my day.

            Ausserdem können Sie gewissen Typen nichts mehr beibringen, & ich meine vor allem oder nur ihren eigenen Interessen zu liebe, diese rücken von ihren alten Schnapsideen nicht einen Millimeter weg. Wir können, wie der Wissenschaftler Thomas S. Kuhn bereits vor 50 Jahren sagte in seiner „Struktur der wissenschaftlichen Revolutionen“ glaub ich, nur warten bis diese Generationen aussterben, denn würden sie nicht, gäbe es keine Weiterentwicklung, wir wären heute nicht mal im Mittelalter angekommen & einige wollen tatsächlich auch noch zurück ins Mittelalter.

        • A. Koch sagt:

          Eine Spitzfindige Anwort waere in 5-Frankler von Jahrgang 1967 und aelter, dann hat man das quasi-Weggli und den Bazen 🙂

  • Christoph Hodel sagt:

    Ein weniger bekannter Lösungsansatz ist der Chigaco Plan, der bereits 1936 von Irving Fisher vorgestellt wurde. Die Geldschöpfung wird den Geschäftsbanken verhindert. Welche immensen Auswirkungen diese simple Regelung haben könnte, ist hier nachzulesen.

    http://www.imf.org/external/pubs/ft/wp/2012/wp12202.pdf

    • Linus Huber sagt:

      Ein interessanter Ansatz, in welchem verhindert wird, dass Kredit zu stark an „moneyness“ gewinnt. Das zunehmende Umverteilen des Kreditrisikos auf die Waehrungen ist mitunter eine der Betrachtungsweisen des heutigen Problems.

      • G. Nardone sagt:

        @Linus Huber: Sie widersprechen sich wieder einmal „zentral“. Denn der Chicagoer Plan sieht vor, dass nur noch der Staat alleine, somit eine staatl. Zentralbank Kredite & somit Geld schöpt. Das wäre Zentralplanung pur. Heute ist es ja viel eher dezentralisiert, private untereinander konkurrierende Geschäftsbanken schöpfen mehrheitlich Kredite & somit Buch-Geld, mit der man ja genauso Transaktionen abwickeln kann wie Geld von der Zentrale, in Verhandlungen mit ihren privaten wie auch institutionellen Handelspartner, schlimmer noch, da gewisse Banken die existierenden Einschränkungen dieser Buch-Geld-Schöpfungen in sagen wir eher exotischen Rechtsräumen sogar gänzlich umgangen seien.
        Also wie sieht’s aus, während Sie hier in Kommentaren doch ständig Zentralplanung als das Unnatürliche & als die Wirtschaft & den Menschen zerstörend schlechthin hinstellen befürworten Sie nun hier wiederum mehr Zentralplanung? Denn der Chicagoer Plan bedeutet weitaus mehr Zentralplanung.

  • Cornelis Bockemühl sagt:

    Welches Problem soll ein Goldstandard lösen? Die Gelsschöpfung „aus nichts“ soll verhindert werden! Geld soll vielmehr durch einen „absoluten Wert“ gedeckt sein. Allerdings: auch Gold hat immer einen Marktwert, der schwanken kann wie der für jede andere Ware – und das ist der einzige empirisch bestimmbare „Wert“! Von „absolut“ keine Spur.

    Aber Gold ist eine unvergängliche Ware. Nur: Ist die wirklich auch eine gewünschte Eigenschaft für das Geld?

    100CHF werden z.B. bezahlt für eine Menge Erdöl. Nach einer Weile ist das Öl verbrannt, das Geld aber „marodiert“ weiter in der Wirtschaft herum…

    • Cornelis Bockemühl sagt:

      Kurz: Mir scheint dass das Problem nicht ist dass zu viel Geld ständig GESCHAFFEN wird, sondern dass das einmal geschaffene Geld nie mehr VERGEHT – und dass es sogar noch „bedient“ werden will, also dass es Rendite abwerfen soll – immer mehr und mehr!

      • Ueli der Hecht sagt:

        @Cornelis Bockemühl
        Sie sind doch schon mit Ihrer Terminologie gewaltig auf dem Holzweg. Geld ist etwas anderes als Kapital! Das Geld ist das allgemeine Äquivalent aller Waren, das mit der Naturalform einer besonderen Ware (wie Gold) gesellschaftlich verwächst. Als solches ist es die Verkörperung der abstrakten Arbeit.
        Das Kapital ist der sich selbst verwertende Wert, d.h. das Kapital ist die in den Produktionsmitteln und Lebensmitteln vergegenständlichte, tote Arbeit, die die von ihr getrennte lebendige Arbeit (die Arbeitskraft der Lohnarbeiter) automatisch fortschreitend einverleibt.

        • Cornelis Bockemühl sagt:

          Ok, ich muss zugeben das ich Ihren Jargon schlicht nicht verstehe: „allgemeines Äquivalent aller Waren..:“ – „Verkörperung der abstrakten Arbeit…“ – „sich selbst verwertender Wert…“. Konkret??

          Aber gut: „Kapital“ und „Geld“ ist nicht exakt das gleiche – hat aber doch ziemlich viel miteinander zu tun.

          Beispiel: Arbeit schafft Mehrwert, der teilweise als „Gewinn“ abgeschöpft wird. Er wird zu „Kapital“. Dies wird wiederum investiert, für neue Rendite.

          Gedeckt war das ursprüngliche Kapital durch den geschaffenen Mehrwert – aber der VERGEHT im Gegensatz zum Kapital: jetzt ist es ungedeckt!

          • Ueli der Hecht sagt:

            @Cornelis Bockemühl
            Nun Herr Bockemühl – die Sache ist eben ein bischen kompliziert und daher brauchts den leidigen „Jargon“.
            In Kapital kann sich das Geld transformieren – dann ist es aber kein Geld mehr. Sie beschreiben diesen Vorgang aber so – als wäre die Kapitalform einfach ein anderer „Aggregatszustand“ des Geldes. Das Kapital ist nicht „gedeckt durch den Mehrwert“ (wie Sie das behaupten) – sondern zweigt sich den Mehrwert ab (das ist die Verwertung – deswegen wird die ganze Produktion betrieben). Der Mehrwert wird dem Kapital einverleibt und verschwindet nicht im Nirwana als „ungedecktes Irgendwas“.

          • Cornelis Bockemühl sagt:

            Das ist doch das Stichwort: „Der Mehrwert wird dem Kapital einverlaibt“ – und damit wächst es – und wächst … und wächst… Wie lange?

            Und das ist doch genau mein Punkt: Das Kapital wächst nicht dadurch dass es „einfach so“ geschaffen werden kann durch Banken, Staaten usw. (was durch eine Golddeckung verhindert würde), sondern es wird zunächst tatsächlich erarbeitet!

            Dann aber wird es behandelt als wäre es – im Gegensatz zu allen anderen Dingen auf der Welt! – etwas „Ewiges“!

            Oder können Sie mir einen Mechanismus aufzeigen wie es auch wieder verschwinden kann – so wie alle anderen Dinge auch? Kompliziert oder nicht? Inflation wäre ein Beispiel – aber reicht sie aus?

            Kurz: Aus genau diesem Grund finde ich es auch völlig logisch dass ein Goldstandard unsere wirtschaftlichen Probleme kein bisschen lösen wird – wie es im Artikel ja auch vertreten wird, wenn auch mit anderen Begründungen.

          • Ueli der Hecht sagt:

            @Cornelis Bockemühl
            Das Kapital wächst so lange wie es sich den Mehrwert einverleiben kann – so lange wie es sich erfolgreich verwerten lässt. Wenn dies nicht mehr der Fall ist – sind die „schönen Tage“ vorbei und der Kapitalist muss sich vielleicht ein anderes Anlageobjekt suchen oder Bankrott anmelden.
            Eine Golddeckung sollte Ihrer Ansicht nach das Kapital an seinem Wachstum hindern? Keine Ahnung was Sie damit meinen – jedenfalls ist es falsch. Natürlich muss der Mehrwert von irgendwem „erarbeitet“ werden – fairerweise nicht von demjenigen, der das Kapital besitzt – wäre ja auch zu viel verlangt.
            Von wem wird das Kapital als etwas „Ewiges“ betrachtet? Wenn es bankrottiert ist es etwa so ewig wie eine Eintasfliege.
            Gewisse Ökonomen glauben das der Kapitalismus schon „ewig“ vorhanden ist und „ewig“ sein wird – das liegt aber nur daran, dass diese Herrschaften ein Geschichtsbewusstsein von einer Eintagsfliege besitzen.

          • Cornelis Bockemühl sagt:

            Ok, Bankrott ist eine zweite Art, Kapital wieder verschwinden zu lassen (ausser der schon erwähnten Inflation)! Kriege wären noch eine dritte. Leider sind das alles Wege, die vor allem auch Dritte in Mitleidenschaft ziehen: Es sind ja nicht einfach die Kapital-Eigner, die da bluten bzw. auf einen Teil ihres Kapitals verzichten müssen: Es werden dabei normalerweise massenhaft Existenzen zerstört, die mit der Sache rein nichts zu tun haben.

            Fragt sich einfach, ob es vielleicht auch noch etwas weniger destruktive Methoden gäbe?

            Sie liefern auch gleich noch ein weiteres Stichwort: „so lange wie es sich erfolgreich verwerten lässt“. Das ist natürlich ganz entscheidend! Die Grenze lässt sich aber oft genug, z.B. durch entsprechende „wirtschaftsfreundliche“ Politik, ein gutes Stück hinausschieben; fragt sich nur was das dann wieder für „Nebenwirkungen“ hat! Ist allerdings ein anderes Kapitel.

            Schliesslich: Ich fordere ja keinen Goldstandard! Der Zweck ist aber meines Wissens nichts anderes als ein Bremsen der hemmungslosen Geldvermehrung, die wir heute zur „Bekämpfung der Krise“ sehen. Wenn Sie da anderer Meinung sind würde es mich interessieren was Sie als den Zweck der Übung verstehen und wie Sie das begründen! Man könnte ja was lernen dabei…!? Einfach zu sagen das sei „falsch“ ist – mit Verlaub! – ein wenig zu „expertenhaft“-herablassend! Und als platte Behauptung sowieso belanglos… 😉

          • Ueli der Hecht sagt:

            @Cornelis Bockemühl
            Nun Herr Bockemühl – dem Kapitalismus ist es sowieso „egal“ ob ein paar Millionen oder Milliarden Existenzen als „Kollateralschaden“ zerstört werden oder nicht. Oder glauben Sie, dass der Kongo den meisten Millionären und Milliardären dieser Welt den Schlaf raubt?
            „Wirtschaftsfreundliche Politik“ für WEN sollten sie sich fragen und nicht ob diese auch „Nebenwirkungen“ erzeugt. Der Kapitalismus „himself“ ist ein gewaltiger Cocktail von „Nebenwirkungen“.
            Die „hemmungslose Geldvermehrung“, die von vielen Liberalen (die ihr eigenes System nicht verstehen) beklagt wird, war tatsächlich eine entscheidende Notmassnahme um das Weltsystem der Kapitalverwertung aus dem Sumpf der Renditestagnation zu ziehen. Durch die Massnahme wurden gewaltige Summen an fiktivem Kapital geschaffen und so konnte die Menschheit schon mal die „Zukunftswaren-/ dienstleistungen“, die noch erarbeitet, verkauft und gekauft werden müssen, als Kapital fungieren lassen. Ein genialer Trick – meinen Sie nicht auch?

          • @ Ueli

            Wie ist das denn eigentlich, ist denn in Ihrer Vorstellungswelt die „hemmungslose Geldvermehrung“ eine Konsequenz aus der steigenden organischen Zusammensetzung des Kapitals oder gibt es dafür noch andere Gründe? (Ich gehe mal davon aus, daß die vulgären Zinseszins-Argumentationen nicht ihrem Standard entsprechen.)

            Man kann sich ja durchaus Konstruktionen vorstellen, welche den „Geldkreislauf“ des Produktionssystems rein innerhalb des Finanzsystems simulieren. Beißt sich das nicht aber mit der Grundthese, daß Wert nur aus Arbeit erzeugt werden kann?

          • Ueli der Hecht sagt:

            @Renée Menéndez
            Da haben Sie Recht Herr Menéndez – der Mehrwert kann tatsächlich nur durch menschliche Arbeit generiert werden. Und da lag ja dann auch das „Problemchen“ von unserem „System“, da dummerweise (niemand hats geplant!) die dritte industrielle Revolution mehr Menschen aus dem Arbeitsprozess hinausbeförderte als wieder einsaugte. Das fiktive Kapital löste dieses Problem freilich auch nicht, sondern verschob es ganz einfach in die Zukunft. Der grosse Kuchen des fiktiven Kapitals wird somit in einer „potentiellen Zukunft“ ganz einfach nicht „realisiert“ – aber das muss ja jetzt noch niemanden beunruhigen.

          • Linus Huber sagt:

            @ Ueli

            Mit allem einverstanden, solange Sie das Wort „Kapitalismus“ durch die Worte „Planwirtschaft der Zentralbanken“ ersetzen.

  • Ueli der Hecht sagt:

    Es wird FIKTIVES KAPITAL geschaffen, indem Geld ohne Metalldeckung in Umlauf gebracht wird. Das fiktive Kapital ist aber in den letzten paar Jahrzehnten immer mehr zum Lebenssaft der ganzen Kapitalmaschinerie geworden. Fiktiv ist dieses Kapital deswegen, weil es in der Gegenwart so gehandelt wird, als hätte es sich schon in der Zukunft „verwertet“. Faktisch stellt es aber nichts anderes als ein Versprechen dar, welches sich erst in der Zukunft erfüllen muss. Das so geschaffene fiktive Kapital wird im Millisekundentakt um die Erde gejagt und deswegen der steile Anstieg der „Kapitalmobilität“.

    • G. Nardone sagt:

      @Ueli der Hecht: Geld kommt heute meist von Geschäfts-Banken über Kredit in Umlauf, wie z. B. für eine Hypothek, da ist also ein Pfand vorhanden oder zumindest sollte vorhanden sein. Die Immobilie als Sicherheit ist auch die Deckung des Geldes und somit nicht fiktiv. Und ein Kredit benötigt man zuerst für eine Investition, und eine Investition ist nun mal „aber nichts anderes als ein Versprechen, welches sich erst in der Zukunft erfüllen muss“. Man darf ja selbst kein Geld erzeugen, ist verboten, also muss der 1. in der Gesellschaft es sich bei denen ausleihen, die das dürfen.

      • Josef Marti sagt:

        Die dinglichen Sicherheiten können aber niemals auf Dauer mit den dank dem Zinseszinssystem exponentiell wachsenden Vermögen und Schulden mithalten.

      • @ Josef Marti

        Sie sehen nur die eine Seite dessen, was Zinsen sein können, nämlich die Seite der Einkommenserzielung. Nun hat aber Wirtschaft was mit Risiko zu tun wo sich Pläne, von den Zinsen zu leben, auch schon mal in Luft auflösen können. Man weiß also vorher nie, ob nicht alle Zinseinnahmen doch als Risikobeitrag hätten gebucht werden müssen. Berücksichtigt man dies, fällt die Geschichte mit der Unvermeidbarkeit der exponentiellen Expansion des Geldsystems sofort in sich zusammen:

        http://soffisticated.wordpress.com/2013/05/07/zinsen-individual-oder-gemeinschaftskonzept/

        • Josef Marti sagt:

          Ziemlich banale Feststellung. Dass die exponentiell wachsende Kurve dem Wirtschaftswachstum davonläuft und die Kurven sich schneiden ist systemimanent und führt zwingend alle 60 bis 70 Jahre zu einem generellen Schnitt der aufgeblähten Schulden/Guthaben Bilanz. Eine Währung hält idR auch nicht viel länger, einzig die USA kann mit ihrem gewalttätigen ökonomischen Imperialismus à la Bretton Woods dagegen halten, allerdings kommen bald auch die Chinesen auf dieses Level.

          • G. Nardone sagt:

            @Josef Marti: Diese exponentielle Aufblähung der Geld-Vermögen & -Schulden die zu einem Schnitt führen, können auch andere Ursachen denn Zinsen haben. Ich behaupte sogar, dass man diese Ursachen, zumindest rational, gar nicht mal wirklich ergründen kann, schliesslich hat auch heute niemand irgendwelche Beweise für die grossen vergangenen Krisen und die Zinseszins-Gegner haben auch keine, sowie vergessen diese Geld-System-Kritiker, dass nebst Zinsen auch andere Einkommen existieren die dann Menschen oder Unternehmen auf ihr Bank-Konto buchen wie z. B. Rendite-Einnahmen aus Sachkapital, Unternehmen und somit ihren Beitrag zur exponentiellen Expansion mitbeitragen, sowie ist das Geld-Sparen bzw. -Horten an sich bereits ein weiterer Faktor auf was Silvio Gesell die ganze Zeit hinweiste was Euch Zins-Kritiker ja überhaupt erst auf den Plan rufte. Denn bei den Alternativen-Lösungs-Vorschlägen von diesen Kritikern wie z. B. dasjenige Modell von Helmut Creutz, das die Umlaufgebühren gemäss Silvio Gesell einführt, sind die Zinsen ja auch nicht abgeschafft.

        • Ueli der Hecht sagt:

          @Josef Marti @Renée Menéndez
          Die Vorstellung vom Kapital als sich selbst produzierendem und in der Reproduktion vermehrendem Wert, kraft seiner eingeborenen Eigenschaft als ewig währender und wachsender Wert – hat Karl Marx schon Mitte des 19. Jahrhunderts an Dr. Richard Price kritisiert. Mister Price hatte ja bekanntlich in seinen „Observations on reversionary payments“ behauptet, dass 1 Shilling, ausgelegt bei der Geburt unsers Erlösers zu 6% Zinseszinsen, heute angewachsen sei zu einer grösseren Summe als das ganze Sonnensystem einbegreifen könnte.
          Marx schrieb über die „fabelhaften Einfälle“ dieses Ökonomen: Price wurde einfach geblendet durch die Ungeheuerlichkeit der Zahl, die aus geometrischer Progression entsteht. Da er das Kapital, ohne Rücksicht auf die Bedingungen der Reproduktion und der Arbeit, als selbsttätigen Automaten betrachtete, als eine blosse, sich selbst vermehrende Zahl (ganz wie Malthus den Menschen in seiner geometrischen Progression), konnte er wähnen, das Gesetz seines Wachstums gefunden zu haben in der Formel s = c (1+z)*, s=Summe von Kapital+Zinseszins, z=zinsfuss, n=die Reihe der Jahre

          • Ueli der Hecht sagt:

            @Josef Marti @Renée Menéndez
            Das Kapital, 24. Kapitel – Veräusserlichung des Kapitalverhältnisses:
            „Der Akkumulationsprozess des Kapitals kann insofern als Akkumulation von Zinseszins aufgefasst werden, als der Teil des Profits (Mehrwerts), der in Kapital rückverwandelt wird, d.h. zur Aufsaugung von neuer Mehrarbeit dient, Zins genannt werden kann. Aber:
            I. Von allen zufälligen Störungen abgesehen, wird im Lauf des Reproduktionsprozesses beständig ein grosser Til des vorhandenen Kapitals mehr oder weniger entwertet, weil der Wert der Waren bestimmt ist nicht durch die Arbeitszeit, die ihre Produktion ursprünglich kostet, sondern durch die Arbeitszeit, die ihre Reproduktion kostet, und diese infolge der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit fortwährend abnimmt. Auf einer höhern Entwicklungsstufe der gesellschaftlichen Produktivität erscheint daher alles vorhandene Kapital, statt als das Resultat eines langen Prozesses der Kapitalaufsparung, als das Resultat einer verhältnismässig sehr kurzen Reproduktionszeit.
            II. Die Profitrate nimmt ab im Verhältnis zur steigenden Akkumulation des Kapitals und der ihr entsprechenden steigenden Produktivkraft der gesellschaftlichen Arbeit, die sich gerade in der wachsenden relativen Abnahme des variablen Kapitalteils, gegenüber dem konstanten, ausdrückt.

          • Ueli der Hecht sagt:

            @Josef Marti @Renée Menéndez
            Das Kapital, 24. Kapitel – Veräusserlichung des Kapitalverhältnisses:
            „Um dieselbe Profitrate hervorzubringen, wenn das von einem Arbeiter in Bewegung gesetzte konstante Kapital sich verzehnfacht, müsste die Mehrarbeitszeit sich verzehnfachen, und bald würde die ganze Arbeitszeit, ja die 24 Stunden des Tages dazu nicht hinreichen, selbst wenn ganz vom Kapital angeeignet. Die Vorstellung, dass die Profitrate sich nicht verringert, liegt aber der Priceschen Progression zugrunde und überhaupt dem „all-engrossing capital, with compound interest“.
            Durch die Identität des Mehrwerts mit der Mehrarbeit ist eine qualitative Grenze für die Akkumulation des Kapitals gesetzt: der Gesamtarbeitstag, die jedesmal vorhandene Entwicklung der Produktivkräfte und der Bevölkerung, welche die Anzahl der gleichzeitig exploitierbaren Arbeitstage begrenzt. Wird dagegen der Mehrwert in der begriffslosen Form des Zinses gefasst, so ist die Grenze nur quantitativ und spottet jeder Phantasie.
            In dem zinstragenden Kapital ist aber die Vorstellung vom Kapitalfetisch vollendet, die Vorstellung, die dem angehäuften Arbeitsprodukt, und noch dazu fixiert als Geld, die Kraft zuschreibt, durch eine eingeborene geheime Qualität, als reiner Automat, in geometrischer Progression Mehrwert zu erzeugen, so dass dies angehäufte Arbeitsprodukt, wie der „Economist“ meint, allen Reichtum der Welt für alle Zeiten als ihm von Rechts wegen gehörig und zufallend schon längst diskontiert hat.“

          • Linus Huber sagt:

            @ Ueli

            Um Sie nicht vernachlaessigt fuehlen zu lassen, will ich auch Sie wieder einmal mit einer Aussage begluecken.

            Kapital, in einer freien Marktwirtschaft, wird auch immer wieder zerstoert in deflationaeren Phasen, in welchen Fehlinvestitionen abzuschreiben sind. Ebenfalls vermittelt Ihre Auslegung das Gefuehl, dass das Kapital immer in den gleichen Haenden liegt und waechst (dies trifft nur zu in einer zentralplanerischen Kleptokratie).

        • G. Nardone sagt:

          @Renée Menéndez: Finde ich eine äusserst interessante Interpretation der Zinsen und würdig dies weiterzuverfolgen. Zinsen sind demnach eine Art wie was Abschreibungen in Unternehmen wären aber auf einer makro-wirtsch. & sozusagen sozialisierten Ebene, sofern ich das verstanden habe?

  • Aurum sagt:

    Goldmenge liesse sich im Gegensatz zu Fiat-Währungen nicht x-fach via Druckpresse erhöhen. Auch eine Schuldenwirtschaft der westlichen Ländern könnte effektiver gestoppt werden. Natürlich wären Wachstumsmöglichkeiten kleiner, aber dafür nachhaltig! Auch könnten westliche Länder wie USA oder England ihre Schulden nicht so einfach via globale Währungen (wie US-Dollar o. Pfund) oder Beherrschung der Finanzplätze einfach auf andere Länder übertragen!

    • Rolf Zach sagt:

      Tatsache ist, der Goldstandard hat nie Finanzkrisen verhindert und ist eine Ware wie jede andere auch mit ihrem Preis. Würde ein garantierter Goldpreis der Zentralbanken von CHF 55’000 pro Kilo eingeführt, würde dies die heutige Geldmenge noch zusätzlich erhöhen, dass letzte war wir brauchen können. Was wir benötigen sind niedrige Zinsen für die Geschäftsleute, damit sie ihre Bankenkredite für den Wirtschaftskreislauf bedienen können und eine Politik, die den Leuten Arbeit und Einkommen gibt und damit sicherstellt, dass der Konsum anzieht. Die komplexen Volkwirtschaften benötigen auch eine ausgeklügelte Wirtschaftspolitik (Steuern, Preiskontrolle, Arbeitsmarkt-Regelungen, Banken-Regulierung etc.) Wirtschaftspolitik dem Goldstandard oder nur den Zentralbanken zu überlassen ist fahrlässig. Übrigens die FED besitzt noch 10000 t Gold, mit heutigen Preisen eine fast 40 % Golddeckung ihres Notenumlaufs. Wir sehen, es mangelt den wichtigsten Zentralbanken nicht an Gold.

      • G. Nardone sagt:

        @Rolf Zach: Sehr schön gesagt & auf den Punkt gebracht. Darf ich aber etwas zu Ihrem Text „…sicherstellt, dass der Konsum anzieht …“ hinzufügen: Um das zu bewerkstelligen, will ich eine Diskussion um „Umlaufgebühren“ einbringen, oder besser; Negativ-Zinsen auf Sichtguthaben, dafür aber keine Inflation. Im Sinne, Bank-Konten-Besitzer anstelle von aktuell mickrigen positiven Zinsen, die mehr oder weniger die Infaltion ausgleichen, mit von der Zentral-Bank festzulegenden Negativ-Zinsen dafür aber keine Inflation damit etwas zwingen, mit ihrem Geld etwas für sich selbst Gescheites anzufangen anstelle von langfristig Geld auf der Bank sparen. Nun, ich weiss das wäre eine äusserst heikle Sache und so alleine anfänglich auch nicht sinnvoll sowie einfacher gesagt als getan.

        • Josef Marti sagt:

          Die Idee mit einer Umlaufsicherungsgebühr für Bargeld (oder sofort abrufbare Sichtguthaben) ist schon ziemlich uralt; die Idee ist, dass das Horten und somit dem Wirtschaftskreislauf entziehen von Geld (Spekulationskasse, Liquiditätspräferenz) verhindert werden soll, aber anders als mit den schädlichen Auswirkungen des Zinssystems. Das Experiment hat in den 30er Jahren in der Gemeinde Wörgl in Österreich über längere Zeit sehr gut funktioniert bis das oberste Gericht erwartungsgemäss das staatl. Monopol schützte und das Experiment abbrach.

          • G. Nardone sagt:

            @Josef Marti: Dass diese Idee alt ist weiss ich auch, ich habe sie auch von Silvio Gesell. Allerdings stimme ich mit Gesell nicht überein, dass Zinsen alleine diese Funktion einer Umlaufsicherung übernehmen würden, denn Zinsen gäbe es auch mit einer Umlaufsicherung weiterhin und dass wiederum Zins- & Zinseszins alleine nicht die Ursachen aller wirtsch. Probleme sind. In den 30er herrschte ja allgemeine Deflation, da ist die Tendenz des GeldHortens grösser als das Geld zu verleihen und dass das Geld-Horten auch nicht zwingend alleine für eine Deflation verantwortlich wäre. Und die Zeiten von Gesell & des Experiments von Wörgl sind mit den heutigen ja nicht exakt vergleichbar.
            Und das Experiment wurde vom Staat abgebrochen nicht wegen der Umlaufgebühren, sondern weil die Gemeinde Wörgl ein eigenes geschaffenes Geld benutzte und weil ein staatliches Monopol dem ganzen Volk gehört.
            Ausserdem kann man die teilweise bewusst gemachte Inflation als eine Art Umlaufgebühr betrachten auf die man dann verzichten könnte.

  • René Fädrich sagt:

    Der wesentliche Unterschied vom Gold- zum Papiergeldstandart ist, dass beim Goldstandart das Wirtschaftswachstum wesentlich höher ist. Der Grund liegt darin, dass die knappe Ressource Kapital optimal eingesetzt wird und Politiker nicht Geld ausgeben können, welches sie einfach durch die Notenpresse drucken. Im Artikel wird auch verschwiegen, dass nach Aufhebung des Goldstandarts es zu Staatsbankrotten kam, bei denen die gesamte Bevölkerung alle ihre Ersparnisse verlor. In Deutschland war dies 1914, 1923 und 1948 der Fall. Wegen der Eurokrise wird es bald zum nächsten Staatsbankrott kommen.

    • Josef Marti sagt:

      Nach Ihnen gab es daher 1931 wohl ein Wirtschaftswachstum? Das schlimmste Gegenteil war der Fall. Betr. 1948 unterschlagen Sie die vorherige NS Herrschaft, da waren alle marktwirtschaftlichen Gesetze ausser Kraft: Staatlich reglementierte Preise und Löhne, Zerschlagung der Gewerkschaften, massenhafte Enteignung von Juden und Ausländern, gratis Zwangsarbeiter für deutsche Konzerne wie Krupp etc. Das führte zu einer zurückgestauten nach Kriegsende ausbrechenden Inflation und Währungsreform 1948. Wer Fabriken Sachwerte und Schulden hinüberretten konnte war auf einen Schlag Multimillionär wie Krupp.

    • Staub sagt:

      Ja, und auch eine viel höhere Arbeitslosigkeit um der Goldparität zu genügen. Goldstandard war eine gute Idee, aber sie funktioniert schon lange nicht mehr. Darum hat man sie auch abgeschafft. der EURO ist für die EURO-Länder aber heute in etwa das selbe wie der Goldstandard. Nur das es keinen einfachen Ausstieg dazu gibt. Das ist das Problem, mit dem EURO hat man einen neuen viel heftigeren „Gold-Standard“.

  • Cybot sagt:

    Aber im 19. Jahrhundert war alles gut. Immer. Und ganz sicher gab es nie eine Bankenkrise. Nie! Ich erinnere mich jedenfalls an keine einzige, also muss es gut gewesen sein.

    • Rolf Zach sagt:

      @Cybot. Sie haben vollständig recht. Dafür haben wir die grossen Dichter des 19. Jahrhunderts, die in dieser Zeit schrieben. Sie erzählen uns drastisches auch über die Wirtschaft und die Banken dieser Zeit. Emile Zola ist nur ein Beispiel. Jemand der sich mit Volkswirtschaft und Geldtheorie beschäftigt, findet dort oft mehr Wahrheit in den Dingen als bei den Schulen der Nationalökonomen, wenn ich nur an die so angesehene österreichische Schule von Hayek und seinen Anhängern denke.

    • Frank Baum sagt:

      Im 19. Jahrhundert gab es sehr viele Bankkrisen, wie im Artikel richtigerweise erwähnt. Sie traten praktisch alle 10 Jahre auf.

      • Linus Huber sagt:

        @ Frank

        Ja und, wenn sich Banker immer wieder betruegerischer Geschaeftsmodellen bedienen, ist es wohl besser, diese dadurch entstehenden Fehler gelegentliche zu korrigieren, als das Kreditrisiko der Waehrung aufzuhalsen.

        • G. Nardone sagt:

          @Linus Huber: „wenn sich Banker immer wieder betruegerischer Geschaeftsmodellen bedienen“ … wäre es dann nicht besser Sie klagen vor Gericht als in diesem Blog?
          „Kreditrisiko der Waehrung aufzuhalsen“ – Sie spielen hier auf die Inflation hinaus, doch sind Banker nicht für die Inflation verantwortlich, ansonsten erklären Sie uns das etwas näher?

          • Linus Huber sagt:

            @ Nardone

            Na ja, ich glaube, gerade Ihnen habe ich diese Zusammenhaenge schon oft erklaert. Was soll ich noch mehr Wasser zum Rhein tragen?

  • Marc Goldinger sagt:

    Zumindest würde unter einem Goldstandard das masslose Schuldenmachen gestoppt. Ist kein Gold mehr da, kann auch nicht mehr importiert werden. Die Konvertierbarkeit des Dollars in Gold wurde von Nixon 1971 ja nicht gestoppt, weil die Wirtschaft stabilisiert werden sollte, sondern weil de Gaulle die vielen Dollars von Frankreich in Gold tauschen wollte (und vermutlich nicht mehr viel vorhanden war). Im übrigen finde ich es nicht sehr seriös, so ein komplexes Thema mit 2 Grafiken und 30 Sätzen abzuhandeln…

    • Josef Marti sagt:

      Die vertraglich unter Bretton Woods versprochene Goldeinlösepflicht führte aber eben genau zu massiven Schulden in Gold der USA, weshalb Nixon für sein Land einen einseitigen Schuldenerlass dekretierte. Deshalb musste nach 1973 zu flexiblen Wechselkursen umgestellt werden mit der Folge dass die USA von der bisher praktizierten inflationären Geldschöpfungspolitik mit garantiertem europäischen Inflationsimport dank festem Wechselkus abkehren musste.

      • Marc Goldinger sagt:

        Das führte zu massiven Schulden in Gold der USA, weil damals genau wie heute mehr importiert statt exportiert wurde. Und das ist unter einem (teilweisen) Goldstandard so nicht möglich.

    • Frank Baum sagt:

      Zu dem Thema gibt es sicherlich mehr zu sagen, als in 30 Sätzen und 2 Grafiken möglich ist. dennoch sind die 30 Sätze richtig und die beiden Grafiken aussagekräftig: ein Goldstandard hat mit Finanzmarktstabilität nichts am Hut. Die Finanzmarktstabilität hängt in erster Linie von der adequaten Regulierung der Finanzmärkte ab. Adquate Eigenkapitalvorschriften wirken stärker als der Goldstandard.

    • Linus Huber sagt:

      @ Marc

      Ich bin gleicher Meinung.

  • Josef Marti sagt:

    Die Schwächen des Goldstandars sind evident. D hatte vor der grossen Depression 1931 eine Goldkernwährung, dh. um den Goldkern wurde ein Vielfaches an Papiergeld in einem festen Verhältnis gebildet, die Geldmenge war gebunden an den Bestand des Goldkerns und konnte so nicht laufend an das Sozialprodukt angepasst werden. Da nach dem Börsenkrach 1929 grosse Goldbestände zurück an die USA flossen musste die Geldmenge um ein Vielfaches des Goldbestandes reduziert werden, was der wesentliche Auslöser für das dramatische Absacken des Geldschöpfungsmulitplikators und somit der Deflation war.

  • Die Erfahrungen der Vergangenheit haben … gezeigt, dass eine auch nur einigermaßen ausreichende Garantie für die Erhaltung der Kaufkraft in der Goldwährung nicht gegeben ist. Der Staat kann die Deckungsquote herabsetzen. Der Goldvorrat ist äußerst variabel; er hängt von der Außenhandelspolitik und von Goldfunden ab. Viel exakter kann die Geldausgabe durch Bindung der Währung an den Preisindex gesteuert werden:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/geldtheorie.html

  • Hans Widmer sagt:

    Mag sein dass die kurzfristige Stabilität unter einem Goldstandard schlechter wäre. Allerdings liegt das an der schwachen elastizität von Gold. Jedes kleine auf und ab schlägt sich sofort im Wert des Goldes nieder.
    Gegensatz zu Paiergeld, wo eine veränderte Nachfrage zunächst einmal von der Nationalbank abgefangen wird. Erst Jahre oder Jahrzehnte später kriegt dann die Nationalbank langsam Bauchschmerzen passt die Geldmenge an. Die Anpassungsprozesse passieren dann vielleicht noch alle 50 Jahre, anstatt 3 mal im Jahr. Sind dafür aber tausendemale zerstörerischer.

    • Linus Huber sagt:

      Der Versuch sich zwecks Stimmenfang auf politischer Ebene nicht-nachhaltigen Programmen hinterherzurennen, duerfte bedeutend schneller erkannt werden, wodurch ein mit Atmen vergleichbarer Prozess zwischen einer Phase der Kreditausdehnung und Kreditreduktion entsteht. Allerdings duerften diese Zyklen wohl ein wenig laenger als ein halbes Jahr dauern, sondern eher im Bereiche von 3-7 Jahren. Immerhin kurz genug um jemanden beim 3. Wahlgang zu entfernen.

      • G. Nardone sagt:

        @Linus Huber: „zwecks Stimmenfang auf politischer Ebene nicht-nachhaltigen Programmen hinterherzurennen“ – Dann sind nicht die Politiker daran schuld, sondern ihre Wähler, die Wähler haben diese Verantwortung. Der Politiker muss zwecks Stimmenfang ja sich den Wünschen der Stimmenden anpassen ansonsten kriegt er keine Stimmen, man nennt das Demokratie heutzutage.
        Also verstehe ich Sie richtig dabei, dass Sie eigentlich die mündigen Wähler bezichtigen nicht-nachhaltigen Programmen hinterherzurennen weil sie diese eben wollen?

        • Linus Huber sagt:

          Wuensche sind grenzenlos, jedoch langfristig nicht die Erfuellung all dieser Wuensche. Deshalb ist es sinnvoll, die Aufgaben des Staates klar zu begrenzen, damit nicht ein Wettrennen um einen fuer den Einzelnen oder einen Teil der Gesellschaft vorteilhaften Umverteilungsmechanismus in Gang kommt, welcher jedoch mit ehrlichem Geld sehr schnell seine Grenzen finden wuerde. Einzig das Vertrauen in die zukuenftige Erfuellung der erwarteten Leistungen haelt diese Ponzi-Scheme aufrecht, was durch die inflationaere Geldpolitik ermoeglicht wurde.

          Natuerlich hat jedes Volk die Regierung, welche es verdient, jedoch fuehlt sich der Einzelne in einem immer staerkeren Staat zunehmend machtloser bis es wohl schlussendlich zu gesellschaftlichen Verwerfungen kommen duerfte. Diejenigen, welche ihre Macht via staerkerem Staat ausbauten oder sich in diesem Prozess uebervorteilten, erkennen leider nicht die dadurch in Gang gesetzte Entwicklung, sondern fuehlen sich gut in Ihrer erhoehten „Verantwortung“. Die Indoktrination der Bevoelkerung spielt hierbei eine nicht zu unterschaetzende Rolle.

  • Walter Schneider sagt:

    Beim Gold-Standard ergibt sich für die politische Klasse ein schwerwiegendes Problem: Sie können die Wünsche ihrer Klientel nicht mehr einfach so decken. Das alleine wäre ein Grund für Gold als Währungsstandard.

    • Linus Huber sagt:

      Und ein wichtiger Grund, denn dadurch wird die Elite in ihrer Handlungsfaehigkeit eingeschraenkt.

  • will williamson sagt:

    Eigenkapital stärken, höhere Mindestreserven verlangen. Das sind Massnahmen, um die Banken zu stabilisieren. Auch der aktuelle Vorschlag für eine Reform des Geldsystems unter den Stichworten „Vollgeld“ oder „Monetative“ ist in Betracht zu ziehen. Danach soll das Geldvolumen nur noch von der Notenbank bestimmt werden. Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken wird untersagt. Sichtguthaben (Buchgeld) sollen ebenfalls als gesetzliche Zahlungsmittel erklärt werden und aus den Bankbilanzen ausgegliedert werden analog den Wertschriftendepots. Eine Volksinitiative dazu ist geplant.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Sie schlagen die Verstaatlichung der Finanzwirtschaft vor. Die Geschichte lehrt uns aber, dass jeder Staat, der diese allumfassende Macht in die Händen bekommen konnte, letztendlich sein eigenes Finanzsystem an die Wand gefahren hat. Entweder hat sich der Staat direkt bedient und so das Vermögen seiner Bürger über die Jahre hinweg zusammen mit der eigenen Währung zerstört oder er hat die Wirtschaft lahm gelegt, mit den Folgen hoher Arbeitslosigkeit, Unruhen, Revolution. Der Staat war nie und wird nie ein Garant für Finanzstabilität sein. Das gehört nicht zu seinen Kompetenzen.

      • will williamson sagt:

        Die aktuelle Krise zeigt, dass auch ein System, das die Staaten nicht allumfassend in die Hände bekommen konnten, an die Wand gefahren werden kann. Im Fall der EU haben wir nebst der enormen Verschuldung auch bereits die hohe Arbeitslosigkeit und die Unruhen in einigen Ländern. Wie lange die Revolution noch auf sich warten lässt, ist die Preisfrage. Nach diversen Voraussagen kommt nach den Wahlen in D der griechische Schuldenschnitt. Dann verwandeln sich die deutschen Garantien in Zahlungen.

        • G. Nardone sagt:

          @will williamson:
          1. Ist das System nicht an die Wand gefahren.
          2. Ist in der EU weder die enorme Verschuldung noch der Euro an sich wirklich das Problem.

          • will williamson sagt:

            Ohne die staatlichen Rettungsaktienen, die die Staatsschulden massiv in die Höhe getrieben haben, wäre das System heute schon seit einiger Zeit „hinter der Wand“ verschwunden.

          • G. Nardone sagt:

            Aber wir wissen nicht was genau geschehen wäre, hätte man die zahlungsunfähigen Insititute bankrott gehen lassen, man hatte offenbar zu sehr Angst vor BankRuns, es wäre die allgemeine Panik gewesen die das System hätte kollabieren können und nicht diese Verluste der Banken. Aber vielleicht wäre es halb so wild geworden, die Banken hätten trotz bankrott den Zahlungsverkehr dennoch weiterlaufen lassen können und später hätten diese Banken sowieso neue Eigentümer, wären ja nicht dem Boden gleich gemacht worden.
            „Ohne die staatlichen Rettungsaktionen“ – Das stimmt, aber einerseits hätten auch Private diese zahlungsunfähigen Institute für ein Schnäppchen möglicherweise kaufen und den Betrieb wieder laufen lassen können, dann würde man heute nicht mehr von Rettungsaktion sprechen. Na gut, vielleicht gibt’s ja auch gute Gründe dafür, dass sich kein Privater für diese Aktion eingefunden hatte.
            Andererseits hat nun aber der Staat auch mehr oder weniger Teile der Bank selbst gekauft. Und Geld das jemand zahlt oder verliert, kassiert oder gewinnt jemand Anders ganz bestimmt, also dieses Geld ist nicht verloren, ist irgendwo vorhanden, die decken diese zusätzlichen Schulden des Staates. Die geschickte Frage würde ich jetzt sagen ist die: Was machen wir kluges mit diesem Geld? Nun, diese Gelder gehören irgendwelchen nat. & jur. Personen, & der Staat kann diesen Personen diesen Teil ihrer Vermögen nicht einfach so enteignen. Aber er könnte sie zu Investitionen anregen die möglicherweise zukünftige Erträge & somit Steuergelder generieren und der Staat könnte die Schulden aus der Rettungsaktion somit tilgen.
            Was ich sagen will ist, nichts ist verloren wie es scheint.

      • will williamson sagt:

        „To be fair, there have of course been historical episodes where government-issued
        currencies collapsed amid high inflation. But the lessons from these episodes are so
        obvious, and so unrelated to the fact that monetary control was exercised by the
        government, that they need not concern us here. These lessons are: First, do not put a
        convicted murderer and gambler, or similar characters, in charge of your monetary system
        (the 1717-1720 John Law episode in France). Second, do not start a war, and if you do, do
        not lose it (wars, especially lost ones, can destroy any currency, irrespective of whether
        monetary control is exercised by the government or by private parties).“
        Quelle: The Chicago Plan Revisited
        Jaromir Benes and Michael Kumhof
        IMF Working Paper

        • will williamson sagt:

          @Nardone: Die Blaupause für die Enteignung durch den Staat ist in Zypern kürzlich geboren worden und der neue Vorsitzende der Eurogruppe hat zu erkennen gegeben, dass er das so weiter handhaben will. Ich meine, die EU habe dazu auch bereits eine Richtlinie entworfen. Dieses Verfahren wird jetzt „Bail-In“ genannt. Vorher war der Bail-Out, den Griffin schon in den 90-er Jahren beschreibt:
          „Der Name des Spieles lautet »Bailout«. Wie
          bereits festgestellt wurde, ist die Aufgabe schlicht die, unvermeidbare Verluste von den
          Bankeigentümern auf die Steuerzahler abzuwälzen. Die Vorgehensweise ist dabei folgende:

          Das Spiel beginnt, sobald das Federal Reserve System den Geschäftsbanken gestattet,
          Scheckbuch-Geld aus dem Nichts heraus zu schaffen…..“
          (Griffin, die Kreatur von Jekyll Island, Seiten 30/31)

          • G. Nardone sagt:

            @will williamson:
            – „die Enteignung durch den Staat“
            Der Staat enteignet also das Volk, doch der Staat ist das Volk, der Staat hat doch keine persönliche Kasse!
            Der sogenannte bail-in in Zypern ist möglicherweise nicht die einzige bzw. alternativlose Lösung des Problems, ich hinterfrage diese Massnahme genauso.
            – „unvermeidbare Verluste von den Bankeigentümern auf die Steuerzahler abzuwälzen“
            Unvermeidbare Verluste müssen abgewälzt werden. Und was soll man den Bankeigentümern denn wegnehmen? Ihre Aktien die aufgrund der Zahlungsunfähigkeit der Bank aktuell kaum noch etwas wert haben? Alles andere wäre ja nicht ganz legal. Ausserdem, wo ein Verlust muss auch ein Gewinn vorhanden sein, dieser Gewinn könnte relativ sich auch unter den Steuerzahler verteilt haben.
            – „Scheckbuch-Geld aus dem Nichts“
            Geschäftsbanken schaffen und geben Scheckbuch-Geld normalerweise nur gegen Pfand bzw. Sicherheit wie Sachkapital & ist somit auch real gedeckt. Na gut, im Investment-Banking hat man einiges geschaffen ohne Pfand um finanzielle Wetten zu finanzieren, aber all diejenigen die diese Wetten in Anspruch nahmen, haben sich bei diesem sog. kriminellen Spiel mitbeteiligt, das wären jede Menge Sparer, Investoren, Staaten, Kommunen, Städte & Gemeinde. Sowie Unternehmen die z.B. Absicherungsgeschäfte nachfragen, dafür brauchts als Voraussetzung einen Handelspartner der spekulieren muss via Hedge-Fonds, das könnte in die Hosen gehen, Nicht-Banken wollen aber dieses Angebot!

          • will williamson sagt:

            @Nardone: Ich kann Ihnen versichern, die Enteignung durch den Staat ist absolut real. Ich werde seit vielen Jahren jedes Jahr teileinteignet via Steuern. Auch der Heilige Thomas von Aquin war schon der Meinung, bei den Steuern handle es sich um legalen Raub.

    • Anh Toan sagt:

      Studiere ich die Website, komme ich zum Schluss, dass Monetative nicht in der Lage ist, ihr Modell überhaupt zu beschreiben: Der Verfassungstextvorschlag ist noch immer auf dem Stand von Dez 2012, der noch nicht der gültige Initiativtext sei, obwohl mit der Unterschriftensammlung Anfang 2014 begonnen werden soll.

      An diesem Initiativtextvorschlag sehe ich, dass der Staat zinslos mit Krediten von der Notenbank versorgt werden soll:
      Ist dies eine Voraussetzung, dass das Vollgeldsystem funktioniert? Wenn nein, gegen den Grundsatz der „Einheit der Materie“ (nicht 2 Fragen in eine verpacken).

      • will williamson sagt:

        Ob die Gratiskredite an den Staat eine Voraussetzung sind, müssen die „Vollgeldler“ beantworten. Der Nachteil für die SNB wäre wohl, dass sie zinslose Darlehen nicht weiter geben könnte, ohne einen Verlust zu realisieren. Es dürfte ja niemand interessiert sein, solche Titel zu erwerben.

        • Anh Toan sagt:

          Ich habe Sie halt als „Vollgeldler“ verstanden, immerhin bewerben Sie das hier.

          Wenn einzig in die Verfassung geschrieben wird, die Nati gibt neugeschaffenes Geld unverzinslich und unbefristet an Bund und Kantone sowie an natürliche Personen (!), wird doch bereits das gesamte Finanzsystem revolutioniert. Was ändernd die anderen rund 90% des Initiativtextes noch zusätzlich?

          Es wird oft beworben, nur habe ich noch niemanden gefunden, der es erklärt, so richtig, das mit dem Vollgeld, aber ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben.

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