Die grosse Illusion

Vor genau hundert Jahren publizierte der englische Journalist Norman Angell das Buch «The Great Illusion». Darin kam er zum Schluss, dass die wirtschaftliche Verflechtung einen Krieg in Europa unmöglich gemacht habe.

Kanonenboot Panther

Das Buch war äusserst erfolgreich und erlebte mehrere Auflagen. Angell wurde über Nacht ein weltbekannter Autor (vgl. die Pressestimmen in der Auflage von 1913).

Im August 1914 – vier Jahre nach der ersten Auflage von «The Great Illusion» –  brach der Erste Weltkrieg aus. Angell war offensichtlich selber Opfer einer grossen Illusion geworden.

Wir sind vielleicht nicht mehr so naiv wie zu Angells Zeiten. Aber glauben wir nicht auch, dass die wirtschaftliche Globalisierung einen grösseren militärischen Konflikt unmöglich macht? Sind wir Opfer derselben grossen Illusion?

Klar, vor hundert Jahren war die politische Situation instabiler als heute. 1910 annektierte Japan die koreanische Halbinsel. 1911 sandte Kaiser Wilhelm II. das Kanonenboot Panther nach Agadir, um zu markieren, dass Deutschland die Annexion Marokkos durch Frankreich nicht hinnehmen wollte. 1912 erklärte Montenegro dem Osmanischen Reich den Krieg. Deutschland rüstete auf. Und so weiter und so fort.

Aber können wir so sicher sein, dass wir uns heute in einer ganz anderen Situation als damals befinden?

Keine Kommentare zu «Die grosse Illusion»

  • @Andreas Dombek
    Herzlichen Dank für die Replik eines Artilleristen aus dem „grossen Kanton“. Ferdinand Lasalle, der jüdische Sozialist, hat 1862 beim Take-Off des Preussischen Militarismus eine berühmte Rede „Vom Verfassungswesen“ gehalten. Und, lieber Dombek, lesen sie die mal. Der gute Sozi empfahl gerade gegen den keimenden Militarismus, die demokratische Kontrolle der Armee. Das heisst: Das Gewehr in der Hand des Bürgers. Ihren Militärischen Hochmut für die Grosstaten ihrer Vorväter lasse ich ihnen gerne. „Die Ordonnanzwaffe im Haus“ ist ein Segen. Aber wer auf die Helden von Stalingrad stolz ist, wird diesen Segen nicht begreifen,: können, wollen, sollen.
    http://www.gewaltenteilung.de/lassalle.htm

  • Verena Hoffmann sagt:

    @Oliver Keller: Ein treffendes Zitat von Präsident Eisenhower. Ich empfehle Ihnen in diesem Zusammenhang die Dokumentation “Why we fight” (auf youtube) von Eugene Jarecki. Man kann nur hoffen, dass irgendwann ein bedingungsloses Grundeinkommen in den USA eingefühft wird. Es würde zumindest all den Menschen helfen, sich neu zu orientieren, die nicht aus Überzeugung in die Armee gehen oder für die Rüstungsindustrie arbeiten, sondern nur weil sie einen Job brauchen. Ich bin mir zwar bewusst, dass das nicht einfach wird, denn die Propaganda macht den Amis Angst vor solch “sozialistischen” Ideen, aber hoffen darf man…

  • Pesche Fuchs sagt:

    Wer glaubt, aus den historischen Begebenheiten direkt die Entwicklungen der Gegenwart oder Zukunft auf Krieg und wirtschaftliche Verbindungen zur Verhinderung derselben, zu kennen, sei so nett, und erkläre einem Unbedarften, wie lange die beiden Grossmächte am Pazifik USA und China nur Handel betreiben? Unter welchen Umstanden kippt die heutige Stabilität? Bei einer grossen Dollar-Abwertung? Oder wird diese Ausmarchung in „kleinen“ Stellvertreter-Kriegen wie während des kalten Krieges ausgetragen (Korea? Taiwan? usw.)? Wird Indien im Kräftemessen der anderen beiden Partei ergreifen oder der lachende Dritte sein?

    • Rolf Schumacher sagt:

      Es gibt und gab und gibt in jeder Weltmacht ganz unberechenbare konservativ-orthodoxe think-tanks. Darunter verstehe ich Falken, welche Politik für eine ganz kleine Elite betreiben. Früher nannte man diese ganz offen Monarchisten. Nach der industriellen Revolution nannte man sie Liberal-Konservative (Vertreter der Grossgrundbesitzer, der Grossindustriellen und der Monarchen). Diesen Kräften ist gemein, dass sie vor allem für einen absolut freien Markt ohne jegliche Schranken und Kontrollen einstehen. Nach dem Motto der Stärkere siegt, oder wer bezahlt befiehlt. Diese Kräfte haben es immer wieder geschafft, Vereinbarungen, Verträge, Gesetze zu brechen. Gemäss UNO Resolution 1441 war der Irakkrieg für wesentliche Länder des Sicherheitsrates und der UNO-Vollversammlung nicht legitimiert. Die US Falken haben ganz einfach Völkerrecht missachtet, die UNO negiert und dem Irak den Krieg erklärt. Die USA und Tony der Pudel aus England sowie einige wenige eher nicht gewichtige Länder bildeten die Achse der Willigen.
      Leider ist es auch so, dass wenn es eng wird (Inflation, Arbeitslosigkeit, Terror…) das Volk immer wieder diese Extremisten unterstützt. Genau diese Gefahr besteht aktuell in den USA, GBR, I, FR, IR, RU, E, P, GR, NL, B, Skandinavien, Balkan, Iran, Irak, Afghanistan, Pakistan Aegypten, Algerien, Syrien, Libanon, Palästina, Israel, BG, RO, Ukraine, Weissrussland, Georgien, Indonesien, Mexico etc. Die Welt hockt erneut auf einem politischen Pulverfass.
      Es ist folglich wie bei einem Dominoeffekt, wenn die USA die Lunte zündet, kann es zu einer Kettenreaktion kommen.
      Kleine Kriege werden bloss aus strategischen Ueberlegungen getan. Oft um sich zu positionieren für die grosse Schlacht. Nur ein ganz grosser Krieg ist imstande die Karten neu zu mischen. Klare Gewinner und Verlierer zu generieren. Grenzen neu zu definieren, Gesetze zu ändern etc etc etc. UNO-Diskussionen sind oft gut gemeint, bringen aber in Tat und Wahrheit gar keine Veränderungen zu stande. Sie werden von den „Machern“ schlicht übergangen.
      Ich weiss sicher auch nicht was uns die Zukunft bringt, aber eines ist sicher die Schweiz muss diplomatisch ganz dezent und sehr neutral agieren. Unreflektierte Libyenbefreungsoperationen, sowie bundesrätliche Tripolisflüge, welche normale Asylinhaftierte zu offiziellen politischne Geisseln machen dürfen nie wieder geschen. Alt-BR Merz hat in dieser Hinsicht sehr grobfahrlässig und total unschweizerisch gehandelt.
      DISKRETION, KOMPROMISSBEREITSCHAFT; VERLAESSLICHKEIT; NEUTRALITAET waren einst die Stärken der Schweiz und sie werden in Zukunft wieder ganz wichtig sein. Wenn es unsere Regierung nicht schafft, dahingehend klüger, vorsichtiger und nachsichtiger zu handeln, kann es sehr gut sein, dass die vulnerable Insel Schweiz sehr schnell zerschlagen sein könnte.

  • Thomas Maurer sagt:

    Der 1. Weltkrieg hat nichts mit einer wie auch immer definierten „Globalisierung“ zu tun. Bis kurz vor Ausbruch des Kriegs gab es geheime Absprachen zwischen den verschiedenen Mächten (die sich später z.T. als Gegner gegenüberstanden), die je nach aktueller Krise wieder gebrochen bzw. wieder erneuert wurden. Hauptgrund für den aufkommenden Krieg war die Sorge Russlands, Österreich-Ungarn könne sich weiter auf dem südöstlichen Balkan ausbreiten, in dem es die Schwäche des kollabierenden Osmanischen Reiches ausnützen würde (Österreich annektierte Bosnien-Herzogowina einige Jahre zuvor.) Wäre nach Serbien auch noch das östlich davon gelegene Fürstentum Bulgarien an Österreich-Ungarn gefallen, hätte Wien den Zugang Russlands zum Schwarzen Meer kontrolliert oder sogar blockiert. Damit wäre Russland im Süden militärisch und wirtschaftlich praktisch handlungsunfähig geworden. Aus diesem Grund ging Russland auch ein Bündnis mit Frankreich ein, dass aufgrund der Annexion Elsass-Lothringens durch das Deutsche Reich 1871 „noch eine Rechnung offen hatte“.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Die Welt war vor dem 1. WK einfach kleiner. China, Indien, Afrika südlich der Sahara, Südamerika und Nordamerika spielten keine Rolle. Heute hat die Globalisiereung den ganzen Erdball erfasst. So wie die Weltmächte FR/GBR den Einfluss der Preussen und der KuK Monarchie nicht billigten, billigt die USA/GBR/FR/I/E den Einfluss China/Russlands nicht. So wie es heute die EU-UNO und andere Organisationen gab, gab es damals den Völkerbund. So wie Preussen politisch Schritt für Schritt isoliert wurde, ist der Iran abgekapselt. Wir haben Aufrüstung, wir haben einen Kampf um Land und Ressourcen und vor allem strategische Präsenz. Die USA hat den Balkan im Griff, ist im Kaukasuss präsent und steht auch im nahen Osten aber auch in Japan und indirekt Taiwan. Die Chinesen und die Russen akzeptieren den Weltpolizist USA/GBR genauso wenig wie damals Russland den Angriff auf das slawische Brudervolk Serbien akzeptierte. Obwohl Zar Alexander ein Cousin Wilhelm II war, konnte er sich nicht der Pflicht entziehen das Slawentum zu verteidigen. Serbien träumte schon damals mit voller Unterstützung den Traum des Panslawismus. Und dass Bulgarien, die Krippe der russischen Sprache, sich mit den Mittelmächten anschloss war natürlich Oel ins Feuer. Der schwäschelnde Mann am Bosporus war ebenfalls eine gefährliche Grösse, welche die Slawen (Dardanellen) unter Kontrolle haben wollten.
      Diese verworrene Situation haben wir im nahen Osten ebenfalls. Afghanistan, Irak, Pakistan, Saudiarabien, israel, (Türkei?), Aergypten (nach Mubarak sieht es wahrscheinlich ganz anders aus) sind der eine Block der andere Syrien, Jordanien, Yemen, (Libanon?), Algerien, Marokko, Iran. Der damalige Balkan ist ganz einfach der heutige nahe Osten.
      Ach ja und die Weltwirtschaftskrise, gab es damals so sicher wie sie heute auch existiert.
      Und Bündnisse gibt es auch zb neustes Militärbündnis GBR-FR!!!, und der absurde Freihandelsabkommenwahn….
      So schwach der Völkerbund damals war, aufgerieben zwischen lokalen Interessen, genau so unfähig ist die heutige UNO:
      Ich sehe sehr viele Parallelen.
      Was wenn Elsas Lothringen heut im Kashmirgebiet liegt?

  • Andreas Dombek sagt:

    @Giorgio Girardet

    Es ist erfreulich, dass ein sich christlich generierender Mensch wie Sie, sich in einer vermuteten Zwiespältigkeit bezüglich einer kryptomilitärischen Gedankenwelt erkennbar herablassend über den preußischen Militärwahn äußert. Es wird durch mich kein militärischer Preußenwahn verteidigt, aber Sie könnten sich als gebildeter Mensch doch von erkennbaren einäugigen Vorurteilen langsam trennen.

    Trotz der Möglichkeit, mit Ihnen oder anderen schweizerischen aufrechten Wehrmännern eine Kontroverse auszulösen, ist es höchstwahrscheinlich, die Unbedeutendheit der damaligen Schweiz sowie die zufällige südliche und damit glückliche topographische Lage in Verhältnis zum nördlichen Belgien möglicherweise für einen dt. Umfassungsvorstoß um die franz. Befestigungslinien herum ein Grund gewesen ist, dass dieses Land verschont wurde. Man sollte den damaligen gesamten Rüstungswahn betrachten, den fast ganz Europe dank seiner wirtschaftlichen Potenz opferte.
    Die These: Ohne wirtschaftlichen Erfolg hätte es diese exorbitante militärische Aufrüstung nicht gegeben. Tatsächlich ist damals noch vor dem Dt. Reich Großbritannien der größte Militärapparat gewesen, aber man hat sich an diese Situation als gottgegeben gewöhnt und nach dem Sieg hat man viele unangenehme Tatsachen einfach gnädig vergessen. Denn man hatte sich über Jahrhunderte daran gewöhnt, in der Mitte Europas ein wirtschaftliches und demzufolge ein militärisches Machtvakuum vorzufinden. Für die britische Plutokratie zur damaliger Zeit eindeutig ein Glücksfall.
    Demzufolge sollte aus Erkenntnisgründen in der heutigen Schweiz und auch bei Ihnen folgendes berücksichtigt werden. Es ist wohl nötig, dass auch Sie und andere schweizerische aufrechte Militärillusionisten ihre Waffen dort abgeben, wo diese tatsächlich hingehören: Ins Depot! Denn die Axt resp. Waffe im Haus erspart keine mentale Leistung.

    In gewisser Weise kann man auch im großartigen franz. Film „La grande illusion“ die gemeinten Vorgänge in kleinen Analogien nachvollziehen. Man sollte schon mal seinen Standort in Zweifel ziehen und eventuell eine neue Standortbestimmung durchführen, um neuzeitliche und dadurch möglicherweise erhellende Ansichten zu erhalten, ansonsten gilt auch hier für Unseinsichtige: Die große Illusion. Es ist für Nichtschweizer oft nicht nachvollziehbar, mit welcher irrationalen Verbissenheit solch militärtechnischen Spielzeuge für militärische Bedrohungsszenarien aus der uralten Mottenkiste herausgezaubert werden und als erschröcklicher Popanz oder gar als Kinderschreck herumgezeigt werden.

    Der schwarze Bock ist unter lauter weißen Schafen sooooooo einfach herauszufinden. Machen auch Sie den großen Sprung von 100 Jahren in das heurige Jahr 2010.
    Den wohl gilt leider noch die Parole, dass die zukünftigen Kriege in Wahrheit Wirtschaftskämpfe mit anderen Mitteln seien.

    • Pesche Fuchs sagt:

      @Herr Dombek
      Natürlich dürfen Sie sich über schweizerische Militärillusionisten lustig machen. Aber auch die von Ihnen beschrieben wirtschaftlich motivierten Kriege des 21. Jahrhunderts werden nach dem Einsatz von all den „sauberen“ und überlegenen Hightech-Waffen schlussendlich mit Handfeuerwaffen an Checkpoints entscheidend beeinflusst. Denn das Potential zum Ärgern des Starken mit kleinen Überfällen, Sabotagen mag klein erscheinen. Aber es ist ZERMÜRBEND.
      Und dies, sehr geehrter Herr Dombek, hat sich in den letzten 100 Jahren mit der Informationsgesellschaft gar nicht zu ungunsten der Wiederständler verändert. Gerade wenn Rohstoffe (=ortsgebunden) die Ursache für Kriege sind, wird es für Imperatoren immer schwierig bleiben, die ganze Infrastruktur sowie die arbeitenden Menschen rund um die Uhr zu schützen. Mit einigen Ausnahmen (Sri Lanka vor gut einem Jahr und vielleicht teilweise auch Israel) sind diese nicht endenden vergleichweise „wenigen Verluste“ (bitte verzeihen sie die derbe Ausdruckweise für die Opfer von Konflikten – es ist immer ein grosses Leid damit verbunden) der wichtigste Grund, dass die Starken in diesen Konflikten innenpolitisch unter Druck kommen.
      Zugegeben, innenpolitisch kann man nur unter Druck kommen, wenn das leidende Fussvolk auch etwas zu sagen hat. Genau dies ist der Punkt, der mir beim Blick auf die Staaten mit stark steigenden Rüstungsausgaben am meisten Sorgen macht.
      Deshalb kann ich den Taiwanesen nicht empfehlen, die Bevölkerung zu bewaffnen. Dort ist der grosse Nachbar wegen einigen Toten mehr nicht zum Handeln gezwungen. In Zentraleuropa sieht die Lage zumindest heute ganz anders aus. Ich hoffe meine Waffe nie zu benützen! Aber sie frisst kein Heu und ich werde nicht verschrotten, nur weil mir ein Fuchs erklärt, das die Stacheln der Igel in einer vegetarischen Welt keine Berechtigung mehr haben.

      • Andreas Dombek sagt:

        @Pesche Fuchs

        Es hätte aufgefallen können, dass ich mich überwiegend mit den Aussagen von Herrn Girardet auseinander gesetzt habe. Es dünkt mich sehr rührig, Hr. Girardet und wahrscheinlich auch Sie haben gegenüber dem schweizerischen Militär, hier natürlicherweise zur allersuperbesten Schaustellertruppe der Welt, eine sehr hohe Meinung, sogar eine eventuell extrem unkritische Einstellung. Es scheint mir, man würde in diesem Forum altbekannte Töne und Argumente hören, wie sie vor 100 Jahren im Jahr der Erscheinung des besagten Buches: „Die große Illusion, The Great Illusion, La grande illusion“ auch im „preußischen“ Deutschland zu hören waren. Aber nicht nur dort. Das schweizerische Wehrwesen ist mindestens 200 Jahre nicht gefordert worden. Den Sonderbundkrieg lassen wir mal außerhalb der Diskussion. Die Aktionen mit der Grenzwacht im 1. und 2. WK waren wichtig, aber es war kein Kriegseinsatz und der alliierte oder der dt. bzw. österr.-ungar. oder ital. Angriff ist wegen anderer Entscheidungen nicht durchgeführt worden.

        Es sei die Frage erlaubt: Wo sind die adäquaten helvetischen Orte des Gemetzels, Orte wo zwar Helden gezeugt werden, sie aber dafür von dieser Welt verschwinden müssen. wie z. B. Leipzig, Waterloo, Königsgrätz, Verdun, Namur, Charkow und als Krönung auch noch Stalingrad. Es geht weiter: Iwo Jima, Guadalkanal, Normandie usw, usw. usw, usw.

        Das es nicht in den falschen Hals kommt: Bin selber einige Jahre bei der Artillerie gewesen, zunächst mit positiver Einstellung. Aber wenn man bei der atomaren Raketenartillerie ist, sollte man sich doch schon einige Gedanken über die Vergangenheit, Gegenwart und besonders über die Zukunft machen. Wegen der Konsequenzen eines falschen Hurra-Patriotismus und der daraus entstehenden irren Schäden. Auch wenn es heutzutage noch Menschen zu geben scheint, die dem „preußischen“ Militarismus wohl frönen. Egal welcher nationalen Prägung.
        Wenn man die Einstellung von Hr. Girardet und Ihnen genau begutachtet, glaubt man sich etwas in die wilhelminisch-preußische Zeit zurückversetzt zu fühlen. Es fehlen im Bewusstsein wohl die letzten 100 Jahre.

        Nun zum lustigen Teil. Ob die Gewehre im eigenem Schrank oder im zentralem Depot gelagert sind, ist den übrigen Menschen auf der Welt egal. Aber man bekommt schon einen Lachkrampf und zugleich eine eisige Gänzehaut, mit welcher nationaler, fast religiöser Inbrunst diese „Gewehre im Schrank“ fast wie heilige Monstranzen vergöttert werden. Ich habe auch ein Ding im Schrank: Den Besen! Mein Besen gibt mir persönlich mehr Freiheit, denn mit ihm kann man recht sinnvolle Sachen anstellen.

        Das Gewehr im Schrank verhindert nicht die Terroraktionen in Mittelasien, nicht die Entführungen im indischen Ozean, nicht die Hungeraktionen in Afrika. Das allerschlimmste was noch auf Europa zukommen wird, sind die zukünftigen Hunger- und Dürre-Zuwanderungen aus Afrika und Asien. Da muss man sein Gehirn sehr, sehr anstrengen und kann dieses Problem von aberdutzenden Millionen von Zuwanderern nicht damit lösen, den Schussfinger zu krümmen. Es warten somit noch andere gigantische Aufgaben auf Lösung durch uns Europäer.
        Der lustig-volkstümliche Schwang „Das Gewehr im Schrank“ kann dann nur noch zur Erheiterung der eigenen Truppen in der Etappe aufgeführt werden.

        Eine friedliche Nacht noch. Dies geht auch ohne dem besagten ………………………………….!

        • Pesche Fuchs sagt:

          Mich nimmt nur wunder, ob sich die Soldaten der Allianz in Afghanistan und Schiffebewachser im Golf von Aden ebenso fröhlich darüber auslassen, wenn sie einige AK-47-Philosophen vor, hinter oder neben sich haben.
          Auch Ihnen eine friedliche Nacht.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Das Gewehr im Schrank eine Monstranz, oder ein persönlicher heiliger Gral? Diese Vergeleiche hinken natürlich brutal. Richtig ist aber, dass der infantile Lokalpatriotismus oft, sehr oft ausgenutzt wird. Sei es, dass die Schweiz Kampfjets kauft, die sie nie ausfliegen kann, weil das Land schlicht zu klein ist, oder dass sie noch heute eine grosse Panzerbrigade hat aus nostalgisch verzerrten Ueberlegungen.
      Maurer hat ganz recht wenn er sagt, dass die Logistik (EDV) die Knacknuss für die Zukunft darstellen. Nur was nützt uns eine Armee, die sich um Informatiksicherheit bemüht, wenn andere Politiker (Leuthard) Microsoft durch die Hintertür in die Administration des Bundes einschleussen. Spione und Saboteure werden heute sogar offiziell von Bundespräsidenten eingeladen und bezahlt. (Ehemaliger CEO Microsoft ist heute unser Mister Prix). In einer solchen Welt, kann es, weil man sich vom System verraten führt, schnell wieder dazuführen, dass man privat im Besenschrank aufrüstet.
      Siehe all die paramilitärischen Einheiten in den USA!!!

  • Urs Brock sagt:

    Stabil, Stabiler als früher? Wohl kaum… nicht’s ist in unserer Welt als stabil zu bezeichnen. Der innerste Wunsch des Menschen nach stabilen Lebensumständen lässt uns bei deren Erreichen eigentlich verkümmern.

    Was aber kriegerische Interventionen anbelangt so mag diese Liste (es gibt mehrere davon im Internet zu finden) von Interventionen einen EInblick geben wie schnell aus Meinungsverschiedenheit/Konfrontation am Ende Krieg wird…

    „This is a list of invasions ordered by date. An invasion is a military action consisting of armed forces of one geopolitical entity entering territory controlled by another such entity.“

    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_invasions

    Davon hören wir Tag für Tag in den Medien und lassen die „ewigen“ Nachrichten über Interventionen an uns abgleiten, manchmal auch nicht. Glück haben die Zentral Europäer die in den vergangenen Jahrzehnten ihre Ruhe hatten. Nur schon ein Blick nach Belgien, Irland, Spanien, ex. Jugoslavien hingegen zeigt, das es nur einige 100Km bis zum nächsten Schauplatz sind…

    Dann die Ausgaben für „Verteidigung die seit dem fall der Mauer ein wenig gesunkensind, seit Jahren aber stark ansteigen. Wie das im Detail aussieht kann man heir nachlesen…

    „The Arms Trade is Big Business“

    http://www.globalissues.org/article/74/the-arms-trade-is-big-business

    Dann der Dauerbrenner Afganisthan.

    Im Aktuellen Schema geht es primär darum eine Gas- Oelleitung von den kaukasischen Ländern durch Afganisthan zum Indischen Meer zu sichern. Grund ist, das man den Russen nicht traut und die Rohstoffe deshalb über „eigenens“ kontrollierbares Gebiet leiten möchte. Demokratie und Freiheit im Zusammenhang mit Afganisthan sind nicht’s mehr als Hohn und Blendwerk.

    Die Taliban sind die aktuellen schwarzen Schafe die je nach Situation wieder ausgewechselt werden. Man erinnert sich das die Taliban früher, vor 20 Jahren, die Gegner der Russen waren und deshalb von den USA massiv unterstützt wurden.

    Der Iran als weiteres Territorium das durch konstante Propaganda zum Gesichts- und Gefühllosen, Unmenschlichen Regime gemacht wird. Die klassische Vorbereitung um Zustimmung für kriegerische Interventionen zu erhalten. Man erinnert sich, das der Iran durch die Politik des von den USA unterstützen Shah regime, ausgeplündert wurde und den Iranern davon nicht viel geblieben ist. Rafsandschani hat viele Industrien privatisiert und ist dabei zum Milliardär geworden. Millionen von Iranern verloren Ihre Arbeitsplätze, ersatzlos und bis heute.

    Ahmadinedschad versucht seit Jahren diese privatisierungen (Goldgruben für die aktuellen Besitzer) Rückgängig zu machen was den Verlust von u.a Investitionen bedeuten würde… auch solchen von westlichen Partnern. Aus dieser Situation ist die „Grüne Revolution“ entstanden… Im Namen von „Freiheit und Demokratie“.

    Global Financial Crisis: „…On the one hand many people are concerned that those responsible for the financial problems are the ones being bailed out, while on the other hand, a global financial meltdown will affect the livelihoods of almost everyone in an increasingly inter-connected world. The problem could have been avoided, if ideologues supporting the current economics models weren’t so vocal, influential and inconsiderate of others’ viewpoints and concerns…“

    http://www.globalissues.org/article/768/global-financial-crisis

    Wie sehr die meisten von uns von Symbolen Slogans in Ihrer oft einfachen Perfektion beeinflusst und kontrolliert werden kann man sich hier ansehen… Alte Bekannte in stets wiederkehrender Form und Symbolik

    http://www.google.ch/images?hl=de&source=imghp&biw=1567&bih=934&q=propaganda+symbols&gbv=2&aq=f&aqi=g10&aql=&oq=&gs_rfai=

    Die grosse Illusion… Tatsächlich.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Danke für den Input. Der Iran ist nicht verschlossen, er hat sich nur nicht den Geldoligarchen geöffnet. Der Iran versucht seit dem Sturz des Schahs das Volk am Reichtum des Landes teilzuhaben. Der Iran wird steit Jahrzehnten dämonosiert, weil er seine Lenden dem internationalen Geldadel nicht öffnen will.

  • oliver keller sagt:

    @ Tom Bunker: Ich habe ein Zitat für Sie gefunden, das von einem General stammt, der nicht an den Frieden glaubte: „Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu essen bekommen, denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiss ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder.“ D. Eisenhower.

  • Es ist erfreulich, dass ein Publizist der mit akademischen Ehren bekleckert ist, sich dieser Frage annimmt. Es ist schon sehr merkwürdig wie In der Schweiz derzeit „Sicherheitspolitik“ gemacht wird. Ich erinnere an einen anderen „grossen Intellektuellen“ der im Mai 1789 seinen Studenten in Jena erklärte, wie es doch toll sei, jetzt im friedlichen Jena Geschichtsforschung treiben zu können, jetzt, da die europäische Staatenwelt rundum friedlich sei.
    Wenige Jahre später wurde der „allerchristlichste König“ aufs Schafott geführt und Europa versank in den Revolutionskiregen. Nur wenige Monate nach der „Expertise“ von Prof. Friedrich Schiller fand der Sturm auf die Bastille statt. Schiller entschied sich danach für die „ästhetische Erziehung des Menschengeschlechts“ deren Krönung das Wilhelm-Tell-Drama bildet: „Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“ oder „Die Flinte im Haus erspart den Diktator“. Der Grundsatz „Die Waffe bleibt in der Hand des Wehrmannes“ 1874 in der Verfassung verankert, erlaubte es der schweizerischen Alpenrepublik dem preussischen Militärwahn zu entgehen und unbeschadet durch das „Kurze 20. Jahrhundert“ zu kommen. Es wäre zu Wünschen solche Zusammenhänge würden auch im Hinblick auf die ins Haus stehende Waffen-Iniative klarer ins Auge gefasst.

  • oliver keller sagt:

    Der 1. WK war dank dem intensiven vorausgegangenen Wettrüsten nicht zu verhindern, Frankreich dürstete nach Rache für 1870/71. Bismarck hat wohl Deutschland gewaltsam geeint, aber letztendlich Europa zerbrochen. Wer mitbekam, wie intensiv und ökologisch ruinös aufgerüstet wurde, musste wohl Rüstungsaktien besitzen, um nicht zu sehen, was kommt. Im Nachhinein betrachtet scheint der Krieg ‚logisch‘ gewesen zu sein. England hätte sich aber nie einmischen dürfen, Frankreich wäre rasch besiegt worden und Millionen von Toten und Verkrüppelten wären Europa erspart geblieben. Schickelgruber hätte viele hübsche Bilder gemalt und Glatzköpfe wären heute nur halb so dumm.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Der 1 WK war geopolitsich geplant. Die Industrialisierung hat nebst den Monarchen und Grossgrundbesitzern eine zweite Macht hervorgebracht nämlich die Grossindustriellen und Banker. Die etabilierten Weltmächte England/Frankreich duldeten wohl Spaniens und Portugals Einfluss im Südamerika. Der deutsche Nationalstaat war aber in jeder Hinsicht eine Bedrohung. Vor allem als industrieller Konkurrent, aber auch als neue Kolonialmacht. Das Volk hat von den Ränkespielchen nichts mitgekriegt. Für die Engländer waren die deutschen noch lange ein Brudervolk, als der Wind im Ober- und Unterhaus gegenüber von Freund auf Feind drehte. In diplomatischen Kreisen realisierte man die englisch/französiche Unsicherheit gegenüber Deutschland. Es wurde ein Netz von Bündnissen gesponnen, Allianzen geschmiedet und auf Teufel komm raus Wettgerüstet.
      Genau dieselbe Unsicherheit haben wir geopolitisch heute auch. Die USA sieht sich als Weltmacht bedroht. China, Brasilien, Indien, Russland heissen die Bedrohungen. Allen voran natürlich der chinesische Drache. Seit 9-11 wurde massiv aufgerüstet in den USA, China, Indien, Pakistan, Iran, Saudiarabien, Türkei, Brasilien, Kolumbien, Venezuela….. Innerhalb weniger Jahre hat man viel mehr ausgegeben für Rüstung, als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. In genau derselben Zeitspanne haben sich neue Kolonialmächte etabliert, allen voran Russland und China. Wie wild wurde Land besetzt oder politisch unterwandert, oder aber riesiege Ländereien aufgekauft.
      Zudem macht China auch „solide“ Staatengebilde instabil, indem sie schwachen Ländern Kredite vergeben (Portugal) und so Abhängigkeiten schaffen.
      Der Platz an der Sonne ist China nicht sicher. Die Westmächte (USA und die Achse der Guten) werden sich nicht so einfach vom Podest wegschieben lassen.
      Von mir aus war die politissche Welt noch selten so instabil wie heute. Der I und II WK waren nicht wirkliche Weltkriege, es waren obwohl sie grossfächig waren lokale Kriege. Ein nächster Krieg könnte durchaus den wahren Charakter eines Weltkrieges in sich tragen. Man muss sich bloss vor Augen führen wo die US-Armee überall bereits heute stationiert ist.

      • roger sagt:

        Wenn man zur weltweiten Stationierung noch den Umstand nimmt, dass die USA das Öl bisher in Dollar bezahlen konnten, den sie in scheinbar beliebigen Mengen drucken können, und bedenkt, dass die Armee die Hälfte des Amerikanischen Energiekonsums verursacht, was geschieht wohl, wenn der Dollar nicht mehr als „Leitwährung“ akzeptiert wird?

  • J. Nerz sagt:

    Das 21.Jahrhundert ist das „Peak Everything“ Jahrhundert, fast alle Rohstoffe werden Ihr Fördermaximum
    übersteigen, die Rohstoffkriege haben längst begonnen (z.B.Irak). Die Globalisierung wird wohl bald
    dem Protektionismus weichen (z.B, seltene Erden).
    In EU-Europa gibt es kaum noch Rohstoff-Exportländer, und alle sparen an der Rüstung. Ich sehe keinen Grund für einen größeren Konflikt innerhalb Europas (allerdings viele kleine Unabhängigkeitsbewegungen).
    Waffen brauchen jene die Ihre Rohstoffe verteidigen wollen, und jene die bereit
    sind für ihren Nachschub Kriege zu führen.
    Europa sollten uns daran nicht beteiligen, sondern auf regenerierbare Energie
    und Rohstoffkreisläufe (Cradle2Cradle) setzten. Die Technologie in diesen Bereichen ist in Zukunft unser
    bestes Kapital.

  • Albert M. sagt:

    Zusammenfassung: nationale Regierungen sind heute nur dann Konfliktparteien, wenn sie sich von der Wirtschaft instrumentalisieren lassen und gegen ihren Wählerauftrag verstossen.

  • Albert M. sagt:

    Die Frage ist sicher mit Absicht journalistisch formuliert, sonst wäre zumindest die Trennung von Wirtschaft und Politik vorgenommen worden. Das Problem liegt gar nicht so sehr in der globalen Grenzöffnung, sondern in der Art und Weise, wie diese geschieht: als einseitige Massnahme zum Vorteil der grossen und mächtigen Teilnehmer am Wirtschaftsgeschehen und zum Schaden der lokalen Wirtschaftsstrukturen sowie der normalen Arbeitnehmer und Bürger. Berücksichtigt man weiterhin die Tatsache, dass die neoliberale Lesart der Märkte als gemeinnützig-metaintelligente Gottesinstanz eine glatte Propagandalüge ist, hinter der sich die sehr eigennützigen Global Players verstecken und führt man die derzeitige Entwicklung, dass Politik immer ungenierter zu deren Handlanger wird, in die Zukunft fort, entscheidet sich die Frage von Krieg und Frieden wohl an der Rückeroberung der demokratischen Willensbildung durch die betroffenen und benachteiligen Bürger. Das ist derzeit zB in Deutschland in Stuttgart und im Wendland zu besichtigen. Auch in diesem Punkt ist die Schweiz mit ihrer direkten Demokratie ein glücklicher Sonderfall.

  • Tom Bunker sagt:

    Der Titel ist so passend, „Die grosse Illusion“ .. wären alle Menschen realisten dann würde es schon morgen krachen 🙂
    ob die CH dann 100k Soldaten stark ist oder 600k spielt da keine Rolle Mehr.. es beruhigt die Dummen und schwächt die Finanziele Schlagkraft der CH in Zeiten des „Friedens“. Trotzdem find ich Menschen die an den Frieden glauben löblich!!

  • Peter Don Kleti sagt:

    @Stefan: Sie sprechen von der Fussball-Nati, oder?

  • Peter Don Kleti sagt:

    Hr. ’nico‘ bringt es auf den Punkt… hkm.. mit seinen eigenen charmanten Worten. Und nein, kenne Hrn. Straumann nicht, finde aber die Frage trotzdem interessant. 1. Kriege werden heutzutage eher wirtschaftlich geführt und 2. erst wenn nichts mehr zu verteilen ist, oder eben um wirtschaftliche Ansprüche geltend zu machen, stehen ‚technische‘ Kriege an. Für die CH heisst das vorallem: NEUTRAL bleiben (werden) und weiterhin die Finanzplatz-Karte spielen (und die beste Armee der Welt aufbauen;-)!

  • D. Gygax sagt:

    Tatsaechlich war 1900 die (westliche) Welt so frei, wie sie spaeter nie mehr war. Insbesondere das Grossbuergertum konnte reisen, wohin es wollte, ohne auch nur ein Dokument vorweisen zu muessen. Auch der Freihandel spielte. Nur wenige dachten an Krieg. Herr Straumann spielt auf die These an, dass die Menschen den Handel einem Krieg vorziehen. Dies ist auch das zentrale Argument fuer einen europaeischen Wirtschaftsraum (F und D sollen miteinander wirtschaftlich verflochten sein, um so einen Krieg zu verhindern). und die USA und China handeln, sie bekriegen sich nicht. Das geht solange gut, als sich die Parteien aus dem Handel einen groesseren Nutzen versprechen als aus einem Krieg. In der heutigen Zeit halten nur wenige einen groesseren Konflikt fuer moeglich; doch aufgrund immer knapper werdenden Ressourcen gewinnen Territorialkonflikte an Bedeutung bzw. der Nutzen aus dem Handel wird relativ kleiner und somit die Kriegsgefahr groesser.

  • Maciej Pietrzak sagt:

    Als ich noch Schulkind in der II Klasse war, ist Stalin gestorben. Die Trauer dauerte mehrere Tage. Damals war mir noch gar nicht gewusst dass gleichzeitig auch eine Globalisierung gestorben ist, die Internationale. In der gleichen Zeit war ich auch die Zeuge der Zersetzung einer anderen Globalisierung, die British Empire löste sich auf. Vor dreissig Jahren bin ich in die Schweiz gekommen. Damals hat eine neue Globalisierung angefangen.
    Seit dieser Zeit habe ich auch die Entwicklung dieser neuen Globalisierung in der Schweiz befolgt. Alle Globalisierer egal ob vom Links oder Recht haben eine gemeinsam. Sie wollen eine „Neue Gesellschaft“ schaffen. Das sehen wir auch hier in der Schweiz, egal ob die Rechten (die FDP mit Christa Markwalder) ob die Linken (die SP mit ihrer kommunistischen und anarchistischen Parolen, mit dem Sozialismus haben diese nicht zu tun, oder die Grünen) die wollen Alle die Gesellschaft zerstören, die Nation abschaffen und den Staat demontieren. Das sind die Voraussetzungen für eine neue globale Welt. Ob es das jetzt gelingt, glaube ich kaum. Ob wir unsere Gesellschaft und die Nation zerstören, kann ich nicht ausschliessen. Die Geschichtsbücher sind voll von Beispielen von den hoch entwickelten Kulturen, die untergegangen sind. Die Kultur wird von den Menschen getragen und die in diesem Land sterben aus.

  • Yves Kueng sagt:

    Und trotzdem will die Mehrheit der Politiker die Zahl der Soldaten unserer Armee auf knapp 1% der Bevoelkerung reduzieren und die Ausgaben weiter senken. Mit der vorgesehenen Anzahl Soldaten kann die Armee maximal 3 Monate am Stueck im Einsatz sein.
    Die Frage stellt sich, warum die Politiker so agieren. Die Antwort ist einfach. Eine klare Bekennung zur Armee gleicht bis in weite Teile der Bevoelkerung politischem Selbstmord. Alle Buerger dieses Landes zahlen jeden Monat mehrere hundert Franken fuer Versicherungen obwohl man davon ausgehen kann, dass man sie nur unwarscheinlich in Anspruch nehmen werden muss.
    Wie viel ist uns unsere Sicherheit wert?
    Bildung, soziale und materielle Sicherheit durch Versicherungen und Polizei sowie Wirtschaft kann nur bestehen und sich weiterentwickeln, wenn Sicherheit besteht.
    Welche Organisation kann in unserem heutigen System ueber laengere Zeit die Sicherheit aufrecht erhalten? Nur die Armee.
    Wie viel ist uns unsere Sicherheit wert?

    • Bojan Antonovic sagt:

      @Yves Kueng: Gegen wen wollen Sie Krieg führen? Seit 20 Jahren versagt das VBS in der Formulierung einer konkreten Gefahrensituation! Schon Alt-Verteidigungsminister Ogi sagte mal: „Weit und breit kein Feind in Sicht!“ Entweder ist das VBS komplett kommunikationsunfähig, oder der Armee fehlt schlicht die Existenzgrundlage.

  • Nein, können wir nicht, ganz im Gegenteil. Wer behauptet denn sowas?

  • Stefan sagt:

    Es ist nicht nur die wirtschaftliche Verflechtung in diesem Jahrhundert, welche einen Krieg unmöglich macht! Sondern es ist vor allem unser Luxus der es immer mehr verunmöglicht einen Aufstand zu entfachen. Wir wohnen mittlerweile nicht mehr in kalten Höhlen und reiten mit dem Ross zur Arbeit. Nein! Wir haben im 2100 Jahrhundert uns einen sehr hohen Lebensstandard in Europa geschaffen. Heutzutage schwitzen wir schon bei der Blutabnahme beim Arzt. Der kleine Stecher tut schon weh. Wie können wir dann noch mit unserem Körper in den Krieg ziehen ohne unseren gewohnten täglichen Luxus? Diese Vorstellung löst bei den meisten Menschen so grosse Angstzustände aus, sodass wir heutzutage mehr in Kauf nehmen sprich Konflikten entgegen kommen, als mit einer aggressiven Antwort auf unseren Lebensstandard zu verzichten.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Der Krieg nimmt keine Rücksicht auf das vorherrschende Lebnesgefühl der Gesellschaft. Otto von Bismarck war der Kopf welcher den deutschen Nationalstaat bildete. Die Scharmützel der kleinen deutschen Fürstentümmer untereinander hatten ein Ende. Die Grenze mit Dänemark und Frankreich schien nach Jahrhunderten des Auseinandersetzung klar. Und mit klugen diplomatischen Verflechtungen (Bündnispolitik) versuchte Bismaarck den jungen deutschen Nationalstaat in der Mitte Europas zu sichern. Endlich war man ein einig Deutschland und wähnte sich in Sicherheit. Stolz wurden Zeppeline, Autos, Stahl, etc produziert. Man baute die Kolonien aus, wie Frankreich und der „Bruder?“ England auch. Man gehörte dazu. Niemand hätte gedacht, dass Preussen in einen 1. WK schlittern würde. Der Zar im Osten war ja ein Cousin des preussischen Kaisers und seine Frau eine Deutsche die englische Königsfamilie auch deutscher Abstammung und Spanien sowie Italien waren sowieso eng über Jahrhunderte mit Deutschland-Oesterreich verbunden. Was soll da noch scheifgehen?? Bismarck wurde von Europa isoliert. Der preussische Nationalstaat Deutschland war eine Gefahr und Bedrohung für England, Frankreich, Russland. Ein wenig bedeutendes Attentat in Serbien reichte aus, um einen der hässlichsten Kriege vom Zaun zu reissen.
      Nach dem 2. WK versank Deutschland vorübergehend in eine tiefe Depression. Aber durch geschickte Diplomatie und schlussendlich dem Wiedereintrit in den Völkerbund erholte es sich schnell. In Berlin ging man aus, ins Kino, Tanz, Gallerien, Modeschauen. Es gab an jeder Ecke Eventkneipen. Der Radio, das Kino, Zentralheitzungen, Kraftahrzeuge für Private etc hielten Einzug. Man amüsierte sich in den goldenen 20ern, wähnte sich erneut in Sicherheit. Man zelebrierte den Luxus und fröhnte den Sinnesabenteuern, niemand, wirklich niemand dachte dachte an Krieg. Man fühlte sich ja sehr gut vernetzt politsch und wirtschaftlich absolut sicher.
      Und siehe da, wenige Jahrzehntchen später stand der Krieg erneut anteportas und legte halb Europa in Schutt und Asche.

  • Stefan B. Meier sagt:

    also ich schätze herrn straumann ja sehr, ich kenne ihn aus zahlreichen interviews. aber: was soll diese fragestellung? wer hängt denn heute dieser illusion nach? niemand, der bei vernunft ist. und wir wissen doch alle, dass die zahl der bewaffneten konflikte in den letzten jahrzehnten zugenommen hat. wir wissen auch, welche kriege die usa führen. was enthüllte wikileaks unlängst? dass der irakkrieg II über 160’000 opfer forderte. oder meinen sie etwa, herr strauman, dass es ein fortschritt ist, wenn iraker sterben statt deutsche und franzosen?

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