«And five parts act of desperation»

Gefunden bei Gregory Mankiw, perfekt passend zur wichtigsten Woche des Jahres.

Und das Liedchen macht alles klar, was man zum wichtigsten Wirtschaftshema der Woche wissen sollte.

O. k., ein paar Erklärungen könnten sich aufdrängen. Drum hier ein Kurz-Crash-Kurs für Quantitative-Easing-Einsteiger:

Die US-Wirtschaft bleibt mit einer Arbeitslosigkeit von fast 10 Prozent am Boden und das wichtigste konventionelle Instrument, um der Konjunktur wieder Schub zu geben, ist ausgeschossen: Der Leitzins befindet sich bereits praktisch bei null Prozent und kann daher nicht mehr weiter gesenkt werden.  Fürs Verständnis des Lieds: Der Leitzins in den USA («Federal Funds Rate») ist der Zins, den sich Banken für Ausleihungen über Nacht («overnight») im Durchschnitt verrechnen. Daher die Anspielung auf die Nächte. Die Notenbank beeinflusst diesen Leitzins indirekt über die Geldversorgung der Banken – ganz genauso wie es die Schweizer Notenbank mit ihrem Leitzins tut, dem Libor für drei Monate.

Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Federal Reserve, gibt nicht auf und greift erneut in die Trickkiste.  Er will die Zinsen direkt jetzt auch über längere Fristen senken. Das versucht er zu erreichen, indem er US-Staatsanleihen mit entsprechender Laufzeit kauft, sie gelten als Massstab (Benchmark) für das Zinsniveau der entsprechenden Frist. Die Zinsen verschiedener Laufzeiten werden als «Yield-Curve» bezeichnet, daher die entsprechende Bemerkung im Lied und die gezeigte Kurve.

Die Methode hat leider einen Haken. Sie wirkt nur beschränkt. Das zeigt die Grafik zum «M1 Multiplier» im Video. Durch die Kreditvergabe der Banken wirkt sich eine Vergrösserung der Notenbankgeldmenge stets mehrfach (multiplikativ) auf das Geld aus, das tatsächlich in der Wirtschaft ankommt (die Geldmenge M1).  Weil nun aber Unternehmen und Private aus Unsicherheit das Geld horten und die Banken weniger Kredite vergeben, ist dieser Multiplikator drastisch zusammengeschrumpft. Das heisst, das neu geschaffene Geld der Notenbank kommt kaum in der realen Wirtschaft an. Und dies obwohl das Fed bereits Staatsanleihen (Treasuries) und Hypothekenpapiere (Mortgages) im Umfang von 2 Billionen Dollar aufgekauft hat. Was schlägt unser Sänger vor: Buttern wir einfach noch mehr davon rein…

Denn:

We’re gonna save the nation.
It’s one part pleasin‘
And five parts act of desperation

Niemand hat Freude am Quantitative Easing, sie ist eine Verzweiflungstat. Gut, eine Alternative gäbs schon, wir haben uns auch schon damit befasst, aber die hat politisch keine Chance, nach den Kongresswahlen von heute erst recht nicht mehr.

Wo liegt das Problem?

Wie geht das alles weiter?

Keine Kommentare zu ««And five parts act of desperation»»

  • Andreas Dombek sagt:

    @Marcel Zufferey

    Bei den BIP-Statistiken, die leider fälschlicherweise als eine Art göttlichalleiniger Wohlstandindikatoren gedeutet werden, haben Sie den Finger in die richtige Wunde gelegt. Da hier die richtige Stelle getroffen ist, möchte ich zur Abschmeckung des Themas noch etwas Salz hinzugeben.
    Folgend wird eine inhaltlich etwas erbaulich, jeder aber immer noch richtig modern wirkende Aussage über den Wohlstand aufgeführt. Wesentlich ist hierbei, dass diese Aussage 300 Jahr alt ist und sich trotzdem frisch und gültig erhalten hat. Mehr bracht’s wohl nicht. Man sieht leider auch, gewisse Teile der Wissenschaft können sich jederzeit in rückwärtige Richtungen entwickeln.
    Zitat: „…..Wohlstand ist die Anwesenheit aller zur äußeren Glückseligkeit und Ruhe notwendigen Umstände….“.

  • Nadine Binsberger sagt:

    Wie es weiter geht? Steigende Arbeitslosigkeit ist nicht ein Problem, das es zu bekämpfen gilt, sondern im Gegenteil: Arbeitslosigkeit ist ein Wohlstandsphänomen und somit ein anzustrebendes Ziel. 100% Arbeitslosigkeit wäre das Paradies auf Erden. Alle Menschen könnten endlich all das tun, was sie schon immer wollten, aber bisher keine Zeit dazu hatten, weil sie irgend einen nicht erfüllten Bedarf decken mussten (Mangel).

    Das Ziel sollte sein, alle Menschen arbeitslos zu machen, ohne dass ihnen irgendetwas fehlt. 100% Arbeitslosigkeit ist zugegebenermassen vielleicht etwas utopisch. Aber je mehr, desto besser! Mit Technologie, Innovation und Fortschritt schaffen wir das!

    Es ist wirklich sehr lustig zuzuschauen, wie die industrialisierte westliche Welt den Zenit von Wachstum und Wohlstand erreicht – und sich dabei so unglücklich fühlt wie nie zuvor! Dabei wäre das ein Grund zum feiern! Seit Jahrhunderten ist das Ziel jeden menschlichen Strebens, sich das Leben schön und bequem zu machen. Für dieses Ziel wurde lange und hart gearbeitet. Aber jetzt, da dieses Ziel erreicht wird, beklagt man sich darüber, dass es zuwenig Arbeit gibt.

    He hallo!? Arbeit bedeutet, dass uns etwas fehlt – etwas, das anscheinend noch erarbeitet werden muss. Wenn uns etwas fehlt, dann herrscht Mangel. Mangel ist das Gegenteil von Wohlstand. D.h. Arbeit bedeutet, dass der Wohlstand immer noch nicht da ist. Wenn hingegen die Arbeit ausgeht, dann bedeutet das, dass wir uns rasant dem Wohlstand nähern. Denn wenn Wohlstand herrscht oder zumindest nahe ist, sind die Menschen glücklich und zufrieden. Wer glücklich und zufrieden ist, braucht nicht mehr viel zusätzliches. Entsprechend wird auch weniger nachgefragt, d.h. weniger produziert, also weniger gearbeitet.

    Jede Massnahme, die Arbeit generieren will, muss zuerst einen Mangel erzeugen, den man dann durch Arbeit wieder beheben muss. D.h. Arbeitsplätze schaffen hiesse heutzutage zuerst Wohlstand zu zerstören. Ist es das, was wir wollen? Oder finden wir lieber einen Weg, wie wir den erschaffenen Wohlstand nachhaltig und mit möglichst wenig Arbeit halten können?

    • Rolf Schumacher sagt:

      Kann das eine Vision sein? Schon heute ist es so, dass ein hart arbeitender Mensch (Bau, Chauffeur, Casserolier, Ober, Fabrikarbeiter, Metzger, Bäcker, Koch) kaum wesentlich mehr verdient als sein Kollege der stempeln geht? Meinen sie im ernst, dass wir alle in 100 Jahren uns unter der Sonne des Nichtstun räkeln können und uns die Arbeit von Robotern abgenommen wird? Wer kontrolliert dann die Roboter? Wer will schon ein mühsames Informatik, oder Ingenieurstudium auf sich nehmen, wenn alle anderen NICHTS tun? Und sie meinen, dass die Gier des Menschen sich aushebeln lässt? Will nicht immer einer mehr als der andere. Wird es nicht unter den Nichtstuern Privilegierte geben? Keine Gewinner und Verlierer? Wird man sich alles teilen, auch die Partner? Wenn nicht, wer wird für Sicherheit sorgen (sein Leben aufs Spiel setzen für die Sicherheit der NIchtstuer)?
      Ach ja und wir haben den Zenit des Wohlstandes erreicht. Wieviel Zeit hat ein arbeitender Mensch heute noch? Wieviel hatte er vor 30 Jahren? Wieviel kostet Freizeit heute, wieviel vor 30 Jahren? Weshalb sind wir so wohlhabend (weil der Staat subventioniert, zahlt zahlt zahlt zahlt. Schauen sie mal in Afrika, Südamerika, China, Indonesien, Indien, was unser Wohlstand dort anrichtet. Ein Bauer in Afrika kann noch so gut arbeiten, seine Ernte hat keinen Wert, weil er nicht subventioniert wird. Made in China ist doch sowas von spottbillig, man muss doch kaum mehr für einen TV arbeiten, dank Tatas bald für die Autos auch nicht mehr. Uns die wir im Geld schwimmen geht es doch blendend sagen sie, aber sie blenden das Elend Milliarden Menschen gleichzeitig aus.
      Schauen sie sich den Raubbau an der Natur an. Was ist in 200 Jahren. Schauen sie was unser reiches und bequemes Leben den Armen in Drittweltländern bringt. Frühpensionierte (haben ja hart gearbeitet und die Kinder sind draussen, der Partner abgeschoben) überschwemmen Togo, Indonesien, Algerien, Aegypten, Marokko, Indien, Thailand, um es sich auf Kosten der lokalen Bevölkerung gut gehen zu lassen. Oder meinen sie wirklich, dass für ein 17 jähriges Mädchen ein 75 jähriger Mann der richtige Partner ist? Nein Frau Binsberger wir haben es gar nicht geschafft. Die Ureinwohner aller Kontinente haben damals mit der Natur gelebt. Man nannte sie Primitive, ich stelle aber fest, dass die zivilisierten es sind die mit der Natur primitiv umgehen.

      • Nadine Binsberger sagt:

        Unter Arbeitslosigkeit verstehe ich nicht „stempeln gehen“. Arbeit ist Ausdruck davon, dass ein wirtschaftlicher bzw. gesellschaftlicher Bedarf besteht, der gedeckt werden soll. Wenn Wohlstand eintritt, dann bedeutet das, dass der allermeiste gesellschaftliche Bedarf gedeckt ist. Wenn er das nicht wäre, dann würde Mangel herrschen und nicht Wohlstand. In dem Moment, in dem kein Bedarf (oder nur noch ein minimer) herrscht, verschwindet konsequenterweise auch die Arbeit. Oder was wollen Sie arbeiten, wenn der Bedarf gedeckt ist? Wem wollen Sie noch irgendetwas andrehen? Das ist „Arbeitslosigkeit“: es gibt keine Arbeit, nichts zu tun. Was Sie meinen, ist wohl eher Erwerbslosigkeit oder Einkommenslosigkeit. Das ist ein anderes Problem.

        Ich gehe mit Ihnen absolut einig, dass es Teile in der Welt gibt, in denen Mangel herrscht und nicht Wohlstand. Der dortige Mangel beruht aber darauf, dass diese Menschen für uns anstatt für sich selbst arbeiten. Damit sollten sie aufhören. Sie sollten anfangen, sich um die Deckung ihres eigenen Bedarfs zu kümmern, anstatt für unseren. Allenfalls könnte man sich vorstellen, dass wir nun, nach tausenden von Jahren Ausbeutung, im Gegenzug endlich für sie arbeiten, anstatt sie für uns. Denn wir haben bereits alles, was wir brauchen (dank ihnen), sie aber (noch) nicht.

        Thema Raubbau: der Raubbau an der Natur nimmt zu, je mehr (im klassischen Sinn) „gearbeitet“ wird. Diejenige „Arbeit“, die den Raubbau an der Natur verhindern oder gar rückgängig machen würde, den will Ihnen niemand entlöhnen. Deshalb werden entsprechende Arbeitsplätze auch nicht geschaffen. Hier gäbe es zwar sehr viel zu tun (=Arbeit). Aber diese Arbeit müsste man gratis leisten. Zwar wird über 50% der wirtschaftlich relevanten Arbeit gratis getan, aber solche Arbeit wird in der Arbeitsplatz-Statistik ja nicht berücksichtigt.

    • Hampi sagt:

      @Nadine Binsberger
      Ich nehme an und hoffe, dass Sie in Ihrem Kommentar nicht wirklich versuchen, die Antwort, wie es weitergeht (auf der Erde!!) zu beantworten.
      Sie bekunden einfach mit Inbrunst, wie die Menschheit gemäss Ihnen glücklich werden kann. Ein solches Gedankenexperiment ist immer interessant.
      Und wenn ich in bewusstseinserweiternder Stimmung bin, dann kann ich mir gut vorstellen, dass Ihre Theorie “paradiesisch” einfährt!

      • Nadine Binsberger sagt:

        Z.B. Hausbau: bis ein Haus gebaut ist, braucht es sehr viel Arbeit, wirklich viel. Zuerst steht nichts da, auf dem Stück Land. Dann wird fleissig gearbeitet: gegraben, gemauert, gelegt, … Und irgendwann steht ein Haus da, komplett, mit all seinen Vorteilen und Bequemlichkeiten. Und die Arbeit? Die fällt weg, denn das Haus ist fertig. Die Bauarbeiter müssen nicht mehr jeden Tag herkommen. Trotzdem bleibt das Haus aber stehen. Natürlich muss es gepflegt und ab und zu gewartet werden. Aber im Vergleich zum Aufbau des Hauses sind diese Arbeiten verschwindend klein. Es käme auch niemand auf die Idee, an seinem Haus bis in alle Ewigkeit mit derselben Intensität weiterzubauen, nur damit er etwas zu tun hat (d.h. nicht arbeitslos ist). Irgendwann ist halt einfach fertig gebaut. Das ist auch gut so, sonst könnte man das neue Heim ja gar nie richtig geniessen.

        Arbeit ist also dazu da, um einen verbesserten Zustand zu erreichen (vorher: nicht so toll, nachher: viel besser). Wenn dieser verbesserte Zustand einmal erreicht ist, dann ist Arbeit erst wieder nötig, wenn der Zustand sich wieder zu verschlechtern droht. Arbeitslosigkeit ist also die (angenehme) Folge eines erfolgreich verbesserten Zustandes.

        Wenn wir dauernd immer mehr Arbeit hätten, dann würden wir irgendetwas ganz falsch machen. Wenn ich mein Fahrrad repariere, dann will ich, dass es danach geflickt ist und möglichst problemlos fährt. Ich will es nicht mehr flicken müssen – bis halt irgendwann wieder irgendetwas nicht mehr in Ordnung ist. Aber wenn ich mein Fahrrad flicke und flicke und flicke und es kommt nie zu einem Ende, dann mach ich doch irgendetwas falsch, dann bin ich doch einfach eine unfähige Idiotin und höre besser ganz auf mit dieser Flickerei, oder nicht?

        Genauso ist es mit der Arbeit für unseren Wohlstand: entweder wir arbeiten für den Wohlstand und erreichen dieses Ziel auch irgendwann. Aber wenn wir es nicht erreichen, sondern im Gegenteil, es gibt immer mehr und mehr zu tun und der Wohlstand tritt immer noch nicht ein, dann machen wir irgendetwas kreuzfalsch.

        Tatsache in unserer heutigen Wirtschaft ist aber offenbar: die Arbeit nimmt rapide ab, die Arbeitslosigkeit nimmt entsprechend zu. Also war unsere bisherige Arbeit nicht für die Katz, sondern sie hat nachhaltig den Zustand von vorher zu jetzt offenbar verbessert. Und in diesem verbesserten Zustand ist es offenbar und logischerweise schwierig, mehr Arbeit zu finden.

        • @Nadine Binsberger: Das grosse Problem ist halt, dass der heutige Begriff von Arbeit viel zu stark an den Faktor Kapital gekoppelt ist: Arbeit wirft nach heutiger Deutung nur eine Rendite ab, nämlich diejenige, die sich in BIP-Statistiken messen und erfassen lässt. Was ausserhalb dieser veralteten Kennziffern liegt, existiert einfach nicht! Arbeit sollte aber auch das soziale Kapital mehren, finde ich. Heute werden BIP-Statistiken fälschlicherweise als eine Art Wohlstandindikator betrachtet- was grundverkehrt ist. Zudem gibt es auch noch andere Faktoren, nicht nur materielle, die den Wohlstand der Nationen ausmachen. Darin liegt der Denkfehler!

          • Rolf Schumacher sagt:

            Es gibt eine Schar von Menschen, denen es nicht ums DENKEN geht. Es geht um egoistische Macht über Land und Volk. Diese Menschen haben einen enormen Einfluss. Wir können noch so philosophieren und Utopien entwerfen. Ob Herodot, Platon, Thomas Morus etc. es sind bloss Gedankendreher. Die reale Macht, verursacht eben gerade eine galoppierende Inflation in den USA einzuleiten. Es wird zu Tumulten, Ausschreitungen etc kommen. Bis das Land sich nach einem grossen starken Führer sehnt. Der Phoenix wird einmal mehr aus einem Yale-Gruft ähnlichem Tomb auferstehen. Heerschaen werden sich verneigen vor ihm und für ihn und für den MYTHOS freies Amerika in den Krieg gegen die Achse des Bösen ziehen. In der Welt der Phonixbrüder zählt weder Ethik noch Moral. In China, Russland, Indien oder im Iran werden die Brüder Gegenphoenixe aufstellen. Es ist ein dreckiges Spiel. Auch wenn Milliarden verrecken, Hauptsache es ist lukrativ. Wir können nur eines, selber versuchen sauber zu bleiben. Die Hand nie zum Gruss zu erheben. Sich vor keiner Standarde verbeugen, sich nicht von Macht kaufen zu lassen. Es wird einmal mehr für die ehrlichen Menschen eine bittere, ganz dunkle Zeit kommen. Und ich bin wirklich kein Pessimist. Ich liebe die Natur. die Literatur, die verschiedenen Kulturen, Sprachen. Ich bin dankbar auf dieser Erde leben zu drürfen. Aber ich bin mir der Einfalt, Gier, Dummheit und Unverfrorenheit der Machthaber bewusst geworden. Eher frisst ein französischer Vielfrass den Eifelturm, als dass das Rad der Gier und Destruktion zum Stillstand kommen würde. Die Wirtschaft ist wie ein süsses, ablenkendes Abziehbildchen, dass man über ganz toxischen Inhalt klebt.

  • Rolf Schumacher sagt:

    WIe es weitergeht? Mit dem Wachstum sind wir (USA und Westeuropa) bereits Mitte 90er am Ende angelangt. Seither wird nur noch Lack und sehr teures Make Up über dieses Tatsache gestrichen. Nur schon wenn man den Wohlstand halten möchte, bräuchte es ein enormes Wachstum. Denn die demographischen Strukturen verlangen, dass künftige Generationen noch viel mehr Steuern abwerfen als heute. Wachstum ist aber nicht mehr so Generierbar. Die Märkte sind gesättigt, der Platz scheint eng. Alternativ zur freien Marktwirtschaft ist der Verwaltungsstaat. Jeder erhält gleichviel von den Gesamtresourcen. Wir kennen das leide Thema Kommunismus zu gut. Die Aparatschniks leben in Saus und Braus und das Volk arbeitet völlig unproduktiv. Als Folge hat man einen sich selbst zersötrenden (ruinierenden) Verwaltungsstaat. Der im wahrsten Sinne des Wortes aus allen Fugen fällt (aktuelles Beispiel Nordkorea, oder Kuba) Es werden einige einmal mehr das Zaubermittel Krieg aus dem Aermel schütteln. Denn Krieg erlaubt alles. Grenzverschiebung. Währungsvernichtung, Systemwechsel, Städte und Infrastrukturvernichtung und Wiederaufbau und vor allem viele neue kreditwürdige Schuldner und leider auch Populationsreduktion. Ich glaube die Falken (China, Russland, USA) hatten in den letzten acht Jahren Zeit, sich darauf vorzubereiten. Die Rüstungsausgaben sind enorm gestiegen, obwohl der kalte Krieg schon lange beendet ist und es kein massives aktuelles Bedrohungspotential gibt (ausser die Briefkastenattentate)
    Die Vision erneuerbare Energien, neue Technologien als ausreichende Strategie für die Wiederankurbelung der Weltwirtschaft zu sehen, scheidet auch aus (geht viel zu wenig breit, schnell und tief).
    Ich bin bekennender Pazifist, aber ich ahne Schlimmes. Man wird sehen. Ich hoffe sehr, dass ich absolut daneben liege. Aber bereits in den 90er Jahren dachte ich immer wieder, dass die Welt erneut dieselben Fehler macht wie 80 Jahre zuvor. Viel von dem was ich befürchtete ist eingetroffen. Wen wunderts? Der Mensch bleibt doch immer derselbe. Ob Perser gegen die Griechen, Karthager gegen das römische Imperium, oder die Achsenmächte gegen die Alliierten, kein Imperium ist bis jetzt kampflos gewichen, die USA werden es wohl auch kaum tun.

    • Peter Don Kleti sagt:

      Klingt furchterregend und erinnert mich an eine Person, die mir das vor 25 Jahren prophezeite. Leicht irritierend auch, dass diese Person mit ihren Einschätzungen bisher fast immer Recht behielt.
      Doch soweit würde ich persönlich aus der heutigen Optik nicht gehen. Die Zitrone ist noch nicht ganz ausgepresst!
      Stichwort Afrika mit Resourcen, Arktis etc…. Ich denke, vor kriegerischen Auseinandersetzungen und dem Kollaps unseres westlichen Wertesystems werden zuerst diese beiden Orte noch kräftig abgeschöpft, um Werte zu generieren. Dabei könnte es höchstens zwischen den von Ihnen genannten Kontrahenten (Falken) zu „Scharmützeln“ kommen…

      • Rolf Schumacher sagt:

        Hoffen wir es. Doch sie wissen so gut wie ich, dass in der globalisierten Welt die Verantwortung für Millionen, ja Milliarden von Menschen in ganz wenigen Händen liegt. Diese Menschen leben abgehoben, ganz weit weg von der Realität. Wenn es in Mailand zum Himmel, stinkt riecht es bei den abendlichen Privatanlässen des Cavaliere trotzdem orientalisch herrlich süss. Wenn es in den Strassen von Paris brodelt, weil Millionen von Menschen in Frankreich am Existenzminimum und darunter leben, dann kauft sich Sarkozy ein Reiseflugzeug mit Badewanne für Carla und einen Luftabzug, damit er seine Zigarren auch auf Reisen rauchen kann. In China, Russland, Indien, arabischen Staaten, den USA ist die Abgehobenheit der Geld- und Politelite noch krasser. Und von Afrika und Südamerika wollen wir gar nicht erst sprechen. Diese selbstverliebten, realitätsfernen Führer werden über Krieg oder nicht Krieg entscheiden. Sie sind selber derart leicht zu verführen, dass ich in diese keine Hoffnung setze.
        In der Schweiz haben wir diese gefährliche Konstellation nicht, es gilt in den kommenden Wirren unser System über die runden zu bringen. Es gilt, dass wir den Generationenkonflikt im Land überwinden können. Es gilt, dass die Jungen nicht aus Neid vor dem Reichtum der älteren Menschen Auschreitungen machen werden und es gilt, dass die ältere Generation an die nachkommende Generation glaubt. Eigenverantwortung müssen bei jung und alt wieder zählen. Es kann nicht sein, dass man vom Staat alles will (Altenpflege etc) aber das eigen Vermögen versteckt. Das ist Frevel am System und der wird im Moment von vielen SCHWEIZERN systematisch betrieben. Es gilt Sozialschmarotzer hart anzugehen. Wir haben weltweit eines der besten Schulsysteme. Strategisch liegen wir sehr günstig. Wir sind neutral und haben eine (ziemlich gut funktionierende Demokratie). Es ist enorm wichtig, dass sich die Schweiz auf sich selber konzentriert, ohne dem Ausland die Türen zuzuschlagen. Die nächsten Jahre werden sicher entscheidende Jahre sein. Ich hoffe für die schweizer Politik, dass sie von den dekadenten Einflüsterern aus Wirtschaft gelernt hat. PS: In ganz heissen Zeiten, wäre der UBS Skandal ein absoluter Kriegsgrund gewesen. Ospel und Kurer haben unserer Gesellschaft massiv und grofahrlässig gefährdet. Sie müssten unbedingt vors Tribunal. Ebenso unverständlich scheint mir, dass die Politik einen ehemaligen CEO Microsoft als Mister Prix gewählt hat und dass Microsoft in der Schweiz von Doris Leuthard den Segen dazu hat (Microsoft CEO Waser) den Lead für die IT Entwicklung in der CH zu übernehmen. Wie kann man nur so naiv sein und Milliaarden für Verteidigung ausgeben, wenn man sich die Spione und Saboteure der Zukunft im Gegenzug ins Haus holt.
        Wirtschaftsinteressen, Wachstum etc werden in Zukunft nicht mehr die Kernthemen sein. Kernthema wird sein, wie kann man sich im Strudel der Zeit als unabhängiges (auch von Microsoft, Novartis, UBS, CS etc.) Land behaupten.

  • Hampi sagt:

    „QE2“ ist ein hässliches Ding. Es ist unbestritten, dass die Wirkung bei dieser zweiten Runde „Quantitative Easing“ nur beschränkt sein wird. Es ist auch Tatsache, dass „QE2“ verschiedene Risiken birgt. Das grösste Risiko ist die Gefahr einer Verschlechterung der Kreditwürdigkeit der USA. Dabei muss man aber gleich auch sagen, dass die Kreditwürdigkeit der USA zurzeit und trotz der Krise (und starker Zunahme bei der Neuverschuldung!!!) sehr hoch ist: ansonsten wären die Zinssätze bei den US-Staatsanleihen wohl kaum so tief.
    Aber das Problem ist, dass „der Krug nur so lange zum Brunnen geht, bis er bricht“. Und deshalb kann niemand mit Sicherheit sagen, wie weit man gehen kann, ohne dass dieses Vertrauen der Investoren (inkl. China) in die USA beginnt, Schaden zu nehmen.

    Trotz all dem Gesagten muss man auch Realist sein. Dann wird man nämlich feststellen, dass, wie erwähnt, „Deficit Spending“ im Moment politisch unmöglich ist (die heutigen Wahlresultate werden diese Tatsache wohl noch verstärken). Was man aber vor allem als Realist erkennen muss, ist die Tatsache, dass die Wachstumsverlangsamung in den letzten Monaten Grund genug ist, anzunehmen, dass wir wieder in den Deflationsbereich zurückfallen. Und “Deflation” würde unter anderem bedeuten, dass die Arbeitslosigkeit nicht gesenkt werden kann. Aber vor allem würde “Deflation” bedeuten, dass sich die Perspektiven für die US-Verschuldung viel dramatischer verschlechtern würden, als dies beim “QE2” je der Fall wäre.

    Bernanke hat schon seit langem angedeutet, dass er bereit sei, unkonventionelle Mittel einzusetzen. Deshalb wird er sich morgen für “QE2” entscheiden. Was zurzeit noch offen ist, ist lediglich die Grösse des Programms (ca. zwischen 500 Milliarden bis 1 Billion).

    Diese Aussagen beantworten leider nicht die Frage, wie es danach weitergehen soll. Sicher wird es nicht so einfach wie beim „QE2“ sein 🙂

  • Peter Don Kleti sagt:

    Köstlich, einmal mehr. Tja, quo vadis? Mir scheint, das Vetrauen in die Zukunft, Prosperation, das ist es, was fehlt.
    Solange sogar bei Nullzins-Runden nicht nachweisbar mehr konsumiert wird, das Geld nicht in den Kreislauf gelangt, wird es nicht besser werden.
    Wie heute andernorts im Tagi gelesen glauben nicht mehr alle an die „Kraft des Kapitalismus“ und sehnen sich stattdessen nach eher kommunistischen Werten (SP-Tagung)… Das sind nicht die besten News für Herrn Bernanke.
    Ich schlage vor: fragen wir doch Herrn Jäger von der HSG SG, ein unermüdlicher Verfechter der Wachstums-Theorie, tschludigung, -Praxis natürlich.
    Bin gespannt.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.