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Beiträge mit dem Schlagwort ‘Meisterfeier’

Kindischer Champagner, kitschige Kinder

Guido Tognoni am Donnerstag den 17. Mai 2018

Kinder-Jubel: Die Young Boys feiern ihren Meistertitel 2018 nach dem Spiel in Bern. (Fotos: Kurt Schorrer)

Nichts gegen schönen Jubel im Sport. Der Ausdruck von überschäumender Freude gehört zum Sport wie die Niedergeschlagenheit des Verlierers. Sport ohne

Denn Papa ist nicht nur Fussballprofi, sondern auch Spassvogel.

Emotionen ist fast nicht vorstellbar. Im Massensport gibt es entsprechend massenweise Emotionsschübe, denen regelmässig auch Politiker gerne erliegen, während der einsame Bergsteiger die Freude für sich alleine zu geniessen versteht. Aber es gibt Vorgänge, die auf die Nerven gehen. Zum Beispiel die kindische Spritzerei mit dem Champagner in der Formel 1 und einigen anderen Sportarten. Seit Jahren das gleiche Ritual, Flasche schütteln und die Umgebung wird abgeduscht. Das ist ziemlich doof. Demgegenüber ist die Ehrenrunde mit einer Flagge um den Körper, wie das die Leichtathleten bei grossen Wettkämpfen tun, schon fast ein ausgereifter Vorgang.

Was soll das?

Schlimm sind die mitgebrachten Kinder bei den Siegesfeiern der Fussballer. Jetzt, da die Meisterschaften entschieden

werden und die letzten Partien anstehen, entdecken einzelne Spieler ihre innige Vaterliebe und tragen im grössten Trubel ihre kleinen Kinder zur Schau. Was soll das? Muss Papi den Kleinen zeigen, wie sehr er bejubelt wird? Bricht nach einem grossen Sieg die totale Vaterliebe derart durch, dass möglichst die ganze Welt daran teilnehmen soll? Warum nicht gleich auch die Ehefrau auf dem Rasen mitjubeln lassen?

Oder warum genau sind die Kinder auf dem Platz?

Es würde keinem Fussballer jemals einfallen, seine Frau oder Freundin in die Mannschaftskabine mitzunehmen. Aber Kinder auf das Spielfeld schleppen, das geschieht immer wieder. Dass vor allem kleine Kinder bei Jubelszenen auch ein Sicherheitsproblem sein können, ist nur ein Nebenaspekt. Letztlich ist das Kindertragen bei Jubelfeiern vor allem kitschig. Den Beweis, dass sie gute und fürsorgliche Väter sind, sollen die Fussballer lieber zu Hause anstatt während der Arbeitszeit inmitten siegestoller Mitspieler erbringen. Auch wenn dort nicht Zehntausende zuschauen, sondern nur die Ehefrau.

Liebe Berner, das wird grossartig!

Florian Raz am Donnerstag den 26. April 2018

Der Cupsieg der Young Boys von 1987. Aktuellere YB-Titelbilder haben wir in unserem Archiv leider nicht gefunden.

Am Samstag also ist es so weit: Der unvergleichliche Berner Sport Club Young Boys wird mit einem Sieg über Luzern Schweizer Meister. Glaubt mir, liebe Berner, das wird grossartig! Das darf ich mit der Erfahrung eines Baslers sagen, der 2002 miterlebt hat, wie der lokale FC erstmals nach 22 zappendusteren Jahren wieder mal etwas gewonnen hat. Und was sind schon 22 Jahre gegen die 32, die ihr euch geduldet habt? Eben. Gar nichts!

Ihr werdet sehen, wie gestandene Fussballprofis losheulen wie kleine Kinder. Natürlich drehen auch die Lokalmedien am Rad. In Basel brannte damals eine Radiostation tatsächlich ihre Meisterreportagen auf CD. Bei euch können wir das Ganze dann wohl auf Youtube nachhören. Ihr habt ja in Bern den einen oder anderen Kandidaten für eine, sagen wir mal: etwas gefühlsbetontere Radioberichterstattung.

Vor allem aber ist da dieses kribbelig-warme Gefühl in Brust- und Bauchbereich, dieses besoffen sein vor Glück. Gut, möglicherweise auch vom Alkohol. Aber vor allem vor Glück. Das gibt es wirklich. Natürlich, ihr konntet euch lange darauf vorbereiten, dass es in dieser Saison endlich klappen wird. Und doch werdet ihr euch gegenseitig mit leicht ungläubigem Blick anschauen und euch dann umarmen. Ist das alles wahr, sind wir jetzt wirklich Meister in einer Sportart, die Büne Huber doof findet? Seid ihr.

Plötzlich interessieren sich alle für euch

Das Beste daran: Dieses Gefühl könnt ihr danach noch ein paar Mal geniessen. Den Kübel gibt es ja erst Mitte Mai. Kostet die Zeit aus. Sie wird nicht wiederkommen. Nicht, weil ich YB in den kommenden Jahren nicht noch den einen oder anderen Titel zutrauen würde. Aber so schön wie beim ersten Mal wird es halt nie mehr.

Gratis mit dem ersten Meistertitel seit Menschengedenken mitgeliefert wird das Interesse der Medien aus der restlichen Schweiz. Alle werden sie euch anhand von YB erklären, in was für einer Stadt ihr lebt, was die Bernerin an und für sich so umtreibt und was den Berner auszeichnet.

Der beste Ort für eine Meisterfeier

Achtung, die Texte könnten allenfalls nicht ganz frei von Neid sein. Die «Zeit» hat schon mal angefangen und haut richtig feste drauf. «In ihrer trunkenen Vorfreude offenbaren die Berner ihre ganze Provinzialität», heisst es da.

Lasst die negativen Texte an euch abperlen wie die obligate Bierdusche in der Fankurve. Und bildet euch nicht zu viel auf die ebenso unvermeidlichen Lobhudeleien ein. Verfasst werden solche Psychogramme, die anhand von ein paar clever eingekauften ausländischen Stürmern, einem total netten Goalie und einem medien-affinen Ex-Stapi eine ganze Stadt erklären wollen, meist in Zürich. Das ist dort, wo schon mehr Pläne für ein richtiges Fussballstadion geplatzt sind als bei den Young Boys Meisterträume.

Was ganz besonders schön ist: YB kann sich den Titel am Samstag zu Hause sichern. Es gibt eigentlich keinen besseren Ort für eine spontane Meisterfeier als Bern. Basler wissen das.

So sehen Meisterfeiern in Bern aus (Abbildung ähnlich).

Wir verlosen eine Meisterzigarre gegen die heimliche Langeweile

Florian Raz am Samstag den 6. Juni 2015

Vor etwas mehr als zwei Wochen habe ich an dieser Stelle einen Aufruf gestartet, in dem ich Baslerinnen und Basler gesucht habe, die davon gelangweilt sind, dass der FC Basel ständig Schweizer Meister wird. Ich muss sagen: Der Rücklauf hielt sich in Grenzen. Es haben sich zwar ein paar gemeldet. Aber mit Namen und Gesicht hinstehen? Das dann lieber doch nicht. Zu gross ist die Angst vor der Omerta in der Nordwestschweiz.

Interessant ist, dass sich vor allem Leute meines Berufsstandes zu langweilen scheinen. Andererseits habe ich gleich viele Reaktionen anderer Berufsgattungen erhalten, in denen mir mitgeteilt wurde, wie extrem unlangweilig, also nachgeradezu unterhaltsam zum Beispiel ein siebter Meistertitel in Serie sein könnte.

Also gut, ich frage dann in einem Jahr nochmals nach.

IMG_5232Bis dahin, spüre ich, würden Sie gerne noch einmal die unverwechselbaren Jubelbilder vom Seibi, Schriftdeutsch «Barfüsserplatz», der letzten sechs Jahre sehen. Und damit Sie sich dabei nicht langweilen, verlose ich eine original FCB-Meisterzigarre 2015 der Marke Davidoff Special R, von Hand gerollt auf der Dominikanischen Republik und ebenso von Hand eingesackt ein paar Meter hinter dem Basler Meisterfeierbalkon.

Schicken Sie das Lösungswort bis am 15. Juni 2015 auf florian.raz@tamedia.ch, Betreffzeile «Meisterrauch». Die Verlosung findet ohne jede juristische Überwachung statt und entspricht zu fünfzig Prozent den Richtlinien der Fifa-Ethikkommission.

FC Basel's fans gather on the Barfuesserplatz expecting their team for the celebration of the Swiss Super League soccer championship in the city center of Basel, Switzerland, Sunday, May 16, 2010. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Z) FCB-Meisterfeier 2010, wunderbar.
M) FCB-Meisterfeier 2015, klare Sache.
S) Halt, das ist doch der ZSC 2014!


 

Many fans and supporters of Switzerland's soccer club FC Basel waiting for the team to celebrate their soccer team championship title on the balcony of the Casino at the Barfuesser Square in Basel, Switzerland, on Saturday, June 1, 2013. Basel won the 16th Swiss soccer championship title. (KEYSTONE/Patrick Straub)

E) Hmm, ist das nicht der ZSC 2014?
I) FCB-Meisterfeier 2013, scheen wars.
A) FCB-Meisterfeier 2014, Jahrgang Yakin.


 

Die Fans besammeln sich zur Meisterfeier des FC Basel auf dem Barfuesserplatz in Basel in der Nacht vom Mittwoch, 25. Mai 2011. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

G) Meisterfeier 2011, unverkennbar.
U) FCB-Meisterfeier 2013.
I) FCB-Meisterfeier 2012!


 

Fans of FC Basel cheer on the "Barfuesser-Platz" square in Basel, Switzerland, after the Super League championship match FC Basel against BSC Young Boys and after winning the championship, Sunday, May 17, 2015. FC Basel won the sixth time in series the Swiss Championships. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

S) FCB-Meisterfeier 2013, wer könnte sie vergessen?
D) FCB-Meisterfeier 2010, Après-Finalissima-Bier …
A) FCB-Meisterfeier 2015, frische Erinnerungen!


 

Die Spieler des FC Basel feiern den Meistertitel mit ihren Fans auf dem Barfuesserplatz in Basel, am Sonntag, 18. Mai 2014. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

T) FCB-Meisterfeier 2011, grosse Gefühle.
O) FCB-Meisterfeier 2012, Hattrick!
R) FCB-Meisterfeier 2014, praktisch schon Post-Murat.


 

Die Fans der ZSC Lions begruessen ihr Team mit Pyros zur Meisterfeier im Hallenstadion in Zuerich am Sonntag, 20. April 2014. Die ZSC Lions gewinnen die Schweizermeisterschaft nach  ihrem Sieg im vierte Playoff Eishockey Finalspiel der National League A gegen die Kloten Flyers am Samstag, 19. April 2014, in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

E) FCB-Meisterfeier 2014, armer Muri.
R) Jetzt ist es aber wirklich der ZSC 2014!
O) FCB-Meisterfeier 2015, die Sechste.


 

Die Spieler des FC Basel feiern den Meistertitel mit ihren Fans traditionellerweise auf dem Balkon des Casinos auf dem Barfuesserplatz in Basel am Sonntag, 29. April 2012. Der FC Basel gewann vorzeitig mit einem Titel-Hattrick seinen 15. Meisterschaftstitel der Clubgeschichte. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

E) FCB-Meisterfeier 2012, mitten in der Serie.
F) FCB-Meisterfeier 2011, Fink und Vogel.
R) FCB-Meisterfeier 2010, wie alles begann.