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Beiträge mit dem Schlagwort ‘Lionel Messi’

Der kleine Gigant

Christian Andiel am Samstag den 26. Dezember 2015
Barcelona's Lionel Messi (L) celebrates a goal next to Real Madrid's Cristiano Ronaldo during La Liga's second 'Clasico' soccer match of the season at Santiago Bernabeu stadium in Madrid March 23, 2014. REUTERS/Paul Hanna (SPAIN - Tags: SPORT SOCCER TPX IMAGES OF THE DAY) - RTR3IAYQ

Der eine jubelt, der andere ist wieder einmal nur Zweiter: Lionel Messi ist laut «Guardian» der beste Spieler 2015, vor Cristiano Ronaldo. Foto: Reuters

Und wieder einmal heisst es: Lionel Messi vor Cristiano Ronaldo. Diesmal geht es um die Liste des englischen «Guardian», die traditionsgemäss am Ende des Jahres erscheint. 123 Experten aus 49 Ländern (ehemalige Internationale, Journalisten, Trainer) haben die gross angelegte Versuchsanordnung befolgt und ihre Spieler des Jahres 2015 gewählt. Jeder Juror konnte 40 Namen nennen, der erste erhielt 40 Punkte, der zweite 39 usw. Am Ende der Abstimmung haben Messi und Ronaldo im Vergleich zum Vorjahr die Plätze getauscht. Wegen Messi sei sogar dessen alter Trainer Pep Guardiola als Zuschauer auf der Tribüne in Verzückung geraten, schreibt der «Guardian»: «Dieser kleine Mann mit den ganz seltenen Gaben ist ein Gigant seines Sports.»

Die Top 10 der Top 100 heissen:

  1. Lionel Messi (Barcelona), 4873 Stimmen, +1 Plätze im Vergleich zum Vorjahr
  2. Cristiano Ronaldo (Real), 4620, -1
  3. Neymar (Barcelona), 4582, +4
  4. Luis Suarez (Barcelona), 4492, +2
  5. Robert Lewandowski (Bayern), 3972, +25
  6. Thomas Müller (Bayern), 3331, -1
  7. Zlatan Ibrahimovic (PSG), 3295, +6
  8. Manuel Neuer (Bayern), 3294, -5
  9. Sergio Agüero (Manchester City), 2166, +1
  10. Alexis Sanchez (Arsenal), 3022, +12
    Das erwartete Duell zwischen Barcelona und den Bayern um die Champions League spiegelt sich also auch in der Rangliste wider – mit Vorteilen für Barcelona. Das detaillierte Datenblatt finden Sie hier.

Die Rangliste weist noch andere bemerkenswerte Fakten auf. So ist der Belgier Kevin de Bruyne (Wolfsburg/Manchester City) im Jahr 2015 von 0 auf Rang 14 gestürmt und damit der Spieler, der den grössten Sprung nach oben gemacht hat. Erstaunlich auch die 38 Ränge, die Altmeister Gianluigi Buffon (Juve) gut gemacht hat gegenüber 2014, neu rangiert er auf Position 34. Mit 37 Jahren ist er damit auch der höchst klassierte Italiener.

So stark die Bayern in den Top 10 vertreten sind, so stark sind sie auch bei den Absteigern vertreten: Mario Götze rutschte um 56 Ränge ab, Franck Ribéry um 50 und Bastian Schweinsteiger um 49 (gut, bei ihm trägt sein neuer Verein Manchester United wenigstens die halbe Schuld). Ähnlich dramatisch verlief das Jahr nur für Nemanja Matic, der 51 Plätze einbüsste und damit die Formschwäche seines Klubs Chelsea repräsentiert.

29 Nationen sind in der Rangliste des «Guardian» vertreten. Einen Schweizer Spieler sucht man vergebens. Zwar sind zwei – Xherdan Shaqiri, Stephan Lichtsteiner – auf der Longlist mit 273 Namen vertreten, unter den die Juroren ihre 40 Favoriten aussuchen konnten. Aber Stimmen haben die beiden Schweizer nicht erhalten. Obs daran liegt, dass auch keiner der Juroren Schweizer ist? Immerhin konnte sich David Alaba, der einzige Österreicher (Rang 23) im Ranking, auf zwei Landsleute bei der Stimmabgabe verlassen, ein Journalist des Fanzines «Ballesterer» und Dauerexperte Schneckerl Prohaska.

Am 11. Januar geht es vermutlich wieder zwischen Messi und Cristiano Ronaldo im Zürcher Kongresshaus um den Ballon d’Or der Fifa. Cristiano Ronaldo erhielt ihn die beiden vergangenen Jahre, Messi die drei Jahre zuvor. Aber ganz ehrlich: Würden Sie nicht lieber vom «Guardian» ausgezeichnet als von Sepp Blatters korruptem Haufen?