Liebe Leserinnen und Leser,
an dieser Stelle erscheinen keine weiteren Beiträge. Auf alle bereits erschienenen Artikel können Sie nach wie vor zugreifen.
Herzliche Grüsse, die Redaktion

Beiträge mit dem Schlagwort ‘Fifa’

Die skurrilste Zeitmess-Panne

Guido Tognoni am Mittwoch den 27. Februar 2019

Wie lange noch? An der WM 90 gabs noch keine elektronischen Zeitangaben. (Foto: iStock)

Das Zeitnahme-Theater bei den Weltcuprennen in Crans-Montana ist peinlich. Peinlich im Jahr 2019 und besonders peinlich für das Land der Uhrmacher. Wir sind ja nicht Nordkorea. Aber Pannen kommen vor.

Blenden wir 29 Jahre zurück. WM-Endrunde in Italien. Europa steht unter dem Hooligan-Schock, und die Fifa verbannt Englands Nationalmannschaft für die Vorrunde nach Sardinien. Die italienische Regierung erlässt während der Spieltage ein völlig überrissenes Alkoholverbot über das ganze Land, das erstaunlicherweise weitgehend eingehalten wird. Der gebotene Fussball ist ziemlich trostlos, aber das italienische Wetter und die gute Stimmung sorgen für eine schöne WM. Die Zuschauer stehen im Bann von grossartigen Spielern wie Diego Maradona, Roberto Baggio und Lothar Matthäus, alle im Zenit ihres Könnens. «Un’ estate italiana», der schönste WM-Song aller Zeiten mit Gianna Nannini und Edoardo Bennato, klingt in allen Radios und Stadien.

Italia 90 ist die erste WM mit mobilen Telefonen, schwere, unförmige Dinger, aber sie funktionieren. Ich stehe in Neapel am Spielfeldrand und rufe spasseshalber einen Freund an, der in Baden am Bildschirm sitzt. «Siehst du mich?» – «Ja, ich sehe dich, aber warum zum Teufel spielt ihr noch?» – «Was ist denn los?» – «Ihr spielt schon 8 Minuten zu lang!», schreit der Freund ins Telefon. Ich verstehe gar nichts, denn die Fifa lässt die Matchuhren nach 45 Minuten stoppen, und elektronische Anzeigen gibt es noch nicht. Was ein Videobeweis ist, weiss noch kein Mensch, und auf dem Feld spielen Italien gegen Argentinien. Napolis Maradona gegen den Gastgeber Italien, und dies in Neapel. Niemand schaut auf die Uhr.

Ein Schiedsrichter in Trance – und keiner merkts

Schiedsrichter Michel Vautrot schaut auf die Uhr, aber er merkt nicht, dass sie stillsteht. Der Franzose ist zu dieser Zeit der vielleicht beste seines Fachs und wurde deshalb nicht für den Final, sondern für diesen brisanten Halbfinal aufgeboten. Er ist wie in Trance, völlig absorbiert vom Spiel und den 60’000 Zuschauern im Stadion San Paolo. Er sieht und merkt nicht, dass sein Linienrichter Peter Mikkelsen verzweifelt ständig Zeichen geben will und mit dem Zeigefinger auf seine Uhr tippt. Michel Vautrot lebt sein eigenes Spiel. Irgendwann pfeift er ab, viel zu spät.

Phänomenal war, dass diese unendlich anmutende Überzeit in ganz Italien von niemandem bemerkt wurde, weder von den Zuschauern noch von den Journalisten und schon gar nicht vom Schiedsrichterinspektor. Und zum Glück für Michel Vautrot passiert in dieser Phantomphase nichts, kein Tor, kein umstrittener Entscheid, keine turbulente Szene. In der Garderobe merkt er, dass er auf seiner Uhr die Stopptaste gedrückt und nicht wieder gelöst hat.

Das Spiel endete nach Toren von Toto Schillaci und Claudio Caniggia 1:1, Argentinien gewann das Elfmeterschiessen. Und Michel Vautrot blieb der Tiefpunkt seiner glanzvollen Karriere als Schiedsrichter erspart. Ein Tiefpunkt, der sein Geheimnis blieb.

Ramon Vega hat null Chancen

Guido Tognoni am Dienstag den 5. Februar 2019

Fifa-Präsident sein ist nicht schwer, Fifa-Präsident werden hingegen sehr: Ramon Vega Ende 2016 in Manchester. Foto: Barrington Coombs (Getty Images)

Der frühere GC-Fussballer Ramon Vega hat nach seinem Wegzug aus Zürich in Italien, England und Schottland eine ansehnliche Karriere als Fussballer hingelegt. Nun will der 47-jährige ehemalige Verteidiger, Nicht-Walliser, sondern Solothurner aus Olten, Fifa-Präsident werden.

Kann er das? Gewiss, er könnte das. Fifa-Präsident sein ist keine Hexerei. Fifa-Präsident werden hingegen ist einiges schwieriger. Seit 1974 der Brasilianer João Havelange beim Fifa-Kongress in Frankfurt die afrikanischen Delegierten mit besonderer Sorgfalt behandeln liess und den Engländer Stanley Rous ablöste, wurde nie mehr ein amtierender Präsident, dessen Amtszeit faktisch aus vier Jahren Wahlkampagne besteht, abgewählt. Ramon Vega hat null Chancen.

Schwierig, sehr schwierig, extrem schwierig

Abgesehen davon drängt sich die Frage auf, ob der wagemutige Oltner die Fifa-Statuten gelesen hat. Darin steht nämlich, dass ein Kandidat für das Amt des Präsidenten in den letzten fünf Jahren vor der Kandidatur zwei Jahre in irgendeiner Form dem Fussball gedient haben muss. Um dieses Kriterium zu erfüllen, brauchte Vega, so sympathisch eine Jux-Kandidatur für die Belebung des Fifa-Kongresses vom 5. und 6. Juni in Paris sein mag, ausserordentlich viel Fantasie.

Zudem muss Vega fünf Verbände finden, die in schriftlicher Form seine Kandidatur unterstützen. Fünf Verbände also, die für einen nur in der Schweiz bekannten Kandidaten den Zorn des amtierenden Fifa-Präsidenten Gianni Infantino auf sich ziehen sollen. Schwierig, sehr schwierig, extrem schwierig.

Wenn die 211 Verbände der Fifa nicht selber auf die Idee kommen, einen Gegenkandidaten zu suchen, heisst das nichts anderes, als dass diese Verbände entweder mit Infantino einigermassen zufrieden sind oder schlicht nicht den Mut haben, sich gegen den Walliser zu stellen. Zudem ist es dem grössten Teil der Verbandsdelegierten völlig egal, wer am Kongress die übliche Sonntagspredigt über den Wert des Fussballs, Harmonie, Transparenz und Demokratie in der Fifa hält, solange die Kasse stimmt.

Mit leeren Taschen gegen Infantino

Der Verbandspräsident von Burkina Faso, der Cayman-Inseln oder des amerikanischen Militärstützpunkts Guam hat zwar das gleiche Stimmrecht wie der Vorsitzende des Deutschen Fussball-Bunds, setzt aber andere Prioritäten, als sich um die Qualität seines Sports Sorgen zu machen. Gianni Infantino hat zudem seine Wahlversprechen erfüllt: Es gibt für die Verbände mehr Geld und spätestens bei der Endrunde 2026 in Nordamerika 50 Prozent mehr Startplätze. Anderes zählt nicht.

Woher soll der Anreiz kommen, einen mit leeren Taschen kandidierenden Ramon Vega an Gianni Infantinos statt zu wählen? Zumindest für das Weltparlament des Fussballs gibt es keinen.

Maurer und Infantino: Verliebt in Saudiarabien

Guido Tognoni am Donnerstag den 24. Januar 2019

Ueli Maurer begrüsst Saudiarabiens Botschafter Hisham Alqahtani beim Neujahrsempfang. (Foto: Keystone/Alessandro della Valle)

Weiss unser Bundespräsident Ueli Maurer eigentlich, was in Saudiarabien abgeht? Ist ihm bewusst, dass im November 2017 ein wichtiger Teil der saudischen Wirtschaftselite im Hotel Ritz in Riad eingesperrt wurde, dass es in diesem vornehmen Hotel Folterungen gab und dass den Eingesperrten die Freiheit mit Enteignungen und Geldzahlungen abgepresst wurde? Will Ueli Maurer das alles überhaupt wissen? Für den Auftragsmord am oppositionellen Journalisten Jamal Khashoggi in der saudischen Botschaft in Ankara hat Maurer, prominentes Mitglied der SVP, die sonst ihre freiheitlichen Werte überall und lautstark propagiert, jedenfalls die Absolution erteilt. Und für die Unterzeichnung des Vertrags über den gegenseitigen Informationsaustausch in Steuerfragen konnte es Ueli Maurer nicht schnell genug gehen, um nach Riad zu pilgern, obwohl der Austausch nicht gegenseitig, sondern nur einseitig vonstattengehen wird – von Bern nach Riad.

Fussballpiraterie mit lahmen Konsequenzen

Infantino und Saudiarabiens Kronprinz Muhammad an der WM 2018. (Fotos: Keystone)

Aber lassen wir die hohe Politik. Saudiarabien gebärdet sich nicht nur gegenüber Oppositionellen höchst unkonventionell. Seit Monaten stiehlt der TV-Sender mit dem demonstrativ provokativen Namen beoutQ (halte dich von Qatar fern) der Konkurrenz aus Katar, BeIn (sei dabei), das elektronische Satellitensignal und sendet Fussball (und auch Unterhaltungssendungen von anderen Rechtehaltern), ohne dafür zu bezahlen. Die Fifa hat untätig zugeschaut, wie die Saudis den von Saudiarabien neidvoll gehassten Katarern die hoch bezahlten Rechte für die WM-Endrunde in Moskau gestohlen haben.

Hat die Piraterie lange geduldet: Fifa-Präsident Infantino.

Erst dieser Tage konnte sich die Fifa dazu aufraffen, zusammen mit der Uefa, der englischen Premier League und der Bundesliga offen gegen diese Piraterie Stellung zu beziehen. Ob das damit zusammenhängt, dass Fifa-Präsident Gianni Infantino – zurzeit genauso verliebt in die Saudis wie Ueli Maurer – seinen kühnen Plan des Rechteverkaufs der Fifa an eine Investorengruppe mit saudischer Beteiligung ohne Kollateralschaden nicht realisieren können wird, bleibe dahingestellt.

Wo bleibt die Macht des Fussballs?

Die rein verbalen Verurteilungen dürften die Saudis nicht beeindrucken. Sie fühlen sich stark und sicher. Dabei hätte es die Fifa längst in der Hand gehabt, dem Rechtediebstahl ein Ende zu setzen. Eine simple Massnahme, die bei weniger einflussreichen Verbänden reichlich angewandt wird, hätte ausgereicht: die Androhung eines Ausschlusses aus der Fifa.

Dieser Schritt wäre einfach und für alle ohne juristische Akrobatik verständlich. Und er wäre wirksam. Das wäre ein sinnvoller Einsatz der viel zitierten Macht des Fussballs. Bis heute sind Faszination und Einfluss des saudischen Geldes wichtiger als der Schutz der Rechteerwerber, welche die Fussballfunktionäre reich machen.

Die Fifa-Millionen sinnvoller einsetzen

Guido Tognoni am Donnerstag den 22. November 2018
Nachspielzeit

Die Fifa sollte nicht nur in Fussball, sondern auch in Bildung investieren: Jugendliche in Abidjan, Elfenbeinküste. Foto: Getty Images

Wie viel Geld braucht die Fifa? 3 Milliarden, 4, 5 oder 6 Milliarden über vier Jahre, wie heute? Oder braucht sie für irgendwelche Zwecke 25 Milliarden, die gemäss einem fast geheimen Plan Fifa-Präsident Gianni Infantino und eine immer noch halbwegs geheime Investorengruppe einwerfen wollen? Wann ist genug – falls es das Wort genug im Sport überhaupt gibt?

Ein Vergleich: Für die WM 1986, also noch nicht sehr lange her, erhielt die Fifa für die Weltrechte vom Fernsehen 49 Millionen Franken plus eine zweistellige Millionenzahl aus der Werbung. Dazu gab es als Bettmümpfeli vom US-amerikanischen Markt noch 400’000 Dollar. Die Fifa flog mit rund 30 Angestellten in der ersten Klasse nach Mexiko und lieferte klaglos die WM-Endrunde ab. Alle waren zufrieden, die Mexikaner, die teilnehmenden Verbände, die Fifa selbst natürlich auch. Und das Fernsehen strahlte die 52 Spiele weltweit für die Zuschauer kostenlos aus.

Heute kann der Fifa-Präsident nach einem WM-Zyklus rund 100-mal mehr, nämlich 6 Milliarden, verteilen, was bei vernünftiger Geschäftsführung ein Grund für weitere anhaltende Zufriedenheit sein müsste. Dem ist allerdings nicht so. Die Gier nach Geld ist im Fussball grenzenlos geworden, offensichtlich nicht nur bei Spielern und Clubs, sondern auch bei einigen Funktionären.

Die Fifa könnte mehr sein als nur Fussball

Nur: Was passiert eigentlich mit dem Geld? Die Zeiten, da etwa junge Afrikaner noch lernen mussten, wie man einen Ball stoppt, sind seit Jahrzehnten vorbei, aber im Gegensatz zum Geldschub ist der Entwicklungsschub ausgeblieben. Die präsidialen Geldsegen von Sepp Blatter und Gianni Infantino haben auf Verbandsebene in Afrika und Asien wenig bis nichts bewirkt. Jeder Verband hat zwar inzwischen einen mit Fifa-Geldern gespiesenen schönen Sitz, aber die Nationalmannschaften machen seit langem keine Fortschritte mehr.

Wie bei der traditionellen Entwicklungshilfe drängt sich die Frage auf, wie effizient die gleichmässig verschenkten Fifa-Millionen verwendet werden. Oder anders gefragt: Ist die fussballerische Entwicklungshilfe der Fifa, für die jeweiligen Präsidenten nicht zuletzt auch ein Wahlkampfinstrument, nicht längst überholt? Warum verbindet die Fifa mit dem vielen Geld nicht Fussball mit schulischer oder mit beruflicher Ausbildung? Das wäre jene Form von sozialer Verantwortung, der sich die Fifa zwischendurch rühmt.

Viele Verbände brauchen das Geld der Fifa nicht. Dafür könnte die Fifa in anderen Verbänden viel mehr sein als nur Fussball. Und einen besseren Ansporn, als über den Fussball zu einer guten Ausbildung zu gelangen, gibt es für Kinder und Jugendliche nicht, zumal heute der Mädchenfussball die gleiche Rolle ausüben kann wie der Knabenfussball.

Die Fifa braucht nicht mehr Geld für noch mehr Wettbewerbe. Was die Fifa braucht, sind neue Ideen, um das bereits vorhandene viele Geld sinnvoller einzusetzen.

Die höchste Busse im Weltsport

Guido Tognoni am Mittwoch den 15. August 2018

151’713’807 Dollar und 43 Cents: So viel betrug die Busse, die José Hawilla bezahlen musste. Foto: Reuters

Man spürt schon fast Begeisterung: nur 98,5 Millionen Dollar Busse muss die Zürcher Kantonalbank dem amerikanischen Justizdepartement zahlen, vorsorglich zur Seite gelegt hatte die Bank offenbar gleich eine Milliarde. 98 Millionen sind für eine Grossbank ein Klacks, zumal die Verantwortlichen
nicht selber in die Tasche greifen müssen und für solche Fälle Reptilienfonds angezapft werden können. Die ZKB gehört dem Kanton und dessen Steuerzahlern. Diese nehmen die Busse mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. Was anderes bleibt ihnen übrig?

Weniger glimpflich als die ZKB kam bei den Amerikanern ein Unternehmer aus dem Korruptionssumpf des Fussballs davon: Der Brasilianer José Hawilla zahlte der US-Justiz die imposante Summe von 151’713’807 Dollar und 43 Cents, um einer möglichen Gefängnisstrafe zu entgehen. Nach jahrzehntelangem Korruptionsgeschäften 151 Kisten zur Vermeidung der Kiste, gewissermassen. Das war im Dezember 2014 im Nachgang der Razzia vom 22. Juli 2013 in Zürich. Beachtlich war dabei nicht nur das Tempo der US-Justiz bei der Erledigung vieler Fälle, beachtlich war ebenso die Tatsache, dass der Korruptionsspezialist Hawilla die Rekordbusse des Weltsports kommerziell überstanden hat. Er starb im Mai dieses Jahres im Alter von 74 Jahren.

Weitere Enthüllungen versprechen Spektakel

Es ist ruhiger geworden um die Aufarbeitung von Fifa-Gate. Einige Akteure haben, wie José Hawilla, Busse geleistet, ein paar andere sind verstorben, während der Ganove und suspendierte Fifa-Ausbeuter Jack Warner sich in Trinidad weiterhin erfolgreich gegen seine Auslieferung in die USA wehrt. Aber die Ruhe täuscht. Es sind noch einige Verfahren innerhalb und ausserhalb der Fifa im Gange, und weitere Enthüllungen, etwa um die Stimmvergaben bei der Wahl der WM-Endrunde 2022 in Katar, versprechen Spektakel.

Zwischendurch hat die Fifa einen Routinefall abgewickelt: Der ehemalige Spitzenprofi Kalusha Bwalya, 1988 Afrikas Spieler des Jahres und danach ein Aufsteiger in der Funktionärskarriere bis in höchste Gremien, wurde für zwei Jahre für alle Tätigkeiten im Fussball suspendiert. Falls er die dazugehörige Busse bezahlt, wären das 100’000 Schweizer Franken. Kalusha hat Glück, dass er aus Sambia kommt und im afrikanischen statt im nord- und südamerikanischen Korruptionsgelände Karriere gemacht hat. Die harten Daumenschrauben, mit denen die US-Justiz die Angeklagten mürbe macht, sind ihm erspart geblieben.

Wie Blatter die WM 2002 rettete

Guido Tognoni am Donnerstag den 7. Juni 2018

Die Lösung für das WM-2002-Problem hiess für den damaligen Präsidenten Sepp Blatter: Urs Meier. (Foto: Valerie Pinauda)

Jede WM-Endrunde bringt ihre besonderen Geschichten hervor. 1986 in Mexiko beispielsweise Maradonas unvergessliche «Hand Gottes» im Spiel gegen England, 1990 in Italien die Tränen Paul Gascoignes, 1994 in den USA Roberto Baggios Elfmeter in den Nachthimmel von Los Angeles, 1998 die unerklärliche Passivität Brasiliens im Endspiel gegen Frankreich, 2014 das monumentale 1:7-Debakel Brasiliens gegen Deutschland, als die Brasilianer schon bei der Nationalhymne vor dem Spiel zu heulen begannen.

Dazwischen lag 2002 mit dem wundersamen Durchritt der südkoreanischen Mannschaft. Sie beendete vor einheimischem Publikum die Gruppenspiele an erster Stelle. Danach schlug sie in den Achtelfinals Italien und warf in den Viertelfinals gleich auch noch Spanien aus dem Turnier. In beiden Partien spielten die Schiedsrichter eine höchst unrühmliche Rolle. Der später als Drogenschmuggler verurteilte Byron Moreno aus Ecuador benachteiligte Italien krass, der Ägypter Gamal Mahmoud Abdel Ghandour tat danach das Gleiche mit Spanien. Das deutsche Magazin «Focus» schrieb vom «Festival falscher Pfiffe».

Was war da los?

Die WM in Japan und Südkorea war vom Zeitpunkt der Vergabe an politisch belastet. Der damalige Fifa-Präsident João Havelange hatte die Endrunde 2002 längst Japan versprochen, doch die Europäer wollten diesen Alleingang des Brasilianers nicht akzeptieren und unterstützten im Exekutivkomitee den Südkoreaner Chung Mong-joon. Japan musste zähneknirschend in eine geteilte Endrunde mit dem Erzrivalen Südkorea einwilligen, um das Turnier nicht ganz zu verlieren.

Chung Mong-joon war zu dieser Zeit nicht nur Präsident des südkoreanischen Verbandes, sondern wollte das Land auch als politischer Präsident führen. Um seine Präsenz am Fernsehen zu erhöhen, begrüsste er wenn immer möglich die Mannschaften auf dem Feld, und da auch die anderen Mitglieder des Exekutivkomitees der Fifa sich diese Chance nicht entgehen lassen wollten, mussten die Spieler während des ganzen Turniers vor dem Anpfiff Händedrucke von ihnen völlig unbekannten Funktionären erleiden.

Kein Handschlag, richtiger Entscheid

Was gibt es Besseres für einen Politiker als eine erfolgreiche Nationalmannschaft? Der Durchmarsch der Südkoreaner war für Chung Mong-joon ein Geschenk. Über die Frage, wie dieser Durchmarsch gegen Mannschaften wie Italien und Spanien zustande kam, darf jeder Fussballfan auch heute noch nach Herzenslust spekulieren. Jedenfalls stand Südkorea nach skandalträchtigen Entscheiden der Schiedsrichter im Halbfinal gegen Deutschland. Sollte ein weiteres seltsames Ergebnis bevorstehen, würde es erneut kuriose Schiedsrichterentscheide geben? Diese Situation bereitete Sepp Blatter, der mittlerweile Präsident der Fifa war, einige Sorgen. Ein Finalist oder gar Weltmeister Südkorea wäre ein Ausgang der WM, der zu viele Fragen aufwerfen würde.

Blatter schritt zur Tat und wechselte für das Spiel Südkorea – Deutschland eigenmächtig den vorgesehenen Schiedsrichter aus und Urs Meier ein. Der Schweizer wurde zwar um die Chance des Finalspiels gebracht, verschonte aber dafür das Turnier vor weiteren negativen Schlagzeilen. Südkorea verlor den Halbfinal gegen Deutschland, Chung danach die Wahl zum Präsidenten Koreas. Bei der Verabschiedung der WM-Schiedsrichter gab Chung Mong-joon Urs Meier als Einzigem nicht die Hand. Sepp Blatter hatte richtig gehandelt.

Wie knackt Infantino die Nuss?

Guido Tognoni am Donnerstag den 31. Mai 2018

Im Interessenkonflikt: Fifa-Präsident Infantino wird es kaum allen recht machen können. (Foto: Getty Images)

Am Persischen Golf herrscht weiterhin Psychokrieg. Der von den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) und Saudiarabien angezettelte Wirtschaftsboykott des kleinen Nachbarn Katar ist zwar verpufft und erweist sich als Schuss in das eigene Knie, aber der Streit hat mittlerweile die Fifa erreicht. Das Thema reicht allerdings weit über den Fussball hinaus. Seit Herbst des vergangenen Jahres betreibt Saudiarabien in der Region veritable Fernsehpiraterie, indem zuerst Fussballspiele, dann auch andere Sendungen ohne Rechtekauf vom Satelliten in die Haushalte ausgestrahlt werden. Das Ausmass dieses Rechtsbruchs hebt die bestehende internationale Fernsehordnung aus den Angeln; und weil Fussball fast alle angeht, ist der Fall zu einem Politikum geworden.

Das katarische Fernsehunternehmen BeIn, das zum Al-Jazeera-Netzwerk gehört, hat in jüngster Vergangenheit in grossem und teurem Stil Sportrechte eingekauft, darunter jene der Champions League und der Fussball-WM – auch das eine Quelle des Neides unter den verfeindeten arabischen Brüdern. BeIn heisst übersetzt gewissermassen «sei dabei».

Im Rahmen des Katar-Boykotts stehlen die Saudis seit einigen Monaten nicht nur das Satellitensignal, das die Bilder transportiert, sondern verkaufen die technische Empfangsbox erst noch unter dem provokativen Vermarktungstitel «beoutQ» – «sei ausserhalb Qatar». Der wirtschaftliche Schaden für die Rechtehalter in Doha ist gross und droht noch viel grösser zu werden, wenn dieser Zustand während der WM-Endrunde in Russland andauern sollte, zumal von dieser Piraterie auch die Länder der WM-Teilnehmer Ägypten und Tunesien profitieren würden.

Was macht Fifa-Präsident Gianni Infantino?

Nachdem alle Vermittlungsversuche gescheitert sind, zieht Doha die Notbremse und verklagt die Saudis bei der Fifa. Der Vorteil einer solchen Aktion liegt darin, dass der Fussball schneller und wirksamer reagieren kann als alle herkömmlichen juristischen Verfahren. Was macht nun Fifa-Präsident Gianni Infantino? Die rechtliche Lage ist klar: Infantino müsste die Rechtekäufer aus Katar schützen und Saudiarabien, Ägypten und Tunesien mit Ausschluss aus der WM drohen, sofern die betreffenden Fernsehanstalten die Verträge der Fifa nicht respektieren. Die politische Lage ist weniger klar: Der Fifa-Präsident hat zu den Saudis ein mehr als nur herzliches Verhältnis, dies ungeachtet der Tatsache, dass die WM-Endrunde 2022 in Katar stattfindet. Hinter der geheimnisvollen 25-Milliarden-Offerte für zwei neue globale Wettbewerbe, mit der Infantino den internationalen Fussball aufschreckte und eine scharfe Gegenreaktion von Uefa-Präsident Aleksander Ceferin provozierte, steht auch Saudiarabien.

Dieses Projekt ist vorderhand schubladisiert. Die Fernsehpiraterie von 64 Endrundenspielen der Saudis hingegen kann nicht einfach ausgesessen werden. In zwei Wochen beginnt in Moskau die Weltmeisterschaft, ausgerechnet mit Russland – Saudiarabien. Bis dahin muss Gianni Infantino die politisch harte Nuss geknackt haben.

Trump bringt Spannung in die Vergabe der Fussball-WM

Guido Tognoni am Dienstag den 1. Mai 2018

Macht sich für die Kandidatur der USA im Verbund mit Kanada und Mexiko stark und droht den Verbänden, die sie nicht unterstützen wollen: US-Präsident Donald Trump. (AP Photo/Carolyn Kaster)

US-Präsident Donald Trumps Twitter-Mitteilungen werden dereinst in die Geschichte eingehen. Trump schiesst oft schneller, als er denkt, aber seine Botschaften sind zwischendurch erfrischend direkt und undiplomatisch. So bezeichnet er etwa Syriens Diktator Baschar al-Assad als «Tier» und nennt auch in anderen Bereichen Ross und Reiter beim Namen, anstatt sich hinter schwammigem Geschwurbel zu verstecken.

Mittlerweile twittert Donald Trump präsidial auch zum Thema Fussball, genauer zur Vergabe der WM-Endrunde 2026. Für diese sehen sich die Vereinigten Staaten im Verbund mit Kanada und Mexiko als bestens geeignete Kandidatin, auch wenn schon lange vor dem Jahr 2026 an der Grenze zu den Fussballfreunden in Mexiko eine Mauer stehen soll. Offensichtlich ist bis zu Trump vorgedrungen, dass die Kandidatur Marokkos allein schon aus politischen Gründen in der Kampfwahl vom 12. und 13. Juni in Moskau mit guten Chancen antritt. Vor diesem Duell ist Fussballkenner Donald Trump gleicher Meinung wie Fifa-Präsident Gianni Infantino: die USA und ihre Nachbarn sind für eine teure WM-Endrunde besser geeignet als Marokko, ein armes Land, das von Trump in seinem legendären Dreckloch-Staaten-Tweet sicher auch mitgemeint war.

Der Sport ist politisch geworden

Trump lobt nicht nur die Bewerbung der Amerikaner, er droht zugleich jenen Staaten, deren Verbände diese Kandidatur nicht unterstützen, mit Rache. «Warum sollen wir jene Länder unterstützen, die uns nicht unterstützen?», fragt der blonde Mann im Weissen Haus, und bezieht die UNO gleich auch mit ein. Es wäre ein «Schande», wenn jene Länder, die sonst auf die Hilfe der USA zählen, sich gegen deren Kandidatur richten würden.

Trumps Überlegung mag sehr simpe klingen, aber grundsätzlich falsch ist sie deswegen nicht. Dass Länder, die am Tropf der USA hängen, sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht zu einem Ja für die WM-Bewerbung Nordamerikas durchringen werden, könnte ein kurzsichtiges Verhalten sein. Trump ist einer jener Politiker, der sich sichtbar für sein Land einsetzt. Dass dies möglicherweise im Fussball völlig unerwartete Folgen haben könnte, zeigt nur, wie politisch der Sport geworden ist.

Offene Fragen vor der Abstimmung

Und nun wird das Thema interessant: Gibt es in Moskau eine elektronische oder papierene Abstimmung? Wird sie offen oder geheim sein, wird nur das Gesamtergebnis publiziert oder das Stimmverhalten eines jeden Verbandes? Eine elektronische Abstimmung birgt Risiken, da eine Nachzählung von Stimmzetteln nicht möglich ist und echte oder beabsichtigte Pannen nicht ausgeschlossen werden können. Und um die Frage der offenen oder geheimen Stimmabgabe wurde in den vergangenen Monaten hinter den Kulissen heftig gerungen. Ob juristisch bindende Versprechen vorliegen, ist unklar. Es dürfte letztlich im Machtbereich von Fifa-Präsident Gianni Infantino liegen, in diesen Fragen den Kongress am Wahltag mit einem Entscheid zu überrumpeln.

Jedenfalls geben Donald Trumps Drohungen der Wahl durch den Fifa-Kongress eine neue, ungeahnte politische Dimension. Die Beschaffung der Stimmen und deren Abgabe dürften mehr Spannung erzeugen als manches der 64 WM-Spiele.

25 Milliarden für Anlässe, die niemand will

Guido Tognoni am Mittwoch den 18. April 2018
Nachspielzeit

Die Club-WM war bisher eher Pflicht als Kür: Cristiano Rolando hat den Wettbewerb 2016 mit Real Madrid gewonnen. Foto: Yuya Shino (Keystone)

Tollhaus Fussball: Ein internationales Konsortium hat gemäss Enthüllungen der «New York Times» der Fifa den Betrag von 25 Milliarden Dollar – 25 Milliarden! – geboten, um im Gegenzug alle vier Jahre eine Clubweltmeisterschaft durchzuführen und dazu die Rechte an einem globalen Wettbewerb für Nationalmannschaften zu erhalten. Die Club-WM soll 24 Vereine, darunter 12 aus Europa, umfassen, das Format des interkontinentalen Wettbewerbs für Nationalmannschaften wird nicht näher beschrieben.

Zurzeit vermisst kein Fussballfan irgendwelche zusätzlichen Wettbewerbe, aber 25 Milliarden Dollar sind nun einmal auf den Rasen geworfen worden, und wenn Geld im Spiel ist, machen am Ende alle mit. Auch bei der wahnwitzigen Summe von 25 Milliarden werden zuerst die üblichen Einwände – keine Termine, überlastete Spieler – vorgebracht, aber das sind nur symbolische Reflexe, die sich spätestens dann legen, wenn die Verteilung des Geldes zur Sprache kommt. Fifa-Präsident Gianni Infantino wurde von seinem Council vorderhand einzig im Vorgehen gebremst. Angeblich soll die Offerte nur eine Bedenkzeit von zwei Monaten haben, und ein solcher Schnellschuss wurde Infantino nicht zugestanden.

Neid unter Nachbarn

Allein das geforderte Tempo müsste zu denken geben. Wenn zur Eile gerufen wird, ist immer Vorsicht geboten. Zumal der in der Offerte genannte Betrag Fragen aufwirft. Offensichtlich sind da keine Fussballkenner am Werk, denn die Club-WM, bisher mit acht Mannschaften eine wenig beachtete und mehr lästige Pflicht als fussballerische Kür, ist auch mit 24 Mannschaften niemals Milliarden wert. Zudem müssten die Milliarden von den gleichen Fernsehunternehmen wieder eingefordert werden, welche die bereits jetzt bestehenden Wettbewerbe nicht refinanzieren können, nicht zu reden von der immer schwierigeren Suche nach globalen Sponsoren. Und nicht zuletzt wird das beste Fussballprodukt unserer Tage, die Uefa Champions League, durch die Teilnahme von Mannschaften aus Afrika, Asien und Nordamerika keineswegs verbessert, sondern höchstens verwässert.

Was soll das Ganze also? Stecken politische Absichten hinter diesem Projekt? Mit Geld konnte im Fussball schon immer Politik betrieben werden. Man muss daran erinnern, dass die Fussball-WM 2022 in Katar bei den neidischen Nachbarn am Golf nach wie vor wie ein brennender Stachel im Fleisch steckt. Wenn nun gleichzeitig mit der Wahnsinnsofferte für eine erweiterte Club-WM aus dem arabisch-asiatischen Raum die Idee inszeniert wird, dass das Teilnehmerfeld der Endrunde bereits 2022 von 32 auf 48 Mannschaften aufgeblasen werden soll, kann das kein Zufall sein. An Katar 2022 wird hinter den Kulissen seit der Vergabe herumgesägt. Mit der Aufstockung auf 48 Mannschaften könnte das kleine Emirat gezwungen werden, einige Spiele in der Nachbarschaft bei den verfeindeten Brüdern auszutragen – es wäre eine Demütigung für Katar und ein Triumph für Saudiarabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Früher herrschte das eiserne Prinzip, während des Spiels nicht die Regeln zu ändern. Die Geldsucht hat auch dieses Prinzip aufgeweicht. Man darf gespannt sein, was in Kürze noch alles auf den Fussball zukommt.

Schweigen bis 2022

Guido Tognoni am Donnerstag den 12. April 2018

Hat seine schillernde Position im Weltfussball verloren: Mohamed bin Hammam. (Foto: Getty Images)

Es ist ruhig geworden im ehemals umschwärmten Haus in Rayyan, einer Nachbarstadt Dohas. Nur die Strassenmaschinen wühlen, wie fast überall, unaufhörlich auch vor diesem Gebäude, um vor der WM-Endrunde 2022 in Katar alle Schnellverbindungen zwischen den Stadien zu erstellen. Dem Besitzer des Hauses wurde für diesen Strassenbau ein Teil des Grundstücks abgeschnitten. Der Eigentümer hätte an einem anderen Ort ein neues Grundstück erhalten können, doch er wollte bleiben. Stattdessen errichtete der einst prominente Hausherr seinen neuen Madschlis einfach im oberen Stock.

Im Geviert des Madschlis treffen sich im arabischen Raum die Männer zum Gespräch, zum Tee, Kaffee, Klatsch, zum Dattelnessen und Fernsehen. Der Madschlis ist gewissermassen der Stammtisch der Araber. Ab dem Jahr 2000 war dieser Treffpunkt in Rayyan neben der Fifa am Zürichberg das zweite Zentrum des Weltfussballs, denn der Herr dieser Gesprächsrunden war Mohamed bin Hammam (69), zu jener Zeit vielleicht der mächtigste Mann im Weltfussball. Bei ihm, dem Präsidenten der asiatischen Verbände und Mitglied des Exekutivkomitees, liefen die Fäden zusammen. Er hatte 1998 Sepp Blatter zum Fifa-Präsidenten gemacht, er verhalf Deutschland zur WM-Endrunde 2006 und schockierte seinen ehemaligen Freund und nachmaligen Feind Blatter, indem er die WM-Endrunde 2022 nach Katar holte. In dieser Zeit ging bei bin Hammam alles ein und aus: Funktionäre, Politiker, Journalisten, Hochstapler, schmierige Agenten – ausnahmslos Bittsteller, die vom schillernden, zurückhaltenden Araber etwas wollten. Wer sich damals nicht rühmen konnte, in Doha bei Mohamed bin Hammam gewesen zu sein, war fussballpolitisch ein Nichts.

Ein Fixpunkt des Weltfussballs wurde zur Sphinx

Heute ist ausgerechnet Mohamed bin Hammam sportpolitisch bedeutungslos. Zuerst musste er sich nach einem Deal zwischen Sepp Blatter und dem Emir von Katar von der Kampfwahl gegen den Walliser zurückziehen, danach haben ihn Blatters Ethiker wegen Korruptionsgeschichten gleich lebenslang gesperrt. Von einem Tag auf den anderen war Mohamed bin Hammams Madschlis nicht mehr ein Fixpunkt der Fussballwelt. Er hält sich seither an das verordnete Schweigen, und sein ehemaliges Netzwerk hat sich aufgelöst. Wer sich aus einem krummen Ding retten will und bin Hammam mit Verdächtigungen übergiesst, muss nichts befürchten. Bin Hammam hat noch nie viel gesprochen, aber inzwischen ist er zu einer Sphinx geworden. Er lässt alles über sich ergehen und mag auch nicht mit Ermittlern sprechen, etwa zur Aufklärung obskurer Zahlungen rund um Deutschlands WM-Bewerbung, welche die Republik seit Jahren nicht ruhen lassen. Bin Hammam bleibt in seinem Bau und schweigt eisern. Selbst sein Fifa-Konto lässt er in Zürich ruhen, falls es überhaupt noch vorhanden ist. Bin Hammam mag vieles getan und bewirkt haben – am Fussball bereichert hat er sich nie.

Das Schweigen soll bis nach der WM 2022 anhalten. Dann erst möchte Mohamed bin Hammam beginnen, um seine Ehre zu kämpfen. Bis dahin soll die WM in Katar nicht auch noch von Diskussionen um seine Person belastet werden. Es wird um die streitbare WM-Endrunde in der Wüste auch ohne ihn mehr als genug Gesprächsthemen geben.