Schlafen Sie sich glücklich!

Mehr ist mehr: Schlaf ist ein regelrechtes Wundermittel. Foto: iStock

Sind Sie ein glückliches Murmeltier, oder haben Sie Schlafstörungen? Schlafen Sie genug, zu wenig, oder haben Sie, wie so viele Erwachsene, Einschlafprobleme? Nehmen Sie etwas dagegen oder dafür? Oder schlafen Sie zuviel, so wie ich? Ich habe mir nie Gedanken übers Schlafen gemacht, mich hat Gott, egal, wo ich mich hinlege,  mit einem tiefen langen Schlaf gesegnet, – etwas zu lang, ich muss mir immer einen Wecker stellen, sonst verschlafe ich den halben Tag, was einen unter der Woche komplett aus der Bahn wirft, auch wenn man keinen festen Job hat.

Warum schlafen wir?

Aber mir fällt immer wieder auf, dass jetzt beim Älterwerden viele über ihren Schlaf klagen. Meine Eltern seit ich sie kenne. Wehe, meine Mutter wurde von einem kleinen Geräusch wach, sie klagte dann den ganzen nächsten Tag, sie habe nicht mehr einschlafen können, weil «ihr Schlaf weg war». Wie kann Schlaf verschwinden?, habe ich mich dann jeweils gefragt, und ich weiss die Antwort immer noch nicht. Viele nehmen «leichte» Schlaftabletten oder zumindest etwas Pflanzliches. Ich stelle mir das alles grauenvoll vor. Wenn ich nicht schlafen kann, bei Vollmond manchmal, oder wenn ich mir wegen irgendetwas grosse Sorgen mache, oder manchmal vor Aufregung, bin ich am nächsten Tag unausstehlich.

Am Wochenende bin ich über das neue Buch eines britischen Autors gestolpert. Matthew Walker beschreibt in «Why we sleep» (gibt es nur auf Englisch), was Schlaf alles kann, wie er heilt und wie er unser ganzes System ausgleicht. Walker beschreibt im Gegenzug auch, was mit einem passiert, wenn man sich nicht genug Schlaf gönnt. Man isst zum Beispiel mehr, wenn man übernächtigt ist, und nimmt dadurch stetig zu, weil der Appetit durch die Hormone nicht mehr richtig kontrolliert wird. Gleichzeitig kann Schlafmangel zu Herzkrankheiten, Diabetes, Krebs, Demenz und anderen Krankheiten führen – was ich sofort glaube.

Zu wenig Schlaf verkürzt das Leben

Es gibt Menschen, die sagen, sie brauchten nur drei bis vier Stunden Schlaf. Die sind dann so gut wie immer wach. Solche Leute denken, wenn sie schlafen, sind sie faul und vergeuden wertvolle Zeit, in der man zum Beispiel Geld verdienen könnte, von dem man ohnehin schon zu viel hat. Schlafen hat bei vielen das Stigma des Versagens.

Walkers Buch steckt voller besorgniserregender Fakten; alle Schlafgegner sollten das Buch lesen. Das krasse Resümee ist: Wer viel schläft, ist nicht nur gesünder und glücklicher, sondern lebt auch länger; wer zu wenig schläft, verkürzt sein Leben. Statt des oft gehörten Spruchs «Ich kann schlafen, wenn ich tot bin» gilt also das Gegenteil: Man muss schlafen, um zu leben.

Lesen Sie zum Thema auch die Postings «Warum die Sorgen nachts grösser erscheinen» und «Sorry, Chef, jetzt ist Feierabend».