Altern Frauen besser?

Was will man da sagen: Bravo? Manche Frauen reagieren mit Grosseinsatz auf das Alter. Foto: Keystone

Endlich gehe es bergab, freute sich gestern Dirk Gieselmann in der «Süddeutschen Zeitung» über seinen 39. Geburtstag. Endlich vorbei mit diesem dauerhaften Verschleiss genannt Jugend, vorbei mit der Lektüre russischer Surrealisten, nur um die süsse Kommilitonin zu beeindrucken, endlich vorbei mit dem Konsum zu harten Alkohols und natürlich vor allem den unerfreulichen Folgen. Endlich erwachsen, könnte man ergänzend hinzufügen – aber so einfach ist das nicht.

Gieselmann zielt mit seinem Text auf Männer in der Midlife-Crisis, wie er es nennt. Männer, die sich mit 40 plötzlich einen Sportwagen gönnen oder Crossfit entdecken, sich Skorpione auf die Wade tätowieren oder Mundharmonika in Freizeitbluesbands spielen. Männer mutierten angesichts des Alterungsprozesses zu wahnhaften Witzfiguren, konstatiert der Autor und hält fest: «Frauen gehen mit dem ­Alterungsprozess, so scheint mir, viel würdevoller um als Männer. Dazu haben sie allen Anlass, denn sie werden ja immer anbetungswürdiger, wir dürfen uns von der Kosmetikindustrie nicht das Gegenteil vormachen lassen.»

Ist das wirklich ein Problem?

Das Kompliment der zunehmenden Anbetungswürdigkeit nehmen wir gerne entgegen. Doch gegen die Beobachtung, Frauen wüssten viel würdevoller mit dem Unausweichlichen umzugehen, muss ich Einspruch erheben. Man muss sich nur einmal an einem Samstagnachmittag im Globus an der Bahnhofstrasse rumtreiben und all die chirurgisch gepimpten Gesichter und Gummiboot-Lippen bestaunen, um zu erkennen: Die Würde wird auch bei Frauen nicht gratis zum Alterungsprozess geliefert. Und Coolness auch nicht. Aber ist das wirklich ein Problem?

Ich weiss, wie man auf die Idee kommen kann, Frauen alterten eleganter als Männer. Sie brauchen nämlich gewöhnlich nicht vierzig Jahre, um zu realisieren, welchen Effekt die Jahre auf Körper und alles andere haben. Deshalb machen sie auch nicht einfach eine Midlife-Crisis durch und gut ist.

Vielmehr befinden sich Frauen, sobald den Teenagerjahren entwachsen, im Modus der Dauerkrise und im permanenten Widerstand gegen den Alterungsprozess. Den meisten ist dabei wohl bewusst, dass sich nichts aufhalten, aber beinahe alles optimieren lässt. Das sind die würdevolleren Varianten, die mit Guerillataktik operieren. Aber es gibt immer auch ein paar Verzweifelte, die sich für die nukleare Option entscheiden.

Ich will nicht zurück zur Jugend

Natürlich kann man sich lustig machen über Leute, die mit vierzig plötzlich entdecken, dass ihr Körper altert und Sport unumgänglich wird, sofern sie nicht zwei Kleidergrössen zulegen wollen. Man kann ihnen Eitelkeit vorwerfen – aber wer weiss denn, ob sie den durchtrainierten Body nur deshalb anstreben, um die Freundin der Tochter zu beeindrucken – oder ob die chronischen Rückenschmerzen sie dazu getrieben haben.

Er werde sich nicht vom Vater seines Dealers erschiessen lassen, um sich vermeintlich seine Jugend zurückzuholen, bemerkt Gieselmann in Anspielung auf Kevin Spacey in «American Beauty». Aber weiss er denn, ob Spaceys Figur sich wirklich die Jugend zurückholen will oder ob er endlich erwachsen genug ist, um zu wissen, wie man mit Drogen umgeht?

Ich wünsche mir auch nicht meine Jugend zurück. Aber ich möchte mir von dem, was an der Jugend gut ist, so viel wie möglich bewahren: Begeisterungsfähigkeit, Elan, Neugierde und Gesundheit – und wenn als Zugabe Schönheit mitgeliefert wird, umso besser.

73 Kommentare zu «Altern Frauen besser?»

  • Albina Salvadore sagt:

    Das kann man nicht verallgemeinern, ich sehe auf der Strasse sehr unterschiedliche ältere Frauen und Männer.
    Was sofort auffällt ist der Unterschied zwischen gepflegte ältere Menschen und ungepflegte. Als Frau kann ich nicht verstehen warum manche Frauen sich nicht mehr pflegen, damit meine ich nicht Operative Eingriffe welche der Erscheinungsbild total entstellen. Gesund leben, Interessen haben, das Älter werden würdevoll akzeptieren und natürlich die Genen sind für mich massgeblich wichtige Punkten.

    • Ina sagt:

      Da stimme ich Ihnen absolut zu, Albina. Ich kenne Frauen, die sich ab einem gewissen Alter total gehenlassen. Weil Sie „eh nicht mehr sexuell interessant “ sind. Was das miteinander zu tun hat, ist mir schleierhaft. Es geht doch darum, sich selbst zu lieben und zu verehren.

      • Christoph Bögli sagt:

        Gilt aber für Männer genau so, da gibts einen (wohl ziemlich gleich hohen) Anteil, der sich mit zunehmendem Alter vollends gehen lässt und das meist noch fast stolz durch die Gegend trägt. Der Unterschied liegt höchstens darin, dass man das Männer aus welchen Gründen auch immer eher durchgehen lässt während Frauen gerne gnadenlos abgeurteilt werden, wenn sie sich mal nicht durchgestylt auf die Strasse trauen.

  • Sportpapi sagt:

    Sehr schön geschrieben.
    Die meisten Männer werden vielleicht zu Witzfiguren, aber sie können durchaus auch über sich selber lachen. Ansonsten ist gegen mehr Sport ja nicht viel einzuwenden. Und wenn es dazu noch die junge Freundin gibt (und man das will), umso besser.
    Tatsächlich aber zeigen alle Statistiken, dass die zweite Sportwelle über 40 vor allem Frauen betrifft.
    Ansonsten bin ich auch nicht sicher, ob es würdevoller ist, die Zeichen des Alterns einfach zu überdecken. Weisshaarige Männer finde ich jedenfalls toll.

    • Martin Frey sagt:

      Gut geschrieben, ja, aber die Kernaussage würde ich nicht unterschreiben.
      Frauen in dem Alter haben in dem Alter bereits schon länger die Platinmemberkarte in Fitnessstudios, Solarien und Beautysalons, tätowiert sind sie bereits zuvor, spätestens ab dem ersten Kind. Und anstatt dem Sportwagen oder der Harley legen sie sich einfach einen Hund zu, der manchmal nicht lächerlich genug sein kann.
      Was Frauen und Männer aber sehr oft unterscheidet, dass Männer iaR sehr viel besser über sich selber lachen können. Wenn wir schon bei den Stereotypen sind… 😉

      • Sportpapi sagt:

        Helfen Sie mir: Was war denn meine Kernaussage, mit der Sie nicht einverstanden sind? Wir haben doch in etwa das gleiche geschrieben…

        • Martin Frey sagt:

          Wir sind völlig auf einer Linie, SP. Mit Kernaussage bezog ich mich auf die Autorin, respektive den Autoren, auf den sie sich bezieht. Sorry, wenn das nicht ersichtlich war.

          • Carolina sagt:

            Meine Güte, die Herren: was mich bei diesem (auch schon öfter behandelten)Thema immer sehr wundert, ist, wie man hier auf Biegen und Brechen Allgemeingültigkeit finden will! Das einzige, was ich sagen kann – und bei mir geben sich doch viele Menschen die Klinge in die Hand -, ist die subjektive Beobachtung, dass ein Stadt-Land-Gefälle besteht: hier urbanes Gehabe inklusive Anti-Ageing-Versuchen, da Kittelschürzen (ich übertreibe!) und wie früher auch wenig Wert auf Äusseres. Und dann tausende von Ausnahmen, Trends, die eine Weile vermehrt Schlagzeilen machen, dann wieder vom Gegentrend abgelöst werden etc pp….. Der Unterschied zu früher: alles wird tausendfach diskutiert und social-media-gehyped und ist daher sehr viel schnell- und kurzlebiger. Leben und leben lassen…..

          • Sportpapi sagt:

            Ach Caro, ich weiss wieder mal nicht, warum du eigentlich regelmässig die Diskussion suchst, wenn dich die doch nur anödet.

          • Martin Frey sagt:

            Leben und leben lassen, ist auch mein Motto, Carolina. So gut sollten Sie mich mittlerweile kennen. Ich denke zudem, dass niemand hier ‚auf Biegen und Brechen Allgemeingültigkeit finden‘ will. Das einzige, was wir hier heute tun, ist ein bisschen genussvoll mit den Stereotypen spielen, die die Autorin in die Runde geworfen hat. Und Stereotypen ohne Verallgemeinerungen machen einfach keinen Spass. 🙂 Allzu ernst sollten wir das alles nicht nehmen. Das Leben ist sonst schon ernst genug.

    • Paolo Martinoni sagt:

      „Die meisten Männer werden vielleicht zu Witzfiguren“? Die MEISTEN? Ich muss wohl blind sein … 🙂

  • Rodolfo sagt:

    Mit Schminke kann man viel machen – aber nicht alles.

  • Martin Berlinger sagt:

    Ich finde es einfach langweilig, jede kleine Freude oder Verrücktheit bei Männern zwanghaft einer Midleifecrisis zuzuschreiben. Ich bin gegen 60, und ja, ich fahre ein Motorrad, und ja ich treibe intensiv Sport.
    Was daran aber krisenhaft sein soll, habe ich bis heute nicht herausgefunden.

    • Reiner Zufall sagt:

      Sehe ich auch so. Habe mit 38 Jahren angefangen, mich grossflächig tätowieren zu lassen, bis heute. Kaufte einen Sportwagen, den ich nun seit 15 Jahren habe. Kaufte einen Oldtimer, den ich seit 22 Jahren habe. Laufe seit 15 Jahre intensiv Marathon und Ultraläufe. Bin heute 52 Jahre alt. Na und? Gerade Tätowieren und Sportwagen sowie Oldtimer konnte ich mir erst in diesem Alter wirklich leisten, da es dafür einen insgesamt 6-stelligen Betrag brauchte. Mit Krise hatte und hat dies nichts zu tun. Und das intensive Laufen macht mir einfach Spass.

      • Eulenspiegel sagt:

        WAS würden Sie denn aus Ihrem Leben machen wenn Sie KEINEN 6-stelligen Betrag ausgeben könnten für Stinkkarossen? Intensive Gartenarbeit??

      • Keiner Zufall sagt:

        Für sowas einen 6-stelligen Betrag wegschleudern ist die perfekte Definition einer Krise; ebenso, dass Sie es nicht gemerkt haben. Meine Frage, kann eine Krise wirklich über 20 Jahren dauern? Omannomann, kein Weg aus der Krise.

        • Reincarnation of XY sagt:

          Omannomann – Was haben denn Sie für eine Moral? ich fahre zwar billige Kutschen, aber wenn jemand an etwas Freude hat und es sich leisten kann, ist das doch nicht Ausdruck einer Krise, wenn er es sich leistet.
          Solche Klischees können einfach nur Oberlangweiler verbreiten, denen Leidenschaft und Begeisterung abhanden gekommen ist. Und dann jegliche Begeisterung die sie bei anderen sehen, von oben herab belächeln und als Midlife-Krise abstempeln.

          • Carolina sagt:

            Mein Kommentar, der sich fast wie Ihrer anhörte, RoXy, ist leider verschwunden!
            So ist es! Mit dem moralischen Zeigefinger kommen, Eulenspiegel, zeugt entweder von Neid oder einem unerfreulichen Leben – vielleicht sollten Sie sich ein Motorrad anschaffen. (Mit dem Konzept, dass man sich theoretisch freuen könnte, wenn andere an etwas Freude haben, fange ich gar nicht erst an……).

    • Ina sagt:

      Haha, Martin, Pubertierende fühlen sich auch immer unverstanden und halten ihr Verhalten für normal 😉

      • Eulenspiegel sagt:

        Your comment made made my day!

        • Carolina sagt:

          Was soll dieser blöde Konjunktiv, Eulenspiegel? Warum kann man nicht einfach akzeptieren (schreibe ja gar nicht, sich sogar daran freuen), dass Mitmenschen Beschäftigungen gefunden haben, die ihnen Spass machen? Warum gleich die moralische Keule? Neid? Eigene Unzufriedenheit?

      • Martin Berlinger sagt:

        Thia, wenn Du dies unbedingt so sehen willst, ist das Deine Sache und insofern ok, hat aber nichts mit mir zu tun. Bleib bei Deinen Schubladen, dann ist Deine Welt in Ordnung.
        Vielleicht schaust Du dazu mal „The nothing box“ auf youtube.

      • Marusca sagt:

        @Eulenspiegel/Ina: Was bitte ist so krisenhaft am Lebensstil von RZ? Er kann sich sein Leben doch so einrichten wie es ihm gefällt und wie er es sich leisten kann. Übrigens: Gut gemacht, Chapeau von meiner Seite! Die einen geniessen eben ihr Leben, die andern stellen drei und noch mehr Kinder in die Welt, die auch allerlei Dreck verursachen, die Umwelt belasten und einen Haufen Geld kosten. Wollen Sie die nicht auch kritisieren? Und kommen Sie mir jetzt bitte ja nicht mit dem unsäglichen, weil längst ausgelutschten Spruch von den Renten.

  • Pedro Reiser sagt:

    Es ist gut, dass es Frauen wie Michèle Binswanger gibt. Durch und durch Frau, aber nicht Feministin à la Alice Schwarzer, entspannt und pragmatisch in Sex-Fragen, aber nicht obsessiv wie Maggie Tappert, intelligent, mit eine Prise Humor und Selbstironie. Dazu kommuniziert sie auch noch gut.
    Ich füge bei, dass ich Frau Binswanger nicht persönlich kenne und nicht im Auftrag einer PR-Agentur schreibe.

    • Reiner Zufall sagt:

      Naja. Wer Frau Binswanger im Talk mit Schawinski gesehen und gehört hat, reibt sich verwundert die Augen, welch eigentümliche Ansichten sie hat, besonders in Sachen Beziehungspflege, Treue, Fremdgehen und so weiter.

      • Ina sagt:

        Was hat denn nun Treue mit besserem Altern zu tun? und Fremdgehen hält jung, da man fit im Kopf sein muss, wenn man sich nicht erwischen lassen will, was sich wieder nach aussen spiegelt.

      • Widerspenstige sagt:

        Ich habe den Talk auch gesehen und kann nur wiederholen: genau so muss Frau es machen, wenn ein Schawinski solche Fragen stellt, nämlich einfach Lächeln. Es war eines der besten Interviews seit langem zu ihrem neusten provokanten Buch. Vielleicht kaufe ich es mir sogar, wie ich schon ‚Machomamas‘ im Bücherregal stehen habe ….

      • Andreas sagt:

        RZ: Allerdings!

    • Michael sagt:

      Aber ich frage mich doch, warum sie so ein abschreckendes Beispiel eines misslungenen Schönheitschirurgen gewählt hat. Das gibt dieser Diskussion doch schon die Richtung vor. Warum nicht ein Bild von Cher ?

  • Peter Aletsch sagt:

    Ein weiteres Kapitel unter dem Generaltitel ‚Frauen sind unter allen Umständen besser in jeder Beziehung‘. Allein aber die physiologische Tatsache, dass die Haut von Frauen dünner ist und schneller unansehnlich wird, vor allem in den halsabwärtigen Regionen, welche die meisten, inkl. Bundesrätinnen, glauben zurschaustellen zu müssen, ist dermatologisch eine Widerlegung. Dagegen ist die Gesichtshaut, da durchgehend im Tageslicht durch Kosmetika geschützt und weniger oft exponiert, an gewissen Expositionsschäden weniger unterworfen als beim Mann.

  • Lala sagt:

    Frauen sollen besser altern? Sowas hab ich tatsächlich noch nie gehört, das Gegenteil jedoch ständig.

    Frauen werden älter, Männer interessanter.

    • Anh Toàn sagt:

      Für Ihre Argumentation, Lara spricht die Biologie:

      Oberstes Ziel jedes Lebewesen ist Fortpflanzung. Wer nicht mehr Fortpflanzungsfähig ist, ist alt. Frauen verlieren die Fruchtbarkeit bereits ab 25 Jahren sind fast doppelt so viele unfruchtbar, wie mit 21, mit 30 sind es dreimal so viele, mit 40 – bei den meisten Frauen deutlich vor der Menopause – ist eine Schwangerschaft ohne Arzt fast ausgeschlossen. Bei Männern dauert das im Allgemeinen länger:

      Männer werden später alt, nicht besser.

  • Kurt Seiler sagt:

    Jetzt bleibt da nur noch die Frage warum denn der Geist auch nicht altern darf.

  • champedissle sagt:

    Es ist doch ganz einfach. Ein Grossteil der Frauen lebt in der Marketing Welt der „Schönen und der Reichen“. Keine Falten, strahlendes Lächeln, kein Gramm Fett. Versuchen Sie das mal mit Männern. Das geht vielleicht mal für 2 Jahre bei einem pubertierenden Jugendlichen. Danach lassen wir die Stylisten gute Leute sein und leben unser Leben. Falten? Naja wenn schon. Ich habe noch nie einen Mann erlebt, der seiner Frau „Falten“ vorgeworfen“ hätte. Aber unzählige Ehefrauen die ihren Mann mit ihrer ständigen „Salberei“ genervt haben. Gibt es etwas Lächerlicheres als eine 75 jährige mit wallender Po langer Mähne, faltenfreiem Gesicht und Idealmassen?

  • Pedro Reiser sagt:

    „Ich wünsche mir auch nicht meine Jugend zurück. Aber ich möchte mir von dem, was an der Jugend gut ist, so viel wie möglich bewahren: Begeisterungsfähigkeit, Elan, Neugierde und Gesundheit – und wenn als Zugabe Schönheit mitgeliefert wird, umso besser.“
    Bin jetzt bald 83 Jahre „jung“. Besser als Michèle kann man es nicht sagen! Was Michèle Binswanger für sich schreibt, gilt auch für mich – mit Ausnahme der Schönheit…, wobei Schönheit sowieso ein subjektiver Begriff ist. Dazu gehören jedenfalls nicht „chirurgisch gepimpten Gesichter und Gummiboot-Lippen“, die bei Männern zum Glück weniger oft anzutreffen sind.

  • Peter Müller sagt:

    Man kann es auf einen einfachen Nenner bringen: Je weniger Kosmetik-Produkte jemand in seinem/ihrem Leben verwendet hat, desto besser altert man.
    Folgerichtig, dass Männer meist besser altern.

    • Ina sagt:

      Nein, Herr Müller, Frauenhaut ist anders beschaffen und tatsächlich altert meine Tante, die nie Pflegeprodukte verwendet hat, „schlechter“ als meine Mutter mit Pflegeprodukten. Es kommt halt immer auf die Menge an.

      • Peter Müller sagt:

        Da kann ich Ihnen genügend Beispiele zeigen, die das Gegenteil beweisen.

        • Michael sagt:

          Allein schon, das Männer Barthaare bekommen können und Frauen nicht ist ein deutlicher Beweis, das Ina Recht hat Herr Müller.

          • Marusca sagt:

            @Michael: Sagen Sie sowas nicht! Meine alten Tanten damals – Gott hab sie selig – stachen alle, als wollte mich ein Kaktus küssen, weswegen ich als Kind einer Begrüssung dieser Art immer mit Grauen zu entrinnen versuchte, was leider meist daran scheiterte, dass mich die Lieben schon in ihren Tentakeln hatten und bis zum bitteren Ende nicht mehr freigaben.

            Damals gab es eben noch keine Produkte zur Entfernung von Damenbart….. und wenn, wären sie mit Sicherheit nie zur Anwendung gelangt.

  • H.Decurtins sagt:

    …Frauen werden älter – Männer interessaner ?
    Ach was, es gibt interessante ältere Damen und – langweilige muffige ältere Herren ! Was soll eigentlich dieser Vergleich ? Wir kommen am Tage X auf die Welt und dies ist bereits der Beginn des Alterns – that’s the Life.
    Unsere innere Einstellung, die kindliche Neugierde und Freude sollten wir uns bis zuletzt bewahren, egal wie das Leben so verläuft. Wir haben es in unserer Hand wie wir uns fühlen und wie wir altern.
    Das Prinzip der Analogie (Entsprechung) heisst: „Wie oben, so unten; wie innen, so außen; wie der Geist, so der Körper“. … und daran halte ich mich.

  • david mercier sagt:

    wieder mal ein toller artikel.. merci frau binswanger…

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    was ich so sehe behaupte ich mal – frauen altern resignierter als männer. das ist mit der biologischen uhr erklärbar, die bei frauen schneller tickt. hat sich der mann von der midlife-crisis erholt, braucht er seltener ein „sack-lifting“ als die frau körperhaut-straffungen. daneben gibt es schlicht und ergreifend mehr faktoren, welche den mann im alter attraktiv machen, als sein weibliches pendant.

    • Carolina sagt:

      Halte ich für ein Gerücht! Was aber stimmt, ist, dass vor allem Männer über ‘alternde’ Frauen herziehen – obwohl die meisten eine ebensolche zu Hause sitzen haben dürften! Und der dürften die Ohren klingeln, wenn sie wüssten, wie die Rittermänner dieser Welt stammtischmässig immer wieder vom Leder ziehen!

    • Ina sagt:

      „daneben gibt es schlicht und ergreifend mehr faktoren, welche den mann im alter attraktiv machen, als sein weibliches pendant.“

      und welche wären das, Philipp?

  • tststs sagt:

    Wer würdevoll altert, führt wohl ein ziemlich langweiliges Leben… 😉

    • Michael sagt:

      Ist in der Tat so. Es ist viel spannender mit 60 noch zu versuchen, mit den 20ig jährigen mitzuhalten. man ist dann die echte peinliche Stimmungskanone auf jeder Party.

  • Anh Toàn sagt:

    „Aber ich möchte mir von dem, was an der Jugend gut ist, so viel wie möglich bewahren: Begeisterungsfähigkeit, Elan, Neugierde und Gesundheit – und wenn als Zugabe Schönheit mitgeliefert wird, umso besser.“

    Mehr als sich eine Harley zu kaufen und sich ein Tattoo stechen lassen kann man vom typischen Heterosexuellen Schweizer Mittelstand Spiesser nicht erwarten in Sachen Elan, Begeisterungsfähigkeit, Neugierde und auch Schönheit: Die welche schon alt sind, kaufen sich bestenfalls einen neuen, noch grösseren, Fernseher, mit drahtlos Kopfhörer, damit können sie, falls verheiratet, so tun, als hörten sie die Frau nicht.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Danke für diesen intelligenten und präzisen Widerspruch Frau B.

    Dieses 100mal nachplapperte Filmklischee hängt mir schon lange zum Hals raus. Spacey spielt eine leere Person, mit leerer Ehe, leeren Kindern, dem auch das äusserliche Aufbäumen nichts nutzt.
    Wenn ein Mensch hingegen auf sein Alter reagiert und sich verändert etc. ist das doch nicht zwingend Ausdruck einer Krise, sondern erstmals Ausdruck von Reife und Intelligenz. Wer z.B. ab 40 NICHT regelmässig Sport treibt, wird einfach schneller alt und gebrechlich und hat jede Menge weniger Lebensqualität und auch schlechteren Sex.
    Wer mit 40 oder 50 oder 60 oder … neue Herausforderungen anpackt, anstatt einfach langsam zu verblassen, macht alles richtig.

    • Michael sagt:

      Haben sie ein Sportgeschäft ? Ich – 62 – treibe ziemlich unregelmässigen Sport, das was mir mein Körper noch gestattet. Meine Alterskollegen – ob mit oder ohne Sport – sind ähnlich fit. Überspitzt finde ich ihre Aussage zu meiner Lebensqualität und meinem Sex – woher wollen Sie das wissen ?

  • Laura Fehlmann sagt:

    Sagen wir es so: Es gibt Menschen die schneller altern und andere, die lange jugendlich wirken und dies unabhängig vom Geschlecht.

  • Marusca sagt:

    Was „zweite Sportwelle“? YOGA heisst doch das Zauberwort der Damen von 40 bis 95, durch das sie schon nach der ersten Lektion Erleuchtung und höchsten Bewusstseinszustand herbeigeführt zu haben glauben.

    • andere Tina sagt:

      @Marusca: Ich mache kein Yoga, aber ich frage mich, warum Sie so etwas wie „… schon nach der ersten Lektion Erleuchtung und höchsten Bewusstseinszustand herbeigeführt zu haben glauben.“ sagen. Ich kenne einige, die Yoga machen, aber so etwas habe ich noch nie von jemandem gehört. Was Sie sagen, klingt ziemlich hämisch. Wenn jemandem Yoga gut tut und es dazu führt, dass sie/er sich besser fühlt, was ist falsch oder lächerlich daran?

  • Marusca sagt:

    @Sportpapi: Ich auch! Auch gegen über 40-jährige Sportwagenfahrer habe ich nichts einzuwenden und finde sie alles andere als lächerlich, im Gegenteil. Die, die ich als wirklich lächerlich empfinde sind dafür die zahlreichen Klein(st)geister, die andere um alles beneiden, weil sie selber nix haben, nix können und nix sind. Dasselbe gilt übrigens auch für die Häme, mit der irgendwelche 0815’s beiderlei Geschlechts gegen attraktive, gut angezogene und gepflegte Frauen zu Felde ziehen (aus Stutenbissigkeit und Neid im Allgemeinen die einen, aus der Einsicht auf sichere Chancenlosigkeit die andern), gegen diejenigen Frauen nämlich, die – ganz im Gegensatz zu ihnen selber – über gutes Aussehen und – man staune – auch noch über Intelligenz, Charisma, Stil und gutes Benehmen verfügen.

    • Widerspenstige sagt:

      Der Neid des Umfelds ist der beste Gradmesser für gutes Erscheinungsbild. Ich weiss, wovon ich rede.

      • andere Tina sagt:

        @Marusca, Widerspenstige: Wie kommen so viele Menschen in der Schweiz und in Deutschland auf die Idee, man würde sie beneiden? Ich habe das Gefühl, dass dieser Gedanke bei vielen, also jemand beneide sie/ihn/andere, schon zwanghaft ist. Kann man z. B. nicht einfach die Kleider eines Menschen nicht mögen, weil sie nicht dem eigenen Geschmack entsprechen? Diese Fragen sind nicht als Kritik gemeint, ich verstehe bloss wirklich nicht, warum Neid immer wieder beinahe reflexartig und als Vorwurf erwähnt wird. Sicher gibt es überall ab und zu Neid, aber es gibt doch auch eine ganze Bandbreite an anderen Gefühlen, und ich frage mich wirklich, woher das Argument „die anderen sind doch nur neidisch“ kommt. Ist das irgendwie kulturell bedingt?

  • Michael sagt:

    Alles hat doch einen wirtschaftlichen Zweck ! Frauen scheinen sehr leichte Opfer zu sein, wenn es um den Erhalt ihre Jugend geht. Dazu bzw. darüber gibt es hunderte von Zeitschriften, tausende Tips und hunderttausende an Mittelchen. Allein dieser Umsatz macht die CEOs der Unternehmen glücklich.
    Klar – ich bin jetzt 62 – ich fand meinen Körper vor 40 Jahren wesentlich fitter, aber so ist nun mal der Gang der Dinge. Wir altern – und das sollten wir akzeptieren. Und auch ich fahre immer noch Motorrad, trage Jeans und auch gerne mal einen schmalen Lederschlips. Etwas im Alter zu tun was man in der Jugend nicht getan hat, hat nichts mit einer Kriese zu tun. Sagt man nicht auch, das sich alle 7 Jahre der Geschmack ändert ?

  • Widerspenstige sagt:

    Frauen altern nicht besser, sondern berechnender 😉

  • Jessas Neiau sagt:

    Endlich mal ein frauenkritischer Artikel von der anbetungswürdigen Michèle Binswanger. So gefällt mir das.

  • Paolo Martinoni sagt:

    Man sieht, schaut man hin, was einer tut, wie er lebt und sich gebärdet. Seine wahren Beweggründe, seine wahren Absichten bleiben aber für den externen Beobachter und nicht selten auch für ihn selbst unsichtbar. Und so oder so: Lasst Männer altern, wie es ihnen beliebt – ohne sie durchauen zu wollen.

  • marsel sagt:

    Das ist mir doch alles etwas zu oberflächlich. Das schlimmste ist doch das innere Altern. Wenn Toleranz und Neugier verloren gehen, man (frau) immer frustrierter wird und mit sich und der Welt unzufrieden ist – und das dann am Partner auslässt.

  • Jacques sagt:

    Altern Frauen besser? Ja, es gibt Frauen, die altern besser, als andere Frauen. Bei den Männern ist es ebenso …

  • Marcel Zufferey sagt:

    Attraktivität ist nur bedingt eine Frage des Alters. Schönheit hingegen ist ausschliesslich eine Frage der Jugend. Jungen schönen Frauen liegt die Welt zu Füssen. Attraktiven, reifen Männern jüngere Frauen. Sorry, ist einfach so, Ladies.

  • Hans Minder sagt:

    Wer möchte denn die Anzeichen sehen, wie dieses EINE LEBEN – auf welches wir uns mit Scheuklappen fixieren und in so vielen Songs/Bücher mit den Worten „IT’S MY LIFE!!!” bis zum Exzess gehuldigt wird – nun langsam einem Ende zugeht….und dies – man verbiete es (!) – bevor man MEHR Annehmlichkeiten/Träume/Sehnsüchte verwirklicht hat, als der unliebsame Nachbar/Kollege, mit dem man sich misst? Zudem sind Alterungserscheinungen ein Warnzeichen, dass die Zeit ausläuft um allen Ex-Partnern zu beweisen, dass sie mit der Ablehung des erst nach der Trennung zum “ Nobel-Preisträger erkorenen Ichs“ völlig falsch lagen und dies nun ZU TIEFST BEREUEN sollten.
    Mir scheint, dass Probleme mit dem Älter-Werden nicht mit dem Geschlecht, sondern mit der falschen Lebensphilosophie zusammenhängen.

  • Angelo Rizzi sagt:

    Dem letzten Satz im Artikel schliesse ich mich voll und ganz an. „Alles andere ist Beilage“, könnte man fast sagen. „Begeisterungsfähigkeit, Elan, Neugierde und Gesundheit“ sind das Fundament. In jungen Jahren sowieso, im älter werden erst recht. Allerdings gibt es Grenzen: wer sich „verunstaltet“, macht sich lächerlich. Donatella Versace lässt grüssen. Oder der Achtzigjährige, der sein schütteres, weisses Haar blond färbt oder ein zu offensichtliches Doupet trägt. Zur Gesundheit gehört auch die Pflege und das Aussehen bis ins hohe Alter. Bei einigen „Beilagen“ meinte es der liebe Gott besonders gut und über die darf man sich freuen!
    PS: Wieso muss man zuerst durch alle Kommentare scrollen, um einen Kommentar zu schreiben? Setzt doch das Feld an den Anfang bitte!

  • andere Tina sagt:

    Eigentlich ist es schon recht paradox auf der Welt: Bis man 40 ist, erzählen einem die Medien, Kosmetikfirmen etc. was man alles an sich verbessern und ändern soll. Deshalb färben wir die Haare, machen Fitness und investieren mehr in Kosmetik und Sportautos als in Bildung. Aber dann, kaum sind die 40 überschritten, sollen wir auf all das verzichten, was uns gut und jung aussehen lässt und „in Würde“ alt werden. Nachdem wir uns jahrzehntelang haben sagen lassen, dass Jugendlichkeit zu den erstrebenswerten Zielen gehört, sollen wir plötzlich gelassen und grosszügig dem Körper seinen natürlichen Lauf lassen. Warum redet eigentlich niemand davon, dass man „in Würde“ jung sein soll?

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