Prickelnd mit 60 plus und 80 plus

M&W

Joan Didion (l.) und Franca Sozzani zeigen, wie erfüllt das Leben auch im Alter sein kann. Fotos: Getty Images

Sonntagabend hatte ich einen «Netflix and Chill»-Abend mit mir selbst. Ich sehe selten Netflix, noch seltener als TV, aber gestern war ich so kaputt von der vergangenen Woche, dass es wie die einzige Möglichkeit erschien, der erlebten Realität kurz zu entfliehen. Ich sah mir die Dokumentation über die grosse, amerikanische Schriftstellerin Joan Didion an, nicht, weil ich wie fast alle intelligenten Frauen, die ich kenne, ein riesengrosser Didion-Fan bin, nein, ich sah es mir an, weil es sich alle ansahen.

Als die Dokumentation am 27. Oktober erschien, gab es einen Riesenhype auf Social Media, aber ich hatte andere Sorgen. Didion ist das, was alle Mädchen, die von einer Schriftstellerkarriere träumen, sein wollen. Ich kenne eine Autorin, die stylt sich wie sie, oder zumindest so, wie sie glaubt, dass sich Didion stylen würde: die Frisur, die Sonnenbrille, die Körperhaltung, alles. Ich habe noch kein Buch von Didion gelesen, weil sie mir ja bis Sonntagabend egal war, und ich habe keine Idole. Ich finde, Idole zu haben und sich in Schablonen zu pressen, sinnlos, aber das ist ein anderes Thema.

Die Doku war von ihrem Neffen Griffin Dunne produziert und vermischt altes Filmmaterial mit neu gedrehten Aufnahmen. Didion ist 1934 geboren und in den Interviews schon ziemlich alt und zerstreut, so alt, dass man sich wundert, wenn sie es doch noch schafft, jede Frage hochintelligent und brillant zu beantworten und danach noch verschmitzt zu lächeln wie ein freches kleines Mädchen.

Joan Didion im Jahr 1967. Foto: Getty

Didions Leben verläuft glamorös, aber tragisch, sie verliert fast zeitgleich ihren geliebten Mann und ihr einziges Kind, der Kummer beflügelt sie zwar zu ihren zwei gewaltigsten Werken, aber mich zog es angesichts dessen, was ich letzte Woche alles erlebte, etwas herunter, und ich sah mir zur Beruhigung noch eine zweite Doku an: eine über Franca Sozzani, die legendäre Chefin der italienischen «Vogue», die letzten Dezember mit 68 Jahren viel zu früh starb. Der Film war von ihrem Sohn, dem Regisseur Francesco Carrozzini, produziert, und sie hatten ganze sechs Jahre für die Dreharbeiten gebraucht, bis der Film an den Filmfestspielen in Venedig gezeigt wurde.

Alt sein ohne älter zu werden

Obwohl ich selbst Schriftstellerin bin, hat mich Francas Film in seiner geschönten Hochglanzästhetik viel mehr berührt als die intellektuelle und melancholische Kettenraucherin Joan Didion, was sicher daran liegt, dass ich mich lieber auf die Leichtigkeit der Oberfläche verlasse als in die schmerzvolle Tiefe zu tauchen.

Franca Sozzani als junge Frau. Foto: PD

Nach der zweiten Doku war mir klar, ich hatte soeben einige lange Stunden mit dem Leben von zwei Frauen verbracht, die beide nicht nur übermässig grosse und selbstverantwortete Karrieren in einer mir vertrauten Welt gemacht haben, ohne sich an einem Mann hochzuschlafen. Sie waren beide auch prickelnd, aufregend und wunderschön mit 60 plus und 80 plus.

Sehen Sie sich die beiden Dokus an, ich werde nicht von Netflix bezahlt, falls Sie das glauben, aber sehen Sie es sich bitte an, und Sie werden fasziniert sein, wie schön Frauen altern können, wenn sie ein erfülltes Leben haben und sich wünschen, endlich fertig zu sein mit dem Älterwerden, um in Ruhe so wundervoll alt sein zu können.

80 Kommentare zu «Prickelnd mit 60 plus und 80 plus»

  • Brigitte Schaufelberger sagt:

    Na, da haben Sie aber zwei ganz schlechte Beispiele herangezogen. Didion geht ja noch, aber Sozzani sieht doch eher aus wie ein Opfer des Jugendwahns. Die Spuren der Eingriffe sind unübersehbar. In Würde altern geht anders.

    • loulou55 sagt:

      Ich würde der Autorin empfehlen, mal einen Blick in den vor kurzem erschienen Fotoband „The Atlas of Beauty“ der rumänischen Fotografin Mihaela Noroc zu werfen.
      Ein tolles Werk in dem man auch Fotos von Frauen findet, die in Würde gealtert sind, ohne Einsatz von irgendwelchen Produkten der „Beauty-Industrie“.

  • Julia sagt:

    Nur nebenbei: „netflix and chill“ ist ein Code für Sex, so etwa wie früher als man die Briefmarkensammlung zeigen wollte. Wenn Sie das gewusst haben – chapeau 😉 – wenn nicht ist es um so lustiger. 🙂

    • Wäis Kiani sagt:

      Natürlich hab ich das gewusst, unglaublich für wie verblödet Sie mich halten..? Das war meine Pointe..danke dass Sie es nochmal zerpflücken. LG-WK

      • Thomas Schmid sagt:

        Joan Didion (l.) und Franca Sozzani machen vor, was es heisst, in Würde älter zu werden. Fotos: Getty Images

        Auf das beziehe ich mich, keine Kritik an Ihrem Text.

      • Karin sagt:

        Eine Bildungslücke macht noch lange keine „Verblödung“ aus. Eventuell sollten Sie noch ein bisschen netflixen und chillen, Sie wirken etwas unentspannt 😉

        • Sportpapi sagt:

          Ist das eine Bildungslücke?
          Ich habe zwar jetzt etwas gelernt. Aber nicht etwas, das ich unbedingt wissen musste.

      • Julia sagt:

        Nicht für verblödet aber für unglaublich aggressiv…

        • Salome sagt:

          Frage mich auch, weshalb Sie so heftig reagieren.
          Ich habe den Ausdruck nicht gekannt und fühle mich deshalb nicht „verblödet“.

  • Thomas Schmid sagt:

    In würde Altern aber Operiert bis zum geht nicht mehr?

  • alice.gurini sagt:

    habe noch nie eine Creme an mein Gesicht gelassen nur kaltes Wasser!mit 75 noch kei Runzle! nur 2 Sytefalte weg em Speck

    • Ralf Schrader sagt:

      Es wäre auch höchst verwunderlich, wenn die Evolution einen Menschen erzeugt hätte, welche es nötig hätte, seine Haut mit Fetten aus der Chemiefabrik zu pflegen. Von Krankheiten abgesehen, sollte die eigene Talgproduktion völlig ausreichen.

      Es ist nur so, wenn man einmal angefangen hat, mit künstlichen Fetten die eigene Talgproduktion zu ruinieren, dann muss man dabei bleiben. Also schon die Mutti, die dem Kind nicht nur den Popo, sondern auch das Gesicht cremt, handelt pro Industrie, anti Natur. Mit irreversiblen Folgen.

      • Peter Müller sagt:

        Bei Frau Gurini scheint es aber vor allem darum zu funktionieren, weil von Innen her kräftig nachgeholfen wird.
        Nicht ganz mein Geschmack, aber wenn es ihr gefällt, soll’s mir recht sein.

  • Anh Toàn sagt:

    Fertig mit älter werden ist nur, wer tot ist.

    Kinder wollen älter werden, kann denen nicht schnell genug gehen, je älter man wird, umso schwerer fällt es, älter zu werden und umso schneller fühlt sich dieses an.

    Jacques Brel: „Les vieux“

    „Et s’ils tremblent un peu est-ce de voir vieillir la pendule d’argent
    Qui ronronne au salon, qui dit oui qui dit non, qui dit: „Je t’attends“

  • andy sagt:

    Ist nicht das ganze Leben das Wundervolle da? Denke schon.
    Bleibt das Leben nicht bis zum letzten Atemzug interessant? Im Prinzip, ja.
    Ist Geben nicht Seeliger als Nehmen. Sehr wohl und weise.
    Auch 80+ und Älter hegen noch Träume und Wünsche.
    Ganz tief drin, in der schmerzvollen Tiefe, wo die eigene Wahrheit oft nur ruht.
    Bin sicher, dass dort einiges ja „Verteufeltes“ im Kern zum Glück beitragen würde, wären wir so frei.

    • Anh Toàn sagt:

      @andy „Auch 80+ und Älter hegen noch Träume und Wünsche.“

      Die welche ich kenne kaum, viel mehr sind die geplagt von Ängsten, die Kontrolle über ihr Leben zerrinnt, sie kommen kaum mehr zu recht, kämpfen darum, noch nicht auf Hilfe angewiesen zu sein, wie viele im gleichen Alter oder gar jüngere bereits.

      Was macht man mit 80+ noch zum ersten Mal?Gar nichts, wovon man mal träumte.

  • Michael sagt:

    Mit 60+ bin ich zu der Überzeugung gekommen, das man am besten lebt, wenn man akzeptiert das es ist wie es ist. Mann oder Frau macht sich in meinen Augen nur lächerlich, wenn sie längst vergangenen Zeiten und Dingen nachzueifern sucht. Die Haut mit 60+ ist nun mal nicht schier und glatt wie die eines 20+. Man fährt lieber die roten statt die Buckelpisten. Man schielt um 23:00 schon mal nach dem Bettzipfel. Warum soll ich mit 60+ mich verhalten wie ein 20+ ? Hatte ich vor 40+ ja alles gehabt.
    Der ganze Hype um die angeblich jugendlich gebliebenen Alten nützt doch nur einem – dem Verdienst der Industrie.

    • Ralf Schrader sagt:

      Richter sind die Träume. Wenn Sie anfangen, nach rückwärts zu träumen, dann läuft etwas schief im Leben.

    • Marusca sagt:

      Um 23 Uhr nach dem Bettzipfel zu schielen, kommt bei mir selten vor, und wenn es sich gelegentlich doch mal ergibt, tue ich es insgeheim schon mindestens eine Stunde früher. Dafür krieche ich nicht erst um 10 Uhr vormittags aus dem Federn und schleiche mich noch ungewaschen, ungekämmt mit pelziger Zunge und schlechtem Atem zur Kaffeemaschine um wenigstens noch den letzten Rest der mir verbliebenen Lebenskraft mittels Nespresso zutage fördern zu lassen.

      • Anh Toàn sagt:

        Doch nicht Nespresso, das weckt so wenig wie eine warme Dusche, Filterkaffee kann ausreichend stark zubereitet werden, Kaffee für 6 Tassen, Wasser für 1 Mug, viel Zucker hilft so lange, bis dass Koffein wirkt. Damit dies schnell geht, muss der Kaffee heiss getrunken werden. In der Jugend weckte uns im Winter der erste „faceshot“, die Pulverschneegesichtsdusche bei minus 20%, in der ersten Gondel morgens schlief man noch – beim Motto, „last dance, 1st cabin“ bleibt keine Zeit für Kaffee trinken, ausser 2-3 Espresso nach dem Abendessen – damit man später nicht mit diesem klebrigen Red Bull Zeugs den Wodka strecken muss.

        Ein Spruch vom Radio DJ Idol meiner Jugend, Francois Mürner: „Wer am morgen zerknittert aufsteht, hat durch den Tag die besten Entfaltungsmöglichkeiten.“

        • Marusca sagt:

          @AT: Äähhh – was ist eine „Pulverschneegesichtsdusche bei minus
          20 Prozent“? Und was ist „1 Mug“? Ist es eine Abkürzung? Wofür? Auch sonstiges verstehe ich hier nicht wirklich, aber ich muss ja schliesslich auch nicht immer alles verstehen….

          • Anh Toàn sagt:

            sollte Grad heissen statt Prozent: Sehen Sie sich einen freeridefilm auf youtube an.

            Mug: „Trinkgefäße in Form eines Zylinders oder umgekehrten Kegelstumpfes ohne Fuß und Henkel, im Allgemeinen aus einem anderen Material als Glas gefertigt“

        • déjà-vu sagt:

          ich glaube, sie sind im falschen film, anh toàn … einzig françois mürners spruch scheint mir angebracht. wenn sie diesen mal versuchen umzudeuten auf ihre hirnwindungen, dann brauchen wir nicht solche abstrusen zeilen zu lesen.

          • Marusca sagt:

            @AT: Danke Anh Toàn, meine (einzige…) Bildungslücke ist hiermit beseitigt.

          • Anh Toàn sagt:

            Nun Michael schreibt von Buckelpisten, Malena von Nespresso um 10 Uhr morgens zwecks Förderung letzter verbliebener Lebenskraft. Wozu sind eigentlich Defibrillatoren gut ihr Pistenfahrer, Nespresso drinkenden Warmduscher.

            Wenn ich es verständlicher schreibe, wird es vermutlich bald gelöscht, und ich darf hier nicht mehr.

  • Sophie sagt:

    Herzlichen Dank für diesen ebenso inspirierten wie inspirierenden Beitrag. Jetzt weiss ich: um Schriftstellerin zu werden muss man nicht schreiben können.

  • andy sagt:

    Liebe Frau Kiani

    Anstatt dass Sie fix und fertig im Sofa so eine Hollywood Doku Soap reinziehen und sich dann mit Minderwertigkeitsgefühlen degradiert spüren, wäre mindestens 7x positiver gewesen, Sie hätten mich angerufen und auf einen Fruchtsaft Cocktail und ausführliches Gespräch über Gott und die Welt eingeladen. Bestimmt hätte ich Ihren emotionalen und mentalen Spiegel mit einigen netten Worten angehoben und Sie wären wieder die Königin der Löwen. Vielleicht das nächste Mal im „richtigen“ Leben. 🙂

    • Karen sagt:

      War das jetzt eine Anmache? Cool!

      • andy sagt:

        Danke Karen
        Wollte tatsächlich Frau Kiani zu zwinkern. War natürlich hoffnungslos wie so oft wenn ich Initiative ergreife. Hier im virtuellen öffentlichen Raum versteht sich ja von selbst, dass es nicht klappen soll. Im „richtigen“ Leben klappt es irgendwie auch nicht. Da halte ich mich eher zurück oder manche den oberflächlichen uninteressanten Gugus mit. Sollte vielleicht selbst Blogs schreiben. Allzu grosse Kunst ist das ja nicht und Themen könnte ich auftischen bis zum geht nicht mehr. Natürlich auf etwas tieferer gründlicher Ebene. Vielleicht auch frech und direkt im Ausdruck. Auf jeden Fall aufhentisch und ehrlich. Ich wünsche Ihnen viel erlebte und gefühlte Freude und nochmals danke.

        • Karen sagt:

          Ich bin auch ähnlich wie Sie. Glauben Sie mir, es geht vielen ähnlicher als man bereit ist zuzugeben. Aber jede Frau möchte sich dann und wann wie die Königin der Löwen fühlen. So auch ich. Oh, was für ein Versprechen Sie da öffentlich kundtun.
          weekly.news@gmx.ch

  • Gert sagt:

    Wie ich sind fast alle intelligenten Leser riesengrosse Wäis Kiani Fans.

    • Pjotr Müller sagt:

      Na, dann muss ich damit leben, als nichtintelligenter Leser durchs Leben zu gehen.
      Aber wie kann ein intelligenter Mensch überhaupt Fan von irgend etwas sein? Das ist und bleibt mir ein Rätsel.

  • Julia Müller sagt:

    Statt auf 60+ und 80+ in ferneren Zeiten bin ich HEUTE gespannt auf die SRF-TV-Krimi-Serie „Wilder“:
    Name cool (Rosa Wilder), fiktives Dorf im Berner Oberland cool („Oberwies“), Aussentemperaturen cool:
    https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/fernsehen/offen-fuer-das-unplanbare/story/16582766
    Und: Sarah Spale ist auch noch Primarlehrerin, auch cool.

  • beatrice sagt:

    „Ich sah mir die Dokumentation über die grosse, amerikanische Schriftstellerin Joan Didion an, nicht, weil ich wie fast alle intelligenten Frauen, die ich kenne, ein riesengrosser Didion-Fan bin, nein, ich sah es mir an, weil es sich alle ansahen.“

    jetzt weiss ich….

    …dass ich nicht intelligent bin
    …dass WK intelligent ist
    …was ich vermutet habe: WK macht gerne Dinge die ALLE tun, nur weil es eben alle tun….

    das ist sehr hip und sehr cool und unglaublich „jung-geblieben“

    *duckundweg*

  • k. miller sagt:

    Die Macht der Bilder: Sie springen als erstes ins Auge, noch bevor man den Artikel liest. Und dann der Bildtitel – völlig schräg angesichts der Fotos. Ich fragte mich – welche der beiden Damen ist eigentlich 60+ und welche 80+? Das blieb im Hinterkopf, als ich den Artikel las. In dem es jedoch um etwas völlig anderes ging. Man merkt leider häufig, dass Titel/Bilder/Artikel nicht „aus einem Guss“ sind. Schade.

  • Julia Müller sagt:

    Haha, habe genau das Gleiche gedacht. Über Intelligenz lässt sich streiten, tatsächlich …

  • Verena sagt:

    2 Mumien – die sehen ja aus wie 160 und 180!

    • Clara sagt:

      Also bitte!
      Das hier gezeigte Bild von Carla Sozzani ist tatsächlich nicht vorteilhaft. Aber da war sie ja auch krank – das Bild ist kurz vor ihrem Tod aufgenommen. Und Joan Didion ist über 80! Aber googeln sie mal. Ich finde beide Frauen sehr schön und ich beneide beide um ihr Stilbewusstsein. Ich werde mir die Dokumentation anschauen, danke für den Tipp!

      • Wäis Kiani sagt:

        Danke, endlich jemand der versteht, dass es hier weder um Falten noch um Beautybehandlungen geht, sondern um das, was die beiden Frauen verkörpert haben und um ihr Lebenswerk. LG-WK

  • Enza sagt:

    Schon absolut krass dieser Unterschied zwischen den Jung- und Alt-Fotos, besonders, wenn man einmal so attraktiv war. Da packt mich ja das nackte Grauen, da kann ich mir das „Altern in Würde“ so oft einreden wie ich will. Die Methamorphose ist eine grausame Angelegenheit, sie verwandelt die Schönheit in einen Chinesischen Faltenhund und eine Göttin in einen Kinderschreck. Ich kann jedenfalls nichts erstrebenswertes darin sehen. Sorry!

    • Pjotr Müller sagt:

      Lebe Dein Leben und versuche das Altern nicht künstlich aufzuhalten, dann kannst Du sehr alt werden ohne dich alt zu fühlen.

    • Julia sagt:

      Die einzige Alternative ist es, jung zu sterben… Traurig ist es, wenn man im Alter feststellt, dass nur die Hülle einen hat schön/interessant wirken lassen, dann ist man wirklich verloren. Ansonsten hat man im Alter hoffentlich die Gelassenheit äussere Schönheit (was auch immer das je nach Trend in den Hochglanzmagazinen gerade ist) nicht mehr so wichtig zu nehmen und die Falten als einen Beweis eines intensiv gelebten Lebens zu sehen (wie zum Beispiel Lachfalten um die Augen rum)…

  • Laura Fehlmann sagt:

    Erstaunlich, dass Altern heute so oft und so intensiv diskutiert wird. Schliesslich altern alle. Wie das geschieht, haben wir zu einem grossen Teil selber in der Hand.

  • andy sagt:

    Intelligenz wird oft verwechselt mit der Fähigkeit, seine Dummheit besser verbergen zu können als andere Menschen. Dummheit ist die Intelligenz des Menschen.
    Das wirklich Erschreckende am mittleren Lebensalter ist die Erkenntnis, dass man es hinter sich lassen wird.
    Alt sein ist ein herrlich Ding, wenn man nicht verlernt hat, was anfangen heisst.
    Alter schützt vor Liebe nicht, aber Liebe vor dem Altern.
    Wenn ich es mir recht überlege, hat das ganze Überlegen keinen Sinn.

    • Laura Fehlmann sagt:

      Genau: Das ganze Überlegen hat wirklich keinen Sinn. Schöner Satz: Alter schützt vor Liebe nicht, aber Liebe vor dem Altern.

  • Marcel Zufferey sagt:

    In diesem Alter spielen sexuelle Attribute keine grosse Rolle mehr, also sollte man sie auch nicht mehr betonen (müssen). Ein gepflegtes Äusseres reicht vollkommen. Wobei Stilfragen sicherlich schwerer zu definieren sind, als auch schon: Grau in Grau? Beige zu Beige? Oder doch lieber..?

  • Katharina I sagt:

    Ich mag Frau Kianis wirklich sehr! Und ich finde, sie schreibt einfach göttlich. Aber ich muss ihr auch immer wieder widersprechen. So auch hier. Es gibt niemanden, absolut niemanden, der schön altert. Und diese beiden Frauen sehen alles andere als prickelnd aus. Das reden wir uns schön. Auch, weil alle schöner werden, wenn wir sie mögen. Und mache sehen lieber mit der Schönheitschirurgie alt aus als ohne. Diese Leute tun mir leid – aber verurteilen mag ich sie auch nicht. Und es gibt ja auch schön verjüngte Alte. Nur sind die keine Schlagzeile wert. Die einen tätowieren sich, die anderen lassen sich operieren. Das ist ihr gutes Recht. Ich will auf jeden Fall möglichst unwürdig altern! Und all die Sachen machen, die bei alten Schachteln verpönt sind. So. 🙂

    • Wäis Kiani sagt:

      Vielen Dank für Ihr Lob, aber mir ging es nicht um das AUSSEHEN dieser Frauen, warum wurde ich so missverstanden? Mir ging es um ERFÜLLUNG und SINN im Alter wenn man auf sein Werk zurückblickt…nicht um Falten und Schönheit. LG-WK

      • k. miller sagt:

        Wäis Kiani: Sie werden missverstanden, weil wir Leser nicht nur den Text lesen, sondern auch die Fotos und die (ursprüngliche) Bildunterschrift („In Würde altern“) anschauen. Nehmen Sie mal ein bisschen Abstand und nehmen Sie den GANZEN Artikel mit allem drum und dran aus der Sicht der Leser wahr. Dann verstehen Sie vielleicht die Diskrepanz des Artikeln und können auf die Kommentare etwas gelassener reagieren…

        • k. miller sagt:

          Die Bildsprache hat in der Kommunikation einen grossen Einfluss, das kann man nicht ausklammern. Und die Aussage „In Würde altern“ passt einfach nicht mit einem gelifteten Gesicht zusammen – und steht in Widerspruch mit dem folgenden Text.

        • Wäis Kiani sagt:

          Es tut mir leid, ich hatte die Bildunterschrift nicht geprüft, das werde ich hab jetzt tun. Seien Sie gnädig. LG-WK

      • andy sagt:

        Beim Rückblick auf das eigene Leben sollten Senioren gnädig mit sich selbst sein. Gnade mit sich selbst

        „Wenn man sich selbst sagen kann, dass man sich nichts vorzuwerfen hat, ist das gut. Egal, ob es stimmt oder nicht“, plädiert auch der Psychotherapeut Roland Urban aus Berlin für Gnade mit sich selbst. Außerdem habe jeder Mensch Erlebnisse, von denen er rückblickend sagt: Da hätte ich besser anders gehandelt. „Und wer wirklich große Fehler gemacht hat, dem kann aktive Reue helfen, indem er zum Beispiel um Verzeihung bittet“, erklärt seine Kollegin Roth-Sackenheim.

        • Anh Toàn sagt:

          Um gnädig gegenüber uns selbst sein zu können, müssen wir gnädig mit den anderen sein können. Bis ins Alter hat jeder eine Menge angehäuft, dass er sich vorwerfen kann, aber mir scheint die Wenigsten haben gelernt, zu vergeben. Sich die Fehler vergeben zu können, erscheint mir die Wichtigste Voraussetzung für ein glückliches Alter, viel wichtiger, als was man erreicht hat.

    • Philipp M. Rittermannsackalt sagt:

      katharina primera – wann stricken sie mir nun endlich ein käuzchen?! (man ist nie zu alt zum stricken). 😉

    • tom schwab sagt:

      ja, bin einverstanden, sie ist eine ganz tolle intelligente schriftstellerin! & ist auch erst mal noch 1 junge schachtel…

  • Hans Minder sagt:

    Die letzten zwei Beiträge von Wäis zeigen, wie schwer es ist, den Spagat zwischen „Verwerflichem und Tolerierbaren/Bejahenden“ zu spannen. Obwohl beide Beiträge positiv gemeint waren, kam es zu heftigen Attacken seiten der Leserschaft. Dies zeigt auf, dass jeder Mensch eine andere Sicht bezüglich Verwerflichem/Tolerierbarem/Förderndem hat. Dies wäre nicht weiter tragisch, wären in den Beiträgen nicht merheitlich zwischenmenschlichen Beziehungen in all ihrer Vielfalt im Gespräch. Wenn wir die Definition von „Werten“ – respektive dem „Verwerflichen -“ dem Individuum überlassen, dann werden wir alle bald nächtelang „Netflix and Chill Abende“ feiern, um der Frustration des Alltags mitsamt den zwischenmenschlichen Konflikten zu entfliehen.

  • Chris Fogg sagt:

    Also wenn ich diese beiden alten Damen betrachte prickelt also gar nichts bei mir!!!! 🙂

  • Julia Müller sagt:

    In Italien gibts viele interessante Frauen (wie überall), mir hat Oriana Fallaci gut gefallen, sie hat u.a. für die „L’Europeo“ geschrieben, habe sie in Rom bei einem Podiumsgespräch erlebt, (damals noch) jung, gescheit, schön, angezogen im Stil der italienischen Möbel = schlicht, beeindruckend. – Könnte aber auch viele interessante Männer aufzählen -:)

    https://www.google.ch/imgres?imgurl=https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/35/Oriana_Fallaci_2.jpg&imgrefurl=https://en.wikipedia.org/wiki/Oriana_Fallaci&h=420&w=311&tbnid=eiIDhHdOacFmKM:&tbnh=186&tbnw=137&usg=__l2M4vOjMqN7Gf9bwJ1VkPwhJtj0=&vet=10ahUKEwjt0eaI167XAhWB0RoKHZcTC38Q_B0IfTAK..i&docid=yf1Mp7YYIfATsM&itg=1&client=firefox-b-ab&sa=X&ved=0ahUKEwjt0eaI167XAhWB0RoKHZcTC38Q_B0IfTAK

  • Albert sagt:

    Wenn die zwei abgebildeten Frauen attraktiv sein sollen, dann bin ich mit meinem Hintern wieder zufrieden.

  • Conny sagt:

    «Netflix and Chill» ist ein Euphemismus für casual sex, FYI.

  • Jürg Oberli sagt:

    Da wird einerseits eine Hetzjagd gegen Männer über 50 geführt, welche Frauen – auf zugegeben mässig Charmante Art sexuelle Avancen machen, andererseits wird betont wie toll dass es sei wenn Frauen über 60 noch sexuell attraktiv seien.
    Hier stellt sich doch die sprichwörtliche Frage: WHAT THE F***?
    Und wenn man sich jetzt fragt wieso diese Geschichten mit sexueller Belästigung bei Ryan Gosling nicht vorkommen: Weil den keine heterosexuelle Frau von der Bettkante stossen würde. So einfach ist das.

  • tom schwab sagt:

    also, Herr Andy, ich schaetze Sie so mitten in der ersten Midlife-Crisis. LG-ts

  • Rizzi Angelo sagt:

    Es tut mir leid, aber „alt“ und „prickelnd“ geht nicht. Prickelnd ist immer jung, so wie ein Prosecco.

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