Armee Frauen

Alternative zu Neonazis, Rambos und anderen geistigen Glanzlichtern: Demi Moore als erste Frau bei den Navy Seals im Film «G.I. Jane» (1997).

In der aufgeflammten Diskussion um Gleichstellung bringt immer einer dieses Gegenargument: Frauen müssen nicht ins Militär. Das stimmt. Rechtfertigt aber weder Lohnungleichheit noch Mansplaining. Aber, wenn man mal die grundsätzliche Frage über Sinn oder Unsinn der Armee weglässt, muss man einräumen, dass die Wehrpflicht für Frauen durchaus ein paar Vorteile brächte:

  • Sammeln von Führungserfahrung
  • Knüpfen von Seilschaften
  • Schulung von Teamgeist, Komplizenschaft und Gruppenverantwortung
  • Direktkontakt mit Qualitätsprodukten der einheimischen Waffenindustrie
  • Gleichstellungsgegnern das Maul stopfen

Zudem ist Militärdienst eine kostengünstige Alternative zu Schönheitsoperationen und teuren Fitness-Bootcamps. Nach 23 Wochen RS bei den Grenadieren sind sämtliche Problemzonen bearbeitet und man sieht aus wie Demi Moore in «G.I. Jane»: kahl geschoren und drahtig.

Brauchbare Rekruten – verzweifelt gesucht

Der Schweizer Armee steht mit Bundesrätin Viola Amherd eine Frau vor, und über tausend Frauen leisten bereits heute freiwillig Dienst. Darüber sei das Militär sehr froh, war neulich zu lesen, denn es fehle an Rekruten. Das könnte man als folkloristischen Beitrag zum Schweizer Volkssport «Jammern auf hohem Niveau» abtun, denn unsere Nachbarländer machen keine Anstalten, uns zu annektieren. Die Russen greifen westliche Demokratien lieber im Cyberspace an, und die gelbe Gefahr hat sich in den Wirtschaftssektor verlagert. Wozu also die Anzahl Soldaten verdoppeln?

Ich weiss aber, was die Armee meint: Ihr fehlen brauchbare Rekruten. Also gut ausgebildete, fähige Köpfe, die sich für Führungsaufgaben eignen. Sonst muss sie weiter Neonazis, Rambo-Typen und andere geistige Glanzlichter der abendländischen Zivilisation zum Weitermachen heranziehen.

Jüdische weibliche Israelis sind seit der Staatsgründung 1948 zum Wehrdienst verpflichtet und Norwegerinnen aller Glaubensrichtungen seit 2014. Den jungen Schweizern traue ich ebenfalls zu, Kinder, Heim und Herd unbeschadet zu überstehen, während die Gattin drei Wochen im WK weilt.

Trotzdem ist mit Widerstand zu rechnen. Wenig begeistert von der Dienstpflicht für Frauen wären:

  1. Die Partner. Stichwort Eifersucht. «Was! Du in einer Kompanie mit 300 Soldaten? Kommt überhaupt nicht infrage. Ich rufe jetzt den Beat an, der schreibt dich untauglich!»
  2. Die Wirtschaft. Stichwort Abwesenheit. Zu den Absenzen der weiblichen Angestellten kämen jene der Väter. Leistet das Mami Dienst am Vaterland, müssten nämlich die Papis zu Hause bleiben, wenn ein Kind krank ist.
  3. Die Arbeitskollegen. Stichwort Mehrbelastung. Die vorhandene Zitrone weiter auszupressen, kommt Firmen billiger, als Lücken im Personalbestand zu füllen.

Norwegen zeigt, wie es geht

In Norwegen funktioniere die Dienstpflicht für beide Geschlechter tadellos, befand eine Studiengruppe im Auftrag des Bundes. Das Modell könne als Vorbild dienen für die Schweiz. In Norwegen erhöht eine Militärkarriere aber auch die Chancen auf einen Job in der Verwaltung, bei der Polizei oder der Küstenwache.

Die ganztägige Betreuung von Kindern ab drei Jahren ist a) selbstverständlich, b) flächendeckend und c) für die Eltern kostengünstig. Der Anspruch auf bezahlte Elternzeit beträgt 59 Wochen und im Global Gender Gap Report, dem Gleichstellungsreport des World Economic Forum, belegt Norwegen seit Jahren einen Spitzenplatz.

Vielleicht sollte der Bund eine Studiengruppe einsetzen, um diese Punkte auf die Schweiz zu übertragen. Dann klappt es auch mit den Frauen im Militär.

Song zum Thema: «19» von Paul Hardcastle.

52 Kommentare zu «Armee Frauen»

  • Roland K. Moser sagt:

    „…Rechtfertigt aber weder Lohnungleichheit noch Mansplaining…“
    Doch! Tut es.

  • Martin Meyer sagt:

    Interessanter Artikel. Darf ich ihn als Womansplaning auffassen? Und betreffend Lohn(un)gleichheit warte ich immer noch auf ein Gerichtsurteil, das belegt, dass einer solchen eine Diskrimminierung zugrunde liegt…

  • Martin Frey sagt:

    Ist ja nett, nehmen Sie sich mal des Themas an, nur scheinen Sie die damit verbundene Gleichstellungsproblematik trotzdem nicht ganz ernst zu nehmen.
    Zu Ihren Punkten:
    Ad 1. nicht ganz ernst zu nehmen. Oder wie machen das die Frauen die bereits Dienst leisten?
    Ad 2. da der Prozentsatz der Frauen, die mit 20 Lebensjahren bereits Kinder haben, im tiefstliegenden Promillenbereich liegt, ist das wohl ebenfalls kein Argument. Die Gefahr wäre eher, dass da jemand eine Weltreise ggf. verschieben müsste.
    Ad 3. dito Punkt 2.
    Mansplaining ist so unschön wie Womansplaining/Gatekeeping. Beides ist mit der Frage aber nicht aus der Welt zu schaffen. Aber eine Dienstpflicht für alle könnte dazu beitragen, dies zu verbessern, resp. gleiche Bedingungen zu schaffen.
    Was wir doch wollen, nicht?

    • B. Kunz sagt:

      Punkt 2. ich wusste gar nicht, dass mit der RS die Dienstpflicht fertig ist – keine WK’s mehr bis ca. 30? Ja, dann stellt das für die Frauen wirklich kein Problem dar. Und sonst kann ja Mann drei Wochen Ferien (bei Teilzei der Ehefrau vielleicht nur 2 bis drei Tage pro Woche) nehmen, um Kind(er) zu betreuen.

      • Sportpapi sagt:

        @B. Kunz: Wie machen es denn die modernen Frauen, wenn ihre sonst Kinder betreuenden Partner in den WK gehen?

      • Martin Frey sagt:

        Das ist das billigste aller Argumente. Nicht nur erinnert es an die „Frau bewacht Haus und Hof“ Doktrin der (Nach-) Kriegsära. Es ist absurd in der heutigen Zeit, wo man a) als Durchdienerin die Dienstpflicht absolvieren kann, b) es unzählige Betreuungsargumente gibt und c) jeder Dienst relativ unproblematisch verschoben werden kann.

    • Viola sagt:

      „Mansplaining ist so unschön wie Womansplaining/Gatekeeping. Beides ist mit der Frage aber nicht aus der Welt zu schaffen.“

      …und hat auch nichts mit einer Bürgerpflicht zu tun und damit das Männer hier vom Staat diskriminiert werden.

      „Aber eine Dienstpflicht für alle könnte dazu beitragen, dies zu verbessern, resp. gleiche Bedingungen zu schaffen.
      Was wir doch wollen, nicht?“

      Ich denke wir kennen die Antwort darauf oder? 😉 Ich bin mir nicht sicher ob viele die sich Feministen nennen das wollen.

  • markus kohler sagt:

    Den aktuellen Feminismus kann man so zusammenfasen: Wenn’s eine Frau macht ist es gut, tut es ein Mann ist es verwerflich.
    59 Wochen Eltern Urlaub, mit drein kindern gibt das 177 Wochen das sind 3.5 Jahre. Während dieser Zeit müssen andere arbeiten, eigentlich ganz klar wer, Männer ohne Kinder, denn die Solidarität unter Feministinnen hört auf, wenn sie wirklich arbeiten müssen. Zudem wird Norwegen in wenigen Jahren grosse Probleme erleben, denn ihre einseitige Frauenbevorzugung wird dazu führen, dass Männer sukzessiv auch nichts mehr tun werden. Ganz ohne arbeit geht es auch mit Ölreserven nicht.

  • Sonusfaber sagt:

    „Teamgeist“ ist das Unwort des Jahrhunderts, nichts anderes als ein Deckmantel für Gleichschaltung, Nivellierung, kollektive Verdummung. Kein Zufall, dass auch in diesem Text „Teamgeist“ in Zusammenhang mit „Wehrpflicht“ erwähnt wird. Meine Hoffnung, Frauen würden neue Wege gehen, vom traditionellen Weg abweichen, aufzeigen, dass es eine erstrebenswerte Alternative zur patriarchalischen Lebens- und Denkweise gibt, hat sich längst zerschlagen. Denn de facto sind Frauen, Feministinnen zumal, darauf aus, es uns Männern gleichzutun – sie „mimen“ uns auf Teufel komm raus. Sie eignen sich das an, was zu verwerfen wäre. Sie möchten dasselbe fördern, womit Männer diese Welt unwohnlich gemacht haben: „Teamgeist“.

  • Niklas Meier sagt:

    23 Woche RS und die WKs wären eine zu grosse Belastung für den Arbeitgeber und die Mitarbeiter, 59 Wochen Elternurlaub aber nicht?
    Wo bleibt da die Logik?
    Zum Rest äussere ich mich lieber nicht..

  • Markus sagt:

    Schade, dass die Wehrpflichtersatzabgabe immer vergessen geht, bei welcher die Männer Milionen in die allgemeinen Bundeskasse einzahlen müssen und die Frauen? Nichts. Denn ob ein Mann Dienst leisten darf oder nocht, hat er ja nicht selber zu entscheiden, also ob er bezahlen muss oder nicht, auch nicht.
    Wo bleibt da die Gleichberechtigung?

    • tina sagt:

      das stört mich auch massiv. wehrpflichtersatz könnte man durch steuern ersetzen, je mehr einkommen, desto höher der anteil. frauen könnten dann auch dienst absolvieren, um das nicht zahlen zu müssen. ob militärdienst oder zivilschutz sollte egal sein. die dauer des dienstes müsste gleich lang sein. man sollte betreung von „bedürftigen“ anrechnen können

      • San sagt:

        Wieso sollen Gutverdienende mehr Ersatzsteuern für allgemeine Dienstpflichten zahlen? Sie zahlen schon heute überproportional viel allgemeine Steuern (50% bezahlen fast 100% des Bundessteueraufkommens). Zudem ist die Dienstpflicht eine persönliche Pflicht – ich dachte immer, jeder Mensch sei gleich viel wert.

      • Markus sagt:

        Das waer die Lösung, nur ist unser Parlament noch nicht so weit, leider sind zu viele Damen dagegen.
        Allgemeine Wehrpflicht für alle, mit allem wenn und aber.

        Und gleicher Lohn für hleiche Arbeit !

  • sepp z. sagt:

    Wiedereinmal eine Frau, die meint, dass man Diskriminierung der Männer nicht bekämpfen müsse, sondern bloss Frauen weiter bevorteilen, dann würde das schon.
    Weshalb habt ihr Frauen generell ein Problem mit Abschaffung von Diskriminierung beider Geschlechter?

    • Viola sagt:

      „Weshalb habt ihr Frauen generell ein Problem mit Abschaffung von Diskriminierung beider Geschlechter?“

      Ich glaube das haben die meisten Frauen nur dann wenn es für sie Nachteile bringt. Dennoch: Egoismus pur!

  • Maike sagt:

    Zu allererst müsste man die Wehrpflicht abschaffen und eine Berufsarmee nach amerikanischem Muster aufbauen. Zumindest so wie wir die amerikanische Armee immer dargeboten haben, wo auch Frauen in Toppositionen Dienst tun. So könnte die Frau sich gut entscheiden, ob sie Dienst an der Waffe tun will oder Dienst in der Wirtschaft oder Dienst zu hause leisten will.
    Interessant finde ich, warum der Begriff – Hauptmann – noch nicht im Fokus dieser Genderworteneuerfinder geraten ist. Ein weiblicher Hauptmann müsste denen doch in der Seele weh tun…

    • Martin Frey sagt:

      „Zu allererst müsste man die Wehrpflicht abschaffen und eine Berufsarmee nach amerikanischem Muster aufbauen.“
      Das können Sie gerne versuchen, und entsprechende Vorstösse einreichen. Nur gibt es bekanntermassen eine satte Mehrheit in der Bevölkerung die zur Armee wie auch zur Wehrpflicht steht. Und solange es eine solche wie auch immer geartete Bürgerpflicht gibt, muss diese zwingend für alle erwachsenen Bürger dieses Landes gelten. Ansonsten wird das in der Verfassung verankerte Gleichstellungsgebot mit Füssen getreten. Und solange das so ist, gibt es keine echte Gleichberechtigung in diesem Land.

      • Maike sagt:

        Das es eine satte Mehrheit für die Wehrpflicht ist ungenommen. Nur will da keiner so wirklich hin. Oder wie sonst ist die stetig wachsende Zahl von Zivildienstleistenden zu werten ? Oder die die sich über die Wehrpflichtersatzabgabe gänzlich freikaufen ?
        Eine Wehrpflichtarmee ist ein Auslaufmodell. Früher mag das ja noch gegangen sein, als man nur sein Gewehr und das Robben durch’s Gelände beherrschen musste. Aber mit den heutigen komplizierten Waffensystemen braucht es engagierte Profis und niemand, der die Tage bis zur Entlassung zählt.

      • Viola sagt:

        „Und solange es eine solche wie auch immer geartete Bürgerpflicht gibt, muss diese zwingend für alle erwachsenen Bürger dieses Landes gelten. Ansonsten wird das in der Verfassung verankerte Gleichstellungsgebot mit Füssen getreten.“

        Perfekt zusammengefasst. Ein in sich schlüssiges Argument das logisch unangreifbar ist.

        „Eine Wehrpflichtarmee ist ein Auslaufmodell.“

        Nicht laut der Schweizer bevölkerung. Sie wissen von der Volksabstimmung, ja? Und dann spricht dennoch nichts dagegen alle gleich zu behaneln: Dann können ja am Schluss Männer und Frauen gemeinsam (und GLEICH von der Wehrpflicht belastet), die wehrpflicht zum Auslaufmodell machen. Welche motivation sollte es auch sonst für Frauen geben sie Abzuschaffen?

    • B. Kunz sagt:

      Martin Frey. Wie wäre es, wenn Sie einen Vorstoss für Militär Frau und Mann einreichen? Anscheinend stört Sie ja die heutige Situation. Maike schlagen sie auch vor, einen Vorstoss für ihre Idee einzureichen.

      • Viola sagt:

        „Wie wäre es, wenn Sie einen Vorstoss für Militär Frau und Mann einreichen? “

        Das wäre sicher nütlich, aber kommen sie, das Argument ist doch quatsch, das wissen wir doch beide. Noch dazu lenkt es vom Thema ab. Oder reichen sie zu jeder Sache die sie im Internet negativ kommentieren einen Vorstoss ein? Natürlich nicht!

  • Marcel Hunziker sagt:

    Wer so etwas schreibt, weiss nichts von der Armee. Die Schweizerische Armee ist das absolut Lächerlichste in unserem Land. Was ist daran gut, wenn man weiss, wie frieren geht, was Schlafmangel ist und wie schlechtes Essen schmeckt? Ich glaube auch, dass die Frauen nicht so gerne stinken. Stinken tut jeder Soldat. Am Schluss hatten die Off ein schlechtes Gewissen und erklärten, wir seien jetzt „echte Männer“. Den Frauen müssten sie dann sagen, ihr seid jetzt „echte Frauen“.

    • Anh Toàn sagt:

      Würden man Frauen in die CH Armee nehmen, würden die das Theater schlicht nicht mitmachen. Bei Frauen funktioniert das mit der Gruppenbildung und Kadergehorsam halt nicht so gut, wie mit Männern. In Israel geht das mit Frauen, da es eine echte Bedrohung gibt, aber die CH Armee ist eine Lachnummer. Die hat ja auch nicht den Auftrag, einen Krieg zu führen, wer käme als Gegner überhaupt in Frage, sondern ist noch immer „Schule der Nation“: Mann soll da lehren, die Oben (der Offizier, der Chef) haben immer recht, kuschen und gehorchen soll Mann, sonst fällt Mann selber auf die Schnauze, macht sich nur sein eigenes Leben schwer.

      • Glasmost sagt:

        Und in Isreal muss die Mannschaft nicht den Offizieren gehorchen? Wie funktioniert es denn dort – basisdemokratisch?

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Wahrscheinlich haben wir in einer anderen Armee gedient. Ich empfand die Schweizer Armee nicht lächerlich. Es war teilweise recht taff, aber wir wurden gut in unserer Aufgabe trainiert.
      Ich war recht lange in diesem Verein. Entgegen dem Klischee empfand ich die Milizkader ziemlich gut – die meisten waren auch im zivilen Berufsleben erfolgreich. Wo es hapert ist bei den Mannschaften. Viele Durchschnittsschweizer sind eher wenig belastbar – psychisch und physisch. Eine Nacht im 30er Schlag oder ein 10 km Marsch bringen sie bereits an den Anschlag. Eine Milizarmee kann halt nur so tauglich sein wie die Durchschnittsbevölkerung. Eigentlich ein Wunder, dass unsere Wirtschaft so gut läuft. Ist whs den Frauen und Expats zu verdanken.

  • Jan Eck sagt:

    Jeder der im Militär mit weiblichem „Führungspersonal“ dienen musste, weiss was dies für ein Desaster ist. Die Schweiz sollte sich lieber ein Beispiel an Israel nehmen, wo Männer und Frauen getrennt dienen. Viele Frauen klagen immer gegen „Frauenfeindlichkeit“ im Militär, doch wenn ich sehe wie sich meine weiblichen „Kammeraden“ im Militär verhalten haben ist dies nicht gerade fraglich. Aber die super Feministin welche diesen Artikel verfasst hat hat sicher nie gedient….

    • B. Kunz sagt:

      Ja, es gibt typische Frauenkorps in Israel, aber nicht nur. Das Problem bei gemischten Armeeeinheiten sind die stark religiösen Männer, die nicht mit Frauen dienen wollen.

      • Martin Frey sagt:

        Die stark religiöse Kreise sind in Israel vom Dienst als einzige ausgenommen. Ein Unding, und auch ein Streitpunkt in dem Land.

    • Hans Hasler sagt:

      Ich hatte einen WK lang einen weiblichen Kadi. Sie war weder besser noch schlechter als die anderen. (und damit zugegebenermassen ein Desaster – aber eben nicht geschlechtsabhängig).

  • Marmotte sagt:

    Hihi, toller Artikel! Total einverstanden!
    Aber warum keine Berufsarmee?
    Frauen und Maenner sind bezahlt, motiviert und ausgebildet! Pedition wird gestartet!

    • Viola sagt:

      „Aber warum keine Berufsarmee?
      Frauen und Maenner sind bezahlt, motiviert und ausgebildet! Pedition wird gestartet!

      *Räusper*… So sehr ich ihnen dabei zustimme, war da nicht mal was? Gab es da nicht erst relativ kürzlich eine Volksabstimmung, bei der ein ende der Wehrpflicht krachend abgeleht wurde, auch von den weiblichen Stimmbürgern?

    • Chris sagt:

      Ja wirklich Super-Artikel! Womensplaining halt.
      Die Dame ist seit Geburt voll gleichberechtig, findet es aber immer noch toll, eine Gleichbepflichtigung weit von sich zu schieben! Mit diffusen Argumenten, wie dass Frauen nicht den gleichen Lohn für dieselbe Arbeit erhielten. Man könnte meinen, alle Männer erhalten für die gleiche Arbeit denselben Lohn!
      Schon mal was von Leistungslohn gehört?

  • San sagt:

    Die Argumente bezüglich Widerstand sind nicht ganz zu Ende gedacht. 1: Eifersucht – Schon heute befindet sich ein nicht kleiner Teil der Frauen regelmässig auf Geschäftsreisen, in externen Aus- und Weiterbildungen, die oftmals über längere Zeit und sogar im Ausland stattfinden. 2: Wirtschaft – Dadurch, dass Frauen Dienst leisten, kann die Dauer der Dienstleistung halbiert werden. Da Männer tendenziell höhere Arbeitspensen leisten, wird die Wirtschaft in der Summe gar entlastet. Zudem könnte man bei Mutterschaft resp. Vaterschaft die Dienstpflicht ruhen lassen oder erlassen. Womit auch das Betreuungsproblem gelöst ist. 3: Arbeitskollegen – Siehe Punkt 2.

    • Viola sagt:

      „Wirtschaft – Dadurch, dass Frauen Dienst leisten, kann die Dauer der Dienstleistung halbiert werden“

      Richtig, bzw man Rückt von der Wehrgerechtigkeit ab, die ja heute nicht mal existiert (Frauen müssen nichts tun, sehr unterschiedliche Ausmusterungsraten etc.). Genau das sieht auch das Norwegische Modell vor.

  • Viola sagt:

    (1)
    „sollte der Bund eine Studiengruppe einsetzen, um diese Punkte auf die Schweiz zu übertragen“

    Sollte man machen und da gibt es sicher verbesserungsbedarf. Aber das Argument das sollte zuerst passieren ist nicht valide. Was man damit praktisch sagt: „Zuerst soll der Staat gesellschaftliche Probleme angehen die Frauen betreffen bevor er aufhört gezielt und staatlicht, rechtlich legitimiert Männer zu diskriminieren“. Tut mir leid aber da sollte wohl jedem auffallen das dies komplett absurd und unlogisch ist. Besser kann man umgekehrt Argumentieren: Erst behandelt mal der Staat alle gleich (was sehr einfach umzusetzen ist), dann gehen wir an die Gesellschaftlichen fragen. Oder natürlich am besten alles gleichzeitig, aber nicht mal das passiert.

  • Viola sagt:

    (2) Zum Global Gender Gap Report: Dieser hat massive Mängel da in der Berechnungsmethode Benachteiligungen von Männern in Gleichstellung übersetzt wird (interessierte können das gerne nachschauen, ist ein Fakt). Darüber hinaus: Auch norwegen hat eine nicht gerade kleinen GPG (über 13%) und trotzdem gibt es die Wehrpflicht für beide. Das sei mal genannt ehe hier wieder tausend leute mit dem Fadenscheinigen Argument „erst mal die Lohngleichheit“ kommen. Auch der bereinigte Gender Pay Gap ist nicht null, wie man im Global Gender Gap report leicht nachlesen kann.

  • Viola sagt:

    „Trotzdem ist mit Widerstand zu rechnen“

    Der grösste Widerstand wird von selbsternannten Feministen kommen, das sei schon mal garantiert. Dicht gefolgt von SVP und konservatien Ewiggestrigen (Wobei erstgennante die Feministen auch gerne ins ewiggestrige abrutschen wenn es um unangenehme Pflichten oder um Nachteile allgemein geht). Schon interessant das dies vergessen wurde.
    Zu Punkt 1 und 2: Wird wohl kaum eine Rolle spielen da die meisten Frauen ohnehin Zivildienst leisten werden. Die die ins Militär gehen wollen das und lassen sich sicher nicht von ihrem Freund davon abbringen.

    Ansonsten: vielen dank für so einen Artikel und weiter so. Dieses thema (und Männerbenachteiligungen: Rente, Witwenrente etc.) muss mehr Thematisiert werden wenn es um Gleichstellung geht, viel mehr.

  • Sportpapi sagt:

    Mir ist völlig unklar, was dieser Blogbeitrag aussagen soll. Die Stossrichtung ist die übliche – man könnte schon diskutieren, aber zuerst müsste noch (beliebig viele Punkte einführen)… Ansonsten ist mir unklar, ob der Text nun lustig sein soll oder einfach Gegenargumente ins Lächerliche ziehen möchte. Und was eigentlich dieses in alle Richtungen vom Thema ablenken soll (nein, rechtfertigt weder Lohnungleichheit noch Mansplaining. Wie kommen Sie darauf?).
    Und genau genommen gibt es auch keine „aufgeflammte Diskussion um Gleichstellung“. Es gibt nur tägliche Texte von Frauen, die über mehr oder weniger relevante Benachteiligungen von Frauen klagen, worauf Männer anmerken, dass insbesondere gesetztliche Diskriminierungen zuerst zu beseitigen wären – z.B. Militärdienst für Männer.

    • Sportpapi sagt:

      Jetzt konkret: Es steht ausser Zweifel, dass eine Dienstpflicht auch für Frauen angemessen und umsetzbar wäre – die Argumente dagegen sind an den Haaren herbeigezogen. Oder anders formuliert: Die Dienstpflicht nur für Männer widerspricht dem Verfassungsartikel der Gleichstellung der Geschlechter. Insofern ist es gar keine Frage, ob es „etwas bringt“.
      Übrigens ist das bei der in vielen Kantonen nach wie vor verbreiteten Feuerwehrpflicht auch gegangen. Das Bundesgericht entschied, dass die Heranziehung nur von Männern verfassungswidrig sei. Darauf mussten auch die Frauen die Feuerwehrersatzabgabe zahlen bzw. durften Dienst leisten.
      Angesichts des grossen Anteils „Untauglicher“ bereits unter der Männer ist die Frage allerdings, wie viele taugliche Frauen ausgehoben würden.

    • Martin Frey sagt:

      Was mich fast am meisten stört: die Frau, die sich immerhin neulich mit flammendem Plädoyer angeblich für Gleichstellung unter dem Motto „mehr Emanzen braucht das Land“ einsetzte, gibt nur vordergründig vor, dass ihr das Thema ein Anliegen wäre. In Tat und Wahrheit macht sie sich darüber lustig. Nach meiner Wahrnehmung trieft aus allen Poren (aka zwischen den Zeilen) eine belächelnde Geringschätzung der Leute, denen die letzten strukturellen Geschlechterdiskriminierungen ein Anliegen sind. Gepaart mit dem Bewusstsein, dass jeder ernsthafte Versuch etwas zu ändern die Unterstützung von ihr und verwandter Kreise benötigen würde.
      Daher wohl auch der Ansatz, mit flapsigen Vergleichen, nicht aber ohne familienpolitischen Maximalforderungen einzuwerfen, eine Art Glosse daraus zu machen.

      • Sportpapi sagt:

        Eben genau, Martin Frey: Genau so ist dieser Text bei mir angekommen. Wie eine Glosse. Dabei wäre eine ernsthafte Diskussion zum Thema längst überfällig. Oder zumindest eine ernsthafte Stellungnahme von Leuten, die täglich nach mehr Gleichberechtigung schreien, aber damit nur die eine Seite meinen.

  • Viola sagt:

    „Dann klappt es auch mit den Frauen im Militär.“

    Blödsinn von vorne bis hinten. Verfassung umsetzen (Gleichstellung) aber subito , bedigungslos, ohne punkt und komma, DANN klappt das mit den Frauen im Militär, weil sie dann nämlich müssen. Beweis: Klappt bei Männern auch. Oder meinen sie Frauen gehen lieber ins Gefängnis? Und alle die hier wieder mit Abschaffung der Wehrpflicht kommen: Wäre gut aber wurde versucht und mit einem der höchsten Ablehnungsraten ever abgelehnt.
    Von kostengünstiger Kinderbetreuung steht in der Verfassung nichts (auch wenn ich persönlich dafür bin).
    Alos nochmals: Verfassung umsetzen, so einfach ist das.

  • Viola sagt:

    „… Gleichstellung bringt immer einer dieses Gegenargument: Frauen müssen nicht ins Militär.“

    Ich glaube das haben sie was nicht verstanden: Es ist kein „Gegenargument“. Aber es ist eine Tatsache die fast immer übersehen wird. Schauen sie sich doch in den Medien um: Wie viele Artikel über die Männerdiskriminierung Wehrpflicht kommen auf wie viele Artikle über lohndiskriminierung von Frauen? Was schätzen sie ist das das Verhältnis? 1:100? Und ist das gerechtfertigt? Ich denke wir kennen beide die Antwort: Nein.
    Nein, es ist kein Gegenargument, aber wie Nachteile die Frauen verstärkt haben (sexuelle Belästigung) sollte das zumindest im Anteil 50:50 diskutiert
    werden, gerade weil es eine institutionalisierte und im gesetz niedergeschriebene diskriminierung ist.

  • Viola sagt:

    „Gleichstellungsgegnern das Maul stopfen“

    Eine der wenigen wirklich guten Punkte in dem Artikel. Zu behaupten sich für gliechstellung einzusetzen und sich nicht um die Wehrpflicht zu kümmern ist höchst unglaubwürdig. Tut man es allerdings, sieht das Gegenüber das man es mit der Gleichstellung ernst meint, auch wenn sie für einen nachteile hat und die Eigenen Argumenten und Frauenanliegen werden damit erheblich Glaubhafter.

  • Viola sagt:

    „Gleichstellungsgegnern das Maul stopfen“

    Trotzdem ist der Satz ein wenig komisch: Anscheinend befürwortet man eine Wehrpflicht für Frauen um Gleichstellungsgegnern (hier sind wohl eher Menschen gemeint die etwas gegen die Beseitigung von Nachteilen für Frauen haben) das Maul zu Stopfen. Sozusagen nicht der Sache wegen (Gerechtigkeit, die Gleichstellung die in der Verfassung steht wird umgesetzt etc.) sondern nur als Mittel zum zweck. Das ist ein wenig entlarvend denn dabei wird übersehen: Wenn man gegen eine Wehrpflicht für Frauen ist, ist man bereits ein Gegner der Gleichstellung und wenn man nur für eine Wehrpflicht der Frauen ist nur um anderen den Wind aus den Segeln zu nehmen ist man ebenfalls ein Gegner der Gleichstellung. An dem Punkt muss man also vorsichtig sein.

  • Glasmost sagt:

    Irgendwie irritiert es mich, dass die Autorin die Schweizer Armee zwar unnötig findet, sie dann aber ausgerechnet Norwegen mit glänzenden Aeuglein bezüglich Dienstpflicht als Vorbild sieht. Dieses Land wird in absehbarer Zeit genauso wenig angegriffen wie die Schweiz. Warum findet sie es gut, dass in Norwegen beide Geschlechter Dienst leisten müssen, während sie es in der CH unnötig findet „die Anzahl Soldaten (mittels Gleichstellung) zu verdoppeln“?

  • Olivier Michael sagt:

    „Sonst muss sie weiter Neonazis, Rambo-Typen und andere geistige Glanzlichter der abendländischen Zivilisation zum Weitermachen heranziehen.“

    Mit dieser Aussage disqualifiziert sich die Autorin gleich selber. Tatsache ist, dass leider viele kritische junge Erwachsene, die eigentlich der Armee gut tun würden, wegen der faktischen Wahlfreiheit in den Zivildienst ausweichen. Dieser ist viel angenehmer, flexibler und kann einem beruflich weiterhelfen (z.B. Praktika bei der Konjunkturforschungsstelle der ETH. Das ist allen Soldaten gegenüber unglaublich unfair. Leider gibt es in der Schweizer Armee noch zu viele weitere Baustellen…

  • Kurt Normann sagt:

    Lessing, Doris
    „Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so sehr Teil unserer Kultur geworden ist, dass sie kaum noch wahrgenommen wird. Es ist Zeit, dass wir uns fragen, wer eigentlich diese Frauen sind, die ständig die Männer abwerten. Die dümmsten, ungebildetsten und scheußlichsten Frauen können die herzlichsten, freundlichsten und intelligentesten Männer kritisieren und niemand sagt etwas dagegen. Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun.“
    Es wird Zeit!

  • Hans Hasler sagt:

    Ich komm nicht draus. Ist der Artikel Satire? Die Auflistung der Vorteile kann doch unmöglich ernsthaft geglaubt werden.

    Aber wenn Frauen unbedingt zum Militärdienst gezwungen werden wollen werde ich mich nicht dagegen wehren. Aber die Illusion, dass Militärdienst ein Karrieresprungbrett ist (war vielleicht mal so – vor langer Zeit) oder relevante Führungserfahrung vermittelt ist schon sehr weit hergeholt.

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Führungserfahrung habe ich definitiv sehr viel bekommen in der Armee. Z.B. habe ich gelernt, das man sich von teammässig destruktiven Mitarbeitern konsequent trennen muss. In der Armee hat es ja in jedem Zug solche Leute und man kann dann sehr schön über einen längeren Zeitraum beobachten, dass diese wenigen Leute (die man ja nicht los wird) es immer schaffen ein Team kaputt zumachen und dafür zu sorgen, dass Ziele nicht erreicht werden. Ich bin der Armee sehr dankbar für diese und andere Erfahrungen und meine Firma profitiert jetzt davon.
      Das man mit 20 Jahren ein Team von teilweise 30 Leuten führen muss, ist ganz allgemein eine gute Erfahrung. Milizoffiziere sind immer sehr willkommen in meinem Team – das sind meist überdurchschnittliche Mitarbeiter meiner Erfahrung nach.

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