Freitagsfrage

Wie komme ich an meine Tochter ran?

Wenn das vorher so vertraute Kind sich verschliesst, bleiben Eltern ratlos zurück. Hier sind einige Tipps zum Umgang mit Teenagern.

Ihre Privatsphäre, mein Verdruss: Eltern fällt es oft schwer, loszulassen. Illustration: Benjamin Hermann

Seit meine Tochter (14) in der Sek ist, hat sie keinen Kontakt mehr zu ihren Sandkastenfreundinnen aus dem Dorf. Ihre neuen Freunde kenne ich kaum; sie möchte sie mir auch gar nicht vorstellen. Seit sie mit ihnen unterwegs ist, wurde sie mir gegenüber viel verschlossener und frecher. Früher hatten wir ein total vertrautes, enges Verhältnis, heute komme ich kaum mehr an sie ran. Mir tut das weh – und ich mache mir Sorgen. Muss ich diese Gefühle akzeptieren oder kann ich etwas dagegen tun? Ramona

Liebe Ramona, herzlichen Dank für Ihre Frage. Für Ihre Tochter hat mit dem Übertritt in die Sek ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Nicht selten werden zu diesem Zeitpunkt «Sandkastenfreundschaften» weniger gepflegt oder aufgegeben. Neue Beziehungen bieten neue Möglichkeiten: Ihre Tochter kann sich in der neuen Peer-Gruppe anders erleben und ausprobieren.

Dass sie Ihnen ihre neuen Freunde nicht vorstellen möchte, hat vermutlich weniger mit Ihnen zu tun, als damit, dass es für Jugendliche wichtig ist, einen eigenen Gestaltungsraum aufzubauen und zu erhalten. In diesem Sinn äussert sich auch der Entwicklungspsychologe Urs Fuhrer: «Eltern müssen begreifen, dass in der Verweigerung ihrer pubertierenden Kinder und in ihrem Streben nach mehr Unabhängigkeit von der Familie der Wunsch verborgen ist, sich auseinanderzusetzen, Grenzen auszutesten, die Persönlichkeit zu entwickeln und erwachsener zu werden.»

Ablösung meint nicht die Auflösung der Eltern-Kind-Beziehung, sondern eher deren Umbau.

Ich möchte es so formulieren: Ihre Tochter tut, was sie entwicklungsmässig in ihrem Alter tun muss. Und das ist wichtig für sie.

Ablösung meint nicht die Auflösung der Eltern-Kind-Beziehung, sondern eher deren Umbau. Das bedeutet, dass Sie die Art, wie Sie aufeinander zugehen, und die gegenseitige Nähe und Distanz neu miteinander austarieren müssen. Bisher konnte Ihr enges Verhältnis zu Ihrer Tochter dabei helfen, über deren Entwicklung und allfällige Herausforderungen informiert zu sein. Das verändert sich nun und es ist mehr denn je gegenseitiges Vertrauen gefordert. Loslassen braucht Vertrauen.

Da Vertrauen viel mit Erfahrungen in der Vergangenheit zu tun hat, kann es für Eltern hilfreich sein, frühere Erlebnisse zu reflektieren. Zum Beispiel: Wo konnte das Kind den familiären und gesellschaftlichen Werten entsprechend handeln? Wann wandte es sich an vertraute Personen, wenn es nicht weiter wusste? Wichtig erscheint mir, dass als Massstab für diese Einschätzungen nicht reife Erwachsene dienen, sondern Kinder im entsprechenden Alter. So unterschätzen wir die Fähigkeiten der Kinder weniger.

Führen Sie  sich auch vor Augen, wie bisherige, gemeinsam erlebte Ablösungsprozesse gelungen sind. Denn: Eltern und Kinder haben schon etliche miteinander gemeistert, seien sie auch noch so klein! Was hat zum Beispiel bei der Geburt, beim Abstillen, beim Wiedereinstieg in die Berufstätigkeit nach der Mutterschaftszeit oder beim Kindergarteneintritt geholfen? Und, welchen Beitrag hat das Kind geleistet?

Solche Reflexionen können das Vertrauen der Eltern in das Kind, seine Handlungen und Entscheidungen festigen und dadurch auf die Zukunft übertragen. Sie wissen, ihr Kind holt sich Hilfe, wenn es nicht weiter weiss. Oder sie erkennen, wo ihr Kind noch Unterstützung braucht und überlegen sich, was sie dazu beitragen können.

Wechseln Sie von interessierten und gleichzeitig kontrollierenden Fragen zum interessierten und ehrlichen Gespräch.

Da die Pubertät von Veränderungen geprägt ist, ist das Verhalten der Jugendlichen neu und weniger vorhersehbar. Das kann verunsichern. Vertrauen schafft eine Brücke zwischen «vertraut» und «noch unvertraut». Eltern verzichten dadurch auf einen Anspruch auf Kontrolle  – und stärken die Bindung zwischen sich und den Jugendlichen. Sie akzeptieren so, dass Jugendliche einen eigenen Raum brauchen und diesen nach ihrem Gutdünken gestalten.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jegliche Regeln aufgegeben werden. Im Gegenteil: Jugendliche brauchen sinnvolle, der individuellen Reife entsprechende Regeln, welche sie austesten können. Am besten werden diese miteinander vereinbart. Es wirkt ausgesprochen vertrauensfördernd für Eltern und Jugendliche, wenn der Dialog erhalten bleibt. Um im Dialog bleiben zu können, braucht es daher eine veränderte Kommunikation: Wechseln Sie von interessierten und gleichzeitig kontrollierenden Fragen zum interessierten und ehrlichen Gespräch. Konkret: Anstatt zu fragen «Wer sind deine neuen Freunde?» laden Sie Ihre Tochter zum Gespräch ein über etwas, das sie beide interessiert. Zum Beispiel die aktuelle «Black Lives Matter»-Bewegung.

Sie sprechen vom Schmerz über den Verlust Ihres vertrauten und innigen Verhältnisses zu Ihrer Tochter. Ja, das kann sehr weh tun!

Die Psychotherapeutin Verena Kast spricht davon, dass uns jeder Prozess der Ablösung auf uns selbst zurückwirft, wir zurückbleiben und alleine sind. Sie sagt auch: «Viele Probleme, die Erwachsene mit Kindern haben, haben damit zu tun, dass nicht wirklich von Phasen Abschied genommen wird, die vorbei sind. Abschied nehmen, will gelernt sein. Die Emotion, die uns hilft, Abschied zu nehmen, Verluste aufzuarbeiten, das ist die Trauer.»

Für die einen Menschen ist es hilfreich, diese Gefühle zuzulassen, um sie zu akzeptieren und zu verarbeiten.

Und – auch wenn ein offener und ehrlicher Dialog mit den Jugendlichen wünschenswert ist – von Botschaften wie «Es tut mir so weh, dass wir nicht mehr…» rate ich ab. Sie vermitteln Schuldgefühle und erschweren die Ablösung.

Viele Eltern kennen ähnliche Gefühle. Möglicherweise finden Sie Personen, mit der Sie sich austauschen können – wenn nicht im privaten Umfeld, dann vielleicht in der Elternbildung Ihrer Region.

Zum Schluss nochmals Verena Kast: «Wir müssen lernen, so loszulassen, dass wir uns nicht einfach beraubt vorkommen, sodass wir auch immer wieder den Mut haben, uns neu einzulassen.» Dadurch schaffen Sie eine Grundlage, noch viele wunderbare und vertraute Begegnungen mit Ihrer gereiften Tochter zu erleben.

Ich wünsche Ihnen dafür viel Kraft und alles Gute!

Daniela

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23 Kommentare zu «Wie komme ich an meine Tochter ran?»

  • maike sagt:

    Ob sich die Fragestellerin noch daran erinnern kann, wie sie selber in dem Alter gewesen ist ? Solche Rückblicke können sehr förderlich sein. Zumdem sollte sie Vertrauen in ihr Kind und in die bisher geleistete Erziehung haben. Ihre Tochter wird langsam erwachsen, die Horizonte erweitern sich, sie lernen andere Menschen, andere Lebensstile kennen. Das wird schon ! Nur Mut.

  • Nick sagt:

    Am wichtigsten wäre es, wenn Mütter (Väter haben meist einen Job der sie ausreichend beschäftigt) neben der Betreuung des innig geliebten Kindes noch irgendeine andere relevante und erfüllende Aufgabe haben. Dann kommt das schon gut. Sonst muss das langsam selbständiger werdende Kind weiter herhalten, um die Angst der Mutter vor Leere und Irrelevanz in ihrem Leben zu kompensieren. Besonders hart trifft es Einzelkinder und da vor allem Jungs, in denen die Mutter alles mögliche sieht, das der Mann oder Partner nicht leistet. Ich weiss wovon ich hier schreibe. Seufz.

  • Anh Toàn sagt:

    „Jugendliche brauchen sinnvolle, der individuellen Reife entsprechende Regeln, welche sie austesten können. Am besten werden diese miteinander vereinbart.“

    Ach ja?!? Und wenn der Jugendliche sagt, er wolle gar keine Regeln, kann man das dann auch mit ihm vereinbaren? Eine Vereinbarung ist nur eine, wenn beide Seiten darauf verzichten könnten, eine zu schliessen: Wenn Regeln vereinbart werden, sind es keine, ausser man vereinbart Regeln mit einer Gültigkeitsbeschränkung oder einer Kündigungsfrist. Ohne sind die Regeln ja nicht auf ewig gemeint, also sind die jederzeit kündbar, aber dann sind es keine Regeln:

    Wer mit seinen Kindern verhandelt, nimmt seine elterliche Verantwortung nicht wahr. (Die meisten nehmen die Verantwortung war, diktieren Regeln und sagen dem verhandeln.)

    • Anh Toàn sagt:

      Wenn die Regeln der individuellen Reife entsprechen sollen, braucht es die für die Bereiche, über die die Kinder/Teenager gemäss ihrer individueller Reife noch nicht selber entscheiden können, was wiederum ausschliesst, dies zu verhandeln, denn dies können die nicht entscheiden.

      Die Eltern entscheiden, wie viel Freiraum, ob Kleinkind oder Teenager. Gerade weil die Kinder/Teenager das eben nicht selber können, können sie es auch nicht verhandeln.

      • Anh Toàn sagt:

        Das praktische Problem an Regeln, ob man die jetzt, nach Anhörung und Diskussion wohlwollend diktiert oder diese verhandelt, die Verletzung der Regeln muss Sanktioniert werden. Das mag bei kleinen Kindern vielleicht noch einigermassen funktionieren, mit Sanktionen die dem Kind dienen (kein Desssert, kein Bildschirm, ist ja eigentlich gut). Bei Teenagern wird das aber kaum gehen, milde Sanktionen werden zu Optionen (Ich komme zur Zeit nach Hause oder esse halt kein Dessert), harte Sanktionen werden schnell zu Misshandlung (Ausgangssperre), will man die gegen den Willen des Teenagers durchsetzen, geht es nicht ohne Freiheitsberaubung, physische Gewalt:

        Ich glaube nicht an das Konzept von Strafe zum Erziehen, also auch nicht an das von Regeln.

      • Anh Toàn sagt:

        Ich bin Diktator, ich brauch keine Regeln. Solange und soweit ich gelassen werde, diktiere ich. Das nennt man nicht diktieren, sondern regieren, führen und lenken, da geht es um Einzelfallentscheide, die Regeln stehen im Familien und Kindesrecht, auch im Strafrecht. Aber beim Regieren geht es um Anwendung dieser Regeln im Einzelfall: Klar ist nicht jeder Samstag ein Einzelfall, aber die Heimkehrzeit ändert ein Jahr später, es gibt Ausnahmen, (Geburtstag, evtl der der besten Freundin auch, das Open Air, Feiern eines guten Zeugnisses etc.), insgesamt sind es viel eher Einzelfälle, manche davon einander halt ähnlich.

        Ich brauche keine Regeln, ich entscheide individuel konkrete Sachverhalte anhand von Regeln.

      • Maike sagt:

        Ja super – und wer bestimmt den bitte die ‚individuelle Reife‘ eines Teenager ? Geht das per Tests oder was ? Und Teenager können ganz schön harte Verhandlungspartner sein – da kennen Sie meine Töchter aber schlecht.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Ein wirklich erklärender und darum hilfreicher Artikel. Biologisch sind Jugendliche mit zwölf bis fünfzehn Jahren „erwachsen“. In früheren Zeiten heirateten die meisten in diesem Alter, hatten wenig später eigene Kinder zu versorgen. Dank unseres Wohlstands verlängern wir über die Bildung aber die Abhängigkeit und damit die Kindheit der Jugendlichen weit über diese biologische Grenze hinaus. Wir sind nun mal biologisch darauf getrimmt, das Elternhaus zu verlassen und eigene Familien zu gründen.
    Wenn die Eltern es nicht schaffen, zum richtigen Zeitpunkt (abhängig von der sozialen Entwicklung), die Jugendliche als gleichwertig und gleichberechtigt zu behandel, verlieren sie zwangsläufig jede Kontrolle. Die Instinkte sorgen dafür.

    • Ruth sagt:

      Die berühmte Psychoanalytikerin Françoise Dolto sagte schon : ab 18 Jahre sollten die jungen nicht mehr bei ihren Eltern leben sondern ihr eigenes leben führen und verantworten. Heute bleiben aber die Jungen manchmal bis über 25 zuhause !

      Nachher haben sie keine Ahnung von nichts, administratives, haushalt, kochen, nichts aber nichts. Sie haben nie eine verantwortung gehabt un heiraten dann und beide haben keine Ahnung.

    • Muttis Liebling sagt:

      Die zeitgemässe Erziehung, häuslich, schulisch, gesellschaftlich, tut alles, um Erwachsenwerden möglichst weit in die Zukunft zu verschieben, wenn nicht ganz zu verhindern.

      Denn selbstverständlich kann man heute erst recht mit 15 heiraten und selber Kinder bekommen. Das viel zu hohe Schutzalter von 18 Jahren dient dem Nichterwachsenwerden.

      • Maike sagt:

        Wann seit ihr beiden das letzte Mal vor der Tür gewesen ?? Das muss unendlich lange her gewesen sein, als wohl noch eine 1 vor dem Jahrtausend stand.
        Mit 18 ausziehen und wohin bitte schön ? Schon mal die aktuellen Wohnraumpreise gecheckt ?? Und auch die Eltern sitzen nicht gerade auf Geldsäcken, das sie ihren Kindern eine eigen Wohnung finanzieren können.
        Glaubt ihr den, die Generation 18+ würde nicht gerne auf eigenen Beinen stehen und eine eigene Wohnung haben ?
        Und liebe Ruth, wenn Du Deinen Kindern nichts vom Haushalt, kochen, waschen beigebracht hast – wessen Schuld ist das dann ? Garantiert nicht die eines Schülers….

  • andy sagt:

    Teenager:
    Die Suche nach Aufmerksamkeit.
    Im Zentrum stehen meist Idole.
    Mädchen z.B. kleiden sich gern „neu“ ein.
    Knaben suchen z.B. Bestätigung im Sport oder Fitness.

    Da sich die Pubertierenden durch die Reglements der Eltern in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen, die Eltern aber wiederum das Verhalten des Kindes durch eine „moralische Linse“ betrachten, sind Interferenzen quasi vorprogrammiert. Hier gilt es, gewisse Regeln – geschrieben oder ungeschrieben – einzuhalten und so weit wie möglich Verständnis für den anderen aufzubringen, was sich wiederum in fairen Kompromissen äußern kann.

    In der späten Pubertät treffen Jugendliche dann zunehmend eigene, verbindliche Entscheidungen, und dies in nahezu allen Bereichen ihres Lebens.

  • Carolina sagt:

    Wie Verena Kast glaube auch ich, dass wir alle generell Probleme damit haben, Abschied zu nehmen, Unwiderbringliches auch als das zu sehen und dann aber das Schöne, Wertvolle mit in die Gegenwart zu bringen. Wir Menschen neigen wahrscheinlich dazu, uns in den Nischen gemütlich einzurichten, die mit Freude, mit Glück, mit Erfüllung unserer Hoffnungen und Erwartungen ausgefüllt sind. Da verdrängen wir dann, dass diese Nischen irgendwann aufbrechen, anders werden und von einigen Mitbewohnern verlassen werden. Das halte ich für völlig normal und nicht verwerflich.
    Als extremes Muttertier (O-Ton mein Mann) habe ich sehr lange gebraucht, um bei meinen Töchtern soweit zu kommen, meinen eigenen Anteil, meine eigenen Bedürftigkeiten zu sehen und ehrlich dazu zu stehen.

    • Carolina sagt:

      Auch ich habe geklammert und kontrolliert, völlig unreflektiert. Bis mir irgendwann klar geworden ist, dass ich meine Töchter (und jetzt auch bald den pubertierenden Sohn) verliere, wenn ich so weiter mache. Zusammen mit meinem Mann (das war sehr wichtig, das Zusammenspiel!) haben wir angefangen, mehr Vertrauen auszustrahlen, ihnen immer zu verstehen zu geben, dass wir immer für sie da sind, dass sie auch Fehler machen dürfen. Aber wir haben auch klare Regeln aufgestellt – z.B. telefonieren, wenn es später wird; wer holt ab; Ausgangsregeln etc – und uns daran gehalten. Die Kinder auch, nachdem sie mal festgestellt haben, dass wir Einhaltung der Regeln mit noch grösserem Vertrauen belohnen.
      Aber ich bin ganz ehrlich: ich sehne mich heute noch nach den unkomplizierten Zeiten zurück;-))

  • Reincarnation of XY sagt:

    Im Interview gefällt mir der Satz: „wenn sich Kinder ablösen, werden wir wieder auf uns selbst geworfen.“

    Wenn wir nicht in unserem Selbst „ruhen/glücklich sind o.ä.“, löst das eine Krise aus.
    Das reflektiert natürlich auch der Teenager, denn er wird so ein Teil unserer Krise. Wir mischen dem Ablöseprozesse unsere negativen Gefühle und unser eigenes ungefestigtes Selbst bei.
    Eine aufschlussreiche Perspektive.

  • André sagt:

    Wären wir alle nicht ganz so emotionsgeladen und ja voreingenommen, könnten wir leichter Striche unter Dinge ziehen, die sich sowieso nicht mehr ändern lassen. Loslassen oder gelassen sein ist guter Ansatz, den jedoch auch niemand wirklich konsequent für „immer“ schaffen kann. Das Leben ist eben das Leben und sehr interessant und auch spannend. Ohne Sorgen wären wir alle wahrscheinlich sehr unglücklich. Probleme halten unseren Geist und Körper auch am Leben. Ein Sprichwort das ich letztens las, fand ich gut. Verzeihen ist die beste Rache. Aktives Leben beinhaltet wie erwähnt, mehr als nur weise Worte zu befolgen versuchen.

  • Lisa sagt:

    Meiner Erfahrung nach vergessen viele Eltern, dass sie selbst einmal 14 Jahre alt waren und welche Gefühle und Bedürfnisse sie damals hatten. Wie wichtig die Freiräume mit den Freunden waren. Wie es genervt hatte, wenn die Mama mit mir wie mit einem Kind redete (Hallo – ich bin doch fast erwachsen!). Dass man die Eltern stellenweise ziemlich doof und von vorgestern empfand. Usw. Usf. Reflektion ohne Verklärung der Vergangenheit hilft.

    • Sabine sagt:

      Manchmal sind die Kinder aber auch anders als man selbst. Ich erkenne mich in beiden meinen Töchtern nur wenig. Die eine ist extrem emotional und hat sich im Alter von 10 schon von uns abgelöst, die andere ist extrem rational und mit ihr bin ich seit der Sek eng zusammengewachsen. Das Innenleben der älteren Tochter konnte ich eher nachvollziehen, als sie noch ganz klein war, danach wurde sie mir eher fremd. Bei der jüngeren war es genau umgekehrt. Ich habe jahrelang nicht gewusst, was in ihr vorgeht, da sie mir auch nie etwas erzählt hat. Erst mit 12 hat sie angefangen sich mir gegenüber zu öffnen. Dafür wie ein Wasserfall… Ich selber war mit 14 Jahren anders als beide meine Töchter und erkenne mich in beiden so gut wie gar nicht wieder.

      • Lisa sagt:

        @Sabine: Ich glaube, du hast meinen Kommentar missverstanden oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt 🙂 Es geht nicht darum, dass man sich in seinen Kindern wiederfindet oder dass sie genau die gleichen Erlebniswelt haben wie man selbst. Aber ich erinnere mich an meine eigene Jugend zurück, auf das Auf und Ab der Gefühle, das sich unverstanden fühlen, nicht mehr Kind sein aber leider auch noch nicht erwachsen. Und in dem ich mich daran erinnere, kann ich auch das manchmal irrationale Verhalten von Teenagern besser einordnen. Nicht nur der eigenen Kinder, sondern auch der Lernenden im Betrieb, der Nachbars“kinder“ usw.

  • Tasch sagt:

    Es ist schon etliche Jahre her, aber ich erinnere mich gerne an die Zeit zurück… Meine Mutter hatte damals eine für uns stimmige Lösung gefunden. Anstatt Druck zu machen oder mir auf die Nerven zu gehen, hat sie kurzerhand den „Erwachsene Abend“ eingeführt. D.h. einmal im Monat gingen wir (abwechselnd Sie und ich oder mein Vater und ich) auswärts Essen.

    Quasi wie ein Date, mit Restaurant aussuchen, reservieren und etwas aufbretzeln.
    Die Abende öffnete die Tür zu einer „neuen Gesprächsebene“ und hat sicherlich allen geholfen, die neue Phase zu akzeptieren.

    …und alle meine Freundinnen waren superneidisch.

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