Teure, teure Mutterschaft

Mutter zu sein, ist ein Verlustgeschäft. Eine aktuelle Studie zeigt: Es geht um ein Vermögen. Überraschend daran ist vor allem, dass es so normal scheint.

Unfaire Konsequenzen: Unterbricht eine Frau ihre Berufskarriere, kann dies riesige Einbussen bedeuten. Foto: Getty Images

Kürzlich bestellten wir unsere AHV-Kontoauszüge, mein Partner und ich. Was soll ich sagen? Ich weiss ja, dass er mehr verdient. Der Blick auf die Papiere, die nun ausgebreitet vor uns lagen, war dennoch, wie wenn beim Fernglas am Schärferegler hantiert wird. Gestochen scharf zeigte sich: Zuerst lange Zeit Gleichstand. Dann Geburt und, zack, Schere auf!

Dabei arbeiten wir beide nicht mehr Vollzeit, seit wir Eltern sind. Ja, ich reduzierte anfangs mehr als er. Doch gab es bei beiden weitere Veränderungen, hier eine Weiterbildung, da branchenspezifische Honorarunterschiede, jedenfalls: individuelle Erklärungen. Meine ich.

Mama zahlt drauf

So individuell, wie man gerne glaubt, ist es aber wohl selten. Dass Mütter draufzahlen, und nicht wenig, ist bekannt. Eindrückliche Zahlen liefert eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung: Eine Frau mit einem Kind in Westdeutschland verdient im Lauf ihres Lebens 43 Prozent weniger als eine kinderlose Frau, steht da. Und mit jedem weiteren Kind erhöhen sich die finanziellen Einbussen. Bei zwei Kindern auf 54, bei drei auf fast 70 Prozent. Deprimierender wird es nur, wenn man mit konkreten Zahlen rechnet… oder weiterliest und erfährt, dass Frauen mit Kindern im Lauf ihres Lebens durchschnittlich nur halb so viel wie Männer verdienen. Väter dagegen, Achtung, haben auf dem Lohnzettel gar mehr als ihre kinderlosen Kollegen.

Die Studie untersucht die Situation in Deutschland. Dass es hier nicht komplett anders ist, sagen einem aber nicht nur Bauchgefühl und AHV-Auszug. Laut einem NZZ-Artikel zeigen verschiedene Datensätze: Auch in der Schweiz gibt es eine «Mutterschaftsstrafe». Vermutet wird, dass sie ähnlich hoch ausfallen könnte, wie in Deutschland. Beachtlich sind Ergebnisse einer Studie der Uni Neuenburg im Auftrag von Pro Familia: Unterbricht eine Frau zunächst ihre Berufskarriere, kann dies für sie im Lauf der Zeit Einbussen von bis zu 900’000 Franken bedeuten.

Normal? Skandalös!

Gewaltige Zahlen. Aber überraschend? Überraschend ist eher, dass die Ungleichheit so normal scheint. Mütter arbeiten schliesslich auch weniger… denken wir doch. Ein Hauptgrund für Mamas Verlust ist ja, dass – in Deutschland wie in der Schweiz – noch immer das Ernährer-Zuverdienerin-Modell dominiert. Frau reduziert im Beruf oder unterbricht ganz, wenn das erste Kind kommt. Und ihr Einkommen erholt sich davon auch später nie mehr.

Doch von wegen weniger arbeiten: Unter dem Strich leisten Mütter und Väter etwa gleich viele Arbeitsstunden. Laut Zahlen des Bundesamtes für Statistik sind es bei beiden plus minus 70 Stunden wöchentlich. So oder so viel! Bloss besteht Mamas Pensum zum markant grösseren Teil aus Essen kochen, Wäsche waschen, Kinder betreuen – zwar «systemrelevant», aber nicht bezahlt. Oder, wie Journalistin Sibylle Stillhart in ihrem Buch «Schluss mit gratis!» schreibt: «Die meisten Frauen arbeiten, ohne dafür einen Lohn zu erhalten.» Normal? Skandalös eher, wie Mütter deshalb finanziell dastehen!

Gleichstellung nur für Privilegierte?

Erwerbspensum erhöhen also? Macht Sinn. Auch wenn die Empfehlung an Mütter, mehr zu arbeiten, ein bisschen so wirkt, als fordere man Marathonläuferinnen auf, mehr Schritte pro Tag zurückzulegen. Doch verkleinert ein höheres Erwerbspensum nicht nur die Öffnung der Schere, sondern auch das Risiko der Altersarmut. Bloss: Wenn dabei nur die Doppelbelastung steigt und Babypause, «Gender Pay Gap», «Frauenberuf» oder alles zusammen den Zweitlohn auch bei höherem Pensum zum «Taschengeld» degradieren und dieses von Steuerrechnung und Kita-Gebühren wieder aufgefressen wird … nicht ermutigend! Im Schatten von Kita-Tagen und ausgelagerter Haushaltsarbeit lauert zudem die unbequeme Frage: Ist das Gleichstellung, was da via weniger privilegierter Frauen erkauft wird? Nein, findet etwa Journalistin Teresa Bücker im Magazin der Süddeutschen Zeitung. Und dass sich eine solche «Gleichstellung» nur halten lässt, wenn grad kein Lockdown ist, haben wir gesehen.

Klar ist, dass die Rechnung ohne Männer nicht aufgeht. Rollenbilder müssen hinterfragt, Zuständigkeiten verhandelt werden. Verdient er aber mehr als sie – wie so oft – müssen beide sehr idealistisch sein, um bezahlte und unbezahlte Arbeit gerecht zu teilen. Und nicht zu knapp bei Kasse, um überhaupt die Wahl zu haben …

Kippen wir den Schalter um!

Da lässt sich nicht oft genug gegen «Gender Pay Gap» und schlecht bezahlte «Frauenberufe» anschreiben. Es ist aber auch weiter zu bohren, etwa mit Fragen, wo eine ausgebaute Elternzeit für Mütter und Väter bleibt oder warum die 42-Stunden-Woche so sakrosankt ist. Im «Das Magazin» sprach sich Adelheid Biesecker für eine radikale Verkürzung der Erwerbsarbeit aus. Eine 20-Stunden-Woche, so die Ökonomin, «ermöglicht allen Erwerbsarbeit – Männern wie Frauen. Und so könnten wir die Männer gleichwertig in die Sorgeprozesse einbeziehen.»

Solche Ansätze gegen Ungleichheit – wie auch die Anerkennung von Care-Arbeit oder das bedingungslose Grundeinkommen – werden vermehrt diskutiert. Zu oft noch, scheint es, werden Ideen, die nicht ins gewohnte Denkschema passen, aber als Utopien abgetan. Vielleicht können wir uns das allerdings gar nicht mehr lange leisten: Wenn bald Milliarden Menschen ökonomisch überflüssig werden, wie etwa Historiker Yuval Harari im Buch «21 Lektionen für das 21. Jahrhundert» als Szenario skizziert, muss ein Plan B her. Zum Beispiel, so Harari, das Spektrum menschlicher Tätigkeiten zu erweitern, die wir «Arbeit» nennen: «Gegenwärtig kümmern sich Milliarden Eltern um ihre Kinder, Nachbarn geben aufeinander acht, und Bürger organisieren Gemeinschaften, ohne dass diese wertvollen Tätigkeiten als ‹Arbeit› anerkannt wären. Möglicherweise müssen wir einen Schalter in unserem Kopf umlegen und anerkennen, dass Kindererziehung vermutlich die wichtigste und herausforderndste Tätigkeit auf dieser Welt ist.»

Für diese «wichtigste und herausforderndste Tätigkeit» bezahlen Mütter noch immer ein Vermögen. Machen wir uns daran, den Schalter umzukippen. Bis dahin: Werft ein Auge auf eure AHV-Kontoauszüge.

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96 Kommentare zu «Teure, teure Mutterschaft»

  • Meinrad Hubacher sagt:

    Ich bin ehrlich gesagt schockiert, schockiert darüber, dass heute noch solche Diskussionen geführt werden. Wer als Frau arbeiten will, dann macht sie das auch. Dann geht das Kind in die Kita oder der Mann arbeitet weniger. Hört doch mal auf immer über das Geld zu sprechen, wenn es so wichtig ist, macht doch kein Kind. Darüber hinaus erhalten Frauen heute Erziehungsgutschriften in der AHV sowie werden AHV-Beiträge aufgrund der Erwerbstätigkeit des Mannes für die Frau ebenfalls angerechnet, auch wenn die Frau nicht arbeitet. Nein, das war vor 20 Jahren noch nicht der Fall. Also liebe Frauen und Männer, redet miteinander und organisiert euch wenn ihr Kinder wollt und jammert nicht immer wegen dem Geld. Sonst behaltet das Geld und macht keine Kinder.

  • Andrea sagt:

    Ich habe in meinem nahen Umfeld zwei Frauen, die ungewollt kinderlos sind. Beide haben ihren Traumjob. Neue wurden noch so gerne auf 1Mio Fr Einkommen verzichten, dürften sie dafür ein Kind n ihren Armen halten. Solche Frauen tragen sich nicht einfach nur auf über gewisse Ungerechtigkeiten, die das Leben mit sich bringt. Solche Frauen schmerzt ein solcher Artikel bis zu tiefst im Innern.
    Das lernen ist kein Wunschkonzert und leider auch nicht fair.

  • Simon Affentranger sagt:

    Wir können nicht auf Systemänderungen warten, sondern wir können jetzt handeln. Männer übernehmen mehr Heim- und Betreuungsarbeit, Frauen übernehmen höhere Pensen im Beruf. Wenn sich alle da dran machen und nicht wieder hundert Jahre überlegen, ob und wie und warum, sondern einfach machen, dann ändert sich tatsächlich was. Die Rollen sind hinterfragt, die könnt ihr weiter hinterfragen, wenn gleichzeitig was getan wird. Oder ihr – ich merke grad, dass ich wohl zu „den Frauen“ spreche – könnt euch noch lange über euren AHV-Auszug (der BVG-Auszug sieht noch schlimmer aus) empören. Lasst uns endlich einmal den Gestaltungsspielraum unserer privilegierten Gesellschaft Schweiz ausreizen. Und gleichzeitig die Strukturen politisch verändern.

  • Sonusfaber sagt:

    Die meisten von uns werden derart geschädigt im Laufe ihrer Kindheit, derart misshandelt und missbraucht, büssen derart viel an Lebendigkeit und Menschlichkeit ein, an Authentizität, dass ihr weiteres Erwachsenenleben eher ein Überleben als ein Leben ist – bestenfalls keine nachhaltige Freude (bis auf ganz wenige Ausnahmen). Daher wäre ich dafür, Kinderlose finanziell zu belohnen!

  • Patrick Renold sagt:

    Was interessiert mich Geld und Karriere. Ich hatte eine Karriere und heute mache ich nur noch was mir Spass macht. Diese Gesellschaft, der Staat und Karriere gehen mir am Allerwertesten vorbei. Freude machen mir meine Familie und mein Beruf. Ich will Lebensqualität und nicht immer mehr von derselben Konsumscheisse.

  • Neuenschwander sagt:

    An all die Mitmenschen, mit dem Vorwurf „Wer Kinder kriegt, hat halt Nachteile/ist Schuld etc.“ Ich hoffe, ihr seid froh, dass sich eure Eltern offensichtlich nicht von so dämlichen Argumenten haben beeinflussen lassen. Andernfalls scheint ihr eure Existenz ja als überflüssig zu betrachten. An alle frischen und gut gealterte Eltern: Lasst euch das nicht bieten! Kämpft für eure und die anderen Kinder!

    • Anh Toàn sagt:

      Es hat auch schon jemand die Eltern verklagt, geboren worden zu sein. Und wäre ich nicht geboren worden, müsste ich mir wenigstens keine Gedanken machen, ob meine Existenz überflüssig ist.

      Aber auch wenn ich froh bin am Leben, wäre ich nicht geboren worden, würde ich auch nichts vermissen, mich nicht beklagen:

      Kein Kind auf der ganzen Welt hat darum gebeten, geboren zu werden, aber schon manche haben darum gebetet, sie wären nicht geboren worden.

    • Sonusfaber sagt:

      Das nenne ich Idealisierung der Eltern. Denn de facto erfährt niemand so viele brutale Misshandlungen wie Kleinkinder – obwohl alle Eltern sich gerne für liebevoll halten und unermüdlich beteuern, ihre Kinder zu lieben. Alles gelogen. Denn die meisten davon sind für ihre Kinder Peiniger. Msn lese dazu auch Alice Miller.

  • Karin sagt:

    Liebe Mütter
    Ich finde, wir alle sind selber verantwortlich für unser Leben. Klar, nicht alle haben die gleichen Voraussetzungen und Mittel. Mit dem dualen System haben wir viele Möglichkeiten in der Schweiz, aber ja, es bedeutet viel Arbeit, wenig Freizeit.
    Das FH-Studium nach der KV-Lehre mit Berufstätigkeit, um das Ganze zu bezahlen, war anstrengend, die nachfolgenden Jobs / Weiterbildungen ebenso. Aber es hat sich für mich gelohnt. Mein Mann und ich arbeiten im fast gleichen Teilzeitpensum und verdienen ähnlich viel, es gibt daher keinen Grund, dass ich die Hauptarbeit zuhause leiste. Wir kümmern uns beide etwa gleich viel um unsere drei kleinen Kinder und Haushalt.
    Warum fordern wir Mütter das nicht als Selbstverständlichkeit ein oder beenden endlich das Gejammer!

  • Sonusfaber sagt:

    Es ist realitätsfremd zu behaupten, dass „Kindererziehung vermutlich die wichtigste und herausforderndste Tätigkeit auf dieser Welt ist“. Absolut realitätsfremd und auch ein bisschen arrogant. Erst recht in einer überbevölkerten Wert. Und wenn auch: Niemand wird hierzuzlande dazu gezwungen, Kinder auf die Welt zu setzen. Niemand. Wer sich dafür entscheidet, muss die volle Verantwortung dafür übernehmen. Denn es ist eine Unverschämtheit, von seinen Mitmenschen zu erwarten bzw. zu verlangen, dass sie sich an diesem „Projekt“ finanziell (wenn auch auf Umwegen) beteiligen.

    • Neuenschwander sagt:

      Sie haben eine grossartige Vorstellung von gesellschaftlicher Verantwortung. Nach mir die Sintflut, oder was? Wer bezahlt Ihre Rente? Wer pflegt Sie im Alter? Wollen Sie aussterben? Ich würde sagen, Sie sind ganz einfach egoistisch und heuchlerisch. Ohne Ihre Eltern gäbe es Sie als „Projekt“ auch nicht. Denken Sie mal darüber nach.

    • 13 sagt:

      @ Sonusfaber
      Warum ist denn hierzulande niemand mehr gezwungen, Kinder zu bekommen? Gerade weil wir ein gesellschaftliches und soziales Konstrukt aufgezogen haben, in dem man für andere Leistungen erbringt und von Leistung anderer profitiert (Steuern, Sozialversicherungsbeiträge, aber auch viel direkter wie Krankenhäuser, Läden, Verkehr etc.). Man ist damit nicht mehr auf die Selbstversorgung angewiesen. In Gesellschaften, wo das anders kann man sich Kinderlosigkeit nicht leisten. Umso unverständlicher wenn die Meinung vertreten wird, Familien sollen sich gefälligst selbst versorgen. Solange die Kinder klein sind, versteht sich, danach profitiert man gerne. Und spurt das vorher schon ein, indem die Schule als öffentliche Leistung nicht in Frage gestellt wird.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Noch unverschämter ist es, wenn Leute Ihrer Denkweise im Alter Dienstleistungen beanspruchen, welche von Kindern anderer geleistet werden, sich pflegen lassen, ÖV fahren, Postdienste entgegenehmen, Handwerker nutzen, einkaufen gehen….

  • Sonusfaber sagt:

    Ich zitiere: „Mutter zu sein, ist ein Verlustgeschäft“. Meine Frage dazu: Und für Männer ist es kein Verlustgeschäft, Vater zu sein? Wohl eher in den meisten Fällen, antworte ich. Erst recht für geschiedene Väter. Insofern finde ich den Eingangssatz, obwohl durchaus zeitgemäss, recht befremdlich …

  • Lisbeth sagt:

    Ein Problem der heutigen Zeit ist dass die Ehe eher „provisorisch“ ist. Nach 3 bis 7 Jahre ist alles schon vorbei, aber die Kinder sind da.

    • Neuenschwander sagt:

      Das ist doch das Pferd am Schwanz aufgezäumt. Kinder kriegen ist – wie Sie ja auch schreiben – das viel größere Commitment mit dem Partner als die Ehe (sorry für Neudeutsch). Dann sollten die Paare sich eben das besser überlegen statt (mit Verlaub) nur ein Papier zu unterschreiben und ggf. Ringe auszutauschen.

  • Mody Bühler sagt:

    Wenn Sie verheiratet sind gehören die Gesamteinkünfte geteilt, das erfahren Sie wenn Sie sich scheiden. Und wenn Ihnen die Finanzen wichtiger sind als ein Kind und Sie mit Neid erfüllt, so rate ich von Kinderkriegen dringend ab.

  • René sagt:

    Ein Trost bleibt. Wenigstens können Mütter das Wenige ihren Kinder weiter vererben.

  • Klärli Benz sagt:

    Um aus unbezahlter bezahlte Arbeit zu machen, kann ich im Moment nur raten: Mütter arbeitet mindestens 80%, bringt die Kinder in die Krippe und stellt jemanden für den Haushalt ein.

  • Marcel sagt:

    Mich verwundert es dass es noch Frauen in der Schweiz gibt die überhaupt noch Kinder zur Welt bringen, unter diesen widrigen Bedingungen.
    Ironie off.
    Britschgi Heidi hat es auf den Punkt gebracht, verweichlicht, will haben (und zwar alles) etc. Hier wird niemand gezwungen Nachwuchs auf die
    Welt zu stellen und diejenigen die nach dem Kinderkriegen die monetäre Bilanz ziehen haben sowieso was grundsätzliches nicht kapiert.

  • Labskaus sagt:

    Wieso wird der Lohn der Frau von den Betreuungskosten aufgefressen? Mein Mann und ich verdienen ziemlich genau gleich viel, daraus ergibt sich ein nettes Familieneinkommen, von dem wir gemeinsam die Betreuung bezahlen. Ich würde gar nicht auf die Idee kommen, nur von „meinem Geld“ diese zu bezahlen bzw. die Kosten nur gegen mein Gehalt gegenzurechnen.
    Auch stört mich der Begriff „Frauenberufe“. Hat da mal ein Gremium aus bösen Männern zusammengesessen & beschlossen, dass nur noch Frauen Pfleger, Couffeure und Verkäufer (+ 3 X -innen) werden dürfen & man diesen dann wenig bezahlt? Nein, es sind immernoch die Frauen, die sich selbst für diese Berufe entscheiden.
    Wenn man eine Entscheidung trifft, muss man sich halt vorher über die Konsequenzen im Klaren sein & nicht nachher jammern.

    • Nico Meier sagt:

      Natürlich hat niemand Frauenberufe bewusst geschaffen. Es gibt einfachere Berufe im Bezug auf die schulischen Anforderungen und im Bezug auf die Verantwortung die man im Beruf trägt und diese Berufe werden dann halt auch schlecht bezahlt. Artikel an der Kasse über den Scanner ziehen können 99% der Bevölkerung wobei Operationen am offenen Herz nur von einem Prozent der Bevölkerung zur Zufriedenheit der Patienten durchgeführt werden können, daher verdient der Herzchirurg mehr als der Verkäufer!

      • Labskaus sagt:

        Ja, das ist mir auch klar. Mein Kommentar war auch in der Hinsicht nicht ganz ernst gemeint. Mich stört es, dass sich gewisse Damen immer nur beschweren, dass es so viele Frauen in diesen Berufen hat und dass sie auch noch schlecht bezahlt werden. Ja, dann wählt doch einfach einen anderen Beruf. Und wenn Verkäuferin der absolute Traumjob ist, dann muss man halt mit der Konsequenz leben, dass man da nicht so toll verdient.

      • 13 sagt:

        @ Nico
        Ihrem Kommentar widerspricht jedoch, dass bekanntlich Frauen im Schnitt die höhere Ausbildung haben und trotzdem weniger verdienen. Einer Kleinkindererzieherin in der Kita kann man auch kaum vorwerfen, sie trage keine Verantwortung. Der Pflegefachfrau auch nicht. An schulischen Anforderungen oder Verantwortungen liegt der Lohnunterschied nicht.

  • tststs sagt:

    Tu‘ mal ein wenig provozieren:

    Ich kann mich nur wiederholen: Vor ca. 3 Jahren gab’s eine Werbung eines Versicherers. Da wurde die Leistung der Mutter – die wegen eines Unfalls 3 Wochen ausfiel – hochgerechnet (also Betreuung plus Putzfrau plus Teilzeitjob).
    So einfach ist es eigentlich.

    Und wer diese Arbeit gratis erledigt, muss dann später nicht jammern, wenn sie/er dann auf EL angewiesen ist.

    Noch schlimmer sind eigentlich nur noch diejenigen, die ihren Partner unter solchen Bedingungen arbeiten lassen. (Ausser für die Neoliberalen der Nullerjahre und die Sklavenhalter aus den vorherigen Jahrhunderten: die würden einem noch auf die Schultern klopfen).

    • Nico Meier sagt:

      Noch schlimmer sind eigentlich nur noch diejenigen, die ihren Partner unter solchen Bedingungen arbeiten lassen.
      @tststs

      In den meisten Fällen entspricht es dem Wunsch der Mutter möglichst viel Zeit mit dem Kind und möglichst wenig Zeit am Arbeitsplatz verbringen zu wollen nach der Geburt des Kindes.

    • maia sagt:

      Ich provoziere jetzt auch etwas: aber es erledigt ja auch niemand diese Arbeit „gratis“. Von was würden die Menschen denn leben? Miete, Essen, Versicherungen, Kleider usw. kosten ja alles Geld. In der Regel geht der grösste Teil des Erwerbseinkommens (wer auch immer dafür zuständig ist) für die Familie drauf.
      Ich schlage immer vor: alles Einkommen zusammenwerfen, durch zwei Teilen und dann ALLE Kosten ebenfalls durch zwei Teilen. Leider machen da die Frauen meist nicht mit….., weil sie merken, dass dann weniger für sie übrig bleibt.

      • tststs sagt:

        Ja eh, maia, Kost&Logis sind auch eine Form der Bezahlung. Aber diese ist nur „vollwertig“, wenn darauf auch die Sozialabgaben abgegeben werden.
        Ich sage ja schon lange: seid von mir aus die Putzkraft/Betreungsperson für eure Familien, auch vollzeit, aber bitte mit gültigem Arbeitsvertrag!

      • maia sagt:

        Also immerhin wird die Krankenkasse bezahlt und von der Pensionskasse und AHV provitieren die Frauen genauso (wenn man Statistiken glaubt sogar viel mehr als die Männer). Bei einer Scheidung würden die Einzahlungen in die PK geteilt und bei der AHV wird gesplittet. Ausserdem gibt es Erziehungsgutschriften.

  • Karin sagt:

    Und ein gleich schauriges Antwort von Silvia… Als Mutter liebt man die Kinder nicht wenn man arbeiten geht? Und Väter? Können die auch abwesend lieben?

  • Hans Meier sagt:

    „Erwerbspensum erhöhen also? Macht Sinn.“
    Es ergibt Sinn, macht aber bestimmt keinen Sinn. Wenigstens korrektes Deutsch darf man ja noch erwarten von einer freien Journalistin, oder?
    In einer Ehe ist man eine Gemeinschaft. So zu tun, als ob der „Verlust“ bei der Mutter alleine liegt, ist schon mal vollkommen geheuchelt. Hinzu kommt: Was ist Ihr Mann von Beruf? Freier Journalist und Autor? Wenn nicht, erübrigen sich solche Vergleiche doch vollkommen. An einem willkürlich gewählten Einzelbeispiel irgendeinen politischen Diskurs aufzuhängen, ist doch völlig sinnfreie Propaganda, nichts weiter. Geht halt beide 100% arbeiten und steckt die Kinder in die Kita. Dann herrscht Gleichberechtigung.

    • Hotel Papa sagt:

      Der Hans Meier darf noch ein wenig stämpfele, aber die Calque „Sinn machen“ ist längst in der Deutschen Sprache angekommen.

  • Britschgi Heidi sagt:

    Wo ist das Kernproblem? Reine Frage der Organisation. Ich, Mutter von 3 Kindern, habe dies alleine geschafft und immer 100% gearbeitet. Die Frauen von heute sind zu verweichlicht geworden. Lieber in einer tollen Wohnung wohnen, mit dem X5 BMW einkaufen gehen und 2x pro Jahr in die Ferien. Der Mann bezahlt ja gerne.
    Leider ist dies auch nach mind. 50% aller Scheidungen so. Löst das ‚Kernproblem‘ der Verweichlichkeit, des nicht organisieren könnens (und arbeiten wollen?).

    • Silvia sagt:

      Ich finde ihre antwort „schaurig“. Wo ist die Liebe zu den Kinder ? Ich hoffe sie haben keine ? Ah doch, 3 ….
      Man kann also Kinder haben auch wenn man sie nicht liebt ? Denn Ihr Komentar hier ist eines von einer Frau ohne Muttergefühl. Stellen sie sich vor : es GIBT Frauen die ihre Kinder lieben und nicht den ganzen Tag abwesend sein wollen, halbtag evtl. ok aber nicht ganztags.

      • Joe Amberg sagt:

        Aha, 100% arbeiten, also liebt man die Kinder ganz sicher nicht. Aber wenn der Mann 100% arbeitet liebt er die Kinder ganz feste.
        Was für ein nonsense.
        Zur Erinnerung: vor nicht allzu langer Zeit waren fast alle Frauen auf dem Bauernhof, hatten 7-14 Kinder, und den ganzen Tag geschuftet, jeden Tag. Und die Kindesliebe wurde dann erst viel später erfunden – OMG.

      • tststs sagt:

        „es GIBT Frauen die ihre Kinder lieben und nicht den ganzen Tag abwesend sein wollen, halbtag evtl. ok aber nicht ganztags.“

        Ich würde behaupten, das ist der Grossteil der Frauen/Mütter.
        ABER es gibt einfach solche, die auch noch ein wenig Selbstverantwortung an den Tag legen und sich bewusst sind, dass sie so viel mehr als nur Mutter sind. Und es gibt solche, die leben einfach mal ein bisschen in den Tag (aka das Portemonnaie des Partners hinein), am Schluss zahlt’s dann die Allgemeinheit!

        Und bitte nicht missverstehen: „in den Tag hinein leben“ meint nicht, dass es ein easy Leben ohne Mühsal ist (ganz im Gegenteil); aber man schiebt einfach die ganze Verantwortung eines Erwachsenen auf die Allgemeinheit ab.

      • Lisbeth sagt:

        JA : aber diese Bäuerinnen waren zuhause, alle waren zusammen ! Heute geht alles nur noch ums Geld.

  • Manuel Greuter sagt:

    Es ist doch so, dass bei den meisten Familien das Budget geteilt ist, da gibt es keine Benachteiligung. Wenn das Paar verheiratet ist passiert die Ungerechtigkeit bei einer Scheidung. Weil die Pensionskasse ungleich gefüllt ist. Im Gegensatz dazu wird die AHV gesplitted. Eine Möglichkeit diese Ungerechtigkeit zu vermeiden ist, sich mit gleichem Anteil in die Pensionskasse des Partners einzukaufen, wenn denn noch Geld übrigbleibt…
    Sind die Paare nicht verheiratet, kämen noch die Unterschiede in der AHV hinzu.

  • Nico Meier sagt:

    Hier wird der Fakt, dass die Männer in einer Beziehung meist mehr verdienen als die Frau als Problem dargestellt. Dabei hat es doch jede Frau selber in der Hand sich für eine komplexere Ausbildung die zu einem anspruchsvolleren Job führt zu entscheiden bei dem mit mehr Engagement auch mehr verdient werden kann.
    Desweiteren suchen heute Frauen in vielen Fällen immernoch den Mann der gefälligst mehr verdienen soll als sie selber.

    • Anh Toàn sagt:

      @Nico Meier: „Desweiteren suchen heute Frauen in vielen Fällen immernoch den Mann der gefälligst mehr verdienen soll als sie selber.“

      Frauen heiraten nicht nach Unten. Unten und Oben bestimmt sich nach Erwerbseinkommen. Unten ist nicht attraktiv, Frauen haben allenfalls einen Toyboy, ein Quiekie mit dem Poolreiniger (Klischee!), aber heiraten tun die so nicht.

      Und dann sind die Kosten hoch mit Kindern für die Familie, das grössere Einkommen muss grössere Anteile am Gesamteinkommen haben, man will sich ja auch noch etwas gönnen. Oder die Frauen wollen bei den Kindern bleiben. Einzig im ersten, höchstens bis zum zweiten Lebensjahr sehe ich Vorteile darin, wenn in erster Linie die Mutter die Kinder betreut. So viel (2*1.5 Jahre) Sabbatical für Mutterschaft verkraftet jede Karriere.

      • Anh Toàn sagt:

        Und wenn die Frau nach Oben geheiratet hat, und der Mann reduziert dann seine Erwerbstätigkeit um mehr Vater zu sein, und komprimiert damit seine Karriere, und sie macht dadurch Karriere, wäre der Mann gar nicht mehr attraktiv für die Frau, die sucht sich dann einen der die Karriereleiter aufgestiegen ist, höher als sie.

        Ps: Ist etwas hart formuliert, und einseitig, viele Männer wollen auch nicht nach oben heiraten, aber die Frauen haben auch ihren Anteil, manche stellen sich gerne immer als Opfer dar.

  • Lea sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel! Er sollte zur Pflichtlektüre für alle Frauen werden!

  • pinkpoet sagt:

    Ist schon irre, wie wir in heutiger Zeit über Mutterschaft, Kinder aufziehen, Familie leben nachdenken…oder wenigstens „Teile von uns“ gesellschaftlich gesehen.
    Aber wenn alles nur noch Input & outcome ist…dann ist’s bald nicht mehr schade um die Menschheit.

  • Hans Hasler sagt:

    Statt dem ewigen Märchen, dass das Einkommen der Frau „von Steuerrechnung und Kita-Gebühren wieder aufgefressen wird“ zu wiederholen, sollte sie vielleicht besser bei solchen Wahrnehmungen ansetzen.
    Liebe Frauen – wollt ihr wirklich ein Leben lang markant weniger verdienen, blos weil Kita etc während 3 oder 4 Jahren den Lohn zu grossen Teilen wegfrisst? Versteht ihr das Konzept einer Investition nicht? Erwerbsarbeit muss sich langfristig auszahlen. Nicht unbedingt jedes einzelne Jahr.
    Wer wegen Kita-Gelder auf Erwerbsarbeit verzichtet kann nicht rechnen.

    • tststs sagt:

      Treffer, versenkt!

    • Tina sagt:

      Richtig!!!!

    • Andrea sagt:

      Oder gewichtet einfach anders. Ich habe meinen Traumjob nicht gefunden, mein Mann jedoch Schon. Aberv Kinder zu haben war schon immer mein Traum. Warum also soll ich hochprozentig einem Erwerb nachgehen? Ja, ich weiss, ich habe massive Londonbissen. ABER: die Arme ihres Kindes sind das wertvollstes, was eine Frau um ihren Haus tragen kann. Ich tausche den Stress an der Arbeit und das Mobbing noch so gerne gegen den Stress mit ausgeleerter Milch, verschmierte Wände und Geschwisterstreitereien. Und später kommen sie mich hoffentlich hin und wieder im Altersheim besuchen. Wenn sie nicht in die weite Welt auswandern.
      Ein Kind lässt sich doch nicht in Zahlen rechnen!

  • Lorena sagt:

    Kinder zu haben ist freiwillig. Warum die Allgemeinheit noch mehr für Ihr Familienglück aufkommen soll, als sie das jetzt schon tut, ergibt sich mir nicht. Nachwuchs gross zu ziehen war schon immer ein „Chrampf“. Das wird wohl auch immer so bleiben, wobei das Finanzielle nur ein kleiner Teil davon ist. Wenn das für Sie eine zu grosse Belastung ist, lassen Sie es und machen Sie „Karriere“. Es hält Sie absolut niemand davon ab.

    • Franca sagt:

      Kinder zahlen für Ihre Rente. Und pflegen Sie im Alter. Und bauen für Sie Essen an, wenn Sie es nicht mehr können. Und verarzten Sie im Alter. Sie würden also gern darauf verzichten nachdem Sie sagen, dass Sie auch nicht für Familienglück anderer zahlen wollen.

      • Esther sagt:

        Stimmt schon lange nicht mehr Franca !

      • Hans Meier sagt:

        Franca: „Kinder zahlen für Ihre Rente. Und pflegen Sie im Alter. Und bauen für Sie Essen an, wenn Sie es nicht mehr können. Und verarzten Sie im Alter. Sie würden also gern darauf verzichten nachdem Sie sagen, dass Sie auch nicht für Familienglück anderer zahlen wollen.“
        Irrtum, dafür zahlt man mit seinen eigenen Renteneinzahlungen und Steuern selbst. Die jetzigen Kinder, künftigen Erwachsenen bezahlen mit ihren Beiträgen im Erwachsenenalter lediglich ihren eigenen künftigen Rentenansprüche. Sie haben das Prinzip von intertemporaler Investitions- und Konsumallokation ganz offensichtlich nicht verstanden.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Hans Meier

        Falsch: Renten bezahlen die arbeitenden Generationen für jene, welche schon pesnsioniert sind. Dank dem Umstand, dass Generationen AHV erhalten haben, welche per sofort nach Einführung der Pflicht AHV Renten erhalten haben und drei Generationen Hausfrauen, welche ebenfalls nie Rente einbezahlt haben, aber gleich viel AHV erhalten wie einst Erwerbstätige sind Löcher in der AHV. Zudem werden auch von den arbeitenden Generationen die Dienstleistungen erbracht, welche auch kinderlose im Alter ohne Hemmungen in Anspruch nehmen. Also entweder sieht man den Sinn des Generationenvertrags, oder man zieht als Kinderloser im Alter in den Wald, um nicht jene Generationen zu belasten, die man selber als überflüssig erachtet.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Franca

        Stimmt nicht? Wer pflegt denn die Kinderlosen im Alter? Wer füllt die Regale auf im Migros? Wer fährt die ÖV und repariert die Autos der Pensionierten? Wer fährt die Rettungswagen? Wer baut Kartoffeln an? Nicht die Kinder anderer? Wer dann?

  • Beat Wiedmer sagt:

    Ja Kinder kosten eben. Das war und ist so. Wenn man Kinder mit Geld aufwiegen will, dann sollte man keine Kinder haben. Deshalb ist auch der Kinderbetreuungsabzug für Fremdbetreuung bei den Steuern ungerecht. Wenn eine Person (w od. m) ein Kind zu Hause betreut und auf einen Lohn verzichtet, dann kann diese PErson keinen Betreuungsabzug geltend machen. Wenn jemand aber sein Kind in die Kita steckt und arbeitet, dann kann sie das. Ist das gerecht? Sicher nicht.
    Wenn man verheiratet ist und ein Ehepartner die Kinder zu Hause betreut hat, erhält man den vollen AHV Satz mit 64/65. Das weiss man aber. Nochmals, Kinder wägt man nicht mit Geld auf, ansonsten sollte man keine Kinder bekommen.

    • 13 sagt:

      @ Beat
      Zwei Personen machen die gleiche Ausbildung (vom Staat subventioniert), könnten gleichviel verdienen und entscheiden sich für zwei verschiedene Modelle:
      Person A arbeitet Teilzeit, verdient CHF 24 000 pro Jahr, bezahlt CHF 12 000 Kita, kann je nach Kanton CHF 10 000 abziehen und versteuert CHF 14 000.

      Person B arbeitet nicht, betreut die Kinder selber und versteuert demnach CHF 0.-.

      Zum Beispiel kommt noch dazu, dass der Partner der Person A bei gleichem Einkommen mehr Steuern zahlt als die Partnerin von Person B, da die Progression steigt.

      Wie wird nun genau Person B bei den Steuern benachteiligt? Und wie soll man überhaupt bei Null Einkommen ein Abzug gemacht werden? Hat diese Person dann ein Einkommen im negativen Bereich?

  • Joe Amberg sagt:

    Und wenn man noch in Rechnung stellt, welche massive Umweltverschutzung jeder weitere neue Erdenbürger verursacht, sind die Kosten eigentlich noch viel zu klein. Nein, das ist keine Ironie, sondern eine harte Tastache. Es ist geradezu absurd, wie nach wie vor immer und überall Werbung für das Kinderkriegen gemacht wird. Von den gleichen Medien, die den Umweltnotstand ausrufen, und dabei das Problem Nr.1, die massive Überbevölkerung, systematisch verschweigen.

    • Andrea sagt:

      Und sie, gehören die zu denen, sie jedes Jahr mindestens einmal im die Ferien fliegen und ihre Wohnung in Winter auf über 21°C heizen?

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      DINKS haben denselben ökologischen Fussabdruck wie eine 4-5 köpfige Familie und Singles den von einer 3 köpfigen Familie. Wer ist hier also der Umweltverschmutzer? Kinderlose sollten noch viel höher besteuert werden, weil sie die Umwelt übermässig belasten und zudem ausser Monärität nichts zu einer funktionierenden Gesellschaft beitragen,

  • Ruth sagt:

    Man stellte sich früher nicht solche Fragen, es war einfach normal dass die Mutter sich um die Kinder und den Haushalt kümmerte. Sicher, das Einkommen fällt weg aber trotzdem arbeitet die Frau viel. Es sollte einen Steuerabzug geben für Mütter welche sich der Familie widmen. Aber eben wie kontrolliert man das wieder ?

    • Niklas Meier sagt:

      Das gibt es doch Ruth? Wenn ein Partner für die ganze Familie aufkommt, wird das in den Steuern berechnet.
      Im Artikel wird eine sehr egoistische Sicht betoniert.
      Wenn Mann und Frau ein Kind zusammen haben und zusammen leben, ist das Einkommen beider für die Familie zu rechnen. Wenn einer einer Erwerbsarbeit nachgeht und die andere Person nicht, verdient nicht eine Person viel und die andere nichts. Der Mann gibt nicht der Frau ein Taschengeld, wenn man das so sieht, besteht das Problem woanders.
      Bei einer Scheidung wird ja auch die PK geteilt.

  • Maura Hanley sagt:

    Ja, wir Mütter ‚müssen‘ alles – vor allem nicht über Geld reden! Wir sind doch Mütter und können doch nicht beides wollen, odder? Den Artikel finde ich super. Mittlerweile bin ich pensioniert, 3 Kinder, ein paar Enkel*innen, und reflektiere. Wiedereinsteigerin nach 11 Jahren, Springerin (was haben Sie während 11 Jahren gemacht?) Zweitausbildung. Arbeitslos mit 45, Arbeit im Ausland gefunden etc. AHV desolat, Berufserfahrung und -Weiterbildung hervorragend. Ja, in den meisten Fällen in der CH ist Frau für Familie verantwortlich und Mann bringt Batzeli heim – in der Schweiz immer noch ‚Steinzeit‘ für uns Frauen. Toll, wie und was Sie geschrieben haben, Frau Oertli.

    • Nico Meier sagt:

      @Maura Hanley
      Niemand muss irgend etwas jeder richtet sich sein leben selber ein.
      Ich rate jeder Frau auch mit Kind weiterhin 40% bis 60% im Arbeitsleben zu bleiben um so den Anschluss nicht zu verpassen. Wenn die Kinder mit 6 Jahren in der Schule sind kann man ja dann die Pensen wieder erhöhen.
      Ich kenne viele Familien in denen der Mann einen oder zwei Tage in der Woche die Betreuung übernimmt weil der Homeofice macht oder weil er sein Pensum reduziert.

      • Röschu sagt:

        „…einen oder zwei Tage in der Woche die Betreuung übernimmt weil der Homeofice macht …“
        Und nächste Woche fragen wir uns dann wieder, weshalb Arbeitgeber dem Homeoffice oftmals kritisch gegenüberstehen…

    • Maura Hanley sagt:

      Nico Meier: im Nachinein ist man klüger – nur, ‚sich selber das Leben einrichten, so wie es beliebt, gelingt nicht immer, vor allem nicht mit Ihrem erhobenen Zeigefinger und Besserwisserei. Dazu gehört – ob Sie es lesen wollen oder nicht – eine grosse Portion Glück dazu. Viel Glück!

      • Nico Meier sagt:

        @Maura Hanley

        Natürlich kann sich jeder das Leben so einrichten wie er möchte. Aber wenn man immer den Weg des geringsten Widerstands geht so erreicht man nichts. Unser Sohn ist 4 Monate alt ich reduziere mein Pensum von 100% auf 80%. Mein Chef und das HR wollten die Reduktion meines Pensums zuerst nicht akzeptieren. Ich musste massiv Druck aufbauen und mit Kündigung drohen um zum Ziel zu kommen.

  • Martin Frey sagt:

    Mit dem letzten Satz beginnt schon die Eigenverantwortung, denn nicht wenige Mütter merken nicht mal, wenn sie sich eine AHV Beitragslücke einhandeln. Wie sie sich auch sonst nicht so gerne um finanzielle Dinge scheren („mein Mann macht das…“).
    Wir können jetzt lange darüber diskutieren wie der workload als Hausfrau und Mutter (wovon der Beitrag spricht) im Vergleich zu früher aussieht, und wo der Grundstein für jeden GPG gelegt wird (nämlich bei der Berufswahl). Wir können weiter jammern über zu teure Kitas (wer arbeitet wohl dort zu welchen Konditionen?) und unfaire Steuern die bekanntermassen denen mehr abzwacken die auch mehr verdienen (was ansonsten ja nicht zu stören scheint).
    Unser Wohlstand ist Fakt, die relativ geringe Steuerbelastung auch. Aber Kinder kosten halt.

    • Martin Frey sagt:

      Zudem: wer von uns möchte zwar nur noch 20 Stunden pro Woche arbeiten und dabei aber auch nur noch knapp die Hälfte verdienen? Die meisten Leute wohl nicht, und wenn es die Autorin mit drei Kindern möchte dann nur darum, weil ein Haupternährer (aka Hausbank) noch da ist der als Absicherung für solche Gedankenspiele dient. Denn richtig unterprivilegierte Leute können sich solche nicht leisten.
      Der Tenor lautet wie immer; wünschen, jammern, fordern. Aber nicht mal ein Ansatz dazu, wie all das realistischerweise durch wen finanziert werden sollte. Womit wir wieder beim Ausgang wären: beginnen wir doch mal mit dem eigenen AHV Ausweis. Sprich bei der Verantwortung für den eigenen Lebensentwurf, welche uns niemand abnehmen wird.

  • Jo Mooth sagt:

    Als bewusst Kinderloser habe ich eine ganz andere Perspektive: wer heute noch Kinder will, soll dafür bezahlen. Dass Mütter mehr bezahlen als Väter finde ich zwar ungerecht, aber das sollen die, die Kinder haben, bitte unter sich ausmachen. Meine Frau arbeitet und verdient in etwa gleich viel wie ich und zu Hause teilen wir uns die unbezahlte Arbeit auf. Ohne Kinder ist das alles ganz einfach.

    • Franca sagt:

      Ihrem Gedankengang folgend würde ich Sie dann aber gerne auch von Leistungen, die durch anderer Leute Kinder erbracht werden, ausschließen. Sie dürften sich im Alter also gerne von gleichaltrigen Ärzten und Pflegern behandeln lassen. Und Rente gibt es nur das was Sie sich selber zurück gelegt haben. Wenn sie doch länger leben haben sie dann wohl Pech.
      Aber ich möchte sie nicht ausschließen sondern auch meine Kinder dürfen sie im Alter gerne unterstützen. Umgekehrt finde ich, dass sie in jüngeren Jahren Familien unterstützen können.

  • tststs sagt:

    Anstatt ein Auge auf den Auszug, würde man besser einen Blick in den Spiegel werfen: Wieso arbeite ich gratis und franko?

    Entweder man findet gute Gründe oder man ändert was (und hey, niemand hat gesagt, dass es einfach wäre).

    • Anh Toàn sagt:

      Wenn Ihr Euch als Mütter verwirklichen wollt, müsst ihr halt einen Partner mit entsprechendem Einkommen suchen, dann klappt’s auch mit der Bezahlung. Ob die Beziehung hält oder es zur Scheidung kommt, mit einem gutverdienenden Elternschaftskomplizen wird Euch auch als Mütter materiell nicht mangeln.

      • tststs sagt:

        Nein, werter Herr Toàn, das ist eben genau die falsche Herangehensweise.
        Man sucht sich nicht einen Partner, der für einen die Rechnungen bezahlt; man sucht einen Partner, der einen für die getane Arbeit – Pardon ML, für die Erwerbstätigkeit – bezahlt!

        Denn spätestens bei einer Scheidung ist der materielle Mangel eben dann doch da!

      • Anh Toàn sagt:

        Damit der Partner zahlt ist die erste Voraussetzung, dass er zahlen kann. Ist man mal verheiratet, ist nicht mal mehr wichtig, finanziell betrachtet, ob er zahlen will, wenn er kann, muss er.

        Mir persönlich ist die Aufteilung von Erwerbsarbeit und Familie, Kinder und Haushalt in erster Linie auch sympathischer, aber wenn man fürs Mutter sein bezahlt werden will, sollte man sich den Zahler aussuchen nach analogen Kriterien, nach denen man sich einen Arbeitsplatz sucht, den will man bei einem erfolgreichen Unternehmen, insbesondere wenn man quasi keinen Festlohn, sondern eine Gewinnbeteiligung erhält: Man erhält ja einen Anspruch auf einen Anteil am Einkommen des Partners. Je mehr der verdient, umso besser wird man bezahlt.

      • Anh Toàn sagt:

        „Denn spätestens bei einer Scheidung ist der materielle Mangel eben dann doch da!“

        Bei einem Freund von mir gab’s Nestmodell, zum Haus kamen zwei Häuser dazu, auch noch das Nestmodell fürs Ferienhaus, a kamen auch zwei Ferienhäuser dazu, ich konnte keinerlei materiellen Mangel sehen: So ab einer halben Mio Jahreseinkommen des Vaters ist Mutter sein gut bezahlt.

    • Muttis Liebling sagt:

      Arbeit ist eben etwas völlig anderes als Erwerbstätigkeit. Private Arbeiten führen nicht zu Erwerb, gerade weil jeder Mensch fast stündlich privat arbeitet.

  • Pascal Baumann sagt:

    Als Familienvater sage ich: Kommt mal endlich von diesem Geldgedanken weg. Es gibt einfach Wichtigeres.
    Jeder macht ja angeblich Karriere, hätte CEO sein können oder angeblich seinen Tauchshop in den Malidiven öffnen können.

    Ich bin froh solche Gedanken nicht haben zu müssen. Wir wurden relativ spät eine Familie, deshalb weiss ich, wie mein Leben verlief. Und nein: Nicht alle können die super Karriere machen die sich alle Einbilden und dann die Schuld auf das Kind schieben, wenns nicht geklappt hat.

    Gruss Der-hätte-Könige-von-Saba-sein-können-ohne-Kind.

    • tststs sagt:

      Karriere meint in diesem Zusammenhang eigentlich immer den amerikanischen Wortsinn von Career: beruflicher Werdegang.

      Sollte sich aber langsam auch rumgesprochen haben.

  • Hobbyvater sagt:

    Die Überlegungen der Autorin treffen m.M.n. vor allem auf Alleinerziehende zu.
    Wenn man sich wie wir als Lebensgemeinschaft sieht relativiert sich vieles. Unsere beiden Löhne sind das Familieneinkommen und unsere späteren Renten wird dann unser gemeinsames Einkommen darstellen.
    Dass ich als 100%er vielmehr dazu beitrage ist ok, sie schaute dafür mehr zu Hause.
    Hätte meine Frau einen so großen Lohn wie ich, dürfte ruhig sie an meiner Stelle 100% berufstätig sein.
    Wir haben bezahlte und unbezahlte Arbeit gerecht verteilt und kommen beide wohl auf die erwähnten 70h/Woche.
    Wenn man das berufsbedingte Pendeln noch dazu nähme und die Betreuung meiner betagten Eltern (z.B. Administration, Arztbesuche) würde ich sogar deutlich mehr leisten als sie.

  • Anh Toan sagt:

    Ihr könnt es ja bleiben lassen, Mutter zu werden:

    Ich will tun was ich will und dafür gut bezahlt werden!

    • Sarah Troxler sagt:

      „Mütter arbeiten schliesslich auch weniger… denken wir doch.“. Ja, das denken wir. Vielleicht sind viele Familienmodelle veraltet, ungerecht, unfair. Kann man alles bilateral ändern. Aber sie können „Mutter sein“ nicht einfach in bezahlte Arbeit umdefinieren. Bezahlte Arbeit hat zwingend einen Auftraggeber. Wer soll das bei einer Mutter sein? Vielleicht der Vater, warum nicht. Ganz sicher aber nicht der Staat. Mutter (und Vater) zu werden ist in erster Linie Selbstverwirklichung. Speziell in Zeiten von Überbevölkerung aber ganz sicher kein Dienst an der Gesellschaft. Mir ist schleierhaft, wie man fordern kann, für ungeschützten Geschlechtsverkehr vom Staat bezahlt zu werden.

      • Nico Meier sagt:

        Denken wir die Geschichte zu Ende. Der Vater verdient netto 6’000 stellt seine Frau als Mutter an und zahlt ihr 3’000 als Gehalt aus. Wie sieht wohl die Zusammenarbeit aus, wenn der Mann der Arbeitgeber ist und folglich der Frau sagen kann wie sie die Arbeiten auszuführen hat?

    • Muttis Liebling sagt:

      Frauen wollen lieb gehabt werden und dafür nehmen sie auch die Mühen der Schwanger- und Mutterschaft auf sich. Die Ausrede, sie täten es für das Kind, ist schnell widerlegt.

      Das macht auch dieser Blog, die Mär des edlen, selbstaufopfernden Mutterseins widerlegen. Mutter wird man aus egoistischen Gründen und nun wollen die Egoistinnen dafür auch noch bezahlt werden – lächerlich.

      • Martin Frey sagt:

        Das amüsante ist ja, dass eben diese ach so fortschrittlichen, linksfeministischen Kreise die nicht müde werden zu betonen, dass sie alles können und wohl noch gleichzeitig („Multitasking“), je nach Bedarf dann doch die Mär des edlen, selbstaufopfernden Mutterseins zücken wenn es Optimierung des eigenen Daseins geht, bzw ganz profan sich das Leben so einfach wie möglich zu gestalten und idealerweise durch Dritte bezahlen zu lassen.
        Ein bisschen inkonsequent wirkt das zumeist schon, und der eigenen Glaubwürdigkeit ist es iaR auch nicht wirklich zuträglich. Andererseits, was muss das jemanden kümmern der sich innerhalb derselben, gleichgeschalteten Blase austauscht wo alle derselben Ansicht sind?

      • Lina Peeterbach sagt:

        @ Martin. Ich möchte einfach nur fürs Protokoll festhalten, dass man unter fortschrittlich und feministisch auch andere Modelle verstehen kann. Z.B. gleich verteilte Erwerbs- und Care-Arbeit, unter Berücksichtigung aller positiven wie negativen Konsequenzen, ohne mimimi. Solche Frauen (und Männer) gibts tatsächlich auch. War z.B. heute den ganzen Tag für meine Familie erwerbstätig, Kids in der Kita gut betreut, und hab danach noch gratis Wäsche gewaschen, während mein Mann gekocht hat – aus Liebe und Pflichtgefühl. Und jetzt noch ein Glas Wein (mit 2 Einkommen reicht es sogar für guten :)).

      • Martin Frey sagt:

        @Lina
        „Ich möchte einfach nur fürs Protokoll festhalten, dass man unter fortschrittlich und feministisch auch andere Modelle verstehen kann“
        Das weiss ich doch. Natürlich und zum Glück ist das so. Obwohl Leute die dies mit einer Selbstverständlichkeit so handhaben, zufrieden sind mit ihrem Modell und nicht ständig andere für irgendetwas verantwortlich machen, als Autoren hier offenbar nicht so gefragt sind. Was mich fast noch mehr stört: die (m. E falsche) Vereinnahmung von Begriffen wie progressiv, modern, gleichberechtigt. Obwohl nicht selten aus den Argumenten wie auch politischen Standpunkten oft ein anachronistisches Weltbild spricht.
        Wie bereits erwähnt, der gute Wein muss auch drin liegen, auch er muss wie andere schöne Dinge erarbeitet werden. In dem Sinn: Prost! 🙂

    • Chris Waser sagt:

      Wer bezahlt Ihre Rente?

  • Der Hausmann sagt:

    Mal wieder wird nur ein Parameter betrachtet: Geld. Familie ist finanziell generell ein Verlustgeschäft. Wenn es um Kinderkriegen geht ist Gleichstellung eine Utopie. Es steht jedermann und jederfrau offen, Kinder haben zu wollen oder nicht und sich entsprechend einzurichten.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Sinnfreie Diskussionen. Denn in der Wirtschaft geht es um die Wertschöpfung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können nur das aufteilen, was mit der Arbeit auch verdient wird. Wer 20 Std. arbeitet erzielt halb so viel Wertschöpfung wie jemand, der 40 Std. arbeitet.
    Da Arbeitgeber/Aktionäre in der Regel weniger als 30% der Gesamt-Wertschöpfung erhalten, die Arbeitnehmer mehr als 70% (bei der UBS ist das Verhältnis z.B. 80% Arbeitnehmer/20% Aktionäre), kann man das Pensum der Arbeitnehmer unmöglich halbieren. Die Wertschöpfung reicht dazu einfach nicht aus, selbst wenn der Unternehmer gratis arbeiten und sein Kapital gratis zur Verfügung stellen würde.
    Also hört auf, sinnfreie Wünsche zu äussern. Das ist infantil.

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