Erschöpfte Mütter sind bei uns nicht vorgesehen

Mama-Burnout ist nicht nur ein Modewort, sondern auch ein Fakt. Doch in der Schweiz gibt es kaum Hilfsangebote. Ein Erfahrungsbericht.

Diagnose Erschöpfungsdepression: Wenn Mütter zusammenbrechen, ist es für sie und ihre Kinder in der Schweiz sehr schwierig. Foto: iStock

Es war ein Samstagnachmittag, wie er eigentlich schöner nicht hätte sein können, auf einem idyllischen Campingplatz mit meiner Familie. Wir hatten ein verlängertes Wochenende geplant. Endlich mal ein wenig durchatmen, nachdem wir seit fast zwei Jahren keinen gemeinsamen Urlaub mehr hatten.

Es sollte ein letzter Versuch sein, uns gegen den Totalzusammenbruch aufzulehnen. Und er scheiterte kläglich. Schon nach einer Nacht war ich am Telefon mit dem Notfallpsychiater. Denn einige Tage zuvor war ich im Bahnhof Bern zusammengebrochen, vielleicht erinnern Sie sich.

Meine Depression kam für mich völlig überraschend – und ohne Vorankündigung. Dafür so heftig, dass in eben diesem Moment auf dem Campingplatz klar wurde: Es geht nicht ohne Klinikaufenthalt. So sprach ich mit dem Notfallpsychiater und hörte ihn sagen: «Und was ist mit Ihrem Baby? Wir finden doch eine ambulante Lösung für Sie! Oder einen Mutter-Kind-Platz. Es bricht mir ja das Herz, wenn ich daran denke, dass Sie ein zehn Monate altes Kind alleine lassen.» Bääämmmmm!!!!

Dieser Herr wusste praktisch nichts über mich, unsere Aufgabenverteilung zu Hause oder meinen aktuellen Zustand; er hatte mich gerade mal seit zwei Minuten in der Leitung. Und ich, die ich eh schon am Limit war? Hallo Schuldgefühle! Hallo schlechtes Gewissen! Hallo du Gefühl, als Mutter komplett versagt zu haben! Zum Glück war irgendetwas in mir stärker als jede Depression und jedes schlechte Gewissen. Ich wusste genau, dass es die einzige und beste Lösung für mich und vor allem für meine Kinder war, sofort aus dem Verkehr gezogen zu werden.

Es war das einzig Richtige

So kam es schliesslich dazu, dass ich tags darauf tränenüberströmt in Richtung Klinik fuhr und meine vierjährige Tochter und mein Baby zurückliess. Ungewiss, wie lange ich wegbleiben würde, aber sehr wohl darüber informiert, dass es mindestens sechs Wochen dauern würde. Klar, kaum eine Mutter lässt ihre Kinder freiwillig zurück. Und doch bin ich auch heute noch überzeugt, dass es das einzig Richtige war. Denn ich war definitiv nicht mehr in der Lage, auch nur ansatzweise für unsere Kinder sorgen zu können. Ich konnte ihnen nur helfen, indem ich so schnell wie möglich wieder gesund wurde.

Ausserdem: Ein Mutter-Kind-Platz ist oft Wunschdenken. Für die gesamte Deutschschweiz gibt es in etwa 30 Akutplätze in psychiatrischen Kliniken, einige wenige Plätze in Spitälern und dann noch ein paar in Mutter-Kind-Häusern, bei denen es kein psychologisches oder psychiatrisches Angebot gibt. Praktisch all diese Plätze sind ausschliesslich für Mütter mit postpartalen Depressionen gedacht, meist darf nur ein einziges Kind mit, und dies auch nur bis zum Alter von einem Jahr. Nun war erstens meine Diagnose Erschöpfungsdepression – und zweitens hätte ich nur mein Baby, nicht aber meine Tochter mitnehmen dürfen.

In Deutschland bietet die Stiftung Müttergenesungswerk Unterstützung – bei uns gibt es dieses Angebot nicht.

An diesem Punkt versagt meiner Meinung nach unser System komplett. Mütter, die an postpartalen Depressionen leiden, dringen zwar allmählich in unser Bewusstsein, sind aber noch immer ein Tabu. Dabei erkranken rund 10 bis 15 Prozent der gebärenden Frauen daran.

Überlastete Mütter sind jedoch überhaupt nicht vorgesehen. Mütter, die zusammenklappen, schon gar nicht. Dabei ist Mama- oder Eltern-Burnout nicht einfach nur ein Modewort, sondern häufige, bittere Realität. In der Schweiz gibt es keine Zahlen dazu und auch kaum Prävention. In Deutschland aber bietet die Stiftung Müttergenesungswerk seit 70 Jahren Unterstützung sowie Mutter-Kind-Kuren an. 50’000 Müttern und 70’000 Kindern wird so jährlich dank dieser Kuren geholfen, noch bevor die Mütter komplett zusammenbrechen. Bezahlt von der Krankenkasse.

Rettung via Facebook

Gäbe es auch in der Schweiz ein solches Angebot, welches mit Beratung und Kuren frühzeitig bei den überlasteten Müttern ansetzt – gut möglich, dass ich nie in der Klinik gelandet wäre. Aber nun war ich genau da. Zwei Kleinkinder zuhause, die Betreuung gerade mal für die nächsten paar Tage geregelt. Ein Mann, der mehr als nur Vollzeit arbeiten musste und Grosseltern, die nicht in der Lage waren, unsere Kinder 24/7 für die nächsten zwei Monate zu betreuen. Wohin also mit den Kindern? Ich fühlte mich ohnmächtig und mit dieser Frage komplett allein gelassen.

Weder die Sozialarbeiterin der Klinik noch sonst wer wusste Rat. Die Rettung war schliesslich ein Hilfeschrei auf Facebook, den eine junge Hebamme sah. Sie wollte eigentlich auf Reisen gehen, änderte ihre Pläne und zog bei uns zu Hause ein. Dieses Glück, und vor allem aber die finanziellen Mittel, diese Kosten zu berappen, haben wohl die wenigsten Familien. Und darum stehen allein schon in meinem nächsten Umfeld ganz viele Mütter, die sich über Jahre hinweg durch den Alltag kämpfen, immer kurz vor dem totalen Kollaps. Der Hausarzt verschreibt ihnen Psychopharmaka oder abhängig machende Beruhigungstabletten, ohne dies mit einer Therapie zu kombinieren. Gerade kürzlich erzählte mir eine Bekannte, ihr Arzt meinte, sie müsse eigentlich in die Klinik. Aber das gehe ja nicht, weil sie kleine Kinder zuhause habe. Also wurde nichts unternommen. Ausser eben die Medikamente.

Irgendwann einmal werde ich Verbündete suchen und eine Stiftung ins Leben rufen.

Wie kann es sein, dass Mütter in solchen Fällen komplett allein gelassen werden? Obwohl klar ist, dass sie als Hochrisikopatientinnen für Erschöpfungsdepressionen gelten? Das fehlende Angebot von Prävention über Vorsorge wie Kuren bis hin zu geeigneten stationären Therapiemassnahmen und Nachbetreuung ist hierzulande Realität.

Und was leider auch oft Realität ist: Das mangelnde Bewusstsein betreffend der Mutter-Kind-Thematik und das nötige Feingefühl bei Fachpersonen. Nachdem mir schon der Notfallpsychiater vorgeworfen hatte, dass ich meine Kinder allein lasse, setzte die Kinderpsychologin, die wir für unsere Tochter mit ins Boot geholt hatten, noch einen oben drauf. Ich war noch in der Klinik, als sie zu mir sagte: «Das ist ja absolut fahrlässig, ein zehn Monate altes Baby zuhause zu lassen.» Ich schluckte. Und weinte. Und als ich aus der Klinik kam, hab ich mir geschworen: Irgendwann einmal, wenn meine Kinder gross sind und ich wieder Zeit und Kraft habe, werde ich Verbündete suchen und eine Stiftung ins Leben rufen nach dem Vorbild des Müttergenesungswerkes. Bis dahin wünsche ich allen betroffenen Mamas ganz viel Kraft und ein gutes, starkes Umfeld.

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184 Kommentare zu «Erschöpfte Mütter sind bei uns nicht vorgesehen»

  • mira sagt:

    Ich war mal 4 Wochen auf einer Mutter-Kind – Kur. Das Beste, was mir in den 10 Jahren im nahen Ausland passieren konnte! Die Reißleine ziehen, bevor es zu spät ist. Sich neu aufstellen, das Leben neu priorisieren.
    Ich wundere mich immer, warum es in der Schweiz so wenig Präventions-Angebote gibt. Ich denke, es liegt daran, dass in der Schweiz die Krankenkassen-Prämien durch die Personen selbst gezahlt werden müssen (anstatt direkt vom Arbeitgebern abgeführt zu werden). So spart sich Herr und Frau Schweizer selbst krank….. 🙁

  • Corinne sagt:

    Die meisten, die hier kommentieren waren nie in solch einer Situation und genau dieses abwertende ist es, dass Depression nach wie vor ein Tabuthema ist. Und das muss sich dringend ändern. Wenn sich jemand das Bein bricht, gehen die Leute hin und fragen, was passiert sei und ob man helfen kann. Eine Depression ist nicht sichtbar, existiert also nicht… und es fragt niemand was passiert ist und ob man Hilfe braucht… Ein Beinbruch ist sichtbar, eine Depression nicht. Einfach nur tragisch…
    Ich war leider auch in dieser Situation und habe nach einer Mutter-Kind-Kur gesucht. Leider in der Schweiz fast nicht machbar.
    Wenn sie Verbündete suchen für die Stiftung, bitte melden sie sich bei mir. Ich helfe sehr gerne mit.

  • Christine Rüfenacht sagt:

    Stimmt. In einer Zeit wie dieser, die Sie erlebt haben, hätten Sie all Ihre Energie gebraucht, um wieder gesund zu werden. Anstatt nach Lösungen für Ihre Kinder suchen zu müssen. Glücklicherweise geht es Ihnen wieder besser! Das Rote Kreuz kann Eltern helfen, die eine Situation wie die Ihre durchmachen. Und es gibt leider immer mehr Mütter und Väter, die gegen Erschöpfung, Depressionen oder andere Krankheiten kämpfen und die ihre Kinder nicht mehr selber rund um die Uhr betreuen können. Das Rote Kreuz bietet einen Betreuungsdienst an, der sich zuhause um die Kinder kümmert, gerade auch in Notfällen. Priorität hat dabei das Wohl der Kinder. Und wenn das Kind sich wohl fühlt, sind die Eltern entlastet :-). Kinderbetreuung SRK: https://www.redcross.ch/de/thema/kinderbetreuung-zu-hause-0

  • I. Bianchi sagt:

    Hm… In der Ausbildung zur Trageberaterin kam ich erst in Kontakt mit dem Begriff der postpartalen Depression. Pro Mente Sana hat tolle Infoflyer. Und toll wäre auch gewesen wenn mir jemand von der 3er Regel erzählt hätte was das Weinen eines Neugeborenen betrifft. Es ist mir ein Rätsel, warum niemand von der Mütterberatung oder Kinderarzt darauf hinwies. Hören wir heutzutage einander nicht mehr richtig zu? Urteilen wir zu früh? Nehmen wir (Person oder Fachkraft) uns noch genügend Zeit? I
    Aber es macht mich glücklich wenn ich in den Augen einer Mutter sehe: hey, ja! Die versteht mich. Und ich sage was mir geholfen hätte. Im Nachhinein.
    In den meisten Fällen sind Eltern immer die Helden in den Kinderaugen. Ein riesen Bonus-Geschenk! Eltern seid warmherzig mit Euch…

  • Alex sagt:

    Es muss hier mal gesagt werden: Männer sollten es sich echt überlegen, Kinder zu kriegen, wenn sie nachher nicht bereit sind, ihre Frauen zu unterstützen. Kinderkriegen ist eben keine Selbstverwirklichung, sondern harte Arbeit. Darüber sollte man sich vorher Gedanken machen.

    In diesem Kontext empfehle ich die Facebook-Seite https://www.facebook.com/MANWHOHASITALL/

  • Esther sagt:

    Ich finde manche Kommentarinnen sehr agressiv und verbittert. Die Kinder solchen Frauen tun mir leid. Es wäre sicher besser gewesen sie hätten keine Kinder. Die Väter haben sich schon viel verbessert, vor einer Generation gab es das noch nicht dass Väter mithelfen würden, heute machen sie es bereits ganz gut und ich sehe dies mit Freude. Anstatt ständig zu reklamieren sollte man auch die guten Entwicklungen sehen.

    • Panama sagt:

      Sie sind echt ein Witzbold, Esther. Genau wegen solcher Väter geraten ja manche Mütter in ein Burnout.

    • 13 sagt:

      @ Esther
      Und dies ist genau ein Mitgrund für den Ärger, die Pberforderung und die fehlende Gleichstellung: dass Männern fürs „mihelfen“ applaudiert wird. Ich zumindest müsste keinen Mann haben, der „mithilft“, einen der seiner Elternaufgabe nachkommt dafür gerne.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Da die Statistik zeigt, dass Väter total in Stunden gleich viel leisten wie die Mütter, ist fehlende Gleichstellung eigentlich nicht zu beklagen.
        Dass der Betreuungsaufwand generell immer weiter ansteigt, und durchaus hinterfragt werden könnte, kommt noch dazu.
        Ich müsste jedenfalls keine Frau haben, die mich für fehlende Mitarbeit zu Hause kritisiert, solange sie sich bei der Erwerbsarbeit zurückhält. Da ist immer eine Gesamtbetrachtung und ausgewogene Vereinbarung nötig.
        Die Überforderung vieler Mütter wäre zudem eine separate Analyse wert. Woher kommt sie denn wirklich?

      • maia sagt:

        @13: Ok, jemand der mit Arbeit ausser Haus dafür sorgt, dass Geld in die Kasse kommt, kommt seiner Elternaufgabe offenbar nicht nicht nach…..

  • Yvonne Stadler sagt:

    Sie haben ein wichtiges Thema aufgegriffen, welchem ich im beruflichen Kontext der Familienarbeit oft begegne. Es ist richtig, dass zu wenig Mutter-Kind-Plätze im Akut Psychiatrischen Bereich vorhanden sind. Beratungsstellen für diese schwierigen Situationen gibt es einige ( Mütter- und Väterberatung, die Kinder- und Jugendberatung) welche eine Triage übernehmen können. In der Schweiz gibt es 24 Mutter-Kind Häuser / Kind-Eltern Institutionen, welche als Anschluss Lösung an die Psychiatrie dienen und in der Regel auch mit Psychologinnen zusammenarbeiten.

  • Maria Gasser sagt:

    Vielen Dank für diese Ehrlichkeit. Meiner Mutter ist es damals auch so ergangen und fiel dann ein ganzes Jahr aus. Ich denke heute noch an diese Zeit und wünsche Ihnen ganz viel guten Mut und Kraft. Mich bestärken solche Berichte wieder einmal darin, dass man als Frau besser keine Kinder kriegt in der Schweiz. Es wird in so vielen Fällen zum tragischen Überlebenskampf. Ich habe mir lange überlegt, ob ich Kinder haben möchte. Alle haben mir davon abgeraten, von der Grosstante bis hin zu meinen älteren Arbeitskolleginnen. Ich habe noch anders mit meinem Leben vor als im familienpolitischen Elend zu versinken.

    • Silvia sagt:

      warum so negativ ? Man ist doch nicht verpflichet Kinder zu haben wenn man schon vorher weiss es wird zuviel Arbeit ? Der Mann einer Freundin war jedes Jahr ca. 6 Monate im Ausland für seine Arbeit und es gibt viele Männer die ständig um die ganze Welt fliegen müssen und das wussten sie noch nicht mit 25 Jahren ! Aber diese Frau hat dies sehr gut gemeistert, sie arbeitete nicht und hat sich viel um die Kinder gekümmert und hatte Freude daran.

  • Stefan Moser sagt:

    Als Ehemann einer Partnerin, die genau dasselbe erleidete, war mein erster Reflex auch, dass es sich der Vater etwas einfach macht. Ich kenne aber seine näheren Umstände nicht. Wichtig ist doch vor allem, dass die betroffene Person die Betreuungsfrage einfach in seine Hände geben kann und dies auch so weiterkommuniziert. Aber egal, was die Umstände sind: Ein tausendprozentiges NoGo sind die Kommentare der Therapeuten. Wie kann man nur.

  • Anh Toàn sagt:

    Gibt es mehr Burn-Out’s, Erschöpfungsdepressionen bei Frauen mit Kindern oder solchen ohne? Gibt es mehr bei Müttern als bei Vätern?

    Ich schreibe ja bloss einen Kommentar, keine wissenschaftliche Abhandlung, aber ich vermute, das kommt häufiger bei Müttern vor, und zwar weil denen noch immer von der Gesellschaft die Verantwortung für die Kinder übertragen werden. Burnouts entstehen nicht wegen vieler Stunden Arbeit und wenig Schlaf, die Entstehen aus der Belastung mit Verantwortung, aus Sorgen, aus Druck, aus der Angst, nicht gut genug zu sein: Wenn Frauen anders erzogen werden, müssen sie gut sein. Vielen Frauen fällt es schwer, sich davon zu befreien, diese echten oder auch nur vermeintlichen Forderungen an sie zu übernehmen.

  • Christine sagt:

    Ich fasse es einfach nicht. Es sei angeblich niemand da, der die Kinder betreuen könne. Hallo?!? Ist da nicht noch der VATER? Ja dann muss er sich halt frei nehmen für diese Zeit oder die Spitex organisieren oder seine Eltern oder andere Verwandte. So wie sich die Mütter auch jeweils organisieren. Es ist unglaublich, wie wir bei Müttern und Vätern immer noch mit zwei verschiedenen Ellen messen.

    • Esther sagt:

      Ich weiss nicht leben sie in der heutigen Realität ?
      Es ist nicht so. In der Schweiz kann der Vater nicht einfach so zuhausebleiben, in den seltesten Fälle kann er im Betrieb teilzeit arbeiten.
      Sie reden von „organisieren“, viele Leute haben keine Verwandte im gleichen Dorf, gleicher Stadt oder gleichen Kanton und sogar Land !
      Früher konnte man sich evtl. mit Nachbarinnen organisieren aber heute arbeiten fast alle Frauen.

      Im empfinde also als unrealistisch was sie da sagen.

      • Christine sagt:

        Ja und wenn die Mutter stirbt? Kommen die Kinder dann in eine Pflegefamilie? Irgendwann muss sich auch unserer konservativen Gesellschaft der Vater bewegen.
        Es pochen dermassen viele Männer auf das geteilte Sorgerecht nach einer Scheidung. Wo bleibt die geteilte Sorgepflicht vorher?

      • Sportpapi sagt:

        @Christine. Es ist mir buchstäblich kein Vater bekannt, der es nicht als seine Aufgabe sehen würde, bei einem Ausfall der Mutter die Betreuung der Kinder sicherzustellen. Es ist ja auch seine Aufgabe. Gerade deshalb ist es höchst fraglich, warum der Vater hier nur einen Nebensatz wert ist.

      • PHCH sagt:

        Es ist nicht einfach, Verantwortung zu übernehmen. Bei einigen Mitmenschen wird gewartet solange es geht. Und wenn während dieser Zeit eine andere Person (z.b. die betroffenene Mutter) die Organisation übernimmt, dann ist der Mitmensch (z.b. Der Vater) halt doch noch nicht in der Pflicht. Das Leben kann sich so einfacher und stressfreier leben lassen.

      • franziska sagt:

        @Eshter
        Das mit der Teilzeitarbeit hat etwas mit den Prioritäten zu tun. Wenn es dem Vater wichtig genung ist, findet er eine Teilzeitstelle, um sich aktiv seiner Fürsorgepflicht zu widmen. Desto mehr Väter das einfordern, desto einfacher wird es….
        Übrigens, auch ein Vater bekommt (mindestens) 3 Tage Erwerbsfrei, wenn er notfallmässig die Kinder betreuuen muss, um in der Zwischenzeit eine Betreuungslösung zu organisieren. Genau wie die Frauen.
        Es kann ja nicht sein, dass Kinderbetreuung alleine als Frauensache betrachtet wird im Jahr 2020 und sich die Männerorganisationen mockieren, dass Väter bei einer Scheidung als reine Zahlväter…

    • Anita sagt:

      Meiner Erfahrung nach ist genau das meist Teil des Problems: dysfunktionale Beziehungen. Entweder besteht ein grosses Ungleichgewicht in der Beziehung, oder zu viel Misstrauen der Mutter dem Vater gegenüber, oder zu wenig Verantwortungsgefühl des Vaters, und eben auch sonstige Faktoren, welche das Familiengefüge belasten (Arbeitgeber ohne Verständnis, gesundheitliche Vorbelastungen, fehlende Kompetenzen). Oft ein Mix. Wie lösen Sie solch komplexe Probleme kurzfristig? Mit einer Scheidung?

      • Christine sagt:

        Naja, bei einer Scheidung gibt es ja neuerdings das geteilte Sorgerecht. Da muss sich der Vater ja auch irgendwie organisieren, wenn er jede zweite Woche die Kinder hat und kann sich nicht mehr darauf berufen, dass er das mit seinem Job nicht vereinbaren kann. Insofern wäre eine Scheidung schon eine Lösung des Problems…
        Aber im Ernst jetzt. Ich wollte mit meinem ersten Kommentar lediglich darauf hinweisen, dass wir all zu oft noch im traditionellen Denken verhaftet sind und oft gar nicht auf die Idee kommen, dass der Vater in solchen Fällen ja logischerweise einspringen muss.

      • Anita sagt:

        Christine, ich gebe Ihnen recht mit dem traditionellen Modell im Kopf. Leider ist das nicht so einfach aus der Welt zu schaffen. Und im Notfall nützt es eben der Mutter dann rein gar nichts, wenn man ihr auch noch vorwirft, den falschen Mann geheiratet oder ihn „falsch erzogen“ zu haben. Man sollte sich auf die Faktoren fokussieren, an denen man etwas ändern kann – und das ist in der Regel bei sich selber.

      • maia sagt:

        @christine: gemeinsames (geteiltes) Sorgerecht sagt nichts darüber aus, wo die Kinder wann wohnen.

      • 13 sagt:

        @ Christine
        Das geteilte Sorgerecht ist nicht die geteilte Obhut. In der Schweiz bleiben in den meisten die Kinder bei der Mutter und der Vater hat sie jedes 2. Wochenende oder vielleicht noch einmal abends unter der Woche. die Kinder leben nicht jede 2. Woche beim Vater. Die gemeinsame Sorge gibt es trotzdem.

      • Esther sagt:

        @Christine. Sie schreiben einfach wahnsinnig agressiv. Und dann noch dieser optimismus : was wenn die Mutter stirbt !!! Haben sie öfters solche positive Ideen ?
        Ich wünsche Ihnen eine fröhliche Zeit diesen Sommer.

    • maia sagt:

      Wir erfahren hier fast nichts über den Vater und deshalb finde ich es schwierig etwas dazu zu sagen.
      In meinem Bekanntenkreis gab es einen Fall, in dem die Mutter zusammenbrach. Sie erzählte überall, dass ihr Mann halt mehr als alle anderen arbeiten würde ….. aber alle wussten, dass das nicht stimmt und dass er neben dem 100% Pensum noch den ganzen Haushalt schmiess (kochen, putzen, waschen, Aufgaben mit den Kindern erledigen, einkaufen und und und..) . Solange sich hier der Vater/Mann nicht meldet, wäre ich solchen Urteilen sehr vorsichtig.

  • Steiger Arthur sagt:

    Erschöpfte Väter sind ebenso wenig vorgesehen.

    • Kerstin Moser sagt:

      Dem erschöpften Vater würde sicherlich nicht ständig unter die Nase gerieben, wer denn bitte schön auf die Kinder aufpasse..

    • franziska sagt:

      Erschöpfte Väter haben den Ausweg „Burnout“ inkl. Lohnweiterzahlung, womöglich mit anschliessender IV.
      Mütter, welche für ihre Betreuungsarbeiten nicht bezahlt werden, verfügen nicht über diese Möglichkeit :-/

      • Sportpapi sagt:

        @franziska: Sind Sie sicher? Wenn Mütter erwiesenermassen die Pflichten in Haushalt und Kinderbetreuung nicht mehr übernehmen können, ist dann eine IV nicht möglich? Oder eine andere Leistung?

      • maia sagt:

        @franziska: Schön wäre es, wenn das so einfach wäre….

  • Nowa sagt:

    Das habe ich ähnlich erlebt. Wenn wir durch unsere Kirche keine Tagesfamilie gekannt hätten, wo mein Mann mit den Kids für ein paar Wochen wohnen konnte, hätten wir keine Lösung gehabt. Die Schwiegermutter kam zwar wochenweise aber das hätte nicht gereicht. Dann traf ich eine deutsche Betreuerin, die in Familien, wo Mütter für ein paar Wochen in Kur sind, hilft. Alles wird mit dem Vater besprochen, er kann zur Arbeit fahren und sie regelt die Dinge daheim. Von der Kasse bezahlt. Ich war entsetzt, dass wir in der „reichen“ Schweiz solche Angebote nicht kennen. Warum investieren wir nicht in unsere Familien? Unter solchen Belastungen ist die Gefahr grösser, dass diese zusammenbrechen… Zum Thema Psyche. Der Darm ist eng mit unserem Wohlbefinden verknüpft. Bei mir lag dort die Ursache…

    • Esther sagt:

      @Nowa : in der Schweiz war es unüblich dass Mütter arbeiten gingen, bis in die 80 ger Jahren.
      Es wurde nun schon viel getan für Mütter aber man will einfach immer mehr. Wir leben hier nicht in einem sozialistischen Land wo das Kind einfach weggegeben wird kaum ist es geboren. Nein, wir setzen auf Selbstverantwortung. Kinder zu haben ist Arbeit und sie haben eine zufriedene Mutter nötig zuhause, wenigstens halbtags.
      Aber eben : die Mieten und Krankenkassen werden immer teurer, darum müssen die Mütter arbeiten gehen.
      In der Natur ist es selbstverständlich die Mutter die zu den Kinder schaut. Und die Natur ist weise.

      • Coco sagt:

        In der Natur streunt der Vater auch herum und schwängert weitere Weibchen. So eine tolle Natur aber auch

      • 13 sagt:

        @ Esther
        Von welcher „Natur“ sprechen Sie? Natur ist doch nicht das, was in der Schweiz und teilweise Westeuropa während rund 2 Generationen gelebt wurde. Gerade in den sogenannten „Naturvölkern“, war die Kinderaufzucht Sache der Gemeinschaft, je nach Tradition von allen oder aber zumindest von den Frauen im Dorf. Man geht auch davon aus, dass das schon in der Steinzeit der Fall war. Während eine arbeitete, sammelte etc., schaute ein anderes Mitglied zu den Kindern. Erst die Industrialisierung und den Wirtschaftsaufschwung begann man in Kleinfamilien zu leben und erst nach dem 2. WK organisierte man sich teilweise so, dass die Mutter zu Hause war. Und eben auch nur hier, an den meisten Orten der Welt gab es das nie und natürlich ist das nicht.

      • Esther sagt:

        @Coco : wie agressiv und verbittert sie sind ! Ich bin entsetzt. Und immer diese vergleiche, also gut 1 Generation kann man vergleichen mit unserer aber nicht jahrhunderte !

        Kopf hoch !

  • FreiL sagt:

    Ich möchte gerne mit Ihnen in dieser Stiftung arbeiten oder diese gründen…

    • Sportpapi sagt:

      So eine Stiftung braucht vor allem einmal viel Geld…

    • Tanja sagt:

      Ich auch!

    • Esther sagt:

      @Sportpapi : hier in der westschweiz gibt es diese Organisation aber sie hat privat angefangen und ist auch jetzt noch freiwillig. Es wurde ein Lokal gefunden für einen Abend die Woche und dort trafen sich die Mütter (und nun auch die Väter). Es ist kein Geld vorhanden ausser die Mitgliedgebühr der Mütter/Väter. Vielleicht habe sie nun eine Subvention von der Stadt, ich weiss es nicht.
      Auf alle Fälle wird kein Geld an Mütter verteilt. Es geht nicht um Geld sondern um Rat und Zusammensein.

    • Esther sagt:

      @FreiL : keine Stiftung sondern einen verein. Ist nicht dasselbe !

  • Zulares sagt:

    Was ich problematisch an einigen Posts finde ist, dass man immer wieder da zu neigt, Vergleiche zwischen Generationen zu ziehen. Wie hat das meine Mutter mit 3 Kinder geschafft, mit Arbeit, Haushalt etc..wir befinden uns in einem komplett anderem Zeitgeist! Das Tempo auf vielen versch. Ebenen ist unglaublich hoch. Es ist wie ein Sog..Das Zeitempfinden hat sich verändert. Die Erwartungen sind enorm gestiegen. Ob von Aussen oder von Einem Selbst auferlegt. Entschleunigung auf vielen Ebenen wäre die Lösung! Hierfür müssten aber auch gesellschsaftspolitische Diskussionen geführt werden und da stehen wir noch nirgends. Ich mache Yoga zum Ausgleich und habe gemerkt, wie sich mein ganzes System dadurch jeweils beruhigt umd ich mich hiermit wieder darauf besinne, was wirklich wichtig ist.

    • Mimi sagt:

      Danke für den Artikel, und danke Zulares für deinen Kommentar. Als Mutter (nur) einer Tochter empfinde ich den sozialen Druck als enorm. Auch wenn der Vater einspringen könnte, es ist eine riesige Belastung für alle, aber unbedingt nötig, dass die Erwartungen von der Mutter heruntergeschraubt werden und bessere Angebote bestehen. Darüber zu reden ist enorm wichtig!

  • Mamivo4 sagt:

    Kürzlich habe ich über ein Buch gelesen: Raus aus der Mental Load Falle. Mir scheint, Mental Load gibt es in der Schweiz überhaupt nicht, genau wie diese Mutter-Kind-Kuren…wir sind ein Dritt-Welt-Land in dieser Beziehung.
    Wie oft habe ich innerlich geschrien, nach Hilfe, Verständnis, aber aus Angst vor dem Versagen einfach, so gut es ging, weiter funktioniert. Schlussendlich hat auch das nichts gebracht…

  • Kathrin De Feo sagt:

    Genau dieses kollektive stark sein zu müssen und nach Aussen hin ein perfektes Bild abzugeben, lässt dieses Land eine sehr hohe Depressions- und Suizidrate haben. Und ja, liebe Kommentatoren, früher haben Frauen alleine 5 oder 8 Kinder grossziehen müssen, viele sind aber daran zerbrochen oder sogar gestorben. Und oft wurde der Druck an die kommende Generation weitergegeben: Lieblosigkeiten, Vernachlässigungen, Flucht in die Materielle « Sicherheit »,…nur die Spitze des Eisbergs. Liebe Frau Honegger: ich schließe mich gerne an und gründe mit Ihnen zusammen ein Hilfswerk für erschöpfte Mütter. Diese sind nicht unsere Konkurrentinnen, sondern unsere Schwestern und Töchter, die durch Hilfe ihren Kindern eine bessere Zukunft schaffen können.

    • Silvia sagt:

      @Kathin : Frau Honegger spricht von einem Verein für Mütter zum austauschen und zusammensein und nicht von einem Hilfswerk für erschöpfte Mütter ?
      Ein Erholungsheim wäre vielleicht angebracht ?
      Aber ich kenne keines für Mutter und Kind da die Mutter ja eben Ruhe braucht.

  • Esther sagt:

    Ich habe meine Tochter alleine erzogen ab ihrem 3. Lebensjahr. In der Firma in welcher ich arbeitete gab es 2 Frauen die jede 3 Kinder alleine erzogen. Beide arbeiteten ganztags weil der Vater nichts zahlte, der einte war im Ausland und hat sich nie gemeldet und der andere arbeitete nicht und war auch im Ausland. Nur so zum sagen : diese 2 Frauen welche beide sehr sympatisch waren, schufteten von Morgens 4 Uhr bis Abends 22 Uhr. Dazumal (vor 40 Jahren) konnten die Kinder nicht in der Schule essen und so gingen sie heim. Ich kann mir das heute nicht vorstellen da Frauen schon mit 1 Kind überfordert sind wenn sie arbeiten. Wie haben wir das gemacht ?
    Zähne zusammengebissen, es gab nichts anderes.

    • Heidrun Groß sagt:

      Wie wurde das früher gehandhabt? Das frage ich mich auch oft. Es war eine komplett andere Welt. Und die Menschen waren besser auf Familie vorbereitet – weil sie gesehen hatten wie es geht. Heute stellt man alles in Frage und auf den Kopf. Kinder, Karriere, up-to-date sein, Modelfigur… irgendwas bleibt auf der Strecke. Meist die Mütter. Sch…. Emanzipation. Sie fängt überall an und hört nirgends auf. Das ist mit ein Problem.

      • Esther sagt:

        ganz richtig, Danke Heidrun.

      • Coco sagt:

        Früher wurde auch vieles vertuscht und man musste sich glücklich zeigen, zumindest nach außen die perfekte Familie spielen. Was kenne ich unzählige Seniorinnen, die es alles andere als genossen haben, immer daheim und für die Kinder verfügbar zu sein und nicht arbeiten zu dürfen. Viele hatten Depressionen und haben ihren Frust an den Kindern ausgelassen. Es gab früher wie heute Mütter, die alles sehr gut meistern und glücklich mit ihrem Leben sind. Genauso gab es früher wie heute Mütter, die das eben nicht waren bzw. nicht immer alles easy hinkriegten. Schön, dass man heute dazu stehen darf. Und traurig, dass man vereinzelt doch noch so verurteilt wird.

    • Nick Mena sagt:

      Na dann hat sich ja nicht viel geändert. Aus dem Bericht sehe ich das auch hier die Zähne zusammen gebissen wurden. Denken Sie wirklich früher wurde nicht geweint, Hilfe gesucht und vielleicht im direkteren Umfeld gefunden? Nur weil es früher Mütter beschissen hatten und alleine gelassen wurden darf es nicht besser werden?
      Unsere Gesellschaft ist über tausendmal so produktiv wie vor hundert Jahren nur das der Gewinn immer ungerechter verteilt wird.
      Es darf doch nicht sein, dass Menschen weil sie Familie haben arm werden. Kinder sind keine Privatsache.
      Unsere Gesellschaft geht vor die Hunde!

    • claudia sagt:

      die heutige arbeitswelt können sie mit der vor 40 jahren überhapt nicht vergleichen… als ich 20 war, vor 30 jahren, hatte man überhapt keinen stress am arbeitsplatz, man fand überall einen arbeitsplatz. die schule war ein halber spaziergang, eine lehrstelle war kein problem und meistens hatte man sehr jung kinder. sie haben keine ahnung wie es heutzutage läuft.

      • Esther sagt:

        doch, habe ich ! Ich habe ein paar Nachbarinnen und nun auch wieder Kleinkinder in der Familie.
        Es gibt Mütter die immer stressen, andere weniger. Aber wir leben schon in einer Welt wo man die Butter und das Geld des Butters will, wie man so sagt hier im Welschland ! Vor 40 Jahren gab es das nicht dass Kinder noch zum Sport mussten oder zur Nachhilfe, oder zur Musikstunde. Auch Internet hab es erfreuerlicherweise noch nicht, so waren die Kinder auch ruhiger im innern.

      • Sportpapi sagt:

        @Esther: Ich war vor 40 Jahren Kind. Und natürlich im Musikunterricht, in mehreren Sporttrainings, in der Pfadi…

    • Coco sagt:

      Und die Kinder waren ab dem 1. Lebensjahr alleine zu Hause von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr abends? Und haben sich selbst Mittag- und Abendessen gemacht?

      • Esther sagt:

        Wenn ich sage 4 Uhr morgens ist das die Zeit um welche die Mutter aufstand um das Mittagessen vorzukochen und 22 Uhr weil nach dem Abendessen noch Hausaufgaben waren, ein wenig schwatzen und der Haushalt und die Post.
        Ich nehme an die ersten Jahren war der Vater noch da und dann gab es Kindergärten.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Esther

        „Wie haben wir das nur gemacht?“- Zitat Ende

        Oft genug mit starker Vernachlässigung der Kinder. Schlüsselkind ist ein Begriff, welcher aus Zeiten stammt, die Sie verherrlichen. Kleinkinder wurden während der Arbeitszeit der Mutter in den Betten angebunden, oder sonstwie zuhause eingesperrt. Grössere Kinder hatten ab Kindergarten den eigenen Hausschlüssel und waren vor und nach der Schule, über Mittag und während den Ferien den ganzen Tag sich selber überlassen.

        Alles keine Gründe sich selber zu loben, sondern den heutigen Müttern zu gönnen, dass diese es besser haben.

      • Esther sagt:

        Tamar : ich lobe mich nicht ich erzähle nur meine eigene Erfahrung. Und ich bin froh dass es den Mütter besser geht heute. Ich frage mich nur : warum wollen sie immer mehr und mehr ? Wir sind doch nicht ein sozialistischen Land wo der Staat immer mehr und mehr helfen muss, wie in Frankreich z.B. und dann sind die Kassen leer.
        So, geht’s nicht. Nicht in der Schweiz. Wem es nicht passt sollte in ein sozialistisches Land.
        Dort geht die hälfte des Lohns weg ins Soziale, dafür können sie ihr kind weggeben bis es praktisch erwachsen ist.
        Nein, eine solche Lösung wünsche ich mir nicht für die Schweiz.
        Das Problem Nr 1 bei uns sind die hohen Mieten und die hohen Krankenkasseprämien.

    • franziska sagt:

      @Esther
      Ab Mitte 60er wars doch gang und gäbe, dass wenn eine Mutter nicht „richtig funktinoierte“, sie kurzerhand Valium verschrieben bekam. Das war damals eines der am öftesten konsumierten Medikamente…

  • Tim Meier sagt:

    Bei solchen Artikeln stellt sich immer wieder die Frage, wie das wohl die Mütter im 19. Jahrhundert angestellt haben. Keine Pille, dafür mindestens 5 Kinder. Die Väter arbeiteten 6 Tage und mehr als 42 Stunden pro Woche.
    Wenn man schon anfällig auf Erschöpfungen usw. ist, dann sollte man sich auf die momentan wesentlichen Aufgaben kümmern. Selbstverwirklichung gehört nicht dazu.

    • R. Gnehm sagt:

      Und wo bleibt die Verantwortung des Vaters? Der könnte Teilzeit arbeiten und so hätten beide ihre Erfüllung in Beruf und Familie. Aber dazu brauchen wir Frauen starke Männer, die bei ihren Arbeitgebern Teilzeitpensen einfordern.
      Zum Glück habe ich einen solche starken Mann ergattert und wir teilen 50/50. Ich wünsche allen Frauem solche Männer!

      • Esther sagt:

        Teizeitpensum einfordern ? !! Sie haben eine Ahnung ! Da gibt es 10 Kandidaten wenn der Mann nicht mehr volltags arbeiten will.

    • 13 sagt:

      Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten: Die Mütter arbeiteten gleich wie die Väter. Die Kinder waren grösstenteils unbewacht oder wurden von den älteren Geschwistern gehütet, Schule war eher seltener und wenn schon nicht so lange. Und von den mindestens 5 Kindern überlebte halt nicht jedes und man lebte damit, auf jeden Fall diejenigen, die mit rund 40-50 Jahren an Alter starben und nicht zuvor wegen Krankheiten oder Unfällen. Wollen Sie wirklich dahin zurück?

      • Vreni sagt:

        das was sie schreiben war dann nochmals eine Generation zurück ! Wir sprech hier von anno 1960 und 1970.

      • 13 sagt:

        @ Vreni
        1960-1970 sind die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, nicht das 19, welches Tim ja angesprochen hat. Dieses dauerte vom 1801-1900.

    • Coco sagt:

      Hmm, ja genau im 19. Jahrhundert haben die das super hingekriegt die Mütter. Die Hälfte der Kinder hat dann vielleicht auch überlebt. Und die Hälfte der Eltern hat auch miterleben dürfen, wie die eigenen Kinder Eltern wurden, weil sie erst mit 50 und nicht mit 40 gestorben sind. Was für eine tolle Zeit das war.

  • Edith sagt:

    Liebe Frau Honnegger bin immer noch ganz berührt von ihrer damaligen Situation, obwohl ich ja das gleiche erlebte. Ich war lange auf der Suche, nach jemanden der mir helfen kann. Alle haben sich bemüht , aber die körperlichen Leiden blieben bis heute. Dagegen hat mir Willy Bucheli seelisch sehr gehollfen. Die Depressionen sind weg, kein Gewürge mehr im Hals einfach alles weg. Dieser Bericht ist für sie bestimmt, schauen sie einmal im Internet. Viele Grüsse Edith

  • Zindel sagt:

    Bei dieser Stiftung würde ich gerne mithelfen! Ich kenne die Problematik aus dem nahen Umfeld leider zu gut.

    • Vreni sagt:

      es ist einen Verband nicht eine Stiftung. Es geht also nicht um Geld sondern einfach zusammensitzen und erzählen und austauschen, vergleichen, aufmuntern.

  • Danny M. sagt:

    Ich denke, die Gafehr für ein Burnout ist heute generell und in vielen verschiedenen Bereichen vorhanden, für Mütter und Väter. Trotzdem ffage ich mich oft: Wie haben dies unsere Eltern / Grosseltern geschafft? Ich kenne niemanden, der vor nur zwei Generationen geboren ist und je ein Burnout hatte…
    Vielleicht mangelt es hierzulande zu sehr daran, dass man sich gegenseitig nicht mehr so oft unterstützt? Oder sind wir schlicht verweichlicht?

    • Karen sagt:

      Nein, ich auch nicht. Aber viele deren Mütter oder Väter sich umgebracht haben, einfach verschwunden sind, Alkocholikern wurden oder sonst früh gestorben in irgendeinem (selbst) Unfall.

  • Maren Baechler sagt:

    Liebe Frau Honnegger

    Ich bin die Präsidentin des frisch gegründeten Vereins „Alleinerziehende Mütter und Väter Zürich“, lassen Sie uns für alle gerade in diesen Zeiten an einem Strang ziehen und für reale Entlastung für berufstätige überforderte Eltern suchen um dies in Zukunft vermeiden zu können. Die Zeit ist reif, dass die Schweiz sich Gedanken um präventive Massnahmen macht.

    • Esther sagt:

      Dieser Verein gibt es in der Westschweiz schon seit 50 Jahren ! Sind Sie sicher er gibt ihn noch nicht in der deutschen Schweiz ?

  • Edith sagt:

    Vielen Dank für diesen ehrlichen Bericht. Beim Lesen konnte ich mich gleich an meine schwarzen Tage erinnern. Meine Kinder waren damals Teenager also konnte mein Mann gut für Sie sorgen. Zum Glück ein Problem weniger. Ich finde es geradezu sträflich, dass diese Thematik in der Schweiz nur so am Rande behandelt wird. Ja die Kranken immer noch mit Stigmatisierung leben müssen. Da ich mich körperlich nie mehr richtig erholt habe, sind alle um meinem Mann besorgt. Wenn eine Frau, ihren an Demenz erkrankten Mann pflegt fragt niemand wie ergeht es der „armen“ Frau! Ja, das ist halt die Schweiz wie sie leibt und lebt. Ich frage mich auch immer wieder wieso ist das gerade mir passiert. Wieso können andere aus einem Pool unendlich Energie schöpfen. Fragen über Fragen die keiner beantworten kann.

    • Sportpapi sagt:

      @Edith: „Da ich mich körperlich nie mehr richtig erholt habe, sind alle um meinem Mann besorgt. Wenn eine Frau, ihren an Demenz erkrankten Mann pflegt fragt niemand wie ergeht es der „armen“ Frau!“
      Ja, dieses ständige Behaupten, bei umgekehrten Geschlechterrollen würde das ganz anders wahrgenommen und kommentiert, ist tatsächlich wohl typisch Schweiz.
      Richtig ist, dass die Betreuung von erkrankten oder gar behinderten Menschen immer eine Aufgabe und Belastung darstellt, und entsprechend Sorge um diese begleitenden Personen immer gerechtfertigt ist.

    • Anita sagt:

      Das frage ich mich manchmal auch. Bei mir ist es genau umgekehrt. Ich habe in den letzten 5 Jahren 2x Arbeitslosigkeit, 2 Krebserkrankungen meines Mannes, ein behindertes Kind, noch ein „normales“ dazu, weitere unzählige gesundheitliche Probleme (Unfälle, Erkrankungen) ebenso wie einen Job gestemmt. Immer wieder, vielleicht sogar ständig am Rande des Möglichen. So oft hab ich Blut geschwitzt und geweint. Aber zusammengebrochen bin ich nie – warum? Weiss ich ehrlich nicht, ist mir ein Rätsel. Dabei würde ich es eigentlich gerne wissen, um anderen belasteten Müttern wirklich fundierte Tipps geben zu können, wenn sie mich um Rat fragen.

      • 13 sagt:

        @ Anita
        Sie sind nicht zusammengebrochen, weil Sie sich keinen Zusammenbruch leisten konnten. Wie wohl x andere Frauen auch. Ich bin davon überzeugt, dass auch die Autorin ihre Kinder nicht alleine gelassen hätte. Da sie das Glück hatte, eine gute Lösung zu finden und sie gut versorgt wusste, konnte sie sich um ihren Zustand kümmern, wie es auch sein sollte. Hat man das nicht, stellt man auf Überlebensmodus und funktioniert einfach.
        Viel Kraft weiterhin.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Also der Zusammenbruch lässt sich vermeiden, man muss nur wollen?
        Persönlich glaube ich ja, dass dieser Glaube, wenn man ausfällt bricht alles zusammen, Teil des Problems ist, und vermutlich meistens auch nicht stimmt.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Der Zusammenbruch lässt sich vermeiden, weil man das will, sondern wenn es keine Alternative gibt. Dann wächst so mancher Mensch über sich hinaus.

        „Persönlich glaube ich ja, dass dieser Glaube, wenn man ausfällt bricht alles zusammen, Teil des Problems ist,“
        einverstanden.

        „und vermutlich meistens auch nicht stimmt.“ nicht einverstanden. Ich kann mich immer nur wiederholen. Abgeben bedingt ein Übernehmen von einer anderen Person. Fehlt dieses resp. die Bereitschaft oder die Möglichkeit dazu, ist es ein Fallenlassen. Und dieses verhindert man im dem Fall halt, indem man gar nicht abgibt.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wenn man nie loslässt, wird man nie merken, ob es auch anders gehen würde. Ich glaube nicht, dass wir lauter verwahrloste Kinder hätten, wenn die Frauen, zumindest im Notfall, sich zurückziehen würden.
        Es ist schlicht alternativlos, dass die Väter die Kinder auffangen, wenn sie mit ihnen allein sind.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Du kannst das als Mann unlogisch oder übertrieben oder was auch immer finden, da Du Dir ja vermutlich gewöhnt bist, dass immer jemand im Notfall dasteht, aber kaum eine Mutter würde einfach gehen und denken „nach mir die Sintflut, irgendetwas klappt es schon“, wenn es um ihre Kinder geht. Das würde weder ihrer Intuition noch ihrer Sozialisierung entsprechen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Auch hier wurde meine Antwort nicht veröffentlicht.
        Vielleicht liegt nun mal diese Intuition falsch? Und ist gar Teil des Problems?
        Wenn Mütter notfallmässig ausfallen, wird sicherlich für die Kinder gesorgt in der Schweiz.

      • maia sagt:

        @13: Ich glaube mindestens teilweise stimmt es schon, was Sportpapi schreibt: Abgeben heisst auch loslassen können; akzeptieren, dass jemand anderer es evt. anders, aber deshalb nicht schlechter macht. Ich kenne leider auch ziemlich viele Mütter, die finden, der Mann/Vater könne einfach nicht zu den Kinder schauen – einfach weil er es anders macht.

    • Tanja sagt:

      Andere haben auch nicht unendlich Energie. Aber die Menschen sind verschieden und der eine kann aus Dingen Energie schöpfen, bei anderen kosten dieselben Dinge viel Energie. Und wenn dann unglückliche Umstände zusammenkommen und man hauptsächlich mit Dingen beschäftigt ist, die einem Energie rauben, dann hat man irgendwann einfach keine mehr. Andere Menschen in derselben Situation hätten das Problem nicht – aber die hätten dafür mit anderen Dingen Probleme. Manchmal hat man halt einfach Pech, genau wie bei einem Unfall, nicht alles im Leben kann man steuern. Und deswegen sollte man sich auch keine Vorwürfe machen oder sich fragen, warum das anderen nicht passiert. Mit Ihnen ist nichts falsch, Sie sind einfach ein Mensch der Pech hatte im Leben. Alles Gute 🙂

  • Lina Peeterbach sagt:

    Gibt es eigentlich ein psychiatrisch/psychologisches Zentrum für erschöpfte Väter und ihre Kinder?

  • Lina Peeterbach sagt:

    Bei allem Respekt vor den Betroffenen, bin ich doch sehr erstaunt, wie man ohne Vorwarnung in so etwas hineinlaufen kann. Ich merke jeweils wenn ich nicht mehr kann, und hole mir Akuthilfe, im Kleinen: mal ein Abend in die Sauna, mal einen oder 2 Tage allein wegfahren, mal eine Nacht im Nebenzimmer schlafen, etc. Ehrlich, wo sind denn eure Männer und euer Umfeld!?

    Und manchmal habe ich auch das Gefühl, mütterliches Märtyrertum sei irgendein verqueres Gütesiegel, das man sich ohne einen ordentlichen Zusammenbruch nicht anheften darf.
    Meine wichtigste Lektion als Eltern: kennt eure Grenzen und gesteht euch Kraftquellen im Alltag zu! (Gilt für beide)

    • Ela Rossi sagt:

      Uh, zum Glück gibt es so kompetente Personen wie Sie, denen das nie passieren könnte. Und danke für die Ratschläge. Ihre vorbildliche, perfekte Handlungsweise führt wohl vielen vor Augen, dass sie auf ganzer Linie versagen. Vielleicht ein Grund, warum sich viele nicht getrauten rechtzeitig Hilfe zu holen. Sie, verehrte Frau, sind Teil des Problems. Und falls meine Ironie nicht deutlich genug herüberkam: ich wünsche mir für Sie und die anderen Kompetenten viel Empathie!

      • Lina Peeterbach sagt:

        Ich habe nicht gesagt, dass mir das nicht passieren kann. Aber ich bemühe mich aktiv, meine Batterien nicht leerlaufen zu lassen, hole mir Hilfe und habe grundsätzlich nicht das Gefühl, dass ich mich aufopfern oder alles alleine machen muss. Und insofern denke ich schon, dass ich Prävention betreibe. Stressmanagement ist doch das beste Rezept gegen Überlastung. Und um Überlastung geht es doch hier, oder? Sie schreibt nicht über klinische Depressionen oder andere psychische Erkrankungen, das ist dann nämlich wirklich etwas anderes.

      • Lina Peeterbach sagt:

        Und ehrlich gesagt glaube ich, dass jeder Therapeut einer Erschöpfungssdepression jedem Patienten raten wird, der Erschöpfung durch geeignete Massnahmen wie Pausen und Raum für sich selbst zu begegnen. Ich frage mich, warum Sie auf meinen Post so getroffen/vehement reagieren?

      • Ela Rossi sagt:

        @Lina Peterbach
        Es ist mehr die Art und Weise wie die Diskussion geführt wird. Ihr erster Post bezieht sich darauf, dass sie nicht nachvollziehen können, wie jmd. in eine solche Situation geraten kann. Ich finde es bewundernswert, wenn jmd. so offen über solche Situationen schreiben kann. Diese Person daraufhin zu weisen, dass man doch das sehen müsste, finde ich eben nicht so konstruktiv. Da liegt jmd. am Boden und man erteilt ihm eine „Versagensdiagnose“. Viele fürchten sich genau davor.
        Ihre Antworten auf meinen Kommentar finde ich dagegen viel differenzierter. Meine Reaktion kommt daher, dass noch weitere, wenig konstruktive Beiträge zu lesen waren. Da hatte ich einfach Lust einen ebensolchen Post zu verfassen. Ich finde es schade, dass es immer noch so ein Tabu-Thema ist. MfG

      • Lina Peeterbach sagt:

        @Ela, danke für die konstruktive Auseinandersetzung. Die 800 Zeichen erlauben es eben nicht immer ganz differenziert zu formulieren.

        Im 1. Post habe ich geschrieben, dass ich nicht verstehen kann, wie man *ohne Vorzeichen* in eine solche Situation geraten kann. Ein kleiner, feiner Unterschied.

        Trotzdem respektiere ich die Offenheit der Autorin und wünsche von Herzen alles Gute.

        Und ich bleibe bei meinem Ratschlag: Erschöpfungsdepr. vermeidet man, indem man Erschöpfungssituationen vermeidet. Noch wichtiger als Auffangstrukturen ist Prävention. Das beinhaltet auch Eigenverantwortung, z.B. Familie als Paar gestalten (nicht als one-mum-show), Ausgleich suchen etc.

    • Tanja sagt:

      Ich habe zwar keine Kinder, aber ich hatte auch schon mal ein Burnout. Um auf Ihre Frage zu antworten: natürlich gibt es Vorzeichen! Ich habe die Vorzeichen auch wahrgenommen und wusste, dass ich in ein Burnout laufe. Aber ich war gleichzeitig völlig hilflos. Ich wusste, dass ich den Job wechseln müsste, aber ich hatte da bereits keine Zeit und keine Energie mehr, um überhaupt auf die Suche zu gehen. Ich hatte auch keine Energie mehr, um mal in die Sauna zu gehen. Wenn man die Vorzeichen bemerkt, ist es zu spät für Kraftquellen. Denn schon alleine Sachen zusammenpacken für die Sauna oder wegzufahren hätte mich überfordert. Und solange man noch halbwegs Energie hat, merkt man es einfach zu wenig. Kinder kann man halt nicht einfach ausschalten, gerade wenn kein Partner da ist.

  • Tess sagt:

    Es ist sehr schade, dass Sie von Ihrem Mann nicht mehr Unterstützung erhalten haben. Hoffentlich können Sie beide das ändern, bevor es noch schlimmer wird. Alles Gute.

  • Miriam Flückiger sagt:

    Dumme Frage. Gab es nicht noch einen anderen erziehungsberechtigten, den Vater? Kann der sich nicht auch kümmern?

  • Mutter sagt:

    Liebe Frau Honegger

    Ich möchte Ihre Verbündete sein! Packen wir es an! Wenn Sie bei der Umsetzung Ihrer Idee Hilfe brauchen, stelle ich mich gerne zur Verfügung!

  • Lea Maria sagt:

    Mir erging es ähnlich vor gut einem Monat; plötzlich habe ich einfach nicht mehr funktioniert. Mein Arzt diagnostizierte auch eine Erschöpfungsdepression und meinte, ich müsste dringend mal 3 Wochen weg, zur Erholung. Raus aus dem Alltag mit allen Verpflichtungen die mit Kindern, Haushalt, Job, Pflege von Eltern etc. einhergehen. Die Krankenkasse lehnte jedoch eine Kostengutsprache ab. Auch ein Wiedererwägungsgesuch des Arztes wurde abgelehnt. Was blieb mir anderes übrig, als weiterzumachen? Ich habe keine finanziellen Mittel, mich privat „abzuseilen“. So hoffe ich, dass ich noch die paar Jahre durchstehe, bis die Kinder auf eigenen Füssen stehen (mind. noch 10 Jahre!). Danach werde ich hoffentlich einmal für mich schauen können. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    • Niklas Meier sagt:

      Lea Maria, wenn Ihre Kinder so um die 6,7 Jahre alt sind (?) können sie locker im Sommer 2 Wochen in ein Sommerlager. Kostet nicht viel und bei Bedarf subventioniert der Staat.
      Wäre doch eine Idee wert?

      • Lea Maria sagt:

        Perfekte Idee – leider wurden die Lager hier aufgrund Corona abgesagt. Aber für den Herbst habe ich sie eine Woche in einem Lager angemeldet; ihr erstes Lager überhaupt. 🙂

  • Mina Peter sagt:

    Es haben nicht alle Mütter optimale Strukturen um sich herum. Und es sind auch nicht alle Väter gleich leistungsfähig gerade in der Familienarbeit. Oft müssen die frischgebackenen Mütter den Vätern mit viel Energieaufwand beibringen, sich aktiv um Kinder und Haushalt zu kümmern. Das braucht ein gutes Selbstwertgefühl und Ausdauer, bis die Rollenverteilung stimmt. Oft haben die Väter dies nicht vorgelebt bekommen und müssen sich vieles erst aneignen. Nicht dass sie dies nicht wollen, aber die Umsetzung erfordert Einsatz von allen Beteiligten. Und wenn die Erwerbstätigkeit einseitig verteilt ist, wird es nicht einfacher.

    • Karl Drais sagt:

      Es haben nicht alle Väter optimale Strukturen um sich herum. Und es sind auch nicht alle Mütter gleich leistungsfähig gerade in der Erwerbsarbeit.

      Merken Sie was?

      Wenn was auch immer einseitig verteilt ist, wird es nicht einfacher.

  • Marianne M sagt:

    Oh danke, dass jemand dieses Thema anspricht!
    Mich hat es auch gelupft vor 32 Jahren, keine Nacht mehr durchschlafen, 1 Kleinkind, 1 Baby, ein Mann, der „nur“ versorgt sein will, sich ansonsten aber nicht engagiert, Schwiegermutter, die auch noch ihren Sen beisteuert.

  • Gabriela Albiez sagt:

    Danke für den Beitrag. Bis vor ca. 18 Jahren gab es Gais ein Erholungsheim für Mütter und Kinder. Ich durfte von diesem tollen Angebot nach einem „Zusammenbruch“ profitieren. Es gab eine super Kinderbetreuung und Sozialberatung und div. Angebote für uns Mütter. Ich war alleinerziehend (gerade nach der Scheidung) und keine Familie, die die Kinder hätten betreuen können. Das Heim wurde meines Wissens von der Stadt Zürich finanziert und fiel leider dem Sparhammer zum Opfer. Ich glaube nicht, dass es noch ein solches Angebot gibt, leider. Bin bei der Stiftung dabei.

    • Niklas Meier sagt:

      Frau Albiez, es gibt die SOS-Kinderdörfer.
      Da gibt es auch Angebote für Alleinerziehende. Kostet nicht viel und vor Ort gibt es Angebote für die Eltern und auch für die Kinder.

  • M. Cesna sagt:

    1. Selbst die Ambulanz wird von den Krankenkassen nicht bezahlt und ist wesentlich teurer als jedes Taxi.
    2. Es gibt tatsächlich keine Auffangstrukturen für die Kinder von zusammengebrochenen Müttern.
    3. Es gibt etwa 3 Kliniken, die Mütter mit Babys aufnehmen, in der Coronazeit aber auch nicht.
    4. Für Kinder, die laufen können, gibt es keine Angebote, die auch schnell verfügbar wären.
    5. Die Lebenskosten von Familien mit Kindern sind meist derartig, dass der Vater vollzeit arbeiten muss, ergo nicht verfügbar ist.
    6. Bei Arbeitgebern gibt es meist wenig Toleranz bezüglich Familienbedürfnissen, gesetzlich auch nicht vorgesehen.

    • Karl Drais sagt:

      „5. Die Lebenskosten von Familien mit Kindern sind meist derartig, dass der Vater vollzeit arbeiten muss, ergo nicht verfügbar ist.“ — Nein, das kann meistens auch die Frau, oder noch besser: beide teilweise. Aber ja, dazu fehlen in der Bananenrepublik Schweiz gleich einige Dinge!

    • Astrid sagt:

      Sehr treffend auf den Punkt gebracht!

  • Astrid sagt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag!

    Die psychische Gesundheit von Müttern ist in der Schweiz völlig vernachlässigt. Es gibt in den ersten Wochen nach der Geburt nicht einmal ein Screening auf die postnatale Depression, was in vielen anderen Ländern üblich ist. Es gibt auch kaum Fachpersonen, die sich mit dem Thema auskennen und keine (bezahlbaren) Entlastungsangebote.

    An alle, die vom Vater sprechen – was hätte er konkret machen sollen? Seine Stelle kündigen, damit er die Mutter entlasten kann? Ich nehme an, er würde sein Arbeitspensum reduzieren, wenn das möglich gewesen wäre..

    Ich wünsche mir auch, es gäbe in der Schweiz ein Mutter-Kind-Zentrum, in welchem Mütter psychologische und praktische Hilfe und Unterstützung bekommen würden.

    • Anita sagt:

      Super Idee! Prävention und Hilfe im Notfall wären dann gleichermassen bei einer zentralen Anlaufstelle abgedeckt.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Bei mir war es umgekehrt: bei mir wurde vor ca 15 Jahren ein chronisches Burnout/Erschöpfungsdepressionen diagnostiziert. Nach einem Zusammenbruch liess ich mich dazu überreden, 3 Wochen zu kuren in einer offenen Institution. Die Kur selber hat mir zwar gut getan, aber die ständigen Telefonate meiner meine Kinder betreuenden Mutter war purer Stress.

    Später dann mein totaler Zusammenbruch, nach dem mich meine Ärztin für 6 Mt in eine psychiatrische Klinik in der Ostschweiz verfrachten wollte. Ich habe abgelehnt, weil ich wusste, dass das vor allem für meinen Grossen eine Katastrophe gewesen wäre, da er zeitweiseselber instabil war.

  • Olga sagt:

    Zum Glück haben wir diese Mutter Kind Kuren nicht in der Schweiz. In D ist es ja total hipp, dies immer mal wieder zu machen. Bezahlter Urlaub durch die Krankenkasse. Am liebsten an der Nordsee. Da stehen mir jeweils die Haare zu Berge.

    • Mina Peter sagt:

      Natürlich, solch soziale Einrichtungen für Mütter und Eltern wollen wir nicht noch mehr in der Schweiz. Wir haben ja schon die sehr lange Elternzeit, den Mutterschutz vor der Geburt, familienfreundliche Arbeitsstrukturen und eine optimale Fremdbetreuumg, von der Wiege bis zur Matur. Was will man noch mehr in der Schweiz?

    • Edith sagt:

      So etwas behaupten, kann nur jemand der noch nie in einer solchen Notlage war. Bei einem schweren Zusammenbruch ist man kaum in der Lage sich selber zu helfen, geschweige noch fähig kleine Kinder zu betreuen. Ich wünsche den Menschen nichts böses, aber zur Bewusstseinserweiterung würde jedem Besserwisser einen solche Erfahrung kleinlaut werden lassen.

    • 13 sagt:

      Und dann gäbe es auch noch Mittelwege. Ich beobachte auch, wie dies in D teilweise groteske Ausmasse annimmt, v.a. wenn man bedenkt, dass die Frauen die erste Zeit nicht durch Beruf und Kinder gefordert sind, weil eine lange Auszeit besteht. Ich war einmal alleine nur mit meinem Kleinkind an der Nordsee, weil halt nur wir frei hatten und ich staunte, dass mich sehr viele fragten, ob ich zur Kur da wäre. Alleinreisende Mami mit Kleinkind ist sonst offenbar nicht vorgesehen. Das kaum vorhandene Angebot in der CH ist aber die andere Seite der Bandbreite.

  • New Mum sagt:

    Also mein Leben mit 2 Kindern ist nicht so. Aber schön sind Sie Experte…

    • Karl Drais sagt:

      Mein Leben mit zwei Kindern definitiv auch nicht. An Tagen ohne Erwerbstätigkeit quasi Geschrei und ständige sofortige Einsatzbereitschaft von ungefähr 7 bis 22 Uhr ohne wirkliche Pause. An den zwei Kita-Tagen pro Woche arbeiten im Büro, was sowohl meine Frau als auch ich neuerdings jeweils eher als Erholung empfnden…

  • Daniela Frei sagt:

    Ich danke Ihnen für diesesn ehrlichen Artikel.
    Ein jeder Mensch hat die Fähigkeit tief innerlich zu wissen,was gut für ihn ist.
    Sie haben etwas getan was viele nicht können.Umgesetzt,dass Sie auch als Mutter Mensch sind und gesund sein wollen,damit es auch ihren Kindern gut geht.Und sich Hilfe zu holen wenn man bemerkt,dass man eben nicht mehr gesund ist.
    Nur die Unehrlichkeit vieler Menschen sich selbst gegenüber führt dazu dass sie meinen das Recht zu haben über andere zu richten oder Ihnen sagen zu müssen,was sie brauchen.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute und bedanke mich für Ihre Offenheit,sie wird helfen den Menschen zu zeigen,dass wir nicht dafür gemacht sind wie perfekte Uhrwerke zu funktionieren,sondern zu leben,mit allem was dazugehört.

  • Niklas Meier sagt:

    Da scheint aber viel Unwissen bei der Autorin vorhanden zu sein.
    Burnout ist keine Krankheit, sondern Ausdruck einer psychischen Störung.
    Wenn man als Mutter (oder Eltern) von zwei Kindern überfordert ist, gibt es zig Angebote.
    Was macht der Vater? Arbeiten beide Elternteile? 4-Jährige können ins Tagi.
    Dazu gibt es Familienbegleitung die vor Ort nach Möglichkeiten zur Entlastung suchen und gemeinsam mit den Betroffenen schauen, wie man optimaler den Alltag meistern könnte. Muss eine Hauptbetreuungsperson in eine Klinik und kann niemand die Betreuung übernehmen, gibt es Pflegefamilien und im Notfall Kinderheime mit Notfallplätzen. Was waren denn da für „Sozialarbeiter“ involviert? Und welcher Notfallpsychiater lässt eine Patientin alleine mit dem Auto fahren?
    Seltsam.

    • 13 sagt:

      Man steckt doch hoffentlich keine Kinder, deren Vater zu Hause ist, aber halt arbeiten muss, in eine Pflegefamilie oder ein Heim….Wie kommt man nur auf so eine Idee? Genau solche Vorstellungen führen wohl dazu, dass so viele (insbesondere Frauen) länger durchbeissen, als es gut für sie wäre.

      • Frau F. sagt:

        Dochdoch, leider ist das Tatsache. Ich kenne eine Familie, da wurden die Kinder in ein Heim gebracht, als die Mutter stationär aufgenommen werden musste, u.a. weil der Vater nicht längere Zeit von der Arbeit fernbleiben konnte!

      • 13 sagt:

        Ach so, Frau F. und weil sie eine Familie kennen, wo das angeblich so gemacht wurde, muss das natürlich die gängige Praxis sein? Zumal zusätzliche Angaben fehlen. Nein, meine Erfahrung der Arbeit der KESB ist eher, dass sehr lange gewartet wird, bis so ein Schritt kommt.

        @ Tina
        Das tut mir sehr leid. Ich weiss wirklich nicht, warum es so wenige fähige Beiständ*innen gibt. Die Geschichte ist haarsträubend und leider nicht die erste und einzige, die ich so gehört habe.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wenn die Mutter sich krankheitsbedingt nicht kümmern kann und der Vater berufsbedingt offenbar ebenso, dann müssen doch Lösungen ausserhalb der Familie gefunden werden.
        Richtig ist aber meiner Meinung nach, dass erst einmal der Vater gefordert ist.
        Und: „Ich weiss wirklich nicht, warum es so wenige fähige Beiständ*innen gibt.“ Finde ich gerade ziemlich happig, dieser Positionsbezug.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Zwischen „Lösungen ausserhalb der Familie“ und“ Pflegefamilie oder Heim“ besteht aber ein grosser Unterschied. Es gibt z. Bsp. KITAs mit Notfallplätzen, genau für einen solchen Fall, oder teilweise unterstützt auch das rote Kreuz. Aber die Kinder werden in diesen Fällen nicht fremdplatziert. Schon wegen der Kosten nicht, geschweige denn wegen des Kindeswohls. Ausserdem würde wohl jeder vernünftige Vater kündigen, bevor die Kinder im Heim landen. Meinst Du nicht? Ich behaupte mal, wo das wirklich geschieht, bestehen noch andere Faktoren, die zu diesem Schritt geführt haben.

      • 13 sagt:

        Du magst meinen Positionsbezug happig finden, diesem geht aber inzwischen fast 15 Jahre Berufserfahrung voraus. Ich habe einfach zuviel gesehen, um da eine andere Meinung zu vertreten. Was natürlich nicht heisst, dass es gar keine guten Beistandspersonen gibt. Sie sind einfach zumindest in dieser Gegend leider selten. Offenbar entscheiden sich gute Sozialarbeiter*innen für andere Berufswege. Leider.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Meiner Meinung nach stehen die Väter grundsätzlich in der Verantwortung. Und ich gehe davon aus, dass sie die auch wahrnehmen. Aber hier geht man ja davon aus, dass sie das nicht tun, oder? Die weicheren Massnahmen hat Niklas Meier ja beschrieben.
        Und Berufserfahrung hin oder her: Dass Mütter in Scheidungskonflikt eine spezielle Wahrnehmung zu ihren Expartnern haben, und auch Besuchsrechtsbeistände sehr kritisch sehen, liegt wohl in der Natur der Sache. Da würde ich keineswegs unkritisch Position beziehen nur auf so eine einseitige Klage.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Weil er in der Verantwortung ist, heisst nicht, dass er in der Lage ist, es alleine zu machen. Darum plädiere ich für Unterstützung.

        Zum Zweiten: Das ist so polemisch, dass mir wieder mal die Worte fehlen. Die Frauen haben eine spezielle Wahrnehmen, während die Männer immer alles sehr besonnen und objektiv betrachten. Ja, klar. Warum nicht? Aber ich muss Dich in deinem einseitigen Weltbild sehr enttäuschen: es ist nicht so, dass zwangsläufig die Mutter Mühe mit der eigesetzten Person hat. Väter sind es genau so oft.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Das ist so polemisch, dass mir wieder mal die Worte fehlen. Die Frauen haben eine spezielle Wahrnehmen, während die Männer immer alles sehr besonnen und objektiv betrachten.“
        Von den Männern habe ich nicht gesprochen. Natürlich sehen auch die im Konfliktfall nur ihre Seite, und die erst noch massiv verzerrt.
        Ändert nichts daran, dass man sich hüten sollte, zu schnell Position zu beziehen, wenn man nur eine von zwei oder hier gar drei Seiten hört.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Richtig, von Männern hast Du nicht gesprochen. Du hast einfach nur mal angenommen, dass ich hier nur die Frauenseite höre und vertrete.
        Erstens stimmt das nicht, zweitens finde ich Dein Vorurteil mir gegenüber, dass ich undifferenziert nur eine Seite betrachte, sehr bedauerlich, drittens habe ich in all den Fällen, die ich im Kopf selbstverständlich immer alle Seiten gehört und gelesen. Wie denkst Du denn, dass solche Fälle (wie z. Bsp. von Tina beschrieben) vor sich gehen?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich möchte dich wieder einmal bitten, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben, und mich nicht mit frei erfundenen oder empfundenen Vorwürfen einzudecken.
        „Du hast einfach nur mal angenommen, dass ich hier nur die Frauenseite höre und vertrete.“ Habe ich nicht, wie kommst du darauf?
        „Finde ich Dein Vorurteil mir gegenüber, dass ich undifferenziert nur eine Seite betrachte, sehr bedauerlich.“ Dieses Vorurteil habe ich nicht. Ich habe genau auf diese eine Bewertung hier Bezug genommen, wo das offensichtlich ist.
        Drüber hinaus lasse ich mir gerne erklären, was ein Besuchsrechtsbeistand macht, denn da habe ich vielleicht Vorurteile. So wie ich das verstehe, ermöglicht er das (verhinderte) Besuchsrecht des Vaters, oder bildet auf Wunsch der Mutter quasi eine Aufsicht?

      • 13 sagt:

        „Dass Mütter in Scheidungskonflikt eine spezielle Wahrnehmung zu ihren Expartnern haben, und auch Besuchsrechtsbeistände sehr kritisch sehen, liegt wohl in der Natur der Sache. Da würde ich keineswegs unkritisch Position beziehen nur auf so eine einseitige Klage.“
        Das hast Du geschrieben im Bezug auf meine Positionierung. Und daraus ist nicht zu lesen, dass ich diese einseitig aufgrund der Klagen der Mütter mache?

      • 13 sagt:

        Die Beistandsperson vermittelt in den meisten Fällen zwischen den Eltern und versucht somit das (verhinderte ODER nicht wahrgenommene!) Besuchsrecht umsetzen (Pläne erstellen, Informationsfluss verbessern, Tipps an die Eltern im Umgang, Überwachung des Kindeswohls etc.).
        Meine Kritik ist da, dass das Kind zu wenig einbezogen wird und dass oftmals Kompetenzen überschritten werden, denn über die Häufigkeit und Dauer entscheidet eigentlich die Behörde, nicht die Beistandsperson. Auch das gilt natürlich in beide Richtungen (eigenmächtiges Erweitern oder Einschränken). Fragwürdige Protokollierungen und Vorgehen bei der Berichtserstellung kommen noch dazu.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja, das habe ich geschrieben. Und damit gemeint, dass ich zwar überzeugt bin, dass tina das alles so wahrnimmt, dass es aber vermutlich noch eine zweite und dritte Sichtweise gibt, und ich es nicht richtig finde, diesen Bericht als „haarsträubenden“ Fakt anzunehmen.
        Die Aufgabe der Beistände hatte ich also richtig eingeschätzt. Und meine Vermutung ist entsprechend, dass sie häufig vor allem ein Väterrecht gegen Widerstand der Mutter umsetzen müssen, oder von den Müttern beantragt wurden, um bei den Vätern genauer hinzuschauen und dann zu deren Enttäuschung doch keine Befunde melden.
        Aber offenbar werden sie auch beauftragt Besuche beim Vater zu erreichen bei Vätern, die das nicht wollen?

      • 13 sagt:

        @ SP
        Nun geschrieben hast Du es aber zu mir, nicht zu Tina. Und ich habe ausdrücklich gesagt, dass meine Meinung nicht aufgrund ihrer Beschreibung erfolgt.
        Deine Vermutung ist nurbei einem Teil richtig. Viel häufiger als das Verweigern von einer Seite (beim Vater herrscht ja nachwievor die Ansicht, man könne nichts tun, um ihn zu zwingen, obwohl es ja das Recht des Kindes ist) sind organisatorische Fragen. Wann finden die Ferien statt? Wer bringt und holt? Was muss mitgegeben werden? Wie kommunizieren die Eltern, ohne dass sie sich bei jeder Übergabe an die Gurgel gehen? Was macht man, wenn das Kind krank ist? etc. Die meisten Mütter wie die meisten Väter stellen sich nicht grundsätzlich gegen ein Besuchsrecht. Sie wollen Klarheit und Verlässlichkeit und eine anständige Behandlung.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich glaube kaum, dass Väter, die ihr Besuchsrecht wahrnehmen können, auf einen Besuchsbeistand pochen. Und wenn sie Klagen über die (falsche) Erziehung oder Behandlung der Kinder durch die Mutter haben, ist ein Besuchsbeistand ja vermutlich die falsche Person. Ich nehme auch an, dass die Regeln, die für die Ferien mit der Mutter gelten, nicht im gleichen Stil gemeinsem ausgehandelt werden wie die Regeln beim Vater?
        Wie auch immer – natürlich höre ich mehr die Väter klagen, wie die Mütter ihnen in allen Details Vorgaben machen möchten. Und sogar teilweise Aufsicht bei Besuchen verlangen. Da habe ich meine verzerrte Wahrnehmung.

      • tina sagt:

        eine 2. oder 3. meinung zu autofahren unter einfluss starker medikamente? frag mal die polizei sportpapi…..
        aber er fuhr auch noch mit kindern. und dachte, er habe ein herzproblem. und das war nur einer von vielen vorfällen. ja, häufig sind besuchsrechtbeistände dazu da, dass mütter das besuchsrecht einhalten. aber es gibt eben auch andere fälle von schwierigkeiten. mir gings um die sicherheit der kinder. und die beistände wiegelten ab, wie du. und darum erzählt man davon dann auch irgendwann nicht mehr. und sagt den beiständen „ja da sind wir aber sehr dankbar über ihre hilfe“, denn das ist das kleinere übel.
        und phunky: ja, die kinder konnten nicht recht einschätzen, warum ich mich dermassen aufrege, das ist so. und das haben sie wohl auch so in erinnerung davon. tragisch

      • 13 sagt:

        @ SP
        Da sich deine Meinung auf „Glauben“ und „Annahmen“ stützt und ich widerspreche dir bei der verzerrten Wahnemung nicht, so bringt die Diskussion wohl nicht viel. Schade nimmst du die Gelegenheit nicht wahr, zu erfahren, wie es wirklich ist.
        Es pocht auch niemand auf einen Beistand. Es handelt sich um eine Kindesschutzmassnahme, die auf Antrag oder von Amtes wegen verordnet wird. Frauen und Männer stellen die Anträge gleich häufig und manchmal wird auch ohne Einverständnis der Eltern eine Beistandschaft errichtet.
        Das mit dem Ferienrecht ist oftmals ein Ärgernis, weil dasRecht der Mutter nicht geregelt ist, so dass sie durch das Besuchsrecht beschränkt ist, er Ferien hat. Ich schaue darum immer, dass beiden gleichviel Wochen ausdrücklich gewährt werden.

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Eine andere Sichtweise ist nicht eine andere Meinung.
        Ausserdem geht es mir gar nicht um persönliche Geschichten. Sondern um den Grundsatz, nicht alles zu glauben, was in einem solchen anonymen Forum berichtet wird. Schon gar nicht, wenn es sich letztlich um einen emotional geführten Konflikt handelt.
        Und ich wiederhole: Es geht nicht darum, dass jemand hier lügen könnte – was hätte er/sie denn auch davon. Sondern um eine einseitige, verzerrte Wahrnehmung.
        Das heisst wieder nicht, dass dein Vorwurf nicht absolut gerechtfertigt sein kann, und entsprechend hoffentlich auf juristischem Weg abgehandelt wird.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich bin ja da und lese. Und lerne. Also sagst du, dass die Unzufriedenheit mit einem Besuchsrechtsbeistand bei Vätern und Müttern gleich häufig vorkommt. Und dass dies auch gerechtfertigt sei, weil die meisten sowieso unfähig sind. („es so wenig fähige gibt“). Du darfst mir das gerne ausführen.
        Dass du die Entscheide eines Besuchsrechtsbeistandes kritisierst, obwohl offenbar der beteiligte Psychiater die Situation anders beurteilt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Hätte hier überhaupt eingegriffen werden können? Wie? Und wer beurteilt eigentlich, was die Mutter die ganze Woche mit den Kindern macht, grundsätzlich und nicht auf diesen Fall bezogen? Wird da auch alles überwacht und abgeklärt?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Dass man sich behördlicherseits dafür einsetzt, dass es Absprachen gibt, und diese auch umgesetzt werden, halte ich für richtig. Ich sehe allerdings schon einen Unterschied, ob man einen gewünschten, aber von einer Drittperson verhinderten Kontakt ermöglicht, oder ob man so einen Kontakt durchsetzt, wenn der Vater gar nicht unbedingt will.
        Aber ja, man sollte dran bleiben, für das Kindswohl.
        Aber in der Prioritätenliste ist es halt etwas speziell, wenn man dem Vater zuerst sagt, die Kontakte zum Kind werden auf ein Minimum beschränkt (und durchgesetzt werden kann dieses Recht im Streitfall auch nicht wirklich), dann aber darauf pocht, dass er dieses Minimum auch bezieht.

    • tina sagt:

      och. der psychiater meines ex liess den unter starken medikamenten MIT DEN KINDERN autofahren :(. fanden die alle supi. sogar als er dachte, er habe ein herzproblem, fuhr er MIT DEN KINDERN mit dem auto zum arzt. involvierte besuchsrechtsbeiständin sah da null problem. später hat der vater einen selbstmordversuch gemacht, als die kinder bei ihm waren. auch das war für die besuchsrechtbeiständin oder den psychiater kein problem. auch nicht für die klinik ärzte. keinen hats gekümmert :(. und mir haben die kinder nichts davon erzählt, weil ich dann wieder einen aufstand gemacht hätte. jetzt ist mir übel….

      • PhunkyMonkey sagt:

        @tina, also wenn Ihnen sogar die Kinder nichts davon erzählen aus Angst vor einem Aufstand, dann würde ich es aber an Ihrer Stelle mal mit selbstreflexion versuchen.
        Gilt übrigens beim ersten Abschnitt auch…

  • Martine Edel sagt:

    „… für sie und ihre Kinder in der Schweiz sehr schwierig.“
    „…gemeinsamen Urlaub mehr…“

    In der Schweiz haben und gehen wir in die Ferien.

  • tststs sagt:

    Wichtiges Thema. Aber wieso will die Autorin Pflästerlipolitik machen? Wieso nicht die Ursache bekämpfen?

    Man kennt die (zugegeben stark verkürzte und klischierte) Argumentationskette: je besser das Hilfsangebot, desto weniger kümmern sich die Menschen schon präventiv darum. In diesem Fall: man baut kein Umfeld auf, das im Fall der Notfälle einspringen kann. Aber genau dieses fehlende Umfeld erhöht die Chance, dass es zu Erschöpfung kommt.

    • Muttis Liebling sagt:

      Welche Ursachen für was wollen Sie bekämpfen?

      • tststs sagt:

        Die Ursachen des Burnouts.

        Ein paar hat die Autorin schon genannt; 13 und PHCH nennen auch Gründe/Umstände; ich habe auch noch auf was hingewiesen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Burn out (ein aus der Beobachtung geprägter Begriff ohne nosologische oder pathogenetische Relevanz) hat keine Ursachen, es sei denn, man versteht das sozial und kulturell geprägte Ungleichgewicht zwischen Stressoren und Resilienz als Ursache.

        Wenn man noch nicht total resigniert ist, erlebt man einen externen Störpegel, mit dem umzugehen Aufgabe der Resilienz, im weiteren Sinn auch des Immunsystems ist. Ist dieser Apparat wie aktuell bei vielen Menschen nicht mal ansatzweise trainiert, kommt es zu psychischen Missempfindungen, ohne dass man dem Störpegel deshalb Ursächlichkeit zuweisen kann.

        Leichte und mittlere psychische Störungen präventiert man über Resilienztraining. Meist ist das auch die einzige Therapie.

      • tststs sagt:

        WOW, ML, haben Sie ein neues Wort kennengelernt? „Nosologisch“! Muss natürlich sofort eingebaut werden. Ob es passt oder nicht.

        Eine Erschöpfung ist ein „Zustand“ der eine oder mehrere Ursachen hat und sich auch messen lässt.
        Also lassen Sie Ihr pseudowissenschaftliches Geschwätz.

        (Und dass Sie selber wissen, dass es Geschwätz ist, wird klar, wenn Sie dann die Therapie nenne!!!! Entweder es ist nix und kann dementsprechend auch nicht therapiert/trainiert werden. Oder eben, da is was… Bin nämlich mit Ihrem Therapieansatz sehr einverstanden).

    • Tofa Tula sagt:

      Vielleicht eine Weile lang keine Tageszeitungen mehr lesen, nicht fernzusehen, etc. . Sich um Dinge kümmern, die einem wichtig sind. Manchmal gehört die Familie nicht dazu.

  • 13 sagt:

    Danke für den ehrlichen Bericht. Neben dem Mutterkult und dem hierzulande noch sehr weitverbreiteten Mantra „Kinder gehören zur Mutter“ sollte nicht vergessen gehen, ist dass ein gute Mutter auch weiss, wann sie nicht die besten Betreuung für ihre Kinder darstellt und bereit ist, diese, sich selbst aber auch den Kindern zuliebe, zeitweise abzugeben. Mutterliebe beinhaltet nicht nur Aufopferung, sondern auch Verzicht und die eigene Gesundheit zu vernachlässigen ist für niemanden gut, nicht für den Menschen selber, nicht für die Angehörigen. Doch dafür braucht es, Sie sagen das richtig, entsprechende Angebote und Möglichkeiten, denn die Kinder überleben es ohne die Mutter, ganz alleine lassen kann man sie in dem Alter natürlich nicht.

    • 13 sagt:

      Trotzdem bleibt die Frage offen, warum der Vater in dieser schweren Situation weiterhin mehr als nur Vollzeit arbeiten muss. Wäre er nicht die naheliegendste Entlastung, die schon zuvor, aber spätestens jetzt benötigt wird? Nicht vollumfänglich, das ist in den meisten Fällen nicht möglich, aber zumindest teilweise?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Man könnte es noch viel deutlicher sagen. Bereits der zweite Artikel, in dem der Mann, Partner und Vater eigentlich gar nicht vorkommt, oder nur als Mann der über 100 Prozent arbeiten muss. Dabei ist es im Notfall in erster Linie seine Aufgabe, die nötigen Schritte zu unternehmen, die Mutter zu entlasten und die Kinder zu betreuen bzw. Betreuung zu organisieren. Genauso, wie wenn die Mutter nicht ein psychisches Problem hätte, sondern z.B. einen schweren Unfall. Das ist nicht Systemversagen, sondern ein familiäres Problem.
        Aber klar, das „System“ sollte dann das entsprechende Hilfsangebot auch bereitstellen.
        Und das „Müttergenesungswerk“ richtet sich übrigens längstens nicht mehr nur an die Mütter, sondern auch an die Väter in der gleilchen Situation.

      • tststs sagt:

        Ach, reden wir nicht weiter um den heissen Brei, 13, dieser Mann scheint Teil des Problems und nicht Teil der Lösung zu sein.

      • maia sagt:

        Es wäre interessant, einmal die Sicht des Mannes/Vaters zu hören !

      • 13 sagt:

        @ SP / tststs
        Ich schliesse mich da maia an. Ohne weitere Informationen zum Vater werde ich mich hüten, da irgendwelche Mutmassungen oder Schulzuweisungen zu machen. Warum er nicht einspringt / nicht einspringen kann, wissen wir schlicht nicht.

        Tatsache ist, wenn es soweit kommt, dass in den wenigsten Fällen die Möglichkeit bestehen wird, dass ein Elternteil (egal ob Mutter oder Vater) in eine Klinik gehen kann und der andere einfach vollumfänglich die Betreuung übernimmt, v.a. dann nicht, wenn dieser erwerbstätig ist. Und zurecht sagt da halt die Autorin, dass nicht überall ein Glücksfall wie mit der Hebamme lauert und dieser auch nicht unbedingt bezahlbar ist. Aus diesem Grund braucht es hier ein staatliches Notfallangebot. Zum Schutze aller Beteiligten.

      • tststs sagt:

        @13: Wer spricht denn da von „Schuld“? Und gar von Mutmassungen?

        „Aus diesem Grund braucht es hier ein staatliches Notfallangebot.“ Das gibt es. Man muss eben halt einfach die Prioritäten richtig setzen. Und seinen Job aufgeben. Und die staatlich garantierte Hilfe in Anspruch nehmen.
        Aber eben, künden muss er schon selber.
        (Und deshalb erlaube ich mir auch aus der Ferne ein Urteil: die Prioritätensetztung dieser Familie hat sicher auch zur momentanen Problemsituation beigetragen.)

      • maia sagt:

        @tststs: und woher wissen Sie, wie der Mann/Vater die Prioritäten gesetzt hat? Kennen Sie ihn persönlich?

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Eben, Sie urteilen aus der Ferne und ohne genau Kenntnis der Einzelheiten. Das verstehe ich unter Mutmassungen. Was ist es denn sonst?
        Ich persönlich denke nicht, dass kündigen und so locker flocker vom Sozialamt zu leben, der richtige Weg ist. V.a. geht ja auch das nicht von heute auf morgen. Schön, dass Sie es könnten, für die meisten Menschen gilt das eher nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Es geht ja nicht um Schuldzuweisungen. Sondern einfach darum, dass „das System“ erst zum tragen kommt, wenn in der Familie keine Lösung gefunden werden kann. In erster Linie ist doch der Vater in der Verantwortung. Und es ist erstaunlich, dass dies in der Forderung nach Lösungen einfach ausgeblendet wird.
        Zumal ja staatliche Unterstützung dann eher den Vater entlasten müsste, nicht die Mutter, die ja in der Klinik ist (und diese gibt es ja).
        Es ist einfach ein Problem mit diesen persönlich gefärbten Erfahrungsberichten, die in politische Forderungen münden, dass sie eben viele wichtige Informationen ausblenden, und mehr auf Herz als Verstand abzielen. Aber mein Herz sagt hier auch: Der Vater ist für die Kinder zuständig, wenn die Mutter ausfällt. Auch wenn er arbeiten sollte.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Würde ich ihn ausblenden, hätte ich den Vater nicht erwähnt. Fakts sind aber die folgenden:
        1. Kinder in dem Alter brauchen eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung.
        2. Eine Familie benötigt finanzielle Mittel, um leben zu können.
        3. Fällt eine Person für beides weg, so wird die andere kaum beide Aufgaben ohne Unterstützung hinkriegen.

        Wenn nun diese Unterstützung nicht privat organisiert werden kann, weil z. Bsp. ein Umfeld fehlt, dann muss der Staat Angebote schaffen. Für das eine oder das andere. Das finde ich durchaus eine legitime Forderung an das System.
        Und dem Vater nahe legen, zu kündigen, die Betreuung voll zu übernehmen, aber dafür das System für die Finanzen einspannen, scheint mir für diese doch recht kurze Zeit nicht unbedingt der richtige Ansatz.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Fällt die Kinderbetreuung aus, sind die Eltern zuständig. Fällt die Mutter aus, muss der Vater die Rundum-Betreuung sicherstellen, wenn nötig. Dafür bekommt er ein paar Tage frei, danach gibt es die auch von dir erwähnten Institutionen, die unterstützen können.
        Auch finanziell haben wir ein ausgebautes Sozialnetz. Und allenfalls Versicherungen.
        Also: Niemand sagt, dass es keine Unterstützung braucht. Aber die ist ja vorhanden, muss allerdings organisiert und angefordert werden.
        Und wenn es Lücken gibt, und das sauber dargelegt werden kann, sollte man die schliessen. Aber das sehe ich aufgrund dieses Berichtes eigentlich nicht.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Die Kapazität dieser Unterstützung ist nicht ausreichend. Es gibt gewisse Unterstützungsleistungen, diese sind einfach selten und oftmals schwer zu erhalten. Ich sprach das rote Kreuz an. In manchen Kantonen geht das, in anderen betreut dieses nur kranke Kinder, nicht Kinder deren Eltern krank wurden. Und oftmals werden die Kosten vollumfänglich auf die Eltern übertragen, was sich nicht jede Familie leisten kann. Dieser Dienst würde für die sechs Wochen bei einem Medianlohn über 5’000 Franken kosten und das ist schon ein subventionierter Tarif.
        Die Familie hier hat sich ja organisiert. Aber wie die Autorin schreibt, weil sie das Glück hatte, jemanden zu finden und es sich leisten zu können. Das sollte aber m.M.n. nicht glücksabhängig sein.

      • 13 sagt:

        Im Übrigen sprechen wir hier über eine Stiftung, die bei Bedarf! Unterstützung bietet und nicht von Kurgutscheinen als Geburtsgeschenk für alle Mütter.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Und niemand hat etwas dagegen, dass Privatpersonen eine Stiftung gründen, Geld und Energie investieren und etwas Gutes auf die Beine stellen.

      • 13 sagt:

        Das stimmt. Trotzdem hat das einen fahlen Nachgeschmack, wenn private hoheitliche Aufgaben übernehmen (müssen).

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wenn es eine hoheitliche Aufgabe wäre, die nicht erfüllt wird, könnte man sie ja einfordern.
        Aber vermutlich gibt es eben die entsprechenden Angebote schon, sie sind nur nicht perfekt.
        Immerhin konnte die Frau hier offenbar gegen den Vorschlag der behandelnden Ärztin sich selber in die Klinik einweisen und dort schon am nächsten Tag die 6-wöchige Kur beginnen.
        Ob und wie die Kinder notfallmässig betreut worden wären, wissen wir ja gar nicht. Aber ich bin sicher, wenn da kein Väter da gewesen wäre, hätten die Behörden eine Lösung gefunden, finden müssen.
        Aber es war ja ein Vater da.

  • PHCH sagt:

    Vielen Dank für Ihren Beitrag.

    Mütter (resp. Patienten) die aus der Reihe tanzen, haben es schwer.

    Schwanger sein ist keine Krankheit-und trotzdem fühlte ich mich NIE SO KRANK wie während meiner zwei Schwangerschaften. Und sich 2x 9 Monate lang krank (und unverstanden) fühlen, das prägt.

    Wenn man dann zusätzlich noch ein Kind hat, das wenig Schlag benötigt (und selber eher viel Schlaf benötigt), dann stösst man schlicht an seine Grenzen. Da hilft AUSSCHLIESSLICH Schlaf.

    Ein Appell an alle Fachleute, die im Gesundheitswesen mit Patientenkontakt arbeiten :
    Bitte hört dem Patienten zu. Stellt Fragen. Hört nochmals zu und nehmt die Antworten und Aussagen der Patienten ernst. Sagt dem Patienten nicht – ohne ihn zu kennen – was er braucht. Das machen wir mit Fremden auch nicht.

  • Priska sagt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich habe sehr Ähnliches erlebt, als meine Kinder klein waren und erst kürzlich musste meine enge Freundin wegen Erschöpfung in die Klinik. Ihre drei Kinder konnte sie bei Ihrer Mutter unterbringen, einfach war auch das nicht. Bei Ihrer Stiftung bin ich auf jeden Fall auch mit dabei.

  • Muttis Liebling sagt:

    ‚Heute schreibt sie als freie Journalistin, immer wieder auch über psychische Krankheiten.‘

    Wenn sie weiss, was eine psychische Krankheit ist, ob es diese Kategorie überhaupt gibt, wie man die definieren könnte: Ich schlage sie für den nächsten Medizin- Nobelpreis vor.

    Was den Burn out angeht. Diese Wort bezeichnet wie ‚Covid-19‘ eine Diagnose, keine Krankheit auch kein Leiden. Die Geschichte des Begriffes, nur lokal in den Industriestaaten und erst in der Moderne vorkommend, legt nahe, das Phänomen als Mode zu betrachten. Vor 150 Jahren wurden die Frauen reihenweise hysterisch und als der 1. Weltkrieg vorbei war, war es auch mit der Hysterie vorbei.

    Jede Zeit hat ihre nervösen Leiden, das gehört zur menschlichen Kultur. Nur hat das sicher nichts mit Krankheit zu tun.

    • Vreni sagt:

      es ist einen tiefen erschöpfungszustand. Ich habe ihn erlebt und leide immer noch darunter viele Jahre später. Mangel an Konzentration, Müdigkeit, Vergesslichkeit, Lärm sensibilität. Man sollte dies diagnostizieren können um ruhen zu können.

      • Lisa Schmid sagt:

        @Muttis Liebling: Wie immer das Phänomen genannt oder definiert wird, es ist nicht neu. Auch vor 100 Jahren konnte ein Arzt eine Frau mit Erschöpfungszuständen „zum Kuren“ schicken. In der Schweiz waren das durchaus auch ärmere Frauen (Statistik habe ich keine, zahlreiche Fallgeschichten schon). Finanzielle Hilfe konnte es geben, durch die Gemeinde, die Kirche, eventuell Private. Es hiess aber auch, dass z.B. ältere Kinder, der Vater, weibliche Verwandte und/oder Nachbarinnen einen wesentlichen Teil des Haushaltes übernahmen.

    • Edith sagt:

      Mit ihrer Meinung sind Sie leider nicht allein. Vor fünfzehn Jahren hatte ich selber einen schweren Zusammenbruch. Plötzlich bekam ich keine Luft mehr, das ganze Körpergefüge war völlig durcheinander. Dies wiederholte sich über mehrere Tage. Sehr starker Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Medizinisch gesehen hatte ich nichts, fühlte mich aber so elendig wie noch nie in meinen Leben, dazu kam noch eine schwere Depression. Kein Wunder nehmen sich die Leute das Leben, und dann erzählen Sie einfach so ins Blaue hinaus alles Einbildung. Danke

      • Esther sagt:

        es ist nicht eine Depression sondern einen Erschöpfungszustand. Man ist ausgelaugt aber nicht unbedingt depressiv.

    • Leo Löwe sagt:

      Depressionen wurden schon bei den alten Griechen beschrieben: „Schwarze Melancholie“. – Dann eben heutzutage „Major Depression“ oder „klinische Depression“ (im Gegensatz zu einer depressiven Verstimmung). Ursachen können genetisch oder psychosozial sein (lange Phasen von Distress). Meist sind es Mischformen (eine Grunddisposition, so zu reagieren – reaktive Krankheiten). Fast ausschliesslich genetisch wäre endogen: Nicht selten bei Bipolarität. „Burn-out“ ist hingegen eine Erschöpfungsdepression (Schwerpunkt exogen).

    • Fränzi sagt:

      In Ausnahmesituation, geht es nicht als erstes um die Warum-Frage und was man alles hätte anders machen können, sondern um die Frage, was für praktische Hilfestellungen sofort entlasten können. Und da wären entsprechende Institutionen ein wichtiger Beitrag. Auch ambulante Psychotherapieplätze sind knapp, die Wartefristen lang. Denn dies wäre für eine nachhaltige Stäkung der Betroffen auch zentral. Hilfe holen und annehmen zu können, ist nämlich ein wichtiger Resilienzfaktor, ein Zeichen von Stärke – Hilfe muss aber vorhanden sein! Als selbst Betroffene (mit kleinen Kindern, Job, krankem Mann, waren die Leistungsgrenzen nach einem ausserordentlichen Ereignis überschritten) und Fachperson (Sozialarbeiterin) würde ich ihre Vision gerne unterstützen – natürlich im Rahmen meiner Ressourcen 😉

      • Sportpapi sagt:

        @Fränzi: Die ambulante Psychotherapie wurde doch in den letzten Jahrzehnten massiv ausgebaut. Es scheint mir aber auch, dass hier das Angebot ständig auch neuen Bedarf schafft. Wie auch immer: Die Notlösung wurde ja gefunden, der Klinikplatz umgehend reserviert. Das Problem liegt ja nicht hier, sondern bei der Betreuung der Kinder in dieser Zeit.
        Daneben ist es aber schon eine Grundfrage, warum immer mehr Mütter offenbar gestresst und überfordert sind, und was da präventiv und vor allem bei ersten Anzeichen getan werden könnte.

  • Hei Di sagt:

    Danke für das Aufgreifen eines so wichtigen Themas. Vor einigen Jahren gehörte ich zu den Müttern, die einfach weiterfunktionieren mussten, weil sich die Kinderbetreuung nicht organisieren liess und Angebote und Information fehlten. Dank Medikamenten überstand ich die Zeit, die aber vieles verändert hat und von der ich mich nur langsam erholte. Wenn Sie eine Stiftung gründen wollen – ich bin dabei!

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