Gratis Binden für alle!

Während Schottland und Neuseeland gratis Hygieneartikel an Schülerinnen verteilen, werden diese bei uns noch immer als Luxusgüter versteuert.

Runter mit der Tamponsteuer! Frauenstreik-Aktion im Juni 2019 in Bern. Foto: Raphael Moser

Schottland tut es. New York ebenso. Und Neuseeland beginnt dieser Tage damit: Sie alle geben in der Schule gratis Binden und Tampons ab, da sich nicht alle die Hygieneprodukte leisten können. Damit unterstützen sie die Mädchen indirekt bei der Schulbildung. Denn wer sich während der Menstruation mit Papier oder Stofffetzen behelfen muss, bleibt zur Sicherheit lieber zu Hause, anstatt vor den Schulkameraden einen roten Fleck auf der Hose zu riskieren. Was dazu führt, dass jeden Monat mehrere Tage Schule verpasst werden. Dabei wäre eine gute Bildung ein möglicher Weg, wie sich gerade diese Kinder dereinst aus der Armut befreien könnten.

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, hat Schottland schon 2018 als erstes Land der Welt damit begonnen, an Schulen und Universitäten Damenhygieneartikel zu verteilen. Im Februar schliesslich ist das schottische Parlament noch einen Schritt weiter gegangen und hat beschlossen, diese zukünftig allen Frauen im Land gratis zur Verfügung zu stellen.

Als Luxusgüter versteuerte Tampons?

In der Schweiz können wir von solchen Zuständen nur träumen. Während hierzulande Kaviar oder Dünger von der tieferen Mehrwertsteuer für «lebensnotwendige Güter» profitieren, werden die von jeder Frau monatlich benötigten Hygieneartikel als Luxusgüter versteuert.

Letztes Jahr, kurz nach dem Frauenstreiktag, wurde allerdings eine Motion eingereicht, die den Mehrwertsteuersatz von Damenhygieneartikeln von 7,7 auf 2,5 Prozent senken will. «Länder wie Australien, Kanada, Irland, Indien, Kenia, Libanon, Nicaragua, Nigeria und Tansania haben Tampons und Binden ganz von der Mehrwertsteuer befreit, und die Europäische Union hat ihre diesbezüglichen Vorschriften gelockert, damit die Mitgliedsstaaten für solche Produkte einen reduzierten Mehrwertsteuersatz einführen oder sie ganz von der Mehrwertsteuer befreien können», heisst es in der Begründung. Auch die Schweiz solle nachziehen und «die paradoxe und befremdliche Regelung» korrigieren. Der Nationalrat zumindest hat dazu bereits Ja gesagt.

Denn die heutige Regelung ist nicht nur absurd und ungerecht den Frauen gegenüber, sie stellt auch ein monatlich wiederkehrendes Problem dar für all jene, die unter oder knapp über dem Existenzminimum leben. «In der Schweiz sind 660’000 Personen von Armut betroffen, zusätzliche 500’000 leben knapp über der Armutsgrenze», sagt Aline Masé, Leiterin Fachstelle Sozialpolitik der Caritas. «Günstigere Hygieneartikel wären für diese Haushalte eine grosse Entlastung.» 

Tampons statt gesunder Lebensmittel

53 Franken budgetiert die Sozialhilfe für eine vierköpfige Familie für die persönliche Pflege pro Monat und Person. Davon müssen Dienstleistungen wie der Coiffeur bezahlt werden, aber auch Duschmittel und andere Körperpflegeprodukte, Medikamente, Pflaster – und eben Tampons, Binden oder Menstruationscups. «Haushalte mit mehreren Frauen müssen also einen happigen Teil des monatlichen Betrages für Damenhygieneartikel ausgeben», sagt Masé, «als Konsequenz sparen sie bei anderen Ausgaben, beispielsweise bei der gesunden Ernährung.»

Denn günstiger gibt es die Produkte in der Regel nirgends. Zwar verkaufen die Caritas-Läden aktuell zwei Sorten Tampons zu einem tieferen Preis, diese seien aber nur dank einem «glücklichen Zufall» im Sortiment und irgendwann ausverkauft. Nachschub ist nicht in Sicht, denn «bisher konnte kein Anbieter gefunden werden, der Damenhygieneartikel günstiger an die Caritas-Läden abgibt».

Wie oft es in der Schweiz vorkommt, dass Mädchen aus ärmeren Familien während ihrer Periode notgedrungen der Schule fernbleiben, dazu gibt es übrigens keine Zahlen. Aber die Vermutung liegt nahe, dass dies auch hierzulande vorkommt. Und ob der tiefere Mehrwertsteuersatz, falls er denn tatsächlich Realität wird, dieses Problem ganz beseitigen wird, darf bezweifelt werden. 

Bern will keine Gratis-Tampons

Den Ärmsten würde nur eine Massnahme wie in Schottland oder Neuseeland wirklich helfen: Gratis-Damenhygieneartikel, wenigstens für Schülerinnen und Studentinnen. Ein erster kleiner Vorstoss in diese Richtung wurde übrigens im Kanton Bern dieses Jahr jäh abgeblockt: Der Grosse Rat hat ein Postulat für kostenlose Binden und Tampons an öffentlichen Schulen mit 76 zu 59 Stimmen abgelehnt. 

Binden und Tampons seien doch gar nicht so teuer, sagte Sandra Schneider von der SVP laut dem «Bund» damals, «auch bei starker Mens blutet das Portemonnaie nicht.» Das sehen die 1,2 Millionen Menschen in unserem Land, die in prekären finanziellen Verhältnissen leben, mit Sicherheit anders. 

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178 Kommentare zu «Gratis Binden für alle!»

  • Hans Meier sagt:

    Man kann das Problem jetzt auch hochstilisieren und überdramatisieren.
    Als ob jetzt irgendwer wegen Binden in die Armut getrieben wird… Das ist fast schon lächerlich. Abgesehen davon, dass Binden nicht als „Luxusgüter“ deklariert werden, sondern schlicht „normal“ versteuert werden.
    Meines Erachtens wäre es sinnvoller, die Mehrwertsteuersätze zu vereinheitlichen.

  • Sophie sagt:

    Zuerst dachte ich es sei einen Witz …..

  • Julia Sütterlin sagt:

    Woher weiss man, dass bei einer MwSt Senkung auch die Preise sinken? Die Anbieter bestimmen ihre Preise selber, d.h. vielleicht machen die dann einfach mehr Marge.

    • Tofa Tula sagt:

      Mehrwertsteuer hin oder her. Der Titel ist lustig. Was machen denn all die Männer mit den billigeren Binden?

      • Thomas Baumann sagt:

        Doch, das macht schon Sinn. So brauchen die Männer aus natürlichen Gründen im Durchschnitt mehr Nahrung als Frauen. Wenn die Forderung daher: „Gratis Binden für Frauen“ lauten würde, könnte die Männerwelt die Forderung „Gratis Nahrung für Männer“ dagegen stellen. Um diesem Konter einen Riegel zu schieben – denn eine Feministin kann ja unmöglich Männern etwas schenken wollen – ist der Titel sehr gut gewählt. Gegen „Gratis-Nahrung für alle“ ist auch aus feministischer Sicht nichts – oder kaum etwas (die Männer werden natürlich mehr essen, das ist es) – einzuwenden.

  • Manfred sagt:

    Von einer MwSt Befreiung/Senkung würde ich stark abraten, da dies einen ganzen Ratenschwanz an Begehrlichleiten nach sich zieht. Hygieneartikel werden mit 7.7% besteuert, alle. Lebensmittel werden tiefer besteuert, alle.

    Zur kostenlosen Abgabe: Wenn CHF 13.25 pro Person/Mt. der Masstab ist (CHF 53 pro Mt. für 4 Personen), dann sehe ich das Problem nicht ganz? Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich nicht so sehr aufs Geld schauen muss, aber ich gebe kaum mehr als CHF 15 pro Monat für persönliche Pflege aus (als Mann kaufe ich keine Binden aber dafür teure Rasierklingen).

  • Thomas Baumann sagt:

    Ich wiederhole es gerne, dass die ganze Diskussion um einen tieferen MWSt.-Satz für Binden und Tampons ein Rohrkrepierer ist. 1:1 importiert aus Deutschland, wo Binden offenbar tatsächlich höher besteuert werden als z.B. WC-Papier. In der Schweiz ist dies nicht der Fall: Alle Lebensmittel ausser Alkohol, Zigaretten u. ä. werden zu 2.5% besteuert (auch Kaviar) – alle Hygieneprodukte und sonstigen nicht essbaren Produkte im Supermarkt zu 7.7% – seien es Binden, WC-Papier, Zahnpasta, Zahnbürsten, Teller, Putzmittel und Kleider usw. usf.
    Eine Blick auf den Kassenbeleg erübrigt sämtliche Diskussionen.
    Ich finde es sehr bedenklich, wenn Aktivist*innen eine Kampagne starteten, ohne selbst die Fakten zu kennen.

  • tststs sagt:

    Falls Sie sich als Mann fragen, weshalb es notwendig (oder zumindest höflich) wäre, auf öffentlichen WCs Tampons/Binden abzugeben:
    Mit was putzen Sie sich das Füdli? Und mit was waschen Sie sich anschliessend die Hände?

    Und was passiert, wenn es mal kein Papier hat… 😉

    • Thomas Baumann sagt:

      Ich finde es auch richtig. Nicht in zu guter Qualität, so wie beim WC-Papier auch, das so kratzt, dass es niemand zur Aufstockung des heimischen Vorrats mit nach Hause nehmen will, selbst wenn er oder sie es könnte. Die Binden/Tampons sollen für den Notfall dort sein (auch ein Toilettenbesuch auf einer öffentlichen Toilette ist ja eher ein Notfall, niemand geht da echt freiwillig für eine Notdurft hin) und nicht zur Aufstockung des heimischen Vorrats dienen.

    • Hans Meier sagt:

      Männer laufen aber auch nicht mit einem Gucci-Täschchen durch die Gegend, wo es Platz für eine WC-Papierrolle hätte.
      Will mehr jetzt jemand erzählen, dass es in diesen Frauentaschen keinen Platz hat für eine Binde…

  • Anh Toàn sagt:

    „Das sehen die 1,2 Millionen Menschen in unserem Land, die in prekären finanziellen Verhältnissen leben, mit Sicherheit anders. “

    Wem das Wohl der Menschen in prekären finanziellen Verhältnissen am Herzen liegt, verlangt bessere Sozialleistungen, nicht Gratis Binden und Tampons.

    Aber inhaltlich finde ich in diesem Text ein interessantes Thema:

    Warum ist ein roter Fleck auf der Hose beschämend, das würde mich, – vermutlich, ich masse mir nichts an -, als Frau zutiefst ärgern. Die Abgabe von Binden/Tampons sagt doch, da ist etwas Beschämendes das versteckt werden soll. Ein Blutfleck an sich auf der Hose ist ja nicht schlimm.
    Oder wäre es dann in der Schweiz die Armut, die sich darin zeigt, dass man sich nicht mal Binden leisten kann, die beschämend ist?

  • 13 sagt:

    Leider werden bei den Diskussionen um das Thema die letzten Tage ständig zwei Dinge vermischt und zusammengewürfelt. Das eine ist die Frage der MWST. Es ist selbstverständlich völlig absurd einen Extra-Steuersatz für „Dinge des täglichen Bedarfs“ einzuführen, dann Bücher, Zeitschriften etc. da zu subsumieren und die notwendigsten Toiletten- und Kosmetikartikel nicht, gilt für Tampons wie für Duschgel. Da wäre entweder eine Anpassung des Satzes oder aber der Bestimmung logisch. Auf die paar Rappen kommt es aber kaum drauf an. Und nein, ich der Schweiz bleibt kaum eine Frau zu Hause, weil sie sich die Binde nicht leisten kann.

    • 13 sagt:

      Das andere sind Gratis-Binden an Schulen und wenn da das Toilettenpapier gratis ist, die Seife, nun auch Desinfektionsmittel, Papiertücher zu Hände abtrocknen (ganz von Schreibsachen und nun auch Laptops) gratis ist, dann gehört auch ein Bindenspender an die Wand. Das würde so manches Mädchen vor unangenehmen Überraschungsmomenten retten (die Pause ist oftmals zu kurz, um auf die Toiletten zu gehen, ins Klassenzimmer zu rennen, nochmals zur Toilette zu gehen) und auch vor Situationen, dass man das Tampon zu Hause vergessen hat, dann rumfragen muss etc. Es würde diese Eingewöhnungszeit, die man als Teenager eh hat, einfach etwas erleichtern. Und es gibt keinen Grund, das nicht einzuführen. Wie ja viele zurecht schreiben, kosten Binden es nicht die Welt.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Dann wäre das Anliegen an die Schulleiterinnen (sind ja selten Männer) zu adressieren, und nicht national zu diskutieren. Ja, da spricht nichts dagegen.

      • Nala sagt:

        Da bin ich ganz bei Ihnen 13. An Schulen sollten Binden und/oder Tampon gratis abgegeben werden. Das Problem seh ich noch ein bisschen bei der Hygiene. Wie kann sichergestellt werden, dass nicht verschmutzte Binden im Spender sind.

        Ich hab auch schon Restaurants erlebt, die auf der Damentoilette gratis Binden anboten. Frauen an der Armutsgrenze schienen das zu wissen, dass sie dort gratis aufs Klo können und Binden (oder Tampons) mitnehmen dürfen. Fand ich sehr schön – war allerdings in England…

      • 13 sagt:

        @ SP
        Eigentlich ist der Anteil von Schulleitern in Relation zum Männeranteil bei Lehrpersonen recht hoch, wie halt häufig bei typischen „Frauenberufen“ Vorgesetzte dann doch Männer sind. Das aber nur OT.
        Ich finde, dass dies Sache der Kantons sein sollte, nicht einzelner Schulen. Immerhin tragen die Kantone einen guten Teil der Schulausgaben mit. Und so gäbe es immerhin eine gewisse Einheitlichkeit. In Bern wurde es jedoch auf kantonaler ebene gerade versenkt mit dem Argument, Männer werden benachteiligt. Ein Schulleiter (Mann) hat es in seiner Gemeinde umgesetzt, was schön ist. Bei unserem (auch Mann) hätte dies keine Chance.

      • Sportpapi sagt:

        @13: In meiner Gemeinde sind 80 Prozent der Schulleiter weiblich. Aber es gibt, wie so oft, schon Gründe, warum es grundsätzlich doch wieder viele Männer gibt. Weil sie diese Art der Verantwortung mehr suchen, und vor allem weil sie viel häufiger Vollzeit arbeiten.
        Zur Abstimmung in Bern: Im Bund steht geschrieben, das Anliegen falle in die Zuständigkeit der Gemeinde… Und nicht, weil Männer benachteiligt werden, sondern weil Männer bei ihren diversen Benachteilungen auch nicht immer nach Ausgleich verlangen. Steht zumindest so im „Bund“.

      • 13 sagt:

        Wie gesagt: für mich ist das kein finanzielles Thema, sondern würde einfach die Praktikabilität unglaublich erhöhen. Zu Hause lagern wir Menstruationsartikel auch in der Toilette und nicht im Keller und gehen sie jedes Mal holen.

        @ Nala
        Eine bernische Gemeinde hat so einen Dispenser entwickelt, da nimmt man wie bei der Zeitung einfach unten eine rahs. Und sie sind ja einzeln eingepackt. Sehe da kein grösseres Hygienethema als beim WC-Papier.

      • 13 sagt:

        Schade wurde nur mein 2. Kommentar veröffentlicht. Das Argument habe ich von Grossrat Klopfenstein (SVP), Du findest es bei SRF News auf FB.

        Zur Schulleitung: Wieviele habt ihr denn in Eurer Gemeinde, dass es eine relevante Berechnung wäre? Hier gibt es eine Schulleiterin (60%, Unterstufe + Sonderförderung) und einen Schulleiter (80%, Mittel- und Oberstufe), in Vollzeit stellen wir keinen an, da 100% nicht reichen und dann für die 2. Stelle ein zu kleines Pensum verbleibt. Wir hatten jetzt die letzten 15 Jahre viele Wechsel, eine Weile auch verteilt auf 3 Personen, aber immer ein gemischtes Team.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich habe das Argument jetzt auch noch bei Klopfenstein nachgelesen, und finde immer noch nichts Verwerfliches daran, dass er sich gegen diese Sonderbehandlung einer Gruppe ausspricht.
        Zumal nicht er diese Frage zu einer Geschlechterfrage gemacht hat, und eine Benachteilung ausmacht. So heisst es z.B. auch in der BZ dazu: „Als weltweit erstes Land verteilt Schottland künftig kostenlos Hygieneartikel an Frauen. Ein international bahnbrechender Schritt für die Gleichstellung.“ Ernsthaft?

      • Thomas Baumann sagt:

        @Sportpapi: Wir Männer müssen ja wegen unserer Körpergrösse einiges mehr an Kalorien zu uns nehmen als Frauen. Sicher wird da auch noch einen Dispenser mit Gratisnahrung in der Männertoilette Platz haben. Alles andere ist schlicht und einfach diskriminierend! Ich wusste bisher gar nicht, dass das Leben so diskriminierend ist. Erst jetzt weiss ich es – Feminismus sei Dank.

      • Sportpapi sagt:

        @Thomas Baumann: Angesicht des Übergewichts vieler Männer sehe ich hier schon Sparpotential. Zudem essen wir ja auch vier Jahre weniger lang…

      • 13 sagt:

        @ SP
        Diese selektive Veröffentlichung ist mehr als mühsam…
        Darum nur kurz:
        Welche Sonderbehandlung? Inwiefern ist eine Person, die ein bestimmtes Produkt nicht braucht, irgendwie davon betroffen, wie teuer dieses ist oder wird gar diskriminiert, wenn es plötzlich günstiger werden würde oder an manchen Orten gratis abgegeben werden würde? Welches Produkt wäre denn das adäquate Pendant und wird nur von Männern benötigt, so dass man eine Ungleichbehandlung feststellen würde? Der Rasierer, den Klopfenstein aufführt, taugt ja ganz offensichtlich nicht dazu.
        Und zuletzt die wichtigste Frage: Warum werden WC-Papier und Seife gratis abgegeben?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Eine positive Diskriminierung ist auch eine Diskriminierung, zumal die Kosten dann wieder von allen getragen werden. Es gibt schlicht keinen Grund für einen anderen Steuersatz bei Damenhygieneprodukten.
        Gegen die Notfallsets auf Toiletten habe ich mich ja nicht ausgesprochen.
        Beim Toilettenpapier gehe ich davon aus, dass es im Interesse der Betreiber ist, dass nicht jeder seine Nastücher spült. Gehört in der Schweiz nun mal zur Grundausstattung, dass WV-Papier und Seife vorhanden ist.

      • Thomas Baumann sagt:

        Ich kann den Gedankengang von 13 nachvollziehen und sogar einig damit gehen, dass in einem juristischen Sinn Männer nicht diskriminiert würden, wenn z.B. der MWSt.-Satz für Produkte, welche nur von Frauen konsumiert werden, auf Null sinkt. (Ökonomisch ist es zwar nicht eindeutig, aber lassen wir das mal.) Nehmen wir jetzt aber an, es gäbe nur ein gleichartiges Modell Frauen und ein gleichartiges Modell Männer, die beide nur von Brot leben (man könnte es auch statistischen Durchschnitt nennen). Frau isst 30 Laibe pro Monat, Mann 45. Dann könnte man auch sagen, dass Brotlaibe 31-45 ein „männerspezifisches Produkt“ seien und ebenfalls Steuerfreiheit oder Gratisabgabe fordern. Oder wenn es mehrere Nahrungsmittel gäbe, dann wären die Tageskalorien 2000-2500 männerspezifisch.

  • Lina Peeterbach sagt:

    Bei allem Respekt vor der Problematik in vielen Ländern dieser Erde bin ich doch klar der Meinung, dass es in der Schweiz sinnvollere Geldversenkungsstrategien gibt, als mit dem Gieskannenprinzip Tampons zu verteilen. Mit dem gesparten Geld lieber Aufklärung zur Wichtigkeit von Schulbildung für Mädchen weltweit (bzw. dort wo dringend nötig) finanzieren – und gern noch ein paar Binden mitschicken.
    Wir vergessen immer wieder wie gut es uns geht hier. Und klar, wer in der Schweiz am unteren Ende der Skala lebt, dessen Leben ist kein Zuckerschlecken. Aber da gibt es ja noch so viele anderen Dinge (Sonnencreme is z.B. auch sehr teuer, und sehr nötig!) – darum gibt es ja die Sozialhilfe, damit man mit einem Pauschalbetrag und nicht individuell unterstützt.

    • tststs sagt:

      Sie sagen es, wir sind ein reiches Land. Weshalb wir uns hier keine Sowohl-als-auch-Strategie leisten (gratis Produkte UND Aufklärung) ist mir ein Rätsel…

    • tststs sagt:

      Nein, also da muss ich vehement widersprechen. Ja, ich gebe ihnen recht, Tampons/Binden mit der Giesskanne zu verteilen wäre wirklich Geldversenkung. Aber eine der sinnvollsten, die es in der Schweiz je gab 😉

  • Thomas Baumann sagt:

    Die Fernsehwerbung ist voll mit Werbung für Damenbinden, Toilettenpapier, Deodorants und Waschmittel. Man könnte fast glauben, es gäbe nichts im Leben als das. Warum machen die dummen Firmen das? Weil sie der armen SRG helfen wollen? Wohl kaum – es geht um Geld, viel Geld. Wenn wir nun den Mehrwertsteuersatz auch nur für eines dieser Produkte senken: werden dann die Preise wirklich sinken – oder lachen sich die Firmen vielmehr ins Fäustchen und sacken den Extra-Bonus ein? Die Zahlungsbereitschaft ist ja offenbar noch, sonst gäbe es die ganze Werbung nicht.
    Mit Vorstössen aus der linken Ecke muss man etwas vorsichtig sein, denn es fehlt dort oft ein vernünftiges ökonomisches Kalkül. Leider.

    • Norbert Ribolt sagt:

      Für diese Produkte wird aus einem einfachen Grund so viel Werbung gemacht: Sie sind austauschbar. Kein Waschmittel ist wirklich besser als das andere, keine Binde ist wirklich besser als die andere, etc. Nur durch ständige Werbung bleibt man im Kopf der Konsumenten und wird gekauft.

      • Thomas Baumann sagt:

        Aber ohne Gewinn keine Werbung. Die Firmen sind ja nicht dumm. Werbung dient dazu, Alleinstellungsmerkmale zu schaffen und die Konsumenten dafür bezahlen zu lassen. Es geht um die Schaffung monopolistischer Nischen – darum glaube ich auch, dass eine allfällige MWSt-Senkung höchstens partielle weitergegeben würde.

      • 13 sagt:

        @ Norbert
        Wie kommen Sie darauf, dass alle Binden gleich sind? Da gibt es x Unterschiede.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Und welche sollen dann gratis abgegeben werden?

      • 13 sagt:

        @ SP
        Wie Thomas oben zurecht schreibt, gleich wie beim WC-Papier: Eine mittlere Qualität eines NoName-Produkts, der die Kasse nicht übermässig belastet. Wer etwas besseres will, kann gerne selber mitnehmen. M.E. braucht es ja auch nicht eine Auswahl von Binden und Tampons etc., sondern nur etwas, wo man im Notfall nicht mit WC-Papier improvisieren muss.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das, was die vorschwebt, sollte wie der Wickeltisch im Restaurant von Schulleitern in Eigenverantwortung installiert werden. Dafür findet sich problemlos der nötige Betrag im Budget. Oder notfalls gar ein Spender aus Elternkreisen?

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Als ehemals Armutsbetroffene kann ich nur fragen; was denn noch? Eltern, welche Sozialbezüger sind, oder Büezer mit eher geringem Einkommmen, sind in erster Linie dazu verpflichtet, mit den zur Verfügung stehenden Mittel den Grundbedarf zu decken und angemessen für ihre Kinder zu sorgen. Will heissen, Miete, KK, (gesunde) Nahrung, Strom, Hygiene, Schulbedarf, Lager usw Wenn man aber sieht, wieviele Büezerfamilien ein Auto haben und auch Sozialhilfeempfänger, rauchen, Alkohol konsumieren, Gelnägeli, Smartphones, Flachbild TV usw usw, da frage ich mich, warum es denn für Tampons nicht ausreicht.

    • tststs sagt:

      Es reicht ja (knapp). Aber betrachten Sie es mal von der anderen Seite: Was könnte man mit dem Geld sonst Sinnvolles machen, anstatt es einigen Grossmultis, die sich an der Notwendigkeit anderer ein goldenes Näschen verdienen, in den Rachen zu stopfen?

      Bitte nicht missverstehen, es gibt zahlreiche andere Beispiele, die auch in diese Kategorie fallen. Aber dass wir hier im grossen Stil über den Tisch gezogen werden, liegt schon auf der Hand…

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ tststs

        Warum denn nicht die Lebensmittel für alle gratis abgeben? Und Windeln? Und Duschgel? Und Unterwäsche? Und Kleidung?

        Ich finde, dass Sozialhilfe einem realen Mass angepasst werden muss, aber auch dass die KESB hinschaut, wenn Eltern ihre Kinder nicht angemessen versorgt (dazu gehört auch Hygienematerial) und das zur Verfügung stehende Geld für ihren eigenen Luxus ausgeben. Notfalls halt mit einem Bonsystem, anstatt Geldauszahlung.

        Und wie ist es mit Rasierklingen und Rasiergel? Oder sind Jungen/Männer wie immer unwichtig und Menschen zweiter Klasse? Die weibliche Emanzipation bewegt sich mehr und mehr von der berechtigten Forderung zu Gleichberechtigung von Frauen weg zu Bevorzugung des weiblichen Geschlechts und Entrechtung von Jungen/Männern.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ tststs Teil 2

        Darüber, wie und wo Konsumenten (und Produzenten) über den Tisch gezogen werden von den Multis kann man auch endlos diskutieren. Vielleicht dann besser gesetzliche Preise für Artikel des Grundbedarfs vorschreiben, anstatt mit der Giesskanne gratis Binden und Tampons an die Kinder von Rich und Co verteilen.

  • Anh Toàn sagt:

    Es gibt keinen Luxusgütersteuersatz in der Schweiz, Binden werden besteuert wie Klopapier, Rasierschaum und -klingen, Wasch- und Putzmittel, Arbeitsweg, ganz vieles, dass man täglich braucht:

    Im Mamablog wird über Damenhygieneartikel geredet, in einem Elternblog würde man sich über Luxussteuern auf Babywindeln, Feuchttücher etc. empören. Wobei bei Windeln ja auch die Alten betroffen sind.

    Übrigens hielte ich die Einführung eines höheren Luxussteuersatzes für sinnvoll: Aber die Mehrheit wird wohl kaum ihren Luxus, insbesondere die Autos (man kann ja die ersten 10’000 Neupreis „normal“ besteuern) verteuern wollen. „Convenience Food“ würde ich dem Normalsatz unterstellen und dafür den 2.5% Satz auf Grundnahrungsmittel streichen.

    Mehr Progression bei der MWST wäre gerechter.

  • tststs sagt:

    Gott Leute, es geht doch im Kern einfach darum, dass man ein wenig Mitgefühl zeigt und – soweit überhaupt möglich – den Mädchen und Frauen ein wenig den „Leidensdrucks“ wegnimmt.

    Nein, niemand fällt wegen ein bisschen Watte unter die Armutsgrenze; ja, manchmal ist die Periode Ausrede, manchmal nicht; nein, in der Schweiz muss niemand in die Menstruationshütte; nein, wir fressen nicht kiloweise Kaviar; ja, Tampons und Binden wurden über die Jahre günstiger; nein, die Verteilung des MwSt-Satzes ist nicht wirklich durch und durch logisch.

    Aber all das und die ganze restliche Polemik hierdrin hat überhaupt nichts damit zu tun, dass man(n) sich einfach weigert (und das selbstverständlich auch darf), sich mit der Lebenswelt anderer Menschen auseinanderzusetzen.

    • tststs sagt:

      Und ich finde es ja toll, dass das Thema „Binden“ so viele Männer in den MB lockt…

      • Sportpapi sagt:

        Nicht das Thema Binden. Ginge die Diskussion um Qualität und Verwendungsart, würde sich wohl kaum ein Mann interessieren.
        Es geht aber um ein politisches Thema, bei dem hier mit Falschaussagen (Luxussteuer) und übertriebenen Beispielen Stimmung gemacht wird.

      • tststs sagt:

        Moooooment, ich bin mit der Kausalkette auch nicht ganz einverstanden, aber im Kern ist es ein berechtigtes Anliegen. Auf der Homepage des Bundes heisst es:
        „Bestimmte Leistungen des menschlichen Grundbedarfs sind lediglich zum reduzierten, […] zu versteuern.“

        Noch viel eher müsste man diskutieren, OB Tampons und Binden zum Grundbedarf gehören. Aber wenn man sich mal einig ist, dass es so ist, dann ist überklar, dass hier ein Missstand vorherrscht, den man sofort beheben muss!

      • tststs sagt:

        Und es spricht ja auch niemand von einer MwSt-Rückzahlung wie dazumal bei der Billag 😉

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Wirklich? Beim Thema Menstruationstassen gab es aber genauso viele männliche Kommentare und da ging es um die Anwendung. Das soll keineswegs als Kritik verstanden werden, ist doch gut, wenn entspannt und offen darüber gesprochen wird.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Dann würden wir allerdings über Hygieneartikel allgemein diskutieren. Und noch vieles mehr. Warum passiert das nicht?
        Persönlich würde ich allerdings lieber weniger als mehr Ausnahmen haben.

      • Thomas Baumann sagt:

        Toilettenpapier wird wie die Binden mit 7.7% besteuert. Und ist wohl genauso notwendig. Nur für Lebensmittel gibt es 2.5%. In der schweizerischen MWSt. Systematik geht es nicht um „notwendig-nicht notwendig“, sondern um „Lebensmittel-nicht Lebensmittel“. Das ist anders als in Deutschland. Aber die Kampagne wurde ja 1:1 aus Deutschland übernommen. Ich und andere haben es schon geschrieben – und Sie repetieren denselben Fehler. Wer etwas will, sollte korrekt argumentieren, sonst wirkt es schnell einmal arrogant.

      • 13 sagt:

        @ Thomas
        Würden Sie sich vielleicht die Mühe machen, den Gesetzestext zu lesen, bevor Sie immer und immer wieder falsch kommentieren? Und dann andere als arrogant bezeichnen, weil sie nicht hören wollen? Es werden nicht nur Lebensmittel reduziert besteuert, sondern eben auch Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Medikamente sowie Pflanzen und Setzlinge, die nicht der Nahrung dienen (Schnittblumen, Sträusse etc.). Damit auch die Frage, warum Hygieneartikel nicht darunter fallen, obwohl sie zum täglichen bedarf gehören.
        Lebensmittel in der Gastronomie werden voll versteuert. Daher stimmt die Unterscheidung „Lebensmittel – nicht Lebensmittel“ so einfach nicht.

      • Thomas Baumann sagt:

        @13: Ich bezog mich tendenziell auf tststs, die immer dieses Mantra von der Bundeswebseite zitierte. Und ja, ich weiss, dass Schnittblumen (die Blumenverkäuferinnen sagen danke – steuerliche Begünstigung eines Frauenjobs), Zeitungen und Zeitschriften, Dünger, Medikamente zu 2.5% versteuert werden und Hypotheken gar nicht (dafür das Wertschriftendepot mit regulären 7.7%). Als Ökonom habe ich die natürliche Tendenz, unbedeutende Posten zu vernachlässigen. Aber ich finde es problematisch, dass ich mich für Falschaussagen rechtfertigen sollte, während die Tampon-MWSt-Aktivist*innen behaupteten, dass Binden teurer seien als andere Hygieneprodukte, was nicht stimmt. Würden die Aktivisten*innen keine Käse erzählen, müsste man sich hier gar nicht mit der MWSt-Gesetzgebung herumschlagen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja, es ist die Frage, warum unter den vielen Ausnahmen nicht auf Hygieneartikel zu finden sind. Könnte man ja fordern, macht aber niemand.
        Nicht gerechtfertigt ist m.E. aber, diese Forderung nur für Damenhygieneartikel zu stellen, und dabei noch polemisch von Lukussteuer und Diskriminierung zu sprechen. Nur weil die Frauenkreise international vernetzt sind, heisst das noch lange nicht, dass jedes Thema aus dem Ausland auch in der Schweiz ein Problem darstellt.

    • Martin Frey sagt:

      @tststs
      Apropos Leidensdruck und Lebenswelt… was sagen Sie dazu, dass vor einiger Zeit der wohl berühmteste Linksausleger der Schweiz, Frau T. Funiciello die Einführung eines selbstverständlich voll bezahlten monatlichen Menstruationsurlaubs verlangte?

      • tststs sagt:

        @MF: Habe ich nicht mitbekommen… Ist jetzt da die Rede von „vorsorglichem Urlaub“ (über sowas müssen wir nicht 2 Sekunden diskutieren), oder darum, dass sich auch aus „Periodengründen“ krankschreiben lassen kann (das wiederum ist IMHO eh selbstverständlich)?

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        Ich glaube, soweit ich mich erinnere, das hat sie offen gelassen… 😉 sprich, so eine klassische TF-Nebelpetarde. Die Arbeitgeber reagierten erwartungsgemäss ablehnend, sogar die Gewerkschaften zurückhaltend (nur so von wegen Lohngleichheit und so).
        Fakt ist, es scheint ein paar asiatische Länder zu geben die das anscheinend kennen. Wobei offenbar auch dort zu beobachten sei dass das grosszügige Beziehen eines solchen Urlaubs eigenen Karrierevorstellungen nicht unbedingt zuträglich ist.
        Andererseits gibt es natürlich nicht wenige Frauen die massiv unter ihrem PMS leiden (nicht zu verwechseln mit „ich habe meine Tage und möchte frei“). Dass man hier auch kulant sein muss dünkt mich logisch.

    • Thomas Baumann sagt:

      OK, ich habe gehört, dass die Periode ziemlich schmerzhaft sein kann und dafür haben Sie und andere Frauen mein Mitgefühl. Und vielleicht sollte ein richtiger Kavalier in Zukunft anstatt einer Rose eine Packung Luxus-Binden im Goldcase zum Date mitbringen (und die selbstbewusste Dame als Gegengeschenk eine Packung Gummis, womit sich auch gleich die Vergütungsdiskussion erledigt hätte). Trotzdem bitte ich ebenfalls um ein bisschen Mitgefühl bezüglich der unten angesprochenen Problematik der kürzeren Lebenserwartung. Deal?

      • Thomas Baumann sagt:

        Verhütungsdiskussion natürlich. Ich habe von Dates schon noch eine etwas romantische Vorstellung und denke nicht gerade an Bezahlsex. Die Autokorrektur hat mich halt schwupps zum Freier gemacht.

      • tststs sagt:

        @TB: Ist im schriftlichen Bereich immer schwierig festzustellen, aber ich habe das Gefühl, wir sind da im Bereich Humor und antworte deshalb: frau muss monatlich bluten, mann muss aber nicht früher sterben 😉

    • Sportpapi sagt:

      Mitgefühl zeigen ist aber etwas ganz anderes als eine weitere Sonderregelung gutheissen. Und sich mit der Lebenswelt anderer Menschen auseinandersetzen würde bedeuten, dass diese Lebenswelt hier realistisch beschrieben würde. Dass Sozialhilfebezüger über günstigere Hygieneartikel (und nicht nur Binden) froh wären, ist logisch. Günstigere Lebensmittel wären ihnen vielleicht noch lieber, und vieles mehr.

  • Theo Gerber sagt:

    Jeder darf für bliebige Steuererleichterungen streiten, aber was wirklich nervt, ist wenn faktenwidrige Argumente einfach blind aus dem Ausland kopiert werden. Tampons werden nicht „wie Luxusgüter“ besteuert. Es gibt in der Schweiz wie in den meisten anderen Ländern heute keine Luxussteuer. Höher als Kaviar werden sie besteuert, weil die Mehrwersteuer für Nahrungsmittel (unter die auch Kaviar fällt) pauschal niedriger ist als für andere Produkte. Das hat nichts mit Luxus oder nicht Luxus zu tun. Kaviar wird auch niedriger besteuert als zahlreiche andere lebensnotwendige Produkte, Toilettenpapier z.B. – komischerweise fordert dafür kaum jemand eine Reduktion. Daher liegt der Verdacht nahe, dass es nur ein Thema ist, weil man ein Gender-Thema daraus machen kann.

  • Mark Question sagt:

    „Andere tun es“ ist kein argument, lediglich eine beobachtung – hatte ich schon als kind gelernt. Der autorins nachwus bekommt wohl alles was irgenwer sonst auch hat…

  • Thomas Baumann sagt:

    Frauen haben zwei X-Chromosome. Das hat ein paar natürliche Nachteile. Wie z.B. Menstruation während ungefähr der Hälfte des Lebens. Und ja, Menstruation ist mit Kosten verbunden und das ist in gewisser Hinsicht ungerecht, dass man wegen seiner „Geburtsausstattung“ bezahlen muss. Ist deswegen eine Kompensation für das „Geburtsgebrechen“ angebracht?
    Nun wird die andere Hälfte der Menschheit mit einem Y-Chromosom geboren. Dessen Konsequenzen sind offenbar noch schwerwiegender. So leben Männer im statistischen Durchschnitt rund 4 Jahre weniger lang als Frauen. Auch wenn man alles Selbstverschulden in Abzug bringt, dürften immer noch 2-3 Lebensjahre weniger wir’s Konto der genetischen Ausstattung gehen. Vielleicht sollte man dafür auch einmal Kompensationsansprüche anmelden.

  • Gabriela Zouggari sagt:

    es wäre einfach lächerlich, wenn es nicht schlicht skandalös wäre, für was hier demonstriert wird. das demonstrittis scheint sich bis zur völligen verblödung zu steigern. generationen von weiblichen wesen, tief zurück ins letzte jahrhundert, ich dabei, haben diese hygieneartikel kaufen können, obwohl in äusserst bescheidenen verhältnissen lebend. niemand blieb zuhause auf einem kübelchen sitzen, bis ausgetropft war. heute, wo falsche, angeklebte wimpern und fingernägel an der tagesordnung sind, tatoos die leiber verunzieren, kaum jemand junges kein eigenes handy, kein superbike etc hat, die fürsorgeleistungen garantiert auch für diese hygieneartikel ausreichen, stehen „menstruierende menschen“ und nicht menstruierende menschen mit blutigen tampons vor dem bundeshaus.

    • Urs Müller sagt:

      Generationen von weiblichen Wesen, meine liebe Frau Zouggari, besuchten nur die Grundstufen der Schule, blieben also während der Zeit der beginnenden Menstruation (damals auch noch später) vielleicht die Schule gar nicht mehr.
      Wenn, dann waren Sie in dicke Röcke und Unterröcke eingewickelt.
      Offenbar möchten Sie wieder dorthin zurück. Wohlan, ihre Töchter haben Sie ja sicher auch schon mit vierzehn Jahren verheiratet. Da brauchten sie gar nicht erst ein Handy und ein Superbike.
      Manchmal frage ich mich schon ein wenig, wie viel Wut und Hass in Menschen stecken kann.
      Es muss ja nicht gerade gratis sein, aber dass die Mehrwertsteuer für Hygieneprodukte auf dem Normalsatz ist, versteht ja niemand.
      P.S.: In meiner Generation hat man sogar noch Gross- und Kleinschrift in der Schule erlernt.

  • Niklas Meier sagt:

    Was ist denn mit Rasierklingen bei Männern? Die sind auch teuer und einen Bart kann sich nicht jedermann wachsen lassen. Es ist nicht bekannt, wie viele junge Männer nicht zur Schule gehen, weil sie sich keine Rasierklingen leisten können und wegen den Fäden im Gesicht gehänselt werden. Aber mit Sicherheit ganz viele.

    Frau Kuster erwähnt das Menstruationscup, was kostet sowas und wie lange kann man (resp. frau) die benutzen?
    Wenn jährlich das neues Iphone gekauft werden kann und monatlich Kleider angeschafft werden und all die Frauen „nur für sich“ geschminkt durch rumlaufen, gibt es kein Argument, das die Gratisabgabe von Hygieneartikeln an Frauen rechtfertigen würde.

    Und nun kommen sicher wieder die Üblichen mit „Ein Mann darf sich dazu gar nicht äussern“

    • Reincarnation of XY sagt:

      Glauben Sie wirklich, dass Argumente da irgendetwas bringen? Bei solchen „Themen“ ist es doch so: Egal, welches Argument Sie bringen, wenn Sie ein Gegenargument bringen, dann gehören Sie zu den „anderen“, den Bösen. Punkt.

      Wenn die Netz-Community irgendetwas zum neuen „Guten“ erhoben hat, ist man entweder dafür (und gehört zu Guten) oder man gehört eben zum Feind. Argumente, Vernunft, Reflexion… sind nicht erwünscht.
      Wenn Sie nicht begeistert auf den Zug aufspringen, sind Sie ein Frauenfeind, egal welches kritische Argument Sie haben. Es ist doch nur ein Vorwand, weil Sie im gleichen Topf mit den tatsächlichen Frauenfeinden sind.

      Das ist die neue Normalität. So werden heute Debatten geführt: Dafür/Dagegen – Argumente sind nur Vorwände, deshalb nicht relevant.

      • tststs sagt:

        Welche Argumente?
        Der erste Abschnitt ist der Versuch von Komik.
        Der zweite die Preisgabe von Unfähigkeit (Antworten zu ergooglen), gefolgt von ganz viel Klischees.
        Und zum Schluss noch ein wenig Mimimi.

        Supi.

        Aber ein Argument, weshalb man den Frauen und Mädchen diese Last ein wenig erträglicher machen könnte und (sollte?) lese ich immer noch nicht…

      • Tanja sagt:

        Zum Menstuationscup: Ein solcher kostet ca. 50.-, macht keinen Abfall und kann mehrere Jahre verwendet werden. Zudem ist er schonender für die Schleimhäute.
        Die korrekte Anwendung muss etwas geübt werden, was jedoch auch nicht so ein Problem wäre, wenn der Cup etwas „salonfähiger“ wäre.

      • Reincarnation of XY sagt:

        tststs – das ist jetzt aber Schuldumkehrung pur! Mimimi machen die, die für MwST Erlass demonstrieren, für einen Artikel der bei CH-Einkommen überhaupt nicht ins Gewicht fällt.
        Und wenn Sie nicht wissen wie teuer Rasierklingen sind, ja dann zeigen sie wenig Mitgefühl für andere Erlebniswelten. Natürlich ist das ein Argument! Auch Männer zahlen MwSt auf typische Männerartikel.
        Aber bei jeder Widerrede dem anderen mimimi unterstellen, ist falsch.

        Welche Last tststs?
        Niemand ist hier von 2. Fr. MwST im Monat belastet.
        Wie es Tamar richtig sagt: ich kenne Sozialhilfeempfängerinnen, die immer schön ein x-faches für Gel-Nägel zahlen, was Tampons kosten.
        Nein, es gibt ganz viele Gründe es für unsinnig zu halten, diese Debatte in die CH zu tragen.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Welche Last? Genau darum geht es doch. Dass es wenig Argumente gibt, warum ausgerechnet diese Hygieneprodukte anders besteuert werden sollen. Und wenig Argumente bezüglich der Wirkung – die Begründung, dass Mädchen deswegen nicht in die Schule gehen, ist für die Schweiz wirklich an den Haaren herbeigezogen.
        Aus meiner Sicht ist es eine Diskussion, die vermutlich in anderen Ländern zur recht geführt wird/wurde, die Übertragung auf die Schweiz ist aber eher unglücklich. Zumal man dann eben wirklich sich mit der Sache beschäftigen sollte (Logik der Mehrwertsteuersätze), und das Thema breit diskutieren.

      • Thomas Baumann sagt:

        Sie zeigen ja richtig viel Mitgefühl, tststs.
        Mitgefühl wollen und selber „Mimimi austeilen – finde ich auch supi.

      • tststs sagt:

        @RoXY: Schuldumkehr? Wer spricht den hier von Schuld?????? Sorry, aber in welcher Diskussion stecken denn Sie fest? Und himmelherrgott mit Last meine ich natürlich nicht die finanzielle! (Langsam frage ich mich, ob es sich hier wirklich um RoXY handel?!?)

        @SP: Das MwST-Argument finde ich auch Habakuk (habe ich auch angedeutet) und ich finde auch, das hier ist eigentlich die falsch Diskussion. Um was es IMHO eigentlich geht (ein bisschen Mitgefühl mit den Menstruierenden zeigen) habe ich auch gesagt.

        @TB: Wieso sollte ich mit RoXY Mitgefühl zeigen? Weil er behauptet NM zählt Argumente auf und ich sage: Nein, das tut er nicht? RoXY ist ein Grosser, er kann sich schon selber wehren…

      • Sportapai sagt:

        @tststs. Wenn es darum gehen würde, müsste der ganze Artikel neu geschrieben werden.
        Bis dahin nehme ich mal das als Grundlage, was da geschrieben steht.

      • Thomas Baumann sagt:

        @13: Die Preise für „Frauenprodukte“ (diejenigen, über die wir hier sprechen), sind höher, weil entweder die Herstellung mehr kostet (das muss beim Coiffeur so sein, sonst würde die Zahl der Damencoiffeur zu-, und diejenige der Männercoiffeure abnehmen, bis sich die Profite wieder ausgleichen) oder die Zahlungsbereitschaft der Frauen höher ist. Das heisst dann aber, dass ketzerfischerweise entweder den Frauen mehr Geld zur Verfügung steht – oder sie sich aufbrezeln, um bei Männern Geld abzuholen, also die ganze Verschönerungspraktik Investitionscharakter hat. Dann müsste Frauen aber wenn schon vor Bundesgericht gegen ihre Geschlechtsgenossinnen klagen und nicht gegen die Anbieter. Kein Anbieter ist an der Nachfragefunktion „schuld“, nur die Nachfrager*innen selbst.

    • maia sagt:

      Ein Menscup kostet um die Fr. 40.– und kann bei guter Pflege über einige Jahre genutzt werden.

    • 13 sagt:

      @ Niklas
      Was ist denn mit den Rasierklingen für Frauen, die ohne ersichtlichen Grund 2-3 Mal soviel kosten wie diejenigen für Männer…..(und ja, natürlich kann man einfach diejenigen für Männer kaufen, logischer wird dieser Umstand es deshalb nicht…)

      • Anh Toàn sagt:

        Dass viele Frauen 2-3 mal so viel zahlen, statt eine für Männer zu kaufen, ist unlogisch: Aber wenn die das kaufen, ist logisch, dass es so teuer angeboten wird. (Ich behaupte sogar, wäre es billiger, nur wenig teuer als die für Männer (wegen geringerer Stückzahlen), würden die es nämlich nicht kaufen, die wollen keinen billigen Schund, die sind sich mehr wert: Und darum wird es teuer verkauft, es befriedigt nur teuer deren Bedürfnis wirklich.) Auch viele Männer zahlen 3 mal so viel für Rasierklingen als notwendig, für das Beste in ihnen.)

      • Thomas Baumann sagt:

        Die Männer sind wohl preissensitiver – sie können sich ja immer einen Hipsterbart wachsen lassen (sofern das Gesichtshaar dafür ausreicht). Da gibt’s nur eins, Frauen: Ab sofort ebenfalls unrasiert herumlaufen. Ihr werdet euch wundern, wie viele Männer her euch Rasiersets schenken werden.

      • maia sagt:

        @13: Das ist sehr wohl logisch. Frauen sind offensichtlich gerne bereit sind soviel mehr zu bezahlen.

      • 13 sagt:

        @ Thomas
        Bei allem Wohlwollen behaupte ich mal, dass Männer nur aus zwei Gründen (Hipster-)bärte tragen: entweder a) Mode (falschgeleiteter Modesinn, meine Meinung) oder b) Faulheit. Der Preis von Rasierklingen gehört nicht dazu,

      • tststs sagt:

        Bei Erwachsenenwindeln ist es übrigens genau umgekehrt (okeee, die für Männer kommen auch in diskretem Schwarz….)

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ist das wirklich so? Bei welcher Marke?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ich habe keine genaue Marktanalyse gemacht, diese überlasse ich anderen. Ein Blick auf die meistgekauften (im orangen M):

        Gilette Mach 3: Rasierer 9.80, Klingen 19.80 (8 Stück)
        Gilette Venus: Rasierer 12.80, Klingen 12.50 (4 Stück)
        Gilette Rasiergel Foam für empfindliche Haut: 2.20
        Gilette Satin Care für empfindliche Haut: 3.95
        Gilette Blue 3 Einwegrasierer (4 Stück): 5.80
        Gilette Venus3 Einwegrasierer (4 Stück): 7.50

        Ja, ist bei denen jetzt nicht gerade Faktor x2 oder gar mehr, aber der Preisunterschied macht trotzdem keinen Sinn. Nicht zu vergessen, dass die Rasierfläche bei Frauen einiges grösser ist als die vom Männern*.

        *Ausgehend vom hier und jetzt Üblichen, dass es jedem frei ist, ob und was er*sie rasiert und erst recht womit, ist logisch.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ok, den Preisaufschlag sehe ich, das Mehrfache hätte mich doch sehr verwundert. Nun gut, wie beim Haarschnitt: Offenbar wird es bezahlt. Aber es ist erklärungsbedürftig.
        Bei der Fläche bewegst du dich etwas aufs Glatteis, weil das ja nichts aussagt über den Preis eines einzelnen Rasierers, und du die Rasierhäufigkeit, die Dichte des Haarwuchses und die Haardicke berücksichtigen müsstest…
        Das * finde ich jetzt herzig. Vielleicht sollten wir diesen Punkt vertiefen, sicherlich würden wir hier noch Sparpotential finden…

      • 13 sagt:

        @ SP
        Na ja, im Gegensatz zum Rasierer, habe ich beim Coiffeur ja keine Wahl…
        Rasierhäufigkeit, Haardichte etc ist ja seeeehr individuell, da weiss ich echt nicht worauf du hinauswillst.
        Das * habe ich gerade eingefügt, um nicht in die Diskussion zu geraten. Du wirst dann behaupten, Frauen wollen das so und sind selber schuld, ich dass es Blödsinn ist, dass es Männern egal ist, wo Frauen rasiert sind und wo nicht…endless story 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: Such dir einen anderen Coiffeur. Oder geh zu einem Männercoiffeur.
        Ich bin dort allerdings auch nur billig, weil ich nach 10min wieder rauslaufe.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich habe mal meiner damals ca. 5jährigen Tochter versucht, die Haare beim Männercoiffeur die Stirnfransen zu schneiden. Keine Chance, sie nehmen keine Frauen/Mädchen. Und auch dort, wo beide willkommen sind, kostet oftmals eine Frauenkurzfrisur mehr als eine Männerfrisur, selbst dann wenn der Mann lange Haare hat.

        Mal davon abgesehen reicht es langsam mit diesen schlauen Ratschlägen: Kauft in der Männerkleiderabteilung ein, kauft Rasierklingen für Männer, geht zum Männercoiffeur als Rechtfertigung dafür, dass Produkte für Frauen teurer oder unpraktischer sind. Das ist ein extrem männerzentriertes Weltbild, das vom Mann als Normalfall des Menschen, und Frau als Abweichung davon ausgeht, so dass Frauenbedürfnisse stets als Extrawurst bezeichnet werden können.

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 – was ist denn nun genau ihr Lösungsvorschlag?
        Der Coiffeur kann ja Preise machen wie er will.
        Solange wir keine kommunistische Zentralwirtschaft haben (wollen Sie das?), bestimmt der Konsument durch sein Verhalten/Konkurrenz der Anbieter die Preise mit.

        Offenbar geben Frauen für ihre Schönheit und ihren Körper einfach mehr aus. Männer holen langsam auf, aber werden (hoffentlich) nie das weibliche Niveau erreichen, mit dem Bedarf an Pediküre, Anti-Aging, rechten Farbton im Haar etc.

        Umgekehrt zahlen Männer jedes Jahr Mia für Sex. Oder dass sie eine passende Partnerin finden.
        Das könnte man doch auch ungerecht finden.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Mal davon abgesehen reicht es langsam mit diesen schlauen Ratschlägen.“
        Ja dann mach halt weiterhin die Faust im Sack, statt mit deinen Kolleginnen eure Marktmacht auszuspielen.
        Das hat mit männerzentriertem Weltbild gar nichts zu tun. Sondern mit dem Markt und den Marktpreisen. Offenbar werden die Preise bezahlt. Und da ich nicht annehme, dass Frauencoiffeure grundsätzlich besser verdienen als Männercoiffeure (sonst gäbe es die gar nicht mehr), wird das Geld wohl auch für etwas benötigt. Aber ich weiss es nicht, das ist nicht mein Business. Vielleicht kannst du uns ja erklären, wo das Mehrgeld hin geht, bzw. wie das fehlende Geld kompensiert wird.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Haha, Du bist lustig. Sagt man etwas, heisst es, die Frauen motzen/jammern immer, sie sollen sich nicht so anstellen, nun macht man angeblich die Faust im Sack, weil man nicht auf die witzigen Vorschläge der Herren der Schöpfung eingehen will? Ich persönlich gehe übrigens max. 1-2 Mal im Jahr zum Coiffeur, dies im Ausland, färbe zwischendurch selber und unterstütze damit diesen tollen Markt nicht, sondern zahle da nach Aufwand. Damit gibt mein Mann insgesamt vielmehr Geld für den Coiffeur aus, da er alle 6 Wochen geht. Ärgern tut mich das trotzdem und da mache ich gerade nicht die Faust im Sack, sondern äussere mich dazu. Und gehe sogar weiter und hiterfrage, warum denn Frauen angeblich bereit sind, mehr Geld für die Schönheit auszugeben. Woher kommt das?

      • 13 sagt:

        Zum männerzentrierten Weltbild: Oh doch, das habe ich hier sehr oft gelesen.
        Beispiele von dir:
        „Es gibt keine Jungs- und Mädchenkleider, sondern nur Kinderkleider und Mädchenkleider.“ (Jungs als der Normalfall „Kind“ und Mädchen als spezielle Ausnahme)
        oder „bei uns gibt es keine Jungsbücher, ich wüsste gar nicht, was das sein soll. Aber ich kaufe meinen Kindern keine Bücher, die extra für Mädchen sind“ (ja, was wären denn Jungsbücher? Schliesslich ist ja das, was Jungs lesen, einfach der Normalfall, also „für Kinder“. Gleich wie es ja für Erwachsene „Romane“ und „Frauenromane“ gibt, oder?). Selbstverständlich steht alles allen frei, aber dabei zu verneinen, wen man bei der Produktherstellung im Auge hatte, wäre etwas kurz gegriffen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 – ich habe Sie etwas gefragt. doch offenbar hatten sie mehr Lust mit SP zu streiten…

        Zum Zweiten:
        Das mit den Frauenbüchern sei ihnen erklärt, es gibt Bücher, die werden von Frauen begeistert gelesen. Z.B. 50 Shades of grey. Aber praktisch kein Mann (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) kann damit etwas anfangen.
        Das ist tatsächlich Realität.

        Es geht nicht um Romane im allgemeinen, sondern um diese ganz typischen, wo die Leserschaft zu über 90% aus Frauen besteht. Umgekehrt gibt es das weniger, gewisse Nerdkultur, ist machmal ähnlich stark männlich besetzt.
        Das gibt es. Das ist die Realität.
        Es ist gut wenn wir ein Anliegen für eine gerechtere Gesellschaft haben, aber wir müssen lernen, den Tatsachen ins Auge zu sehen. F und M sind offensichtlich unterschiedlich.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Man macht die Faust im Sack, wenn man zwar in öffentlichen Foren reklamiert, beim Coiffeur aber nichts sagt und die geforderten, nach deiner Meinung unberechtigten Preise stillschweigend bezahlt. Nur noch im Ausland zum Coiffeur ist auch eine Lösung, senkt die Preise in der Schweiz aber natürlich nicht.
        Aber warum beantwortest du die Frage nicht, wo denn dieses Mehrgeld hingeht, ob die Frauencoiffeure einfach alle mehr verdienen? „Und gehe sogar weiter und hinterfrage, warum denn Frauen angeblich bereit sind, mehr Geld für die Schönheit auszugeben. Woher kommt das?“ Hinterfragst du jetzt die Aussage (angeblich), oder stellt die die Fragen warum und woher? Und was sind denn deine Antworten darauf?

      • 13 sagt:

        @ roxy
        Ich habe nicht geantwortet, weil die Antwort nicht so einfach ist. Eine Preisvorgabe befürworte ich nicht. Es gibt zwei Möglichkeiten. 1. Klage gegen Geschlechterdiskriminierung bis vors Bundesgericht (inkl Kostenrisiko/-folgen).
        2. Gesellschaftliche Entwicklungen dahingehend fördern, dass bei Frauen die Schönheit keinen andere Stellenwert hat als bei Männern. Da muss jeder seinen Teil beitragen, es geht aber langsam.
        Eine schnelle Lösung ist so oder so nicht in Sicht.

        Zu Büchern (man kann es auch auf Zeitschriften, Filme etc ausdehnen): da gibt es natürlich x die mehrheitlich von einem Geschlecht gelesen/geschaut werden und trotzdem selten als „Männerfilm“ etc. bezeichnet (brutale Actionfilme, Computerzeitschriften etc). Das finde ich auch gut, wäre beidseitig schön.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Zum „männerzentrieren“ Weltbild – schön, dass du meine alten Zitate gesucht und gefunden hast, zu denen ich weiterhin stehe, und die schlicht und einfach der Realität entsprechen. Zumindest wenn es um die Kinderkleidung geht. Bei den Büchern sollen die Kinder lesen, was sie Lust haben, nicht was ich ihnen vorgebe. Selber bin ich mit „Hanni und Nanni“ und anderem gross geworden.
        Aber ja, ich verstehe auch nicht, warum Frauen überall so wert darauf legen, dass Frauenbücher, Frauenfilme, usw. gibt. Mal wird die Unterscheidung im Angebot angeprangert, mal die fehlende (z.B. bei der Medizin). Was denn nun?
        Den Zusammenhang mit männerzentriert sehe ich übrigens immer noch nicht. Es gibt offenbar für Männer einfach weniger Bedarf, Produkte als Männerprodukte zu labeln.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wennn ich google, bekomme ich nicht viel weniger Einträge für Männerfilme als für Frauenfilme. Bei Frauenromanen oder Frauenliteratur sieht es ganz anders aus. Wobei es wohl auch unterschiedliche Vorstellungen davon gibt, was denn das überhaupt sein soll. Geht es um Autorin, Zielgruppe oder beides? Oder spezielle Inhalte?
        Und dann gibt es ja noch Männermagazine, und die ganze als rein männlich deklarierte Pornoindustrie. Wobei ich nach wie vor nicht genau weiss, ob diese eigentlich wirklich einen schlechteren Einfluss bezüglich Geschlechterrollen haben als die klischierten Frauenromane und -filme (die ich als Man trotzdem auch gerne sehe, und niemand verbietet mir das).

      • Thomas Baumann sagt:

        @13: Es gibt zu jedem Produkt eine Angebots- und eine Nachfragefunktion. Wenn Damenhaarschnitte teurer sind in der Herstellung, dann kosten sie halt mehr. Das muss offenbar der Fall sein, sonst würden Coiffeure massenhaft vom Männer- ins Damenfach wechseln, bis die Profitmarge wieder ausgeglichen ist. Da in diesem Markt die freie Konkurrenz spielt, ist es gänzlich irrelevant, ob die Nachfragefunktion der Frauen höher liegt als diejenige der Männer.
        Bei anderen Produkten ist das aber offenbar der Fall: Die Zahlungsbereitschaft der Frauen ist höher. Entweder haben sie wirklich mehr Geld zur Verfügung, oder aber – hier können wir doch das Patriarchat anklagen – Frauen sind so von Männern abhängig, dass sie in Schönheit investieren müssen, um an die männlichen Honigtöpfe heranzukommen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Danke 13. Ich schätze es, dass Sie sich immer bemüht zeigen, sich einer Diskussion zu stellen.

        Für mich ist die Frage nach der Lösung, die wichtigste. Und manchmal wird klar, dass es so einfach keine Lösung gibt.
        Eine (positive!) Transformation der Gesellschaft ist nur möglich, wenn wir nicht vorschnell falsche Lösungswege beschreiten. Sonst drehen wir uns nur im Kreis.

        Ich empfinde das der Kampf gegen patriarchalische Mechanismen aus einer falschen Perspektive geführt wird. Man versucht das männliche und das weibliche zu leugnen, dabei wäre es wichtig, es zu anerkennen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln im Sinne des Yin und Yang.
        Das Positive im männlichen und weiblichen entdecken und in richtiger Polarität und Balance integrieren.

    • Blödes Rasierklingen-Argument sagt:

      Rasierklingen für Rasierhobel kosten zwischen 50 und 70 Rappen pro Stück und müssen nicht nach 4 bis spätestens acht Stunden gewechselt werden.
      Wer der Werbung glaubt, braucht natürlich einen Plastikrasierer mit fünf oder sechs Klingen…
      Ausserdem brauchen auch Frauen Rasierklingen, hab aber noch nie einen Kerl mit Tampon gesehen

  • Werner sagt:

    Verteilt Schottland und Neuseeland diese Dinger auch an Schülerinnen oder nur an Schüler?

    • Blog-Redaktion sagt:

      Guter Punkt, danke 🙂 Passen wir natürlich gleich an.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Aber einfach Schülerinnen schreiben? Was ist mit diesen Menschen, die zwar menstruieren, aber sich nicht als Frau fühlen….
        Werden die so nicht noch mehr diskriminiert, wenn sie jetzt einfach so als „in“ spezifiziert werden?
        Darüber müsste man doch bei diesen neuen Sprachregelungen auch mal nachdenken! Wenn schon, denn schon!

        (ABER dass Sie bei diesem Thema(!) „Schüler“ geschrieben haben, straft ja alle Lügen, die behaupten unter „Schüler“ würde man männliche Schüler verstehen…. Nein tut man nicht. Tat man nie. Und nicht einmal heute tut man es. Obwohl es uns anerzogen wird! – Denken Sie mal darüber nach.)

  • Hans-Jürg sagt:

    SVP Nationalrat Sebastian Frehner ärgert sich über steuerfreie Tampons (https://www.nau.ch/news/schweiz/svp-nationalrat-argert-sich-uber-steuerfreie-tampons-65487034).

    Und ich ärgere mich über solche „Volks“vertreter.

    Es stört ihn, dass Rasierschaum dann höher besteuert würde, als Hygieneartikel. Dabei sollte er vorsichtig sein, denn Viagra wird auch tiefer besteuert. Und dass kommt eindeutig Männer zugute und nicht Frauen.

    Und Kaviar gilt als Lebensmittel und hat auch einen tieferen Steuersatz. Klar, für Leute wie Frehner und Co. und die Reichenpartei SVP ist Kaviar natürlich ein lebenswichtiges Gut.

    • Thomas Baumann sagt:

      Was für ein veralteter Link: Sebastian Frehner würde schon vor acht (!) Monaten als Nationalrat abgewählt.
      Dennoch ist der Link aufschlussreich. Denn die Forderung nach MWSt-Befreiung stammt ursprünglich aus Deutschland. Und dort ist das MWSt-Wesen tatsächlich etwas anders organisiert. Ich würde z.B. wetten, dass in der Schweiz Schnittblumen zu 7.7% besteuert werden. Und der Normalsatz der CH-MWSt ist NICHT der Satz für „Luxusgüter“. Wie kann man nur so einen Unsinn schreiben? Der NAU-Artikel stammt offensichtlich copy-paste aus deutschen Quellen.
      Das Problem mit der Forderung nach dem tieferen MWSt-Satz für Binden ist, dass er in Deutschland noch Sinn ergibt, nicht jedoch in der Schweiz, wo selbst alles Lebensnotwendige, das nicht essbar ist, zu 7.7% besteuert wird.

      • tststs sagt:

        „Bestimmte Leistungen des menschlichen Grundbedarfs sind lediglich zum reduzierten, gewisse des Hotelgewerbes zu einem Sondersatz zu versteuern“

      • Thomas Baumann sagt:

        Ich sage Ihnen, dass alles Lebensnotwendige, das nicht essbar ist, zu 7.7% besteuert wird. Wie oft muss ich das noch wiederholen? Zahnpasta, Toilettenpapier: Alles zu 7.7%. Können Sie auf jedem Kassenbeleg nachlesen. In Deutschland wird Toilettenpapier offenbar mit einem tieferen Satz besteuert als Binden/Tampons. Dass das nicht geht, sehe ich ein. Aber in der Schweiz gibt es keine Ungleichbehandlung. Aber natürlich lautet das feministische Credo, dass Frauen immer benachteiligt würden, selbst wenn es mit der Realität nicht übereinstimmt. Wundert sich dann jemand, wenn man Feministen nicht mehr ernst nimmt? Man kann die Realität nicht verbiegen, bloss damit sie uns ideologische Schema passt.

      • 13 sagt:

        @ Thomas
        Die Wette mit den Schnittblumen würden Sie m.W. verlieren. Aber es ist natürlich schon absurd, beim reduzierten Satz zu schreiben, er sei für „notwendige Güter des täglichen Bedarfs“ und dann Tampons und WC-Papier nicht als das zu verstehen. Es steht eben nirgend, der Satz wäre nur für Lebensmittel. Wäre es so, würde sich niemand beklagen.

        Was am Votum von S. Frehner ist die Argumentation, dass Frauen bevorzugt werden, weil „Herrenprodukte“ wie Deo, Rasierschaum und Feuchtigkeitscreme für die Arbeit gebraucht wird und nicht privilegiert wird. Daraus kann ich nur lesen, dass Frauen angeblich nicht arbeiten gehen und daher nichts dieser „Herrenprodukte“ brauchen.

      • Thomas Baumann sagt:

        Folgen Sie dem Link zur ESTV von Sportpapi. Sie werden sehen, dass für Ottilie Normalverbraucherin nur Lebensmittel (und Medikamentente) zu 2.5% besteuert werden. Blumen sind da nicht drin.
        Ich unterstelle Ihnen persönlich keinen Absicht: aber hier wird mit „Fake News“ feministische Politik gemacht. Muss das denn unbedingt sein?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Deine Interpretation ist wieder einmal sehr weit hergeholt. Nichts dergleichen findet sich in diesem Link. Frehner meldet zu recht, es sei keine „Frauendiskriminierung“ zu beseitigen, sondern wenn schon alle Hygieneprodukte zu verbilligen.
        „Denn: «Klar, Frauen brauchen diese Artikel. Aber in vielen Berufen muss man sich täglich rasieren. Man muss Deo benutzen oder Cremes gegen trockene Hände. Das fordert die Gesellschaft.»“ Nirgendwo steht, dass dies für Frauen nicht gilt, dass es sich um „Herrenprodukte“ handeln soll oder gar dass Frauen nicht arbeiten.

      • Nala sagt:

        Falsch Thomas, Schnittblumen sind zu 2,5% besteuert. Wenn sie allerdings in und mit einer Vase verkauft werden zu 7,7%, ausser das Verhältnis Blumen zu Vase ist irgendwie glaub 70:30 dann wieder nur 2,5% – es ist kompliziert 😉

        Aber einfach mal grundsätzlich Schnittblumen sind gem. Art. 25 Abs. 2 MWSTG zu 2,5%.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Sorry, wenn man es so versteht wie du, ist sein Argument ja noch absurder:
        Produkt A: wird nur von Frauen benutzt -> Frauen bezahlen 2,5% MWSt, Männer 0
        Produkt B: brauchen alle -> alle bezahlen 7,7%
        Wo ist das die Frauenbevorteilung, von der er spricht? Sie zahln ja dann allgemein trotzdem noch mehr…

      • Thomas Baumann sagt:

        @Nala: Ja, die Blumenläden haben es geschafft, dieses Privileg für sich herauszuholen. Und da Blumenverkäuferin vor allem ein weiblicher Job ist, gibt es dank dieser Subventionierung einige mehr davon. Quasi eine Privilegierung der Frauenwelt (ein schlecht bezahlter Job ist immer noch besser als keiner).
        @13: Produkt C: Wird nur von Männern benutzt – Satz von 7.7.%. Das haben Sie vergessen. Es gibt kein Herausreden: Ein tieferer MWSt.-Satz für Hygieneprodukte für Frauen ist letztlich dikriminierend. Entweder werden alle Hygieneprodukte zu 7.7% oder zu 2.5% besteuert, wobei ich für 7.7% bin, weil ich es sozialpolitisch nicht will, dass eines Tages der Satz für Lebensmittel erhöht wird. Mit Fake News feministische Politik machen zu wollen ist unethisch.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das ist gar nichts absurd. Alle Hygieneartikel werden gleich versteuert, unabhängig vom nutzenden Geschlecht. Er wehrt sich gegen die nicht zu begründende Ausnahme. Und er hat damit ja recht.

      • 13 sagt:

        @ Thomas
        Haben Sie die Vorkommentare gelesen? Es gibt eben kein Produkt C. Alle Produkte, die aufgezählt wurden (Rasiergel, Deo, Feuchtigkeitscreme) brauchen Frauen genauso wie Männer. Welche wären denn Hygieneprodukte ausschliesslich für Männer?

        Wir sprechen also einerseits von Produkten für beide, wo beide gleichviel bezahlen (zumindest gleichviel Steuern, die Produkte selber sind ja oft für Frauen teurer) und Produkte nur für Frauen. Bei denen bezahlen Frauen mehr, unabhängig des Steuersatzes, einfach darum, weil Männer dafür logischerweise nichts bezahlen. Wie das männerdiskriminierend sein kann, ist schlicht völlig unlogisch.

        Aber ich bin mit Ihnen einverstanden, dass notwendige Hygieneprodukte alle den gleichen Satz haben sollten. Makeup und Parfüms sind dann eher Luxus.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ich weiss nicht, ob ich mich unklar ausdrücke oder was los ist. Alle Hygieneprodukte gleich zu besteuern, ist für mich völlig ok.

        Wenn aber ein Produkt, das nun mal nur von einem Teil der Bevölkerung gebraucht wird, günstiger wird, diskriminiert dies aber nicht den Teil der Bevölkerung, die es nicht braucht (und auch kein Ersatzprodukt!) und damit eh keine Kosten dafür hat.
        Ich benötige auch keinen Rollstuhl. Und ob nun ein solcher 1000 oder 10 000 kostet, hat auf meine Rechtsstellung Null Einfluss. Ich werde nicht diskriminiert, wenn er günstiger wird.

      • Sportpapi sagt:

        @13: So kann man das sehen. Also lassen wir doch alle Hygieneartikel beim gleichen Steuersatz, und verzichten auf jegliche Sonderregelungen, die ja eben nicht zu begründen sind.

      • Thomas Baumann sagt:

        Da muss ich wieder Mal ökonomisches Denken vorexerzieren. Wenn der Steuersatz auf einem Gut gesenkt wird, sinken die Steuereinnahmen. Damit steht entweder weniger Geld zur Verfügung. Oder die anderen Steuersätze müss(t)en (äusserst minimal natürlich) erhöht werden, damit die Steuereinnahmen konstant bleiben. Damit müssten Männer und Frauen auf den andren Gütern mehr Steuern bezahlen. Netto nach allem zahlen Männer mehr und Frauen weniger.
        Nehmen wir ein anderes Exempel: Weil die armen Männer ja früher sterben, geben wir ihnen die AHV schon ab 60. Also Frauen ab 64 und Männer ab 60. Es ist offensichtlich, dass das kostet – und bezahlen müssen das die Beitragszahler. Weibliche und männliche Beitragszahler müss(t)en bezahlen, damit ausschliesslich die Männer profitieren.

      • Thomas Baumann sagt:

        Ein Produkt, das nur von Männern benutzt wird: Kondome. Es spricht zwar nichts dagegen, das auch Frauen die kaufen – aber ich habe auch schon Binden gekauft. (Das Gegenargument wäre hier wiederum die Pille und die kostet erst noch mehr als Binden. Wobei Pillen und Kondome ja freiwillig sind.) Vermutlich gibt’s auch noch andere Produkte, ich mag jetzt nicht hirnen. (Frauen werden sicher kein männliches Aftershave auf die Beine schmieren und das von Frauen benutzte Produkt kommt selten auf ein männliches Gesicht.)
        Dann spendieren wir den Frauen alle 3 Jahre 40-50 Franken für eine Menstasse oder die MWSt. davon. Wer Binden will und dafür mehr bezahlt, soll es aus dem eigenen Sack bezahlen.
        Dafür müssen Männer wegen Ihrer Biologie mehr Kalorien zu sich nehmen: Her mit dem Zaster!

      • 13 sagt:

        @ Thomas
        Kondome werden von Männern alleine genutzt? Das mag für homosexuelle Paare gelten, aber sonst? Bei der Pille gibt es ja durchaus Frauen, die diese zur Zyklusregulierung oder wegen der Haut einnehmen, auch ohne sexuell aktiv zu sein, aber Kondome werden wohl in den meisten Fällen von Mann und Frau benutzt.

        Was die ökonomische Abhandlung angeht, ist das grundsätzlich nicht ganz falsch, aber wir sprechen hier immer noch über einen sehr kleinen Betrag, daher stellt sich die Frage, ob das wirklich solche Folgen hätte. Hinzu kommt, dass zumindest die Familien meistens ohnehin eine Kasse haben. Aus dem Grund komme ich nochmals damit, dass die MwSt gar kein dringliches Thema ist, sondern wenn schon die Bereitstellung an öffentlichen Orten.

  • rahel tanner sagt:

    Das ist wohl einer der Gründe, warum Frauen im Alter oft verarmen. Sie werden ihr Leben lang stärker zur Kasse gebeten als Männer und das bei gleichzeitigem geringerem Lohn. Frauen zahlen mehr Krankenkassenbeiträge, höher Auto-Versicherungsprämien und müssen sich auch noch mit heillos überteuerten Hygieneprodukten abfinden. Warum kosten 10 Tampons 5 Franken? Es ist nur Watte. Es wird Zeit, dass diese Ungerechtigkeit endlich aufhört.

    • Martin Frey sagt:

      Frauen zahlen 1/3 an Sozialabgaben ein, beziehen aber 2/3, sie leben länger, arbeiten dafür aber weniger lang. Ich wüsste gerade nicht wo Frauen da „stärker zur Kasse gebeten werden“, Frau Tanner.
      Als Mann sage ich Ihnen zudem, dass entgegen Ihren Angaben eine 32 Packung ob im Coop für 4-5 Franken zu haben ist.
      Wenn Frauen verarmen, beginnt das damit, dass sie sich bei der Berufswahl von allem anderen leiten lassen als vom Wunsch, mal finanziell gesichert und selbsttragend zu sein. Sowie vom Ideal, sich lieber in einer verwirklichenden als ernährenden Rolle zu sehen.
      Wenn dieses Kalkül (?) hat mal nicht aufgeht, ja dann droht die Armutsfalle. Wer ist daran schuld, frage ich Sie?
      Einfach zu fordern „ich möchte dieses und jenes gratis“ ist da einfach ein bisschen schwach.

    • Gerhard Engler sagt:

      In der KK-Grundversicherung sind die Beiträge genau gleich hoch. Und eine Zusatzversicherung ist Luxus. Und bei Vollkasko sind die Prämien bei 20jährigen für Frauen deutlich tiefer als für Männer.

    • Thomas Baumann sagt:

      Verarmen? Mit den grosszügigen Ergänzungsleistungen kann gar niemand verarmen. 1700 Franken im Monat Grundbedarf, Wohnung und Krankenkasse bezahlt, alles steuerfrei und Billag obendrein geschenkt – damit lebt es sich wie im Schlaraffenland. Übrigens: Bei einer AHV-Minimalrente von1160 Franken im Monat (als Rechenbeispiel) und einer Restlebenserwartung von 20 Jahren beim Renteneintrittsalter beträgt die kapitalisierte Summe der ausgezahlten Ergänzungsleistungen und eine halbe Million Franken. EL sind eine sehr grosszügige soziale Hängematte, die wir uns hier in der Schweiz leisten.
      Und ja, rund drei Viertel aller EL-Auszahlungen gehen an Frauen. Mit EL gibt es keine Altersarmut!

  • Gerhard Engler sagt:

    Hier hat jemand das System MWSt nicht verstanden. Es ist NICHT so, dass Lebensnotwendiges einen tieferen Satz hat, sondern Lebensmittel (Esswaren) haben einen tieferen Satz. In der Hotellerie gilt ein MWSt-Satz von 3,7%. Auch das zeigt, dass die MWSt sich nicht danach richtet, ob etwas lebensnotwendig ist.

    • Thomas Baumann sagt:

      Das Problem ist, dass die Forderung quasi 1:1 aus Deutschland importiert wurde. Und dort ist die MWSt-Ausgestaltung tatsächlich etwas anders. Und wer schon für „Gerechtigkeit“ (d.h. das „Gute“) kämpft, ist natürlich von der lästigen Pflicht befreit, sich um so etwas Profanes wie Fakten kümmern zu müssen.

    • tststs sagt:

      Ich ziere von der Homepage des Bundes:
      „Bestimmte Leistungen des menschlichen Grundbedarfs sind lediglich zum reduzierten, gewisse des Hotelgewerbes zu einem Sondersatz zu versteuern.“

      So, und wenn Sie jetzt damit kommen, dass mit „menschlicher Grundbedarf“ nicht gleich „Lebensnotwendiges“ ist… dann weiss ich auch nicht mehr weiter…

      • Thomas Baumann sagt:

        Dann schauen Sie sich bitteschön einmal die Kassenbelege an! Ich habe die genau wegen dieser Tampon-MWSt.-Forderung einmal systematisch gesammelt. Da finden Sie ausschliesslich Lebensmittel zu 2.5% MWSt. Versuchen Sie doch nicht ein Benachteiligung herbeizuphantasieren, wo es gar keine gibt!

      • Nalan sagt:

        En guete Thomas, wenn sie dann die Zeitungen essen, die auch zu 2,5% versteuert werden 😉 Bei Dünger und Pflanzenschutzmittel (auch 2,5%!) sollten Sie aber besser nicht zugreifen, auch wenn sie ausschliesslich Lebensmittel zu 2,5% versteuert sehen.
        https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20081110/index.html#a25 – Diese Liste ist abschliessend. Und ja natürlich korrekt, Klopapier, Deo und Rasierer kosten wie auch Tampon und Binden 7,7% MWST.

  • Vreni sagt:

    Das finde ich jetzt also sehr extrem. Und wann gibt es dann noch die Zahnpasta ?

  • Champedissle sagt:

    Wenn es tatsächlich Leute gibt, die sich die Hygieneartikel nicht leisten können, gibt es soziale Institutionen, das heisst aber nicht, dass Normalsterbliche jetzt kiloweise Tampons kostenlos erhalten, das geht ja zu Lasten der Steuerzahler/innen und kommt nicht vom Lieben Gott.

  • Martin Frey sagt:

    Ueber Armut und seine Definition kann man immer diskutieren, gerade auch in einem internationalen Vergleich. Aber 2-3 Fragen zu meinem Verständnis hätte ich:
    – Ist denn Armut in der Schweiz gleichzusetzen mit Sozialhilfe und deren Ansätzen?
    – Wieviele Mädchen bleiben tatsächlich der obligatorischen Schule monatlich wegen ihrer Periode fern? Und dies nicht wegen PMS sondern weil sie sich die Familie tatsächlich keine Tampons leisten kann?
    – Eine 32-Packung Tampons guter Qualität kostet bei Coop irgendwo zwischen 4 und 5 Franken. Sprich ein halbes Pack Zigaretten. Welchen signifikanten Unterschied soll ein erniedrigter Mwst-Satz hier genau ausmachen?

    • tststs sagt:

      „Welchen signifikanten Unterschied soll ein erniedrigter Mwst-Satz hier genau ausmachen?“

      Meinen Sie jetzt im Portemonnaie oder in der Wahrnehmung?

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        „Meinen Sie jetzt im Portemonnaie oder in der Wahrnehmung?“
        Beides.
        Bezüglich Portemonnaie denke ich, relativiert sich alles wenn man die Zahlen dazu mit der nötigen Nüchternheit betrachtet. Und bezüglich Wahrnehmung sage ich ja immer, dass einem die unbenommen ist. Ich habe mehr Mühe mit den daraus abgeleiteten Schlüssen und Forderungen.
        Einer der schwächeren Beiträge, meines Erachtens.

      • Thomas Baumann sagt:

        Wenn’s nur um die Wahrnehmung geht: Senken wir den MWSt-Satz für Binden und Tampons auf Null und beenden wir die Lohngleichheitsdiskussion ein für allemal. Das wäre doch ein guter symbolischer Kompromiss. Aber vielleicht ist Ihnen die Symbolik letztlich doch nicht so wichtig?

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Beides ist für die Mehrheit absolut irrelevant. Oder wann haben Sie zum letzten Mal festgestellt, welcher Mehrwertsteuersatz bei einem Produkt verwendet wird?

      • Thomas Baumann sagt:

        @Sportpapi: Ich habe extra die Kassenbelege aufbewahrt, um Informationen aus erster Hand zum Thema zu haben. Ohne Scherz! Als die Diskussion vor einem Jahr zum ersten Mal losging. Wollte doch nicht wie ein Chauvinist dastehen, der bloss Behauptungen aufstellt und keine Fakten hat. Habe dann auch gemerkt, dass einige Angaben der Initianten/Aktivisten nicht stimmen, weil sie offenbar 1:1 aus Deutschland übernommen wurden und dort die MWSt etwas anders ausgestaltet ist. Aber das ist denen offenbar egal.

      • Sportpapi sagt:

        @Thomas Baumann: Ich weiss, ich habe vor zwei Wochen Binden gekauft für meine Frau, der Preis ist mir aber nicht geblieben. Und schon gar nicht der Mehrwertsteuersatz.
        Aber ich habe gerade nachgeschaut. Aber sofort setze ich auf Prix Garantie…

      • tststs sagt:

        @MF: Also, bei Portemonnaie bin ich bei der Mehrheit hierdrin: 2.5 oder 7.7 schlägt nicht wahnsinnig zu buche (zumal man sich ja heute – zum günstigeren Preis – einen Jahresvorrat anlegen könnte).

        Bezüglich Wahrnehmung: Tja, dass das Thema „Periode und das ganze Drumrum“ dringend in den Fokus müsste, zeigt sich an diesem wirklich schwachen Beitrag, und an den noch z.T. noch schwächeren Kommentaren 😉

        SP: Ähm, jedes Mal (aber ja, mein Wissen über MwST ist sicher nicht repräsentativ…)? Deshalb, um nicht zu provozieren: Nein. 😉 Und schön, dass Sie das Sprachrohr der Mehrheit sind…

    • 13 sagt:

      Alles richtig, MF. Und darum sage ich, wir sollten über Spender in den schulen sprechen und nicht über 23 Rappen für ein 40er-Pack Tampons oder ca. 2-3 Franken pro Jahr (gerechnet mit o.b. bei der M).

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Aus der „Spenderdiskussion“ habe ich mich rausgehalten, da das für mich nicht der Rede wert wäre. Sprich, ich hätte da null Einwände, weshalb auch? Auch wenn da ab und zu Tampons wegkommen, es werden ja auch Klorollen gestohlen (man glaubt es kaum), so gut wie Desinfektionsmittel. Erbärmlich, aber es ist so. An dem soll es doch nicht scheitern.
        Ich meine, man soll auch hier pragmatisch vorgehen, anstatt dass jede Interessensgruppe wieder eine Sonderlocke für sich beansprucht. Die Mwst. ist gerade dadurch ja bereits jetzt zu kompliziert geworden.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Was ist denn an der MwSt kompliziert? Das verstehe ich nun nicht ganz. Vorliegend hat es ja eh in erster Linie Symbolcharakter.

        Das Problem ist, dass es manchmal laut sein muss, wenn etwas umgesetzt wird. Ansonsten wartet man 100 Jahre darauf. Dass sich jede Interessengruppe für ihre Belange einsetzt, finde ich logisch und nicht verkehrt. Es sind ja auch nicht wirklich Sonderansprüche, wie das oftmals vorgeworfen wird. Im Gegenteil, wenn Artikel, die zur Toilettenhygiene gehören an öffentlichen Toiletten vorhanden sind, so ist es nur logisch, dass das auch für Menstruationsprodukte gilt. Und ja, es gibt wichtigeres, aber auch manche kleine Änderungen sind die Mühe wert.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Ich denke, es gibt in weiten Kreisen einen Konsens darüber, dass die CH mit ihren verschiedenen Ansätzen und über 26 Ausnahmen eine etwas komplizierte MwST-Regelung hat. Schon vor über 15 J. hat man deswegen versucht, eine vereinfachte Mehrwertsteuer im Sinne einer «Flat Tax» anstatt der Mehrwertsteuersätze von 2,5 % , von 3,7 % sowie 7,7 % auf einen einheitlichen Satz im Bereich von 5 bis 6 % festzusetzen. Damit wären mühsame, bürokratische Abgrenzungs- und Abrechnungsproblemen durch ein solches vereinfachtes Steuersystem vom Tisch.
        Nur sind alle solche Vorstösse immer gescheitert, wie auch sonst jeder Versuch für ein vereinfachtes Steuersystem. Einerseits verdienen Zehntausende Leute an dieser Bürokratie, und andererseits ist da eben die erwähnte Klientelbewirtschaftung…

  • Sportpapi sagt:

    Das Thema kommt ja immer wieder, jedes Mal mit viel Polemik, aber wenig harten Fakten. Wie zum Beispiel die Darstellung des Mehrwertsteuersystems der Schweiz mit den unterschiedlichen Tarifen, was wo hin gehört und warum, wer wie betroffen ist, usw.
    Aber auch, um wie viel Geld es tatsächlich geht – 1-2 Franken im Monat?
    Wenn, dann sind bei der Mehrwertsteuer die vielen Sonderregeln und Ausnahmen das Problem, und das wird nicht besser, wenn in ewigen Debatten neue Ausnahmen gefordert werden. Um dann zu merken, dass die Einsparungen den Kunden gar nicht weitergegeben werden.
    Und ernsthaft, weil sie sich keine Binden leisten können, gehen in der Schweiz Mädchen nicht zur Schule?

  • B Suter sagt:

    Und die Männer müssen für ihr Rasierzeug auch einen Luxussteuersatz von sage und schreibe 7.7% MWST bezahlen. Da sie sich das Rasieren nicht mehr leisten können, laufen sie mit Bärten rum und können nicht mehr unter Leute.

  • Thomas Baumann sagt:

    Es ist zwar richtig, dass Kaviar als Lebensmittel gilt und dafür nur mit 2.5% MWSt. belastet wird – immerhin werden beim dazu gehörenden Champagner 7.7% fällig.
    Im Vergleich zu anderen Ländern werden in der Schweiz relativ viele Güter des täglichen Bedarfs mit 7.7% besteuert: Toilettenpapier, Zahnpaste, Kondome usw. Die Binden sind hier keine himmelschreiende Ausnahme.
    Übrigens ist der Satz von 7.7% keine Steuer „für Luxusgüter“, sondern einfach der MWSt.-Normalsatz.
    Firmen machen für Binden viel Werbung – offenbar lässt sich damit ordentlich Geld verdienen. Sollen wir diese Firmen mit einem tieferen Steuersatz tatsächlich subventionieren? (Das Geld wird letztendlich in die Taschen der Firmen fliessen.)
    Dann lieber bedürftigen Frauen pro Monat 2-3 Franken extra auszahlen.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Ja, so wird halt politisiert: Copy Paste and be part of the communitiy.
      Es wird verglichen ohne genau hinzuschauen.
      Anstatt, dass man hinschaut, wo denn in CH die wirklichen Probleme sind, und wo man gegen relevante Leiden etwas unternehmen kann, springt man auf einen globalen Trend und setzt sich in Pose.
      Schön bequem: man muss selbst nicht denken und mit ein paar Klicks und Statements gehört man zu den Guten.
      Aber das ist unsere narzisstische Empörungsgesellschaft, die sich über das Netz immer mehr aufheizt und sich über aufploppende Themen ereifert.

      Also ich gründ jetzt mal ein Komitee, wo ich anprangere dass auf WC Papier eine „Luxussteuer“ erhoben wird! lol

      • Hans Klarer sagt:

        Ja, ich auch für Kleider, Rasierschaum und das Wichtigste für Proletarier – Das Goldkettchen und das Handy.

      • Hans Klarer sagt:

        Ach Thomas
        Wie viel Kavier wird in der Schweiz konsumiert. Mach dich nicht lächerlich! Der Durchschnitt liegt bei 36 Gramm!! Im ganzen Leben versteht sich.
        0.4 Gramm im Jahr!! Wow
        Ein Grandioser Beitrag zur Volksernährung. Es ist fast nicht mehr möglich ein absurderes Argument ins Feld zu führen.

      • tststs sagt:

        „Anstatt, dass man hinschaut, wo denn in CH die wirklichen Probleme sind“
        Ja, bitte RoXY, erklären Sie uns doch, wo die wahren Probleme liegen…

        Ja, meine Periode ist nicht, ich wiederhole: NICHT, weltbewegend.
        Aber alle 4 Woche brauche ich Schmerzmittel im Wert von 10 Franken und Hygieneartikel im Wert von ca. 4 Franken um ein funktionierendes Mitglied dieser Gesellschaft zu sein.
        Ich brauche zum Überleben weder einen tieferen MwST-Satz noch Ihre Anteilnahme. Aber Ihren Hohn können Sie sich sparen; ganz abgesehen davon, dass gerade Ihnen, RoXY so ein Gebaren gar nicht gut steht…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Was für ein Hohn? Wenn Sie wüssten was ich alles zahlen muss, für andere, würden Sie staunen.

        Aber ganz allgmein:
        – chronisch Kranke zahlen wenigstens 2000.- Fr. mehr an Gesundheitskosten mit.
        – Wer mit Missbrauch konfrontiert wird, merkt dass Missbrauchsopfer nicht nur schmählich im Stich gelassen werden, sondern von der Gesellschaft doppelt gestraft werden, weil die ihr Leiden nicht ernst nimmt. Psychischer und emotionaler Missbrauch sind nicht mal ein Thema, läuft unter „nicht relevant“.
        In der Psychiatrie wird alles getan, um den Täter zu stabilisieren (für zig Mio KRK Geldern) doch die Opfer (Angehörige/Kinder) werden nicht mal beachtet.

        Wir haben (bekannte) systemische Missstände, gegen die niemand etwas unternimmt.

      • tststs sagt:

        Welcher Hohn?

        „Anstatt, dass man hinschaut, wo denn in CH die wirklichen Probleme sind“

        Dieser hier!

        Für viele Frauen ist die Periode ein Problem (nicht primär ein finanzielles, aber ein „gesundheitliches“). Und anstatt mich und andere Frauen darin ernstzunehmen (und sogar ein Zückerli zu geben in Form von Gratistampons auf öffentlichen WCs oder einem tieferen Mehrwertsatz), stellen Sie mich als jemanden hin, der Täterschutz betreibt und die Opfer von Gewalt egal sind…

        Sie wissen, ich bin immer dafür systemische Missstände zu benennen und zu bekämpfen. Finde ich jetzt gerade wirklich nicht nett von Ihnen; aber eben, wie letzte Woche geschrieben, es ist Covid-Zeit und wir sind alle etwas dünnhäutig)

      • Reincarnation of XY sagt:

        ist ja schon gut tststs – Sie leiden unter der Ungerechtigkeit der Natur und finden die Gesellschaft könnte das durch ein Zückerli anerkennen – das ist ok, das dürfen Sie meinen. Aber Sie müssen dann auch die Objektivität gelten lassen, dass da Widerspruch zu hören ist, und diesen Widerspruch nicht als mimimi diskreditieren.
        Und Sie sollten auch anerkennen, dass andere noch viel mehr und stärker unter Ungerechtigkeit der Natur leiden und ebenfalls wenig, bis keine Hilfe bekommen und auch MwSt auf (viel teurere) Medikamente bezahlen. Und es deswegen schon auf Befremden stösst, wenn man eine Story aufbläht und politisch aktiv wird um 2.-Fr. MwSt.
        Meine Meinung zu all dem: 09:45.

      • Thomas Baumann sagt:

        Und die andere Hälfte der Menschheit stirbt im Schnitt vier Jahre früher und tststs findet es überhaupt nicht ungerecht. Aber wegen ein paar Rappen ein Theater aufmachen. Und möchte Zueckerli deswegen. Dann hätten die Männer aber eine ganze Zuckerfabrik verdient. Immer nur fördern und gar nicht wahrzunehmen, dass Frauen von der Natur letztlich privilegiert sind.

      • 13 sagt:

        @ Thomas
        In der ständigen Wiederholung von früheren Tod der Männer, frage ich gerne einmal mehr: warum sterben Männer im Schnitt früher? Historisch betrachtet ist das ja ein ziemlich neues Phänomen und zwar nicht nur aufgrund Abnahme der Sterblichkeit bei Geburten. Hat das tatsächlich natürliche Gründe?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Historisch betrachtet? Ich bin sicher, auch 1919 und 1946 hatten Frauen eine (noch) viel höhere Lebenserwartung als Männer.
        Aber sicherlich gibt es dazu auch Gründe wie das Risikoverhalten, aber auch die harte körperliche Arbeit im Freien. Reicht das für ein „Selber schuld“? ODer worauf möchtest du hinaus?

      • Thomas Baumann sagt:

        Grundsätzlich wäre es einfach einmal ein Problem. Im Vergleich zu vielen viel kleineren Problemchen, welche gesellschaftlich thematisiert werden – wie z.B. ein paar Rappen für die MWSt hier – ein sogar deutlich gewichtigeres Problem. Allerdings bin ich der Ansicht, dass der Staat nichts machen sollte: Keine Gesundheitstraining für Männer keine Entschädigungszahlung, Eigenverantwortung der Männer: Sie müssen damit selber fertig werden. Allerdings bin ich auch gegen Lohndiskriminierungskontrollen etc. Wenn ich allerdings sehe, wie von feministischer Seite gefordert und gefordet wird, frage ich mich, ob man auch fordern sollte – z.B. dass Männer 4 Jahre früher AHV erhalten als Frauen.
        Verantwortlich sind m.E. Selbstverschulden, Genetik und med. Fortschritt bei Frauen.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „warum sterben Männer im Schnitt früher? Historisch betrachtet ist das ja ein ziemlich neues Phänomen und zwar nicht nur aufgrund Abnahme der Sterblichkeit bei Geburten. Hat das tatsächlich natürliche Gründe?“

        Dass sich die Lebenserwartung der Frauen drastisch verbesserte, ist primär auf den Erfolg der modernen Geburtshilfe zurückzuführen. In vergangenen Jahrhunderten waren die damals zahlreichen Geburten nicht selten ein Himmelfahrtskommando.
        Dass die Frauen die Männer bei dieser Entwicklung aber hinter sich liessen, hat mehrere Gründe. Sicher das Risikoverhalten bei Männern, zudem die riskanteren Berufe. Aber nicht zuletzt hat das auch medizinische Ursachen, sprich hormonell, sowie genetisch bedingt. Das Doppel-X ist dem vergleichsweise verkümmerten Y-Chromosom überlegen.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Ja, ein Teil liegt am Tod im Kindsbett, meine Information war jedoch, dass das nicht der einzige Faktor ist. Neben der unmittelbaren Gefahr bei einer Geburt zu sterben, die sehr deutlich abnahm (in der Schweiz!), erhöhte halt auch der Umstand, dass die Frauen heute eher nur 1-2 Kinder anstatt 10 bekommen, auch ihre Lebenserwartung.

        Anderes Risikoverhalten, dazu würde ich v.a. auch Lebensstil zählen, und riskantere Berufe (wobei nicht zu vergessen ist, dass die Prostitution eines der gefährlichsten Berufe ist) sind aber nicht naturbedingt. Oder? Welcher Anteil ist dann genetisch? Und ist es nicht so, dass diese Schere der Lebenserwartung immer mehr abnimmt?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Bist Du schon wieder bei der Schuldfrage? Nun, diese habe ich nicht gestellt. Ich wollte auch auf nichts hinaus, sondern stellte die Frage, ob die Gründe natürlich sind. Bei der Jobwahl höre ich ja immer, da gäbe es eine freie Wahl. Gilt das nun nur für Frauen oder auch für Männer? Meine Frage ist: diskutieren wir hier nicht veränderbare (höchstens ausgleichbare) natürliche Komponenten oder gesellschaftliche Strukturen?

        @ Thomas
        Med. Fortschritt bei Frauen? Meinen Sie damit die Geburtshilfe? Weil falls nicht, würde ich eher mal Gender Data Gap googeln….

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Wie ich sagte, es ist nicht nur die Geburt per se sondern selbstredend auch die Anzahl Geburten (und Schwangerschaften) die früher zum Risiko beitrugen. Aber nochmals, die Bedeutung der modernen Geburtshilfe der letzten 100 Jahre kann dabei nicht hoch genug eingeschätzt werden.
        „Nicht naturbedingt“ ist so eine Sache. Männer sind nun mal traditionell in Hochrisikoberufen tätig die noch nie eine Frau machen wollte/durfte/konnte. Historisch zb. auch Kohlebau, Minen uä. Welche Wahl hatten diese Männer?
        Männer haben oft schlechteren Zugang zur medizinischen Versorgung, sie sind pauschal gesehen meist kränker, rennen aber seltener und v.a. zu spät zum Arzt. „Selber schuld?“, kann man so sehen.
        Männer rauchen mehr, trinken mehr, riskieren mehr, das stimmt. Aber die Frauen holen auf.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        /Weibliche Geschlechtshormone zb. sind äusserst protektive Faktoren für Gefässe und Herz. Das ist mit ein Grund, dass zb. Herzinfarkte vor 50 bei Frauen Raritäten sind, mögen sie noch so ungesund leben.
        Genetisch gesehen sind die doppelten X-Chromosomen wie erwähnt eine Absicherung. Diese Homogametie wie man das nennt, ist auch im Tierreich nachgewiesenermassen ein Ueberlebensvorteil. So sind nicht wenige Krankheiten sog. x-chromosomal rezessiv, sprich nur ein X betroffen, was weniger Tragweite hat wenn Du ein zweites X hast.
        Es gibt Krankheiten, die häufiger Männer und solche die häufiger Frauen betreffen. Die Gründe divergieren. Gewisse Nachteile sind bei allem Ignorieren von Warnzeichen und Erkrankungsrisiken durch Männer jedoch naturgegeben, und fallen ins Gewicht.

      • Thomas Baumann sagt:

        Ehrlich gesagt freut es mich, dass die Frauen keine Gebärmaschinen mehr sind und selbstbestimmter leben können. Und wenn ihr eine bessere genetische Grundausstattung als die Männer habt (oder haben solltet), wünsche ich euch sicher keine schlechtere an den Hals – aus purem Neid oder weil ich die Welt so ungerecht finde.
        Und ja, die Schere schliesst sich langsam. Das ist auch gut so.
        Ja, es gibt biologische Unterschiede. Die Frauen haben die Mens, fast kostet und noch schlimmer sind wohl die Schmerzen. Dafür habt ihr eine stabilere Biologie und lebt länger (ganz aufholen dürfte für die Männer schwierig werden) und für’s Essen müsst ihr auch weniger bezahlen, weil ihr weniger Kalorien braucht. Aber für jeden Nachteil fordert ihr Kompensation, für die Vorteile wollt ihr nicht zahlen.

      • Thomas Baumann sagt:

        Ich meine z.B. Krebs. Ich bin nicht vom medizinischen Fach, aber bei Brustkrebs hat man, glaube ich, schon beträchtliche Fortschritte gemacht.

      • Thomas Baumann sagt:

        Bei der Geburt ist der Unterschied in der Lebenserwartung rund vier Jahre, im Alter von 65 immer noch rund 3 Jahre. Also entweder haben sich die Männer vor 65 so verausgaben, dass sie schneller sterben oder ihre Biologie hat einfach ein schnelleres Ablaufdatum. Ich tippe auf letzteres. Sollte ersteres der Fall sein, würden sich daraus auch ganz neue Perspektiven (Rechtfertigung?) auf den Gender-Pay-Gap ergeben. Das wäre also ein durchaus zweischneidiges Schwert. Sicher haben die Männer mit 65 auch psychisch eher Mühe aus dem Berufsleben auszuscheiden, aber gleich drei Lebensjahre macht das wohl nicht aus. Sonst würden sich auch das ganz neue Perspektiven ergeben.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Solange in jeder Lohndiskussion davon gesprochen wird, dass Frauen selbst schuld sind, dass sie typische Frauenberufe wählen und weniger verdienen, lasse ich das hier auch nicht gelten. Du wirst aber wissen, dass ich nicht der Ansicht bin, dass wirklich eine freie Wahl besteht, weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Wieviele Männer in der Schweiz (geschweige denn Schweizer) wirklich heute Hochrisikoberufe ausüben, wäre wohl die interessantere Frage.
        Ansonsten: Danke für den medizinischen Überblick. Sehr spannend, wobei ich gerade beim schlechteren Zugang zur medizinischen Versorgung etwas zögere. Frauen haben seltener Herzinfarkte, das stimmt. Haben sie einen, wird er aber später diagnostiziert. Die Medizin war ja bisher nicht wirklich sehr frauenfreundlich.

      • 13 sagt:

        @ Thomas
        Das verstehe ich nun nicht ganz: Was genau zahlen Frauen denn nicht mit? Resp. wollen sie nicht mitzahlen? Selbstverständlich relativ zu den viel tieferen Löhnen, die Frauen haben. Und ich rede jetzt nicht einfach nur vom GPG, sondern ganz allgemein der Tatsache, dass Frauen seltener hohe Positionen haben und im Allgemeinen eine tieferes Pensum arbeiten, da sie mehr unbezahlte Arbeit übernehmen, gerade diese würde ja wegfallen, wenn Frauen mehr Lohnarbeit leisten würden. Und wer würde sie dann machen? Und wer dafür bezahlen?

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Schlechteren Zugang“ bedeutet ja nicht, dass einem etwas verwehrt ist. Genauso wie es einer Frau nicht verwehrt ist, an der ETH Physik zu studieren, ist es einem Mann nicht verwehrt, sich bei Unwohlsein und Herzschmerz unverzüglich ärztliche Hilfe zu holen. Schlechterer Zugang bedeutet auch mangelde Sensibilisierung und Sozialisierung, fehlende Selbstwahrnehmung und schlechtes Körpergefühl bis hin zu den Dingen, die Du wohl als „toxisch männlich“ bezeichnen würdest („kennt keinen Schmerz“uä).
        Nein, ein Mann der vor 100 Jahren im Ruhrpott aufwuchs, hatte faktisch keine Wahl, zumindest nicht weniger als viele Prostituierte, nur um Dein Bsp. aufzunehmen.
        Hochrisikoberufe gibt es nach wie vor auch in der CH reihenweise, auch wenn selten durch Schweizer ausgeführt, das stimmt.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Dass bei Frauen Herzinfarkte leider immer noch ab und zu verpasst oder zu spät erkannt werden, hat aber nicht zuletzt auch mit den Frauen selber zu tun. Denn nicht nur manifestieren Herzinfarkte sich nicht selten anders (was ein Arzt wissen muss), der Punkt ist, die Frauen glauben oft selber auch gar nicht daran dass sie einen haben könnten, sowie sie es kaum fassen können, wenn nach 50 Jahren Kampf mit tiefem Blutdruck dieser nun doch ansteigt. Meist geben sie allem anderen die Schuld, nur nicht dem, was vorliegt. Bias, mein Lieblingsthema ;-). Was wiederum eine Gemeinsamkeit mit den Männern darstellt („Zugang“), die in solchen Sachen auch eine irreführende Selbstwahrnehmung haben. Schlechter oder gar böser Wille bei den Medizinern ist iaR weniger das Problem dabei.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das sind jetzt interessante Ursache-Wirkungszusammenhänge. Du sagst also, Frauen arbeiten teilzeit, weil sie mehr unbezahlte Arbeit leisten. Ich glaube, sie können sich Teilzeitarbeit leisten und dafür sinnstiftende unbezahlte Arbeit übernehmen, weil sie finanziell abgesichert sind. Ist ja nicht so, dass all diese Gratis arbeitenden Frauen kein Geld zur Verfügung hätten.
        Aber klar, wenn niemand mehr freiwillig/ehrenamtlich arbeiten würde, würde einiges wegfallen, anderes würde teu(r)er.

      • Thomas Baumann sagt:

        Es gibt biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Frauen haben die Periode und das kostet, Männer haben dafür einen grösseren Körper und benötigen dafür mehr Nahrungszufuhr, was ebenfalls kostet. Wenn jetzt wegen der Binden ein Büro aufgemacht wird, könnte ich doch auch eins wegen der Nahrung aufmachen – Männer haben eben auch männerspezifische Bedürfnisse.
        Ergebnis- und Chancengerechtigkeit: Beim Lohn geht man mit den Lohnkontrollen Richtung Geschlechter-Ergebnisgerechtigkeit, bei der AHV aber nicht. Da herrscht noch die pure sozialdarwinistische Chancengerechtigkeit: Alle haben die Chance ab 65 (bzw. 64) zu beziehen, wenn das einige Geschlecht vier Jahre länger kriegt, hat das andere Geschlecht halt Pech gehabt. Einmal Chancen-, einmal Ergebnisgerechtigkeit = unfair.

  • Leo Schmidli sagt:

    „Wie oft es in der Schweiz vorkommt, dass Mädchen aus ärmeren Familien während ihrer Periode notgedrungen der Schule fernbleiben, dazu gibt es übrigens keine Zahlen. Aber die Vermutung liegt nahe, dass dies auch hierzulande vorkommt.“
    Mit anderen Worten: Ich habe keine Ahnung und mir nicht die Mühe gemacht zu recherchieren. Aber ich lege meine Meinung als Massstab zu Grunde, weil meine Meinung die richtige ist.

    • Tom Schott sagt:

      doch, um schreiben zu können, dass es keine zahlen gibt, muss man recherchiert haben. und wenn es dann keine zahlen gibt, kann man nicht einfach welche erfinden. genau das wäre haltloses verbreiten einer eigenen meinung.

      • Sportpapi sagt:

        @Tom Schott: Mit irgendwelchen Dunkelzimmern zu argumentieren hat aber auch System. Nein, die Vermutung liegt nicht nahe, sondern ist ziemlich weit her geholt, für die Schweiz.
        Abgesehen davon: Was machen denn diese Mädchen in der Zeit zu Hause? Frei bluten?

  • Seeländer sagt:

    Weil sie sich die Tampons nicht leisten können, bleiben junge Schülerinnen zuhause, und was machen sie dort?
    Mit dem iphone rumchatten…
    Finde den Fehler.
    Tipp: es hat mit prioritäten zu tun…

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