Das Beste an Elternsex

Vertrautheit, Codes und klare Ansagen: Unser Autor sagt, was Sex zwischen Eltern so spannend macht.

Alles kann, nichts muss: Langzeitpartner wissen genau, was der andere mag – oder eben nicht.  Foto: iStock

Eigentlich war dieser Text bis vor kurzem nur ein Satz, der fett gedruckt in meinem Hirn erschien: Das Beste an Elternsex ist, dass er überhaupt stattfindet. Entgegen allen Widrigkeiten meiner Lebenskomplizin und mir (vier Kinder, Stress, Arbeit, vier Kinder, Müdigkeit, vier Kinder, Corona und vier Kinder natürlich) miteinander im Bett zu landen, ohne dass sofort jemand beim ersten Matratzenkontakt einschläft.

Denn wie gesagt: Die Voraussetzungen dafür, dass man in einer mehrjährigen Beziehung mit Verantwortung für Kinder, Alltag und Job überhaupt Lust aufeinander hat, sind nicht gerade die besten. Die Chancen, dass das gleichzeitig passiert und realisierbar ist, stehen ungefähr so realistisch wie «… und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende». Also ist Elternsex schon ein Wunder an sich. Sich zu begehren, Intimität zu suchen, Gefallen an dem anderen zu finden – das ist zwischen Steuererklärung, Corona-Sorgen, Arbeitsbelastung, Schlafmangel, Wäschebergen und halb vollen Müeslischalen keine Selbstverständlichkeit.

Keine Lust? Egal!

Aber dann dachte ich, dass das Beste an Elternsex auch manchmal die Tatsache ist, dass er nicht stattfinden muss. Also die Beteiligten sich so gut kennen und miteinander verschworen sind, dass sie es dem Gegenüber nicht übelnehmen, wenn er oder sie mit einem endlosen Tag voller stressiger Termine im Rücken und einem Haus voller Kinder lieber auf der Couch mit einer halb aufgegessenen Tafel Schokolade auf der Brust vor einer Serie wegdämmern will.

Und man sich deshalb nicht gleich weniger begehrt und geliebt fühlt, sondern einfach nur die Schokolade wegräumt, den Fernseher ausmacht und die Decke über einen geliebten, sehr erschöpften Menschen ausbreitet, weil man selbst Hunderte Male an genau diesem Punkt war.

Was ist mit dem unvergleichlichen Gefühl, mit jemandem Sex zu haben, ohne den Bauch einziehen zu müssen?

Das Beste an Elternsex scheinen offenbar verschiedene, sogar widersprüchliche Dinge zu sein. Das Beste an Elternsex ist zum Beispiel, wenn man so vertraut miteinander ist, dass man genau weiss, was der oder die andere mag, und man eben nicht wie auf sehr schlechten Sexdates zwischen den Default-Einstellungen hin und her zappt, weil man Nähe sucht, ohne sich je nah gewesen zu sein.

Oder ist das Beste an Elternsex nicht doch die Bereitschaft, sich so fremd zu bleiben, dass man auch nach Jahrzehnten gemeinsamer Sexbiografie neugierig und hungrig aufeinander bleibt? Was ist mit dem unvergleichlichen Gefühl, mit jemandem Sex zu haben, ohne sich ständig der eigenen körperlichen Unzulänglichkeiten bewusst zu sein und den Bauch einziehen zu müssen versus sich für den oder die Liebste nach 30 Jahren ein ganz besonderes Kleidungsstück anzuziehen, um sich ganz neu und aufwendig zu präsentieren?

Geheime Codes und Vorfreuden

Ist das Beste an Elternsex die Fähigkeit, zwischen herumfliegenden Nudelstücken und mehrstimmigem Kindergenöle beim Abendessen am Atmen des anderen hören zu können, dass er oder sie vollkommen untersext ist und sich wünscht, dringend mal wieder ausführlich vernascht zu werden? Oder nicht doch die sorgfältig geplanten Jahrestagswochenendfluchten, bei denen man am frühen Nachmittag Sex in einem Hotelzimmer hat und sich anschliessend fragt, was man mit der vielen verbleibenden Restzeit des Tages machen soll?

Wann immer ich mit anderen Elternpaaren darüber spreche, kommen unterschiedliche Antworten. Eine Freundin erzählte mir, dass für sie das Beste an Elternsex die vielen Codes sind, die sie und ihr Mann sich über die Jahre angewöhnt haben, um auch vor anderen
miteinander darüber kommunizieren zu können, dass jemand Vögelbedarf anmeldet. Weil es ihr gefällt, ihren frisch rasierten Mann zu küssen, freut sie sich besonders darüber, wenn er ihr Knutschbedürfnis an Kleinigkeiten erkennt, sich gerade deshalb rasiert und sie dann ausgiebig küsst.

Für einen Freund hingegen ist der Elternsex dann am besten, wenn er explizit ist. Also wenn es nicht nur die ganzen kleinen Andeutungen, Seufzer, Codewörter und Seitenblicke Richtung Schlafzimmer sind, die beide vom anderen nur allzu gut kennen, sondern wenn man sich die Mühe macht, die Dinge beim Namen zu nennen. Seine Nacktheit im Badezimmer lustvoll zur Kenntnis zu nehmen und zu kommentieren beispielsweise. Oder ihr Kleid mit dem unglaublich tollen Ausschnitt, das sie schon zwei Jahre nicht mehr getragen hat, weil dazu eh nie Gelegenheit ist, Kinder und so.

Egal, was nun genau das Beste an Elternsex ist: Es scheint eine so gute Sache zu sein, dass ich sehr bald mal wieder herausfinden muss, was denn nun genau für diesen Moment, für mich und für uns das Beste an Elternsex ist. Vielleicht ist es ja das: die Vorfreude.

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37 Kommentare zu «Das Beste an Elternsex»

  • Maike sagt:

    Unglaublich was man sich alles für Gedanken um Sex machen kann ! Wir haben zwei Kinder gross gezogen und Sex war während dieser Phase nie ein Problem. Jetzt sind die Kinder aus dem Haus, wir schlafen weiterhin miteinander – alles bene.

  • 13 sagt:

    Ist Elternsex wirklich soviel anders als Nicht-Eltern-Sex? Oder liegt der Unterschied zwischen Sex in einer langjährigen Beziehung und Sex mit jemanden, den man erst gerade kennenlernt? Oder Ist nicht auch das Alter ein Thema? Hätte man ohne Kinder und evtl. ohne Ehe mit ü40 auch mehrmals täglich Sex wie Mitte 20? Keine Ahnung.

    • 13 sagt:

      So oder so, ist jede Lebensphase anders und wenn man sich darauf einlässt, dann kann man sie auch geniessen und trauert nicht lediglich einer anderen nach. Für uns ist es eher ein Ausflug aus dem Familie-Job-Haus-Alltag. Zeit nur für uns. Und zum Feststellen, dass man mit diesem Menschen, nicht einfach zusammen ist, weil man zusammen Kinder hat oder irgendwann vor dem Altar ja sagte, sondern weil man sich immer wieder in diesen verlieben würde, würde man ihn heute treffen. Und so tankt man auch auf für Kinder-Job-Haus-Alltag und sieht eher mal über die Socken auf dem Sofa hinweg.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Sehr schöner Beitrag Herr Pickert, der sich aber nicht nur auf Eltern mit (jüngeren) Kindern bezieht, sondern auf alle langjährigen Beziehungen. Wenn die Neugier aufs Neue versiegt und die buschbrandähnliche Verliebtheit sich in Beständigkeit und Tiefe verwandelt darf man nicht vergessen, sich jeden Tag aufs Neue um den Partner zu bemühen und seine Wertschätzung für diesen auszudrücken. Eine schöne Beziehung wird nie selbstverständlich sein.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Teil 2

      Was Ihre Aussage angeht, dass Gute ist, dass man KEINEN Sex haben muss, bin ich eher skeptisch. Bei uns sind nicht meine Kinder die Sexbremsen, sondern das Arbeitspensum, sowie meine chronischen Schlafstörungen. Unsere Bedenken sind aber, dass bei zu langen Pausen dazwischen unser Sexleben unbemerkt für immer einschlafen könnte. Also haben wir manchmal auch dann Sex, wenn wir eigentlich gar kein Verlangen danach haben und jedes Mal erziehlt es die gewünschte Wirkung, dass der Appetit beim Essen kommt.

      Klar soll Sex kein Zwang sein, aber wenn ich die frustrierten Kommentare von den Untersexten hier lese, komme ich zum Schluss, dass dieses „keinen Sex haben müssen“, zu „NIE mehr Sex haben“ geführt hat, was früher oder später die Trennung zur Folge hat.

  • Michèle Pine sagt:

    Also wir hatten es auch immer wieder lustig, sowohl mit/trotz Klein- und Schulkindern. Wenn auch meistens nur zwei bis drei Mal monatlich.
    Sonntag nachmittag so gegen 17.00 gings locker. Einigermassen ausgeschlafen und entspannt und dank Disney Videokassette garantiert ohne Störung der Kinder.
    „Mami und Papi mached jetzt es Mittagsschlöfli und ihr dörfet chli Video luege“, sorgte jedes Mal für glückliche Kinder…

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Nicht nur die Kinder, hoffentlich…

      Nur, warum hat man nicht einfach abends/nachts Sex, wenn die Kinder schlafen?

    • Maru sagt:

      Immer wieder Sonntags… Sex nach Wochentag und Uhrzeit – derweil allerlei grunzende, krächzende und blödsinnige Lacher aus den Videos schallen. Welch knisternder Sex, welch erotische Höhenflüge!

  • Röschu sagt:

    Der Text ist mMn der verzweifelte Versuch von Herr Pickert sich seine gegenwärtige Lebens- und Sexualsituation schönzureden. Vordergründig geht es um das Beste am „Eltern-Sex“, während gleichzeitig durchschimmert, dass halt der „Vor-Eltern-Sex“ letzlich doch besser war.
    .
    „Aber dann dachte ich, dass das Beste an Elternsex auch manchmal die Tatsache ist, dass er nicht stattfinden muss.“
    Spätestens wenn das Beste am Sex mit der Ehefrau ist, dass dieser gar nicht stattfindet, würde ich mir ernstlich Gedanken machen.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Was hab ich gesagt?
    in den Kommentaren sieht man genau die 2 Sorten Leute:

    – die Verbiesterten, die sagen: „Was ich nicht hinkriegte/bei mir nicht funktionierte, ist menschlich unmöglich. Jeder der was anderes sagt, hat keine Ahnung und ist zu bemitleiden.“

    – diejenigen, die einfach mit ihrem Leben beweisen, dass die Erfahrung der Verbiesterten überhaupt nicht eine Regel für die ganze Menschheit sein muss, sondern dass es tatsächlich auch anders geht.

    Frage: Warum hat es Sorte 1 nötig, ihre eigene (negativ)Erfahrung stets als „unumstössliches Naturgesetz“ darzustellen?

    Die Antwort darauf ist relativ einfach.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Natürlich ist die Antwort einfach: weil Sorte 1 es unerträglich finden, dass andere nicht wie sie versagen und somit Sorte 2 als unglaubwürdig hinstellen müssen, um selber nicht als Versager dazustehen.

    • Peter Heiniger sagt:

      Studien beweisen, dass Eltern von vier Kindern meistens häufiger Sex haben als kinderlose Paare, da sie normalerweise aus einer höheren sozialen Schicht stammen und sich daher eine entsprechende Hilfskraft finanziell leisten können, welche ihnen die „Kinderarbeit“ abnimmt.

      • Fred sagt:

        Nee, da sind Ursache und Wirkung vertauscht.
        Eltern, die öfter Sex haben, haben auch eher vier Kinder.

      • P Glotz sagt:

        Die entsprechende Hilfskraft war dann da, wenn beide Eltern arbeiten durften und nicht am Abend damit wir Sex haben können….
        Träumen sie weiter von den Begüterten, denen alles leichter fällt.

    • Poison Ivy sagt:

      Sie haben die dritte Gruppe vergessen (und die grösste hier im Forum): diejenigen der penetranten Welt-Erklärer, die überall irgendwie Bescheid wissen und die berufen sind, allen dauernd zu erläutern wie die Dinge eigentlich richtig funktionieren: z.B. Erziehung, Beziehung etc.

  • Ludwig Tern sagt:

    Elternsex kommt auf der Wäh-Skala gleich nach Studentensex. Besser man muss daran nicht teilnehmen oder gar darüber schreiben. Warum der Autor anderen solch unerträgliche Schreibe aufdrängen muss ist klar.

    • Lina Peeterbach sagt:

      Also ich finde Elternsex auch nicht wäh (man kann übrigens auch trotz Kindern noch auf seinen Körper achten!) – aber was an Studentensex wäh ist, kann ich wirklich nicht nachvollziehen!? Junge, knackige Körper, Menschen in der Findungs- und Experimentierphase des Lebens: ist das nicht ein einziger feuchter Traum!?

  • Matthias Rubikon sagt:

    Meine persönliche Erfahrung ist, dass nach der Heirat und definitiv nach den Kindern kein Sex mehr stattfindet. So habe ich es erlebt und so haben es die Mehrheit meiner Freunden erlebt (ich behaupte nicht, dass meine Aussage statistisch relevant sei!).
    Vor der Ehe, als Single, hatte ich ein aktives, erfülltes Sexlualleben, ebenso meine Frau. Nach der Ehe und nach dem zweiten Kind hatte wir kein Sex mehr. Sie fand mich nicht mehr attraktiv und ich sie ebenso: es gab einfach keinen Reiz mehr, dazu haben wir (unbewusst?) unsere Körper mit der Zeit vor den Kindern vergliechen und waren dementsprechend enttäuscht. Nach 5 Jahren haben wir uns getrennt und haben inzwschen eine sehr schöne Freundschaft und wieder ein eigenes Sexleben, weil wir uns nicht mehr zueinander verpflichtet fühlen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Matthias Rubikon

      ich freue mich sehr für Ihre Freundschaft, aber dennoch: ein Naturgesetz ist dass zwei nicht aneinandergebundene Boote auseinanderdriften werden, ein nicht gepflegter Garten seinen Etrag einbüssen wird und vieles mehr-
      die mehrheitlich geteilte Erfahrung wird wohl eher dies bestätigen.

      Richtig ist dass es gerade in der sehr anstrengenden Kleinkinderzeit, wo die Kräfte ohnehin schon limitiert sind, Einsatz braucht. Meine Erfahrung, und die vieler welche ich kenne, zeigt dass es sich im Rückblick sehr lohnt drangeblieben zu sein. Ich ziehe ein langes, gewachsenes und glückliches Zusammenleben einer sehr-schönen-Freundschaft vor.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Da kann ich Brunhilde nur zustimmen. Wenn der Gemüsegarten nicht gepflegt wird, gibts keinen Salat und wenn ich alles wuchern lasse, übernehmen Winde das Feld und ersticken alles andere.

        Die Frage ist, ob man faul sein will und die Winden ausreisst, oder ob man sie wuchern lässt und in ein neues Gärtchen zieht. Dumm nur, dass auch im neuen Garten die Winden darauf lauern, dass man nachlässig wird. Auch eine Beziehung mit einem neuen Partner steht und fällt damit, ob und wieviel Mühe man in diese investiert.

      • Maike sagt:

        Was sind den das immer für unsinnige Vergleiche ! Sex und die Pflege eines Gemüsegarten. Und wenn ich dann komme – alles was nicht richtig wächst trotz Pflege wird gnadenlos ausgerissen und durch was Neues ersetzt ? Ehrlich – wieso nicht die Dinge beim Namen nennen ???
        Wenn man sich in einer Beziehung befindet, muss man sich um sich und um seinen Partner kümmern, wenn es weiter harmonisch zu gehen soll. Da brauche ich aber keinen Gemüsegarten dazu.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Maike

        Ganz einfach; eine Beziehung ist/bleibt nicht einfach zufriedenstellend, wenn beide Beteiligten sich nicht um diese kümmern. Genauso wie ein Gemüsegarten, der ohne Pflege keinen Ertrag bringt. Was ist so schwierig daran, den Kontex daraus zu verstehen?

  • Muttis Liebling sagt:

    Nur Wandern ist noch langweiliger als die eigene Frau zu beschlafen. Liebe soll eine Grenzdauer von 5 Jahren haben, sexuelle Attraktivität kommt nie über die Jahresfrist.

    Der grosse Psychologe Sigmund Freud hat 4 Jahre mit glühenden Briefen um seine Frau geworben. Heiraten ging in seinen Kreisen erst, wenn der Bräutigam die notwendigen finanziellen Mittel vorweisen konnte. Ab der Eheschliessung bekam Martha kurz hintereinander 5 Kinder. Nach der Geburt des letzten Mädchens, der später berühmten Anna Freud, kam es zu keiner sexuellen, nicht einmal zu irgend einer Liebesbezeugung. Martha wurde die oberste Hausangestellte in der Berggasse 19, respektvoll, aber lieblos und asexuell behandelt. Das ist keine Ausnahme sondern ein Standard.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Muttis Liebling

      erfreulicherweise können wir den eigenen Blick auch mal auf andere Psychologen ausdehnen und uns durch Zusatzerkenntnis bereichern lassen.
      Da wär unter sehr Vielen ein Juerg Willi mit seinem „was Paare zusammenhält“, oder Henri Guttmann der auf folgendes immer wieder aufmerksam macht: wird beim Paar-ofen nicht regelmässig Holz nachgelegt, resp in die Beziehung investiert, dann muss man sich nicht wundern wenns kritisch wird sobald ein heisses Öfeli vorbeispaziert.

      Nichts erhält sich aus sich selbst heraus, deshalb ist es falsch davon auszugehen dass dieses Szenario ein Naturgesetz sei.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        Gerade die Natur zeigt dass ohne hegen&pflegen der Ernteertrag, und ein für Viele lebensfreundliches-sich-gegenseitig-erhaltendes System, tief ausfällt und sich Wildwuchs breitmacht.

        Und… wandern ist alles andere als langweilig wenn man bereit ist sich darauf einzulassen…

    • Reincarnation of XY sagt:

      Und jetzt?
      Ist Freud DER Mustermensch, nach dem jeder Mensch gestanzt werden muss.
      Er kokste, also müssen wir alle koksen.
      Er war ein Rechthaber, der anders meinende (z.B. Alfred Adler ziemlich mies runterputzte), deshalb ist das der richtige Umgang mit andersmeinenden?
      Er schwängerte seine Frau 5mal und verlor dann sein Interesse, darum ist das genau die richtige Art und Weise, wie man mit Frauen umgeht?
      Inwiefern sollte Freud mehr Modellmensch für die ganze Menschheit sein, als Pickert oder Sie oder ich?
      Nur ein Jünger himmelt eine Person als Modellmensch an. Der Vernünftige hat keine „Vorbilder“, sondern er lernt einfach von allen.

      ML – ihre Argumente sind manchmal an
      Dürftigkeit kaum zu überbieten.

      • Muttis Liebling sagt:

        Freud war das Modell des Neurotikers, deshalb konnte er die Psychoanalyse introspektiv entwickeln. Als Mensch war er aus heutiger Sicht ein Versager. Er war ebenso wenig Vorbild, wie jeder andere je gelebt habende Mensch ein Vorbild war oder ist. Vorbilder haben nur einfach gestrickte Menschen.

        Ich betrachte Freud nicht als Prototyp für Liebesbeziehungen oder menschliche Eigenschaften. Das er das gerade nicht war, weiss jeder, der sich mit ihm und seiner Lehre auseinandergesetzt hat. Ich habe nur eine Geschichte erzählt.

        Ich hätte auch Samuel Hahnemann, CG Jung, Arthur Schnitzler, fast jede Biografie die ich ausreichend gut kenne, als Beispiel wählen können. Deren Verhältnis zur Ehefrau war die nämliche. Freud ist nur der Archetyp eines nicht seltenen Beziehungstyps.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @Muttis Liebling

        Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Regelmässigkeit und Vehemenz Sie mit Ihrer Schreibe das bestätigen, was Ihnen Ihre eigenen Kinder vorhalten; nämlich Ihre emontionale Behinderung.

        Verbleiben Sie ruhig weiter in Ihrer kalten, gefühlsosen Welt der Ex DDR-Ideologie, in der Menschen keine Menschen sind, sondern Resourcen, derer Nutzen man sich bedient oder entsorgt, je nach Bedarf, aber lassen Sie uns anderen in ihren harmonischen Beziehung leben. Beziehungen die übrigens nur deswegen harmonisch und liebevoll sind, weil man sich umeinander bemüht. Etwas das halt ein Fremdwort ist für jemanden, der als Nutzniesser einer unterdrückten Nation gelebt hat.

      • Roxy sagt:

        ML na also warum nicht gleich von Anfang so? Geht doch.
        Ein häufiger Archetyp …. man muss nicht von „Versager“ sprechen. Man kann das einfach zur Kenntnis nehmen. Es gibt verschiedene Lebensstile. Es gibt nicht DEN richtigen Lebensstil. Nicht jeder passt zu jedem.

  • Lina Peeterbach sagt:

    Herr Pickert, Sie sind wunderbar! Ihrem Text gibt es nichts hinzuzufügen. Ich glaube Ihre Lebenskomplizin hat grosses Glück – genau wie ich mit meinem Mann 🙂
    Ihnen weiterhin alles Gute und noch viele innige&knusprige Stunden mit Ihrer Frau!

  • Ellynelly sagt:

    Danke für den schönen Artikel!

  • Anh Toàn sagt:

    Elternsex ist am besten, wenn die beteiligten Eltern keine gemeinsamen Kinder haben.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Na, das hört sich aber ziemlich verbiestert an Anh Toin.
      Herr P. scheint da bessere Erfahrungen zu haben als Sie. Für mich hört sich das sehr glaubhaft an, was er hier erzählt.

      Eine Sorte Mensch reagiert immer mit Verbiesterung, wenn sie von Mitmenschen hören, die eine Sache besser hinkriegen, als sie selbst. Die andere Sorte spitzt die Ohren und lässt sich den Horizont erweitern.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Reincarnation of XY

        schliesse mich an

      • Anh Toàn sagt:

        @Roxy: War aber nicht so gemeint, sondern der Versuch zu fragen , was Elternsex ist? Wie unterscheidet sich Elternsex von Sex in langjährigen Beziehungen ohne Kinder?

        Und wer behauptet, 10 Jahre mit dem gleichen Partner sei spannender als immer mal was Neues, findet bei mir keinen Glauben damit, auch wenn ich weiss, dass dies bei manchen so sein kann.

        Hat schon mal jemand ein und geschrieben, einen Film gedreht über das 1435ste Mal mit dem gleichen Partner?

      • Anh Toàn sagt:

        Ist, wenn man nach einem Jahr Beziehung bereits Eltern ist, auch schon Elternsex?

        Letztlich steht das „Eltern“ meines Erachtens hier einzig, weil es der Mamablog ist. Sonst wäre das Thema Sex in Dauerbeziehungen. Dass Sex in Dauerbeziehungen oft ziemlich fad ist, beweist auch der Beitrag hier: Herr Pickert bringt es auf den Punkt mit: „Das Beste an Elternsex ist zum Beispiel, wenn man so vertraut miteinander ist, dass man genau weiss, was der oder die andere mag, „: Am Besten ist onanieren, niemand weiss besser, was ich mag, als ich. Auch damit, dass man sich fremd bleiben müsse, dass man nach Jahrzehnten noch neugierig und hungrig aufeinander sei? Wie soll denn das gehen bitte? Mit nur einmal Sex pro Jahr vielleicht?

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