Wenn der Sinn des Lebens abhandenkommt

Ist die Midlife-Crisis bloss ein Luxusproblem – oder doch ein ernsthafter Zusammenbruch? Innenschau einer Mutter.

Das ist sie also: Die Midlife-Crisis. Foto: Getty Images

Es wurde Hochzeit gefeiert. Von Freunden. Was mittlerweile selten genug vorkommt. Denn seit ich die Vierzig überschritten habe, sind die Paare um mich herum vor allem damit beschäftigt, nach ihrer verloren gegangenen Leidenschaft zu suchen, die im Alltagssumpf stecken geblieben ist. Irgendwo zwischen Elternschaft, notorischer Überforderung und Geldbeschaffung. Oder sie versuchen ihre Unfähigkeit, miteinander zu reden, mit einem Paartherapeuten aufzuarbeiten.

Manche Paare stecken bereits schon in Phase zwei und erstellen Excel-Tabellen für die Trennungsvereinbarung. Sie füllen Wohnungsmiete, Krankenkassenprämien, Kitakosten und Betreuungszeit in Tabellenkästchen, um eine möglichst faire Lösung für den künftig getrennten Lebensweg zu errechnen. Familienleben in Zahlen – wie ernüchternd.

An diesem Abend aber sollte die Liebe gefeiert werden. Schön. Aber auch ganz schön sinnlos, denke ich, während ich am Champagnerglas nippe. Eine alte Bekannte, die neben mir am Tresen lehnt, sorgt auch nicht gerade für bessere Stimmung: «Wenigstens haben die noch was, woran sie glauben können», sagt sie in trockenem Berndeutsch. «Mein Sinn fürs Leben ist mir gerade gewaltig abhandengekommen.»

Wer bin ich? Was will ich? Und woran glaube ich eigentlich noch?

Das ist sie also: die Midlife-Crisis. Ein Ding, von dem ich immer angenommen habe, dass es nur Männer mit erhöhtem Stirnansatz und Bierbauch betrifft. Männer, wie einst die Freunde meines Vaters, die sich plötzlich die Haare färbten, einen schnittigen Sportflitzer zulegten und ihre Familien wegen einer Dreissigjährigen sitzen liessen. Warum sollte es also Frauen wie mich treffen? Frauen, die in ihrer Lebensmitte stehen und zwei, drei, vier Jahre nach ihrem vierzigsten Geburtstag plötzlich nicht mehr zu sich selber durchdringen. Die eines Morgens aufwachen, nur noch losheulen könnten und sich fragen: Wer bin ich? Was will ich? Und woran glaube ich eigentlich noch?

Dabei habe ich vieles richtiggemacht. Meine Möglichkeiten ausgeschöpft. Checklisten erfüllt. Ich bin Mutter geworden, ohne meinen beruflichen Werdegang zu vernachlässigen. Habe eine gute Ausbildung durchlaufen und Sprachaufenthalte im Ausland gemacht. Ich lege Wert auf gesunde Ernährung, setze unseren Kindern morgens Porridge mit Chiasamen vor die Nase und lasse mir Gemüsekörbe von lokalen Bauern nach Hause liefern. In meiner Freizeit grabe ich im Garten, übe mich in Yogaposen und töpfere Rakuschüsseln.

Ich bin angekommen. In einem Leben, das ich mir mit Anfang dreissig nicht anders ausgemalt hätte. Ich lebe urban, aber dennoch familienfreundlich. An meiner Seite weiss ich einen Mann, der so gar nichts mehr mit der Generation unserer Väter zu tun hat. Einen, der sich kümmert und nicht nur Geld nach Hause karrt. Einen Mann, der kranke Kinder bemuttern, kaputte Fahrräder flicken und zuweilen wie Marcella Hazan kochen kann.

Ich habe also den Jackpot geknackt. Wo liegt eigentlich mein Problem? Nicht mehr zu wissen, worauf ich hoffen, träumen, hinarbeiten kann?

Hauptsache, man glaubt

Wahrscheinlich. Denn es ist die Vorhersehbarkeit, die mich mit Leere erfüllt, immer wenn ich über das Leben nachdenke. Dieser Tunnel, der unausweichlich vor mir liegt: Kinder, die heranwachsen und ihrer Wege gehen, Tränensäcke, die der Schwerkraft endgültig nachgeben, und Eltern, die älter und älter werden und damit die Endlichkeit des Lebens in greifbare Nähe rücken lassen.

Klar, es könnte schlimmer sein. Deshalb schäme ich mich auch für meine Midlife-Crisis. Denn primär sollte ich vor allem verdammt dankbar sein! Oder besser gesagt #blessed und #grateful, wie es viele meiner Altersgenossinnen tagtäglich via Instagramposts in die Welt hinausbrüllen. Untermauert von Bildern ihrer hübschen Kinder, blühenden Gärten und Handlettering-Werken.

Sie scheinen an sich zu glauben: Teilnehmende eines Meditationskurses. Foto: Getty Images

Ich bin verdammt neidisch auf diese positive Lebenseinstellung. Wie ich auch neidisch auf alle Mittvierzigerinnen schaue, welche mit der Esoterik Freundschaft geschlossen haben. Die von Glücksgefühlen durchströmt werden, wenn sie singend und händehaltend an Sandstränden sitzen, in Achtsamkeitsseminaren tief in sich hineinatmen oder expressiv im Wald zu schamanischen Trommelrhythmen tanzen. Immerhin scheinen sie wieder zu glauben. Ist ja letztendlich vollkommen egal an was, oder?

Zurück zu meinem jungen Ich?

Der kosmische Weg wird wohl aber kaum je meiner werden. Viel eher noch die Sache mit dem getrimmten Körper. Den Body also diszipliniert hintrainieren, bis er den perfekten Shape erreicht hat – im Fitnessstudio, beim Joggen oder Yoga. Oder im besten Fall in einer Kombination. Mal ehrlich: Haben Frauen in der Mitte ihres Lebens je besser ausgesehen als heutzutage? Schauen Sie hin, Sie finden sie etwa unter #stayfocused oder #dailyworkout.

Unsere Tage sind gezählt. Die Tage, an denen sich Männer nach uns umdrehen werden. So zumindest unsere Vermutung.

Sie kriegen viele Likes für ihre Arbeit. Was ja letztlich auch der Sinn der Sache ist: Die Welt soll Notiz nehmen. Soll sie als attraktive Frauen wahrnehmen und beklatschen. Denn unsere Tage sind gezählt. Die Tage, an denen sich Männer nach uns umdrehen werden. So zumindest unsere Vermutung. Bevor wir also die Fünfzig erreicht haben und uns gänzlich in unsichtbare Wesen verwandeln werden, geben wir körperlich noch mal richtig Vollgas.

Oder ich besinne mich auf meine wilde Seite. Auf die Seite, die einst mein junges Ich bestimmte. Das war zumindest zeitweilen meine Methode, aus der Krise herauszufinden. Die bewusst undisziplinierte Variante. Diese Art von Aktionismus geht allerdings meist mit einer Menge an ungesunden Substanzen einher und endet nicht selten zu später Stunde in irgendwelchen Kellerclubs im Kreise von Fünfundzwanzigjährigen.

Für Menschen, die normalerweise bereits im Januar über die Sommerferienplanung im Familienresort nachdenken, ist das beinahe schon eine Revolution. Aber keine, die langfristig irgendwo hinführt – und letztlich doch sehr an die Klischeetypen mit gefärbten Haaren in Sportflitzern erinnert.

Wie also Sinnhaftigkeit zurückerobern? Was sind Ihre Methoden?

Buchtipps

  • «Midlife-Crisis – Eine philosophische Gebrauchsanweisung» von Kieran Setiya: Klug und humorvoll zugleich. (Erschienen im Insel-Verlag, ca. 28 Franken)
  • «Love and Trouble» von Claire Dederer: Zwischen trostlosem Alltag, Ehe und Muttersein entdeckt die Journalistin, dass das wilde Mädchen von damals noch in ihr steckt. (Erschienen bei Goldmann, ca. 12 Franken)

Die Autorin schreibt anonym.

97 Kommentare zu «Wenn der Sinn des Lebens abhandenkommt»

  • Markus Burkard sagt:

    Hm. So steht`s im Text. „Unsere Tage sind gezählt. Die Tage, an denen sich Männer nach uns umdrehen werden. So zumindest unsere Vermutung.“ Gab es denn jemals eine Zeit, in der sich jemand wegen nicht mehr ganz so jungen Männern umgedreht hat?

    In diesem Satz liegt doch die ganze Absurdität. Das Ziel eines beruflichen Erfolges soll sein, dass sich die Menschen auf der Strasse nach einem umdrehen? Das kann man viel einfacher haben, und jede/r weiss genau wie das geht.

  • Paolo sagt:

    Solange man sich selbst in der Mitte eigener Interessen hat, wird man ewiglich unzufrieden. Sobald man Gott ins Zentrum eigener Leben lässt und man versucht den Nächsten zu lieben, wie sich selbst, erst dann erfährt der Mensch die wahre Freude am Leben. Ich hatte viele Ketten, die mich fesselten. Ohne die Hilfe Jesu, hätte ich es nie geschafft, sie los zu werden. Gebt den Herrn Jesus eine Chance, er klopft an die Tür unseres Herzes, die Entscheidung zu öffnen liegt bei uns allein!

    • andy sagt:

      Leider ist auch Dein Rezept mit religiösen Glauben eine Täuschung Deines selbst. Du glaubst zu Wissen wie die wirkliche Wirklichkeit ist, dabei nimmst Du maximal Deine subjektive Wirklichkeit wahr welche Du Dir in Deinem Hirn zusammen gebastelt hast.

      Das „Göttliche“ sind lediglich menschlich erfundene Werte wie Moral oder Ethik die es in der Natur kaum gibt oder nicht rational beweisbar oder nachvollziehbar sind. Viele Menschen brauchen einen Halt im Ungewissen. Mir persönlich reicht das Urvertrauen in das Wissen, das Schicksal, den Zufall, das Glück und gesunde Menschenkenntnis. Nur die ziellose, sinnlose und sich konstant anpassende Natur (Universum) gibt uns, dir und mir, die nötigen Lebensgrundlagen um von A-Z zu prozessieren.

  • Leonie sagt:

    Danke für den ehrlichen Artikel. In meinem Umfeld (alle Mitte 40) kenne ich mehrere Personen, denen es ähnlich geht.
    Ich selbst habe keine Probleme mit Midlifecrisis. Die Gründe sehe ich für mich vor allem darin:
    – mein Sohn ist 6, ich bin spät Mutter geworden und geniesse jeden Tag mit ihm.
    – ich habe mit 42 meinen Job gekündigt und mich selbstständig gemacht. Der Aufbau meiner 1-Frau-Firma fordert mich täglich aufs Neue heraus. Ich geniesse es.
    – Mein Mann ist seit vielen Jahren psychisch krank und ich muss mich viel alleine kümmern, da er mir nicht helfen kann.
    Das Wort „Langeweile“ kenne ich nur, wenn ich ab und an lange Zugreisen mache, weil ich zu einem Kundentermin muss.
    Offen gesagt: Für eine Midlifecrisis habe ich gar keine Zeit. Vielleicht auch ein Mittel dagegen?

    • Midlifecrisis? kenne ich sagt:

      „Mit 42 den Job gekündigt“, das tönt aber doch schwer nach überwundener Midlifecrisis. Das ist schon fast der Klassiker der weiblichen Midlifecrisis. Während der Jahren rund um Geburt und Kleinkindphase ist es schwierig mit anspruchsvollen Weiterbildung und Karrieresprüngen. Sind die Kids im Kindergarten haben wir wieder Luft zum Atmen, finden, dass kann es noch nicht gewesen sein und erfinden uns nach einer kleineren oder grösseren Krise beruflich neu.

      • Leonie sagt:

        Nun, wenn Sie das meinen. Ich habe meinen Job gekündigt, als ich meinen Sohn gerade geboren hatte. Völlig ohne Krise. Einfach weil ich jetzt meinen Arbeitsalltag so gestalten kann, dass es mit Kind besser passt. Habe es zumindest bislang nie bereut.

  • Sonusfaber sagt:

    MLC mit 45? Und trotz einer erfüllten, sozusagen „erfolgreichen“, jedenfalls von schmerzhaften Entbehrungen verschonten Vergangenheit im Rücken? Bei allem Respekt für das subjektive Empfinden jedes Einzelnen: Dass die Lektüre dieses Textes manche mit viel weniger Lebensglück bescherten Menschen (davon hat es eine Unmenge) irritieren kann, kann ich mühelos nachvollziehen.

  • Cogitoergosum sagt:

    Alles eine Sache der Perspektive – man soll MLC erleben, also MLC ist da. Anstatt mit Erreichtem zufrieden zu sein, seht man sich nach Unerreichtem. Und so geht es weiter. Alles Gute wird von potenziellen Schlecht getoppt. Und dann fragt man sich, was mit einem passiert ist…

  • Hans Minder sagt:

    Der Artikel dreht sich ausnahmslos um das eigene „Ich.“ Dieses „Ich“ ist so vergänglich wie der Nebel in der Morgensonne. Hat das „Ich“ zudem and einem bestimmten Punkt im Leben alles erreicht, kommt die Ernüchterung, dass dieses „Ich“ entgegen aller Erwartungen trotzdem nicht rundum glücklich ist. Wer unermüdlich an der Schaffung einer besseren Welt für seine Mitmenschen arbeitet, ohne sich um sein eigenens „Ich“ zu kümmern, der hat die grösste Chance glücklich zu werden…aber diese Feststellung ist so unpopulär wie ein Stinktier an einer Party. Man überfliege bloss die Schlagzeilen der Illustrierten (oder halt der Influenzer): alles dreht sich um’s „ich“ und wie ich es für mich noch besser machen könnte….es stinkt zum Himmel!

    • andy sagt:

      Das ICH ist unumgänglich, weil es zur Kommunikation und Denken gehört. Hirnforscher fanden tatsächlich nie ein ICH in irgendeinem Hirn. Das selbstlose Sein ist ebenfalls nur Theorie welche praktisch nicht konstant umsetzbar ist. Unsere Denkapparatur wurde zum Wahrnehmen von Materie und allerlei Frequenzen in Zeit und Raum ausgebildet. Dazu drehen wir alle noch ein eigenes Filmli als Regiesseur im eigenen Körper. Die alles auszublenden ergibt zwar geile Trance (Meditieren), ist aber in der Hektomatikwelt draussen nicht wirklich effizient. Absolut selbstlos bist Du nach dem Sterben, denke ich. Glücklich sein ist weit weniger schwer als Du glaubst. Denk Dich glücklich oder zumindest glücklicher.

  • Aurel Vögtli sagt:

    Kein Wunder: Wenn man charakterlich derart labil ist, dass man Influencern auf Instagram und anderen Social-Media-Apps für Idioten folgen muss, wäre ich mit mir selber auch nicht im Reinen.
    Ansonsten aber ein ganz amüsanter Artikel.

  • Pasi sagt:

    Mit 39 Vater geworden… Die nächsten 18 Jahre kommt keine Midlife Crisis.

  • Susan sagt:

    Ein behindertes Kind bekommen. Da ist Ihnen die nächsten mindestens 20 Jahre nicht langweilig, und Sinnkrisen stellen sich gar nicht erst, weil sie genau wissen, was Ihre Lebensaufgabe ist.

    • Olga sagt:

      Ich bin 40, glücklich verheiratet und zwei Töchter – zudem habe ich Krebs im Endstadium. Ich werde nicht 50, wahrscheinlich nicht einmal 45. Meine Töchter sind noch Kinder, Kinder, die aller Wahrscheinlichkeit nach ohne Mutter aufwachsen müssen…
      Das ist meine Lebensrealität! Ich scheiss auf Midlife crisis sondern geniesse jeden Tag!

      • Doris sagt:

        Gratuliere, Olga, Sie sehen das ganz pragmatisch und geniessen trotz düsterer Zukunft das Leben im hier und heute. Das sollten auch alle andern versuchen und das geniessen, was da ist: die Gesundheit nämlich. Ohne die geht es nämlich gar nicht, da kann man noch so stark nach der Selbstverwirklichung streben. Alles Gute, Olga.

  • Sonusfaber sagt:

    Zitat: „Denn unsere Tage sind gezählt. Die Tage, an denen sich Männer nach uns umdrehen werden.“ Ende Zitat und ein Kommentar meinerseits dazu: Die Tage, an denen sich Männer nach Frauen umdrehen, sind so oder so gezählt – #metoo sei Dank! Denn in zwanzig, höchstens fünfzig Jahren wird so was als Übergriff, als Belästigung, wenn nicht gerade als (versuchte) Vergewaltigung bezeichnet werden …

    • Christoph Bögli sagt:

      Ohje, Sie Armer! Es ist ja schon extrem schwierig, zwischen normalen Blicken und gewalttätigen Übergriffen zu unterscheiden..

      • Sonusfaber sagt:

        Herr Böglich, ich selber kann sehr gut unterscheiden, differenzieren. Mehr als sehr gut. Immer mehr Menschen jedoch immer weniger – daher meine Prognose, die mit mir selber, meiner Realität nichts zu tun hat.

      • Waldhütte sagt:

        @ Bögli – Der Kommentar von Sonusfaber setzt genau das vor, was Sie bei ihm/ihr bemängeln: Die Fähigkeit zu unterscheiden. Insofern ist Ihr Kommentar völlig daneben …

    • Corinne sagt:

      Sehr langweilig ihr Kommentar, und komplett am Thema vorbei.

    • Medusa sagt:

      Die pensionierten ,kinderlosen Hobbyblogger ,die sich soo unglaublich wichtig nehmen ,weil ihnen langweilig ist und sie kontinuierlich zuwenig Aufmerksamkeit bekommen , Die mischen solche Blogs auf ,damit man sie wahrnimmt .so traurig .Bei den Kids würde man Aufmerksamkeitsstörung dazu sagen .

  • André sagt:

    Liebe Autorin
    Vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel. Diese Gefühle habe ich auch intensiv erlebt. Nachdem in der Mitte des Lebens viele Ziele erreicht sind, wie Ausbildung, Erfolg im Job, Gründung einer Familie und materieller Wohlstand bleibt automatisch eine gewisse Leere zurück. Ein hilfreicher Ansatz diese Leere zu füllen, war für mich die Beschäftigung mit dem Kern unserer Existenz: dem Sinn des Lebens. Die Suche nach diesem Sinn unternahm ich nicht nur oberflächlich, sondern bis ganz in die Tiefe. Ein guter Start war das schöne Buch, der Sinn des Lebens von Terry Eagleton. Andererseits hat mir auch die Suche nach dem Ich geholfen, nicht dem Instagram-Ich, sondern dem wahren Ich mit all seinen Sonnen- und Schattenseiten. Da half mir das Buch Selbstbewusstsein von Rolf Merkle.

    • Christoph Bögli sagt:

      Achja, der „Sinn des Lebens“. Diese verzweifelte Suche nach etwas, das so nun einmal nicht existiert, freut am Ende nur die Autoren seichter Sachbücher, Sektenführer und Esoteriker, die damit ihre Taschen füllen. Der einfachere, ehrlichere und günstigere Ansatz: einfach den Umstand akzeptieren, dass es so etwas wie einen „Sinn des Lebens“ nicht gibt und auch nicht braucht.

  • andy sagt:

    MLC ist nicht obligatorische Standpunkt Bestimmung. Du weisst was Du schaffen konntest und Du siehst was Du noch schaffen könntest. Gehe nicht zu hart mit Dir ins Gericht. Du bist Mensch und das Leben nach MLC ist schöner als je zuvor. Ich wünsche Dir Kraft um möglichst gelassen Deiner Wirklichkeit zu begegnen und dennoch so viel wie möglich zu Tun was Du alles positiv gestalten kannst.

  • Pretty Bellinda sagt:

    Wenn ich Eure Kommentare hier lese, wird mir einmal mehr bewusst, aus wie vielen armen, kranken Wesen unsere Gesellschaft eigentlich besteht – und – wie einfältig, oberflächlich und auf sich selber bezogen sie zunehmend ist.

  • Medusa sagt:

    less is more….
    zufrieden sein , grad jetzt , in dem Moment, wenn die Sonne dich auf der Nase kitzelt.
    „the Question is not what you look at, but what you see.“
    Henry David Thoreau

  • Miguel de Antoni Y Maura sagt:

    Willkommen im Club! Wie weiter? Ständig nach Selbstoptimierung streben, das Gefühl schleicht sich ein, dass man alle (legalen u./o. ethisch und moralisch vertretbaren) Maßnahmen bereits ausgeschöpft hat? Die latente Angst, man müsse sich doch mal mit dem eigenen Ich beschäftigen? Weg ist das bis dato verhasste „mental overload“. Weg ist der Druck, „Karriere“ zu machen, Familie versorgen etc. Vorbei ist die Zeit, ein weiteres Kind zu zeugen. Weltreise? Neuer Partner? Liposuction? Siehe: alle Maßnahmen durchgespielt. Vielleicht liegt die Antwort im Begriff „Kreation“. Ich kreiere, also bin ich. Für mich war das eine Idee aus dem Raum „Digitale Medien“. Daraus hat sich ein neues Geschäftsmodell entwickelt, von dem nicht nur ich profitiere. Der Haken dabei: Selbstverantwortung zu 100%!

  • Nadja sagt:

    Du sprichst mir so aus dem Herzen, liebe anonyme Schreiberin…am Liebsten würde ich mit dir ein Glas Champagner trinken gehen!

  • Michael sagt:

    „Sie kriegen viele Likes für ihre Arbeit. Was ja letztlich auch der Sinn der Sache ist: Die Welt soll Notiz nehmen. Soll sie als attraktive Frauen wahrnehmen und beklatschen. Denn unsere Tage sind gezählt. Die Tage, an denen sich Männer nach uns umdrehen werden.“ Das spricht doch Bände?!

  • Mitte Vierzig sagt:

    Ihr Artikel spricht wohl vielen Frauen im ähnlichen Alter aus dem Herzen. Und weil wir so perfekt sind, suchen wir den Fehler erstmal bei uns selbst, allenfalls in der Beziehung, sogar beim Partner und machen vielleicht sogar alles noch schlimmer?
    Haben Sie mal an Ihre Hormone gedacht? Die spielen uns nämlich nicht nur während der Jugend und der Schwangerschaft Streiche, sondern kommen auch später noch zum Zuge. Hier wirken auch natürliche Mittel Wunder und plötzlich kommt die Welt wieder ins Lot und es bleiben Kraft und Energie, um den nächsten Schritt zu planen – irgendwas, was Spass macht, herausfordert, sinnstiftend wirkt und das Gefühl gibt, dass da noch ganz viel ist. Die Welt will entdeckt werden, auch mit Mitte Vierzig.

    • Petra Vonlanthen sagt:

      Dann wäre ich sehr interessiert an den natürlichen Mitteln. Was kann in dieser Situation Wunder wirken?

  • Matt sagt:

    Bin zwar ein kinderloser 41 jähriger Mann, aber dieser Text trifft meine aktuelle Gefühlslage ziemlich genau und ich verstehe sie auch nicht.
    Aber danke für diesen Text; Geteiltes Leid, ist halbes Leid;-)

  • Sandra sagt:

    Ein sehr schöner Text! Eine Sinnkrise kann einen immer erwischen. Im Vergleich zum Kampf ums Überleben mag es als Luxusproblem erscheinen, aber deswegen ist es noch lange nicht nichtig. Alles ist relativ.

  • Markus Burkard sagt:

    Zum Thema Sinn fällt mir das Zitat „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ ein. Es stammt aus dem Lied „Beautiful Boy (Darling Boy)“, geschrieben von John Lennon. Dabei zitiert er Henry Miller „leben ist das, was uns zustößt, während wir uns gerade etwas ganz anderes vorgenommen haben“. Mein Senf dazu: Die einen machen sehr früh dicht (verfolgen nur einem exakten Plan, fixe Ziele), die anderen später, andere niemals. (Gring abe u seckle). Ich denke, Menschen denen es gelingt zu planen UND zu improvisieren kommen nicht bei der kleinsten Bodenwelle ins Stolpern und fallen gleich platt auf die Nase, wild mit den Armen rudernd und doch nie das Gleichgewicht findend.

  • Christina sagt:

    Ich habe, ich bin, ich, ich, meine erfolgreiche Weiterbildung, mein erfolgreicher Beruf, meine Kinder, mein Mann. Zugemüllt mit dem eigenen erfolgreichen Privatleben. Es gibt jede Menge zu tun in dieser Welt für andere. Auch schon einmal daran gedacht?

    • andy sagt:

      Was soll Deine Ego Provokation?
      Helfen ja, wenn es nötig ist.
      Das Leben ist insofern einzigartig, dass jedes Individuum sein leben selbst auf dem Stängeli durch tanzen muss, weil niemand sonst Dein Leben leben kann. Hilfe ist also nur sehr bedingt möglich. Zudem fehlt es an Hilfe Organisationen in CH, Europa, etc. kaum. Auch schon mal daran gedacht, wie das Leben und die Welt wirklich funzt?

  • Safster sagt:

    Vielen Dank für diesen Text! Ich bin nicht ganz so perfekt wie Ihr Partner (sogar meine Muffins werden hart), aber ich kann mich mit ihm identifizieren. Ich halte es genau aus dem von Ihnen beschriebenen Grund für eine wahnsinnig interessante Phase. Es geht um etwas. Einerseits haben wir die unglaubliche Leere, die unser fein austariertes System (Job, Familie, Hobbys, Engagement) mit sich bringt, anderseits das unglaubliche Privileg, sich sogar noch mehr Selbstverwirklichung zu wünschen (#whatalife!). Was mir in diesem #Struggle hilft, ist: Trotzdem tanzen in den Kellern, viel Zeit mit Freunden auf dem Sofa, Augen offen halten für unvorhersehbare Situationen, und sich bewusst werden, dass dieses Mass an hochstehender Mediokrität tatsächlich vielleicht menschheitshistorisch einzigartig ist.

  • Maike sagt:

    Das ist doch ein rein hausgemachtes Problem – das der Mensch darüber nachdenken kann, warum er auf der Welt ist und was der Sinn des Lebens ist.
    Ersteres kann man sehr leicht beantorten – man ist auf der Welt, weil Vater und Mutter (in spe) sich mal ganz doll liebgehabt haben.
    Und über zweiteres kann man nachdenken, wenn man sonst nichts zu tun hat.
    Ich lebe so, wie es mir passt und was mir möglich ist. Für mich fand ich es sinnvoll, zwei Töchter auf die Welt zu bringen, sie mit meinem Mann grosszuziehen und sich jetzt an ihrem Leben zu erfreuen. Weiter finden wir es sinnvoll, mit dem Motorrad zu fahren, Venedig, München, Hamburg und Paris zu besuchen, ein gutes Buch lesen, was leckeres kochen, Plastik zu vermeiden,klimaneutral zu leben und die FFF Kids zu unterstützen.

  • Michèle Pine sagt:

    Die Beschreibung Ihrer Lebenswelt, so wie Sie es innerlich wahrnehmen, erinnert an einen Autor, der mit dem Plot seines Romans in eine Sackgasse geraten ist. Ein Roman in welcher er der Hauptprotagonist ist, die ihn umgebenden Personen lediglich dazu da, um seine Geschichte sich selbst und der Welt erzählen zu können.
    Statisten gewissermassen.
    Dazu Kulisse.
    Und diese Eigenpositionierung bringt keine nährenden Lebens-Früchte auf Dauer.
    Sie haben Lebens-Aufgaben und dazu Lebens-Zeit.
    Sie sollen nicht bloss Geschenke für sich selbst basteln.
    Sie haben Aufgaben in Ihrem Leben.
    Wenn Sie diese erkennen und mit Ihrer ganzen Kraft in Angriff nehmen, werden Sie mit innerer Zufriedenheit und tiefem Sinngefühl beschenkt werden.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Das Leben hat keinen Sinn.
    Sinn können wir ihm nur selbst geben.

    Und natürlich sind Sinnfragen immer ein Luxusproblem. Wildtiere kennen nur einen Sinn: „Diesen Tag und diese Nacht überleben“. Nicht verhungern, nicht gefressen werden.
    Bis zur landwirtschaftlichen Revolution lebte der Homo Sapiens ganz ähnlich. Erst mit dem zunehmenden Luxus, dass die Grundbedürfnisse gestillt sind, konnten wir uns mit Sinnfragen auseinandersetzen.
    Also sind solche Krisen auch immer Zeichen unseres Glücks und unseres Wohlstands.
    Der Sinn? Jeden Tag geniessen. Das Leben leben und lieben. Im Hier und Jetzt. Das ist nicht esoterisch, sondern äusserst pragmatisch und realitätsbezogen. Dazu gibt es auch gute Bücher.

    • Reincarnation of XY sagt:

      PS wer auf Insta und co. ständig herausposaunen muss, wie gut drauf er ist. Ist es wahrscheinlich genau nicht, sondern versucht einfach sich selbst zu überzeugen.

      Dann noch was: wenn wir unglücklich sind, obwohl wir alles haben, was wir uns erträumt haben, dann haben wir geglaubt, dass uns diese äusseren Dinge glücklich machen können (Partner, Ernährung, Hobbys, Beruf …) aber das ist eine Illusion. Glück können wir nur in uns selbst finden.

      • Michael sagt:

        Das Glück ist weder ausserhalb des Selbst, noch ist es innerhalb des Selbst. Es ist IDENTISCH mit dem Selbst.

      • andy sagt:

        Glück ist auch ein Gefühl also Denken.
        Wenn Du das Glück nicht mehr findest, dann ändere Dein Denken.

  • Frauke Stokke sagt:

    Ab jetzt wirds spannend. Alles abgehakt. Jetzt kommt vielleicht die Zeit der Dinge, die nie auf der Liste standen.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Solange Sie auf Dinge und Listen fixiert sind, machen Sie immer nach dem gleichen Prinzip weiter. Sie meinen das Glück sei in Dingen und Listen zu finden. Es ist aber nicht.

      Sie müssen das Glück in sich selbst finden.
      Mit diesem Glück werden Sie sich dann vielleicht neuen Dingen zuwenden. Das ist ok. Und kann das Leben äusserst spannend und eben nicht vorhersehbar machen.

    • Michelle sagt:

      Ein Aspekt, der mir fehlt bei den Kommentaren: Die Bedeutung und Wichtigkeit der Familie, damit gemeint Eltern, Geschwister, Cousinen, etc. Also eine Art eigene Gemeinschaft, die uns Halt gibt und „Erdung“, über die Kinder und Ehepartner hinaus. Heute leben viele in der Kleinfamilie als Satellit, in einer zwar hippen urbanen Umgebung, aber weit entfernt von den Wurzeln und den „Seinen“. Lieber Yoga als Rudel, sozusagen, Ich-Bezogenheit statt Gemeinschaftsgefühl.

  • Sonusfaber sagt:

    Ich glaube nicht, dass das Leben einen Sinn hat. Ich würde eher sagen, dass man bisweilen gerne, bisweilen ungerne lebt. Worauf kommt es also an? Meine Meinung dazu aufgrund meiner persönlichen Erfahrung lautet: Wer produktiv ist bzw. sich produktiv fühlt, lebt gerne – die übrigen weniger gerne. Wobei das Adverb „produktiv“ auf allen Ebenen des Seins anwendbar ist: in der Familie, im Beruf, in der Freizeit und so weiter. Produktiv im Sinne von „[Er]schaffen“, „Kreieren“. Solange man kreativ ist, voller Schaffenskraft, lebt man gerne – mit zehn, mit dreissig und auch mit achtzig Jahren. Es gilt also, in sich selbst konstruktive Energien zu aktivieren, Schaffungskraft … ob dies einem gelingt, ist natürlich eine andere Frage.

    • Frank sagt:

      ‚Produktiv sein‘ oder ‚Schaffen‘ kann halt vieles sein und bedeuten.

      Hannah Arendt zbsp. unterscheidet in ihrem Werk Vita Activa (vom tätigen Leben) verschiedene Arten des Handelns, des Tätigseins: a) Arbeiten, b) Herstellen und c) (politisches) Handeln. Die erste und simpelste Art von Tätigkeit ist jene des Arbeitens, und dazu zählt Arendt auch die Fortpflanzung, Reproduktion (selbst Tiere können das). Die anspruchsvollste oder bedeutsamste fürs Mensch-sein dagegen ist jene des (politischen) Handelns, der Kern menschlicher Interaktion und gesellschaftlichen Existierens.

      Wenn ich hierdrin Voten lese, dass Kinder Gebären und Aufziehen das Höchste und Wichtigste sei, was Menschen erreichen können, dann runzle ich schon ein bisschen die Stirn.

      • Anh Toàn sagt:

        Politik ist nicht der Sinn des Lebens, auch nicht Demokratie und Menschenrechte, sie sind Mittel, das leben zu gestalten. Und wenn es keine Kinder gibt, wozu sollte man dann eine Gesellschaft gestalten, also Politik machen?

    • Josef Marti sagt:

      Das ist aber meistens mit zuviel CO2 Ausstoss verbunden.

  • Anna sagt:

    Liebe Autorin! Ich gratuliere Ihnen zu diesem guten Text, in welchem ich mich und viele andere Frauen gut wiedererkenne. Viele Jahre habe ich mich neben meinem anspruchsvollen Job, Hausarbeit und sozialen Kontakten um das Wohlergehen unserer Kinder gekümmert. Dieser sinnstiftende Part fiel mehr und mehr weg. Zuerst war Wehmut da, dann die Suche nach Möglichkeiten diese Lücke zu füllen. Die von Ihnen genannten Wege (Sport, mehr Zeit für Garten und Haus, Wissenserweiterung) habe ich auch eingeschlagen. Neben diesen selbstbezogenen Tätigkeiten habe ich jedoch auch realisiert dass ich mehr Kapazität habe mich sinnvoll in die Gesellschaft einzubringen (mithelfen beim quartierfest, Kinder der Nachbarin hüten, soziales Engagement etc). Vielleicht wäre das auch etwas das Ihnen Erfüllung bringt?

  • markus kohler sagt:

    Jawohl, Luxusproblem. Ich habe meine Mutter im Spital, mein Bruder ist auf der Intensivstation, ich selbst habe eine grosse Operation vor mir, das sind echte Probleme. Für dieses Gejammer von urbanen Girlies habe ich null Verständnis.

    • Sonusfaber sagt:

      Und ich habe null Verständnis dafür, dass man null Verständnis hat für das, was urbane Girlies gerade empfinden – denn Gefühle, Empfindungen sind die Grundlage jedes einzelnen Lebens. Ich finde es schade, dass man sie als Gejammer abtut …

    • Brunhild Steiner sagt:

      … dann sparen Sie sich Ihre kostbare Lebenszeit indem Sie aufs kommentieren verzichten, und noch besser, wenn Sie nach den ersten Zeilen realisieren dass dies nicht wirklich Ihr Thema ist, andere Brennpunkte im Fokus stehen, warum sich dann drin investieren?
      Betroffene als urbane Girlies abwerten wird Ihnen bei Ihren Problemen auch nicht helfen…

      • markus kohler sagt:

        Man kann jede Missempfindung als schlimmes Schicksal interpretieren, aber letztlich gibt es doch ein objektives Mass und nicht bloss das persönliches Empfinden. Die Frauenbewegung hat leider jede Objektivität verdammt, das wird schon bei der Definition vorn Übergriffen evident. Deswegen spreche auch ich von einem Luxusproblem.

      • Brunhild Steiner sagt:

        ehm, Herr markus kohler, Sie verwechseln da etwas oder haben möglicherweise den Fokus zu eng gestellt; nur weil hier eine Frau schreibt heisst doch noch lange nicht dass es Männern nicht ähnlich ergehen könnte?
        Das sind Abschnitte/Phasen des Lebens denen ein grosser Teil der Menschen in unsrer Weltgegend begegnet.
        Manchmal bedeutet Grösse oder Reife auch, sich eingestehen zu können dass bloss weil etwas nicht mein Problem ist, nicht bedeutet dass es kein Problem ist.

    • Carolina sagt:

      Kohler, so sehr ich Sie bedaure, indem Sie die Autorin und andere hier abwerten, beweisen Sie eigentlich nur, dass Sie wahrscheinlich noch sehr viel Sinnsuche vor sich haben. Wie war es denn mit Ihrer Empathie bestellt, bevor Sie in diese Lebenskrisen geraten sind? Haben Sie immer nur mit Abneigung, vielleicht sogar Neid oder Hass auf solche reagiert, die Ihrer Ansicht nach alles falschmachen? Oder ist Ihnen zwischendurch mal der Gedanke gekommen, dass wir alle irgendwann auf uns selber zurückgeworfen werden, dass höchstwahrscheinlich auch die ‚Girlies‘ eines Tages Krisen erleben werden?
      Mein Tipp daher: schauen Sie hinter die Fassade, lassen Sie den Gedanken zu, dass Insta nicht das wirkliche Leben ist, dass wir alle sterblich sind und es keine Rolle spielt, wie schön wir dabei sind.

    • Maike sagt:

      Ich habe lange gebraucht und knabbere immer nch daran – aber das Problemempfinden es ist auch eine Frage des Niveaus.
      Es kann für eine Person ein echtes Problem sein, wenn er – wie Duddley bei Harry Potter – nur 24 statt wie letztes Jahr 28 Geburtstagsgeschenke bekommt.
      Bei Ihnen muss man nicht gross reden, das Sie mit sich und Ihrer Familie ein grosses Problem haben.
      Diese Problemgruppen werden kaum ein gegenseitiges Verständnis aufbringen. Aber muss das denn auch sein ?

  • Sabine sagt:

    „Denn unsere Tage sind gezählt. Die Tage, an denen sich Männer nach uns umdrehen werden.“

    Ich bin überzeugt: Man kriegt, was man gibt (oder gegeben hat).

  • Lorena sagt:

    Die Autorin macht das, was sie glaubt, dass die anderen von ihr erwarten und nicht das, was sie eigentlich selber will. Sie sollte ihr Herz öffnen und sich selber sein. Leider führt gerade Social Media viele Menschen fadegrad in die falsche Richtung. Man schaut andere an und denkt, die sind alle so schön, glücklich und reich. Von all den subtil vermittelten Zwängen, wie man als guter Mensch zu leben und was man zu denken hat, mal ganz abgesehen. Ich habe gelernt, mich selber zu sein. Was die anderen von mir denken, mal abgesehen von meinem Mann und meinen Kindern, ist mir ehrlich gesagt, völlig egal. So lebt es sich freier und glücklicher.

    • Alain Schneider sagt:

      Wenn man lange nur externe Erwartungen erfüllt, und diese dann zurückgehen, kann es passieren, dass man plötzlich vor einer inneren Leere steht. Verzweifelt versucht man dann, sich wieder externe Erwartungen reinzuholen. Dabei würde man sich besser eine Weile abkapseln und wieder selbst entdecken.

  • Rolf Mächler sagt:

    Der Sinn des Lebens besteht darin, den Sinn des Lebens nicht in einer Partnerschaft zw., Mann und Frau zu suchen. Die Beiden passen, trotz biologischer Anziehung zwecks Fortpflanzung, nie und nimmer zusammen. Mit ganz wenigen Ausnahmen. Und alle wollen genau diese Ausnahme sein. Ganz krampfhaft und verzweifelt wird daran gebastelt.

  • Random Guy sagt:

    „Mindestens die Hälfe des Lebens ist nun vorüber, und insgeheim fangen wir an, uns vor dem Jüngling zu schämen, dessen Erwartungen sich nicht erfüllen.“ (M. F.)
    Oft sind „illusions perdues“. Das eigene Leben ist nicht ganz so glamourös, geil, sorgenfrei und chillig geworden, wie man sich das mit 20 vorgestellt hat. Das gibts. Aber dieses Problem ist weder mit Porridge noch Insta zu lösen. Auch nicht mit einem Töff und einer jungen Frau. Da braucht es ein bisschen Introspektion und Selbst-Freundlichkeit.

    • Alain Schneider sagt:

      Der Töff und die junge Frau machen insofern schon Sinn, weil sie wieder den Entdeckertrieb fördern. Ein geistig gesunder Mensch kann kein verplantes Leben führen.

  • Maurice sagt:

    Das Grundproblem hat mit der existentialistischen Grundhaltung zu tun; Wenn es „da draussen“ keinen objektiven Sinn, kein kohärentes System der Interpretation gibt, ich mir meinen Sinn selber geben muss, wenn ich also in meiner Weltanschauung mein Sinn selbst definiere, dann muss dies zwangsläufig in Willkür enden. Die Frage ist nur, ob diese Willkür einen festen Boden schaffen kann, auf dem mein Leben aufgebaut ist, oder ob mein Haus bei leichtem Sturm in sich selbst zusammenfällt.
    Definiere ich mich als Interpretationsprimat, verkommt alles zu einem Voluntarismus; Alles hat seinen Sinn deshalb, weil ich es so oder anders haben WILL. Damit „erschaffe“ ich eine Welt, in der alles möglich sein kann; Ich setzte Potentialität vor Aktualität. Daraus einen Sinn abzuleiten, ist unmöglich.

  • Nicole Vaute sagt:

    Danke, für mich ein schön geschriebener Blog. Mein Tipp? Instagram und FB abschalten oder halt bewusst Social Media freie Tage einplanen(für die Süchtigen..) auch wenn wir wissen, dass dort alles geschönt und übertrieben ist, hinterlässt es doch Spuren (und frisst viel Zeit). Das Leben wird lockerer ohne!

  • Sonnenschein sagt:

    Ein wirklich eindrücklicher Text, der auch mich berührt. Traurig, diese innere Leere, die in der heutigen Gesellschaft vorherrscht. Selbstoptimierung und Kampf gegen das Altern müssen zwangsläufig in Frustration münden, da man ihn ja nicht gewinnen kann. Aber wie erhalten Sie die nötige Dankbarkeit zurück, die Spiritualität, die einem das Gefühl gibt, in einem grösseren Gefüge geborgen zu sein? Ändern Sie die Richtung. Ich arbeite täglich mit unheilbar kranken Menschen, zum Teil mit sehr jungen. Die Gespräche mit ihnen gehen in die Tiefe. Möchten Sie mich einen Tag lang begleiten? Ich glaube, das könnte Ihre Midlifecrisis mildern.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Der Sinn des Lebens ist die Fortpflanzung. Das gebietet die Evolution. Der Sinn eines Säugetiers ist das Finden des eigenen Glücks. Der Sinn des Menschen ist aber das glücklich machen anderer Menschen.
    Midlife-Crises zeigen, dass man momentan keinen der drei Sinne menschlichen Lebens mehr wahrzunehmen vermag. Viele versuchen „gewaltsam“ mindestens einen der drei Sinne in ihr Leben zurück zu bringen. Doch die meisten scheitern, weil sie sich ins Egoistische (Selbstoptimierung, Partnertausch, usw.) flüchten. Sie haben den wahren Sinn eines menschlichen Lebens, andere Menschen glücklich zu machen, nie verstanden.

    • Muttis Liebling sagt:

      Glück ist weder ein anthropologisches Ziel, noch überhaupt notwendig. Erfülltes Leben verzichtet auf subjektive Ziele.

    • Sonusfaber sagt:

      Ich habe keine Kinder gezeugt und trotzdem gerne gelebt – trotz Krisen und so. Auf mich trifft es also nicht zu, dass der Sinn des Lebens die Fortpflanzung ist – überhaupt nicht.

      • Muttis Liebling sagt:

        Der Sinn des Lebens, jeder Sinn, hat nichts Individuelles. Den Sinn des Lebens gibt es auch dann, wenn man den nicht bemerkt.

      • Maruca sagt:

        Geht mir/uns genauso. Wir sind nicht kinderlos, sondern kinderFREI und hätten unser wunderbares Leben niemals gegen ein anderes eintauschen wollen. Und ja, die biologische Uhr (wie sie offenbar oft vernommen wird), ist zwar schon seit vielen Jahren abgelaufen – nur – wie haben sie nie ticken gehört.

  • Blüemlisalp sagt:

    Schöner Artikel.

    Nur: ich finde die Vorhersehbarkeit auch meines Lebens nicht schlimm, im Gegenteil. Ich lebe es ja so wie ich wollte. Und weiss jetzt schon, wie ich dereinst mein Rentnerdasein verbringen werde, sollte ich dies erleben und noch gesund sein.

  • Amira sagt:

    Liebe Autorin

    Fragen Sie sich, was ist Ihnen wirklich wichtig? Was bewegt und berührt sie jenseits von Checklisten über erstrebenswerte Äusserlichkeiten von Yogastunde und Gemüsekorb?

    Wenn Sie sich ehrlich mit dieser Frage nach Ihren Werten audeinandersetzen, schaffen Sie die Grundlage um Ihr Leben in Einklang mit Ihren eigenen Werten zu gestalten und damit die Relevanz und Bedeutung zu finden, die Sie suchen.

    Die Dinge, die Sie nennen scheinen mir vor Allem auf Selbstoptimierung und Anerkennung durch andere zu zielen und wenig auf Ihre eigenen Werte. Instagram zeigt eine Scheinwelt, bei der es primär um Selbstdarstellung geht. Bedeutsame und nährende Erfahrungen werden Sie dort kaum finden.

    • Fred Krüger sagt:

      Ja genau! Man muss beginnen so zu leben, dass man selbst Freude daran hat und nicht irgendwelchen extern gesteuerten Erwartungen entsprechen.

      Eine wichtige Hilfe um mit solchen Fragen klar zu kommen ist: Feeling Good… von Dr. David Burns. Es geht zwar vor allem auch um Depression, die ist aber sehr nahe an der Midlife Crisis dran.

  • Colisa sagt:

    Warum anonym? Ein wunderbar schöner, emotionaler, reifer Text! Gratulation der Autorin.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Den Sinn des Lebens findet man dort, wo die Seele Nahrung erhält. Diesen Ort oder diese Orte (wieder) zu entdecken kann verdammt viel Introspektion erfordern !

  • Anh Toàn sagt:

    Sind die Kinder mal gross, sind wir überflüssig. (Wenn dies nicht die Menschheit an sich bereits ist). Unser Leben hat keinen Sinn mehr, alles strebt nach Fortpflanzung, ist die erledigt, gibt es keinen Sinn mehr.

    • Muttis Liebling sagt:

      So ist es. Deshalb sterben alle Säugertiere nach dem Erwachsenwerden des letzten Wurfes. Dem Menschen täte das auch gut. Aktuell wird viel zu lang gelebt. Das stört die menschliche Kultur ganz gewaltig und muss zurück gebaut werden.

      Die sog. ‚Midlife crisis‘ ist der ideale Zeitpunkt zum Sterben.

      • Sonusfaber sagt:

        Ach so. Dann müssten die, die keine Kinder zeugen (können/wollen), sterben? Dass ich nicht lache.

      • Frauke Stokke sagt:

        Noch nie etwas von der Grossmutter-Hypothese gehört?

      • Maru sagt:

        ML: Hoffentlich nehmen Sie sich das gehörig zu Herzen, wenn’s denn mal so weit ist. Allzu lange kann’s ja wohl nicht mehr dauern, denn ich nehme an, dass Sie nicht mehr jung sind, dies nicht zuletzt deshalb, da Sie doch immerhin schon seit mehreren Jahren hier zugange sind. Überlegen Sie sich also schon heute, das Richtige zu tun, um nicht „viel zu lange“ zu leben und um durch Ihre Existenz nicht noch selber die Zerstörung menschlicher Kultur voranzutreiben.

    • Oil of Olaf sagt:

      Servus Anh Toán

      Dein erwähnter Fortplanzungstrieb ist der zweitwichtigste im Sein.
      Der wichtigste Trieb ist der Überlebenstrieb.

      Leben braucht keinen Sinn.
      Es funzt auch ohne.

      Menschliche Hirne entdeckten auf den Bäumen das Denken und sie an, sie kamen runter und verzogen sich vorerst in die Höhlen.
      Dann kamen die Wahrnehmungsapparateträger auf die Idee einen Speer zu bauen und konnten fortan wilde Tiere relativ bequem aus Distanz erledigen und verspeisen. Erst viel später erkannte man, dass dies als brauchbarer Fortschritt zu werten sei. Seither erfinden auch viele das Rad neu oder behaupten unsinnigen Chabis…

      • Anh Toàn sagt:

        Der Fortpflanzungstrieb ist stärker als der Überlebenstrieb.

      • Doris sagt:

        Anh Toan: Glaub ich nicht. Wenn Sie kurz vor dem Verhungern sind, suchen Sie eher verzweifelt nach etwas Essbarem als im geschwächten Zustand eine Frau für die Fortpflanzung zu suchen. Halbverhungert geht das nicht, da hat man doch auch gar keine Lust, oder?

      • Anh Toàn sagt:

        @Doris: Oh doch, das geht auch halb verhungert:

        Aber vor allem: Nahrungssuche ist einfach in der Natur, selbst blinde Hühner finden Körner weiss der Volksmund, als Fortpflanzung:

        Die Elche lassen sich riesige Geweihe wachsen, die stören bei der Nahrungssuche im Wald, manchmal bleiben die hängen und verrecken elendiglich wegen ihrer blöden Geweihe. Und dann wären da noch die Spinnen, die Lachse, die Schafe welche ihren Nachwuchs sich selbst opfernd vor den Wölfen schützen.

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