Seien Sie empört!

Was Eltern tun sollten, wenn sie Rassismus im Kinderzimmer oder in der Schule begegnen.

Unsere Gesellschaft ist divers – also sollten es die Geschichten, die unsere Kinder lesen, auch sein. Foto: iStock

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zur Lesung einer Geschichte, die in Afrika spielt. Es wird nicht definiert, welches Land in Afrika. In der Erzählung wird Afrika als Dschungel mit wilden, naiven Menschen beschrieben. Die schwarzen Menschen werden von den Weissen gerettet und sie sind – so die Geschichte – sehr dankbar darüber.

Würden Sie weiter zuhören? Oder würden Sie reagieren, weil in dieser Geschichte Vorurteile reproduziert werden, ja gar eine kolonialhafte Darstellung gezeigt wird? Ich empfehle Ihnen: Seien Sie empört! Tun Sie etwas. Gehen Sie aus dem Raum, informieren sie den Veranstalter, sprechen Sie darüber.

Kinder können leider nicht davonlaufen. Sie wissen nicht, was sie hören, wenn sie rassistischen und stereotypen Darstellungen lauschen, wie beispielsweise im Hörbuch «Das feuerrote Nashorn» der weitherum bekannten Kinderheldin Bibi Blocksberg. Bibi fliegt in dieser Folge nach Afrika, nachdem ihr Vater eine Reise «dorthin» gewonnen hat. Wohin in Afrika es genau geht – in welches der 55 Länder des Kontinents –, wird nicht gesagt. Als die weisse Reporterin Karla Kolumna während des Flugs bereits «die Urwaldtrommel dröhnen hört», entgegnet Bibis Mutter, das seien nur die Flugzeugmotoren.

Weisse Retterin, schwarzer Bösewicht

Angekommen im Hotel begegnet ihnen ein schwarzer Junge, der von der Mutter zugleich als «Boy» bezeichnet wird. Er stellt sich als Bubu vor und zeigt Bibi sein Dorf. Die beiden begegnen einem Mann, der in «wilder Verkleidung» auf eine Trommel schlägt und dazu Laute wie «Ula umba bum …» von sich gibt. Es handelt sich um einen berühmten Medizinmann, der versucht, Wasser in den ausgetrockneten Brunnen zu zaubern.

Haarsträubende Klischees: Bibi-Blocksberg-Comic. Bild: PD

Bibi belehrt ihn und zeigt ihm, wie es richtig geht: Ruckzuck füllt sie den Brunnen und wird so zur gefeierten Retterin. Später kürt sie «ihr Volk» sogar zur Urwaldprinzessin und der schwarze Medizinmann wird zum Bösewicht und muss verschwinden.

Zuerst war ich überrascht, dann genervt, als ich dieses Hörstück, das im Jahre 1995 veröffentlicht wurde, hörte. Ist es nicht unangebracht, dass diese Geschichte noch immer im Umlauf ist? Es gäbe doch so viele Möglichkeiten, eine Geschichte, die in einem afrikanischen Land spielt, auf ein andere Art und Weise zu erzählen.

Diversität ist Trumpf

Kinder können den Inhalt einer Hörbuchgeschichte meist noch nicht beurteilen. Es ist Aufgabe von uns Eltern, Lehrerinnen und Bibliothekaren, aufmerksam zuzuhören und kritisch zu sein. Wenn wir Rassismus im Kinderzimmer begegnen, sollten wir den Kindern zeigen, was wir davon halten. Wir sollten begründen, warum diese Geschichten heikel sind, damit sich diese Denkmuster und Vorurteile nicht in den Kinderköpfen festsetzen.

Wir können ihnen erklären, dass dies kein reales Bild ist. Geschichten dieser Art können eine Grundlage bieten, um über Kolonialismus zu reden, über die Herabsetzung von schwarzen Menschen, die als hilfsbedürftig und untertänig dargestellt werden. Wir können mit unseren Kindern Bilder von afrikanischen Städten anschauen, Bilder mit Hochhäusern, Bürogebäuden und Bildungszentren – und dabei erwähnen, dass Afrika ein grosser, vielfältiger Kontinent ist.

Wir sollten unseren Kindern gute Nahrung geben und akkurate Erzählungen suchen. Dazu gehören auch Geschichten, in denen Kinder mit nicht-weisser Hautfarbe in ihrem Alltag gezeigt und als genauso heldenhafte Figuren wie weisse Kinder dargestellt werden. Damit alle Kinder, egal welcher Hautfarbe, verschiedene Vorbilder haben und die heutige Diversität sichtbar wird. Und dies nicht nur bezüglich Hautfarbe.

Also, reagieren Sie, wenn Ihr Kind solche Geschichten nach Hause bringt und – seien Sie empört!

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127 Kommentare zu «Seien Sie empört!»

  • Bernard Egli sagt:

    Je mehr Frauen wie El-Maawi den öffentlichen Diskurs prägen, umso weinerlicher, moralinsaurer und spassbefreit wird der gesellschaftliche Narrativ. Eine Gesellschaft bestehend aus Opfern, professionell Empörten und weiteren Randgruppen. Das Bild mit dem Kopftuchmädchen sagt ja bereits alles aus – wer hat denn Lust auf Zuwanderer mit so einem kranken und mittelalterlichen Weltbild?

  • Mona sagt:

    Unglaublich traurig wie sich die „weiße“ Mehrheit angegriffen fühlt… die Kommentare spiegeln ein mittelalterliches Denken wieder.
    Danke allen die den Rassismus erkennen und durchbrechen wollen.

    • Niklas Meier sagt:

      Traurig, wie Sie, Mona, aus kritischen Antworten, ein „sich angegriffen fühlen“ konstruieren und sich dabei mit dem „traurig“ die moralische, resp. intellektuelle Überlegenheit sichern wollen.
      Ich benutze „Traurig“ in meiner Antwort bewusst.

  • Lorena sagt:

    Was mich empört ist, wenn Schüler mit Migrationshintergrund für die gleiche Leistung besser benotet werden als Schweizer Kinder. Das ist übrigens keine „Verschwörungstheorie“, sondern die offizielle Direktive, gelehrt und eingeimpft an der Pädagogischen Hochschule. Wohl bekommts.

    • Alam sagt:

      Da haben Sie wohl etwas falsch verstanden. Das Gegenteil ist nämlich der Fall: Eine Studie der PH der Fachhochschule Nordwestschweiz von Prof. Markus Neuenschwander fand 2018 heraus, dass Schweizer Lehrer Kinder mit Migrationshintergrund klar diskriminieren.

      • Lorena sagt:

        Die betreffenden Leitlinien für angehende Sekundar- Lehrer sind an der PH vorhanden und können eingesehen werden. Bezichtigen Sie mich bitte nicht Unwahrheiten zu verbreiten, nur weil Ihnen mein Kommentar nicht in den Kram passt. Merci

    • Any Edel sagt:

      Lorena, wo kann ich diese Richtlinen einsehen? Ich habe selber eine Sek-Ausbildung der Ph (Abschluss 2019) und weiss nichts davon. Natürlich können SchülerInnen, für die Deutsch eine Fremdsprache ist, unterstützt werden, aber dies ist meiner Meinung nach nicht das Gleiche, wie das, was sie meinen. Schliesslich werden alle Kinder mit einer Benachteiligung (z.B. LRS) unterstützt.

      • Lorena sagt:

        Titel: Steckbrief zu institutioneller Diskriminierung. Untertitel: Indirekte Diskriminierung durch Gleichbehandlung Ungleicher: Zitat: „Indirekte Diskriminierung durch Gleichbehandlung Ungleicher: Die Normalitätserwartung, die von einer alters- und leistungsmässig möglichst homogenen Regelklasse ausgeht, hat eine für alle gleiche Mitgliedschaftsregelung zur Folge. So werden Kinder mit Migrationshintergrund diskriminiert, weil sie als Zweitsprachlernende denselben Leistungskriterien in der Unterrichtssprache unterworfen sind wie Kinder, die zuhause Deutsch sprechen.“ Zitat Ende. Jegliche Form von Diskriminierung gilt es zu vermeiden etc. etc. (BE S200)

      • Sportpapi sagt:

        @Lorena: Das erinnert mich daran, dass es auch in der Geschlechterfrage häufig als Diskriminierung gilt, wenn man von Frau und Mann das gleiche erwartet.
        Manchmal auch zurecht, oder?

  • Thomas Meier sagt:

    Meines Erachtens ist es wichtig, die Geschichte im Nachhinein mit den Kindern einzuordnen. Wenn die Kinder nicht gerade wirklich klein sind, kann man die genannten Kritikpunkte gut mit ihnen besprechen. Gibt es in Afrika keine normalen Doktoren. Doch aber Medizinmänner auch. Welche Länder gibt es in Afrika. Ist das wirklich alles Dschungel. Haben die nur Trommeln, nein auch Mobiltelefone usw.

    Was ich nicht verstehe, wie kommt jemand auf die Idee, eine Geschichte mit soviel Diskussionpotenzial bei einer Lesung zu bringen. Warum nicht was Harmloses über einen Campingausflug.

  • Papperlapapi sagt:

    Um mich zu empören, fehlt mir die wichtigste Angabe: wie kommt das Kind zum Hörbuch? Leiht es die Schule aus oder ist es gar obligater Teil des Unterrichts, so finde ich es daneben. Wurde es (neben Kaspar und dem Nergermaitli Krambambuli oder Pipi mit ihrem Negerkönigpapa) bei Grossmami bei unseren Kinderbändli oder irgendwo in den Tiefen des Internets gefunden, so ist es Anlass für ein klärendes Gespräch mit dem Kind, wieso diese Inhalte nicht richtig sind und ein falsches Bild zeichnen.
    Ich empöre mich nicht darüber, dass vor 30/40 Jahren solche Inhalte noch als normal erachtet wurden und kein entsprechendes Problembewusstsein bestand. Ich empöre mich hingegen darüber, wenn von der Schule solche Inhalte heute noch verbreitet werden, kann aber nicht recht glauben, dass es das gibt.

  • Félix Vallotton sagt:

    Ich fand das obige Bild zum Artikel sehr schön. Es zeigt, wie Schweizer Kinder friedlich mit anderen Kulturen zusammenleben: Mit einer kleinen Islamistin und einem kleinen Afrikaner. Besonders das Kopftuch des Mädchens hat mir sehr gut gefallen, es ist ganz allgemein richtig, dass Mädchen schon von Kindesbeinen an das Kopftuch tragen und so ihre Religion erfahren. Zudem könnten ihre offenen Haare ja andere Kinder zu unangepasstem Verhalten provozieren. Jeder weiss, dass islamistische, afrikanische und balkanische Kinder eine grosse Bereicherung für die Schweiz sind. Viele Schweizer Eltern ziehen, wenn ihre Kinder ins Schulalter kommen, extra vom Land in die Stadt (bevorzugt nach Schwamendingen oder Winterthur-Töss), damit ihre Kinder in eine multikulti Schule gehen können.

    • Franka sagt:

      Sie wollen mit Ihrem Kommentar wohl witzig sein…

      • Félix Vallotton sagt:

        @Franka
        Leider ist es die Realität. Die traurige Realität. Und Sie wollen mir ja wohl kaum weismachen, sie würden ihre Kinder gerne in eine Schwamendinger Schule schicken. Jenseits aller Ideologie wissen auch Sie genau, wo Ihr Kind eine gute Bildung bekommt und wo nicht.

      • Franka sagt:

        Ich weiss schon, dass Sie voller Vorurteile sind. Das müssen Sie nicht nochmal verdeutlichen.

    • Kurt Schwob sagt:

      @Vallotton: Sie haben hier etwas unterschiedliche Massstäbe angelegt, dabei geht Ihr Witz ein bisschen verloren. Denn natürlich sind bzw. waren auf dem inzwischen ausgewechselten Bild neben der kleinen Islamistin und dem Afrikaner (oho! Von wo denn?) auch ein paar Schweizisten – oder Katholizisten? oder Protestantisten? oder einfach Europi… (wie heisst das bloss?) oder vielleicht sogar Pegida-Kinderchen zu sehen …. Oder ganz anders, ganz ohne Ironie: Ja, so spielen Kinder, in der Schweiuz wie anderswo, zusammen, wenn man sie spielen lässt und nicht mit irgendwelchen …ismen vergiftet.

      • Félix Vallotton sagt:

        @Schwob
        – Der Afrikaner ist eben aus Afrika. Logisch, oder?
        – Schweizisten gibt es nicht. Sondern Schweizer. Dito bei Katholiken und Protestanten (in der Schweiz normalerweise Reformierte genannt).
        – Europäer heisst das. Zu denen gehören wir zum Glück nur im geographischen Sinne, nicht im politischen.
        – Ja, so spielen Kinder. Die würden von sich aus nie auf den Gedanken kommen, dass Mädchen Kopftücher anziehen müssen.
        – Und eine Ideologie, diejenige des Internationalismus und des Remplazismus, wurde im Artikel gepredigt, nicht in meinem Kommentar.

  • Blog-Redaktion sagt:

    Eine Bemerkung zur Kopftuchdebatte: Die Blog-Redaktion ist sich bewusst, dass die Bildauswahl nicht optimal war, denn muslimische Mädchen tragen im Kindergartenalter normalerweise kein Kopftuch. Das Bild hat nicht die Autorin ausgewählt. Da es die Debatte in eine falsche Richtung lenkt, haben wir entschieden, das Bild auszuwechseln.

    • hammam Alaa El-Din sagt:

      Doch, muslimische Mädchen tragen im Kindergarten ein Kopftuch. Wieso sollten sie dies nicht tun? Das Bild zeigt es ja. Ebenso sehe ich dies regelmässig.

      • Martin Frey sagt:

        @hammam Alaa El-Din
        Es gibt einen klaren Konsens in allen muslimischen Denkschulen, dass Mädchen vor der Pubertät kein Kopftuch tragen müssen.
        Natürlich gibt es einzelne Mädchen die das trotzdem tun (müssen). Normal, oder auf einer religiösen Quelle basierend, ist das aber nicht.

  • Chris Fogg sagt:

    Jede Geschichte erzählt auch den Zeitgeist. Von daher kommt es darauf an ob es eine alte oder neue Geschichte ist. Was definitiv falsch wäre, ist solche Geschichten abzuändern. Damit zerstört man Geschichte. Etwa gleich wie Skulpturen wo man die Geschlechtsteile abgeschlagen hat weil sie plötzlich von der Kirche verboten wurde. Somit hat man Kunst für immer zerstört.

  • Rüdiger sagt:

    Bewohner der Schweiz die ein spezifisches Land wahrnehmen, anstatt „nur“ Afrika zu sehen/meinen, sind selten IMO. In diesem Land sind die Leute ja schon empört, wenn man sie darauf hinweist das das N-Wort nicht benutzt werden sollte (nachdem sie die N-Bomb gedropt haben) und verweisen energisch darauf, dass sie keine Rassisten seien. Ich weiss schon warum ich meine Kinder so früh wie möglich sozial integriert sehen will, bei solch charmantem Völkchen…

  • Roland Benz sagt:

    „Kinder … wissen nicht, was sie hören, wenn sie rassistischen und stereotypen Darstellungen lauschen.“ Ist das nicht ziemlich stereotyp, Kinder generell als höchst bescheuert zu bezeichnen? Zudem liegt das wahre Problem in den multikulturellen Klassen, in denen zunehmend kaum noch Einheimische zu finden sind. Die Geschichte lehrt, dass sich bei solchen Prozessen die Multikultis irgendwann gegenseitig die Köpfe einschlagen. Danach können wir dann wieder etwas empört tun, über den Rassismus gegenüber den verdrängten und vertriebenen Einheimischen.

    • Michael sagt:

      Welche „Geschichte“ lehrt uns das denn? Eine solche Vermischung wie heute gab es noch nie, woher kommen also ihre geschichtlichen Quellen?

      Kinder sind (in gewissem Sinne) bescheuert wie sie es ausdrücken, nicht meine Wortwahl. Es sind unfertige Erzeugnisse, daher müssen sie ja noch erzogen und ausgebildet werden. Ansonsten könne wir ja gleich Politikwerbung in der Schule machen, wenn die Kinder ja alles schon beurteilen können.

    • tststs sagt:

      Äh nö, diese Aussage stellt Kinder nicht als „dumm“ hin, sondern als das, was sie sind: Schwämme, die alles und jedes (ungefiltert) aufsaugen!
      Und dann passiert, was allen Menschen passiert: Prägung!

  • Maike sagt:

    Bitte nicht !!! Da fehlt mirt jetzt nur noch der Hinweis auf den Klassiker von Agatha Christie’s – 10 kleine Negerlein… Oder die Mohrenköpfe in der Konditorei ? Und was ist mit den Hamburgern bei McD und Konsorten ? Ich – als geborene Hamburgerin – möchte ungern als etwas bezeichnet werden, was man mit Ketchup bekleckern und essen kann !
    Und wie stehen Sie zu den Menschenrechtsverletzungen, wenn Stiefmütter in glühenden Schuhen tanzen müssen ? Wenn unartige Kinder in der Schrotmühle zu Tode gemahlen werden ?
    Und wie stehen Sie dazu, wenn Kinder Cowboy und Indianer spielen ? Ist das nicht Rassismus pur, wenn die Kinder nachstellen, wie weissen Siedler die indigene Urbevölkerung abschlachten ? Und die Grossen es geschichtlich so hingedreht haben, das sie auch noch die Guten dabei sind ?

    • Anh Toàn sagt:

      „…wenn Kinder Cowboy und Indianer spielen?“

      Spielen die das noch? Ich habe, seit ewig keine Kinder mehr Cowboy und Indianer spielen mehr sehen. „Räuber und Poli“ gibt’s noch, aber geschossen wird mit Nerfs, von Transformern auf Aliens oder Zombies oder sowas.

    • 13 sagt:

      @ Maike
      Ja, die „Indianer“/Cowboy-Geschichten und Spiele sind zutiefst rassistisch. Ich habe schon öfters die Anhänger „Ist doch nur Spass“-Fraktion gefragt, ob es dann auch ok wäre, der einen Hälfte der Kinder ein Hakenkreuz anzustecken und der andere einen gelben Stern und sie spielen lassen. Fand zurecht dann niemand mehr lustig. Wenn es um eigene Geschichte geht, sieht eben vieles anders aus.
      Aber macht nun der Umstand, dass „Indianer“/Cowboys-Spiele rassistisch sind, das beschriebene Buch weniger rassistisch? Was wollen Sie damit sagen?

      • Martin Eberhard sagt:

        Im ernst? Cowboy und Indianer spielen ist rassistisch? In was für einer Welt leben wir? Ich möchte nicht mehr Kind sein.

      • Maike sagt:

        Was ich damit sagen will ist, das man die Kirche im Dorf lassen sollte. Wenn man will, findet man überall etwas rassistisches. In Cowboy&Indianer, wie in den 10 kleinen Negerlein oder bei Bibi Blocksberg. Und auch etwas sexistisches – Frauen mit einem Stock zwischen den Beinen….
        Aber kommt es nicht darauf an, was man daraus macht ? Für Kinder ist das ein Märchen, eine erfundene Geschichte. Die gehen danach sicherlich nicht hin, und reden ihren dunklen Klassenkameraden mit Boy an oder erwarten, das Elefanten sprechen können.
        Sowas denken nur die Erwachsenen in die Kinder hinein.

      • 13 sagt:

        @ Maike
        Lassen Sie mich raten: Sie sind weiss und Schweizerin, oder? Das sage ich nicht aufgrund eines Vorurteils. Es ist nun mal sehr einfach so zu tun, als gäbe es keinen Rassismus und als würde dieser nicht durch Stereotypen gefördert, wenn man selber keinen erlebt (hat). Die Wahl zu haben, ob man sich mit Rassismus beschäftigt oder nicht, ist ein Privileg, welches nicht alle Menschen haben. Es ist natürlich einfach zu fordern, die Kirche im Dorf zu lassen, wenn es die eigene Kirche ist. Ist es eine andere, dann muss sogar politisch gegen sie vorgegangen werden.

    • Annalena Moser sagt:

      Sogar der Gölä weiss, „es git keni Indianer meh, si rite nümme dür d Prärie……“
      Ist der Song jetzt auch rassistisch?

      • 13 sagt:

        @ Annalena
        „Indianer“ ist ein Sammelbegriff für amerikanische Ureinwohner, der von aussen auferlegt wurde. Also an sich schon rassistisch. Dass sie vorher „durch die Prärie“ ritten, ist eine Vorstellung unsererseits, selbstverständlich war weder alle Völker und Stämme Nomaden noch hielten alle Pferde. Und dass es sich gar nicht mehr gibt, ist natürlich falsch. Sie wurden und werden nur zwangsassimiliert und gleichzeitig diskriminiert. Und Gölä bedauert in dem Song ja nicht den Massenmord, sondern dass er als weisser Junge nun nicht mehr zu ihnen hinkann, um sie zu retten, da sind wir dann gleich wie bei Bibi. Ist der Song rassistisch? Nun, er ist vermutlich gut gemeint, aber aus einem kolonialistischen Blickwinkel. Mit den Menschen selber hat er sich nicht befasst. Daher ja.

      • Sportpapi sagt:

        Zumal die Indianer ja gar nicht reiten konnten, bevor die Spanier ihnen die Pferde brachten…

  • Christian Rochat sagt:

    Die Schweiz ist ein Land, in dem vor allem weisse Menschen leben. Die allermeisten Schweizer sind weiss. Es ist absolut normal, dass Geschichten, die hier Kindern vorgelesen werden, weisse Menschen zeigen. Wenn sie ein Problem damit haben, schlage ich vor, sie gehen in ein anderes Land, wo es weniger weisse Menschen gibt. Z. B. in eins der 55 Länder von Afrika. Dort fühlen sie sich bestimmt wohler, und diese Länder sind ja so divers, da finden sie bestimmt etwas, dass ihnen besser passt als hier.

    • Kurt Schwob sagt:

      Vielleicht haben Sie da etwas überlesen: Es geht in diesem Text nach meinem Verständnis ja nicht darum, dass „weisse Menschen“ gezeigt werden, sondern darum, dass nichtweisse Menschen als die rückständigen, dummen usw. Menschen gezeigt werden, und die weissen umgekehrt. Aber ja – Sie bestätigen mit Ihrem Kommentar eigentlich genau die Vermutung, dass Rassismus für manche Leute etwas Normales ist – „normal“ im Sinne von: kommt oft vor.

      • Flori Antha sagt:

        @Schwob: wenn Afrika nicht rückständiger als Europa ist (das Wort rückständig würde ich normalerweise nicht verwenden), warum migrieren die Menschen dann von Afrika nach Europa und nicht umgekehrt?

      • Kurt Schwob sagt:

        @Flori Antha: Zunächst: Es sind ja jahrzehntelang Menschen aus Europa nach Afrika migriert – und haben sich dort die Ländereien, die Minen und auch sonst sehr von von Wert unter die Nägel gerissen. Heute tun dies noch eine Reihe von grossen Unternehmen, ermutigt von den europäischen Regierungen, die sehr viele Produkte (der Europäer) subventionieren, damit sie dann die Wirtschaft in den afrikanischen Ländern ruinieren können. Wer früher z.B. in Benin oder Senegal von der Hühnerzucht und dem Verkauf von Hühnerfleisch leben konnte, kann dies heute nicht mehr, weil holländische, deutsche, französische usw. Hühnerteile dort billiger sind als das einheimische Fleisch. Anderes Beispiel, die Schweiuz betreffend, ist das sogenannte Mineralwasser, „gefördert“ und verkauft durch einen grossen …

      • Kurt Schwob sagt:

        …durch einen grossen Schweizer Konzern. Wenn Sie ein bisschen suchen, finden Sie Dutzende von weiteren Beispielen. – Das Wort „rückständig“ ist nicht meine Erfindung, und Sie selber würden es „normalerweise nicht verwenden“, tun es dann aber doch, und denken es ganz offensichtlich. Sie können stattdessen auch ganz christlich abendländisch „hilfsbedürftig“ sagen. Aber wenn Sie die abgrundtief rassistische Haltung von Herrn Rochat nicht erkennen, nützen wohl auch meine Worte nichts.

      • Flori Antha sagt:

        @Schwob:
        Warum verwende ich hier das Wort rückständig? Weil ich mich auf Ihren Beitrag bezogen habe und Sie es verwendet haben.
        Ihre Beispiele haben das Problem, das alle Beispiele haben, sie sind kein Beleg für was auch immer. Unter ernstzunehmenden Forschern gibt es einen hohen Konsens, dass die wirtschaftliche Situation von Ländern des globalen Südens nicht an irgendwelchen „bösen“ Aktivitäten westlicher Konzerne liegen, sondern an diesen Ländern selbst. Siehe Positivbeispiele wir Taiwan, Botswana usw.
        Was an Herrn Rochats Beitrag abgrundtief rassistisch sein soll verstehe ich nicht. Haben Sie eine präzise Definition von Rassismus?

  • Jean Roth sagt:

    Interessanter Artikel!
    Unklar ist mir aber warum ein Mädchen auf dem Bild ein Kopftuch als religiöses Zeichen tragen muss. Nicht „trägt“, sondern „tragen muss“, denn ein Erwachsener hat das dem Mädchen aufgezwungen, dass „es so sein muss“! Was damit bezweckt wird, ist eben diese Verharmlosung der Unterwanderung durch den Islam in unserer Kultur! Die Autorin lebt in unserer Kultur, profitiert von allen Freiheiten und sollte ein Feingefühl haben Ihre Religion nicht an die grosse Glocke hängen zuwollen – was mit diesem Bild trotzdem eindeutig gemacht wird!

    • Martin Maletinsky sagt:

      Danke Herr Roth für diesen Kommentar. Dasselbe habe ich mir beim Betrachten des Bildes auch gedacht.

      Wo vordergründig mit Toleranz und Respekt argumentiert wird geht es hintergründig um nichts anderes als um die Verdrängung heimischer Kultur, wie es in früheren Jahrhunderten europäische Kolonialisten in weiten Teilen der Welt praktiziert haben. Dies manifestiert sich heute bereits in Massnahmen wie dem Verzicht auf Schweinefleisch bei Schulanlässen und -festen oder der Verdrängung von Weihnachtsbräuchen aus dem öffentlichen Raum und dies wird in Zukunft noch drastischere Formen annehmen, wenn die Bevölkerung nicht bald entschieden Gegensteuer gibt.

    • Anh Toàn sagt:

      „Nicht „trägt“, sondern „tragen muss“, denn ein Erwachsener hat das dem Mädchen aufgezwungen, dass „es so sein muss“!“

      Ja, die anderen Kinder auf dem Foto haben nämlich ihre Kleidung völlig selbst bestimmt, frei von Zwang Erwachsener, ausgesucht. Aber diese eine Mädchen wurde gezwungen!

      Woher wissen Sie, dass die anderen Kindern, frei vom Einfluss, ja sogar Zwang Erwachsener, überhaupt Kleider tragen wollen? Ich glaube, die würden nichts tragen wollen, solange denen warm ist zumindest.

      Können Sie sich vorstellen, dass ein muslimisches Mädchen ein Kopftuch genauso tragen will, wie ein anders Mädchen im gleichen Alter Hotpants tragen will? Um junge Frau zu spielen?

      Gehen Sie hin zu dem Mädchen und sagen dem, was für ein übler Kerl sein Vater sei, es zu zwingen?

      • Roland K. Moser sagt:

        Dass das Kind das Kopftuch tragen muss, ist religiös motiviert. Bei den anderen Kindern dürfte die religiöse Motivation bei der Kleiderauswahl wohl keine Rolle gespielt haben.

      • 13 sagt:

        Das Problem bei der Debatte ist, dass viele nicht verstehen, dass der Entscheid gegen eine Religion oder gegen religiöse Symbole genau so ein Entscheid ist. Man kann nicht, nicht entscheiden: Meine Töchter tragen kein Kopftuch, denn wir sind keine Muslimen. Der Umstand, dass meine Mädchen kein Kopftuch tragen, ist daher religiös motiviert. Ich weiss nicht, wie ich entscheiden würde, aber die Gegner hier, würden dem Wunsch ihrer Töchter nach dem Tragen eines Kopftuches wohl auch nicht nachgeben. Sie würden es verbieten. Ein von Erwachsenen dem Kind auferlegter Zwang ohne Kopftuch in die Schule zu gehen. Freiheit heisst eben nicht, kein Kopftuch zu tragen resp. tragen zu dürfen. Freiheit bedeutet, selber entscheiden zu können.

      • Anh Toàn sagt:

        Das eine Kind hat die Hände gefaltet, das ist bestimmt religiös motiviert.

        Das Falten der Hände ist Ausdruck von Unterwerfung.

  • 13 sagt:

    „Würden Sie weiter zuhören? Oder würden Sie reagieren, weil in dieser Geschichte Vorurteile reproduziert werden, ja gar eine kolonialhafte Darstellung gezeigt wird?“
    Ich würde reagieren. Immer. Die Wahrheit ist aber: rund 80% aller Anwesenden würden gar nicht verstehen, was ich meine. Und von den restlichen 20% würden es nochmals 80% als viel zu übertrieben halten. Es ist offenbar schwer das eigene Denken zu reflektieren oder anzuerkennen, das das, was einem so vertraut ist, mit dem man aufgewachsen ist, als nicht-richtig anzuschauen. Gerade wenn man selber nicht rassismus-betroffen ist. Hingegen ist das die gleiche Gesellschaft, die dann von anderen Anpassung bis hin zur völlig Assimilierung fordert.
    Daher: Danke, dass Sie das Thema ansprechen. Ich bin einfach sehr desillusioniert.

    • Niklas Meier sagt:

      13, schön, dass Sie reflektieren ansprechen.
      Sie verurteilen alle andern und andersdenkenden bereits.

      • 13 sagt:

        @ Niklas
        Ich verurteile keine Menschen. Ich verurteile Taten und damit auch Rassismus. Was ich schrieb, ist nur meine Erfahrung. Ich stelle fest, dass Rassismus-Sensibilisierung viel häufiger auf Abwehr als auf Interesse oder gar Verständnis stösst. Und selten mit wirklich nachvollziehbaren Argumenten, meistens bleibt es bei einem „war schon immer so“.

  • Seeländer sagt:

    Und niemand empört sich darüber, dass man Kindern Bücher gibt, wo kleine Mädchen als Hexen dargestellt werden?

    • Reincarnation of XY sagt:

      doch, Seeländer
      in konservativ religiösen Kreisen gibt es tatsächlich Menschen, die sich über solche Sachen empören und sogar glauben ihre Kinder kämen unter okkulten Einfluss, wenn sie „die kleine Hexe“ oder ähnliches lesen…
      Sachen gibts!

    • Maike sagt:

      Und was ist mit den ganzen Cowboy-Indianer Geschichten ? Das ist doch Rassismus pur ! Da wird das Abschlachten der indigenen Bevölkerung durch die weissen Siedler geschichtlich so verdreht, das die Cowboys die Guten und die Indianer die Bösen sind.

      • Niklas Meier sagt:

        Maike, gibt es Drehbücher wie Kinder das Spielen sollen/müssen?
        Ich sehe zwar kaum/nie Kinder als Cowboy/Indianer spielen (das scheint ausser Mode zu sein), aber wenn ich zurückdenke, gab es bei uns damals keine vordefinierten Gewinner.
        Am Baum angefesselt waren dann jeweils die Cowboys und „niedergeschossen“ eigentlich alle, egal ob Cowboy oder Indianer. Ich meinte, es ging da nie um Rassen, sondern vielmehr darum sich „legal“ zu kloppen..

      • Christina sagt:

        Ja, allerdings erinnere ich mich sehr gut, dass mein Bruder ein toller Indianerhäuptling, mit einem selbst gebastelten Federschmuck bis zur Hüfte immer der beste und tapferste und siegreichste Held im Spiel war. Situationen rassistisch zu analysieren ist eben kompliziert. Man kann nicht alles über denselben Leisten schlagen. Dank der unsäglichen SVP Propaganda wird heute jede Frage nach der Herkunft eines Gegenübers von diesem als Ausgrenzungsversuch erfahren. Ich war und bin stolz zu sagen, dass meine Mama Griechin ist, und zwar, horribile dictu, aus Istanbul, und dass sie deshalb auch einen türkischen Pass hat. Hässig werde ich, wenn Leute, die uns „fremdländisch“ reden hörten, hörbar zu „ranggen“ anfingen. Denen erkläre ich dann gut Berndeutsch, wie primitiv sie sind.

  • Anh Toàn sagt:

    Lustig, hier wird verlangt, sich zu empören und wenn man sich empört, wird nicht freigeschaltet!

  • Anh Toàn sagt:

    Die Kommentare zusammengefasst: Es ist kein Rassismus zu sagen, die in Afrika sind doof und dumm und können nichts ausser um Feuer tanzen und wir müssen die retten, damit die nicht verhungern und bilden, damit die nicht völlig doof bleiben, weil es ist nun mal so, dass die in Stämmen denken um Feuer tanzen, sich Knochen in die Haare stecken und überhaupt mehr wie Tiere als Menschen sind!

    Mir wird übel hier!

  • Maria sagt:

    Also wenn es nicht mehr so ist in Afrika, warum müssen wir heute mehr denn je Menschen aus Afrika „retten“?
    Mit Schulen, die es noch viel zu wenig gibt, mit Ärzten, die wir hier ausbilden, Mit Starthilfe für Brunnen, Arbeit und vielem mehr.
    Und all die Menschen, die es schaffen, zu uns zu kommen – retten wir auch.
    Ja ich weiss, wir haben die Menschen in Afrika ausgebeutet und tun es heute noch. Solange wir die Multis nicht stoppen oder das Geld, das die Länder mit ihnen verdienen nur in die Tasche der Politiker (und deren Töchter!) geht, so lange gibt es Bedürftige, Schwache, Verfolgte, Arme – denen wir unbedingt helfen müssen!
    Und ja, es gibt sie noch die Medizinmänner, die Beschneider, die Clan-C,hefs, die ihre Leute unterdrücken, auslaugen und nach eigenem Gutdünken richten.

    • Barbara Grohé sagt:

      Danke Maria. Das habe ich mir beim Lesen auch gedacht.

    • 13 sagt:

      Wir müssen nicht Menschen „aus Afrika“ retten, sondern aus Gebieten, wo Kriege herrschen sowie Menschen versklavt und ausgebeutet werden und verhungern, dies oftmals aufgrund der Kollonialgeschichte. Vor Krieg fliehen Menschen auf der ganzen Welt, noch vor wenigen Jahren war es Südosteuropa, noch ein paar Jahre zuvor Mitteleuropa, heute sind es andere Regionen. Hunger entsteht durch Ausbeutung von Menschen und Natur.
      Bei den Ärzten musste ich laut lachen: Sie wissen, dass das Schweizer Gesundheitsystem ohne „importierte“ Ärzte, meistens in Deutschland ausgebildet, die dann ihrerseits Ärzte aus Osteuropa nachziehen müssen, zusammenbrechen würde? Nur haben wir das Geld, um sie zu locken. Geld, an dem durchaus Blut klebt.
      Und: Wir retten diejenigen, die kommen? Lesen Sie mal Zeitung?

    • Eva D sagt:

      Stand es gestern in der SoZ oder heute im Tagi, dass „Entwicklungshilfe“ nichts bringt? Wir „retten“ gar niemanden. Wir lassen nicht mal die bleiben, welche SICH SELBST zu uns gerettet und die Überfahrt überlebt haben! Ja, es gibt rückstäbdige Menschen, z.B. in Afrika, aber auch Schweizer/Innen in der Schweiz. Wie viele vertrauen hier mehr auf Para-Wissenschaften als auf die Medizin? Und auch für unlautere Bereicherung, sei es durch Korruption, Misswirtschaft oder durch überrissene Boni resp. Abgangsentschädigungen brauchen Sie nicht über die Landesgrenzen hinausschauen.

    • tststs sagt:

      @Maria
      Wie können Sie nach diesem Blog allen Ernst schreiben „… mehr so ist in Afrika…“
      Afrika ist damminonemal kein Land, sondern ein Kontinent, notabene der grösste. Und das wüssten wir auch, wenn wir nicht nur auf verzerrte Weltkarten schauen würden… Aber eben, was will ich reflektiertere Kinderbücher, wenn nicht einmal wissenschaftliche Beiträge (Weltkarte) korrekt sind…

      Fragen Sie mal bei bestimmten Parteien nach; die nennen ihnen sofort die Länder, aus welchen „Afrikaner“ bei uns gerettet werden wollen…

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Genau das sage ich oben…..80% würden nicht einmal verstehen, worum es geht….

      • Sportpapi sagt:

        Was ist mit der Weltkarte? Und wie müsste die denn korrekt aussehen?
        Scheint mir ja logisch, dass jede Abbildung einer Kugeloberfläche auf 2D zu Verzerrungen führt, und dass die Europäer Europa in die Mitte dieser Karte setzen.
        Sonst wäre die einzige Lösung, auf Kugelformat zu bleiben.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi

        das wäre mal ein Anfang, als Zusatz zu den gebräuchlichen Atlanten auch eine Peterskarte aufhängen
        lan dkartenschropp.de /Pet ers-Karte-Orth ogonale-Weltkarte-1-63 0609 475_1

  • markus kohler sagt:

    Ja ich empöre mich. Da wird im Prinzip verlangt, dass alle Texte, die man Kindern vorsetzt zuerst durch eine Multi-Kulti Zensur gehen muss. Tintin, aber auch Pippi Langstrumpf, alle Karl May Bücher, genauso Lederstrumpf, selbstverständlich auch Tom Sawyer und Huckleberry Finn müssten eliminiert werden. Statt Heidi wird dann Amal aus Indien in den Schweizer Bergen bollywoodmässig rumtanzen, als Gute Nacht Geschichte gibt es die neusten Sprüche von Greta Thunberg und Jungs dürfen sich darauf freuen, dass alles Männliche als finster und primitiv beschrieben wird. Die Zeit der Kirchenzensur ist passé, der Feminismus ist heute die neue Inquisition.

    • Astrid Meier sagt:

      Es ist einfach an der Zeit, diesen kolonialen Schwurbel auf den Misthaufen der Geschichte zu befördern. Sie hätten es ja wohl auch nicht gerne, wenn Ihre Kinder Geschichten hören müssten, in denen Schweizer fiese Gnome sind, die Golum-mässig das Geld von Bösewichtern horten.

      • Eva D sagt:

        Schön gesagt. Mal abgesehen, dass in Harry Potter die Banker nicht zufällig Gnome sind. „The Gnomes of Zurich“ lassen grüssen – als ob London keine Finanzmetropole wäre…

  • Martin Frey sagt:

    Eine provokative Gegenfrage sei erlaubt: Worin liegt genau das Problem am bemängelten, 25 Jahre alten Kinderbuch (welches ich persönlich nicht kenne)? Kinderbücher wollen eine heile, vereinfachende Happy-End Welt skizzieren, Interesse wecken, und gute Handlungen und Haltungen kolportieren. Ja, Afrika als Kontinent kommt darin schauderhaft verkürzt dargestellt vor, aber so ein Kinderbach hat auch gar nicht die Absicht, eine Abhandlung über die kulturelle und linguistische Komplexität dieses schönen Kontinentes zu sein. Kann es gar nicht.
    Oder glauben Sie, ein Kind in Malawi kennt die Unterschiede zwischen Flämisch, Dänisch und Samisch? Falls es überhaupt je von einem Land wie Finnland gehört haben sollte, dann denkt es maximal, dass alle mit lustigen Mützen Rentieren nachrennen.

    • Martin Frey sagt:

      /Denken Sie allen Ernstes, es würden in Malawi-Kinderbücher bei einem Bild von Finnland moderne Bürogebäude gezeigt?
      Welche afrikanischen Realitäten dieses komplexen, heterogenen Kontinents sollen denn in europäischen Kinderbüchern Einzug halten, frage ich Sie? Egal, Hauptsache nicht diese etwas kolonialistisch angehauchte aber nach wie vor höchst reale (Stichwort Entwicklungshilfe) Darstellung wie im monierten Kinderbuch? Oder sind etwa Tribalismus, Korruption, Blutdiamanten und Kindersoldaten als Realitäten geeigneter?
      Ich empöre mich nicht über solche Dinge aus früheren Jahrzehnten, aber ich thematisiere es mit meinem Nachwuchs wo ich es antreffe. Und das bringt in meinen Augen mehr als verordnete Empörung (fehlt nur noch irgendein Hashtag… 😉 ) für die Kulisse.

      • tststs sagt:

        Es ist einem jedem selber überlassen, mit wie vielen und mit welchen Stereotypen jemand seine Kinder aufwachsen lässt.
        Aber wenn Sie sich fragen, weshalb auch aufgeklärte Menschen ab und zu in die Rassismusfalle tappen, dann ist es die subtile, unterbewusste Prägung, die durch solche Geschichten passiert.

        Und übrigens: das Argumentationsniveau „Aber die haben/tun/können auch nicht…“ steht Ihnen gar nicht gut 😉

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Eine Frage zur Gegenfrage: Denkst Du, dass die in Malawi mit Renntier-Kinderbüchern aufgewachsenen Kinder danach rausgehen und Finnland ausbeuten, weil sie der Ansicht sind, dass dort ja ohnehin nur ungebildete Renntierzüchter leben, die diesen Malawi-Kindern unterlegen sind und man es daher mit ihnen machen kann? Ja, es ist stets verlockend, alles ganz neutral zu betrachten und umzudrehen, aber so funktioniert die Welt nun mal nicht.
        Und auch hierzulande wird für ein schwarzes Kind die beschriebene Welt alles andere als heil erscheinen und ein Happy End ohnehin nicht. V.a. dann nicht, wenn es nach der Lektüre gefragt wird, ob es auch Trommeln kann oder ähnliches.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Denkst Du, dass die in Malawi mit Renntier-Kinderbüchern aufgewachsenen Kinder danach rausgehen und Finnland ausbeuten, weil sie der Ansicht sind, dass dort ja ohnehin nur ungebildete Renntierzüchter leben, die diesen Malawi-Kindern unterlegen sind und man es daher mit ihnen machen kann?“
        Nein, aber ganz einfach allein schon darum, weil sie es nicht können. Aber Tatsache ist trotzdem, dass in Afrika ebenso komplett falsche Bilder über europäische Länder zirkulieren. Durchaus mit Folgen, nicht zuletzt auch für die Migration.
        Ich will nicht einfach „umdrehen“ sondern aufzeigen, dass es immer mehr als eine Pespektive gibt. Und dass es andernorts nicht zwingend anders/besser ist. Doch, die Welt funktioniert schon so, oder sollte es zumindest. Kriterien sollten für alle gelten.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Ich bin Deiner Meinung, dass verzerrte Ansichten überall bestehen. Man muss schon nicht so weit gehen, bereits über unsere Nachbarsländer bestehen klischeehaften Ansichten. Sehr deutlich ersichtlich an der Geschichte der italienischen Arbeiter in der Schweiz in der Nachkriegszeit. Aber trotzdem ist die Folge solcher Ansichten eben nicht die Gleiche, ob nun Industrieländer diese haben und auch mit ihrer Macht danach handeln oder ob es Länder betrifft, die diese Macht nicht haben. Macht führt zu Verantwortung. Und genau darum funktioniert die Welt eben nicht so einfach und wo die Folgen nicht gleich sind, können es auch die Kriterien nicht sein.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Macht führt zu Verantwortung. Und genau darum funktioniert die Welt eben nicht so einfach und wo die Folgen nicht gleich sind, können es auch die Kriterien nicht sein.“
        Bei der Schlussfolgerung bin ich anderer Ansicht. Natürlich ist die Welt ein komplexes Gebilde, und besteht nicht nur aus Schwarz-Weiss. Aber Humanismus und Aufklärung haben uns das Verständnis gebracht, dass grundsätzlich Menschen gleichwertig sind, dass nicht Leute über dem Gesetz stehen sollen, und dass gewisse Regeln nicht nur für alle gleichermassen gelten sondern auch internationale Gültigkeit haben sollten. Ein Bsp. dazu: ein armes Kind aus Malawi hat nur weil es arm ist, nicht mehr Recht, etwas falsches zu tun. Aber auch nicht weniger. Dito für das CH-Kind.
        Sonst sind wir schnell bei Kulturrelativismus.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Also ist es bei Rassismus wie beim Sexismis: Nur die vermeintlich (?) mächtigen können sich daneben benehmen, es wird bewusst ein unterschiedlicher Massstab angelegt?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Nein. Vereinfacht gesagt: Einer diskriminierten Gruppe anzugehören schützt niemand davor, ein A… zu sein. Nur sind die Auswirkungen dieses Verhaltens andere. Weshalb auch manche Verhaltensweisen (nicht alle!) anders zu würdigen sind.

        @ MF
        Siehe meine Antwort an SP. Keiner ist davon gefeit, falsches zu tun. Aber wenn Folgen zweier Taten anders sind, dann sind diese auch anders zu deuten. Das heisst nicht, dass eine zu tolerieren ist und andere nicht. Nur das sich die Massnahmen unterscheiden können. Bsp.: Als Ausländer in einem Land in seiner Blase zu leben ist nicht das Gleiche, wie wenn Arbeitgeber oder Lokale Ausländer ausschliessen. Wenn ein Kleinunternehmen nur Frauen anstellt ist es nicht das Gleiche, wie wenn im VR einer AG mit Millionenbudget nur Männer sitzen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: In aller Regel bleibt Rassismus direkt ohne Folgen. Zwischen falschen Bildern und Stammtischsprüchen und konkreter Diskriminierung ist es ja ein weiter Weg.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ist das dein Ernst?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Nun, eine solche Haltung ist unglaublich naiv und weltfremd. Sie zeigt halt einfach wie wenig Ahnung von der Materie besteht. Erstens hat Rassismus selber für die Betroffenen weitreichende Folge. So gibt es Studien, die aufzeigt, dass bereits Kinder weisse Puppen als schöner betrachten als schwarze und weisse Personen als klüger und besser bezeichnen. Weisse wie schwarze Kinder. Selber konnte ich gut die Erfahrung machen, welche Auswirkung Rassismus auf schulische Leistungen haben kann und zwar in Mathematik, also wo 2+2 eigentlich immer 4 gibt. Nicht, weil der Lehrer ausländische Schüler*innen irgendwie anders benotet hätte, sondern weil er durch stetige rassistische Aussagen ein entsprechendes Lernklima schuf, dass es zum Leistungsabfall dieser Schüler*innen kam.

      • 13 sagt:

        Und zweitens ist eine Diskriminierung doch nichts als die Umsetzung einer Haltung. Wenn die Haltung/Meinung als zulässig/akzeptiert erachtet wird, besteht ja kein Grund dafür, diese auch umzusetzen. Das wäre ja völlig inkonsequent.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Mit rassistischen Aussagen vor versammelter Klasse ist ja auch der Schritt zu Diskriminierung getan, weil das im Gegensatz zu reinen Gedanken oder Stammtischgeplapper im kleinen Kreis Reaktionen auslöst..

    • Muttis Liebling sagt:

      Jedes Kulturgut hat einen Raum- Zeit- Stempel und nur mit dem ist es gültig. Retrograde Umwidmungen sind grundsätzlich falsch. Es gibt keine zeit- und ortlosen Werte, an die man rückwirkend anpassen dürfte.

      Der Wertekanon des aktuellen Westens ist ausgesprochen dürftig und reicht bei weitem nicht an das Niveau der Hochkulturen China, Indien/ Persien, aber auch der afrikanischen Naturvölker heran.

      Wenn man das Glück hat, nicht von der Kultur des Westens verdorben worden zu sein, sollte man peinlichst darauf achten, dies auch für die Zukunft auszuschalten.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Ein Artikel, welcher sich um die Gleichstellung aller Menschen bemüht und das Bewusstsein dafür wecken will,
    wird von der Illustrationsabteilung mit einem Bild versehen welches uns die immer noch vielerorts stattfindende Geschlechtsapartheid (man könnte auch sagen Herrschende versus „die-in-den-Grenzen-festgehaltenen“) als etwas normales verkauft?

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/
      So nehme ich mir den Aufruf also zu Herzen und „bin empört“, ich finde solche Bilder nicht harmlos denn dahinter steht eine Ideologie welche die Frau, so sie denn Glück hat, nur wertschätzt/respektiert wenn sie sich den gemachten Vorgaben unterwirft. Hält sie sich nicht daran ist sie selber schuld wenn sie nicht als Mensch erster Klasse behandelt wird.

    • Michel Berner sagt:

      Sie sprechen etwas tatsächlich äusserst Problematisches an: „Kinder können leider nicht davonlaufen“, sagt die Autorin selber. Das Bildmaterial mit dem Mädchen mit Kopftuch ist demnach so empörungswürdig, wie das Buchmaterial, um das es in diesem Artikel geht, und die Autorin scheint dies gar nicht zu bemerken. Das Kopftuch ist, ob man es wahrhaben will oder nicht, ein islamistisches Symbol (durch Fr. Manea, Expertin auf dem Gebiet) der Unterdrückung der Frau. Übersetzen könnte man es vielleicht so: „Die Frau ist von Natur aus so sündig und verführt den Mann, wenn dieser arme ihren Reizen schutzlos ausgeliefert ist, so dass dieser dann in die Hölle kommt. Deshalb muss sie ihre Reize, darunter ihr Haar, verstecken.“ Schon Mädchen werden so zu Sexsymbolen, ob sie es wollen oder nicht!

      • 13 sagt:

        @ M. Berner
        „Schon Mädchen werden so zu Sexsymbolen, ob sie es wollen oder nicht!“
        In unserer Schule sind Leggins nur erlaubt, wenn ein Rock oder eine Kleid den Po verdeckt. Trägershirts sind nicht erlaubt und „Hotpants“ auch nicht. Im Schwimmen gibt es die Badekleid/Bikini-Pflicht, Badehosen sind verboten. Das gilt vom Kindergarten bis zur 9. Klasse. Den Mädchen wird vorgeschrieben, was sie zu tragen haben resp. was sie nicht tragen dürfen, damit die Jungs (und Lehrer?) sich konzentrieren können. Und damit das nicht plötzlich kommt, werden sie schon ab 4 darauf getrimmt. Ich kann daher den Unterschied zu dem hier geschriebenen hierzulande nicht erkennen. Aber anstatt vor der eigenen Türe zu kehren, ist das Zeigen auf andere halt einfacher.

      • Martin Frey sagt:

        Moment, 13. Hier vergleichst Du schon Aepfel mit Birnen.
        Es gibt im Leben so etwas wie angemessene Kleidung, Dresscodes, in vielen Ländern gibt es Schuluniformen. Ans Gericht gehst Du auch anders als in die Badi, und wenn eine Mandantin von Dir im Negligee vor Gericht erscheinen würde, denke ich, würdest Du sie auch auffordern, sich angemessener zu kleiden.
        Ich enerviere mich nicht an Fotos von präpubertären Kindern mit Kopfüchern, obwohl eine Empörung darüber angesichts der soziokulturellen Konnotation durchaus nachvollziehbar wäre. Aber Leggins sind faktisch Strumpfhosen ohne Füsslinge, und ein Junge der in seiner Unterwäsche dasitzt, würde von Deiner Schule wohl ebenso zurechtgewiesen wie ein Mädchen. Zumindest gehe ich davon aus.

      • Michel Berner sagt:

        Ja, 13, wir haben Dresscodes, und die haben einen anderen Hintergrund. Im Jahr 2003 war es bei jungen Frauen in, Tangas zu tragen, die oberhalb des Hosenbundes herausragten. Und Dresscodes (Buben dürfen keine Armeeartigen kleider tragen) gilt für beide Geschlechter. Wenn sich Kinder nicht daran halten, geht es ja auch nicht gleich um die Androhung von Höllenqualen. Im Rahmen unserer Dresscodes geht es um Respekt den Lehrpersonen gegenüber, die es schon genug schwer haben. Auch werden die Betroffenen (Kinder, die sich nicht daran halten) nicht gleich gepiesackt, wie beispielsweise im Iran durch die Revolutionsgarde. Ich merke, Sie haben in meinen Augen überhaupt nicht verstanden, worum es in der Kopftuchdebatte geht, und welch wichtige humanitäre Werte auf dem Spiel stehen.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        „Ans Gericht gehst Du auch anders als in die Badi, und wenn eine Mandantin von Dir im Negligee vor Gericht erscheinen würde, denke ich, würdest Du sie auch auffordern, sich angemessener zu kleiden.“
        Natürlich. Nur weil ich nicht alles gut finde, heisst das ja nicht, dass ich die Spielregeln nicht einhalte.
        Aber ich unterscheide zwischen allgemein gültigen Dresscodes (nicht nackt zur Schule), die oftmals auch Sinn machen, und solchen, die einem Geschlecht auferlegt werden, meistens mit der Begründung, dass das andere Geschlecht dadurch irritiert wird. So betreffen die oben geschriebenen Dresscodes praktisch ausschliesslich typische Mädchenkleidung. Da ist nur ein kultureller Unterschied zum Kopftuch. Die Begründung ist letztlich die Gleiche.

      • 13 sagt:

        Herr Berner,
        Nein, der Hintergrund mancher (nicht aller!) Dresscodes ist kein anderer. Wenn es „unanständig“ oder „nicht respektvoll“ ist, wenn ein Mädchen ihre Schultern oder den Oberschenkel oder ihre Brustwarzen (Brüste sind ja noch nicht vorhanden) zeigt, dann ist das nichts anderes als dass eine anständige Frau ihr Haar bedeckt. Es ist auch kein Zufall, dass es überhaupt eine Debatte über Frauenkleidung gibt, die weder zu freizügig noch zu verschlossen sein soll.
        Ganz klar verstehe ich aber von der Kopftuchdebatte genug, um zu wissen, dass wir differenzieren müssen zwischen einem freiwillig getragenem Kleidungsstück und menschenrechtsverletzende Repressionen. Aber diese hat man hier ja auch nicht, wenn man ein Kind ohne Kopftuch in den Kindergarten schickt. Und darum geht es.

      • 13 sagt:

        Ich möchte nicht totalitäre Regimes wie im Iran als Vorbilder betrachten (und einfach die Regeln umdrehen und aus einem Kopftuchzwang ein -verbot machen), sondern ein liberale Gesellschaft haben, wo weder Kopftücher noch Trägershirts ein Problem darstellen, sondern beides ins Belieben der Trägerinnen gestellt werden.

      • Reto Meier sagt:

        @13 sich mit Islam befassen, also wirklichen Kennern und Gelehrten des Korans und der Hadithen, und es wird klar, was z.B. das Kopftuch bedeutet. Aber was interessieren Fakten…

      • Michel Berner sagt:

        Nein, 13, ich habe den Eindruck, dass sie es noch nicht verstanden haben. Oder wollen Sie mir wirklich weismachen, dass ein minderjähriges Mädchen freiwillig (Und ohne Einschüchterung) ein Kopftuch wählt, um zu Schule zu gehen? Davon werden sie mich nicht überzeugen können.

      • 13 sagt:

        Herr Berner,
        Wieviele Kinder im Kindergarten (mir scheint das obere Bild stellt diese Altergruppe dar) wählen denn ihre Kleidung vollumfänglich selber? Dürfen z. Bsp. selber wählen, ob sie Hosen tragen oder im Pyjama gehen oder ob sie eine Jacke anziehen? Die wenigsten. Das ändert sich nach und nach und u.a. kommt da das Ausdrücken der eigenen Persönlichkeit wie auch das Nachahmen dazu, aber auch da wählt jede Familie wieviel Autonomie einem Kind zukommen soll. Soll man diese Freiheit der Familien nun nur auf das Kopftuch einschränken? Oder auf alles?
        Aber ja: auch minderjährige Kinder (d.h. in Sachen Religionsfreiheit unter 16 Jahren) können das selber entscheiden. 4jährige weniger, aber warum sollten da nicht die Eltern entscheiden? Wir entscheiden uns ja auch dagegen.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Ich denke, wir sehen die Kleiderdebatte grundsätzlich ähnlich, wobei ich der Ansicht bin, dass die in Schulen diskutierten Dresscode-Grenzen sich durchaus auch auf Jungs erstrecken (Baggy Pants, Trägershirts, Käppli, Kampfanzug uä). Bei Mädchen gibt es meist eher ein Geschrei, oder aus anderer Perspektive: Wollen Mädchen eher mal Grenzen ausloten?
        Die Kopftuchdebatte ist auf einer andere Ebene angesiedelt: hier geht es um die Trennung von Religion und Staat, um Säkularismus, vom (zumeist zwangsweisen) Tragen religiöser Insignien, über religiös herausbedingten Sonderregeln und Abschottung bis hin zur Frage: Inwiefern darf Religion eine zwangsweise Nichtkommunikation mit Mitmenschen rechtfertigen.
        Hier sind auch in femin. Kreisen die Meinungen geteilt. Was ich nicht verstehe.

      • Sportpapi sagt:

        Hier bin ich ganz bei 13. Wobei ich nicht sehe, dass Kleiderregeln in der Schule sich nur gegen Mädchen richten, und dazu dienen, die Jungs und die Lehrer vor Ablenkung zu bewahren. Zumal es ja fast keine Lehrer mehr gibt und die Regeln entsprechend in der Regel von Frauen aufgestellt werden. Lehrerinnen, die übrigens auch einem gewissen Dress Code unterworfen sind.
        Grundsätzlich gibt es wieder mehr Kleiderregeln, und sie sind wohl wieder prüder als auch schon. Aber schon vor 40 Jahren durften wir nicht in Sportkleidern in die Schule, weshalb auch immer…
        Und Leggins sind heute Sporthosen, sicherlich keine Unterwäsche.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Lies bitte die ganze Diskussion. M. Berner schrieb:
        „Übersetzen könnte man es vielleicht so: „Die Frau ist von Natur aus so sündig und verführt den Mann, wenn dieser arme ihren Reizen schutzlos ausgeliefert ist, so dass dieser dann in die Hölle kommt. Deshalb muss sie ihre Reize, darunter ihr Haar, verstecken.“ Schon Mädchen werden so zu Sexsymbolen, ob sie es wollen oder nicht!“
        Darauf habe ich geantwortet. Dabei geht es weniger um Religion, sondern darum dass Mädchen/Frauen, die in der Gesellschaft (egal welcher) als Symbole der Lust gelten, ihre Reize zu verstecken haben, damit Jungs/Männer nicht in Versuchung kommen. Da ziehe ich die Parallele. Die Dresscodes, die Du nanntest, sind ja nicht darum, weil Mädchen sich so nicht konzentrieren könnten oder schlimmeres.

      • Michel Berner sagt:

        Werte 13, meines Erachtens messen Sie dem Faktor (konservatives) religiöses Symbol aus ideologischen Gründen keinen Wert bei und argumentieren so, als liesse sich die Kopftuchthematik über den gleichen Kamm scheren wie generell Kleidungsvorschrifen. Dies ist meines Erachtens problematisch und verhilft nicht zu einer fruchtbaren Debatte, sondern führt im Gegenteil dazu, fundamentalistische Ideale zu verbreiten. Liegt Ihnen wirklich etwas am Schutz einer liberalten Gesellschaft, müsste man doch genau dort hinzuschauen wagen. Popper: „Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen …werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen“.

      • 13 sagt:

        Diese Ansichten von der Frau als Verführerin gibt es seit Adam und Eva und in praktisch allen Gesellschaften.
        Der religiöse Teil der Kopftuchdebatte ist ein anderer. Einigkeit besteht in unserer Gesellschaft wie auch in feministischen Kreisen darüber, dass kein Kopftuchzwang sein darf. Während nun einige, mich eingeschlossen, auch ein Verbot als Zwang erachten, ist für andere das Kopftuch an sich bereits ein Symbol von Zwang und Dritte sagen, dass man den Zwang nicht anders vermeiden kann als durch eine Bekämpfung. Jede dieser Positionen haben ihre Legitimation und sind zu diskutieren. Ich finde nur, dass man vermehrt religiöse Strömungen von patriarchalischen trennen sollte, auch wenn die zweiten es mit dem ersten begründen. Das gilt für alle Religionen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        verwechseln Sie Dresscodes an Schulen (und ja, da gibt es einiges das sich vornehmlich an Jungs richtet wie schon MF aufgezählt- ist das in Ihrer Schulliste nicht drauf? Mir sind so ausführliche Liste jedenfalls schon unter die Augen gekommen),
        das Kopftuch hingegen verleiht auch das Prädikat „ehrbar“, im Sinne von „zu respektieren“, im Umkehrschluss, welcher als Übereinkunft und Annahme auch bei uns existiert, bedeutet das Mädchen/Frauen haben diesen selbstverständlichen Respekt nicht.
        Was beim Dresscode, welcher sich ja auch nicht auf den gesamten Aussenraum bezieht, sondern temporär/ortgebunden gefordert ist, so nicht mit-transportiert wird. Kopftücher finde ich daher nicht nur für die Mädchen sehr problematisch, sondern auch für ihre Brüder, Cousins.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        Verbesserung: Mädchen/Frauen welche das Kopftuch nicht tragen, werden in dieser transportierten Übereinkunft eine Stufe weiter unten angesiedelt, und haben „zu Recht“ mit entsprechendem Verhalten/Nichtrespekt zu rechnen.
        Es ist nicht nur ein religiöses Symbol, eher ein islampolitisches.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Ich stehe gerade etwas auf dem Schlauch. M. Berner hat ja soweit ich es sehe eine Interpretation der islamisch-rigiden Kleidervorschriften zitiert, was ja nicht seiner eigenen entsprechen dürfte. Und die so auch nicht falsch ist.
        Ich bin 100% Deiner Meinung, dass es nicht der Fehler von Mädchen (oder Frauen) sein soll, wenn Jungs (oder Männer) sich dadurch irgendwie provoziert fühlen. Aber trotzdem sollen Kleidervorgaben in einem gewissen Ausmass für alle Geschlechter gelten, jeweils dem Anlass, sowie gewisser Sitten und Gebräuche entsprechend (was in seiner Bedeutung gerne in Abrede gestellt wird). Denn Integration und sittliches Verhalten beschränkt sich bekanntlich nicht nur aufs Grundgesetz (deutsche Auslegeordnung) oder Verfassungsartikel. Da ist schon mehr dabei.

      • 13 sagt:

        @ Brunhild
        Auch hier: Mir geht es nicht einmal um das Kopftuch an sich, sondern um die Vorstellung, Frauen hätten sich zu bedecken, um Männer nicht in Versuchung zu führen. Ja, das finde ich auch für Brüder und Cousins der zum Kopftuch gezwungenen Mädchen schwierig. Gleich wie ich es schwierig finde, wenn man einem 8. Klässler indirekt unterstellt, er könne sich nicht konzentrieren, nur weil der BH-Träger einer Mitschülerin hervorblickt. Gleich wie Mädchen/Frauen nicht nur als Sexsymbole wahrgenommen werden dürfen, sollten Jungs Männer gerade nicht als „Mann, wenn dieser arme ihren Reizen schutzlos ausgeliefert ist…“ Wobei hier dann selten von der Hölle gesprochen wird. Höchstens „sie ist selber schuld, wenn ihr etwas zustösst, wenn sie sich so schamlos gibt“….nicht besser.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Ich scheine mich ja heute ganz unklar auszudrücken 😉 :
        „M. Berner hat ja soweit ich es sehe eine Interpretation der islamisch-rigiden Kleidervorschriften zitiert, was ja nicht seiner eigenen entsprechen dürfte. Und die so auch nicht falsch ist.“
        Diese Interpretation ist überhaupt nicht falsch. Sie gründet jedoch im Patriarchat nicht unbedingt im Islam selber. Ich sage nur, dass auch hier manche (nicht alle!) Kleidervorschriften aus exakt den gleichen Gründen erlassen werden. Und diese haben den gleichen Ursprung, weil die Männerherrschaft auch im Christentum durchaus eine Heimat fand wie im Islam auch.
        Natürlich gibt es daneben noch andere Kleidervorschriften, die nicht nur Mädchen (oder Jungs) betreffen und die auch andere Gründe haben, wie keine gewalttätigen Motive etc.

      • Michel Berner sagt:

        Ja, 13 (warum eigentlich nicht den richtigen Namen brauchen?, ich spreche lieber mit einem Menschen, als mit einer Nummter), man kann tatsächlich verschiedener Meinungen sein. Ich denke aber, es ist vorsichtig, sich bei einem emotional so aufgeladenen Thema wie der Kopftuchdebatte auch auf das Wissen von Expertinnen zu stützen (Fr. Elham Manea, Fr. Keller-Messahli in der Schweiz sind die prominentesten), also Frauen, die aus eigener Erfahrung wissen, wovon sie sprechen, und wo die Gefahren lauern. Vor allem Fr. Manea hat als Akademikerin viel auf dem Gebiet der Frauenrechte geforscht und weiss wahrscheinlich besser als Sie und ich, wo die möglichen Tretfallen (naive Toleranz, die Intoleranz begünstigt) lauern.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Es gibt Kleidervorschriften, die Männern das Tragen von kurzen Hosen verbieten, Frauen aber das Tragen von Röcken erlauben.
        Man verbietet nicht nur den Mädchen das Tragen von Trägershirts, sondern selbstverständlich auch den Jungs. Obwohl dort gerade gar nichts Anstössiges vermutet werden kann. Und Basketballkäppis, Vierfruchthosen, Sportkleider, Gummistiefel, usw.
        Ausserdem ist es meist nicht nur zum „Schutz“ der männlichen Lehrer und Schüler, sondern es geht, wie so oft auch um die „Werterhaltung“ von Frauen. Dass sie sich nicht zu billig präsentieren (und den „Markt“ kaputt machen). Es gibt ja gute Gründe, warum gerade Frauen bei anderen Frauen sehr genau hinschauen, was sie tun und was sie tragen. Das ist nicht nur Patriarchat.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ausserdem ist es nun mal so, wenn jemand sich im weitesten oder im engeren Sinne in Reizwäsche präsentiert, dass dies auch entsprechende Reaktionen auslöst. Ist ja auch gewollt, wenn auch vielleicht nicht gerade bei diesen Personen. Das lenkt nicht unbedingt den Lehrer ab, führt aber durchaus zu Unruhe in der Klasse. Muss ja nicht sein.

      • 13 sagt:

        @ Herr Berner
        Da ich mich aber nicht hinter einem Schweizer Namen, den es Tausendfach gibt, verstecken kann, tue ich es hinter einer Nummer. Damit ermögliche ich mir zudem das Privileg selber zu bestimmen, wann und ob ich etwas über meine Herkunft sage und die damit verbundenen Assoziationen bei anderen hinnehme und wann nicht. Ein Privileg, das ich nicht immer habe.
        Ich bin keine Muslima, ich trage kein Kopftuch. Ich kenne einige, mit und ohne und habe viel zu dem Thema gelesen und mit Menschen gesprochen. Pro und Kontra und kann vieles nachvollziehen. Nur, um das Kopftuch ging es hier in erster Linie nicht, sondern um Kleidervorschriften.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Werterhaltung, Markt, billig, Reizwäsche….hat natürlich nichts mit dem Patriarchat zu tun. Nicht doch 😉

      • Michel Berner sagt:

        @13: Nein, Sie haben doch zuerst auf einen Kommentar von mir reagiert, wo es um das Thema Kopftuch (und nicht um Kleidervorschriften) ging, initiiert durch das erste Bild mit dem Mädchen mit Kopftuch. Das können Sie weiter oben verifizieren. Das ist nun objektivierbar…

      • 13 sagt:

        Herr Berner
        Ich habe aber die Parallele dazu gezogen, dass Ihre Begründung, warum ein Mädchen ein Kopftuch tragen sollte mit der Begründung für andere Kleidervorschriften hierzulande übereinstimmt. Damit habe ich mich aber weder pro noch contra das Kopftuch ausgesprochen. Höchstens gegen Zwang (als Gebot oder als Verbot) und zwar beim Thema Kopftuch und andere Vorschriften.

      • Sportpapi sagt:

        @13:“Werterhaltung, Markt, billig, Reizwäsche…. hat natürlich nichts mit dem Patriarchat zu tun. Nicht doch “
        Was weiss ich denn? Kenne mich mit der Patriarchat-Theorie nicht so aus. Aber ja, wenn du Patriarchat ein weiteres Mal mit Kapitalismus gleichstellst (und damit weg von der Geschlechterfrage), dann hast du sicherlich recht.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Die Frau als (Sex-)Objekt mit einem Marktwert hat in erster Linie mit der Geschlechterfrage zu tun. Da es jedoch legal ist, Frauen zu kaufen, hat es natürlich auch eine kapitalistische Komponente, aber diese ist vorliegend aus meiner Sicht zweitrangig.

      • Michel Berner sagt:

        @13: Schade, dass wir nicht in Person weiter diskutieren können, das gibt es leider viel zu selten, dass man mit jemandem einen solchen Dialog führen kann, der seinen Standpunkt zu verteidigen wagt.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Aus irgendeinem Grund ist hier eine ausführliche Antwort verloren gegangen. Aber dann halt in Kürze: In der Schweiz ist Menschenhandel verboten, also auch den „Kauf einer Frau“.
        Und natürlich hat Sex und Prostitution eine Geschlechterkomponente. Vor allem aber bei der Nachfrage. Sex ist etwas, für das praktisch ausschliesslich Männer zahlen müssen.

  • Muttis Liebling sagt:

    ‚Ist es nicht unangebracht, dass diese Geschichte noch immer im Umlauf ist?‘

    Nein ist es nicht. An der Geschichte ist doppelt nichts Rassistisches. Nicht bezogen auf 1985 und nicht bezogen auf Heute. Aber auch wenn eine Geschichte heute anders gelesen wird, man ändert Geschichten nicht. Es gilt immer der Wertmassstab der Entstehungszeit, nicht die heutigen.

    ‚Wir können mit unseren Kindern Bilder von afrikanischen Städten anschauen, Bilder mit Hochhäusern, Bürogebäuden und Bildungszentren …‘

    Wir könnten das, sollten es aber nicht. Es wertet Afrika, Asien nicht auf, den Westen zu imitieren. Im Gegenteil, das wertet ab. Der Nicht- Westen hat eine eigene, meist viel reichere Kultur. Zu der gehört der Medizinmann und die Naturreligionen, nicht das Hässliche des Kapitalismus.

    • Brunhild Steiner sagt:

      „Zu der gehört der Medizinmann und die Naturreligionen, nicht das Hässliche des Kapitalismus.“

      Gehört in manchen Gegenden noch so dazu, dass einheimisches Medizinalpersonal angegriffen wird wenn sich um Gesundheitsvorsorge oder bspw Ebolapatienten kümmern wollen…

    • Eva D sagt:

      Ja, aber wenn man nicht zeigt, dass es auch dort moderne Städte gibt, denken die Hiesigen, dass dort weiterhin alle mit (nie dagewesenen) Bananenröckli rumrennen. Und das ist ist rassistisch. Genauso wie die dargestellte Vorstellung, die Weissen müssten die armen „Negerli“ (so werden die AfrikanerInnen leider dargestellt) retten.

    • Martin Frey sagt:

      @ML
      „Zu der gehört der Medizinmann und die Naturreligionen, nicht das Hässliche des Kapitalismus.“
      Ja, das sind dann die Gründe, weshalb Abertausende HIV-positive Kinder im südlichen Afrika verstossen in irgendwelchen Heimen dahinvegetieren. Weil irgendwelche Sangomas unentwegt den „Jungfrauen-Reinigungsmythos“ unter der Bevölkerung verbreiten, was zur Folge hat, das ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung deren Unsinn glaubt. Mit bekannt fatalen Folgen.
      Das ist halt auch eine der afrikanischen Realitäten, unter dem Strich wohl repräsentativer als Hochhäuser und Bürogebäude. Ob das dann aber für Kinderbücher geeigneter sein soll als das monierte neokolonialistische Helfersyndrom?
      Ich bezweifle das etwas.

      • Muttis Liebling sagt:

        Es ist, wie es ist. Kinderbücher müssen und sollen keine Realität darstellen. Aber Kinderbücher sollen auch keine Hybrid- Welt afrikanischer Wirklichkeit garniert mit westlichen Werten zeigen.

        Für mich ist eher Rassismus, wenn man die Spuren der Kolonisation als scheinbar positiven Wert in den Vordergrund stellt. Hochhäuser in Afrika sind Symbol für Neokolonialismus.

      • Anh Toàn sagt:

        Hochhäuser in Afrika sind Kolonialismus, weil die ohne noch immer in Hütten leben wüden, wie vor der Kolonialzeit? Vielleicht wussten Sie ja nicht, dass in Timbuktu bereits im 16. Jh mehrstöckige Steinhäuser gebaut wurden? Aber vom maurischen Einfluss auf die europäische Architektur haben Sie schon gehört?

      • Muttis Liebling sagt:

        Imitation von Westen ist Kolonialismus, egal ob Architektur, Wirtschaft, Kunst, Medizin. Kolonialismus ist es, die westlichen Werte für höher oder gar universal zu setzen.

      • Martin Frey sagt:

        @ML
        „Imitation von Westen ist Kolonialismus, egal ob Architektur, Wirtschaft, Kunst, Medizin.“
        So ein Nonsense. Imitation beginnt schon im Wochenbett, und zieht sich durchs ganze Leben. Alles was erfolgreich, erfolgversprechend, und attraktiv scheint, wird imitiert und kopiert. Ganze Volkswirtschaften basieren darauf. Das ist ein urmenschlicher Zug, aber auch im Tierreich zu finden.
        Dass der Westen auf derart vielen Ebenen derart oft kopiert und imitiert wird, hat mit seiner Erfolgsstory zu tun.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @ML
        dann wirds aber ziemlich anstrengend, und eigentlich hat jeder verloren der eine Entwicklung nicht als erstes umgesetzt hat-
        denn ein übernehmen von guten Ideen wird von Ihnen als abzulehnenden Kolonialismus gesehen.

        Vor dem alle, welche die Idee nicht als erstes hatten, oder nicht als erstes umsetzen konnten; geschützt werden müssen?
        Und Protektionismus, besonders wenn ein Westler entscheidet wer geschützt werden muss, ist dann nicht rassistisch/kolonialistisch?
        Ich finde das nun leicht verwirrend…

  • Eva D sagt:

    Danke für diesen Text und für die Aufforderung, empört zu sein. Es gibt Geschichten, die gehen gar nicht. Im Zusammenhang mit dem von Ihnen zitierten Beispiel hat mich zudem die – für mich eklatante -Verkehrung der Realität geärgert. In einem fremden Land ist die Wahrscheinlichkeit, dass Einheimische die Touristen retten müssen, sehr viel höher als umgekehrt.

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