Mütter, pocht auf eure Rechte!

Nur nicht einschüchtern lassen: Ein neuer Ratgeber nennt die Rechte arbeitstätiger Frauen mit Kindern.

Viele Frauen – und Männer – kennen ihre Rechte am Arbeitsplatz nicht. Foto: Rawpixel, Pexels

 

Anna arbeitet Vollzeit in einer Führungsposition, als sie schwanger wird. Sie möchte als Mama ihren Job behalten, aber weniger oft im Büro sein. Mit dem Chef vereinbart sie, dass sie nach dem Mutterschaftsurlaub ihre Arbeit im 60-Prozent-Pensum wieder aufnehmen wird. Eine zusätzliche Assistentin soll sie unterstützen.

Alles wird schriftlich festgehalten. Doch als der Vorgesetzte wechselt, soll die Abmachung plötzlich nicht mehr gelten: Der neue Chef stellt Anna vor die Wahl, entweder weiterhin 100 Prozent zu arbeiten und ihre Führungsposition zu behalten, oder aber aufgrund des Teilzeitpensums zur Assistentin degradiert zu werden. Beides kommt für Anna nicht infrage, weshalb sie das Unternehmen verlässt.

Sich wehren? Das war für Anna damals keine Option. «Die Loyalität zum Unternehmen wog stärker als allfällige Rachegelüste», sagt sie. Zudem wollte sie in derselbe Branche etwas Neues suchen «und da kennt man sich. Ich wollte nicht als diejenige dastehen, die gegen den eigenen Arbeitgeber prozessiert.»

Welche Rechte haben Mütter?

Irmtraud Bräunlich-Keller: «Mutter werden – berufstätig bleiben», 200 Seiten.

Der beschriebene Fall stammt aus dem neuen «Beobachter»-Ratgeber «Mutter werden – berufstätig bleiben» von Irmtraud Bräunlich Keller. Er illustriert sehr schön, weshalb es das neue Buch braucht. Denn Annas Geschichte ist leider kein Einzelfall – und auch ihre Reaktion darauf nicht. Deshalb wird im Ratgeber nicht nur erklärt, welche Rechte und Pflichten Schwangere und Mütter am Arbeitsplatz haben, die Autorin liefert auch gleich diverse Musterbriefe und -verträge mit: Protestbriefe bei einer Kündigung während der Schwangerschaft etwa oder bei einer plötzlichen Änderung des Arbeitspensums. 

 

Will sie mit ihrem Buch Frauen also dazu ermuntern, aktiver gegen Diskriminierung durch den Arbeitgeber vorzugehen? «Ja, ich finde tatsächlich, dass Frauen sich vermehrt wehren oder sich zumindest beraten lassen sollten, damit sie wissen, welche Möglichkeiten sie haben», sagt Bräunlich Keller.

Ihr sei aber auch bewusst, dass es viel Kraft brauche, gegen den eigenen Arbeitgeber vorzugehen. «Es ist verständlich, dass sich eine junge Mutter lieber auf ihr Baby konzentriert als auf den Knatsch mit dem Arbeitgeber», so Bräunlich Keller, «bei vielen Frauen spüre ich aber auch die Angst, stigmatisiert zu werden, wenn sie gegen den Arbeitgeber aufmucken.»

Schuldgefühle sind fehl am Platz

Oft geben sich gerade Mütter besonders Mühe, vorbildliche Mitarbeiterinnen zu sein. «Als berufstätige Mutter möchte man als vollwertige Arbeitskraft wahrgenommen werden, nicht als jemand, auf den alle Rücksicht nehmen und für den andere womöglich einspringen müssen», erklärt Bräunlich Keller. Wie sie in den Gesprächen zu ihrem Buch erfahren habe, kämpfen viele Frauen auch mit Schuldgefühlen – «nicht nur gegenüber den Kindern, sondern auch gegenüber dem Arbeitgeber». Sie fühlen sich schlecht, wenn sie am Abend Punkt 17 Uhr aus dem Büro rennen müssen, um die Kinder abzuholen. Oder wenn sie nicht zur Arbeit kommen können, weil das Kind krank ist.

Dabei ist es ihr gutes Recht, genau dies zu tun. Solange man Kinder unter 15 Jahren betreut, gilt man gemäss Arbeitsgesetz nämlich als «Angestellter mit Familienpflichten». Der Arbeitgeber ist verpflichtet, bei der Festsetzung der Arbeitszeiten auf diese Tatsache Rücksicht zu nehmen. Also etwa keine Sitzung auf den Abend zu legen, wenn die Kita um 18 Uhr schliesst. Ein Recht, das übrigens alle Väter genauso einfordern dürfen.

Wussten Sie im weiteren, dass …

  • eine Schwangere jederzeit auf blosse Anzeige hin die Arbeit niederlegen darf?
  • der Arbeitgeber Sie im Bewerbungsgespräch nur dann nach einer Schwangerschaft fragen darf, wenn die Arbeit für Schwangere gesundheitsgefährdend wäre?
  • eine Kündigung während der Schwangerschaft ungültig ist, sofern man sich nicht mehr in der Probezeit befindet?
  • Sie im ersten Lebensjahr des Babys Anspruch auf bezahlte Stillpausen haben, solange das Kleine noch Muttermilch trinkt?
  • Ihr Arbeitgeber Ihnen auf Ihr Verlangen eine Mittagspause von mindestens eineinhalb Stunden gewähren muss, wenn Ihre Kinder unter 15 Jahre alt sind?
  • Ihr Arbeitgeber Ihnen maximal drei Tage am Stück freigeben muss, damit Sie Ihr krankes Kind zu Hause betreuen können (gegen Vorweisen eines Arztzeugnisses)?

157 Kommentare zu «Mütter, pocht auf eure Rechte!»

  • Zufferey Marcel sagt:

    Guter Artikel: Den werde ich meiner Tochter schicken, die gerade Mutter geworden ist. Allerdings mit diesem Hinweis: summum jus summa injuria / das höchste Recht ist das höchste Unrecht oder ganz einfach: das Recht auf die Spitze getrieben, wird zum Unrecht (Cicero).

  • Mike sagt:

    Der Ärger und die Frustration von Eltern, die ihre Führungsposition in Frage gestellt sehen, weil sie Nachwuchs erhalten, ist verständlich. Gleichzeitig dürfte man auch einmal die Situation von uns restlichen Angestellten und Vorgesetzten ansehen: meine Chefin ist bei einem 60%-Pensum gefühlt einen Tag in der Woche ansprechbar, den Rest verbringt sie im Home Office oder auf Sitzungen. Und dies in einer Branche und einer Tätigkeit, die rasche Entscheidungen erfordert. (Bevor Sie fragen: Verantwortung delegieren ist nicht, s. Einleitungssatz). Kinder sind, hoffentlich, für ihre Eltern das Wichtigste auf der Welt aber die Verantwortung für Firma und Team sollte darob nicht vernachlässigt werden. Darum lieber einmal eine „Karriere“pause.

    • Hans Meier sagt:

      Wo genau ist hier die Diskriminierung? Die Mutter kann ja weiterhin 100% als Führungskraft arbeiten. Das wurde ihr gemäss ursprünglicher Vereinbarung weiterhin angeboten. 60% UND Führungskraft ist eben NICHT die gleiche Anstellung. Der Arbeitsplatz ist eben kein Selbstverwirklichlichungs- und Lebensoptimierungsort für Gutausgebildete mit Besitzstandswahrungsanspruch. Kein Selbstständigerwerbender könnte sich das leisten, auch kein Unternehmer. Wenn man den Job mit 60% machen könnte, dann hätte die Frau ja schon von Anfang an ein 60% Pensum verlangen können.

  • 13 sagt:

    Und alle, die nun rufen, die Geschichte habe doch nichts mit Mutterschaft zu tun, schlagen mal „indirekte Diskriminierung“ im Duden nach…
    Kein Arbeitgeber ist so blöd und sagt: „Ich künde, weil Du ein Baby hast“, stattdessen passiert genau das, wie oben beschrieben. Und auch zeigt der Text sehr gut die Problematik der angeblichen Klagemöglichkeit auf (auch beim Lohn anzuwenden) und warum es andere Massnahmen braucht. Aber hey, in 3 Wochen sind Wahlen…

    • Sportpapi sagt:

      @13: Was soll man denn bei den Wahlen wählen, deiner Meinung nach? Das Problem ist, dass gut gemeint eben nicht immer gut gelöst ist. Wenn Schutzmassnahmen dafür sorgen, dass Frauen als Arbeitskräfte für Unternehmen „teurer“ werden (ebenso z.B. ältere Arbeitnehmer wegen den Sozialabgaben), dann führt das logischerweise zu Problemen bei den Anstellungen. Man kann nicht mit Federstrich und Gesetz von Firmen verlangen, wirtschaftliche Kriterien ausser Acht zu lassen.
      Hier gehen die Schutzmassnahmen teilweise zu weit, und ich verstehe Frauen wie Männer, die nicht immer auf ihre Rechte bestehen. Dafür vielleicht Firmen haben, die ihnen auch mal entgegenkommen, ohne gesetzliche Zwänge.

    • Sportpapi sagt:

      @13: Ach ja: Das erwähnte Beispiel hat nichts mit Mutterschaft zu tun, haben einige Kommentatoren angemerkt. Weil es immer sein kann, dass eine (zu) grosszügige Vereinbarung bei einem Chefwechsel nicht akzeptiert wird. Natürlich unter Einhaltung aller Gesetze und Fristen, hoffe ich doch.

    • 13 sagt:

      Wählen kann man Parteien und Personen, die sich für Gleichberechtigung stark machen und zwar nicht nur rechtlich, sondern auch gesellschaftlich. Siehe das beschriebene Beispiel aus Dänemark. Wir haben da auch Familie und können das bestätigen, in Schweden arbeitete mein Vater länger. Ein grosses Thema ist eben die Mentalität, nicht nur die Gesetze, diese helfen höchstens, wie der VU. Immer wieder wird da behauptet, XY gehe gar nicht (oder auf schweizerisch: kann sich ein Arbeitgeber nicht leisten), was anderswo problemlos funktioniert.
      Zum Beispiel: wenn mehrheitlich Mütter betroffen sind, dann hat es eben mit Mutterschaft zu tun. Wie gesagt: indirekte Diskriminierung….

      • Sportpapi sagt:

        @13: Die Partien bzw. die Parlamentarier sollten ja die Repräsentanten des Volkes sein. Insofern ist es richtig, dass jede/r gut überlegt, wem er sein Vertrauen gibt (und überhaupt wählen geht!). Und dabei ist es wichtig, genau hinzuschauen, wofür die Parteien denn neben ihren 1-2 Lockvogel-Parolen auch noch stehen.
        Andererseits ist das Parlament eben ein Abbild der Gesellschaft, und nicht umgekehrt. Es ist nicht die Aufgabe der Politiker, die Mentalität der Bevölkerung zu ändern.
        Persönlich bin ich gegen staatliche Bevormundung und den „Nannystate“, und werde entsprechend wählen (weiss allerdings noch nicht, was und wen). Und ich würde mich auch als Frau von Parteien nicht vertreten fühlen, die mich als Opfer statt als starke Person sehen, nur weil ich Frau bin.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „wenn mehrheitlich Mütter betroffen sind, dann hat es eben mit Mutterschaft zu tun.“ Klar. Nur nicht zwingend mit Diskriminierung.
        Und richtig: Andernorts gibt es noch sehr viel mehr Eingriffe als in der Schweiz, noch viel mehr Regeln und Vorschriften, Korrektur- und Fördermassnahmen, um nicht zu sagen Umerziehungsmassnahmen.
        Und ja, bis zu einem gewissen Grad funktionieren sie – die Wirtschaft fällt meist nicht gerade zusammen, die angestrebten Ziele werden teilweise erreicht.
        Aber alle Massnahmen haben nun mal eine Kehrseite, über die auch gesprochen werden muss. Wenn z.B. alle Kinder fremdbetreut werden, was die Schweizer Mütter sich nicht wünschen.
        Aber wir leben in einer direkten Demokratie. Wir können über alles abstimmen!

      • Sportpapi sagt:

        @13: Noch ein letzter Gedanke: Soll ich eigentlich die Kandidatin aus meinem Dorf wählen, die weit oben auf meiner Liste stehen würde. Die aber in ihrem ganzen Wahlkampf, in ihrer ganzen Kommunikation immer nur über Frauenrechte und gesellschaftliche Fragen diskutiert hat, und zu Frauensolidarität aufgerufen hat?
        Auf der anderen Seite weiss ich immer noch nicht, wofür sie dann im Alltagsgeschäft steht, und wo sie sich beispielsweise für ihre Gemeinde einsetzen will.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „ Wählen kann man Parteien und Personen, die sich für Gleichberechtigung stark machen und zwar nicht nur rechtlich, sondern auch gesellschaftlich.“
        Naja, das engt das Spektrum natürlich schon mal ein. Zumindest die zwei grossen Polparteien fallen unter dieser Prämisse konsequenterweise schon mal raus…
        😉
        Wäre bei mir sowieso zu spät. Schicke die Couverts iaR innert 2-3d wieder zurück. Erledigt ist erledigt.

      • 13 sagt:

        „Andererseits ist das Parlament eben ein Abbild der Gesellschaft, und nicht umgekehrt.“
        Ach, unsere Gesellschaft besteht zu mehr als 2/3 aus konservativen Männern über 60?
        Ich werde auf das Ganze nicht eingehen. Ich finde das Wählen gehen (wie auch abstimmen) eine Bürgerpflicht, kein -recht und fordere daher Menschen auf, wählen zu gehen. Was resp. wen sie wählen, ist jedem selber überlassen. Wenn aber über Rechte und Pflichte gesprochen wird, finde ich die Wahlen nicht unwichtig.

        @ MF
        „Naja, das engt das Spektrum natürlich schon mal ein. Zumindest die zwei grossen Polparteien fallen unter dieser Prämisse konsequenterweise schon mal raus…“
        Kannst Du das erklären (also eine Seite ist mir natürlich ganz klar, aber die andere…)?
        Mein Couvert kam erst Ende letzte Woche 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wir freuen uns ja, wenn allenfalls bestenfalls wieder eine Wahlbeteiligung von 50% erreicht wird. Ist einfach so, und es sind auch nicht die Frauen, die ihren Pflichten übermässig häufig nachkommen. Ansonsten ja, wenn eine 30jährige Frau als politische Vertretung einen Mann im Pensionsalter wählt, ist das halt so. Und die konservativen Politiker werden durch konservative Wähler/innen gewählt. Diese sind offenbar auch unter den Jugendlichen Wählern in der Mehrheit.
        Zu MF: Ich verstehe vermutlich, was er meint angesichts der Eiertänze der SP, wenn es um Männerfragen geht, und wäre dann seiner Meinung. Aber er kann sich ja selber äussern, während ich schon mal das Pop Corn auspacke.

      • Martin Frey sagt:

        Popcorn ist gut, SP 😉
        Willst Du wirklich meine Meinung hören, 13?
        Persönlich bin ich der Ansicht, dass sich eine Partei demokratiepolitisch und rechtsstaatlich delegitimiert, wenn Sie Gewalt gegenüber Andersdenkenden als legitimes Mittel betrachtet, um diese Leute an der Ausübung ihrer Grundrechte zu hindern. Ich bin auch der Ansicht, dass eine Partei sich delegitimiert, für Gleichstellung zwischen Mann und Frau einzustehen, wenn sie sich mit allen Mitteln gegen eine wie auch immer geartete Gleichstellung bei elementaren Fragen wie dem Rentenalter wehrt.
        Einzelpersonen panachiere ich immer wieder, Du wohnst dafür leider aber im „falschen“ Kt. 😉
        Plakativ formuliert: weder sind Leute für mich wählbar, die sich mit Genossen anreden, noch Leute, die sich mit Eidgenossen anreden.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Als Frau in meiner Branche bekommst Du immer wieder Mandate nicht, weil Du eine Frau bist. Die Begründung lautet dann oft: Ich brauche jemanden, der sich durchsetzen kann und suche darum einen Mann. Das hat nichts damit zu tun, dass ich oder andere Frauen es nicht könnten, sondern nur damit, dass in der gesellschaftlichen Wahrnehmung diese Eigenschaft eben männlich ist. Und das ist auch der Kampf, den ich und Gleichgesinnte führen. Nicht gegen Männer, sondern gegen ein System, das von Männern wie Frauen weitergetragen wird. Von heute auf morgen wird das nicht machbar sein, aber steter Tropfen höhlt ja bekanntlich den Stein.
        Und nochmals: Ich weiss nicht, was Dich triggert, aber ich habe nur zum Wählen aufgerufen, nicht gesagt „Wählt XY“ (oder gar XX 😉 )

      • 13 sagt:

        Und dann: Welche Männeranliegen werden denn vernachlässigt? Oder sind es eher Frauenrechte, die als Angriff auf Männer (ich als Feministin würde ja sagen: auf die männlichen Privilegien) verstanden wird? Warum soll die von Dir genannte Politikerin, die sich für Frauenrechte stark macht, Dich nicht repräsentieren können? Es sei denn natürlich, die Gleichberechtigung von Frau und Mann liegt gerade nicht in Deinem Interesse…

      • Sportpapi sagt:

        @13: Mich triggert, wenn jemand anzweifelt, dass das Parlament die Wählerinnen und Wähler repräsentiert, auch wenn dort alte Männer in der Überzahl sind. Jede Stimme zählt ja gleich, und irgendwie werden diese Männer gewählt.
        Ansonsten gebe ich dir bei deinem Kampf gegen Vorurteile recht. Allerdings sind die vielen Berichte, die Frauen als Opfer darstellen, die überall in ihrem Leben von Männern und der Gesellschaft fremdbestimmt sind (z.B. auch in der Partnerschaft), helfen da nicht wirklich weiter.
        Ansonsten bin ich ganz bei MF. Eine Partei, die sich in wichtigen Punkten immer wieder gegen Gleichstellung, gegen gleiche Rechte, gegen gleiche Pflichten wehrt – immer dann, wenn es um Männerrechte geht – ist diesbezüglich einfach nicht glaubwürdig.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Und eine Frau, deren grösste Leistung es offenbar ist, eine „starke“ Frau zu sein, und die vor allem dieses Programm kennt, die zudem zu Frauensolidarität aufruft, die muss sich irgendwann nicht wundern, wenn sie von Männern nicht gewählt wird. Denn a) wofür? und b) müssten die ja dann auch solidarisch sein.
        Und das, notabene, gerade weil ich eigentlich stark für Gleichberechtigung einstehe. Und es mir eigentlich egal ist, ob ich nun Mann oder Frau wähle, wenn er/sie nur auf meiner Linie ist und meine Anliegen vertritt.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Welche Männeranliegen werden denn vernachlässigt?“ Die Beseitigung aller Gesetze und Regelungen, die offensichtlich Männer diskriminieren. Die Liste ist ja bekannt.
        „Oder sind es eher Frauenrechte, die als Angriff auf Männer (ich als Feministin würde ja sagen: auf die männlichen Privilegien) verstanden wird?“ Jedes männliche Privileg, das auf geschriebenen oder ungeschriebenen Gesetzen beruht, kann per sofort und mit meiner Unterstützung aufgehoben werden. Und das gilt wohl für die meisten Männer, die gleich denken.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        „Mich triggert, wenn jemand anzweifelt, dass das Parlament die Wählerinnen und Wähler repräsentiert, auch wenn dort alte Männer in der Überzahl sind. “
        Nun, das ist Deine Ansicht. Meine Erfahrung ist diejenige, dass mich diese gerade nicht vertreten. Wenn ich Glarner höre, wie er etwas davon faselt, dass er Samenspender wird, wenn es einen VU gibt, dann bin ich nicht von ihm vertreten. Wenn so getan wird, als gäbe es keine Lohnungleichheit oder das Sexualstrafrecht sei ja sooo gut (oder noch schlimmer es sei männerfeindlich) etc. dann bin ich von diesen „alten weissen Männern“ eben nicht vertreten. Und es ist mein demokratisches Recht zu sagen: Hey, wenn ihr auch so denkt, dann helft mit die Zusammensetzung zu ändern. Ich zwinge ja niemanden.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Und wo sind sie denn die Bekämpfer der angeblichen Ungleichheiten? Kommt (MF, Du auch 😉 ) jetzt bitte nicht mit dem Rentenalter, denn es sollte auch dem allerletzten inzwischen klar sein, dass die Botschaft der SP und der Grünen ist: „Keine Erhöhung VOR Lohngleichheit“ und nicht „Keine Erhöhung“. Und bei der Wehrpflicht hätte die Gleichberechtigung vor Kurzem problemlos herbeigeführt werden können, wenn man denn gewollt hätte. VU/Elternzeit: Wer kämpft dafür? Die bürgerlichen Männer ab 60 bestimmt nicht. Und so fühle mich als starke Frau eben nicht von Personen (oder Parteien vertreten), die mich gerne klein halten, indem sie mir nicht den gleichen Lohn gönnen wie einem Mann oder die gleiche (Aufstiegs-)Chancen, damit ich ja abhängig bleibe.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Wenn mich deine Meinung nicht interessiert hätte, hätte ich nicht gefragt, aber schön zu hören, dass ihr Euch amüsiert, auch wenn ein schönes Glas Wein interessanter wäre als Popcorn.
        Daher: Danke! Wobei: falscher Kanton? Stehe gerade auf dem Schlauch. Für mich kommt ohnehin nur die leere Liste in Frage. Ist eine Einstellungsfrage, ich mag es nicht, etwas untergeschoben zu erhalten, wobei trotzdem klar ist, was ich oben rechts hinschreibe. Dann nur Menschen, die ich aus Überzeugung wähle. Diejenigen, die etwas leisten, nicht weil sie sich „falsch“ ansprechen, auch wenn mich beide Wörter sehr triggern. Btw. selbstverständlich waren darunter auch ein paar Männer und über 50j, aber eben nicht in der ganz grossen Mehrheit, wie im aktuellen Parlament. Ich bleibe gespannt.

      • Martin Frey sagt:

        Das war kein Spott meinerseits, 13, im Ggt. War nur etwas überrascht, da Wahlverhalten doch etwas persönliches ist. Nebenbei, das Glas Wein wäre mir auch näher. 😉
        Mich überrascht ehrlich gesagt etwas, wenn Du leer (?) einwirfst. Da ich in Erinnerung hatte, dass Du in einer Partei aktiv politisierst. So war auch meine ernst gemeinte Anspielung gemeint, auch wenn ich die Partei selber nicht wählen würde. Aber wir wohnen in verschiedenen Kantonen.
        Apropos triggern: man kann auch positiv getriggert werden (?)…. bei mir ist der Fall klar.
        Zum Thema: wenn eine Partei sich gg. Bestrafung der Vergewaltigung in der Ehe aussprechen würde, mit dem Verweis, dass Frauen ja keinen Militärdienst machen (was ebenso sachfremd-idiotisch wäre) würde ich genauso geharnischt reagieren.

      • 13 sagt:

        @ mf
        Nein, du hast mich falsch verstanden. Ich werfe nicht leer ein. Ich fülle den leeren Zettel aus, um mich nicht von vorgedruckten Namen beeinflussen zu lassen. Blinder Gehorsam liegt mir nicht, da will ich Leute drauf, die eben ich will. Die restlichen Felder gehen aber an meine bevorzugte Liste.
        Klar, ist das persönlich, wer sich aber äussert, darf auch Nachfragen nicht scheuen. Aber auf jeden Fall: Prost!

      • Sportpapi sagt:

        @13: Du wirst auch nicht von Glarner vertreten, den du ja sicherlich nicht gewählt hast. Sondern von „deinen“ Leuten. Aber wenn du mit deiner politischen Haltung in der Gesellschaft in der Minderheit bist, dann wird das genauso auch im Parlament der Fall sein – eben, ein Abbild. Aber natürlich kannst du dich dafür einsetzen, dass deine Haltung mehr Zustimmung erhält, und dann auch besser vertreten (und hoffentlich umgesetzt) wird. Aber ich bleibe dabei: Wenn jemand vor allem gewählt werden will, weil sie eine Frau ist, und zu Frauensolidarität aufruft, dann muss ich sie als Mann ja nicht wählen. Wofür auch?

      • Martin Frey sagt:

        Dazu noch eine letzte Frage, 13, aus persönlichem Interesse. Was triggert es bei Dir, wenn Du mit Genossin angesprochen wirst?
        Bei mir löst so etwas immer Befremden, gepaart mit ein Stück Gänsehaut aus.
        Wünsche einen guten, und v.a. fairen Wahlkampf!

      • Sportpapi sagt:

        @13: „denn es sollte auch dem allerletzten inzwischen klar sein, dass die Botschaft der SP und der Grünen ist: „Keine Erhöhung VOR Lohngleichheit“ und nicht „Keine Erhöhung““. Das macht für mich aber keinen Unterschied. Es steht die Beseitigung einer ausgewiesenen, massiven Diskriminierung zur Diskussion. Und die Partei der Gleichstellung sagt nein. Das ist schlicht unglaubwürdig, trotz allem Lamentieren. Noch schlimmer waren gewisse Aussagen zum gemeinsamen Sorgerecht, etc. Kommt dazu, dass in der Partei einzelne Männer diskriminiert werden, um grössere Ziele zu erreichen (positive Diskriminierung hat auch eine Kehrseite). Geht für mich gar nicht und ist wieder nicht zu rechtfertigen. Sippenhaft, quasi.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich kenne zudem keinen einzigen Mann, sicher keinen Politiker, der dir oder irgendeiner Frau nicht den gleichen Lohn gönnt. Und mehrheitlich gilt das auch für die Aufstiegschancen.
        Die Diskussionen entstehen bei der Bewertung der aktuellen Realität.
        Wenn wir im grossen und ganzen die gleichen Vorausetzungen erkennen – Mann wie Frau muss das gleiche leisten, um die gleiche Stufe zu erreichen – wird ja ständig darüber diskutiert, dass dies für eine Frau ja gar nicht möglich sei. Und dass man für Frauen und Frauenförderung deshalb erleichterte Zugänge wie Karriere in teilzeit etc. schaffen muss.
        Warum?
        Falscher Kanton war wohl gemeint, dass wir keine Berner wählen dürfen. Sonst wäre z.B. Andrea Zryd sicherlich auf meiner Liste.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Zuletzt noch: Das Problem ist auch, dass du vielfach Gleichstellungspolitik mit linker Politik gleichstellst.
        Ich kann sehr wohl für Männerrechte und Gleichstellung sein, ohne dass ich dafür einen weiteren Ausbau des Sozialstaates brauche. Im Gegenteil. Mir würde es schon reichen, der Staat würde aufhören, mich als Mann zu diskriminieren.
        Ich finde den Mutterschaftsurlaub sinnvoll und angemessen. Einen Vaterschaftsurlaub hingegen brauche ich nicht. Mir würde es reichen, wenn ich das Recht hätte, meine Ferien dann zu beziehen, wenn ich sie nach Geburt benötige.
        Und natürlich gibt es dazu auch Vorstösse aus der FDP, die gangbar gewesen wären, wenn es eben nicht um Ausbau, sondern „nur“ um mehr Gleichstellung gegangen wäre.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „Falscher Kanton war wohl gemeint, dass wir keine Berner wählen dürfen.“
        Genau. Ansonsten könnte ich Personen ausserkantonal wählen, die ich schätze. 13 gehörte für mich dazu (nur hat sie das offenbar nicht so verstanden).
        „Das Problem ist auch, dass du vielfach Gleichstellungspolitik mit linker Politik gleichstellst.“
        Das ist das Grundproblem linker Parteien. Sie reden von Gleichtstellung, bzw. das, was sie darunter verstehen, meinen aber konkret nur sich und die eigene Agenda. Reden von Frauenpolitik, meinen aber explizit nur Frauen der eigenen Partei.
        Ich fühle mich auch vom Gros des Parlamentes nicht repräsentiert. Ich habe weder mit Glarner noch mit dem Pendant der anderen Seite, Funiciello, irgendetwas gemein. Aber damit muss man leben, das nennt sich Demokratie.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Das ist doch der Punkt: du misst keine Frau wählen, die Frauenanliegen unterstützt. Und ich muss eigentlich überhaupt keinen Mann wählen, solange genügend fähige Frauen auf der Liste stehen und sie trotzdem die grosse Minderheit im Parlament darstellen. Ich habe es trotzdem gemacht, so böse bin ich dann doch nicht 😉

      • 13 sagt:

        @ SP
        Sorry, zu früh. Ich stelle Gleichberechtigung nicht per se mit linker Politik gleich, auch wenn grosse Überschneidungen vorliegen. Allerdings fällt es mir tatsächlich eher schwer zu verstehen, wie jemand für die Gleichberechtigung sein kann und bürgerlich sein kann. Die Widersprüche sind in meinen Augen gross. Ich habe dies öfters Menschen direkt gefragt und doch keine wirkliche Antwort erhalten.

      • 13 sagt:

        @ martin
        Die Frage kann ich dir beantworten: da spielt natürlich meine Biographie mit rein. Im Gegensatz zu den SPlern in der CH habe ich im Sozialismus gelebt und die Hirnwäsche des sozialistisch/kommunistischen Systems, das mich dazu gebracht hat, als 7jährige mit einem, von der Genossin Lehrerin (kein Scherz, das war die Bezeichnung) eingeimpften, Stolz die Nationalhymne zu singen, eine Fahne zu schwenken und zu salutieren. Nie wieder! Wie manche Wörter aufgrund des NS-Regimes gestrichen werden (sollten), gilt das m.M.n. auch für das kommunistische. Ich bin daher keine Genossin, auch keine Sozialistin, sondern Sozialdemokratin. Frei gewählt innerhalb einer Demokratie.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Allerdings fällt es mir tatsächlich eher schwer zu verstehen, wie jemand für die Gleichberechtigung sein kann und bürgerlich sein kann.“
        Wahrscheinlich aus denselben oder ähnlichen Vorbehalten, wie ich sie auch äusserte. Ich kann einfach keine Leute wählen die Gewalt oder andere widerrechtliche Mittel auch nur ansatzweise als legitime Mittel ansehen, politische Ziele zu verfolgen, respektive nichts dabei sehen, dass Leute derselben Partei das tun. Das sind tiefrote Linien demokratischer Gepflogenheiten für ganz viele Menschen. Und solange eine Partei solches Gehaben stillschweigend toleriert, sich weder in aller Schärfe distanziert noch solche Leute ausschliesst (was sie eigentlich müsste), werden sich bei aller Sympathie in gewissen Fragen die Leute ab- und nicht zuwenden.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Das habe ich vermutet/ein Stück weit erwartet/gehofft. 🙂 Danke für die Antwort!
        Ich habe ja nie eine solche, prägende Sozialisierung durchlaufen, sehe es aber trotzdem ähnlich, kann mir aber Deine Erfahrungen natürlich nur ansatzweise vorstellen. Nur erlaube mir anschliessend nochmals eine persönliche Frage, die ich mir selber auch schon stellte: Macht es Dir keine Mühe, links und rechts von nicht wenigen solcher sterneschwenkenden „GenossInnen“ umgeben zu sein, die schon fast rituell etwas zelebrieren von welchem sie nicht selten wenig bis keine (praktische) Ahnung haben, oder gar (wie Molina, Cavalli ua) durch alle Böden wider besseres Wissen verteidigen?
        Hut ab, ich könnte das nicht. Oder anders gesagt, meine Magenschleimhaut würde das nicht zulassen… 😉

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Ich bin nicht umgeben. Ich kandiere übrigens auch nicht (woher habt ihr das? Auch wenn es mich ehrt) und bin nicht so aktiv, wie vermutet, resp. zur Zeit nur auf kommunaler Ebene. Ich denke aber nicht unbedingt, dass man allem zustimmen muss, um ich in einer Partei zu engagieren. Da ansonsten die Richtung stimmt, kann ich solchen Dingen ziemlich gelassen entgegensehen. Es ist aber entgegen häufiger Meinung, auch nicht so, dass sich alle stets so ansprechen. Die Post kommt auf jeden Fall nicht so adressiert. Und Sterne sehe ich auch nicht, nur Rosen 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Allerdings fällt es mir tatsächlich eher schwer zu verstehen, wie jemand für die Gleichberechtigung sein kann und bürgerlich sein kann.“ Konservativ und progressiv schliessen sich aus. Liberal ist aber etwas anderes. Zumal ja auch die SP und selbst die Feministinnen in vielen Fragen sehr konservativ sind.
        Aus Wiki: „Wesentliche Merkmale bürgerlicher Parteien sind der Vorrang des einzelnen Staatsbürgers gegenüber dem Staat, die Betonung der Subsidiarität, der Schutz von Eigentum und eine zurückhaltende Steuer- und Defizitpolitik.“ Ich sehe da keinen Widerspruch zu Frauenrechten und Gleichstellung. Du?

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Bei diesem Vorwurf an die SP komme ich nicht mit. Zu wenig Abgrenzung?
        Da stören mich die konkreten Handlungen/politischen Entscheidungen der rechten Parteien eigentlich mehr, wenn es um Umgang mit Unrechtsstaaten, Waffenexport, Steuerhinterziehung etc geht.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „Zu wenig Abgrenzung?“
        Ich meine Dinge wie das hier:
        https://www.nzz.ch/meinung/marsch-fuers-laebe-jungsozialisten-kritisieren-polizeieinsatz-ld.1508838

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Ok, habe ich nicht mitbekommen (hätte mich allerdings über den süffisanten Kommentar der NZZ auch geärgert). Und das reicht, eine ganze Mutterpartei nicht mehr zu wählen? Und ich wiederhole mich – auch rechts ärgert mich die fehlende Abgrenzung von Unrecht immer wieder. Bleibt dann noch die Frage, welche Partei bleibt.

      • Martin Frey sagt:

        @SP
        Sie können das gerne auch andernorts nachlesen, SP, ohne Tonfall 😉 ändert nichts am Sachverhalt.
        Ist ja kein Einzelfall, dies nur nebenbei.
        Rechts nerven mich ebenfalls Dinge, wie bereits erwähnt, nur sind das andere Dinge. Da sind gewisse Parteien ebenfalls für mich unwählbar.
        Aber es gibt ja notabene mehr als nur die Polparteien, wir haben ja glücklicherweise eine relativ pluralistische Parteienlandschaft. Auch wenn es die „perfekte“ Partei kaum gibt. Gewisse Kompromisse muss man immer machen, wie auch 13 richtigerweise anmerkt. Und wenn einem gar keine Partei zusagt, kann man ja immer noch „leer“ einwerfen.
        Nur nicht wählen, das geht gar nicht, dass sehe ich wie 13. In vielen Ländern sterben die Leute für dieses Recht, während wir sind zu faul, ein Couvert einzuwerfen.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Selbstverständlich werde ich wählen. Aber ja, gemäss Spider habe ich bei keiner eine Zustimmung von deutlich über 50 Prozent. Muss also meine „Punkte“ etwas verteilen.
        Meine Partei hat sich leider längst aufgelöst.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ich sprach doch gar nicht von konservativ oder liberal, sondern von bürgerlich. Wenn ich sehe, wie die beiden grossen bürgerlichen Parteien praktisch sämtliche Gleichstellungsbemühungen, die SVP ganz offen alle, die FDP faktisch sehr viele, und selber für das grosse Geschlechterungleichgewicht im Parlament und anderen Gremien sorgen, dann fällt es mir schwer, das in Einklang zu bringen.

        Was mich in dieser Diskussion immer noch beschäftigt:
        Du hast vermehrt das Thema „Maturitätsquote“ aufgeworfen. Das letzte Mal meintest du, das Ungleichgewicht sei „heftig“ (ich glaube, das war Dein Wort). Wir sprechen da von 56% Frauenanteil. Ein Männeranteil im Parlament von 68% (NR) resp. 87% (SR) stört Dich aber nicht, das findest Du ok. Wie ist das zu vereinen?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich habe ja die Definition von bürgerlich nach Wiki verwendet. Es macht aber für mich einen Unterschied, ob man gut begründet gegen spezifische Massnahmen ist, oder ob man „Frauen kleinhalten“ oder bewusst weniger Lohn zahlen möchte. Das habe ich von der SVP wie FDP nie so gehört. Du? Oder was wäre dein Beispiel, dass diese Parteien einer Ungleichbehandlung von Männern und Frauen zugestimmt hätten? Gar zum Nachteil von Frauen?
        Zum anderen: Ich empfinde die tiefen Frauenquoten in den Parlamenten als Problem. Das darauf beruht, dass viele Frauen sich leider nicht für Politik interessieren, nicht in Parteien sind und schon gar nicht sich für ein Amt bewerben.
        Obwohl sie ja zumindest kommunal vielfach ideale Voraussetzungen hätten.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich bin also einverstanden mit jeder Kampagne, die Frauen motivieren soll, teilzunehmen. Aber nicht einverstanden, dass dabei spezielle Förderungen, Abkürzungen oder gar Quoten gelten sollten.
        Ähnlich bei den Schulen: Die Sprachlastigkeit des Gymnasiums ist ein Problem, zumal es nicht den Bedürfnissen der Wirtschaft entspricht. Aber grundsätzlich gelten die Anforderungen für alle gleich. Aber wenn ständig über die Benachteiligung von Frauen diskutiert wird, muss man ja auch mal die gegenteiligen Punkte anführen. Persönlich wäre es mir grundsätzlich lieber, man würde die Vorlieben der Menschen besser respektieren, statt sie mit allen Massnahmen verändern zu wollen.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Bei der Volksschule ist es einfach so, dass jedes Kind da durch muss, ganz im Gegensatz zum Parlament. Dort muss niemand müssen, schon das Wählen ist ja hochfreiwillig. Wenn in der Schule aber ein Geschlecht, egal ob Mädchen oder Knaben, aus welchen Gründen auch immer systematisch oder durch das Lehrpersonal benachteiligt werden würde, wäre das ein Problem.
        Beim Parlament wäre eine angemessene Vertretung der Bevölkerung zwar wünschenswert, aber im Gegensatz zum Bundesrat ist es kein Kriterium. Sowieso sind ganze Bevölkerungsgruppen im Parlament überhaupt nicht vertreten (Kinder, Betagte, Behinderte usw) was auch niemand zu stören scheint.
        Was mich fast noch mehr stört als die Geschlechterverteilung: die völlig einseitige und nicht repräsentative Verteilung der Berufsgruppen.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Du misst (einmal mehr) mit völlig verschiedenen Massstäben. Wo hat denn die SP direkt gesagt, sie wolle jetzt Männer diskriminieren? Trotzdem interpretierst Du, meiner Meinung nach völlig zu Unrecht, ihre Politik so. Wenn sich die SVP, und eben teilweise die FDP, gegen Massnahmen zur Sicherung der Lohngleichheit stellt (die Überwachung der Einhaltung der Gesetze ist eine hoheitliche Aufgabe), gegen die Einführung eines Vaterschaftsurlaubes oder einer Elternzeit, gegen familienergänzende Betreuung, gegen den Schutz vor Gewalt an Frauen, gegen Gleichstellung homosexueller Paare etc., dann politisiert sie eben gegen die Gleichberechtigung. Und von „gut begründet“ sind wir weit entfernt.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Und eben auch da. Wenn im Parlament unter 1/3 Frauen sind, stellst Du keine strukturellen Fragen, sondern deine Antwort ist salopp: Frauen wollen eben nicht, sie interessieren sich nicht dafür. Wenn nur knapp unter der Hälfte der Maturanden Jungs sind, gibt es dafür eine systembedingte Begründung (Sprachlastigkeit). Vielleicht haben Jungs in dem Alter auch einfach weniger Bock auf Schule? Oder sind fauler? Das wäre doch „auch mal“ aufzuführen….

      • 13 sagt:

        @ MF
        Das Gymnasium ist keine Volksschule, wo jede*r durch muss. Aber natürlich wäre es ein Problem, falls es denn so wäre. Gleich wie es jeden Tag z. Bsp. in der Arbeitswelt ein Problem ist (ja, man muss da theoretisch nicht hin, aber so ein Dach über dem Kopf und Essen sind halt angenehme Aspekte…). Und natürlich muss nicht jede*r ins Parlament, aber wir alle müssen mit den Folgen der dort getroffenen Entscheidungen leben, da kommen wir nicht drum herum und da wäre es doch schön, wenn wir Vertreter*innen hätten, die eben die Bevölkerung repräsentieren.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Dei SP hat sich immer wieder direkt dagegen ausgesprochen, Diskriminierungen zu beseitigen. Zum Beispiel beim AHV-Alter. Solches haben die anderen Parteien nie getan. Da gibt es für mich gar nichts zu interpretieren.
        Während auf der anderen Seite deine angeführten Punkte, gegen welche sich SVP und teilweise FDP ausgesprochen haben, nichts oder wenig mit Beseitigung von Diskriminierung von Mann und Frau zu tun haben.
        Die Lohngleichheit ist immerhin einklagbar. Ob es darüber hinaus systematische Kontrollen braucht, ist diskutierbar.
        Vaterschaftsurlaub wird übertrieben bewertet. Ist er das Geld wert?
        Familienergänzende Betreuung ist Sozial- oder Familienpolitik. Und teuer, wenn subventioniert.
        Gleichstellung homosexueller Paare = Gleichstellung?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja, die Antwort ist salopp, aber deswegen doch nicht falsch. Und deine Erklärung für die tiefere Maturaquaote zu einem Teil auch richtig (und wird immer angeführt!). Der Punkt ist aber, dass diese Sprachlastigkeit eben nicht den Bedürfnissen der Hochschulen entspricht, oder nur teilweise. Das wäre wie wenn die Kandidierenden für ein Amt erst noch vortanzen müssten.
        Bei der Politik ist die Chancengleichheit aber gegeben. Es gibt, wie bei der Karriere in der Wirtschaft, keinen Grund, dass grundsätzlich andere Lebensumstände hätten als Männer. Ausser du möchtest gesellschaftliche Rollen anführen, die du gleichzeitig bekämpfen möchtest.
        Und lokal spricht schon gar nichts gegen ein komunales Amt, das den Einstieg darstellen würde.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich habe auch die Diskussionen um das Alter der Frauen in der nationalen Politik verfolgt. Dabei hat Doris Fiala doch grösstenteils recht.
        Betrifft aber die Männer doch genau gleich. Es gibt ja schon einen Grund, warum das Durchschnittsalter im Parlament eher hoch ist.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Ich wünsche mir auch eine bessere Repräsentation der Bevölkerung im Parlament, definitiv auch was Frauen angeht. Aber nicht nur das Geschlecht ist ein Kriterium, wie gesagt. Va aber wünsche ich mir Menschen, die die Interessen der gesamten Schweiz und ihrer Bevölkerung vertreten, und nicht nur eines Teils. Mag ein frommer Wunsch sein 😉 würde mir aber schon reichen.
        Insofern kommen bei mir keine Leute auf die Liste, die gewollt sind, sich explizit nur für einen Bevölkerungsteil einzusetzen. Egal ob Frauen oder Landwirte.
        Mit der Gymiquote hast du (ein Stück weit) recht. Auch für einen zweiwöchigen VU bin ich, und denke dass dieser im Ggs zu 4 Wochen oder oder noch fantastischeren linken Utopien eine Volksabstimmung überleben wird. Der FDP Vorschlag wäre mein Ding gewesen.

      • 13 sagt:

        @ SP
        „Dei SP hat sich immer wieder direkt dagegen ausgesprochen, Diskriminierungen zu beseitigen. Zum Beispiel beim AHV-Alter. Solches haben die anderen Parteien nie getan.“ Nicht zum Beispiel, sondern ausschliesslich. Ein anderes Beispiel wirst Du nicht finden. Das gut begründet. Und doch, die Grünen stimmen dem zu.
        „Gleichstellung homosexueller Paare = Gleichstellung?“ Ja, klar. Was denn sonst?
        Zum Rest würden wir uns nur im Kreis drehen, darum verzichte ich.

      • 13 sagt:

        „Das wäre wie wenn die Kandidierenden für ein Amt erst noch vortanzen müssten.“

        Oder als würden Geschäfte und Geschäftsbeziehungen auf dem Golfplatz, beim Feierabendbier oder in den Lounges der Fussball- und Eishockeysclubs geschlossen werden, wo sich v.a. Männer tummeln … ach warte, das ist ja tatsächlich so.
        Meintest Du das mit dem Satz:
        „Die Regeln in der Wrtschaftswelt wurden nicht gemacht, die ergeben sich von selber in einem Wettbewerb.“?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Mit „anderen Parteien“ meinte ich selbstverständlich die von dir angeführten Bürgerlichen Parteien. Dass du bei ihnen kein Beispiel findet, in dem sie zu Diskriminierung aufgerufen haben, spricht aber für sich.
        Und AHV das einzige Beispiel? Wie war es denn bei der längst überfälligen und selbstverständlichen Einführung des gemeinsamen Sorgerechtes? Die Vernehmlassungsantwort der SP vom 16. April 2009 spricht hier eine klar Sprache. Ich ärgere mich gerade wieder beim lesen! Ein Papier voller sexistischer Aussagen und, wie bei der AHV, viel lavieren und ausweichen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Dass man für gute Geschäfte auch ein Netzwerk pflegen muss, gehört wohl dazu. Ob es gleich die klischeehaften Orte sein müssen, kann ich nicht beurteilen – da bin ich nie.
        Aber sag mir doch: Warum können Frauen an diesen (oder ähnlichen) Orten nicht dabei sein? Und gibt es nicht viel mehr reine Frauennetzwerke, die direkt für Solidarität und Einfluss da sind? Reine Männerclubs sind ja selten, selbst die immer wieder kritisierten Zürcher Zünfte haben vielfach auch Frauen an vielen Anlässen dabei.

  • Gloria sagt:

    „Jedem ist klar, dass Kinder betreut werden müssen und Familie brauchen. Darum gehen alle um 17.00h nach Hause und Wochenende ist Wochenende.“ sagte mir letzthin eine Kollegin aus Dänemark. ich habe geschäftlich oft mit den skandinavischen Ländern zu tun. Ihre entspannte Art kommt nicht von ungefähr. Und ihre Wirtschaft funktioniert so gut wie die unsere. Beide arbeiten, beide sind für die Familie gleich verantwortlich, man wechselt sich selbstverständlich ab. Eine Studie zur externen Kinderbetreuung ist nicht nötig. Man weiss seit Jahrzehnten, dass keiner Schäden davonträgt. Ob Mann oder Frau eingestellt wird, ist für sie eine Frage der Mischung des Teams. That‘s it. Unsere Grabenkämpfe haben sie nicht. Ich zeige ihr mal das Buch. Sie wird es mit einem Lächeln weglegen.

    • maia sagt:

      @Gloria: Alle? Verkaufspersonal, Angestellte der Polizei, Feuerwehr, im Gesundheitswesen, Kino, Fitnessclub usw. usf? wirklich ALLE hören um 17.00h mit dem Arbeiten auf? oder lebt ihre Kollegin einer einer „Blase“?

      • 13 sagt:

        @ maia
        Gerade die erwähnten Berufe haben dafür zu einem anderen Zeitpunkt frei und können dann Familienpflichten nachkommen. Das hat nicht nur Nachteile. Wir kommen trotz 2x hohes Pensum (80-100%) mit eher wenig Drittbetreuung aus, gerade weil ein Elternteil Bürozeiten hat und der andere in Schichten arbeitet.

      • maia sagt:

        @13:Ich bin ganz bei Ihnen – Gloria schreibt aber das: „… Darum gehen alle um 17.00h nach Hause und Wochenende ist Wochenende“.

    • Yoshi sagt:

      Mich würde von jemandem mit Einblick in die Materie interessieren, weshalb Dinge wie Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf usw. offenbar in Skandinavien so gut funktionieren, wenn man den Erzählungen von Gloria et. al. glauben darf. Hier wäre ich für eine ernst gemeinte Schilderung dankbar, insbesondere, wenn all relevanten Facetten, wie z.B. Ausbildung, Lohnniveau, Arbeitszeit, Steuern, usw. auch berücksichtigt werden.

      • Anna Moos sagt:

        Solche Studien gibt es bestimmt schon. Allgemein bekannt ist, dass Skandinavier, besonders Dänen sehr viel Steuern zahlen. Aber auch sehr viel davon zurückbekommen (Studenten werden unterstützt, Kranke, Arbeitslose etc). Es ist eine Frage von Werten, in der Schweiz scheint mir die einzig wichtige Frage zu sein: „warum soll ich dafür zahlen, wer soll das alles finanzieren“ etc. In einem der reichsten Ländern der Welt. Den Schweizern, sorry, ist ihr eigenes Geld lieber als ein solidarischer, sozialer Staat, der alle, aber besonders die Schwache (Kinder, zB) unterstützt.

      • 13 sagt:

        @ Yoshi
        Ich bin nicht Gloria, aber ich kenne DK und S auch einigermassen und kann sagen, dass es zu einem grossen Teil eine Mentalitätenfrage ist. Während hier jemand, der um 17.00 Uhr heimgeht, eher als Minimalist gilt, stellt man sich dort die Frage, warum jemand, denn die Arbeit nicht in der normalen Zeit beenden kann, dass er immer Überzeit machen muss. Es ist längst bewiesen, dass man auch mit 40 Stunden gleiches leisten kann wie mit 60. Man wird nicht effizienter, aber es wirkt eben anders. Hinzu kommen in S teilweise Bussen, wenn man Kinder zu spät abholt und das verstehen alle, dass man das nicht will. Selbstverständlich ist die hohe soziale Absicherung ein Aspekt. Das Ausbildungsniveau ist sehr ähnlich.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Es ist längst bewiesen, dass man auch mit 40 Stunden gleiches leisten kann wie mit 60.“
        Diesen Beweis möchte ich gerne mal sehen. Dass die Arbeitsleistung pro Stunde abnimmt, kann ich mir vorstellen. Aber dass gar nicht mehr gearbeitet wird?
        Ausserdem stimmt das natürlich nur, wenn neben der Arbeit Freizeit und Erholung stattfindet, nicht wenn dort zu Hause intensiv weitergearbeitet wird.

      • maia sagt:

        „Während hier jemand, der um 17.00 Uhr heimgeht, eher als Minimalist gilt…..“ – diese Haltung ist mir zum Glück in meinem Berufsleben hier in der Schweiz noch nie begegnet! Aber ich weiss, dass des Branchen gibt in denen das so ist! Man/Frau kann einfach nicht vone eigenem Erlebten auf alles andere schliessen

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Es ist längst bewiesen, dass man auch mit 40 Stunden gleiches leisten kann wie mit 60.“
        Diesen Beweis möchte ich, wie SP auch, gerne mal sehen.
        Was ich jedoch zitieren könnte: es gibt Studien aus den USA, dass bei Aerzten die Fehlerquote ab 85 Wochenstunden langsam anzusteigen beginnt…. 😉

      • 13 sagt:

        @ maia
        In meiner Branche ist das noch sehr verbreitet. Um 10.00 Uhr kommen, ist kein Problem, aber immer um 18.00 Uhr heimgehen, ist verdächtigt, na ja. Aber ob abends, morgens oder am WE, wie oft werden Menschen ohne eine dreistellige Überstundenzeit befördert?

      • Sportpapi sagt:

        @13: „https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/warum-kanzlei-partner-oft-immer-noch-manner-sind“
        Ich kenne solche Frauen, die nach dem Training wieder bis in alle Nacht ins Büro gehen. Die Männer sind allerdings auch dort, haben die gleichen Auflagen.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Danke für den Artikel, auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, was Du mir damit sagen willst. Er bestätigt eigentlich das, was ich immer wieder sage. Solange in der Wirtschaftswelt, Regeln im Vordergrund stehen, die von Männern ohne Betreuungspflichten für Männer ohne Betreuungspflichten gemacht wurden, werden auch Männer ohne Betreuungspflichten diese Positionen innehaben. Eine Anpassung führt zu einer Quotenverschiebung. Und diese Anpassungen werden allzu oft von Frauen angestossen. Gerade weil alle Menschen sich besser in andere reinversetzen können, wenn sie in ähnlichen Situationen stecken. Was mich zu unserer Wahldiskussion führt…

      • 13 sagt:

        PS: Ich kenne solche auch. Sogar in zwei der genannten Kanzleien. Diese Frauen (die ich kenne, ich will damit nicht sagen, dass alle da so sind) distanzieren sich aktiv vom Feminismus, haben keine Kinder, lachen über die Herrenwitze und diskriminieren selber gerne Mütter, um zu zeigen, dass sie sich von ihnen abheben. Und sie bedrängen bei Befragungen Opfer sexueller Gewalt, weil ihnen die Opferrolle an sich suspekt ist. Und sie eignen sich gut, um mit dem Finger auf sie zu zeigen und zu sagen: Schaut mal, wie fortschrittlich wir sind, wir haben sogar Frauen dabei…Wie ich auch immer wieder sage: Man muss kein Mann sein, um patriarchale Strukturen zu fördern.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich bin auf den Artikel gestossen, weil ich nach einer der Frauen gesucht hatte, die hier befragt wurde, und die ich kenne. Eine von denen, die Tag und Nacht arbeitet, wie die Männer links und rechts von ihr auch. Aber auch eine, die vielleicht dann doch wieder zurückstecken wird, weil sie die Prioritäten anders steckt (würde ich auch).
        Die Regeln in der Wrtschaftswelt wurden nicht gemacht, die ergeben sich von selber in einem Wettbewerb. Und da spielen auch Männer mit, die Familie und Kinder haben, und ergo die gleichen Betreuungspflichten wie ihre Partnerinnen. Es gibt keine Regel, kein Gesetz, dass es Frauen verbietet, den gleichen Weg zu gehen wie Männer. Wie soll man hier eingreifen? Mit Maximalarbeitszeit per Gesetz?

    • Hans Meier sagt:

      „Und ihre Wirtschaft funktioniert so gut wie die unsere.“ Haben Sie Belege dafür? Gemäss IWF liegt das BIP pro Kopf in der Schweiz bei 80’591 Dollar, in Dänemark bei 56’444. Der Däne arbeitet also schon im 70% Pensum im Vergleich zum Schweizer. Kaufkraftbereinigt liegen die Zahlen bei 61’422 und 49’883. Die Dänen haben also eine 20% tiefere Kaufkraft. Ihre Aussage ist also nachweislich falsch. Die Dänen arbeiten im Schnitt zwar deutlich weniger als die Schweizer, das stimmt. Aber letztlich kann das jeder Schweizer für sich selbst entscheiden, wie viel er arbeiten möchte, auch die Frau im oben erwähnten Beispiel. Sie hat einfach kein Anrecht darauf, die gleiche Funktion in einem x-beliebig reduzierten Wunschpensum einzufordern. Warum sollte sie auch?

  • Lisa sagt:

    Als Vorgesetzte habe ich so manches mal Mitarbeiterinnen gefragt, ob nicht auch mal der Vater des Kindes im Krankheitsfall zuhause bleiben oder das Kind zur/von der Kita abholen kann. In der Regel (fast immer) erntete ich dann ungläubige Blicke… bis hin zur Entrüstung… und ich könnte dies als Kinderlose Frau nicht beurteilen… Mir scheint, dass es oft auch an den Frauen selbst liegt, dass die Kinderbetreuung nicht gleichmässig aufgeteilt wird.

    • Synn sagt:

      Das ist leider definitiv so Lisa. Ich war in einem Team mit 80% Frauen, davon fast alle Mütter die Einzige wo auch mal der Vater beim kranken Kind blieb. Gab mir schon zu denken.

  • Georg sagt:

    „… Solange man Kinder unter 15 Jahren betreut, gilt man gemäss Arbeitsgesetz nämlich als ‚Angestellter mit Familienpflichten‘. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, bei der Festsetzung der Arbeitszeiten auf diese Tatsache Rücksicht zu nehmen. Also etwa keine Sitzung auf den Abend zu legen, wenn die Kita um 18 Uhr schliesst.“

    Nun, wenn man man normal bildungsfähige, nicht kranke Kinder von „unter 15“ hat, die zum Beispiel 7, 10 und 12 sind, sollte man die für die Dauer einer Abendsitzung ohne Direkthennenbetreung zu Hause lassen können. Wenn nicht, hat man etwas sehr, sehr falsch gemacht.

    • tststs sagt:

      Ich behaupte mal keck: Wenn ein Unternehmen regelmässig auf Abendsitzungen angewiesen ist, dann hat man dort etwas sehr, sehr falsch gemacht.

      Mein Arbeitgeber kennt nur eine Form der Abendsitzung: Elternabende. (Und wenn ich die Stimmung hier drin richtig interpretiere, wird sich das so schnell auch nicht ändern… wäre ja zu viel verlangt, wenn die Eltern frei bekämen um an einen Elternnachmittag zu gehen…)

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Lustigerweise werden wir Eltern von den Lehrer/innen ständig zu Elterngesprächen tagsüber eingeladen. Das ist tatsächlich etwas seltsam!

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        Also bei uns gab es immer auch Abendtermine, was ich höchst elternfreundlich finde. Aber wir können uns sowieso nicht über die Volksschule beklagen, wie ich an dieser Stelle gerne auch mal anmerke!

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Gloria

        Mit Ihren Kommentaren widersprechen Sie sich ja selber, sofern hier nicht gerade 2 Glorias kommentieren.

        Hier zweifeln Sie die Erziehungsfähigkeiten von Eltern an, welche infolge der Kinderbetreuung nicht an Abendsitzungen teilnehmen können und 5 Minuten später sind Sie weiter oben voll des Lobes für Skandinavien, wo alle Arbeitgeber entspannt um 17 h Feierabend machen und für die „Problemchen“ von Schweizer Frauen nur ein müdes Lächeln übrig hätten. Was denn nun?

        Gilt der Feierabend um 17h in Skandinavien eigentlich auch für Mitarbeiter der Feuerwehr, Polizei, Pflegepersonal, ÖV, Verkäuferin ect?

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Ich beklage mich auch nicht. Aber habe gerade heute vier Terminvorschläge von einer Lehrerin erhalten. Alle tagsüber. Hat mich gerade etwas geärgert.
        Ist aber auch bei unseren drei Kindern nicht immer so.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ouups sorry, nicht 2 Glorias sondern 1 Gloria und 1 Georg :-/

  • Stefan W. sagt:

    Die Rechte nützen nicht viel bzw. nur während der Schutzzeit. Danach kann man jederzeit jedem Mitarbeiter kündigen. Das gilt für Männer ebenso wie für Frauen. Der Chef kann jederzeit betriebliche Gründe anführen. Das heisst, wenn man am Job hängt, sollte man nicht allzu oft vom Arbeitsplatz wegbleiben oder allzu viele Sonderbehandlungen verlangen. Der Betrieb muss das zunächst zwar gewähren, kann nach dem Mutterschaftsurlaub aber kündigen, bevor die nächste Schwangerschaft „droht“.
    Das mag unfair klingen, aber gerade für Kleinbetriebe wäre es sonst schlicht nicht mehr möglich, Frauen anzustellen, die potentiell schwanger (bzw. nochmals schwanger) werden könnten.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    „Anna WOLLTE ihre Führungsposition behalten, WOLLTE aber nur noch 60% arbeiten.

    Da ist ja schon der Haken: ich will alles wie bisher, aber weniger dafür tun.

    Ich würde als Arbeitgeber nie eine Führungsposition in einem Teilzeitpensum besetzen und ich würde als Arbeitnehmerin nie mehr irgendwo arbeiten, wo mein Vorgesetzer nicht immer zu den üblichen Bürozeiten erreichbar ist. Wenn ich bei Abwesenheit des Vorgestzten Entscheidungen selber treffen muss, welche eigentlich meine Kompetenzen überschreiten, kann ich das ja das die übrige Zeit auch. Somit ist mein Vorgesetzter überflüssig und der Arbeitgeber soll stattdessen besser mir einen besseren Lohn bezahlen, weil eine Stelle eingespart wird.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Jemand der Karriere machen will, soll halt einen Partner wählen, der weniger ehrgeizig ist und im Beruf gerne der Familie zuliebe zurücksteckt.

      Die Männer handhaben das seit Jahrhunderten so und es steht den Frauen nichts im Wege, sich ebenfalls einen Partner zu suchen, der KKK (Kinder, Küche, Kirche) übernimmt und der Frau den Rücken freihält.

      • Melanie sagt:

        @ Tamar
        Eine Führungsposition in Teilzeit ist durchaus machbar, denn gute Führung bedeutet nicht unbedingt Präsenz, sondern Befähigung von Mitarbeitern. Und wenn nun eine lebenswichtige Entscheidung ausserhalb der Arbeitszeit ansteht, ist eine Vorgesetzte in der Regel ansprechbar (per Mail oder Telefon). So handhabe ich das und es klappt!

    • tststs sagt:

      Dumm nur, dass es beim ersten Vorgesetzten machbar war…
      Noch absurder finde ich das Argument, weil man doch bitte bedenke, dass das was im KMU- anscheinend – nicht geht (Führungsaufgabe auf mehrere Köpfe zu verteilen) in einem Grossunternehmen gar nicht anders gelöst werden kann!
      Und als letztes werfe ich noch ein, dass man bitte zwischen Teilzeit und Jobsharing unterscheide.

    • A.X sagt:

      @Tamar: Genau so eine Einstellung wie deine ist das Problem. Als Mitarbeiter sollte man durchaus in der Lage sein, seine Arbeit ohne seinen Chef zu machen und die Entscheidung zu treffen und dafür hinzustehen. Ein Vorgesetzter sollte heute mehr ein Trainer, ein Vermittler und ein Ansprechpartner bei Unsicherheiten sein. Das geht auch Teilzeit. Und im Notfall sind die meisten Mütter mit einem verantwortungsvollen Job und Teilzeit, auch per Handy erreichbar an ihrem freien Tag, wenn es jetzt tatsächlich mal brennen sollte und die Stellvertretung das nicht regeln kann. Es darf einfach nicht der Normalfall sein.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Es geht nicht darum, ob ich meine Arbeit selbsständig machen kann oder nicht, sondern um Anweisung, dass man in gewissen Situationen Rücksprache mit der Vorgesetzten zu nehmen hat. Nur war diese leider an meinen Arbeitstagen fast nie erreichbar. Von mir wurde dann erwartet, an meinen freien Tagen halbstündige oder stündige Telefonate zu führen, gratis natürlich. Als ich einmal meine Vorgesetzte in einem Notfall privat erreichen wollte, hiess es, sie hätte frei und ich sollte sie am nächsten Tag kontaktieren. Von da an habe ich nach Gutdünken entschieden und habe glücklicherweise auch immer korrekt entschieden, aber ich war ab diesem Zeitpunkt halt an meinen Freitagen fürs Geschäft auch nicht mehr erreichbar.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Teil 2

        Ich mache doch nicht für 20.- Stundenlohn die Arbeit meiner Vorgesetzten mit und telefoniere dann noch ohne Entschädigung noch fast jede Woche mehrere Stunden.

        Bei meinem vorherigen Arbeitgeber in derselben Branche (Betreuung bei Kunden zuhause) war die Vorgesetzte erreichbar und während den Besprechungen in deren Büro oder per Telefon lief der Zeitmesser an meinem Zeiterfassungsgerät.

        Bei der anderen Agentur (inf meinem Umzug) war dann Chaos. Ständig Telefonate ausserhalb meiner Arbeitszeit (unbezahlt). Die hohe Mitarbeiterfluktation spricht Bände. Ich blieb 1.5 Jahre, während der Durchschnitt nach 6 Mt kündigt.

    • Lisa sagt:

      Bei meinem Arbeitgeber sind 60 % in der Führung machbar, es braucht halt vorher etwas mehr Abklärung als wenn eine Person mit 100 % den Job macht. Beispielsweise sind JobSharing ein Thema, oder es werden Aufgaben verlagert, oder es gibt eine zweite Stellvertretung. Sehr individuell. Unter 60 % geht es aber auch bei uns nicht – ausser jemand geht in Altersteilzeit und gibt somit die Führung nach und nach ab. Da kann dann schonmal noch jemand mit 30 % in der Führung sein. Ist aber selten. Im übrigen sind auch 100 %-Vorgesetzte während der üblichen Bürozeiten nicht immer erreichbar – Sitzungen, Besprechungen, Ausser-Haus-Termine, Weiterbildungen, was auch immer.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Lisa

        Das kommt halt vielleicht wirklich auf die Branche an und wieviel Kompetenzen man den Untergebenen zugesteht. In besagter Firma wurde erwartet, dass man bei jedem Furz Rücksprache mit der Vorgesetzten nahm. Diese arbeitete aber fast nie an meinen Arbeitstagen. So überschritt ich dann halt gezwungenermassen teilweise meine Kompetenzen, was ich auch immer ohne Rüffel der obersten Chefin begründen konnte.

        Bei Kundenwechsel, Krankheitsausfall von Kolleginnen musste ich aber jeweils an meinen Freitagen lange Telefonate führen mit Infos über die zu betreuuenden Kunden und das ohne Entschädigung. Ich aber war nicht mehr bereit, bei ca 14-16 Std/Woche noch 2 bis 3 Stunden gratis aufzuwenden für Telefonate, Admin usw

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Lisa

        Teilweise sollte ich dann an meinen freien Tagen noch ins Büro, Infos abholen oder um Kunden zu besprechen und mich in die Kundeninfos einlesen, gratis.

      • Lisa sagt:

        @ Tamar
        Nicht unbedingt Branche, sondern eher Führungskultur im Betrieb. So wie du es beschreibst, würde ich es auch nicht haben wollen. Bei uns muss man schon auch einspringen oder mal etwas über den eigenen Kompetenzbereich hinweg entscheiden. Aber dann schreibt man Stunden auf und informiert im Nachhinein über Entscheidungen. Und beim letzteren kann es dann sein, dass die Entscheidung nachkorrigiert werden muss – aber weil der Inhalt nicht ganz stimmte, nie aber wegen Kompetenzüberschreitung. Wie gesagt – es liegt an der Kultur im Betrieb und da muss die oberste Leitung ein entsprechendes Beispiel geben.

  • Lia Schär sagt:

    Das Beispiel hat doch nichts mit Mutterschaft zu tun, sondern mit einem Vorgesetzten der andere Sachen einfordert von seinen Angestellten als der Vorgänger. Gibt es halt nun mal in der Wirtschaft. Ich denke es würde helfen, wenn die Väter mehr eingebunden werden, es eine obligatorische Papi Zeit gibt und somit nicht nur Mami zu Hause bleibt und Pensum reduziert. Dann ist die „Last“ von Ausfällen auf zwei Arbeitgeber aufgeteilt und die Frauen haben sicher bessere Chancen bei der Jobsuche

    • tststs sagt:

      Ich kann mich nur wiederholen: Jegliche Kosten, die dem Arbeitgeber durch die Elternpflichten anfallen, werden von beiden Arbeitgebern hälftig übernommen (resp. dem Arbeitspensum entsprechend).

      • maia sagt:

        @tststs: und wie wollen Sie das so ganz praktisch durchsetzen?Arbeitgeber A schreibt Arbeitgeber B eine Rechnung?

      • evelyn willemin sagt:

        Grundsätzlich eine gute Idee, nur nicht ganz so einfach. Was hiesse dies, wenn der Vater im lokalen Beck Verkäufer ist und die Mutter im Topmanagement einer Versicherung? Die Bäckereiinhaberin könnte nicht mit dem halben Tageslohn für die daheim wegen Krankheit betreuende Mutter mithalten. Jedenfalls nicht sehr lange. Evtl. wäre ein Modell mit grundsätzlich hälftiger Aufteilung der Abwesenheitstage wegen kranken Kindern praktikabler. Aber wer überwacht dies wieder…

      • tststs sagt:

        So einfach könnte es sein, maia!
        @willemin: Da muss sich ein Unternehmen überlegen, was es günstiger zu stehen kommt 😉

      • maia sagt:

        @tststs: Wobei dann vermutlich bei Fa. A das Rechnung erstellen mit allem drum und dran, mehr kostet, als sie von Fa. erhält (welche dann ebenfalls den ganzen Aufwand der Rechnung verabeitet hat).

  • Gleichstellungsgesetzt sagt:

    Liebe Frau Kuster, wussten Sie im weiteren,dass eine Kündigung auch während der Probezeit missbräuchlich ist,wenn der Grund die Schwangerschaft ist? Eine Kündigung wegen Schwangerschaft ist IMMER missbräuchlich!

  • Hans Gabathuler sagt:

    Als Arbeitgeber (KMU) kann ich da nur sagen: „Zum Glück gibt es Mittel und Wege, Frauen anzustellen, die mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit nicht oder nicht mehr schwanger werden.“ Und man braucht nicht einmal zu fragen (weil das ja verboten wäre).

    Männer sind auch eine tolle Lösung.

    Diejenigen, die all diese tollen Rechte haben, finden dann halt nicht so einfach einen Job. Gesetz sei Dank. Und zwar zu Recht: Denn die Kinder meiner Arbeitnehmer sind nicht etwas, was mich als Arbeitgeber finanziell belasten sollte — zumindest nicht unfreiwillig.

    Ich sage das übrigens als glücklicher Vater.

    • Lia Schaer sagt:

      Ich verstehe Ihre Einstellung als Unternehmer. Aber genau deshalb finde ich, dass vor allem Väter diese Rechte einfordern sollten. Wieso muss die Frau das Kind von der Kita abholen oder zu Hause bleiben wenn das Kind krank ist? Ich bin der Meinung, dass ich ja während der Schwangerschaft bzw. nach der Niederkunft fehlte im Job. Also soll mein Mann jetzt bei Krankheit, Arztterminen und Kita Zeiten mehr schauen als ich… Zudem Bonus für die Frau: Ein Mann wird eher im Alter noch Vater als eine Frau Mutter, also ist man bei Mann Ü50 nicht sicher ob dieser plötzlich wieder auf Kita Zeiten Rücksicht nehmen muss…

      • Hans Meier sagt:

        Lia Schaer: Gründen Sie doch einfach wie Hans Gabathuler Ihre eigene Unternehmung und setzen Sie dort alles nach Ihren gleichstellungsrechtlichen Wunschvorstellungen um. Wer oder was hindert Sie daran?

    • Helen I sagt:

      Genau ihrerer Einstellung wegen ist es gut, dass Väter immer mehr Verantwortung übernehmen in der Familie. D.h. Väter bleiben auch daheim, wenn das Kind krank ist und verlassen die Arbeit um 17:00 Uhr für den Gang in die KiTa. Dann belastet der Vater den Arbeitgeber genauso stark wie die Mutter. Das stürzt leider den armen Arbeitgeber etwas in die Bredouille, denn dann muss er Männer anstellen, die nicht mehr „schwanger“ werden.

      Würden Väter gleich viel Zeit in die Familie stecken wie Frauen, so wären Väter ebenso unattraktiv für den Arbeitgeber wie Frauen. Das käme dann der Gleichberechtigung sehr nahe.

    • tststs sagt:

      Ich verstehe Ihre unternehmerischen Überlegungen, Herr Gabathuler. Sie greifen aber zu kurz.
      Haben Sie schon mal ausgerechnet, was es die Unternehmen und Privatpersonen in diesem Land kostet, Frauen für teures Geld auszubilden, und ihnen dann den Zugang zum Lohn (aka Steuereinnahmen) zu „verwehren“?
      Weshalb Männer die bessere Lösung sein sollen, verstehe ich noch weniger… grösseres Unfallrisiko, Einsätze fürs Militär…

      • Hans Gabathuler sagt:

        @tsts: Nur weil ich gewzungen wurde, in meiner Eigenschaft als Steuerzahler die Ausbildung von Ärztinnen oder Ingenieurinnen zu berappen, die danach in einem 40% Pensum arbeiten, muss ich ja nicht noch freiwillig ein zweites Mal in meiner Eigenschaft als Arbeitgeber bezahlen, für eine Frau, die (nicht von mir) schwanger ist.

        @helen I etc.: Der normale, in der Privatwirtschaft tätige Mann riskiert Stelle, Beförderung, Jahresbeurteilung und Bonus nicht fürs Kita-Abholen und Tee-Kochen am Krankenbett (ausser in Notfällen). Er hat nämlich — im Gegensatz zu seiner Frau — keinen „Plan B“, wenn es beruflich nicht klappt. Das ist einfach meine Praxisbeobachtung.

      • tststs sagt:

        Werter Herr Gabathuler, Sie müssen nur zwei Mal berappen, weil Sie alle Frauen/Mütter in einen Topf werfen. Wenn Sie die richtige Frau/Mutter erwischen, dann zahlen Sie eben nicht 2x, sondern keinmal, weil sich die erste Investition auszahlt!

        Und: „Er hat nämlich — im Gegensatz zu seiner Frau — keinen „Plan B“, wenn es beruflich nicht klappt. “ Dochdoch, er hat denselben Plan B wie sie: Sozialhilfe.

      • Hans Meier sagt:

        Gabathuler: „Der normale, in der Privatwirtschaft tätige Mann riskiert Stelle, Beförderung, Jahresbeurteilung und Bonus nicht fürs Kita-Abholen und Tee-Kochen am Krankenbett (ausser in Notfällen). Er hat nämlich — im Gegensatz zu seiner Frau — keinen „Plan B“, wenn es beruflich nicht klappt. Das ist einfach meine Praxisbeobachtung.“
        Zumal es immer noch in er erster Linie der Mann ist, der in der Familie für den Hauptteil des Einkommens verantwortlich ist. Und sich die Frauen mehrheitlich darauf verlassen (wollen).

    • Franz Pfister sagt:

      Als Blick auf die andere Seite der Medallie:
      Es wird Sie als Arbeitgeber definitiv finanziell belasten, wenn keine Kinder vorhanden sind, die in der Zukunft als Kundschaft Ihres Unternehmens nachrücken können.

      • Stefan W. sagt:

        @Pfister: Das letzte Mal als ich nachgesehen habe, war die Bevölkerung der Schweiz am Wachsen, nicht am Schrumpfen. Es spielt ja Kundschaftstechnisch keine Rolle, ob der Zuwachs hausgemacht oder eingewandert ist.

      • Franz Pfister sagt:

        @W.: Für mich macht es einen Unterschied, ähnlich wie es für mich einen Unterschied macht ob ich beim globalen Player (der sich keinen Deut um unsere Gesellschaft schert) oder beim Schweizer KMU von Herrn Gabathuler kaufe was für ihn kundschaftstechnisch mit Sicherheit eine Rolle spielt.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Vielleicht sollte (wenigstens bis zu einem bestimmten Reingewinn einer Firma) solche Ausfälle vom Steuerzahler berappt werden, ansonsten kann sich ein KMU bald weder Väter noch Mütter leisten.

        Gabathuler

        Sie widersprechen sich: Sie bedauern mit Ihren Steuern Frauen eine höhere Ausbildung zu finanzieren, welche dann 40% arbeiten, sind aber gleichzeitig der Meinung, dass Mütter immer einen Plan B zu haben müssen.

        Was denn nun? Entweder arbeiten Mütter Teilzeiz und kochen Tee für ihre kranken Kinder, oder sie arbeiten Vollzeit und Gabathulers männliche Mitarbeiter müssen sich ebenfalls ans Krankenbett begeben. Eine andere Lösung wäre natürlich, Gabathuler bezahlt allen Männern genug Lohn, damit Frau zuhause bleiben kann.

      • Anna Moos sagt:

        @H.G: Ihre Antwort entlarvt am besten was in dieser Gesellschaft noch gewaltig schief in den Köpfen steckt: ein NORMALER Mann stuft also Beruf immer höher als seine Familie ein, sich um sein eigenes krankes Kind zu kümmern sei etwas minderwertiges (haben Sie nicht so geschrieben, aber unterschwellig klingt es so) und NORMALE Arbeitgeber müssen immer ihre Angestellte dafür strafen, dass sie es wagen, sich um Nachwuchs zu kümmern. Toll.
        Und wieder die Frage: warum funktioniert das in anderen Ländern, nur in der armen reichen Schweiz bloss nicht?

  • Petra sagt:

    Liebe Mütter, habt ihr bald nach der Geburt eures Kindes die Arbeit wiederaufgenommen? Wie ist es euch in dieser Situation voller neuer Herausforderungen ergangen? Im Rahmen einer schweizweiten Studie erfassen wir Aspekte zur Situation erwerbstätiger Mütter am Arbeitsplatz und würden uns freuen, wenn ihr uns eure wertvollen Erfahrungen mitteilt – herzlichen Dank! https://www.unipark.de/uc/rueckkehr/arbeitsplatz/erwerbstaetige/mutter/

  • Andie sagt:

    Es nützt nichts wenn man Recht hätte. Der Chef ist immer am längeren Hebel, so sieht es aus. In meinen Schwangerschaften empfand ich übrigens meine Kolleginnen am Schwierigsten. Da wurde gelästert, dass man sich Rechte rausnimmt „nur“ weil man schwanger ist, redete ständig von Schwangerdchaftsurlaub (welcher??) oder es wurde vorgeworfen, man hätte zu spät von der SSW erzählt…

  • tststs sagt:

    Alles so weit richtig und das Buch hat sicher seine Daseinsberechtigung; aber weshalb wird – wieder einmal – ein Beispiel gewählt, bei dem das Muttersein so gar keine Rolle spielt?
    Weder ist das Brechen einer Abmachung noch das fehlende juristische Vorgehen dagegen ein mütterspezifisches Problem.

  • peter sagt:

    Auch die Väter haben Familienpflichten und Rechte als Arbeitnehmer. Wenn das Kind krank ist haben sie auch ihren Teil beizutragen und der Arbeitgeber hat das zu akzeptieren.

    • tststs sagt:

      Wie wär’s damit: Der Betrieb des nicht-heimgehenden Elternteils übernimmt die Hälfte des Lohns für die Zeit, in der der heimgegangenen Elternteil im Betrieb fehlt?

      • Hans Gabathuler sagt:

        Genau: Und das wird dann alles Ende Jahr gegenseitig verrechnet, zwischen den verschiedenen Arbeitgebern, kontrolliert von einer paritätischen Kommission, auf einem obligatorischen Formular, mit Spezialregeln, falls ein Arbeitsbplatzwechsel stattfand, oder einer der Partner nur Teilzeit arbeitete (dann kann ja 50:50 nicht stimmen) oder selbst krank wurde. Zusammen mit der MwSt-Abrechnung, dem SUVA-Kontrollbericht, der AHV/IV/EO Abrechnung und der Kindergeld-Geschichte macht das der Treuhänder des Unternehmers sicher gerne, für CHF 120/h.

        Dazu noch ein kantonales Amt zur Kontrolle und Lösung von Streit- und Schlichtungsfragen und zur Verhinderung von Missbräuchen.

        Meanwhile in China: Produktion, Fleiss, Wachstum, Ausbildung von Ingenieuren.

        Naja, für mich hats noch gereicht :-).

      • lara sagt:

        Ich fände das top! so wären alle Familienmodellen gleichgestellt und beide Arbeitgeber hätten dieselben Vor- und Nachteile.

        Wo ist die Initiative zum unterzeichnen?

      • Adjoua sagt:

        Na ja, die Arbeit des heimgehenden Elternteils ist damit noch nicht erledigt… Wie wär’s mit „dieses Mal gehe ich heim, nächstes Mal du?“ Und zwar konsequent! Dann erübrigen sich auch Kommentare wie derjenige von Herrn Gabathuler…

      • tststs sagt:

        Ach, Herr Gabathuler, Ihre Aufzählung zeigt mir genau eines auf: es liegt am Wollen, nicht am Können!

        @Adjoua: Da es tatsächliche Berufe gibt, wo man nicht einfach so gehen kann, fände ich meine Lösung sympathischer.

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Und dann verlangen beide Arbeitgeber, es solle doch bitte die Frau mit dem tieferen Lohn zu Hause bleiben….

      • Sportpapi sagt:

        Gute Idee, Adjoua.
        Ich verstehe jede Firma, die bei ihren Arbeitgeberinnen auch mal nachfragt, warum eigentlich immer sie beim kranken Kind zu Hause bleiben. Und ich verstehe Väter wie Mütter nicht, die das so einseitig lösen. Aber es ist wohl nach wie vor die Regel.

  • Anh Toàn sagt:

    „Doch als der Vorgesetzte wechselt, soll die Abmachung plötzlich nicht mehr gelten.“ Ja, das kommt vor in der Arbeitswelt. Und dann gibt es die, die versuchen sich darüber zu beklagen, sind frustriert weil es ohnehin nichts ändert, und die anderen, die gehen woanders hin. Das hat nichts mit Mutter oder schwanger zu tun, das hat etwas mit Arbeit zu tun.

    Das „Problem“ mit Müttern ist, die glauben, weil sich ihre Welt nur um ihr Kind dreht, drehe sich der Rest der Welt nur um sie und ihr Kind.

    Und dann fragt man sich, warum Frauen im Arbeitsmarkt benachteiligt werden.

    • tststs sagt:

      FRAUEN, werter Herr Toàn, werden u.a. aus dem Grund benachteiligt, weil Menschen wie Sie aus Einzelbeispielen – ich glaube Ihnen sofort, dass es solche MÜTTER gibt – verallgemeinernde Schlüsse ziehen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        That’s the way, Anh Toin….

        Hab ich x-fach beobachtet. Die Leute sind links, die Leute sind für den Klimaschutz oder sie sind rechts, oder für die einheimischen Produkte….
        ABER wenn sie dann persönliche Nachteile haben, als Arbeitgeber, als Mensch mit persönlichen Interessen… dann sind sie plötzlich nicht mehr linienkonform mit ihrer Ideologie.
        Da ist man plötzlich – hoppla, ganz pragmatisch – Arbeitgeber, der findet „Das ewige Geschwätz um Arbeitnehmerrechte….!, Als Arbeitgeber wurde ich schon oft genug an der Nase rum geführt…. etc.“

        X-fach beobachtet. That’s the way der Conditio Humana.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Darum vergesst es auch gleich, dass man die Welt mit freiwilligem Verzichten retten kann.
        Etwas verzichten tun Menschen nur im satten Wohlstand, bzw. wenn es sich eh gerade mit ihrem Lifestile deckt. Sobald es existenziell wird (ja, eigentlich schon lange vorher) ist Schluss mit Lustig. Dann sollen zuerst mal die anderen…

        Die Vernunft weiss das schon lange und strebt deshalb nur Lösungen an, welche mit der Conditio Humana übereinstimmen.

      • Martin Frey sagt:

        AT hat hier nicht unrecht, tststs.
        Der Beitrag wäre an sich hilfreich, wie wohl das Buch auch, wenn nicht das Eingangsbeispiel völlig misslungen wäre. Denn dass ein neuer Chef sich um alte Abmachungen foutiert, passiert in Branchen, wo schon eine Job Description eine Halbwertszeit von unter 6 Monaten hat, noch und nöcher. Mit Mutterschaft hat das für einmal nicht viel zu tun.
        Aber klar, wenn man reflexartig alle Widrigkeiten im Leben auf das Geschlecht, die Haarfarbe, den Teint, oder wasauchimmer zurückführen möchte, dann kann man sich natürlich immer alles so zurechtlegen. Nur bringt das einen persönlich nicht viel weiter. Man bedient mit der eigenen Opferhaltung irgendwann einfach nur noch Stereotypen, insbesondere bei den Leute, die „es schon immer gewusst haben“.

      • tststs sagt:

        @MF: Ich habe ja selber schon vor 2 Stunden geschrieben, dass das Beispiel unpassend ist.
        Weshalb man (resp. auch Sie) aus einem schlecht gewählten Beispiel ableitet dass man „…reflexartig alle Widrigkeiten … oder wasauchimmer zurückführen möchte…“ und „…bedient mit der eigenen Opferhaltung…“ ist mir schon ein Rätsel.

        Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass es Mütter gibt, die das System ausnutzen; aber wo ein System, da ein Ausnutzer!

        Und ganz ehrlich, wenn das Beispiel nicht den Müttern alleine vorbehalten ist und wir alle betroffen sein könnten, so vermisse ich hier umso mehr die Solidarität unter uns Arbeitnehmern!

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        Es gibt Arbeitnehmer, die die Lage von Müttern ausnutzen, und es gibt Mütter, die die Arbeitnehmer ausnutzen. Aus all dem sollte man noch keine Gesetzmässigkeiten machen, meine ich.
        Aber wenn das Bsp. schon misslungen ist, weil es mit der Mutterrolle bestenfalls am Rande zu tun hat, ist es einfach nur falsch, zu behaupten, das alles passiere nur WEIL man Mutter ist. Darum ging es mir, und das ist eine andere Diskussion als Ihre, tststs. Dahinter steckt eine Haltung, die ich kritisiere, weil sie nur zu oft (wenn auch nicht immer) zu kurz greift.

      • tststs sagt:

        Ich gehe davon aus, Sie werden mir nicht zustimmen, aber es ist eben so, dass es so ist, WEIL man eine Frau ist (nicht einmal Mutter!!!). Glauben Sie mir, jede Frau im gebärfähigen Alter (also zwischen 18 und 45) kann ein Liedchen davon singen! Ich lande automatisch im Topf „System-Ausnutzer-Mutter“. (Wie gesagt, ich verstehe ein Unternehmen ja auch, mit der heutigen Regelung ist ein Mann viel der geringere Kostenfaktor; aber ich möchte gerne auch in diesen Männertopf geworfen werden…)

        Und btw, mein Arbeitgeber hat zahlreiche Mütter angestellt (Teilzeit, Vollzeit und Jobsharing); funzt ganz wunderbar! Die Frauen zahlen das Wohlwollen mit Leistung mehr als zurück!

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: „Und btw, mein Arbeitgeber hat zahlreiche Mütter angestellt (Teilzeit, Vollzeit und Jobsharing); funzt ganz wunderbar!“
        Nach meinem Wissen arbeiten Sie als Lehrerin, oder?
        Und da ist meine Erfahrung, als Lehrer, aber vor allem auch als Vater von betroffenen Kindern, keineswegs so, dass diesbezüglich alles wunderbar funktioniert. In vielen Schulen gibt es (zu) viele Absenzen der Lehrpersonen, z.T. mehrere Wechsel der Klassenlehrperson während des Klassenzugs, zu viele Bezugspersonen, da fast alle nur noch in Teilzeitpensum arbeiten, und Stundenpläne, die um die Lehrpersonen, statt um die Bedürfnisse der Kinder geplant werden. Und eben – Elterngespräche, die ständig tagsüber stattfinden.

      • Martin Frey sagt:

        Wer bin ich, dass ich Ihnen widersprechen könnte, werte tststs… 🙂
        Nein, natürlich kann ich das einräumen, ob man will oder nicht, man wird in Töpfen eingeteilt. Frauen im gebärfähigken Alter passiert das zweifelsohne. Männern auch, notabene, nur sind das andere Töpfe.
        Apropos „funzt wunderbar“, das ist natürlich eine Frage der Perspektive. Aus Sicht der diversen Personen mit Niedrigpensen bestehen natürlich keine Probleme, solange sie zu ihren Rechten kommen. Aus anderer Sicht kann das selbstredend anders tönen. Gerade im Schulbetrieb schwirren ja teils über ein halbes Dutzend Lehr- und sonstige Betreuungspersonen um einen Klassenzug herum, wo früher ein Klassenlehrer alles abdeckte. Natürlich wird von den Eltern erwartet zu wissen, an wen sie sich je nachdem zu wenden haben.

    • tststs sagt:

      „Ja, das kommt vor in der Arbeitswelt. “
      Äh ja, aber das muss/sollte man nicht hinnehmen.
      Man stelle sich vor, der neue Chef fängt an und Sie erhalten plötzlich 10% weniger Lohn. Gehen Sie dann auch einfach „woanders“ hin? Beklagen würden Sie sich ja nicht, weil Sie dazu einfach nicht der Typ sind…

      • Niklas Meier sagt:

        Genau, tststs. Bei uns hiess es plötzlich, Lohnkürzung für alle. Meine Stelle war dann nach 1,2 Gesprächen frei.

      • Anh Toàn sagt:

        Warum diskutieren, solange man weglaufen zu was Besserem kann? Kann man nicht, hilft sich beklagen auch nichts, die andere Seite weiss auch, dass man keine bessere Option finden kann.

        Im konkreten Beispiel: Führungsposition aufgeben bei Arbeitszeitreduktion würde ich sagen, ja klar, aber 2 Tage Homeoffice. (Ist doch mir egal wie mein Chef die 60% nennen will und mehr Kohle gibt es so auch) Wird das nicht angenommen, geht es wohl darum, mir weniger Kohle zu zahlen, und wenn ich mehr Wert bin, gibt es am Markt ein besseres Angebot.

  • Vreni sagt:

    Das sind ja schön und gut ABER : die Stelle werden die Mütter verlieren denn ein Arbeitgeber kann es sich nicht leisten eine Angestellte zu haben welche heim geht um zu stillen (!), frei nimmt wenn sie sich nicht wohl fühlt in der Schwangerschaft ohne Arztzeugniss, 3 Tage zuhause bleibt weil eines der Kinder krank ist, usw. Einfach unmöglich für viele Arbeitgeber und es würde Eifersüchten geben, Auch sind die anderen Mitarbeiterinnen nicht bereit oder nicht in der Lage die Kollegen zu ablösen. Persönlich war ich nie abwesend wegen meinem Kind (klassische Kinderkrankeiten, meine Nachbarin schaute nach und Mittags kam ich heim. Ausserdem arbeitete ich erst als meine Tochter 1 Jahr war, und dann noch halbtags bis sie 6 war.)

    • tststs sagt:

      „Einfach unmöglich für viele Arbeitgeber…“
      Wenn ein Geschäft den 3tägigen Ausfall eines Mitarbeiters nicht verkraftet, geschweige denn eine 1.5stündige Abwesenheit, dann handelt es sich entweder um einen 1-Personen-Betrieb oder man fuhrwerkelt prinzipiell immer am Rande der Betriebsschliessung.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Und Sie haben tatsächlich Ihr Kind ab 12 Mt bei Kinderkrakheiten alleine zuhause gelassen, wo ab und zu die Nachbarin „nachschaute“? Echt jetzt, oder habe ich das falsch verstanden?

      • Niklas Meier sagt:

        Nein tststs. Es ist ja nicht eine einmalige Abwesenheit von 3 Tagen, oder eine 1.5Std.-Mittagspause.
        Neben den 1.5Std. Mittag wird dann auch noch verlangt, dass man, ohne Minusstunden zu generieren, immer pünktlich um 17 Uhr gehen kann, um 9 Uhr kommen darf, auf Arbeitszeit fürs Kind telefonieren darf, jeden Krankheitstag des Kindes fern bleibt (und das sind nicht einfach mal 3 Tage).
        Die Arbeit bleibt dann liegen, kritiklos, da ja das Kind alles entschuldigt, oder muss von Mitarbeitern übernommen werden.
        Ich war mal 4 Monate lang verletzungsbedingt 50% arbeitsunfähig. Wenn man sich vorstellt, das geht dann 5,6(+) Jahre so (oder auch nur 10% Ausfall), dann ist das eine grosse Belastung für den Betrieb.

      • tststs sagt:

        Herr Meier, wenn Sie davon ausgehen, dass jede Mutter (oder auch Vater) die ersten 5-6 Lebensjahre des Kindes ca. 50% im Betrieb fehlt, dann wundert mich gar nichts mehr…

        PS: Läuft der Betrieb noch? Oder ist er an Ihrem – völlig ungeplanten! – Ausfall zu Grunde gegangen?

      • Niklas Meier sagt:

        tststs, der Betrieb läuft irgendwie noch, hat eine unglaublich schlechte Kundenzufriedenheit und eine Mitarbeiterfluktuation wie ein Ventilator. Aber da es ein staatlicher Betrieb ist, kann man das machen.

    • lara sagt:

      Das muss möglich sein! Ich habe in 3-Mann/Fraubetrieben und in bis zu 200 Mitarbeiter Firmen gearbeitet. Noch nie war das ein Problem. Wer eine solch dünne Personaldecke hat, wo jeder noch so kleinste Ausfall zum Risiko wird, sollte sich grundsätzliche Fragen zu seinem Betrieb stellen.

      • Sepp Manser sagt:

        @lara: Und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einspringen „durften“ (gratis natürlich…), fanden das jeweils auch alle so toll wie Sie?

      • tststs sagt:

        Ja, Herr Manser, es gibt Betriebe, da herrscht unter den MA so was wie Solidarität…

      • Lisa sagt:

        @Sepp – es ist unterm Strich meist eine kurze Zeit, in der andere Mitarbeitende einspringen müssen. Und das Zauberwort heisst „miteinander reden“. Als kinderlose Frau, die sich keinesfalls ausnutzen lässt, kann ich sagen: Ja, das passt schon.

      • Sepp Manser sagt:

        @tststs, Lisa: Wie schön für sie. Ob Sie wohl immer noch so denken würden, wenn sie eine Kollegin zuerst 6 Monate wegen „Schwangerschaftskomplikationen“ vertreten „dürfen“? Und dann gleich nochmals, wegen postnataler Depression?

      • Lisa sagt:

        @Sepp
        Ja, genau so denke ich immer noch. Die schwangere Kollegin fiel fast die ganze Schwangerschaft über aus und machte nach dem Mutterschaftsurlaub noch unbezahlten Urlaub. War insgesamt über ein Jahr weg. Fast gleichzeitig fiel eine andere Kollegin krankheitshalber dauerhaft aus. In der gleichen Zeit fing eine neue Mitarbeiterin an für eine bereits zuvor längere Zeit offene Stelle, die eingearbeitet werden musste. War eine harte Zeit und ich war manchmal am Anschlag. Aber mit entsprechender Prioritätensetzung klappte es. Denn letztlich kommt es darauf an, wie die Chefs dazu stehen – in meinem Fall erwarteten sie Einsatz, andererseits wurde ich aber auch nicht unter Druck gesetzt. Das heisst ich bekam keinen schlimmen Rüffel, wenn etwas liegen blieb.

      • Sepp Maner sagt:

        @Lisa: Ihr Lebensentwurf, wenn es für Sie stimmt, wenn bei gleichem Lohn für zwei arbeiten. Ihr Arbeitgeber ist Ihnen sicher ewig dankbar.

    • 13 sagt:

      @ Vreni
      Und wer finanzierte dann Ihren verlängerten Mutterschaftsurlaub oder die Teilzeitarbeit? Und warum konnte Ihre Nachbarin vormittags babysitten? Arbeitete sie denn nicht?

    • Lisa sagt:

      Im übrigen: Es sind nun mal nur Frauen, die schwanger werden können. Und wie die Schwangerschaft verläuft, weiss man vorher nie. Und ob man anschliessend ein «pflegeleichtes» Kind hat oder ein Kind, das ständig krank ist – auch das kann man nur bedingt beeinflussen. Gut, wenn dann eine Mitarbeiterin nur und ausschliesslich auf ihr Recht pocht bzw. den Betrieb ausnutzt in dem sie das Kind vorschiebt – dann wäre ich als Arbeitgeber auch nicht begeistert. Was aber eher die Ausnahme als die Regel ist. Meist findet sich ein Mittelweg, der für alle passt. Sofern man miteinander redet.

      • Sportpapi sagt:

        @Lisa: Ich glaube, darum geht es doch den meisten hier. Dass man etwas irritiert ist über die Forderung, über seine Rechte bestens Bescheid zu wissen, und alles einzufordern, was rechtlich möglich ist, ohne Rücksicht auf Verluste.
        Die meisten arbeiten ja bei einem Arbeitgeber, mit dem man durchaus Lösungen für die beiderseitigen Probleme und Anliegen findet.

  • Sportpapi sagt:

    Ob das wirklich der beste Rat ist? Es sind ja die ausgebauten Rechte, die manchmal auch eine Anstellung verhindern.
    Und das Reduzieren des Pensums nach Geburt ist ebenfalls kein Recht. Gelingt aber erfreulicherweise doch recht häufig. Zumindest den Frauen.

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