Muss ich mit meinem Kind Fussball spielen?

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Die Fussball spielende Tochter ist manches Vaters ganzer Stolz. Foto: iStock

Es ist wieder einmal Fussball-WM. Gut, ohne die Schweiz, da ist es halt etwas ruhiger. Letztes Mal konnte man ja im Supermarkt nur noch WM-Broccoli und Nati-Hüttenkäse kaufen.

Wir gehören zu den nicht sonderlich fussballbegeisterten Familien. Meine Frau verknurrt uns zwar dazu, ein paar Spiele zu schauen, aber das war es dann auch schon. Wir schminken weder unsere Bäckchen noch die Rückspiegel des Autos. Immerhin freut sich der Brecht auf das Spiel heute Abend: «Endlich mal wieder Chips essen vor dem Fernseher!» Aber es sind nicht einmal WM-Chips.

30 kleine Xhakas und Gwinns

Als Fussballmuffel geht es mir etwas am Schienbein vorbei, wie verbreitet dieser Sport doch in unserer Gesellschaft ist. Kürzlich habe ich Brechts Basisstufe auf einem Schulausflug begleitet. Irgendwann diskutierten alle über Fussball. Geschätzt 90 Prozent der Kinder wollten die Lehrerin damit beeindrucken, wie tolle Tschütteler sie sind. Joël hatte in einem Spiel mal drei Tore geschossen, Mia sieben und Lea-Marihuana spürte sich gar nicht mehr: «Du Frau Gerber, ich habe einmal dreiundfünfzig Goal gemacht!»

Pädagogisch vorbildlich wollte Frau Gerber den Teamgedanken des Sports betonen: «Aber es braucht ja nicht nur gute Stürmer, sondern auch gute Verteidiger.» Das war das Stichwort für Maximilian-Jason: «Ja, stimmt. Als Verteidiger habe ich einmal fünf Tore geschossen!»

Da gab Frau Gerber auf und vervollständigte die Torstatistik mit den Zahlen ihrer Söhne. Paninibildli regneten vom Himmel und die Champions-League-Hymne ertönte. So ungefähr erinnere ich mich daran.

Und ich frage mich seit diesem Ausflug, ob der Brecht mehr Fussballförderung braucht? Immerhin schnappte er sich letzthin im Indoor-Spielplatz einen Ball und dribbelte ein anderes Kind ziemlich gekonnt aus.

Okay, das andere Kind war ich. Und Sie merken schon: Ich spiele mit dem Brecht nicht oft Fussball. Bisher hat mich diese Sportlücke wenig beschäftigt, schliesslich spiele ich mit dem Kind auch selten Lacrosse, Springreiten und Snooker. Auch im Übungskeller des lokalen Schwingclubs oder auf dem Hornusserplatz waren wir lange nicht mehr.

Die heiligen drei Pflichtsportarten

Aber ist Fussball «einfach irgendeine Sportart», die ich ignorieren kann wie Kegeln und Beachbasketball, oder gehört er in dieselbe Kategorie wie Velofahren und Schwimmen? Dort ist man sich im Elternvolke ja einig: Sobald Fyonn rudimentär auf seinen Füssen stehen kann, gehört ihm ein Likeabike aus geölter Bio-Birke unters Füdli geschoben. Wenn er nicht grad im Babyschwimmen nach Ringen taucht, natürlich. Und wehe, Luara-Majvi hat zum fünften Geburi noch nicht den Pinguin auf dem Badhösli.

Das klingt jetzt so sarkastisch. Dabei bin ich ganz bei den Velomuttis und Schwimmvatis. Ich hab auch schon die Nähmaschine im Anschlag, damit ich dem Brecht das nächste Abzeichen antackern kann. Aber eben, beim Fussball stehe ich gesellschaftlich im Abseits. (Höhöhö, elf Franken ins Kässeli für schlechte Wortspiele.) Und langsam habe ich Angst, dass jemand eine Gefährdungsmeldung macht: «Wissen Sie, ich will ja nicht lästern. Mein Nachbar scheint ein ganz ordentlicher Vater zu sein, aber die haben keine Tore im Garten.» Und keine 90 Minuten später holt die Kesb den Brecht ab und bringt ihn nach Feusisberg in ein Trainingslager.

Lieber kein Risiko eingehen. Man kann sich im Leben auch nicht gegen alle gesellschaftlichen Konventionen auflehnen. Wenn das Wetter wieder besser wird, gebe ich mir einen Ruck, montiere die YB-Wadenstrümpfe und kicke mit dem Brecht ein paar Bälle ans Garagentor. Jetzt aber erst mal Chips vor dem Fernseher.

63 Kommentare zu «Muss ich mit meinem Kind Fussball spielen?»

  • Hans Minder sagt:

    Es geht nicht um die Frage, ob Fussball, Schwimmen oder welche Sportart auch immer. Die Frage ist, mit wem sich Kinder zukünftig rumtreiben werden. Meine Jungs/Mädels (12-14 jährig) orientieren sich im Sinne des liberalen Geists an den Kindern, deren Drähte zu den Eltern weniger stark sind. Mein Einfluss auf sie nimmt täglich ab. Beim Mannschaftssport ist mindestens ein erwachsener Trainer anwesend und ein gemeinsames Ziel der „Leistungssteigerung“ steht vor Augen. Beim rumhängen mit Kumpels vor den Türen des Kino ist dies halt nicht der Fall. Und bitte nicht sagen: „ja früher war auch nicht jeder ein Maradonna!“ Früher waren viele Kinder (auch Taugenichtse) nach der Schule mit körperlichen Tätigkeiten beschäftigt, die in der heutigen Dienstleistungs-Gesellschaft weggefallen sind

  • Sisifee sagt:

    Lieber Herr Tschannen, toll beschrieben! Vermutlich kommen Sie um den Fussball nicht ganz herum, drum mein Tipp: Stecken Sie Brecht in den FC. Wählen Sie denjenigen mit der besten Nachwuchsförderung, dann läuft es organisatorisch einfacher. Schnappen Sie sich beim Samstagsmatch ein Bier oder einen Kafi im Clubhaus und geniessen Sie den Schwatz mit anderen Eltern am Spielfeldrand, statt in der überfüllten Migros (Achtung: Dabei Brechts Tore nicht verpassen…).
    In einem guten FC powern sich die Kinder aus, lernen sportlich und vor allem auch sozial. Und ich winde hiermit auch allen Junioren-Trainer*Innen ein Kränzchen, die mit grossem Aufwand und Engagement wirklich viel für die Kinder tun. Und sollte es Brecht nicht gefallen im FC, dann hat sich das Thema erledigt.

    • Carina Leone sagt:

      Ja und Tschannen weiss ganz genau, wo er seine freien Samstage künftig verbringen wird…

    • Danke für den Tipp. Mal schauen, ob der Brecht bei den Schüssen aufs Garagentor Interesse für Fussball entwickelt. Aktuell würde ich ihn wohl eher zu Judo oder Tanzen anmelden.

      • Hans Minder sagt:

        Immer interessant, wie Eltern sich beim Sport oder bei religösen Themen auf die Präferenz der Kinder stützen. Würde ich dies konsequent so tun, gäbe es für meine Kinder nur noch Schokoladekuchen als Nahrung und zur Schule ginge auch keiner mehr. Ich als Erwachsener mit meiner Lebenserfahrung und grösserer Weitsicht bin aus meiner Sicht in der Verantwortung, für das Kind förderliche Entscheidungen zu treffen. Die Zeiten haben sich seit meiner Kindheit verändert und somit reicht es nicht zu sagen: „Weder Fridu noch Köbi sind je in einen FC gegangen und sind heute trotzdem glückliche Erdenbürger! Weshalb sollte ich den Brecht zwingen?“ Naja, Köbi und Fridu konnten noch nicht vor dem Computer vereinsamen und waren sozial in andere Gruppen integriert, ob sie dies wollten oder nicht…

  • Gwendolyn sagt:

    Wunderbar, Herr Tschannen, für dieses grossartige Essay! Wie treffend beschrieben, habe mich bestens amüsiert! Grossen Dank an Ihre immer wieder erfreulich erfrischenden und unterhaltsamen Zeilen!

  • Lisa 2 sagt:

    Zum Glück gibt es ja das Schüeli (oder wie die verschiedenen Schul-Fussball-Aktionen in den jeweiligen Gemeinden, wo es so was gibt, heissen). Ein Mal im Jahr irgendwo Schienbeinschoner und Schuhe auftreiben (beim tschutiverrückten Nachbarbuben, z.B.), einen Tag lang mit Partner abwechseln beim auf dem Platz Herumstehen (bitte Hut und Wasser mitnehmen), merken, wann das eigene Kind spielt und im richtigen Moment jubeln (nein, nicht wenn die andern ein Goal schiessen, macht sich nicht gut beim Nachwuchs), und irgenwann sind die Kinder aus der Primarschule raus und man kann sich wieder dem Baseball hingeben. Auf dem Internet. Aber alle WM-Songs der 80er kenne ich dann schon!

  • Naddel sagt:

    Achtung, Herr Tschannen, ich rate Ihnen dringend, im Kleinkindalter ein bisschen geheucheltes Interesse am Fussball zu zeigen! Wenn Sie dies nämlich nicht tun, wird der Sport erst recht spannend für Ihre Kids – und Sie enden wie ich: mit einer absolut fussballverrückten Tochter, die von einer Profikarriere träumt und ihr Glück (nach der von mir sträflich vernachlässigten Kickerei im Dorfverein) in der U15 eines NatiA-Klubs gefunden hat. Selbstverständlich inklusive dem vollen Pflicht-Programm: Trainings an 3 Abenden pro Woche am gefühlten anderen Ende des Kantons, jedes WE mind. 1 Spiel, Turnierweekends usw. Hätte ich mich vielleicht schon etwas früher für ihr Hobby interessiert, hätte ich es kommen sehen und sie rechtzeitig für die Jugi im Dorf begeistern können, wer weiss?!?

  • Maike sagt:

    Sie sollten solange mit Ihrem Nachwuchs Fussball spielen, solange es ihm nicht peinlich ist. Aber sich dazu verkleiden ist meiner Ansicht nach nicht notwendig.

  • Anh Toàn sagt:

    Fussball kann man überall, das ganze Jahr spielen, braucht keine Ausrüstung ausser einem Ball, zur Not geht auch eine alte Getränkedose. Ballsportarten fördern Intelligenz: Zu antipizieren, wohin ein Ball springt, ist intellektuell ziemlich anspruchsvoll. Fussball ist eine der auch kleinere Kinder zugänglichen Sportarten, funktioniert auf sehr geringem motorischem Niveau, fördert dieses jedoch ungemein: Einerseits soll man den Ball mit den Füssen treten, andererseits braucht man diese doch zum laufen. Einerseits sollte man den Ball ansehen, andererseits, wo man steht und wohin man läuft und dann auch noch, was der Gegner macht. Kinderfussball ist viel mehr Geschick, bei Erwachsenen Fussball ist es viel mehr Kraft.

    Fussball ist King, No1, Top of the Pops, rules, bis mindestens 12 Jahre.

  • seahorse sagt:

    Mit Fussball und überhaupt mit jeder Art von Bällen kann ich nicht viel anfangen. Mein Mann und mein Sohn auch nicht. Bei der 4 Jahreskontolle hat uns aber tatsächlich unsere Kinderärztin gesagt, dass doch etwas mit unserem Sohn nicht in Ordung sei, wenn er sich nicht für (Fuss)bälle interessiert. Wörtlich etwa so: „Ein Bub, der sich nicht für Bälle interessiert? Das passt doch nicht zusammen“ 🙂

    • Autsch. Bei so stereotypen Ansichten würde ich aber eher an der Kinderärztin zweifeln als am Bub oder seinen Eltern.

      • Lorena sagt:

        Leider ist es eine Tatsache, dass Kinder immer öfter an motorischen Defiziten leiden. Der Grund ist einfach: Zu viel Behütung und zu wenig Bewegung, Junk-Food und Spiele am Computer anstatt an der frischen Luft. Mit „stereotypen Ansichten“ hat das übrigens überhaupt nichts zu tun Herr Tschannen, eher mit einer ungeschminkten Einschätzung der Situation.

      • Kinder haben unterschiedliche Interessen. Manche lesen, machen den ganzen Tag Rollenspiele oder sind dem Sport zugeneigt. Selbst sportliebende Kinder interessieren sich nicht alle für die selben Sportarten. Einem Kind zu unterstellen, es müsse sich als Bub für Bälle interessieren, ist selbstverständlich eine stereotype Ansicht.

      • 13 sagt:

        @ Lorena
        Wäre Ihr Einwand richtig, hätte die Ärztin sagen müssen: Ein Kind, das sich nicht für Bälle interessiert….das hat sie aber nicht. Bewusst. Wird nun nur bei Jungs das als motorisches Defizit angeschaut?

      • Muttis Liebling sagt:

        (Fein-) Motorik kann man auch mit Handarbeit, Handwerk, Malen, ein Instrument spielen, usw. trainieren, dazu braucht es keinen Sport.

        Kinderärzte sind keine Lebensberater. Der Anspruch übersteigt gelegentlich die Kompetenz. Ich als Augenarzt bin auch gern übergriffig und empfehle immer wieder meine Lieblingszahnpasta – Dekadent.

    • seahorse sagt:

      p.s. er ist übrigens kein Bewegungsmuffel, fährt Fahrrad, geht super gerne in den Schwimmkurs und im Winter aufs Snowboard 🙂

  • Vierauge sagt:

    keine Bange, Tschannen, bei uns im Garten standen auch keine Tore – weil unsere Jungs sich sehr früh für Eishockey interessiert und das auch je 11 Jahre betrieben haben (und da konnte ich auch nicht mithalten). Unsere Jungs finden Fussball heute noch zum Gähnen, und trotzdem wurde wir nie gesellschaftlich geächtet.

  • fufi sagt:

    Also mein Vater hat mit mir NIE Fussball gespielt.
    Und trotzdem habe ich es zu einem höchst unbegabten Fünft-Liga-Tschütteler gebracht!
    🙂

  • caspara sagt:

    3/3
    Aber auch: Ihr Brecht lernt mit Eishockey die Grundlage aller Sportarten die mit Gleiten und Gleichgewicht zu tun haben, er kann plötzlich skifahren, langlaufen, inlineskaten, surfen….
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Auswahl und sagen Sie nicht, es hätte Sie niemand gewarnt.
    Übrigens: Ich wollte, dass meine Kinder ins Schwimmen gehen….

  • caspara sagt:

    2/3
    Es ist möglich ihr Kind zum Training und an die Matches mit Sie einem Veloanhänger zu fahren, im Winter aber kalt und anstrengend…. und auch nur bei Heimspielen machbar.
    Wenn Sie Mobility haben ist es möglich, aber nur, wenn Sie in der Nähe einen Combi zur Verfügung haben (In einen Economy bringen Sie nur eine Tasche, da ist nichts mit Gspänlimitfahren…) und wenn Sie eine genug dicke Haut haben, um ihr rotes Wägeli zwischen all den SUVs zu parkieren und mitleidige Blicke ertragen können.
    Zudem: Die Matches finden sonntagmorgens früh statt, vorzugsweise wenn es kalt und nass ist (und leider ist nicht jedes Feld ist gedeckt). Sie brauchen ausserdem extra Platz (vorzugsweise mit Tür) in dem die Sachen trocknen können- das machen Sie nur anfangs Saison in der Wohnung…

  • caspara sagt:

    1/3
    Lieber Herr Tschannen
    Sie greifen ein strategisch wichtiges Thema auf, dem in diesem Blog noch viel zu wenig Beachtung geschenkt wurde! Überlegen Sie sich gut, welche Weichen SIE jetzt stellen! Noch ist der Brecht beeinflussbar….
    Mein Tipp: Bleiben Sie beim Fussball – und zwar bevor der Brecht die wahre dritte Sportart für alle Gielen und Modis im ländlichen Dreieck zwischen Thun, Biel und Langnau entdeckt: Eishockey.
    Ich war leider zu spät. Aufgrund meiner Erfahrung möchte ich Sie auf ein paar Punkte zur Frage Eishockey oder Fussball aufmerksam machen, die Sie ernsthaft prüfen sollten. Ich kenne ihre Besitz- und Wohnverhältnisse nicht, aber wenn Sie nicht gerade neben dem Stadion wohnen überlegen Sie sich folgendes: ….

    • Da haben Sie das richtige Schreckgespenst für mich gefunden. Während ich dem Fussball eher gelangweilt gegenüberstehe, kann ich mit Eishockey gar nichts anfangen. Natürlich will ich auch nicht der Vater sein, der seine eigenen Interessen in den Vordergrund rückt. Brechts letzte Schlittschuhversuche lassen mich aber hoffen, dass Eishockey kein Thema wird.

      • Muttis Liebling sagt:

        Eishockey ist die brachiale Version des Mannschaftsballsportes. Eishockey nährte und nährt Generationen von Zahnärzten, Chiropraktikern und Traumatologen.

        Ein NPD- Funktionär hat mal gesagt, die meisten Neuzugänge finden wir bei den Fussball- Hooligans, aber die radikalsten bei den Eishockey- Fans.

      • Maike sagt:

        Das das ein NPD Funktionär gesagt haben soll, wage ich schwer zu bezweifeln. Ich habe eine Zeit in der deutschen Hochburg des Eishockeys (Kölner Haie, DEG) gelebt, als die NPD noch spürbar war. Und die Eishockeyfans waren echt liebe Typen. Die sind nie und nimmer zu der NPD gegangen. Also Mal schön den Puck flach halten ML

  • 13 sagt:

    Einmal mehr: einfach herrlich! Ist bei uns sehr ähnlich: Mami interessiert sich auf sehr tiefem Niveau für Fussball (spirch schaut maximal einige EM-/WM-Spiele) und ist damit auf Platz 1 der Familie. Der Rest der Familie kann damit nichts anfangen: „Gell Mami, der Fussballplatz ist der, wo wir immer runterschlitteln?“ 😉 Fussballspielen mit den Kindern? Da käme schnell die Frage, wofür sie bestraft werden. Den Hockeystock sollte man aber m.E. eher mal in die Hand nehmen 😉

  • Roxy sagt:

    Andere Welten: weder meine Kinder, noch ihre Freunde interessieren sich für Fussball. Einige Jungs spielen in der Pause, aber es längst nicht der einzige Sport. Judo, Handball, Unihockey…. sind von den Schulkindern besser besucht, als der FC.

    ?

    • Sportpapi sagt:

      Statistisch gesehen heisst es in der Schweiz. Es gibt Fussball auf der einen Seite, und die anderen Sportarten auf der anderen. Keine Sportart hat auch nur annähernd die Mitgliederzahlen des Fussballs, nicht einmal die polysportiven Turnvereine.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Mag sein.
        Ich bin jedenfalls froh, dass bei uns nicht so ein Gruppendruck herrscht, weit weniger als zu meiner Zeit. (Obwohl auch von uns, die wir gerne in der Pause und am Mi Nachmittag tschutteten, die Allerwenigsten im FC waren.

        Andererseits die Hälfte aller Sporttreibenden Kinder ist in einem FC?
        Das kann ich mir kaum vorstellen. Dann müsste ja der hiesige FC für jede Altersklasse mehrere Mannschaften haben.
        Wenn man bedenkt, dass es Kinder gibt im Eishockey, Handball, Unihockey, Volleyball, Judo, Karate, Schiessen, Schwimmen, Reiten, Break Dance, Baseball…. gäbe einige Fussballteams für den FC.

  • Zwillingspapa sagt:

    Danke Herr Tschannen.
    Wie immer gelungener Blog und ich konnte herzhaft lachen (KESB und Einweisung in Feusisberg!) . Unsere Mädchen sind 5.5 und ich habe auch noch nicht daran gedacht, mit ihnen Fussball zu spielen. Aber sie waren diesen Winter wenigstens im Skikurs und jetzt gerade im zweiten Schwimmkurs (Seepferdchen).

  • Ruthy sagt:

    Solange Flash, Wonder Woman, Hulk usw nicht tschutten, muss ich nicht herhalten als drittes Teammitglied. 🙂
    Ihre Kolumne ist mal wieder einfach herrlich wunderbar.

  • Sabu sagt:

    Und ich bin das Mami, das jeden Tag zu mehreren Mätchlis überredet wird. Mit dem Grossen beim Handball und mit dem Kleinen beim Tschutten. Und als ich gestern meinte: „Komm wir schauen lieber ein Büchlein an“, sagte mein 4jähriger: „Mami, ich will Fussballprofi werden, nicht Büchliprofi.“ Der erste Match der Kinder startet vor dem Frühstück – der letzte endet um ca. 20.00 Uhr. Ich kann und habe keine Lust mehr….und gebe trotzdem immer wieder nach.

  • Sportpapi sagt:

    Ehrlich gesagt habe ich mit meinen Kindern auch selten Fussball gespielt. Ausser sie wollten das. Ist ja jetzt eine der Sportarten, die sie auch mitbekommen, ohne dass die Eltern sie hinführen.
    Aber gut, Fussballstars sind sie bisher nicht geworden.
    Dafür können sie Weitsprung und Ballwerfen…

    • Muttis Liebling sagt:

      Fussball ist der umsatzstärkste Industriezweig, der Sport instrumentalisiert. Das was in der Medizin die Reproduktions- und die Schönheitskliniken sind, ist dem Sport der Fussball.

      Um Sport im Sinne von Körperertüchtigung geht es in der FIFA, der UEFA, dem IOC ebenso wenig, wie es in schweizerischen Spitälern um Medizin geht. Es geht um Kohle und die möglichst fett.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Dass Fussball der umsatzstärkste Industriezweig ist, scheint logisch, weil Fussball der am meisten verbreitete und praktizierte Sport auf dem Globus ist. Leider, muss man als Fussballfan (mit Blick auf den Fussball der 90er Jahre) sagen.

      • tststs sagt:

        Und die allermeisten Kinder, die tschüttelen, haben noch nie etwas von FIFA, UEFA, Infantino u.ä. gehört!
        Weshalb Fussball so populär ist? Es gibt keine Mannschaftssportart, die so wenig Aufwand braucht (etwas Ballähnliches und evtl. noch eine Tormarkierung, fertig) und dessen Grundzüge so schnell erlernt werden können. Kann man auf verregnetem Rasen genauso spielen wie in der sandigsten Wüste.

      • Muttis Liebling sagt:

        Fussball spielen ist ja auch Spass machend und theoretisch preiswert überall möglich. Nur praktisch kommt man am Devotionalienhandel nicht vorbei.

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Dem muss ich widersprechen. Stellen Sie sich in einen Kindergarten und fragen Sie, was die FIFA ist. Ich bin sicher, mind. 50% der Kinder wird ein Paninialbum hervorzaubern….

      • tststs sagt:

        @13: und was kommt als Antwort? Ahhh FIFA, das sind diä, wo dPaninibildli mached…
        😉 🙂 🙂
        Es ging mir nur darum, die etwas (nur e bitzeli) „gewagte“ Verknüpfung von tschuttenden Kinder und der Organisation FIFA zu… nennen wir es mal: relativieren.

  • Hans Wanderer sagt:

    Sie können beruhigt sein, ins Kässeli für schlechte Wortwitze gehören nur 5 Franken pro Vergehen. 😉

    • db13 sagt:

      Das „Kässeli für schlechte Wortwitze“ heisst übrigens korrekt „Phrasenschwein“, wurde in der Fussball-Talkshow „Doppelpass“ erfunden und in grauer Vorzeit mit 5 DM, später mit 3 und heutzutage mit 5 Euro gefüttert!

  • Lorena sagt:

    Ihre Frau verknurrt Sie zum Schauen von Frauenfussball? Sie sind ja ganz schön unter der Knute, du meine Güte….

    • Sie können mich mit sowas nicht beleidigen. Denken Sie mal darüber nach, warum.

    • asouka sagt:

      Echt Lorena? Wie machohaft ist denn das??? Wieso soll Frauenfussball etwas schlechtes sein? Ich bin wirklich gespannt auf ihre Antwort!

      • Maike sagt:

        Toller Beitrag hier ! Ein Missverständnis jagd das nächste. Lorena findet, das Markus unter der Knute seiner Frau steht. Nicht mehr und nicht weniger. Markus aber fühlt sich angegriffen und bollert zurück, das man ihn damit nicht beleidigen kann.
        Zu guter letzt interpretiert asuoka, das hier über den Frauenfussball hergezogen wird, weil Markus Fussball sieht, weil seine Frau es will.
        Das die beste Realsatire die ich hier seit langem gelesen habe. Bitte mehr davon.

      • asouka sagt:

        und Maike gibt auch noch ungefragt ihren Senf dazu. Markus Tschannen sieht FRAUENfussball, weil SEINE FRAU IHN DAZU VERKNURRT. Hier sagt Lorena wohl, dass Markus Tschannen a) unter der Knute seiner Frau steht und b) nicht nur in der schlimmen Variante, dass er Fussball schauen muss, sondern dass er FRAUENfussball schauen muss. Das ist in den Zeilen Lorenas ja eindeutig eine Stufe tiefer als ersters. Ich schaue übrigens weder Männer- noch Frauenfussball. Aber diese dummen sexistischen Sprüche gehen mir auf den Keks!!!

  • Martin Frey sagt:

    Man muss nichts müssen. Aber Fussball gehört in dieselbe Kategorie wie Velofahren oder Schwimmen, und in der Schweiz notabene noch Skifahren. Zumindest Grundkenntnisse sind schon fast Pflicht, und wenn Sie wollen dass ihr Kind nicht früh „föhrig“ herumsteht oder als letztes jeweils gewählt werden wird, dann springen Sie über ihren Schatten. Oder wenn Sie völlig talentfrei sind, stecken Sie es ins Fussballtraining. Entscheidend ist dafür weniger Ihre fehlende Begeisterung sondern die des Kindes. Und die ist ja da.
    Und kommen Sie nicht mit Ausreden à la „ich war auch nie ein guter Fussballer“ oder noch schlimmer „weil es ein Mädchen ist“. 😉 Viele Mädchen sind in dem Alter voller Fussballbegeisterung, spielen gerne und gut. Zudem, das wäre bei Ihnen als Argument inakzeptabel. 🙂

  • markus kohler sagt:

    Irgendwie beginne ich die Kolumne zu mögen. Ich halte zwar von den Genderneutralitätsgeschichten gar nichts, ich bin wirklich ein nicht zu heilender Hetero. Aber die Wendung mit der KESB und Zwangseinweisung in den Feusisberg, da habe ich wirklich herzhaft lachen müssen. Vielleicht könnte Tschannen mal mit Brecht an ein Konzert von Hoarau gehen. Und sonst wie wäre es damit er selbst eine Variante von Fussball zu entwickeln, eine Fusion von Tai Chi und Soccer. z.B.: Wenn der gelbe Drache dreimal neben den Ball tritt und im hohen Bogen den den Flug ins Yin der Erde erlebt.
    Hopp Tschannen- das war cool

    • Vielen Dank. Aber es ging doch jetzt gar nicht um Genderneutralitätsgeschichten.

      • markus kohler sagt:

        Nein natürlich nicht, aber der Mammablog im Allgemeinen ist dem Thema sehr treu, hier ging es um Fussball. Nochmals Danke.

      • Gerne. Fairerweise muss ich sagen: Der grösste Genderneutralitätsapostel im Mamablog bin natürlich schon ich, nebst Kollege Pickert, dessen Ansichten ich weitgehend teile.

        Übrigens: Niemand will Sie vom herero-sein heilen. Heteros sind toll. Genau so wie alle anderen.

Kommentar

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