Wie das Gymi-Kind Mamas Karriere bremst

Wenn das Lernen einfach nicht mehr aufhört: Das Gymnasium laugt auch die Eltern aus. (Foto: Getty Images)

«Ich könnte mir gut vorstellen, mehr zu arbeiten», sagt die Architektin. Wir sitzen in einer gemütlichen Runde zusammen. Sie arbeitet sechzig Prozent. «Aber», sagt sie dann, «diese Probezeit hat mich wieder um Jahre zurückgeworfen. Es geht jetzt einfach noch nicht. Ich kann mein Pensum nicht aufstocken.» Ich ertappe mich, wie ich mit lautem Zischen ausschnaufe. Diese Probezeit! Bei mir ist es die Zweite, die jetzt gerade hinter uns liegt. Und ich sage ihr nicht: «Es geht so weiter. Auch nach der Probezeit.»

«Das Gymnasium ist ein Familienprojekt», sagt eine andere Mutter, die auch mit uns am Tisch sitzt. «Nach der ersten Probezeit habe ich mir geschworen: Meine zweite Tochter geht nicht ans Gymnasium. Das soll kein weiteres Kind von mir durchstehen müssen. Und ich auch nicht.» Definitionen um Definitionen auswendig lernen. Sowieso auswendig lernen ohne Ende. Und jetzt ist es doch wieder passiert, vier Jahre später, in der sechsten Klasse, die Noten stimmten und plötzlich steckten sich die Freundinnen gegenseitig an, wollten alle dahin. Ans Gymnasium. Da nützt es dann nichts, immer wieder zu fragen: «Du weisst, was das heisst? Hast du denn auch tatsächlich Spass am Lernen? Willst du das wirklich?»

Verloren in der Lernmaschinerie

Und ja: Es ist ja auch vieles schön am Gymnasium. Die Vielfalt der Fächer, die neue Freiheit, über Mittag irgendwo mit den Freundinnen in der Stadt zu sein. Aber es ist enorm erschöpfend und laugt auch die Eltern aus. Es geht in den allermeisten Fällen nicht ohne Eltern. Nicht einmal deswegen, weil sie inhaltlich viel erklären müssten. Ihre Aufgabe ist es, da zu sein, in diesen endlosen Stunden des Lernens. Es hört ja nie auf. Die Lernzeit dauert bis am Abend spät und beginnt am Morgen vor der ersten Lektion wieder. Übers Wochenende, in den Ferien. Probezeit- und sowieso Gymnasiumseltern müssen aufmuntern und trösten, Wörtchen abfragen, Zusammenhänge erklären, Durchhaltesnacks zubereiten, loben, mahnen, anspornen und Zuversicht ausstrahlen. Wenn zum Beispiel die ganze Klasse in einer Prüfung einen Notendurchschnitt von einer 3 hat.

Perihel und Aphel, finite und infinite Verbformen, im Kopf ein dauernder Wirbel aus Fremdwörtern. «Und manchmal müssen wir Eltern auch da sein, um die Kinder zwischendurch wieder rauszureissen, aus dieser Lernmaschinerie. Es sind doch noch Kinder! Dass sie nicht immer im Zimmer sitzen und lernen und danach erschöpft nur noch an ihren Smartphones chatten oder Serien anschauen mögen.» Ich nicke. Manchmal habe ich die Lernziele für eine Prüfung durchgelesen. Zum Beispiel in der Biologie. Ich bin ja Biologin und bilde mir ein, etwas von diesem Fach zu verstehen. Und es dreht sich mir im Kopf, im Bauch ein Knopf. Unendlich die Anzahl an Fachausdrücken, unendlich die vielen Themen, die in eine einzige Prüfung hineingepresst werden. Und das gilt für alle Fächer. Die Menge an Stoff ist gewaltig. Und natürlich frage ich mich, was davon langfristig hängenbleibt.

Die Probezeit der Kinder in Mamas Lebenslauf?

Und jetzt an diesem Tisch, mit der Architektin und den anderen Eltern macht sich kurzfristig eine resignierte Stimmung breit. Wir hängen unseren Gedanken nach. Alle mit einer guten Ausbildung, ursprünglich mit dem Anspruch, im Berufsleben etwas aus sich zu machen, und irgendwie alle etwas erschöpft.

Elternsein und berufstätig sein ist halt immer noch eine hohe Kunst. Und im beruflichen Lebenslauf muss man diesen Balanceakt um Himmels willen gut verstecken. «Probezeit meiner Kinder» hat da keinen Platz.

Mitteilung der Redaktion: Wir haben den Beitrag nachträglich anonymisert.

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170 Kommentare zu «Wie das Gymi-Kind Mamas Karriere bremst»

  • Jan Holler sagt:

    Später dann müssen die Kinder das Trauma überwinden, für den Karriereknick der Mutter verantwortlich zu sein. Die Schuld wird lasten, denn sie werden ihre Schlüsse aus solchen Blogbeiträgen ziehen.
    Dieser Blogbeitrag zeigt unfreiwillig auf, was man als Eltern alles falsch machen kann und dann dafür auch noch die Verantwortung externalisiert und ungewollt auf die Kinder überträgt.
    Gerade letzthin stand ein Artikel im „Der Bund“ über die Generation Schneeflocke (snowflake). Das hier ist ein sehr gutes Beispiel dazu.

  • D. Grob sagt:

    Jugendliche, die auf dem Gymnasium noch Unterstützung beim Lernen benötigen, sind schlicht auf der falschen Schule!

    • E.Nora sagt:

      Vielleicht würden Sie es nicht glauben, aber heutzutage braucht ca. 80% der Gymischüler regelmässig Unterstützung beim Lernen. Und 99% braucht Hilfe bei der Vorbereitung auf die Gymiprüfung. Sonst schaffen sie es nicht.

      • maia sagt:

        @E.Nora: Können Sie die Zahlen belegen?

      • E.Nora sagt:

        Bei einem Elterntreff in einer Zürcher Kantonsschule wurden Fragebogen verteilt, die ca. 50 Eltern anonym ausgefüllt haben (ich war unter ihnen). Die Ergebnisse waren schockierend, nicht nur hinsichtlich der elterlichen Unterstützung, sondern vor allem wegen der psychischen Gesundheit der Kinder. Die Presse hat damals die Umfrage aufgegriffen, es war aber nicht representativ, sagten die Verantwortlichen im Bildungswesen. Es war vor ca. 3-4 Jahren, ich kann den Link leider nicht mehr finden.

  • E.Nora sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel, ich erlebe mit meinen 2 Töchtern genau die gleiche Phase und Umsände. Beide besuchen das Kurzzeitgymi, ich wollte sie mit 12 Jahren nicht diesem Stress aussetzen. Sie hatten es dann etwas schwerer, als ehem. Sek-Schüler den Kampf mit den Gymi-Schülern aufzunehmen. Denn es geht wirklich um Kampf, ca. 1/3 der Schüler müssen ausgemustert werden.
    Und warum braucht es die Unterstützung der Eltern? Sorry to say, aber viele Lehrer sind unkompetent, der Lernstoff konzeptionell nicht durchdacht. Wenn z.B. in Mathematik keine Hausaufgaben erteilt werden, weil die Schüler es sowieso nur abschreiben würden, dann muss ich als Mutter selber Aufgaben suchen, um den Stoff irgendwie einüben zu lassen. Dann kommen die unfairen Lernkontrollen, ich könnte noch lange erzählen..

    • OBT sagt:

      Ihnen ist schon klar, dass Mittelschullehrer einen Master in ihrem Fach haben und dann noch ihre Lehrerausbildung zusätzlich … das nennen Sie dann inkompetent. Warum? Warum scheinen Sie es besser zu können? Weil Sie in der Schule waren?

      • E.Nora sagt:

        Ja genau, weil ich in der Schule war und habe viel gesehen. Und all die Bücher, Aufgaben, Tests… der Kinder habe ich auch gesehen. Und weil ich selber ein Master mit Lehramt habe. Hätte ich aber solchen Unterricht erteilt und solche Tests schreiben lassen, wie ich hier gesehen habe, wäre ich schon bei meinem Praktikum glatt durchgefallen.

      • asouka sagt:

        @E. Nora. Sie haben einen Master mit Lehramt, aber nie unterrichtet. Sehe ich das richtig? Da muss ich Ihnen dann aber leider mitteilen, dass Sie keine Ahnung haben! Inkompetente Lehrer und unfaire Lernkontrolle klingen eher nach unfehlbaren Kindern…

      • E.Nora sagt:

        @asouka – Wieseo glauben Sie, dass ich nie unterrichtet habe?? Ich arbeite seit mehr als 20 Jahren als Lehrerin, ich habe auch in mehreren Gymnasien unterrichtet. Deshalb stehe ich nicht unbedingt auf der Seite meiner Kinder, ich gehe zuerst immer davon aus, dass der Lehrer weiss, was er macht. Leider musste ich mich hier oft täuschen.
        Wenn bei einem Test z.B. alle Schüler Pluspunkte geschenkt bekommen und mit 18 Punkten aus 30 schon eine sechs erreicht werden kann, damit der Klassendurchschnitt min. 4 ist, dann würde ich es keine adäquate Leistungsmessung nennen. Es ist auch unfair, da es nicht allen Schülern eralubt, eine genügende Note zu bekommen, denn es gibt in jeder Klasse 1 oder 2 Genies, die den Durchschnitt nach oben schrauben, somit müssen einige auch durchfallen.

  • Diana sagt:

    Ich, als Tochter von Nicht-Akademikern, habe das Gymi vor 10 Jahren erfolgreich abgeschlossen, ohne Ehrenrunde. Die Unterstützung meiner Eltern war nicht wirklich vorhanden. Nur das gelegentliche Abfragen von Franzöisch Vokabeln kam vor. Ich muss sagen, dieser Umstand hat mir nicht im Geringsten geschadet! Ganz im Gegenteil! Das Studium war so für mich einfacher zu bewältigen, da ich ja schon immer alles alleine machen musste. So habe ich auch dieses erfolgreich abgeschlossen, mit zwei Nebenjobs. Ich bin auch keines dieser Übergenies, die alles konnten. Aber ich hatte Ehrgeiz und Interesse und das Wichtigste: Freiheiten! Mir wurde nicht vorgeschrieben wann ich was zu machen habe (ausser den Haushalt). Und ich denke dies war der ausschlaggebende Punkt. Gebt euren Kindern Freiheiten!

    • Michael M. Maurantonio sagt:

      Vielleicht verwechseln Sie „Freiheiten“ mit „Kompetenzen“. Man muss aber zuerst die (eigenen) Kompetenzen kennen, ehe man sich an Aufgaben ran macht, für die man dann ja keine Verantwortung übernehmen kann/soll/darf. Und das lernt man eben nicht erst knapp vor der Gymiprüfung. Wenn die Kinder sehen, dass jemand an ihrer Seite steht, der mehr Kompetenzen (nicht gleichzusetzen mit Wissen) besitzt, sind sie schnell bereit, derjenigen Person respektvoll zu begegnen. Meine Eltern wussten schnell, dass ich meine Lernkompetenzen (wie Wissen verarbeiten und effizient/effektiv umsetzen) noch nicht im Griff hatte, obschon sie weder von Mathe/Deutsch gross Ahnung hatten. Wie geht man mit Herausforderungen um, welche Strategien führen zum Ziel etc.. Neu-Deutsch: coaching, nicht teaching.

  • Michael M. Maurantonio sagt:

    Mir hat es Spass gemacht, mit meinem Sohn die Gymivorbereitung zu meistern. Meine Frau war froh, dass sie sich nicht darum kümmern musste (Job & Freizeit reduzieren?), ich habe entsprechend mein Pensum bei Job und (Solo)Freizeit reduziert. Denn es geht nicht nur um Mathe und Deutsch. Es geht um eine Lebenserfahrung: was will ich, wieso will ich es, was hat es für Konsequenzen. Es hat ihn und mich noch fester zusammengeschweisst. Ich bekam einen tiefen Einblick in seinen Alltag (noch mehr als sonst). Seine Sorgen und Freuden zu kennen. Dieselben, die ich damals hatte. Prüfung bestanden. Bald 3. Gymi. Wermutstropfen: maternal gatekeeping syndrome. No comment.

  • Saceto sagt:

    Die Mehrheit der kommentierenden Leser empfindet Fremdscham und Verärgerung beim Lesen dieses Artikels. Ausgelöst werden diese Empfindungen vermutlich durch die im Artikel beschriebenen Handlungen und Gedanken der Mutter. Diese sind tatsächlich teilweise erschreckend und stimmen mich nachdenklich. Ich fände es sehr wichtig, dass sich die Autorin des Artikels deshalb nicht zurückzieht, sondern ihre Blogserie fortsetzt: Wie verstehen Sie die Kritik? Wie könnte ein Weg aussehen, den Druck in sich und auf das Kind zu reduzieren? Was sind gesunde Mechanismen in einer Familie, die aktiviert werden müssten?

  • Annina sagt:

    Ein wichtiger Punkt scheint mir, was und wie die Kinder da lernen. So viel Wissen, das sie nie gebrauchen werden. Völlig veraltet. Als meine Tochter kürzlich den Mathelehrer fragte, ob man diese Aufgaben irgendwie konkret brauchen könne im Leben, war seine Antwort: Im Gymnasium gehe es eher darum, das Lernen zu lernen und weniger um die Anwendbarkeit. Im Ernst jetzt?!

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Lernen lernen, bzw. entsprechende Kompetenzen, scheinen mir nun auch für das Leben wichtiger als Wissen zu pauken. Hier wäre evtl mathematisches Denken und Problemlösen entscheidender als die entsprechende Formel anwenden.
      Aber ich glaube, Sie haben die Aussage schlicht nicht verstanden.

  • Heinz sagt:

    Vielleicht sollten sich so manche Eltern einfach einmal überlegen, ob sie wirklich um jeden Preis ihr Kind aufs Gymnasium schicken müssen. Das ist leider der Trend in der heutigen Zeit der Selbstoptimierung, und da wird auch nicht vor den Kindern haltgemacht.

    Gerade für Akademiker-Eltern (die Mutter ist Architektin) ist es offenbar schon eine Schande, wenn das Kind nicht aufs Gymi geht.

  • Wiss sagt:

    Es ist nicht nur bei den Gymi-Kinder so, es läuft bei den anderen Kindern genau gleich ab! Es macht mich traurig zu lesen, dass es um Gymi-Kinder geht, denn bei den anderen (sei es B oder E Basis) müssen die Eltern genau das selbe tun. Vielleicht noch mehr, denn diese Kinder lernen nicht so gern wie die Gymi-Kinder und brauchen mehr Zeit.

  • Eduardo sagt:

    Ich kenne auch eine ehrgeizige Mutter, die ständig mit ihrer Tochter, einer Gymnasiastin, für die Prüfungen übte und ihr bei den Hausaufgaben half. Im Grunde war das eine Art von Doping und unfair den vielen Mitschülern gegenüber, die zu Hause kaum oder gar keine Unterstützung erhielten (Letzteres traf weitgehend auch auf mich zu).

    Zudem wurde die Tochter von ihren wohlhabenden Eltern für gute Noten reichlich belohnt. Auch das war ein ungerechter Vorteil.

    Das sehr unharmonische Verhältnis der jetzt erwachsenen und weiterhin sehr verwöhnten Tochter zu ihrer Mutter seit langen Jahren hängt vermutlich mit dieser ständigen übertriebenen Hilfe zusammen, die natürlich mit penetranter Überwachung verbunden war.

  • Stan Dee sagt:

    Man kann geteilter Meinung sein in Bezug auf den Artikel. Diesen nun aber komplett in die Ecke des „Unwirklichen“ zu verbannen und zu zweifeln, ob ihre Kinder überhaupt ans Gymnasium gehören, entspricht auch einer leicht verklärten Sicht. Wer von uns stösst nicht oftmals im Beruf an seine Grenzen, beklagt sich über die berufliche Belastung (Mail, permanente Erreichbarkeit, etc.)? Mit der gleichen ungerechtfertigten und einfachen Haltung könnte man ja auch bemerken: „Wer dem Druck nicht standhalten kann, muss sich halt einen anderen Beruf suchen.“
    Der Leistungsdruck – auch an Gymnasien -widerspiegelt die Anforderungen der heutigen Gesellschaft.
    Ich verzichte auf eigene Laufbahnberichte und Nostalgiegeschichten, wie das bei mir damals war. Der Vergleich hinkt sowieso.

  • Paul Real sagt:

    Ausmisten mit den Lernschwachen ist ja vom Prinzip her sinnvoll, aber sicher nicht mit meinem Kind! Also erweitern wir den Schultag noch ein Bisschen zu Hause.

    • Tofa Tula sagt:

      Der Artikel zeigt ganz schoen, wie man eine Gesellschaft von Verrueckten heranzuechtet.

    • S. Schweizer sagt:

      Lieber Herr Real
      Ich verstehe Ihren Kommentar überhaupt nicht, vielleicht können Sie mir helfen: Welche Lernschwachen sollen wo ausgemistet werden? Wenn eine/r in ZH ins Gymi kommt, ist er/sie keineswegs lernschwach. Was die guten Primarschüler oft nicht können (und lernen müssen), ist konzentriert an einer Aufgabe zu bleiben. In der Primarschule müssen das die Besten nämlich nur zu selten, weil das Niveau dort nach unten nivelliert wird. Und damit diese neue Anforderung gemeistert wird, braucht es bei 12 bis 13 jährigen Kindern logischerweise etwas Unterstützung. Dafür wären eigentlich die Lehrer (Gymilehrer) zu ständig. Die meisten finden aber den pädagogischen Auftrag leider etwas mühsam. Und dann bleiben da noch die Mütter und Väter… Da muss man nicht mal in den Helikopter sitzen…

      • Laila sagt:

        Huch, ja, da haben wir doch die Schuldigen: die Lehrer. Diese bösen, bösen Lehrer…

      • Paul Real sagt:

        Hey Herr Schweizer, ich bin leider nicht ihr „Lieber“. Das ganze Bildungssystem ist dafür da auszumisten (und nur in der Primarschule gibt es überhaupt etwas Gescheits zu lernen für alle) und die Eltern geben sich Mühe, dass ihr Kind nicht zum Mist gehört, der mal 3’000 Netto heimbringt und vor dem TV versauert. Gerlernt wird im Gymi nichts Schlaues und 99% davon gleich wieder vergessen (ich war auch da), es geht nur darum die Leistungswilligen und Allzeit Bereiten von den Anderen zu trennen und ihnen einen Zettel auszustellen, damit die Human Ressources und Spezialistenlehrgänge diese später erkennen können. Das ist auch kein endgültiges Urteil, da kann man ruhig sein Leben damit verbringen und vielerlei Bildungskarrieren machen, aber ein Urteil ist es eben doch.

  • S. Schweizer sagt:

    Schon interessant, wie hier auf die Blogschreiberin gezielt wird, ohne ein Wort über die tatsächliche Qualität von Gymi-Lehrplänen oder -Lehrpersonen zu sprechen. Ich habe bei meinem Sohn (der vor zwei Wochen) ohne grosse Anstrengung die Probezeit bestanden hat, festgestellt, dass das Unterrichtskredo der meisten Lehrer aus der Zeit von Albert Anker stammt. Wissensallokation ohne Anspruch auf Komplexität oder Vernetzung. Es ist ja auch viel einfacher die gesamte deutsche Wortlehre in fünf Wochen mit einem Lehrbuch durch zu peitschen und dann eine Prüfung darüber zu machen, als den Lernstoff in sinnvollen Einheiten didaktisch aufzuarbeiten und zu vernetzen. Die letzten 40 Jahre Lernforschung sind an unseren Gymis offenbar wirkungslos vorbei gegangen, leider…

    • asouka sagt:

      Grandios, diese Verallgemeinerung! Böse Gymilehrer!

      • S. Schweizer sagt:

        Es geht nicht um „böse“ Gymi-Lehrer. Ich kann ihnen aber aus eigener Erfahrung unzählige Beispiele von nicht operationalisierbaren Lernzielen und von nicht validen Prüfungen zeigen.
        Im Gymi herrscht noch immer die Meinung vor, dass möglichst viel Stoff gepaukt werden muss, damit man klug wird. Die Lernforschung zeigt etwas ganz anderes. Dieser Weg ist aber anstrengend und zeitintensiv. Da verwundert es nicht, dass Eltern zu Hause stundenlang Wörtli und alle Binnenmeere der Welt abfragen… Es liegt also nicht nur an den „überforderten“ Kindern, sondern am System und dessen Anforderungen. Und da haben die Gymis auch noch einige Aufgaben zu erledigen.

      • asouka sagt:

        Die Beispiele würden mich interessieren.

  • Mutter einer Gymischülerin im 1. Jahr sagt:

    Der Kommentar hat es auf den Punkt gebracht.

    • Tofa Tula sagt:

      Die Crème de la Crème waren frueher mal die Gymnasiasten, die es ohne groessere Fremdanstrengung durch die Semester gebracht haben. Die gibt es immer noch, leider sind sie in all dem Schlagrahm kaum mehr erkennbar. Wie man kaputte Menschen kreiert, wurde ja aufgezeigt.

  • Seppi sagt:

    Dies erklärt mir, wieso heute einerseits die Maturandenquote viel höher ist als früher, und andererseits auch die Deppenquote der Absolventen: Die Noten reflektieren nicht mehr die Eigenleistung des Kindes, sondern die Coaching-Qualität der Eltern. Sobald die geforderten Qualitäten diejenigen der Eltern übersteigen und unvorbereitet improvisiert werden muss, sind die auf Reproduktion auswendiggelernter Phrasen getrimmten Kinder aufgeschmissen. Je nach intellektuellen Fähigkeiten der Eltern passiert das zu einem anderen Zeitpunkt. Kinder aufs Leben vorzubereiten heisst nicht, sie bis zum eigenen Versagen zu begleiten, sondern sie selbstbewusst und selbstbestimmt auf den Weg zu entlassen.

  • Max Berchtold sagt:

    Meine Eltern konnten mir nicht mal in der Lehre helfen, geschweige denn an der Fachhochschule (Gymi wäre gleich gegangen). Damals gab‘s noch kein Internet, YouTube, Coursera, Udemy et all. Ob der Stoff heute umfangreicher als früher ist, weiss ich nicht. Aber die Fülle an Lernhilfen übertrifft alles was wir uns in 80igern hätten träumen können. Und wenn es schwierig ist kann man heute eine Videotelefonie Session mit Bilschirm Teilen mit Kommilitonen und Kommilitoninnen oder dem Prof aufbauen. Tue ich anlässlich einer Weiterbildung., und von meinen Neffen und Nichten höre ich dasselbe. Irgendwas stimmt an der Geschichte mit der vielen Lernhilfe für das Kind nicht – da ist etwas falsch.

  • Leila sagt:

    … und ich ging damals von den Skiferien alleine 3 Tage früher nach Hause in ein ungeheiztes Haus, wo ich mich mit allem drum und dran selber zurechtfinden musste, um dann die folgenden Tagen alleine in die nächste Stadt an die Gymiprüfung zu gehen und mich zu Hause selbständig zu versorgen. Das Motto meiner Eltern: wer ins Gymi will, muss dies selbständig schaffen. Ich würde heute sicher mit meinen Kids mit nach Hause gehen, aber diese rundum-Bemutterung ist doch ziemlich übertrieben. Entweder ist das Kind selber gymifähig oder dann halt nicht und dann gibt es viele andere gute Wege, die auch noch eine Tertiärbildung erlauben!

    • Rodolfo sagt:

      … das erinnert mich an meine LAP, meine Eltern und Geschwister waren 2 Wochen in den Skiferien und ich lernte und lernte und ging dann an einen Teil der Prüfungen. Mein Vater hat die Heizung im Haus auch runtergefahren, es war nicht gemütlich, versorgt hatte ich mich selber, Ablenkung war meine Freundin, zum Glück nicht auch noch Internet und TV war damals auch nicht etwas so ablenkendes, bei den Programmen 😉

  • Susanna sagt:

    Grossartig und bitterböse auf den Punkt gebracht! Danke!

  • Ich_bin_auch_ein_Mami sagt:

    Immer diese äusseren Umstände, die verhindern, dass man seine Potenziale realisiert! “Kinder sind ein Elternprojekt” schiene mir passender. Verfolgt ein Kind Ziele in Freizeit, Sport oder Schule benötigt es häufig die Unterstützung der Eltern. Diese haben dann weniger Zeit für anderes. Als ob man das vorher nicht gewusst hätte!
    Weil meine älteste Tochter Primarlehrerin werden will, ist sie auch am Gymi. Und ich (Vater, eigene Firma) musste ebenfalls bei der Aufnahmeprüfung (Kt. Zürich) helfen. Das benötigt tatsächlich Zeit, denn die schulischen Kurse sind ungenügend.
    Aber mich treiben andere Fragen um: Was machen Kinder von Nicht-Akademiker/innen: Chancengleichheit ade? Wo sind die attraktiven Lehrberufe für Mädchen? Und in Bezug auf viele Blogbeiträge hier: Wo sind die Väter?

    • 13 sagt:

      Sehr sehr gute Fragen

    • Sportpapi sagt:

      @Ichbinauchein Mami-Papi: Dass es hier eine Verzerrung der Chancengleichheit gibt, ist bekannt. Andererseits gibt es schon auch Nichtakademiker, die alles dafür tun würden, dass ihre Kinder einen Schritt nach vorne machen dürfen (müssen?).
      Was sind denn attraktive Lehrberufe für Mädchen? Ihnen steht doch alles ebenso offen wie den Jungen?
      Und zu den Vätern? Vielleicht sind die etwas vernünftiger? Oder lösen das Problem anders (sofern ihre Frauen sich nicht schon reingehängt haben)? Ich glaube jedenfalls nicht, dass viele Väter ihren Job reduzieren, um den Kindern im Gymnasium zu helfen. Aber Abends und am Wochenende sind sie hoffentlich da.

    • tina sagt:

      mädchen dürfen doch die selben berufe lernen wie jungs, sie sind sogar sehr willkommen in berufen, die früher wohl als männerberufe betrachtet wurden. ich hatte eher den eindruck dass jungs weniger möglichkeiten haben. bei der berufswahl in der oberstufe gibt es jedenfalls viel coolere angebote für mädchen (roboter bauen nur für mädchen)

      • Ich_bin_auch_ein_Mami sagt:

        @sportpapi, @tina
        Die theoretische Welt ist bei mir auch schöner als die wirkliche. Als Inhaber einer IT-Firma habe ich meine Töchter von Anfang an versucht für technische Berufe zu begeistern, trotzdem suchen sie eher das Soziale. Sie wollen keine Roboter bauen. Und da beide erst die Sekundarschule mach(t)en, sind wir das ganze Berufsspektrum durchgegangen. Und es fällt einfach auf, dass die Anforderungen im sozialen Bereich hochgeschraubt wurden, was eben dazu führt, dass für Primarlehrerin mindestens die Fachmittelschule absolviert werden muss.
        @sportpapi: Als Unternehmer bin ich es leid, dass die weiblichen Angestellten offenkundig meist die grössere Last an Familienbetreuung tragen. Was dann eben dazu führt, dass die Krankheit/Betreuung der Kinder immer bei der Frau durchschlägt.

      • tina sagt:

        achso, ja dann ist es aber eine frage der persönlichen berufsinteressen und nicht des geschlechts.
        inzwischen wurden ja auch zum beispiel die anforderungen für schreiner und elektriker sehr hochgeschraubt. da fanden früher viele sek b schüler jobs. inzwischen braucht man sek a dafür….

      • Sportpapi sagt:

        @: Ich_bin_auch_ein_Mami: Das verstehe ich nun nicht ganz. Noch einmal, Ihrer Tochter stehen sämtliche Lehrberufe zur Verfügung, für die sie schulisch qualifiziert ist. SIE möchte aber eher in den Sozialbereich. Weil sie ein Mädchen ist? Und wenn: gibt es da nicht auch noch andere Ausbildungen als gleich Lehrer (für die meiner Meinung nach der heute verlangte Bachelor nach wie vor zu wenig ist)? Wenn jemand im medizinischen Bereich tätig sein will, gibt es ja auch nicht nur Arzt oder gar nichts – ebenso im IT.
        Und ja, ich verstehe auch nicht, warum meist die Mütter wegen Krankheit der Kinder zu Hause bleiben. Als Arbeitgeber würde ich da auch mal einen Ausgleich verlangen. Bei uns ist das jedenfalls nicht so.

      • 13 sagt:

        Die Schlagzeiten (nur von dieser Woche):
        – Eine Putzfrau, die beim Bund angestellt ist, wurde zuerst von ihrer Leitungsstelle versetzt, weil sie zu selbstbewusst ist und dann sexuelle belästigt von einem Vorgesetzten. Ihr wurde gekündigt, er sitzt noch gemütlich auf seinem Stuhl. Erst das Gericht gab ihr recht.
        – eine Doktorandin der Uni Basel wurde von ihrem Doktorvater sexuell belästigt und ausgenutzt. Ihm passiert nichts. Gleiche Vorfälle an der ETH Zürich.
        Das nur als Spitze des Eisbergs.

        Es ist doch schön, dass Frauen die gleichen Chancen haben. Diese „gleichen Chancen“ sehen nur leider beim näheren Hinschauen nicht ganz gleich aus.

      • Ich_bin_auch_ein_Mami sagt:

        Vor 20 Jahren hätte ich vielleicht auch noch so argumentiert …
        Es ist aber wohl einfach wirklich so, dass Mädchen und Knaben nicht dieselbe Verteilung ihrer Berufswünsche aufweisen, sei das genetisch oder umweltbedingt. Und für dieses Spektrum der Berufswünsche stehen Mädchen weniger attraktive Lehrberufe zur Verfügung, weil man die „Frauenberufe“ verakademisiert hat.
        Das wird jetzt aber alles (durchaus von mir verschuldet) ein wenig „off-topic“, bzgl. Blogbeitrag sind sich hier die meisten ja einigermassen einig.

      • Sportpapi sagt:

        @Ich_bin_auch_ein_Mami: Schön, dass Sie auch der Meinung sind, dass Mädchen und Knaben auch bezüglich Berufswahl vielfach unterschiedliche Interessen haben, allen Umerziehungsmassnahmen zum Trotz. Ein Fakt ist allerdings auch, dass es Mädchen im klassischen Männerberufen sicherlich einfacher haben als umgekehrt.
        Aber die „Verakademisierung“ (bzw. Anstieg der Anforderungen) betrifft dennoch keineswegs nur Frauenberufe, sondern ist ein allgemeiner Trend. Und es bleiben nach wie vor viele traditionelle Frauenberufe übrig. Auch im Sozialbereich fallen mir ganz viele „attraktive“ Berufe ein, die nicht gerade Lehrer sind. Oder was verstehen Sie unter attraktiv? In Pflege, in (Kinder)Betreuung, in Jugend- und Sozialarbeit, usw.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Diese „gleichen Chancen“ sehen nur leider beim näheren Hinschauen nicht ganz gleich aus.“ Du hast recht. Meistens sind die Chancen junge Mädchen besser, selbst in klassischen „Männerberufen“, weil sie a) begehrt sind und gefördert werden und b) als unproblematischer gelten.
        Zu deinen „Schlagzeilen“, die ja nur beschränkt wirklich mit dem Thema zu tun haben: Der erste ETH-Skandal handelte von einer Professorin. Und der heute kommunizierte unter anderem wieder. Beiden ist ein erstaunliches Faktum gemein: Beide wurden Professorinnen, um die Anstellung ihrer Partner zu ermöglichen….
        Und zur anderen Geschichte gibt es heute noch ein interessantes Interview: „https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/ein-sexueller-bezug-allein-ist-nicht-kritisch/story/28587752“

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Zu den Schlagzeilen dieser Woche: Es gab auch ein m. E. sehr lesenswertes, wohltuend differenziertes Interview mit einer auf diesem Gebiet spezialisierten Anwältin:
        https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/ein-sexueller-bezug-allein-ist-nicht-kritisch/story/28587752
        Ich denke, es ist immer etwas heikel, ein paar Schlagzeilen zu nehmen und dann zu glauben, zu wissen wie „es war“. Medien vereinfachen immer. Gerade an der ETH, wo momentan offenbar viel Unruhe herrscht, sind die Opfer- und Täterrollen alles andere als entlang dem Geschlechtergraben klar verteilt. Im Ggt. bestätigen die dortigen Fälle eher, dass Missverhalten eben nicht geschlechter- sondern vielmehr machtgebunden sind. Und nebenei auch nicht in Zusammenhang mit Bildung oder Intelligenz zu stehen scheint. 😉

  • Rosche Meyer sagt:

    Ich will ja nicht böse sein, aber in unserer Familie brauchte niemand Unterstützung. Da wurde nie morgens vor dem Unterricht gelernt und abends/in der Nacht oder gar am Wochenende? Nicht ein einziges mal inkl. Maturavorbereitung. Vielleicht muss man Kinder, die eher nicht dafür geeignet sind, nicht auf Teufel komm raus durchprügeln?

    Ich persönlich habe am Gymer kaum Hausaufgaben gemacht und kam anständig durch. Sie machten mir dann Angst, dass an der Uni die Noten eine Note tiefer sein werden (d.h. ungenügend für mich). Tja, dort zählts dann und dort nahm ich den Finger raus. Schnitt 1 Note höher als am Gymer.

    Das ist keine Selbstbeweihräucherung, ich sehe nur das Problem nicht so.

    • Heidi Herrmann sagt:

      Sehe ich auch so. Meine Mutter fand, wir Kinder würden zur Schule gehen und nicht sie. Wörtli abfragen ja, klar, mal anspornen oder trösten, ja, klar, aber alles Andere hätte den Wissenshorizont beider Eltern irgendwann sowieso überstiegen. Und ein 4,5 Schnitt reicht vollständig für die Schule. Die Noten will nach dem Studium eh niemand mehr sehen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Was fehlt ist der Warnhinweis: folgendes beschreibt die Situation im Kt ZH, falls Sie dort wohnen sollten: lassen Sie sich trotzdem nicht einschüchtern; und falls Sie nicht dort wohnen sollten, freuen Sie sich darüber dass es doch noch Angelegenheiten gibt welche bei Ihnen wesentlich besser geregelt sind!

    Was ebenfalls fehlt, auch in der Sek ZH ist es nicht „ohne“, zumal- es wurde schon mehrfach erwähnt, dass die Zeit der Lehrstellensuche ebenfalls viel Raum einnehmen/erschöpfend sein kann.
    Lehrling-sein ist ebenfalls kein Hängemattenjob!
    Je nach Persönlichkeit/Hintergründe des Kindes und Schulstufe/Kanton, Schulhaus/Klasse kann es locker bis sehr anstrengend/kräftezehrend, dauerhaft/wechselhaft gehen. Der Varianten sind sehr viele… .

  • Andrea sagt:

    Meine Töchter besuchen das Gymi und selbstverständlich habe auch ich sie gelegentlich unterstützt. Da ich immer 80% gearbeitet habe, war das allerdings nur beschränkt und wenn schon, dann am Wochenende, möglich. Seit sie sich fürs Gymi entschieden haben, gingen sie diesen Weg selbständig und wollten und brauchten immer weniger Unterstützung. Zudem haben meine Töchter sehr viele Kolleginnen mit fremdsprachigen Eltern. Es ist sicher nicht einfach, aber auch dort funktioniert es am Gymi ohne jegliche Unterstützung der Eltern.

  • Markus sagt:

    Ich sage zu dem Beitrag nur eines: LOSLASSEN UND SELBSTÄNDIGKEIT ENTWICKELN!!!!

    Wenn ihre Tochter bis zum Gymi nicht gelernt hat selbständig zu lernen, oder sich Nachhilfe zu besorgen, dann haben sie die Primar und Sekundar verschlafen als Elternteil, oder waren viel zu sehr damit beschäftigt die Hausaufgaben ihrer Tochter zu machen.

    Lernen sie daraus und lassen sie jetzt noch los. Irgendwann wird sie sonst nicht ohne sie leben können. Dann kommt die Tochter wegen jeder Lebensentscheidung zu ihnen gerannt, und selbst wenn es nur um die Farbe der Wände zu Hause geht, wenn die gestrichen werden müssen. Aber vielleicht wollen sie das ja auch so. Ist dumm, wenn man sich irgendwann „unnütz“ fühlt. Aber so ist der Lauf des Lebens.

  • Anh Toàn sagt:

    Ich erwarte, von der Schulbildung unserer Kinder allenfalls dann gefordert zu sein, wenn die Gefahr besteht, dass die nicht einmal einen ordentlichen Schulabschluss und eine „einfache“ Berufslehre wie Maler oder Koch schaffen. Bei allem, was weiter geht, werde ich sagen, entweder du schaffst das selber, mit Fleiss oder Intelligenz, oder du bist nicht dafür geeignet, denn danach, im anspruchsvollem Beruf, kann ich auch nicht mehr helfen.

    • Susanna sagt:

      Das sehe ich auch so! Das Gymi-Lamento nervt unglaublich. Wenn die Schule einen derartigen Stress mit sich bringt, liegt das nicht am „schlimmen“ Zürcher System, sondern daran, dass das Kind nicht am richtigen Ort ist. Liebe Eltern, es gibt auch andere Ausbildungswege. Ausserdem: Eine Matura garantiert weder Glück, noch Wohlstand, noch beruflichen Erfolg.

    • tina sagt:

      würde wenn gilt nicht anh toan 🙂 warten wirs ab!

  • Sonusfaber sagt:

    Beim Lesen dieses Blogs habe ich an meine Kindheit und Jugend denken müssen, wir waren aus heutiger Sicht definitiv „arm“ – ich meine: Die Pro Juventute würde heute unsere damaligen Zustände als haarsträubend bezeichnen (was meines Erachtens lächerlich ist). Wie dem auch sei: Meine Eltern hätten sehr gerne die Probleme von Frau Hofstetter gehabt, wirklich sehr gerne, denn so was war und ist Luxus pur! Und von meinen Ahnen will ich gar nicht reden, die haben im Verzascatal gelebt in Zeiten, wo das Leben ein Überlebenskampf war.

  • Harald Spychiger sagt:

    Wer bereits am Anfang des Gymasiums so viel arbeiten muss, ist definitiv am falschen Ort. Das Bildungssystem der Schweiz ist vorbildlich und durchlässig. Niemand ist gezwungen, das Gymnasium zu machen, um einen bestimmten Beruf erlernen zu können. Man wird auch nicht glücklich davon oder bleibt gesund, wenn man das Gymnasium macht, obwohl man überfordert ist. Intelligenz in der spezifischen Form wie sie in der Forschung benötigt wird, zeigt sich nicht in Fleiss oder sinnlosem Büffeln, sondern in z. B. in einer guten Ideen, wie man das Arbeiten vermeiden kann …

  • Xaydes sagt:

    Als Mutter eines Gymnasiasten der tatsächlich alles alleine strukturiert, achte ich darauf, dass er öfters eine Pause einlegt und das Sozialleben nicht vergisst.

  • Reto Müller sagt:

    Warum sprechen und schreiben viele nur von Mamis Karriere und nicht von Papis Karriere? Der kann genauso reduzieren, wie wir dies tun! Bringt allen etwas und ist die Zukunft!

  • Simone sagt:

    Nicht meine Erfahrung. Alle 3 Töchter im Gymi. Ich habe immer voll gearbeitet (Teilzeit ist Luxus-und ein goldener Käfig, da die Kinder weniger Verantwortung übernehmen). Wenn sie Fragen haben, lösen sie diese mit Dozenten, den SchulkameradInnen oder mit Youtube, … Für’s Vokabel- oder Definitionenlernen gibts super Apps, die sie auch nutzten (z. B. Quizlet, da können sie gegeneinander „spielen“).
    Ich habe mich neben der Arbeit immer weitergebildet, lernte frühmorgens+abends zuhause. Für meine Töchter ist also lernen normal. Smartphones kommen abends ausgeschaltet ins Wohnzimmer, TV läuft nicht – es gibt Raum und Zeit, in Ruhe zu lernen, zu lesen, sich auszuruhen, FreundInnen zu treffen, … Alles kein Stress.

  • Synn sagt:

    Das ist doch aber echt so ein Zürich-Ding. Bei uns im Kanton zählt der Notendurchschnitt der Sek um aufs Gymi zu kommen oder nicht.

  • seiddnspinner sagt:

    Und warum hilft der Vater nicht bei der Gymi-Begleitung? Wenigstens zu 50% wäre das ja auch seine Aufgabe!

  • Oli sagt:

    Jetzt ist dann langsam gut mit dem Gymi-„Stress“. Es gibt ja auch noch anderes als das Gymi. Entweder es reicht oder eben nicht. Aber deswegen ein ganzes Familienleben umkrempeln???

    • asouka sagt:

      Hab das Selbe gedacht.Erst Stress um reinzukommen und dann Stress um drin zu bleiben.Und jetzt ist es auch noch ein Mama-Karrierekiller…Macht mich echt langsam müde das Ganze.Immer ist die Schule Schuld!Man könnte ja auch sagen,dass man keine Kinder braucht,wenn das alles so mühsam ist.Oder kein Gymnasium.Aber wenn die Tochter so unbedingt hin will wie Sie sagen,dann ist es doch einfach die Pflicht der Eltern (einen Vater gibt es wohl auch noch),sie darin zu unterstützen,statt nur zu motzen.Ist sicher für die Tochter auch nicht lustig, wenn sie das will und die Mutter nur(öffentlich)rummeckert.Hab mal ein Kind erlebt, dass von gern in den Kiga gehen zu weinen zwei Wochen brauchte,weil die Eltern so gemotzt haben übers Schulsystem.Werdet erwachsen Selbstverwirklicher!

  • Jörg Hanspeter sagt:

    Irgendwie habe ich das Gefühl, da beisst sich die Katze in den Schwanz. Kind kann die Anforderungen nicht stemmen, Eltern helfen, alle schreiben eine 6, Anforderungen müssen erhöht werden. In den Medien erfahre ich von ausgezeichneten Matura-Arbeit, betrachtet man die aber genauer, dann muss man feststellen, die können vom Schüller alleine nicht gestemmt werden, müssten also ehrlicherweise abgelehnt werden. Tut man aber nicht, denn man ist als Schule ja so stolz, wenn ein Maturand eine hochwissenschaftliche Arbeit schreibt über das Verhalten von Viren im luftleeren Raum o.ä. OK Papi ist Physiker, Elektroniker usw. und Mutti Biologin, Ärztin oder etwas ähnliches, aber das lassen wir hier mal weg, weil es ja gar nichts mit der Matura-Arbeit zu tun hat.

  • Lisa sagt:

    Wenn das Kindchen nicht den ganzen Abend am Smartphone hängen würde, könnte es sich auch besser erholen. Und wenn nicht jedes Mami, das seine gute Ausbildung halbwegs an den Nagel gehängt hat, sein nur halbbegabtes Kind als Privatprojekt (weil das Töchterchen es ja besser haben soll als das Mami, das nach dem Liz geheiratet und nur noch unter seiner Ausbildung gearbeitet hat) auffassen würde, das unbedingt ins Gymi muss und dem man in der Probezeit die Aufgaben machen muss, wäre das Kind zufrieden und das Mami auch.

  • Justussi sagt:

    Ich kann die beschriebene Situation nachvollziehen. Das Gymnasium ist nicht mit „früher“ vergleichbar. Auch mich hat niemand direkt beim Lernen unterstützt während der Kantizeit. Meine Eltern führten ein Hotel/ Restaurant als Familienbetrieb und hatten keine Zeit dafür. Unser Tochter war noch nicht einmal 12, als sie mit der Kanti begonnen hat. Da ist eine gewisse Unterstützung in der Planung und beim Lernen einfach unabdingbar, obwohl sie vieles selbständig macht und intelligent ist. Wenn dann aber 4 – 5 Prüfungen in der Woche anstehen, kann das schon anstrengend sein, auch für die Eltern. Zumal ja auch für Hobbies (Sport, Musik, Soziales) noch etwas Zeit bleiben soll. Allen Eltern mit sooo selbständigen Kindern gratuliere ich, aber es sind halt nicht alle Kinder gleich!

  • annetta tamburini sagt:

    Mit unserer „Gymi-Tochter“ hatten wir überhaupt keinen Stress. Für die Aufnahme, die Probezeit und das Erreichen der Matura arbeitete sie selbständig. Jedoch benötigte die Tochter für die Berufsausbildung zur Dekorateurin um einiges mehr Unterstützung, auch in finanzieller Sicht, nur schon für die Aufnahme! Ohne das Vorjahr an der F+F für 16 000.- gabs keine Chance für eine Lehrstelle, und dann mussten die Bewerbungen seehr kreativ gestaltet sein; also auch mit viel Arbeitseinsatz.

  • Papperlapapi sagt:

    Ich erinnere daran: es soll schon Leute gegeben haben, die ohne Matura glücklich geworden sind. Ich habe studiert, denke aber oft, ein handwerklicher Beruf, gerne draussen an der frischen Luft, würde mich sicher zumindest gleich befriedigen, wie meine aktuelle Tätigkeit, bei der ich den ganzen Tag in einen PC starre.

    • Punix sagt:

      Der Kommentar mag an sich richtig sein, aber ist hier deplatziert. Die Tochter will es ja selbst. Soll man es ihr verbieten? Und wenn ja, wann? Wenn sie mit der Idee kommt? „Du schaffst das eh nicht!“ Oder erstmal loslegen und dann stoppen: „das ist MIR zu viel Aufwand“? Weiss man das vorher? Ich, ebenfalls aus ZH, sehe Kinder in Umfeld die von morgens bis abends in der Schule sind und dann noch Hausaufgaben machen und lernen müssen. Für 12-jährige echt ein Unding, meiner Meinung nach. Woher weiss ich ob das normal/gewollt ist? Und welches Gewicht kriegen die Freundschaften die gehalten werden sollen?

      • Sonusfaber sagt:

        Man könnte sich fragen, warum die Tochter es ja selbst „will“: Will sie es wirklich? Falls ja – warum? Ich meine: Ist es wirklich ihr Wunsch? Oder eher ein verinnerlichter Elternwunsch? An ehrgeizigen Eltern hat es nie gefehlt – oder? Meine Eltern habe nie Druck gemacht auf uns Kinder, was den Weg betrifft. Gefordert wurde nur, dass wir einen Weg zu Ende gehen. Und so hat der Erstgeborene an der ETH zu Ende studiert, der Letztgeborene hat nach der Matura eine Gärtner-Lehrer absolviert und ich (ebenfalls nach der Matura) eine Lehre bei der Schweizerischen Post. Obwohl keiner von uns am Gymi (Matura C) überfordert war – im Gegenteil: Locker hingekriegt. Aber eben: Manche Kinder denken, nur ein Uni-Abschluss würde die Eltern zufriedenstellen.

      • maia sagt:

        Verbieten nicht – machen lassen und schauen, wie weit sie es bringt. Dann je nachdem Alternativen suchen/durchgehen.

      • tina sagt:

        sonusfaber: der haken ist ja eben dass man nicht in die zukunft spulen kann um zu sehen, welches nun der ideale weg ist, in dem man das kind unterstützen kann. gerade unter den studenten gibt es ja auch sehr viele, die mehrere anläufe brauchen, bis sie wirklich wissen, was sie studieren wollen. wie soll da ein 14jähriger wissen, welchen beruf er lernen will. mit einer matur hat man aber die besseren möglichkeiten, darum ist das natürlich bevorzugtere wahl

      • maia sagt:

        @Tina: „….mit einer matur hat man aber die besseren möglichkeiten,“ – hat man die wirklich?

  • tststs sagt:

    Läck, und meine Eltern haben sich parallel zu meiner Gymizeit selbstständig gemacht…

  • rico schmied sagt:

    die ganze geschichte mit dem gymnasium kommt mir so vor: um sich für das 100m-lauffinal (gymi) zu qualifizieren brauchen schweizer kinder 9.0 sec. alle anderen länder 11.0 sec. die scheeizer kinder, die den final nicht erreichen müssen sich mit der lehre begnügen! aber: die wirtschaft braucht nur finalisten, egal sudwelchem land. ergo stellt die wirtschaft auch ausl. arbeitskräfte ein,die sich mit 11.0 sec qualifiziert haben. denn finalist ist finalist!
    ps: was wir in der schweiz für ein ‚gschiss‘ mit dem gymi machen ist ja unglaublich! da werden ganze familien jahr für jahr geplagt. warum wohl? das gymi kostet dan staat, und die schweiz hat kein geld ‚vörig‘ für eine gute (allgemein)bildung. diese kann man ja, dank der personenfreizügigkeit, billig(er) importieren

    • Shell sagt:

      Auf den Punkt gebracht, danke! Jede Lehre sollte auf die BM zielen, integriert in die Berufsschule. Sonst werden unsere Kinder über kurz oder lang gegenüber ausländischen Berufsabwärtern den kürzeren ziehen.
      Zudem würde die Berufskehre massiv aufgewertet.

  • Martina sagt:

    Sorry, das ist masslos übertrieben…keine Mutter muss ihre Karriere opfern, weil das Kind auf dem Gymi ist…wenn ein Kind so viel lernen muss wie im Artikel beschrieben, sollte überlegt werden ob es überhaupt auf das Gymi gehört

  • Sisifee sagt:

    Ich besuchte das Gymi in den 80ern, meine Eltern wären nicht mal vor der Gymiprüfung auf die Idee gekommen, mit mir zu lernen. Diese war aber viel einfacher, wir waren für den Aufsatz um Meilen besser vorbereitet und es gab viel weniger Kinder, die angetreten sind. Die Gymizeit habe ich bis kurz vor der Matur als locker in Erinnerung, ich war nicht Klassenbeste, habe dafür pro Tag mindestens 1 Stunde meinem musikalischen Hobby gewidmet und bin phasenweise ordentlich rumgehängt.

    • Sisifee sagt:

      2) Grundsätzlich, liebe Autorin: Der Aufwand, den wir Eltern für unsere Kinder in Sachen Gymi betreiben, ist freiwillig. Es ist bekannt, dass es heute sehr viel strenger als zu unserer Zeit. Die Matur lässt sich auch auf anderem Weg erreichen. Wir Eltern sollten in der Eigenverantwortung bleiben und die Unterstützung leisten, die vereinbar ist mit unseren eigenen Zielen. Ich persönlich mag den Leistungsdruck nicht, der mit dem Gymi-Projekt meines Sohnes in unseren Alltag Einzug gehalten hat und mache nur mit, solange ich die Freude meines Kindes am Lernen spüre und weiss, dass es ihm und mir unter dem Strich gut geht. Wenn ich mich total aufopfern würde, wäre das viel zu viel Druck auf den Schultern meines Kindes.

  • Brigitte sagt:

    Danke für den Einblick in den Alltag mit Kindern am Gymnasium.
    Wäre es möglich von Familien zuhören deren Kindern eine Lehre machen?
    Es wäre auch interessant von deren Herausforderung zu lesen.

    • tina sagt:

      liebe brigitte, das ist unterschiedlich ;-). ich habe zuhause ein beispiel von selbstläufer und eins von zuviele-schwierigkeiten-aufsmal. ich hätte dringend auf eine ausgeglicheneres gene verteilen achten sollen, aber das sagt einem ja keiner ….. 😉
      egal wie perfekt deine kinder sind, eine portion glück braucht es immer.
      ein kind, dem alles immer leicht fällt, lernt nichts für das leben.

      • lisa sagt:

        Tina, der letzte Satz ist interessant – und trifft auf mich zu. Mir ist die Gymizeit leicht gefallen, bin aber wegen Faulheit auch ab und zu auf die Nase gefallen. Nie gelernt wie man lernt… wenig Durchhaltevermögen und kaum Ehrgeiz – das ist das Fazit bis heute (Ü50). Freunde, die viel mehr für die Schule machen mussten, haben es beruflich weiter gebracht als ich (wobei ich auch nicht unzufrieden bin 😉 )

      • Carolina sagt:

        tina, Ihr letzter Satz ist genial! Nach zwei Töchtern, die auf unterschiedlichste Weise durchs Gymi gegangen sind, kann ich sagen: da ist wirklich etwas dran! Die eine, die ab 6. Klasse ging, die Probezeit völlig ohne Probleme absolvierte, jede Prüfung bestand und nie Anzeichen von Gestresstsein zeigte, und die andere, die sowohl Prüfung als auch Probezeit zweimal absolvieren musste/wollte (!), alles hinterfragte und überall Fallstricke vermutete…… Die eine gleitet durchs Leben, verdrängt gern, die andere ‚macht es sich schwer‘, hat aber aus den ‚Misserfolgen‘ sehr viel über sich selber gelernt. Ich gehöre auch zu der letzteren Gruppe – daher müssen wir wohl als Eltern darauf achten, dass, neben dem Quantum Glück, das Individuum beachtet wird.

      • tina sagt:

        nunja, es ist ja nicht so, dass dann alle kinder mit heftigen schwierigkeiten zwangsläufig daran wachsen. sonst wäre es leicht: man würde ihnen einfach schwierigkeiten in den weg werfen…..es gibt ja schon gute gründe, dass man so wahnsinnig froh ist, wenn eine hürde geschafft ist und man keine sorgen hat.
        ich wundere mich einfach bei solchen themen, dass viele es darstellen, als ob man etwas ins kind reinwerfen kann und dann kommt etwas entsprechendes wieder raus, als ob das kleine maschinen wären, die man nur richtig füttern muss, dass sie 1A wunschgemäss ticken

  • Christoph Bögli sagt:

    Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Eltern mir im Gymnasium je gross helfen mussten/anderweitig Zeit zur Unterstützung investierten. Alleine weil wie beschrieben selbst Akademikereltern fachlich an Grenzen stossen. Ausserdem ist man ja da in einem Alter kurz vor dem Erwachsenwerden, wo man halt langsam auch Verantwortung übernehmen will/soll und normalerweise eher unabhängig von den Eltern sein will.
    Das beschriebene Szenario ist darum für mich eher rätselhaft. Die einzigen sinnvollen Erklärungen dazu sind für mich, wie schon andere schrieben, dass entweder das Kind völlig überfordert ist und/oder dass die Eltern dieses in Überfürsorglichkeit nicht mal einfach machen lassen. Beides sicher keine guten Voraussetzungen. Alleine weil damit spätestens an der Uni eh Schluss ist.

    • Sisifee sagt:

      In der Diskussion darf man nicht vergessen, dass es hier – denke ich zumindest – ums Langgymi geht und die Kinder 11/12 sind bei der Gymiprüfung bis 12/13 in der Probezeit. Hier kann man noch nicht die Selbständigkeit erwarten, die es an der Uni braucht.
      Selbstverständlich müsste das Kind diese aber im Laufe der Zeit entwickeln.

  • Klärli Benz sagt:

    Da bekommt man wieder das Gefühl, dass nur Kinder mit Akademikereltern auf dem Gymi eine Chance haben.

    • Adrian sagt:

      und immer mehr Nicht-Akademikereltern bekommen das Gefühl, ihre Kinder unbedingt ins Gymi u. dann Uni bringen zu müssen, denn heut ist ja nur noch jemand etwas, der o. die studiert hat.
      Und sorry, wenn ich das jetzt mal gerade raus sag, viele dieser Uni-Abgänger sind dann im Berufsleben keinen Schuss Pulver wert und ja, ich weiss, dasselbe kann auch bei Lehrabgänger passieren, aber trotzdem eher weniger, denn wer eine Lehre absolviert hat, hat schon bewiesen, dass man ihn o. sie in der Praxis gut brauchen kann. Das ist dann nicht nur Theorie.

  • Reto sagt:

    Na ja, wenn das Kind so lernen muss um im Gymi mitzukommen, ist es wohl im Gymer überfordert. und sollte wohl besser eine alternative Ausbildung machen. Unser Sohn besucht im Moment den Gymer, er lernt zwar etwas mehr als noch in der Sekundarschule (was auch durchaus drinliegt), aber er hat immer noch mehr als genug Freizeit. Die im Blog beschriebenen Auswirkungen aufs Familienleben kann ich in keiner Art und Weise bestätigen. Die Anforderungen im Gymer sind höher als in der obligatorischen Schule und dies ist auch gut so.

    • Lace sagt:

      Vorher Sekundarschule und dann
      wenn erwünscht ins Gymnasium.Bei unserer Tochter klappte dies auch gut.Für alle viel weniger Stress!

  • LilaLila sagt:

    Das ‘Problem’ sind nicht die Kinder, die am falschen Ort sind, wenn sie Unterstützung brauchen, auch nicht die ehrgeizigen Eltern, die um
    jeden Preis eine Matura erwarten.
    Durch Sparmassahmen wurde das Schuleintrittsalter stark heruntergesetzt, der Stoff und die Menge wurden jedoch nicht angepasst. Jüngere, unreifere Kinder müssen zu grosse Herausforderungen meistern. Damit dann die Ausbildung klappt, braucht es tatsächlich die Unterstützung der Eltern – sowohl in einer Lehre wie auch am Gymi. Glücklich die Eltern, die die Fehler der Politiker auffangen können.

    • Christoph Bögli sagt:

      @LilaLila: Gibt es zu dieser Behauptung eine Quelle? Mir wäre ehrlich gesagt nicht aufgefallen, dass Maturanden heute jünger wäre als früher. Zumindest seit der Verkürzung des Gymnasiums von 5 auf 4 Jahre wäre mir keine substantielle Reform bekannt und das ist vielerorts ja auch schon mehr als 20 Jahre her.

    • Fritz sagt:

      Die Maturitätsquote steigt und steigt. Das Niveau der Gymnasien wurde gesenkt. Ihre Aussagen sind schlichtwegs falsch.
      Das Problem sind tatsächlich die Erwartungen der Eltern und die Forderung der Gesellschaft, dass jedes Kind eine Matur machen sollte. Und ja, insbesondere das eigene. Viele Eltern haben heute einfach das Gefühl, ihr Kind sei was besonderes. Meist so wie sie selbst das von sich denken…

      • LilaLila sagt:

        Quellen? Schauen Sie nach Luzern… Übrigens, betroffen sind nicht nur Gymnasiasten sondern, und diese haben es am Schwierigsten, auch Lehrlinge. Mit 15 werden sie aus der obl. Schule entlassen, mit 13-14 müssen die Kids auf Lehrstellensuche, wer kann, reift im Gymi nach.

      • Fritz sagt:

        Bitte googeln Sie doch nach „Entwicklung Maturitätsquote Schweiz“ und dann werden Sie sicher beim BfS fündig.
        Betreffend Qualität der Gymnasien leite ich Sie per google an die Unis weiter. Die haben Probleme mit schwachen Maturitäsabgängern…

  • Coco sagt:

    In meiner Wahrnehmung spiegelt sich in der „Gymi-Frage“ hier eine höchst unangemessene Komplizenschaft in der Beziehung zu den Kindern. Mir persönlich ist daran gelegen, ein Gegenüber zu sein, welches im Dialog mit dem Kind seine individuellen Eigenschaften und Wünsche kennenlernt und es in seinen Möglichkeiten unterstützt, die es alters- und stufengerecht, selber realisiert. Konkret kann das heissen, dass ein Kind die Schulstufe besucht, deren Anforderungen es bewältigen kann, schon alleine deshalb, weil es damit Selbstvertrauen und Selbständigkeit gewinnt. Das mittlerweile sehr durchlässige Schweizer Bildungssystem hält viele Alternativen zur gymnasialen Matura bereit.

    • Christoph Bögli sagt:

      Dem kann ich zustimmen. Und gerade bei der Unterstützung ist es auch wichtig, Entfaltungsspielraum zu geben sowie auch Raum zum Scheitern und für Frust zu lassen. Zu viel Hilfe war schon immer kontraproduktiv, aber leider sieht man vielfach genau das mittlerweile, bis hin zu Eltern, die Aufgaben präventiv eigenhändig erledigen weil sie befürchten, dass das Kind dies nicht oder nicht gut genug macht. Welches das natürlich dann meist immerhin das schnell lernt und fortan bequemerweise alle lästigen Aufgaben auf die Eltern abschiebt. Langfristig zum eigenen Nachteil.

    • Carolina sagt:

      Ich frage mich schon, ob Sie den Ausgangsartikel gelesen haben: Frau H sagt im zweiten Absatz klipp und klar, dass sie ihre Töchter keinesfalls ans Gymi geprügelt hat!
      Wenn die Kinder (wie meine BEIDEN Töchter) unbedingt ans Gymi wollen, dann war es für uns keine Option, es zu warnen und düstere Prophezeiungen auszustossen. Man spricht mit ihm und wenn das Noten- und Beurteilungsprofil stimmt, unterstützt man es weiter während der Schulzeit. (Natürlich ist es eine andere Sache, wenn ein Kind keinerlei Inklination fürs Gymi zeigt!). Es ist ganz erstaunlich, was bei Kindern, gerade denen, die Schwierigkeiten haben, an Resilienz und Selbstvertrauen entstehen kann, wenn sie eine Aufgabe, vor denen es den Eltern graust, erfolgreich bewältigen.

      • Coco sagt:

        Carolina, Ihre Rezeption des Blogs scheint mir selektiv. Frau H. beklagt sich über den Aufwand, den ihr der Gymi -Besuch ihrer Kinder bereitet. Die Frage nach der Eignung der Kinder ist deshalb berechtigt, genauso wie die Frage, wie der Wunsch eines Kindes, das Gymi zu absolvieren, zustande kommt. Das Thema ist virulent, für mich war die Lektüre von https://www.beobachter.ch/bildung/schule/schule-die-streber-eltern ziemlich erhellend. Wollen wir es wirklich als Gewinn ansehen, wenn ein Kind, welches die Voraussetzungen fürs Gymi nicht mitbringt, trotz Durchpushen Resilienz und Selbstvertrauen entwickelt?

      • Carolina sagt:

        Die Rezeption meines Beitrages scheint auch bei Ihnen nur in sehr selektiver Form angekommen zu sein, Coco. Ich habe auch überhaupt keine Lust, mich zu wiederholen oder nochmals darauf hinzuweisen, dass es sowohl im Ausgangsblog als auch in meinem Kommentar NICHT um Kinder geht, die durchs Gymi gepusht werden, sondern darum, dass es Kinder gibt, die tatsächlich darauf bestehen, diesen Weg einzuschlagen. Und weil wir z.B. diesen Weg (zähneknirschend manchmal) mitgegangen sind, mussten wir uns oft genug anhören, dass wir zumindest das eine Kind gepusht hätten. Eine Eignung für die (jetzt) ETH hat sich übrigens erst herausgestellt, als sie die Resilienz und Kraft aufgebracht hat, das Gymi trotz aller Widerstände zu schaffen – hätte niemand von uns im voraus geahnt.

      • Coco sagt:

        Carolina, Sie verschliessen sich bereits in ihrem ersten Statement der Wahrnehmung weiterer Aspekte, die im Blog enthalten sind, als nur diejenigen welche ihre persönliche Geschichte mit einem Ihrer Kinder illustrieren. Diese ist hier aber nicht Diskussionsgegenstand.

  • Tom Isler sagt:

    Wer soviel fürs Gymnasium pauken muss, gehört dort nicht hin. Das sag ich als Gymnasiallehrer.

  • Nick Schmid sagt:

    Das scheint sich um ein typisches Mami-Projekt, bzw. Mami-Problem zu handeln.
    Würde mich zudem interessieren, was der Vater der Schülerin dazu meint.

  • Luna sagt:

    Ich bin ehrlich gesagt ziemlich erstaunt, wie sehr die Gymizeit heutzutage anscheinend das ganze Familienleben so sehr beeinflusst.
    Meine Gymizeit liegt nun rund 15 Jahre zurück, aber ich kann mich nicht erinnern, dass es unser Familienleben so stark verändert hat. Entweder man schaffte die Probezeit – oder nicht. Meine Eltern hatten wenig Ahnung davon, was wir in der Schule lernten und wir (auch meine Schwester), waren alleine dafür verantwortlich wie wir mit unserer Zeit umgingen (Lernen auf Prüfungen, Hausaufgaben, Freizeit). Wir waren wirklich keine Musterschülerinnen – aber einfach eigenverantwortlich. Und wir mussten viel im Haushalt mithelfen. Das war auch bei meinen Mitschülern der Fall. Es war eine strenge, aber auch schöne und spannende Zeit. Also – was hat sich verändert?

  • Murmur sagt:

    Nein, dieser Aufwand ist nicht normal und sollte auch nicht so gesehen werden.
    Eines meiner Kinder war im Gymnasium und hat das genauso selbständig und ohne permanenten Lerndruck geschafft, wie das andere Kind auf der Sekundarschule seine Schulzeit hinter sich gebracht hat.
    Kinder, die eine solche Mühe im Gymnasium haben, dass sie derart auf die elterliche Unterstützung der Eltern angewiesen sind gehören in die Sek. Punkt.
    Für die spätere Universitätsausbildung nach der Matur braucht es ebenfalls gewisse intellektuelle Kompetenzen: U.a. die Fähigkeit eine grosse Menge Stoff in kurzer Zeit zu verarbeiten, abstrakt zu denken und sich mit all dem wohlzufühlen. Letzterer Punkt ist matchentscheidend.
    Oder wollen diese Mamis ihre Kinder bis zum Masterabschluss betreuen?

    • Andrea Fux, Schulleiterin im Mädcheninternat am See sagt:

      Diesen Ausführungen schliesse ich mich an. Ausserdem halte ich vor allem die emotionale Reife und ausgeprägte Sozialkompetenzen als „matchentscheidend“ für ein späteres Studium. Ich kenne Menschen, die zwar intellektuell ein hohes Niveau erreicht haben, aber als Mitmensch schwierig sind. Intrinsische Motivation und Empathie sind meiner Meinung nach unabdingbar für ein gutes Leben.
      Darum ist es wichtig, dass Jugendliche selbständig ein Gymnasium durchlaufen können. Glücklicherweise gibt es in der Schweiz auch nach der Sekundarschule verschiedenste andere Ausbildungswege.

      • Max Demian sagt:

        Schwierige Mitmenschen gibt es überall und ist mitunter auch eine Frage der Perspektive.

        Die wahre Kunst besteht darin, auch mit schwierigen Mitmenschen klarzukommen, die gibt es nämlich immer und überall: Unter Schülern, unter Lehrern, unter Kindern, unter Eltern, unter Vorgesetzten, unter Arbeitskollegen, unter Mitarbeitern und unter seinesgleichen etc.

        Matchentscheidend ist ja eben nicht das Ziel des Studiums, sondern das Ziel des Arbeitslebens und des generellen sozialen Gefüges.

        Schwierige Mitmenschen sind nicht ein Problem das gelöst oder vermieden werden muss, sondern eine Herausforderung mit der wir alle umgehen müssen, eben gerade dann, wenn wir empathisch sein wollen und eine hohe Sozialkomptenz und abstraktes Denken für uns beanspruchen.

  • Fritz sagt:

    Was soll das? Meine Eltern haben mir nicht geholfen. Meiner Frau haben ihre Eltern auch nicht geholfen. Trotzdem haben wir das Gymnasium geschafft. Alleine Lernen ist angesagt. Die Eltern sollen nachfragen, ob es geht oder nicht, ob die Aufgaben gemacht wurden oder nicht, wie die Noten stehen oder eben nicht. Inhaltlich muss das Kind den Stoff selbst lernen können. Falls in ein oder zwei Fächern Defizite bestehen, kann man ja einen Studenten als Lernhilfe anstellen. Aber wenn die Eltern die Kinder so eng wie ein 24h-Privatlehrer begleiten müssen oder das Kind dermassen viel lernen muss, dann ist entweder das Kind nicht gut genug fürs Gymnasium, nicht motiviert genug oder die Eltern sind Helikoptereltern. Aber auf jeden Fall läuft was schief…

  • Saceto sagt:

    Ich warte beim Lesen dieses Blogbeitrags darauf, dass die Ironie der Geschichte aufgelöst wird – nur passiert das nie. Es ist offenbar traurige Realität, wie Eltern erzwingen wollen, dass ihre Kinder das Gymi absolvieren. Kinder, die so unter Druck stehen, haben leider ein enormes Risiko als Erwachsene unter Angststörungen und Minderwertigkeitskomplexen zu leiden. Bewaren Sie sie davor, indem Sie sie bedingungslos lieben und ihre Fähigkeiten schätzen, in welchem Bereich auch immer.

    • Christoph Bögli sagt:

      @Saceto: Ist das wirklich Druck oder eben gerade der krampfhafte Versuch, die eigenen Kinder vor jeglichem Druck, Stress und Frust zu bewahren? Oft wirkt es auf mich nämlich eher wie letzteres. Also dass die Eltern meinen, das Kind für jede kleinste Anstrengung an die Hand nehmen zu müssen, wenns etwas härter wird am besten die Eltern gleich komplett übernehmen und auf jedes Gemaule mit einem Wellness-Weekend reagiert werden muss..
      Die langfristigen Konsequenzen davon sind aber kaum besser als im anderen Fall. Schliesslich erzeugt das fast zwangsweise völlig unselbstständige, frust-sensitive Erwachsene, die spätestens an der Uni oder im Job in eine Krise stürzen.

      • Carolina sagt:

        Bögli, das ist tatsächlich die Frage! Aber die immer wieder kommende Ermahnung hier, auch von Ihnen, bei mangelnder Eignung das Kind einfach (!) nicht aufs Gymi zu schicken, z.B. wenn es ‚zuviel‘ Unterstützung braucht, bedeutet doch unter Umständen auch, dass ich meinem Kind einen Weg nicht zutraue, der es sehr herausfordert, der viele, viele Widerstände bedeutet, weil es eben nicht durch die Gymi-Zeit segelt. Es ist eine sehr schmale Gratwanderung, die man da als Eltern manchmal hat, weil man es vielleicht gern vor allzu viel Druck und Stress bewahren möchte, letztlich aber dieses das Kind weiterbringt, zu einem kompetenteren, resilienteren Erwachsen macht (wie mit einer meiner Töchter geschehen)………

    • Cino sagt:

      Das sehe ich ganz genau so!
      Bei meiner Tochter ist es noch der geringe Selbstwert, der sie hindert, ihr Potential auszuschöpfen.
      Also helfe ich ihr vor allem in dieser Hinsicht – das Selbstliebe-Töpfchen zu füllen. Natürlich ist da ab und zu auch Bequemlichkeit dabei.. Ab und zu ein Tritt tut dann eben auch auch Not.
      Am allerwichtigsten ist, rauszufinden: Wofür brenne ich, was kann ich, was will ich. Und das braucht Zeit, sehr viel Zeit.
      Was mich immer wieder umtreibt, ist die Frage: was motiviert uns Menschen, grosse Ziele zu erreichen?
      Da glaube ich, ist es bei vielen Jugendlichen immer noch die Angst vor Autoritäten, Angst vor Strafe, Angst vor Liebesentzug. Ganz schlecht.
      Mir wäre ein Vorbild, oder einfach Entdeckergeist sehr viel lieber!

  • Sonusfaber sagt:

    Ich und meine zwei Brüder haben auch das Gymi besucht, das war allerdings in den 70er-Jahren, mag sein, dass es heute erheblich schwieriger ist, die Matura zu holen. Keine Ahnung, Dennoch: Meine Eltern haben, obwohl unsere Intelligenz bestenfalls durchschnittlich ist, keinem von uns auch nur einmal etwas erklären müssen und vor allem: So viel Freizeit haben wir sonst nur als Kinder erlebt. Fazit: Es war eine wunderbare Zeit und wohl keine Last für unsere Eltern. Beim Lesen dieses Berichts/Blogs habe ich daher vor allem Irritation und Fremdscham empfunden, Ablehnung, denn – sehr geehrte Frau Hofstetter: Sie klagen auf allerhöchstem Niveau, was meinem Empfinden nach nicht nur unverschämt ist, sondern auch lächerlich …

  • Sally Els sagt:

    Entschuldigung, aber beim Lesen dieses Bloggs packt mich gleich die Wut. Wer geht hier eigentlich ans Gym, Sie oder Ihre Tochter?
    Als ich vor 20 Jahren die Matura gemacht habe, habe ich das ganz alleine gepackt. Meine Eltern haben zwar die Bücher und Gebühren bezahlt, aber gelernt habe ich ganz alleine. Beide haben 100% gearbeitet und am Wochenende wollten sie ihre Ruhe haben.
    Wenn ein Kind das Gym nicht aus eigener Kraft schafft, gehört es einfach nicht dorthin! Im Studium wirds nämlich nicht einfacher, soviel vorneweg. Eine Berufslehre ist übrigens auch keine Schande.
    Trotzdem noch einen schönen Tag!

  • Regine Stern sagt:

    Der ganze Gymi-Stress scheint mir im Kanton oder zumindesten in der Stadt Zürich groteske Züge angenommen zu haben. Im Kanton Aargau wurde die Abschlussprüfung nach 9 Schuljahren inkl. Bezirksschule abgeschafft, jetzt zählt nur noch der Notenschnitt für den Übertritt. Mein Sohn ist zwar noch Jahre davon entfernt, aber ich habe auch als Lehrerin schon den Eindruck, dass hier alles entspannter über die Bühne geht, wenn gleich der Maturastoff der gleiche ist.

    • Sisifee sagt:

      Da haben Sie vollkommen recht. Das System im Kanton Zürich ist absurd und beflügelt eine regelrechte Industrie an Ratgeber- und Nachhilfe-Angeboten. Ich wünschte, der Kanton Zürich würde die Prüfung abschaffen.

    • Sunflyer sagt:

      Dem kann ich zustimmen. Im Aargau geht das viel entspannter zu und her (mit dem gleichen Stoff) Der Übertritt in die Bezirkschule erfolgt nach der 6. Klasse (aufgrund von Schulnoten und ohne Prüfung) In der Bezirkschule ist das Lernpensum und die Anforderungen auch sehr hoch. Aber die Schüler haben 3 Jahre Zeit und sehen sehr schnell anhand ihrer Noten, ob es danach Richtung Gymi geht oder nicht. Für den Übertritt ins Gymi braucht es den entsprechenden Notenschnitt. Die Schüler wissen so jederzeit genau wo sie stehen und ob sie den Anforderungen eines Gymnasiums gewachsen sind. So liegt die Verantwortung bei den Schülern. Wir als Eltern dürfen motivieren, helfen wenn wir gefragt werden, müssen zwar die gestressten Kids aushalten, aber sie sind dafür sehr sehr selbständig.

    • Sportpapi sagt:

      @Regine Stern: Ich bin ehrlich gesagt froh, dass nicht nur die Lehrpersonen entscheiden, welche Kinder ins Gymnasium dürfen. Erfahrungsnote und Prüfung, wie in Zürich üblich, erscheint mir die fairste Option.

  • Bernhard König sagt:

    „Lernzeit dauert bis am Abend spät und beginnt am Morgen vor der ersten Lektion wieder. Übers Wochenende, in den Ferien. „
    Bei mir war dies definitiv nicht so. Wahrscheinlich haben sich die Zeiten etwas geändert, dennoch liest sich der Text etwas übertrieben diesbezüglich. Oder vielleicht sind Ihre Kinder diejenigen die am meisten lernen (müssen?), bzw. unbedingt eine 6 erhalten möchten.

  • Max Demian sagt:

    Echt jetzt? Meine weniger gebildeten Eltern missten sich schulisch bereits von mir verabschiedet als ich 12 war. Die konnten mir gar nicht helfen, also musste ich mir selbst helfen.
    Die Eltern haben m.E. eher eine Managementaufgabe: Studienkontrolle, regelmässiges Gespräch mit Kind und Lehrer (wissen was läuft), Notenkontrolle, Interesse für das Kind – aber keine Mircomangement, d.h. erledigen der Arbeit mit dem Kind. Wenn das nicht klappt mit dem Gymnasium, dann klappts eben nicht. Zu Scheitern ist, im richtigen Umfeld, auch eine lehrreiche Lektion.

  • chocolate sagt:

    Ich weiss jetzt nicht so recht, ob das extrem übertrieben wurde um diejenigen zu trösten, deren Kinder es trotz aller Erwartungen nicht ins Gymi schaffen.
    Falls es wahr ist, stellt sich schon die Frage, ob diese Kinder wirklich ins Gymi gehören. So eine Plackerei ist das nämlich nicht, wenn die Fähigkeiten da sind. Natürlich gibt es Phasen, in denen die Kids mehr lernen müssen. Aber das ist überall der Fall. Ich habe die grösste Hochachtung vor Jugendlichen, die eine Lehre machen: Arbeiten plus Schule und Lernen, lange Arbeitszeiten, wenig Ferien. Da hatten meine 4 Kinder im Gymi das reinste Schoggileben im Vergleich. Vielleicht passten sie aber einfach auch besser ins Gymi als die Kinder der Autorin?
    Tipp: Nach der Sek sind viele Kinder reifer und eher bereit fürs Gymi.

  • 13 sagt:

    Von alleinerziehenden Müttern wird verlangt, dass sie ab der Oberstufe des jüngsten Kindes 80% arbeiten, ab 16 Jahren 100% und nun wird geschrieben, dass man mit einem Gymasiasten/einer Gynasiastin max. 60% arbeiten kann? Das sind gerade mal rund 25 Stunden, die Kinder sind mit 30-35 Lektionen mehr weg.
    Ich war alles andere als eine gute Schülerin im Gymnasium und trotzdem konnte meine Mutter Vollzeit arbeiten, denn auf dieser Stufe ist es doch wirklich zumutbar, dass ein Kind alleine lernen kann. Gelegentlich Unterstützung schafft man auch abends oder am WE. Wenn nicht, hat man zuvor etwas versäumt…

    • tina sagt:

      13, niemand verlangt von alleinerziehenden ein bestimmtes arbeitspensum. wenn die betreuungsbeiträge nur für die kinder sind und nicht für den betreuenden elternteil, und dieser nicht auf sozialhilfe angewiesen ist, kann man arbeiten wie man „will“.
      man kann es auch nicht mit früher vergleichen.
      interessant finde ich allerdings, dass gymikinder kinder bleiben, während von lehrlingen viel mehr selbständigkeit erwartet wird (zu untrecht)

      • 13 sagt:

        Ähm ja. Niemand verlangt irgendetwas. Ich kann auch kündigen und nichts arbeiten. Nur werden Vermieter, Krankenkasse und co. werden irgendwann unruhig. Wenn also die Alimente auf einer 80%-Basis berechnet werden resp. im Gymnasium zu 100%, können sich nun mal die wenigsten leisten, viel weniger zu arbeiten.
        So oder so, es wird als zumutbar angeschaut. Schau kurz über die Grenze auch da arbeiten alle 100% und auch da schliessen Kinder Gymnasien ab und gehen studieren.

        Ich finde nicht, dass nur diejenigen Kinder ins Gymnasium sollten, deen alles einfach so zufliegt, auch motivierte, fleissige Kinder können da bestehen. Aber wenn es nur mit Pushen und Helfen der Eltern geht, ist es vielleicht wirklich der falsche Weg.

      • tina sagt:

        ähm. es war ja dein argument „Von alleinerziehenden Müttern wird verlangt, dass sie ab der Oberstufe des jüngsten Kindes 80% arbeiten, ab 16 Jahren 100% „.
        genau. rechnungen müssen bezahlt werden, das habe ich ja so präzisiert.
        ich arbeite doch selber 100%, obwohl meine söhne genau in dem alter sind, indem andere im gymi unterstützung brauchen gemäss text.
        auch nicht gymischülern fliegt nicht alles zu….

    • tina sagt:

      „zuvor etwas versäumt“. man sollte vielleicht erstmal abwarten, wie das dann in der realität wirklich wird, bevor man anderen vorhält, was sie versäumt haben, wenn es nicht so läuft, wie vor 30 jahren mit den eigenen eltern…. dieser planet hat sich schon ein bisschen geändert in diesen jahrezehnten.
      und wer glaubt, er kriegt alles immer 100% hin, der hat definitiv versäumt zu lernen, dass es die eierlegende wollmilchsau bisher nicht gibt

    • Schlumpfine sagt:

      Ich kann mich nicht erinnern, während der Zeit auf dem Gymnasium je Lernunterstützung durch meine Eltern erfahren zu haben. Ich musste viel lernen und bewegte mich von den Leistungen her im Klassenschnitt, jedoch wäre es mir gar nie in den Sinn gekommen, die Eltern um Unterstützung zu bitten. Sie hätten dies aufgrund ihres eigenen Bildungsweges auch nur sehr eingeschränkt gekonnt. Meine Eltern unterstützten mich in anderer Weise, indem sie einfach sonst für mich da waren, mir zuhörten und mich ermutigten. Nie übten sie Druck auf mich aus. Sollten unsere Kinder eines Tages den gymnasialen Weg beschreiten wollen, werden wir sie unterstützen und sicherlich punktuell auch mit ihnen lernen. Ein Chrampf sollte es jedoch nie werden, zumal eine Lehre ein mindestens ebenso guter Weg sein kann.

    • PhunkyMonkey sagt:

      Danke 13, ich bin komplett deiner Meinung!

  • Sisifee sagt:

    Die Gymiprüfungsvorbereitung meines Sohnes geht auch mir an die Substanz und beeinflusst unser ganzes Familienleben. Der Gedanke daran, dass das jetzt sieben Jahre so weitergehen könnte lässt mich leer schlucken.
    Ich habe die Konsequenz insofern gezogen, dass ich meinerseits allen Druck rausgenommen habe. Alles was mein Kind in diesen letzten Wochen vor der Prüfung noch macht, macht es von sich aus. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, mein Kind in und durch ein System zu boxen, das vielleicht nur halbwegs passt.

    • tina sagt:

      welches system passt schon 100%. durchboxen vielleicht nicht, aber helfen, flaschenhälse zuüberstehen. allein der zeitbegriff: rückblickend sind ein paar monate ein klacks. aber durchhalten wenn man drinsteckt, als teenager, mit allem was dazugehört, das braucht eben häufig schon unterstützung. egal bei welchem weg.

      • Sisifee sagt:

        @Tina: Ja, klar, ich muss präzisieren: Ich unterstütze meinen Sohn sehr wohl, aber immer nur auf dem Hintergrund seiner Motivation. Vor und in den Sportferien war die schlicht nicht mehr spürbar, und ich habe mich entschieden, mich zurückzulehnen. Immer in Absprache mit meinem Kind, dass genau weiss, wo es noch Schwächen hat und was es noch tun müsste. Für mich innerlich war es einfach ein Schritt, mir zu sagen, dass die Gymiprüfung nicht mein Projekt ist, sondern seines. Die Impulse, zu lernen, müssen von ihm aus kommen, nicht von mir. Da mein Sohn ADS hat, ermüdet er auch stärker als andere beim Lernen, weswegen die Frage nach der Passgenauigkeit eines Systems, dass Inhalte zum grossen Teil über Auswendiglernen vermittelt, berechtigt ist.

      • Christoph Bögli sagt:

        @tina: Unterstützung ist natürlich nie falsch, aber zur elterlichen Unterstützung gehört m.E. auch, das Kind selbstständig an Probleme heran gehen und zur Not auch mal scheitern zu lassen. Bzw. Druck rauszunehmen, wenn man sieht, dass etwas nicht wirklich geht.
        Weil: monatelang zu lernen, nur um in das Gymnasiums hinein zu kommen (!), ist wirklich nicht normal und sollte ein Alarmsignal sein. Monatelang muss man nicht mal für die Matur oder die meisten Uniabschlüsse lernen.

      • Sisifee sagt:

        @ Christoph Bögli: Die einschlägigen LMZ-Ratgeber, empfohlen auf der Plattform der zentralen Aufnahmeprüfung, schlagen vor, nach den Skiferien des Vorjahres mit Bestandesaufnahme und ersten Übungen zu beginnen. Das schuleigene Angebot hat bei uns nach den Sommerferien begonnen. So viel zum Thema „monatelanges“ Lernen. 🙂

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Christoph Bögli

        dann willkommen in der heute-Realität der Zürcher Langzeitgymilandschaft, es IST tatsächlich sehr zehrend.

  • Peter Schaltegger sagt:

    Ich verstehe diesen Hype ums Gymnasium nicht. Entweder schafft man es, sich alleine zu organisieren oder man lässt es bleiben.
    Wir Schüler hatten uns dazumal gegenseitig unterstützt und Lerngruppen (intern Strebergruppen ganannt) gebildet. Auf die Hilfe von Mami und Papi hatte ich immer verzichtet. Spätestens an der Uni muss man selber lernen können, da können Mami und Papi auch nicht mehr helfen.

    • Nina sagt:

      Meine Worte. Wenn ein Kind auf so viel Unterstützung angewiesen ist, ist es am falschen Ort. Sek und Lehre mit Berufsmatur können genauso zum Studium führen. Dabei sammelt man sogar Lebens- und Berufserfahrung. Meine Meinung.

    • Sisifee sagt:

      Der Punkt ist halt, bei der Gymiprüfung zumindest, dass der Stoff an einem Ort ansetzt, an dem die Primarschüler schlicht nicht sind, auch die guten nicht. Der Mechanismus bei Mathe ist anders und Aufsätze zu schreiben lernen sie schlicht nicht mehr in der Schule. Dann gibt es einige, die einfach schreiben können, die schaffen es sicher ohne Hilfe. Dann gibt’s auch noch die, die es lernen können, da müssen die Eltern ran oder der Vorbereitungskurs (bzw. das Portemonnaie der Eltern). Ich finde auch, man muss mit 12 noch nicht können, was man an der Uni können muss.

  • tina sagt:

    und wenn das kind nicht ins gymi gehen wollen würde, wäre alles ganz leicht und man könnte 100% arbeiten, weil das kind ja keine unterstützung braucht, insobesondere nicht beim lehrstellenbewerbungen, vorbereitung zum vorstellen und schnuppern, schreiben, nicht wahr ;-). auch nicht beim wahnsinnig früh aufstehen während 11 monaten im jahr (statt 9), bei den berufsschulaufgaben, beim lerntagebuch oder der abschlussprüfung…..auch lehrlinge kommen nicht heim über mittag (sonst wäre es ja noch schlimmer mit der karriere der mutter). gute ausbildung hin oder her: auch mütter mit weniger guter ausbildung sind meist berufstätig

    • 13 sagt:

      Während der Oberstufenzeit, Bewerbungen schreiben etc. bin ich einverstanden. Darum auch meine Kritik an den 80%. Aber wenn das Kind eine Lehre macht, arbeitet es doch auch 100%. Was macht dann die Mami die weniger arbeitet? Schon mal das Lerntagebuch ausfüllen? Wie sieht denn dieUnterstützung während der Zeitaus, wenn das Kind gar nicht zuHause ist?

      • tina sagt:

        nunja 13. wenn die kinder in dem alter sind, ist man so um 50 und mag vielleicht nicht mehr so wie das 17jährige kind. ausserdem möchte man, dass das kind sich dem lerntagebuch und den berufschulaufgaben widmet, und dazu sozialleben pflegt, das leben auch mal geniesst und sport macht oder musiziert. dafür übernimmt man gern den grösseren teil haushalt und managment.
        das kind steckt drin, ich muss mich vielleicht auch erstmal noch damit befassen. unterschätz nicht was auf dich zukommt…..insbesondere unterschätz nicht, was es heisst, das alles allein zu machen

      • tina sagt:

        nicht alle kinder finden eine lehrstelle während der oberstufe. manche legen die latte etwas zu hoch. manche haben schwierigkeiten, die erst während der pubertät schwierig werden. manche machen 10. schuljahre, brückenjahre, nicht wenige merken dass sie die falsche lehre erwischt haben. die leute sprechen nicht gern darüber, dass ihre kinder mit 17 arbeitslos und ohne ausbildungsverhältnis da stehen.
        100% arbeiten in frankreich ist wie 70% arbeiten hierzulande, im übrigen. und in spanien und italien legt man wert darauf, dass die mütter den haushalt machen zuhause.

      • Carolina sagt:

        Sehr weise heute, tina! Gefällt mir! In die Auflistung möglicher Betätigungsfelder möchte ich noch Freiwilligenarbeit hinzufügen, die zumindest in unserer und den umliegenden Gemeinden meistens von den 60- und 70jährigen ‚Nur-Hausfrauen‘ ausgeführt werden – ohne Lohn, ohne Lob und sie müssen sich auch noch ständig sagen lassen, dass sie leicht minderbemittelt sind! Oder auch die (meistens) Frauen eines bestimmten Alters, die Familienangehörige pflegen, da bleiben mir diese Forderungen danach, dass Frauen alle unbedingt 100% arbeiten müssen (!!), wirklich oft im Halse stecken………

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        was macht denn die Mami wenn…?
        Ja, also wirklich, was macht die liebe Mami da bloss den ganzen Tag?
        Kind 1 im praxisintegrierten Studium, Kind 2 in BMS-Ausbildung, Kind 3 im Gymi, was solls denn da zu tun geben?
        Falls alles reibungslos und so bisschen locker vom Hocker läuft, vielleicht tatsächlich nicht viel.
        Läuft es aber nicht reibungslos sondern anstrengend (und nein, das bedeutet nicht in jedem Fall „dann ist es halt der falsche Weg!, unter bestimmten Gegebenheiten ist jeder Weg sehr anstrengend) dann braucht es sehr viel Unterstützung in Form von gelieferter Infrastruktur, uneingeschränktes Dasein-können wenn „das Kind“ wieder zu hause, Gesprächsunterstützung, und und und. Ausserfamiliäre, nicht entlohnte Arbeiten, lasse ich mal aussen vor.

      • 13 sagt:

        @ Carolina
        Ganz ehrlich, ich kann dieses Argument „(Teilzeit-)Hausfrauen machen Freiwilligenarbeit“ nicht mehr hören. Es gibt Menschen, die engagieren sich ehrenamtlich und andere eben nicht und nein, es sind keineswegs die Berufstätigen, die es nicht tut. Ich selber tue es, mit 6 anderen. Davon arbeiten 5 von uns Vollzeit, eine in einem 80% und eine in einem 60%-Pensum. Und das ist auch das, was ich hier rundherum sehe, in Politik, Vereinen etc.

        @ BS/Tina
        Über die Hausarbeiten kann man sich streiten. Auch hier bin ich meiner Mutter dankbar, dass sie nie den Voll-Service geboten hat. Aber ein Haushalt von 3-5 Erwachsenen ist, wenn er geteilt wird, jetzt auch keine Hexerei.

        @ BS
        Meine Frage bezog sich rein auf „während Abwesenheit des Kindes“

      • tina sagt:

        ich habe kürzlich kurz zusammen gerechnet, was ich grob so mache (haushalt, wäsche, einkaufen, kochen) jede woche und kam auf 17 stunden.
        1 elternteil auf 2 kinder entspricht 2 elternteilen auf 4 kinder. nein, keine hexerei. 17 stunden sind etwa 20% stellenprozente.
        aber eigentlich weiss ich gar nicht, was du hier propagierst. ich habe eigentlich vorallem darauf hinweisen wollen, dass es nicht so ist, dass gymischüler mehr zuwendung brauchen als lehrlinge

      • tina sagt:

        hust. 17 stunden sind eher 40% stellenprozente. in frankreich wären es 50% ;-). zu den 100% arbeitspensum. hey ich schaffe das auch, darum gings gar nicht. und meine söhne sollen die 17 stunden lieber in hausaufgaben, sport und socializing investieren :). sie beteiligen sich natürlich am haushalt, aber nicht so effizient wie ich. das ist meine wahl, klar. aber das war eh nicht thema, wie erwähnt

    • PhunkyMonkey sagt:

      Klingt ein wenig vorgeschoben. Es gibt viele Eltern, welche dies mit normalen 100% pensen auch schaffen.

      • tina sagt:

        ich habe nichts vorgeschoben, ich habe einfach mal noch ergänzt, dass es nicht so ist, dass man gymischüler hegen und pflegen muss, so dass eltern nur 60% arbeiten können, aber man sich um lehrlinge gar nicht mehr kümmern muss, weil hey, die arbeiten ja „nur“ und lernen gar nichts. oder wie auch immer.
        bei gymischülern hört man viel seltener „hey, dein kind ist erwachsen, soll es doch selber schauen“. bei mädchen übrigens auch weniger als bei jungs

  • Lorena sagt:

    Wenn der Aufwand dermassen gross ist, wäre eine andere Ausbildung vielleicht passender. Man kann jeden irgendwie durchs Gymi pauken. Am Schluss bringt das niemandem etwas, ausser dem Ego der Eltern vielleicht. Leider gibt es immer mehr Eltern, die versuchen, sich durch ihre Kinder selbst zu verwirklichen – arme Kinder.

  • Stefan W. sagt:

    In letzter Zeit häufen sich im Tagi ja die Artikel, die davon erzählen, wie eine Familie ihr Kind mit vereinten Kräften ins und durchs Gymi drückt, unter Opferung der kindlichen Freiheiten und der Möglichkeit anderer Familienmitglieder, auch etwas für sich zu tun. Botschaft: Bloss kein Gymi!
    Nur als Relativierung: Zwei meiner drei Kinder sind auf dem Gymi, weil sie es selbst wollten. Und ausser Hilfe für die Gymi-Prüfung hat keines je irgendeine Unterstützung gebraucht. Ähnliches gilt wohl für Viele ihrer Klassenkameraden. Jedenfalls unternehmen sie zusammen meistens etwas ganz Anderes, als lernen. Ich denke, Sie präsentieren hier eine Negativauswahl aus besonders ehrgeizigen Eltern, denen eine Note 4 oder 5 halt einfach nicht genug ist. Oder aus besonders anspruchsvollen Gymnasien?

  • Muttis Liebling sagt:

    Wer Hilfe beim Lernen braucht, ist nicht gymnansialfähig. Schule macht man mit links, oder lässt es bleiben.

  • Petra Lutz sagt:

    „Das Gymnasium ist ein Familienprojekt.“ „Es geht in den allermeisten Fällen nicht ohne Eltern. “ Was sind denn das für seltsame Aussagen? Hat das Kind keine Gspänli, mit denen es lernen kann? Und was macht die Familie, wenn das Kind an die Uni geht? Die nächsten paar Jahre auch noch mitlernen?
    Es scheint, dass heutige Kinder zur Unselbständigkeit erzogen werden, aber echt …

    • tina sagt:

      ich finde im gegenteil auch eine lehre ein familienprojekt. gerade heute ist es ja so, dass auf eine lehre weiterbildung folgt, nicht selten eine berufsmatura, und darauf vielleicht auch ein studium. wir wurden früher alle erst mit 20 volljährig. es war viel leichter, ins berufsleben einzusteigen und eine bezahlbare wohnung zu finden. es ist freiwillig, seine familienmitglieder zu unterstützen, auch wenn man keine windeln mehr wechseln muss….

      • Fritz sagt:

        Ich bin da völlig konträrer Meinung. Die Lehre ist kein Familienprojekt, sondern die Berufsausbildung der Kinder, die sie selbst bestehen müssen. In der Lehre müssen sie sich die Selbstständigkeit mit „learning by doing“ aneignen. Danach müssen sie schliesslich auf eigenen Beinen stehen können. Werden die Probleme zu gross, spricht selbstverständlich nichts gegen Unterstützung mit entsprechenden Massnahmen. Aber sonst?
        „Das grösste Geschenk an die eigenen Kinder und das Ziel jeder Erziehung sollte die Selbstständigkeit der Kinder sein.“

    • Muttis Liebling sagt:

      Es sollte in der Natur der Sache liegen, dass ein Kind, welches erfolgreich am Gymnasium lernt, seinen Eltern bildungs- und intellektmässig überlegen ist, von Einzelfächern mal abgesehen. Ein Mathematiker kann dem Zehnklässler in der Mathematik vielleicht helfen, ein Arzt sicher nicht. Da sehe ich kein Familienprojekt.

      • tina sagt:

        ML: das ist kompletter blödsinn. nicht alle mit hohem IQ haben das gymi gemacht, aber die meisten haben über die jahrzehnte eine menge gelernt. im text geht es ja um die probezeit und nicht um das letzte gymijahr….
        im text ist auch von anderen unterstützungsarten die rede, die keinerlei kenntnis von gymischulstoff erfordern.
        mir fällt auf, dass viele, die unter mangelnder unterstützung durch ihre eltern litten, gar keine vorstellung haben, wie man seine kinder untersützen kann. sie kippen einfach auf die schiene „mir hat auch keiner geholfen, dann solls euch nicht besser gehen“. bisschen traurig…

      • Muttis Liebling sagt:

        Wer Unterstützung braucht, ist am Gymnasium falsch. Egal ob in Probezeit oder kurz vor der Matura. Alle, die ich kenne, haben das auf einer Backe abgesessen und neben Bestnoten genügend Zeit für Hobbys und Freunde gehabt.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Hat denn der Arzt kein Gymnasium absolviert? Und danach keine Mathe mehr benötigt?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling

        Diejenigen welche Sie da kennen und da so locker vom Hocker durchgekommen sind; auf welchen Gymnasien waren die?
        Ich fürchte der heutige Beitrag ist sehr zürichlastig und ausserhalb der Kantonsgrenzen kann man sich wohl nur schwer vorstellen wie es sich hier anfühlen kann.

      • Muttis Liebling sagt:

        @SP, Ärzte und Mathe. Ich hatte das Vergnügen, Medizinstudenten fast 10 Jahre lang in Medizinischer Statistik zu unterrichten. Ein völlig aussichtsloses Unterfangen. Deshalb kann Ihnen auch heute kein Arzt erklären, wie ernst zu nehmen irgendwelche Risiken tatsächlich sind. Das Verständnis für Wahrscheinlichkeiten ist Null, aber ohne versteht man Epidemiologie nicht, was Ärzte dann aber doch vorgeben.

        @Brunhild, ich meine das eher allgemein. Ich kenne Leute, die haben das Abitur mit 16 gemacht und mit 20 den Doktor in Mathematik. So ganz selten ist das nicht.

        Ein Schüler, der auf dem selben Niveau wie seine Lehrer oder seine Eltern dahin dümpelt, ist nicht unbedingt für ein richtiges Studium geeignet. Lehrer werden nicht die Hellsten, Eltern sind es meist auch nicht.

      • Carolina sagt:

        Schon gar nicht kann man die Verhältnisse in Deutschland – und ich nehme an, darauf bezieht sich ML – und die des Kantons Zürich vergleichen. Und falls das Umfeld, auf das er sich bezieht, auch noch das Gymnasium in Berlin absolviert hat, ist das noch einmal ein Grund mehr, das Vergleichen zu lassen. Das Abitur wird in Deutschland – mit Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg – inflationär gemacht, es hat keinerlei Bezug mehr zur Fähigkeit eines Schülers, akademisch tätig zu werden.
        Es ist mir absolut schleierhaft, warum ich mir vorwerfen lassen muss, eine Schlittschuhmutter zu sein, wenn ich mein Kind in der Schulzeit unterstütze – und natürlich rede ich von Unterstützung, nicht von Stellvertretung!

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Wenn man Studenten Statistik beibringt und alle verstehen es nicht, dann liegt es wohl einzig am Lehrer- nicht an den Studenten.

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